Kunden em pfehlungen
Rezensionen von lectrice:
Drachensprache
Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson
Schon das Cover verrät hier, worum es geht und den Drachen finde ich richtig gut gelungen. Noch besser ist allerdings die Illustration auf der Rückseite des Buches.
Der Roman spielt in einer Welt, die angelehnt ist an die Realität, allerdings leben Drachen in ihr. Der Roman spielt in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts in London. Vivien Featherswallow studiert die Sprache der Drachen und außerdem versucht sie, in keine niedrigere gesellschaftliche Klasse "abzurutschen". Eine streng hierarchisch gegliederte Gesellschaft, ein schwieriger Friedensvertrag mit den Drachen. Alles in allem schon keine guten Voraussetzungen, aber dann kommt der Schock: ihre Eltern wurden als Rebellen verhaftet. Um diesen eine Hinrichtung zu ersparen nimmt Vivien an einem geheimen Projekt teil, um die Sprache der Drachen zu entschlüsseln.
Die Liebesgeschichte nimmt neben anderen Themen zum Glück nicht zu viel Raum ein, denn hier gibt es viel spannendere Themen, wie zum Beispiel die Macht der Sprache, Herrschaftssysteme,...
Die Protagonistin entwickelt sich gut weiter und die Geschichte konnte mich absolut fesseln und die Vorfreude auf den Folgeband ist schon groß.
Bewegend
Am Meer ist es schön von Barbara Leciejewski
Der Titel dieses Buches ist bewusst so gewählt, dass er andere Erwartungen weckt und man deswegen umso schockierter ist, das Schicksal dieser "Verschickungskinder" zu lesen. Denn hier erwartet den Leser/die Leserin kein Wohlfühlroman mit Meeresfeeling.
Protagonistin Susi wird Ende der 1960er Jahre zur Kur an die Nordsee geschickt.
Doch was sie dort erwartet, sind nur Schikane und Horrorgeschichten, die beim Lesen unter die Haut gehen. Dabei klingt die Kräftigungskur in Haus Morgentau im Vorfeld richtig gut, damit die Achtjährige an Gewicht zunimmt und sich an der Nordsee erholt. Erst als ihre Mutter im Sterben liegt, gelingt eine Verarbeitung der Ereignisse und ein Gespräch zwischen Mutter und Tochter.
Eindrucksvoll geschrieben, gerade die einfachen Worte machen die Geschichte so furchtbar.
Ein dunkles Kapitel der Geschichte, über das noch viel zu wenig berichtet wurde, verpackt in eine persönliche Geschichte.
Geisterdorf?
Der dunkle Sommer von Vera Buck
Die Architektin Tilda kauft für nur einen Euro ein altes Haus auf Sardinien - ein Traum, denkt sie sich. Aber dann wird es eher albtraumhaft.
Eigentlich sollte das Dorf verlassen sein und niemand mehr dort leben, aber dann läuten die Kirchenglocken und es war auch jemand im Haus. Vera Buck schafft es ganz subtil, die Spannung immer mehr aufzubauen und meine Fragen wurden immer mehr, was hinter der ganzen Sache wohl stecken könnte.
Aber war es wirklich der alte Silvio oder seine Pflegerin? Und was weiß Enzo, der Journalist? Und wohin ist Tildas Bruder verschwunden?
Jede Menge Hypothesen und falsche Spuren, ich hatte immer wieder neue Ideen, was wohl dahinterstecken könnte. Unglaublich fesselnd geschrieben, sehr komplex - im positiven Sinne - und dabei so authentisch.
Und dann überrascht die Auflösung am Ende wieder total und erscheint im Nachhinein so logisch, aber darauf wäre ich nie gekommen.
Typisch Vera Buck, die es immer wieder schafft, mich zu überraschen und natürlich mir tolle Lesestunden zu verschaffen.
Wilkins im Doppelpack
Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins von Simon Mason
Der gleiche Nachname, der gleiche Rang und auch die Vornamen sind sehr ähnlich - so viele Gemeinsamkeiten, doch von ihrer Biographie her könnten die beiden kaum unterschiedlicher sein. Und nun sollen sie gemeinsam ermitteln - da sind Spannungen vorhersehbar. Aber auch Chancen, gerade wegen ihrer unterschiedlichen Herkunft.
Denn so haben sie eben unterschiedliche Sichtweisen.
Ein Mord im College, nach einer Dinnerparty entdeckt der Provost die Leiche einer Frau in seiner Wohnung.
Die beiden Ermittler müssen erst lernen, miteinander klar zu kommen und auch für mich waren nicht alle Begriffe und Eigenheiten des Colleges sofort klar. Die Spannung stand nicht immer im Mittelpunkt, aber sprachlich hat mich der Kriminalroman überzeugt und das passte einfach gut zum Setting. Gegen Ende zog die Spannung dann doch noch einmal an und die Auflösung hat mir gefallen.
Gefährliche Feuerwehr
Devil's Kitchen von Candice Fox
Im Mittelpunkt des neuen Thrillers von Candice Fox steht eine Elite-Einheit der New Yorker Feuerwehr, die "Engine 99", die schon länger im Fokus der Polizei steht. Als LeserIn ist man sich sicher, denn wir haben einen Wissensvorsprung. Doch auch die Polizei ist misstrauisch geworden bei der Einheit von Chief Big Matt, Engo, Jake und Ben.
Außerdem hat Ben sich direkt an die Polizei gewandt, weil er befürchtet, dass seine Einheit etwas mit dem Verschwinden seiner Partnerin Luna sowie ihrem Sohn zu tun hat. Deshalb wird Andy undercover eingeschleust, doch der Chief ist nicht so leichtgläubig und macht anderen gerne das Leben schwer.
Recht verwickelt, unterschiedliche Zeitebenen und die Perspektiven von Ben und Andy - man muss gut aufpassen, damit einem bei der Lektüre nichts entgeht, was noch eine Bedeutung haben könnte.
Typisch für Candice Fox ist auch der derbe Sprachgebrauch, dafür wird hier wieder Spannung auf einem hohen Niveau geboten.
Lehrreich und unterhaltsam
1177 v. Chr. - Eine Graphic Novel von Eric H. Cline
Ich habe schon von den Seevölkern und dem Untergang der Bronzezeit gehört, allerdings viel mehr als die Begriffe kannte ich nicht und eben dass es zum Untergang der Hochkulturen im Mittelmeerraum kam.
Die Vorlage für diese graphic novel ist ein Sachbuch und wer noch mehr wissen möchte, dem lege ich dieses Sachbuch ans Herz.
Ich mochte die ungewöhnliche Erzählart. Zum einen gibt es Pel, einen Jungen von den Seevölkern, genauer gesagt den Peleset (oder auch Philister) und dann gibt es die junge ägyptische Schreiberin Schescha. Aber für zusätzliche Erklärungsansätze und Informationen schalten sich immer wieder in Form von Gesprächen die Zeichnerin Glynnis Fawkes und der Autor Eric H. Cline ein. So gibt es zum Beispiel mal eine Übersichtskarte von den Anrainern des östlichen Mittelmeeres mit Bezeichnungen, etwas zu den Ausgrabungen und Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte, zurück bis ins 19. Jahrhundert etc.
Aber auch z.B. auf Seite 112 erzählt Cline etwas zum Handel im Mittelmeerraum und unten im Bild drei Männer aus der Gegenwart, die das kommentieren.
Die Zeichnungen gehen mal über eine ganze Seite, dann gibt es viele kleine Bilder und auch die Textmenge varriiert. Der Zeichenstil gefällt mir richtig gut.
Am Ende gibt es noch eine Übersicht über die wichtigsten historischen Personen sowie eine bebilderte Zeitleiste.
Ein wirklich tolles Buch - und "Fortsetzung folgt" lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
Guter Abschluss
Kerze & Krähe von Kevin Hearne
Und ein letztes Mal geht es in die Welt der Siegelmagier. Kevin Hearne hat einfach eine überbordende Fantasie und ein Händchen für tolle Geschichten.
Auch der abschließende Teil der Reihe hat mir wieder sehr gefallen. Nach "Tinte und Siegel" und "Papier und Blut" nun also "Kerze und Krähe".
Allein schon die Titel erwecken die Neugier. Auch das Cover ist wieder liebevoll und detailreich gestaltet und es passte gut zu der Geschichte.
Wird es Al nun endlich gelingen, den Doppelfluch, der auf ihm lastet, von sich zu nehmen? Bekannt ist dieser den Lesern der Reihe ja schon länger.
Es wird wieder spannend, witzig, rasant und äußerst fantasiereich. Und es passieren wieder jede Menge unvohergesehene Dinge. Die Verbindung mit der Götterwelt des Olymp ist auch etwas ganz eigenes hier.
Der Schreibstil von Kevin Hearne ist etwas ganz Besonderes, seine Geschichten auch. Ich hoffe, es wird bald etwas Neues von ihm geben.
Norwegischer Politthriller
Echokammer von Ingar Johnsrud
Ingar Johnsrud hat eine neue Reihe begonnen. Der Name des Autors war mir bereits vorher ein Begriff, aber ich hatte noch keines seiner Bücher gelesen, aber nach diesem spannenden Polit-Thriller habe ich vor, weitere seiner Bücher zu lesen und freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil der Reihe.
Zu Beginn des Buches werden ganz viele unterschiedliche Personen eingeführt, die Perspektive wechselt rasch und es dient der Einführung und Übersicht.
Trotz der ständigen Wechsel war ich nicht mit den Personen überfordert, da alle sehr unterschiedlich sind.
Liselott Benjamin lernt man schon früh kennen (auch wenn es kaum eine Hintergrundgeschichte gibt), bei Martin Tong dauert es etwas länger.
Im Vordergrund steht zunächst eine rechtsradikale Gruppierung und dann die Suche nach zwei Personen.
Der Thriller ist vielschichtig und sehr politisch, die Personen sind definitiv in keine Schublade zu stecken und es gibt hier keine eindeutige schwarz-weiß Gruppierung. Die Auflösung am Ende hat einige Überraschungen zu bieten, anderes war zu ahnen. Und es gibt direkt eine Art Vorschau auf den nächsten Fall.
Nordische Fantasy
Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood von Danielle L. Jensen
Die Protagonistin Freya lebt in einer Welt, die von der nordischen Mythologie inspiriert wurde und die Autorin Danielle L. Jensen hat diese Mythologie gut in ihrem Buch angewandt.
Freya hat verheimlicht, dass in ihrem Blut etwas Götterblut vorhanden ist und dass sie demnach eine Schildmaid ist. Sie lebt als Frau eines Fischers und eigentlich denkt sie, dass ihr Geheimnis sicher ist.
Als ihr Geheimnis doch herauskommt, weckt sie Begierde beim Jarl von Skaland. Aber Freya ist eine eigensinnige und starke Frau. Allerdings hat sie dabei nicht den Sohn des Fürsten auf dem Schirm - oder Schild - gehabt.
Die Geschichte von Freya und Bjorn hat mir gut gefallen, vor allem, weil immer wieder die nordische Sagenwelt mit hineinspielt.
Starke Frauen, ein raues Klima, ein toller Schreibstil und ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Geschichte.
Fantastisch
Storm Dragons - Gewitter am Ende der Welt von Julie Kagawa
Ich habe schon so einige Jugendbücher von Julie Kagawa gelesen und nun also ihr erstes Buch für Kinder. Schon das Cover ist eine mega Einstimmung auf das Thema Drachen - aber nicht nur das: es geht auch um Piraten. Zwei Themen, die Kinder - und auch Erwachsene - begeistern können. Die Welt, die die Autorin uns hier präsentiert ist zerfallen in viele Inseln, die durch den Weltraum schweben; die Kontinente existieren nicht mehr.
Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven. Während Remy mit dem Drachenbaby beschäftigt ist, das ihm zugeflogen ist, reisen wir mit der Prinzessin Gem durch diese Welt, die wir so besser kennen lernen. Die Perspektive wechselt immer am Ende des Kapitels, in der Regel an einer spannenden Stellen, so dass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen, weil man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.
Eine phantastische Welt, ein super Schreibstil und eine tolle Geschichte - jetzt heißt es auf die Fortsetzung warten.











