Kunden em pfehlungen
Rezensionen von skiaddict7:
Höchste Zeit für eine Kehrtwende
Das Eis schmilzt von Arved Fuchs
„Es stimmt: Klimaschutz ist eine wahre Herkulesaufgabe. Ohne das Einschwenken der Wirtschaft wird es nicht gelingen, das Ruder herumzureißen.“
Nach seiner Ausbildung bei der Handelsmarine hat Arved Fuchs zahlreise Expeditionen unternommen, davon viele ins „ewige Eis“. Dabei konnte er förmlich zusehen, wie das Eis Jahr für Jahr und Jahrzehnt für Jahrzehnt weniger wurde.
In diesem Buch teilt er seine Erlebnisse, seine Ansichten zur Klimakatastrophe – und wieso er nicht schwarzsieht, sondern noch an eine Lösung glaubt.
Das Buch ist sehr interessant zu lesen. Ich fand es spannend, über Arved Fuchs´ Erlebnisse im ewigen Eis und auf sonstigen Expeditionen zu lesen. Die vielen Bilder sind anschaulich und lockern die Lektüre auf. Er erklärt Lösungen zu einzelnen Themen, z.B. Energieversorgung, lässt dabei aber andere wie das Thema Ernährung, größtenteils links liegen. Ich hätte mir Diskussionen zu allen „Problembereichen“ des Klimawandels gewünscht, jedoch pickt er nur einzelne heraus. Am Schluss ist man zwar der Meinung, dass es eine Lösung gibt, aber dass man als Einzelner nicht viel beitragen kann. Zumindest ging es mir so. Insgesamt aber ein sehr interessantes Buch, das ich gerne weiterempfehle.
Eine Reise um die Welt und zu sich selbst
Die Wellenreiterin von Clark Liz
"Ich weiß nicht mal mehr, wann ich zuletzt so geduldig mitangesehen habe, dass der Tag in die Nacht übergegangen ist. Wie konnte das passieren - dass wir vor lauter Geschäftigkeit die täglichen Wunder auf dieser Erde kaum mehr bemerken?"
Nach dem Bachelor-Abschluss in Umweltwissenschaften in Kalifornien beschließt die 22-jährige Liz, einen langjährigen Traum wahrzumachen und alleine um die Welt zu segeln und so viel wie möglich zu surfen.
Sie findet einen Sponsor, bereitet ihr neues Segelboot auf die Reise vor und lernt, für alle Eventualitäten ausgerüstet zu sein. Nach mehreren Jahren Vorbereitung, während denen sie als Kellnerin arbeitet, geht es los: von Kalifornien bis in die Südsee. Unterwegs lernt sie, was ihr im Leben wirklich wichtig ist. Sie lernt, auf sich allein gestellt zu sein, mitten in der Natur und mit der Natur zu leben. Sie lernt das Leben der Einheimischen in verschiedenen Küstengebieten in Südamerika und auf Südseeinseln kennen und sieht, wie sehr der Klimawandel hier schon in das Leben eingegriffen hat.
Liz Clarks Biografie ist ein gut und packend geschrieben. Das Taschenbuch ist von guter Qualität, die Fotos und Illustrationen tragen zum Leseerlebnis bei. Die Geschichte dieser jungen, starken Frau fasziniert mich. Ich verstehe ihre Überlegungen, die sie sich auf dem Weg macht, und kann ihre Liebe zum Leben in der Natur sehr gut nachvollziehen. Obwohl ich kaum Segelerfahrung habe, fand ich das Buch wirklich toll zu lesen. Auch die Überlegungen zum Umweltschutz und Klimawandel fand ich sehr relevant und interessant. Sehr empfehlenswert!
Für Asterix Liebhaber
Asterix - Der Goldene Hinkelstein von René Goscinny; Albert Uderzo
'Der goldene Hinkelstein' wurde erstmals 1967 in Frankreich als Schallplatte mit Begleitheft verkauft. Nun wurde die Geschichte erstmals auf Deutsch aufgelegt. Das Buch stellt ein Muss für Asterix Liebhaber dar, denn es enthält die Zeichnungen von Albert Uderzos. Doch es handelt sich hier nicht um einen Comic, sondern um ein Bilderbuch: eine Geschichte, die mit sehr detaillierten Bildern ergänzt wird.
Ich finde die Bilder klassisch und umfangreich und wurde sofort in die Asterix-Welt zurückversetzt. Die Geschichte enthält bekannte Charaktere und Ausdrücke, die man aus den Comics kennt. Dennoch ist der Text teils etwas holprig geschrieben und mir hätte ein klassischer Comic etwas besser gefallen. Wer ein klassisches Asterix Comic erwartet wird hier vielleicht enttäuscht - das Buch macht sich trotzdem gut in der Sammlung.
Spannende Familiengeschichte
Die zitternde Welt von Tanja Paar
Nachdem Wilhelm heimlich nach Anatolien gereist ist, um als Ingenieur für die Bagdadbahn zu arbeiten, reist Maria ihm kurzerhand nach. Es ist 1896, sie ist hochschwanger – viele Optionen hat sie in Wien als unverheiratete Frau damals nicht. In Anatolien leben die beiden glücklich in wilder Ehe. Ein großes Haus, genug Geld, Bedienstete – mehr, als in Wien je möglich gewesen wäre.
Ihre drei Kinder wachsen als Bürger des Osmanischen Reich auf, sprechen Türkisch und Deutsch und lernen Französisch. Doch mit dem ersten Weltkrieg ändert sich plötzlich alles: die Familie muss zurück nach Österreich. Doch das ist gar nicht so einfach, da die zwei Buben als Bürger des osmanischen Reichs wehrpflichtig sind… Und so beginnt eine abenteuerliche Flucht und eine Suche nach einer Heimat, die die drei Kinder nie als solche kannten.
Ich habe dieses Buch wahnsinnig gern gelesen. Vor allem die erste Hälfte des Buches hat es mir angetan. Der Schreibstil von Tanja Paar gefällt mir. Sie schreibt mitreißend und mit österreichischem Flair. Immer wieder gibt es Zeitsprünge, so dass man manchmal für die Geschichte wichtige Ereignisse erst etwas später mitkriegt. Wenn man über das Buch liest, liest man immer wieder über Maria als „die starke Frau“. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, was hiermit gemeint ist. Maria ist für mich nicht stärker als viele andere Frauen ihrer Generation. Das einzig starke war wohl, allein und schwanger nach Anatolien zu reisen, als ihr nichts anderes übrigblieb. Es handelt sich also keineswegs um ein feministisches Buch. Insgesamt gefiel mir der zweite Teil der Geschichte nicht ganz so gut. Nur so viel: ein happy end gibt es in diesem Buch nicht. Dennoch sehr lesenswert und eine sehr begabte Autorin!
Bunte orientalische Küche
Die zitternde Welt von Tanja Paar
Die Schauspielerin Sila Sahin teilt mit uns die Küche ihrer Kindheit... und ihre Erinnerungen. Sie ist türkischer Abstammung, und ihre Eltern legten während ihrer Kindheit stets Wert auf frisches, selbst gekochtes Essen. Mittlerweile ist sie verheiratet mit zwei Kindern und versucht, die Liebe zum türkischen Essen auch ihren Kindern mitzugeben.
Ihr Mann ist Vegetarier, weshalb sie beim Kochen häufig auf Fleisch verzichtet. Gemäss ihren Anekdoten steht in der Familie hauptsächlich Sila am Herd, Die vorgestellten Rezepte reichen von Snacks über Hausmannskost, Suppen, Salat und Dessert bis hin zum türkischen Frühstück. Sie sind schön und verständlich gestaltet und von bunten, ansprechenden Fotos begleitet. Für das Kochen ist ein türkischer Supermarkt in der Nähe von Vorteil. Ich fand manche Rezepte trotdem nicht ganz einfach umzusetzen. Der Geschmack ist jedoch wunderbar und das Buch ist definitiv für Vegetarier geeignet. Ein sehr ansprechendes Buch mit vielen interessanten Rezepten.
Das Schweigen der Nachkriegszeit
Ada Roman. 12.10.2020. Hardback. von Berkel Christian
„Niemand sprach. Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte, war nichts geschehen. Aber ihre dumpfe Angst, es könnte sich wiederholen, erinnerte sie daran, dass da noch etwas war. Diese Angst wurde zu unserer Mitgift. Auf der Suche nach einem Ventil schleppten wir sie mit uns herum.“
Ada wird 1945 geboren.
Kurz nach dem Krieg flüchtet ihre Mutter mit ihr nach Argentinien, wo sie in Buenos Aires aufwächst. Die Mutter schlägt sich mit verschiedenen Jobs durch. Sie sprechen Spanisch. Ada kennt nichts anderes. Bis sie mit 9 Jahren nach Deutschland zurückkehren. In das ihr fremde Land, zu diesen schweigenden, verschlossenen Menschen, die eine fremde Sprache sprechen. Nur schleppend findet sie in Berlin Anschluss. Langsam lernt sie Deutsch. Schließlich taucht auch ihr vermeintlicher Vater auf, mit dem sie von nun an zusammenwohnen. Bald bekommt sie einen kleinen Bruder…
Das Buch beschreibt Adas Suche nach sich selbst in einer Welt, in der das Schweigen dominiert. Vieles wird Ada verschwiegen. Informationen, die sie für ihr Selbstbild brauchen würde. Und so entwickelt sie sich zum rebellierenden Teenager. Sie wächst im Nachkriegsberlin auf, erlebt die Mauer, den kalten Krieg, zieht vorübergehend nach New York City. Viele Umwege, über die sie hofft, ihre Familie wiederzufinden.
Der Schreibstil ist beschreibend, teils sehr poetisch und flüssig. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, einer Frau zuzuhören. Immer wieder gibt es Zeitsprünge, die für mich jedoch Sinn machten und mich nicht weiter störten. Ich habe das Lesen sehr genossen und bin gern in Adas Geschichte eingetaucht. Ein sehr gut geschriebenes, interessantes Buch.
Jeder kann etwas zum Umweltschutz beitragen
Groß genug, die Welt zu retten von Loll Kirby
Dieses gebundene Buch ist sehr schön gestaltet und qualitativ hochwertig. Die vielen Bilder laden zum mitdenken ein. Das Buch stellt pro Doppelseite jeweils ein Kind vor, welches einen Beitrag zum Umweltschutz leistet. Die Kinder stammen aus der ganzen Welt, unter anderem aus Deutschland, USA, Australien, Indien oder Kenia.
Die Geschichten zeigen einfache aber wirksame Methoden auf, einen Teil zum Umweltschutz beizutragen. Obwohl der individuelle Beitrag nie so groß sein kann wie der von großen Firmen, finde ich den Ansatz trotzdem sehr wichtig. Das Buch ist gemäß Verlag ab 4 Jahren geeignet, zum wirklichen Verstehen müssen die Kinder vielleicht etwas älter sein. Ein wirklich schönes Buch, um Kindern das Thema schon früh nahezubringen!
Die letzte Überfahrt
Der letzte Satz von Robert Seethaler
"Darum geht es doch. Es geht um alles. Dafür gibt es keine Worte. Es gibt keine Worte für das Leben, keine für den Tod und keine für die Musik."
Gustav Mahler reist ein letztes Mal auf dem Schiff von New York City nach Europa. Er ist krank und spürt, dass er nicht mehr lange zu leben hat.
Ein junger Schiffsjunge kümmert sich an Bord um sein Wohl, während er, geplagt vom nahen Tod, sein Leben noch einmal reflektiert. Hierzu gehört vor allem seine Ehe und der frühe Tod seiner Tochter Maria.
"Es fühlt sich an, als hätte ich gerade erst angefangen, dabei ist es schon wieder zu Ende. So ist es also mit dem Sterben, dachte er. Stillhalten und warten."
Dies war mein erstes Buch von Robert Seethaler. Ruhig und unaufgeregt beschreibt er in diesem schmalen Buch die letzten Tage des Komponisten und springt dabei zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Ein Wechsel zwischen klarer Sprache und poetischen Gedanken. Insgesamt ein ruhiges, kurzes und schönes Buch, das für meinen Geschmack gerne etwas länger hätte sein dürfen.
Zwischen zwei Kulturen
Die Sommer von Ronya Othmann
"Du darfst diese Geschichte nicht vergessen, sagte der Vater, das ist deine Geschichte, Leyla.
Diese Geschichte, in der sie kein Land hatten, keinen Platz, und wegen der sie in Deutschland waren. Nicht im Land mit den singenden Hirten, den Frauen mit den Tätowierungen im Gesicht, den Bergdörfern, den weiten Landschaften aus dem kurdischen Fernsehen.
"
Leyla wächst als Tochter einer Deutschen und eines ezidischen Kurden in der Nähe von München auf. Die Sommer verbringt sie jeweils bei den Großeltern im Norden Syriens. Das kleine Dorf, die Lehmhäuser, die trockene Hitze, der Staub, das Obst, die Oliven, das selbst gebackene Brot. Tee trinken mit den Großeltern, Onkel, Tanten, Cousinen, Nachbarn... All das verbindet Leyla mit Kurdistan. Aber Kurdistan darf sie nicht sagen. "Wir gehen zu den Großeltern" soll sie sagen, wenn jemand fragt. Die Wochen vergehen immer langsam und doch zu schnell. Doch es kommt zunehmend zu Unruhen im Land und schließlich 2011 zum Bürgerkrieg. Leyla fliegt nicht mehr nach Syrien. Stattdessen verfolgt die Familie fast Tag und Nacht im Fernsehen, was im Land passiert und versucht verzweifelt, die Familie nach Deutschland zu bringen.
Ich mochte den erzählenden Schreibstil, was Leyla erlebt hat, wie sie mit diesen Kulturen groß wird und langsam mehr versteht. Ich fand es eindrücklich, wie Leyla sich zwischen diesen Welten hin-und hergerissen fühlt, wie sie nirgendwo richtig dazugehört, und wie schmerzlich es ist, dass keiner das Land kennt, in dem sie ihre Wurzeln hat. Mich hat das Buch unglaublich berührt. Ein großartiges, tiefgründiges, emotionales Debüt und eines der besten Bücher von 2020. Ich hoffe auf ein baldiges zweites Buch der Autorin!
Vegan für Anfänger
Vegan! Das Goldene von GU von Adriane Andreas
Das Buch "Vegan! Das Goldene von GU" ist ein neues Buch aus der Goldenen Reihe. Es geht um vegane Ernährung, also die Ernährung frei von allen tierischen Produkten. Am Anfang wird diese Lebensweise erst mal erklärt. Die Erklärungen sind einfach und klären die klassischen Fragen zur veganen Ernährung, die man immer wieder hört.
Danach gibt es verschiedene Rezepte, von "Basics" wie Nussmus und Pflanzenmilch über Frühstücksideen, Snacks, Suppen und Eintöpfe, Hauptgerichte, veganisierte Klassiker und schließlich Desserts.
Der goldene Einband macht optisch was her und lädt ein, das Buch zu entdecken. Schnell wird klar, dass die Zielgruppe vor allem Menschen sind, die sich erst seit kurzem mit dem Lebensstil beschäftigen oder vielleicht nur ab und zu vegan kochen möchten. Die Rezepte sind vielseitig und die Zutaten verhältnismäßig einfach zu erhalten. Ich habe mich bisher vor allem durch den Frühstücksteil und die Eintöpfe gearbeitet, die Ergebnisse schmeckten gut und konnten sich sehen lassen. Fazit: ein gutes "Basics" Buch für "frische" oder zukünftige Veganer und Flexitarier!










