Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Streiflicht:
Sehr berührend
Was war. Was ist. Was zählt. von Lotti Latrous
Mal mit den Augen eines anderen Menschen die Welt sehen, Dinge erfahren, die er erlebt hat – das finde ich immer ganz besonders spannend und das alles und noch viel mehr bietet dieses Buch. Mir war Lotti Latrous bisher kein Begriff, aber das ist wirklich schade. Jeder sollte die Geschichte dieser unglaublich tollen und engagierten Schweizerin lesen.
Sie hat so viel zu geben – nicht nur den Menschen vor Ort in Afrika bei ihren Hilfsprojekten, sondern auch allen anderen. Sie zeigt, dass es manchmal ganz einfach ist, zu helfen, dass man gar nicht immer das ganz Große sehen oder tun muss – manchmal reichen auch kleine Gesten. Oft sind sie sogar wertvoller und hilfreicher als alles andere.
Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt, weil Lotti Latrous so menschlich und sympathisch wirkt. Sie hat dieses Buch selbst geschrieben und gerade dadurch wirkt es vermutlich so authentisch. Man liest nicht von großen Heldentaten oder wunderbaren Ereignissen, sondern auch davon, wie sehr sie manchmal zweifelt, wie schlimm das Helfen sein kann und wie schwierig. Gleichzeitig spürt man aber auch in diesen Zeilen schon, welch große Kraft sie hat und welch einen starken Willen. Sie möchte helfen und die Welt ein bisschen besser machen – auch wenn es für sie persönlich nicht immer einfach ist und sie an ihre Grenzen kommt. Gerade die Passagen, als es um ihre eigene Mutter geht, fand ich sehr berührend und zum Teil auch traurig, aber immer auch schön.
Eine Frau voller Güte, Wärme und Weisheit, die hier erzählt, was in ihrem Leben war, was ist und was für sie zählt. Schöner kann man Mitmenschlichkeit und Engagement nicht beschreiben.
Spannend mit Verwicklungen
Sennegrab von Jobst Schlennstedt
Bisher kannte ich Kriminalkommissar Jan Oldinghaus noch nicht, daher war ich umso neugieriger auf ihn und sein Ostwestfalen. Ich glaube, mir hätte das Buch noch besser gefallen, wenn ich die Vorgängerromane gekannt hätte und auch die Entwicklung von Jan hätte besser nachvollziehen können. So ging es aber auch recht gut und ich kam schnell ins Buch rein.
Ich konnte ihn nicht immer ganz verstehen, aber er tat mir oft auch leid, weil er nach seiner Auszeit so brutal wieder in den oft hässlichen Alltag geworfen wird. Er hat den Anschluss verpasst und kann manches nicht nachvollziehen, weil ihm Wissen fehlt. Erst nach und nach kommt er wieder an – bei sich, im Alltag und in seinem Beruf. Das alles hat der Autor gut beschrieben, sodass man mit Jan mitfühlt und stellenweise auch mitleidet.
Und dann gab es noch die ungeklärten Mordfälle, die das ganze Ermittlerteam belasteten. Das war ziemlich spannend erzählt und als Leser konnte man die Ermittlungen und oft kleinen Schritte miterleben, die irgendwann zum Durchbruch führen. Auf mich hat das Geschehen sehr authentisch und gut nachvollziehbar gewirkt. Das hat mir gefallen. An der einen oder anderen Stelle hat mir etwas Spannung gefehlt, aber der Showdown hatte es dann durchaus wieder in sich.
Insgesamt ein gut gelungenes Buch, das mich gut unterhalten hat und das ich gerne gelesen habe. Sollte es einen Nachfolger mit Jan und seinen Mitstreitern geben, wäre ich gerne wieder dabei, um zu erfahren, wie es weitergeht!
Schön, aber etwas dünn
Wellenritt zum Geistesblitz von Nils Bäumer
Nachdem ich schon so einiges von den Badewannenbüchern gehört hatte und ein Fan von Badewanne und Buch – und das am liebsten in Kombination – bin, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Den Titel fand ich sehr vielversprechend, die Beschreibung auch. Leider war der Inhalt dann doch etwas dünn und hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen.
Die Ideen und Ansätze waren gut, aber auch nicht gerade neu. Außerdem war ich in deutlich weniger als einer Viertelstunde fertig, sodass ich mir noch mehr Input gewünscht hätte.
Die Aufmachung des Buches ist schön, aber ich hätte mir einerseits mehr Seiten, andererseits auch mehr Inhalt gewünscht. So war es mir zu dünn – optisch und inhaltlich. Schade, denn nun frage ich mich, ob auch die anderen Wannenbücher so wenig bieten. Gerade die Krimis hätten mich interessiert... Für mich eine nette Geschenkidee für Badefans, mehr aber auch nicht.
Leider nicht mein Fall
Kohlenwäsche von Thomas Salzmann
Selten habe ich so um ein Buch gerungen wie bei diesem. Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und da ist für mich klar, dass ich es zu Ende lese, egal, wie ich es mag oder nicht. Aber das fiel mir hier irre schwer, weil ich einfach nicht mit der Hauptfigur klar kam. Ich habe das Buch zur Seite gelegt, wieder neu angefangen, dann erneut Pause gemacht und wieder weitergelesen – immer in der Hoffnung, dass ich endlich ankomme.
Leider war das bis zuletzt nicht so, daher kann ich auch nicht mehr als zwei Punkte vergeben.
Der Fall als solcher war nicht schlecht und auch recht spannend, aber das kam bei mir nie so an, weil ich mich immer wieder so aufregen musste über die Hauptfigur. Frederike Stier ist stur, eigensinnig, krank und uneinsichtig und einfach so unglaublich, dass ich so einfach gar nicht mochte. Ich komme normalerweise gut zu Recht mit sperrigen Figuren, aber hier konnte ich einfach nichts für mich entdecken. Daher blieb mir auch der Rest des Buches fremd, egal was noch passierte. Stellenweise war es dann auch für mich spannend, insgesamt muss ich leider sagen: Dieses Buch ist nicht mein Fall.
Figuren zum Leben erwecken
Kohlenwäsche von Thomas Salzmann
Das Thema Storytelling und das Schreiben von Texten gehören schon lange zu meinem Leben, auch beruflich. Daher war ich sehr neugierig auf dieses Buch, das im Untertitel beschreibt „Wie Figuren lebendig werden“. Der Autor schreibt nicht nur Fachbücher, sondern auch Romane – er ist also Fachmann in diesem Bereich.
Im vorliegenden Buch beschreibt er, wie man vielschichtige Charaktere gestalten kann, wie man Figuren erschafft, die Gefühle und Emotionen auslösen und Spannung erzeugt. Gleichzeitig geht es aber auch immer um die Geschichte, um die Dramaturgie, die den wichtigsten Schwerpunkt bildet. So werden Erzählungen lebendig und interessant, machen Lust am Lesen und Schauen, am Miterleben der Handlung.
Gut gefallen hat mir die Gliederung des Buches. Erst geht es darum, wie Charaktere überhaupt sein können. Welche Eigenschaften sie haben, was sie besonders macht und wie man diese Charaktere bestimmen kann. Im zweiten Teil geht es dann um die Facetten der Charaktere. Hier vertieft man das Wissen und die Details nochmal und wird konkret. Die vielen anschaulichen Beispiele helfen, das theoretische Wissen zu verdeutlichen.
Ein sehr interessantes Buch, das nochmal klar und deutlich veranschaulicht, wie man gute Geschichten schreiben kann. Klar sollte man auch ein bisschen begabt dazu sein, aber das richtige Handwerkszeug bietet dieses Buch auf jeden Fall! Gerade auch die Neuerungen in der zweiten Auflage haben mir sehr gut gefallen.
So muss ein Histo sein!
Der Fluch von Cöln von Henning Isenberg
Dieses Buch ist rundum gelungen und hat alles, was das Herz eines Leser, der sich den historischen Romanen verschrieben hat, braucht. Es ist spannend, unterhaltsam, historisch gut recherchiert und bietet neben dem Einblick in das damaligen Leben auch ein bisschen Liebe und ganz viel Gefühl.
Gut gefallen hat mir, dass das Buch sehr authentisch und realistisch wirkte.
Es war für mich fast wie eine Zeitreise, ich konnte richtig abtauchen in die Vergangenheit. Gleichzeitig hat auch die Schreibweise des Autoren perfekt zum Geschehen gepasst. Die Figuren reden so wie damals und auch die Geschehnisse wirken plastisch und gut nachvollziehbar.
Auch das Ende hat mir gut gefallen und mich zufrieden zurückgelassen. Was will man mehr als das und gute Unterhaltung? Eine Fortsetzung!
So macht Action Spaß!
Runter vom Sofa! von Manuela Macedonia
1000 mal schon haben wir uns etwas vorgenommen und schaffen es dann doch wieder nicht. Wir wollen so viel, scheitern daran immer wieder und sind dann auch noch frustriert. Warum nur? Weil man es oft verkehrt angeht und zuviel will. Wie es besser geht, zeigt die Neurowissenschaftlerin und Autorin Dr. Manueal Macedonia in diesem Buch.
Mit einfachen Tricks und Tipps, die auch noch Spaß machen, wird es plötzlich ganz leicht.
Dieses Buch ist nicht nur ein starker Helfer, den man selbst mitgestalten kann, sondern auch noch ein humorvolles, schönes Buch, das einen gut unterhält. In 365 Tagen bleibt man hiermit garantiert auf Trab! Dabei sind die Themen Sport, gesunde Ernährung, Glück und viele andere Thema. Immer gut fundiert und dargestellt, nie mit erhobenem Zeigefinger. Und mit vielen witzigen und schönen Illustrationen. So macht der Kampf gegen den inneren Schweinehund Spaß!
Furioser Schlusspunkt
Der Schmerz bleibt von H.C. Scherf
Dieses Buch setzt einen furiosen Schlusspunkt unter die Romane mit den beiden Ermittlern Peter Liebig und Rita Momsen. Ich war erschüttert, als ich das Ende las, aber irgendwie hatte ich es auch schon geahnt...
Autor H.C. Scherf zeigt sich hier wieder von seiner besten Seite und lässt ein ganzes Arsenal an Grausamkeiten auf seine Leser los.
Die liebgewonnen Figuren müssen einiges erleiden und erdulden und so auch der Leser – auch wenn dieser das mit einem Schauern genießt.
Gut gefallen hat mir, dass der Täter seinen Herausforderern von der guten Seite sehr ebenbürtig ist. Er ist ihnen oft sogar einen Schritt voraus, weil er sich gottgleich empfindet und kaum an sich zweifelt – nur in schwachen Momenten, aber die können die Ermittler nicht nutzen. Das Duell der Giganten am Ende hat mich in seinen Bann gezogen, es war zugleich grausam und genial. Aber mehr kann ich hier leider nicht verraten.
Wer die Reihe mochte, wird dieses Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge lesen – erfreut, erneut ein so spannendes und packendes Buch lesen zu dürfen, traurig, weil es nun ein Ende hat mit dem Ermittlerpaar.
Aber der Autor sitzt nach seinen eigenen Worten bereits an seinem nächsten Roman, der sich wieder mit einem Serienmörder beschäftigen wird – wenn auch mit anderen Figuren auf der Seite der Guten. Man darf gespannt sein! Wenn das neue Werk so wird wie dieses Buch, wird sich sicherlich keiner beschweren können...
Spannung und Exotik
Der Schmerz bleibt von H.C. Scherf
Da ich bereits den ersten La Reunion-Krimi von Sabine Strick so mochte, war ich natürlich umso neugieriger, wie dieses Buch ist. Das Buch ist ganz anders, aber genauso gut zu lesen! Ich hatte eine gute Lesezeit und bin nun wirklich gespannt, wie es in weiter in Teil 2 und 3 geht – auch wegen des fiesen Cliffhangers am Ende des Buchs.
Gut gefallen hat mir die Vermischung der Genres, die zu einem Lesegenuss führt. Hardcorekrimifans werden vielleicht nicht glücklich mit diesem Buch, alle anderen schon, denke ich. „Mörderisches Paradies“ bietet Spannung und gute Unterhaltung, neben Crime auch Sex und Liebe und dazu einen üppigen Schuss Exotik. Gerade das hat mir besonders gut gefallen. Der Großteil der Geschichten spielt in Indien und man erfährt neben dem eigentlichen Geschehen noch jede Menge Wissenswertes über das große und für uns oft so ferne Land. Dabei sind nicht nur die Stellung der Frau oder der Unberührbaren Thema, sondern genauso Drogen, Gewalt, Politik oder Geschäfte und das alles vor dem Hintergrund der indischen Kultur mit allen ihren Ausprägungen. Auch die verschiedenen Religionen und Weltanschauungen werden immer wieder in allen ihren Facetten dargestellt. Man merkt, dass die Autorin selbst viele der genannten Orte besucht hat. Das Erzählte, vor allem auch, wenn es um Örtlichkeiten oder Kulturen geht, wirkt authentisch und gut nachvollziehbar.
Gut gefallen hat mir auch die Unterteilung in einzelne Episoden, die sich herrlich als Leseabschnitte eignen. Die Episoden spielen in der Vergangenheit und werden umrahmt vom aktuellen Geschehen, das die Hauptfigur im Krankenhaus zeigt. Man fragt sich immer wieder, was passiert ist und wie es dazu kam, dass Dominique so schwer verletzt wurde...
Apropos Hauptfigur: Mit Dominique Demesey hat die Autorin einen wahren Helden geschaffen, der manchmal ein bisschen an James Bond erinnert. Da ich diesen Helden auch sehr mag, war das für mich natürlich perfekt. Auch wenn der gute Dominique natürlich auch seine Ecken und Kanten hat, ich mochte ihn sofort. Und seine Tochter, die quasi auch von Anfang an dabei ist, mochte ich genauso. Man erlebt mit, wie sie älter und erwachsen wird. Das mag ich sehr und bin nun gespannt, was weiter aus ihr geworden ist.
Hochspannung und viel Tempo
Very Important Cargo von Ilya Rosmarin
Schon nach dem ersten Lesen der Kurzbeschreibung dieses Buches war mir klar, dass ich es unbedingt lesen möchte. So ging ich dann auch voller Erwartungen und Vorfreude an die Lektüre und wurde nicht enttäuscht. Einfach Wahnsinn, wieviel Hochspannung und Tempo, wieviel Action, Historie und Menschliches der Autor hier verpackt hat.
Besonders gut gefallen haben mir auch die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen damals und heute. Gerade auch weil die damaligen Ereignisse so wichtig sind im Bezug auf die aktuellen Geschehnisse. Und das erfährt man als Leser erst nach und nach, was es unglaublich spannend macht – auch weil der Autor sich immer wieder kleiner fieser Cliffhanger am Ende der jeweiligen Abschnitte bedient.
Gut gefallen hat mir nicht nur die Historie, sondern auch der Gegensatz zwischen Afrika und Deutschland, zwischen DDR und heute. Ich hatte den Eindruck, dass der Autor gut recherchiert hat und alles sehr authentisch wirkte. Das mag ich sehr. Hier wurde ich gut unterhalten und konnte gleichzeitig noch viel lernen.
Das bombastische Ende hat mich wirklich nochmal so richtig mitgerissen und ich freute mich sehr, als ich hörte, dass es einen weiteren Roman mit einigen der Figuren geben wird.









