Kunden em pfehlungen
Rezensionen von skiaddict7:
Ein gefährliches Spiel
Heimat von Hannah Lühmann
Jana und Noah ziehen mit Kindern Ella und Louis aufs Land. Jana ist beruflich erfolgreich, wieder schwanger und kündigt scheinbar sehr unüberlegt und unabgesprochen mit Noah ihren Job. Auf dem Land lernt sie Karolin kennen: Influencerin, Tradwife, religiös, viele Kinder. Irgendwie fasziniert sie Karolins scheinbar perfektes Leben und so rutscht sie ganz leise immer weiter in dieses Leben.
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Ich finde die Geschichte eigentlich spannend und habe das Buch schnell gelesen. Allerdings bin ich nicht sicher, wie die Autorin ihre Erzählung meint. Für mich als Links-Mitte Feministin zeigt es, wie schnell und einfach es ist, in rechte Kreise zu rutschen: im Buch scheint Jana das lange gar nicht zu merken, wie rechts Karolin und ihre Freundinnen sind. Allerdings: es wird nie offen angesprochen. Vielleicht will die Autorin damit inspirieren? Zeigen, wie schön es sein könnte, als Tradwife? Vieles im Buch wird nur angedeutet und bleibt unausgesprochen. Eine Geschichte mit Potential, aber auch Gefahr. Ich bin hin- und hergerissen.
Durch und durch gelungen
Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht
Wiedermal hat Doris Knecht mit ihrem Roman direkt abgeholt. Vor kurzen hab ich, ich glaube von Mareice Kaiser, über die "Fuck you Jahre" bei Frauen ab einem gewissen Alter erreicht. Wo man genug erlebt hat, dass einem vieles auch egal ist. Die Protagonistin ist in diesem Alter. Sie lebt allein und kann das auch, dazu braucht sie niemanden, erst recht nicht einen Mann.
Und doch trifft sie nach vielen Jahren auf Jugendliebe/-begegnung Friedrich, und sie erlaubt sich, ein wenig zu träumen...
Im typischen Knecht-Stil schreibt Doris Knecht wunderbar klug, scharfsinnig, nahbar und einfach österreichisch. Ich habe jeden Satz, jede Seite genossen, genauso wie bei "Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe". Ich weiss nicht, wie viel im Buch erfunden ist, es scheint auf jeden Fall sehr auf das Leben der Autorin basiert zu sein. Ein ganz besonderes Werk, das mich sehr anspricht und ich gerne empfehle.
Gut gemeint, teils fragwürdig umgesetzt
QUID+ Aber warum? von
„QUID+ Aber warum?“ von Barbara Franco wird von 3 - 6 Jahren empfohlen. Es enthält 27 Vorlesegeschichten und einen Teil für Eltern. Ich finde die Idee dahinter gut. Das Format ist angenehm, das gebundene Buch auch gut geeignet zum wiederholten Vorlesen. Die Illustrationen sind toll. Auch die Themen sind überwiegend gut gewählt (u.
a. Hautfarbe, Sprache, Krieg, Armut, Tod, Angst…). Jedoch finde ich die Umsetzung teils fragwürdig. Zum Beispiel werden bei „Warum sehen Jungen und Mädchen unterschiedlich aus?“ die Geschlechtsteile als „Wurm“ und „Schmetterling“ bezeichnet. Ganz am Schluss fällt ein mal das Wort Penis, Vulva wird gar nicht erwähnt. Ich finde das wirklich schwach und absolut nicht zeitgemäss! Auch das Kapitel Streit ist fragwürdig. Hier müsste man nochmal nachjustieren! So kann man die Geschichten zwar als Grundlage nehmen, muss jedoch manches selbst anpassen. Den Elternteil finde ich insgesamt hilfreich und gelungen.
Informativ und inklusiv
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 79 - Kämmen, schneiden, Haare waschen von Andrea Erne
Das Wieso? Weshalb? Warum? Junior Buch, Band 79 - "Kämmen, schneiden, Haare waschen" wird ab 2 Jahren empfohlen. Es ist - wie von der Reihe gewohnt - wieder sehr gelungen. Das gebundene Ringbuch ist einfach umzublättern und die Seiten sind angenehm dick.
Das Buch ist sehr inklusiv gestaltet: es gibt verschiedene Körpern, Religionen, Hautfarben, etc, so wie es sich für 2025 längst gehört.
Schön werden hier die Vorgänge im Friseursalon, Frisuren und Schnitte kindgerecht und klug erklärt. Es gibt einige Klappen, um noch zusätzliche Details zu entdecken. So kann man dem Kind hoffentlich auch etwaige Angst vor dem Vorgang nehmen. Mein Kind (2,5 Jahre) liebt das Buch und blättert es gerne durch, auch die Klappen werden hier liebend gerne geöffnet und alles entdeckt. Mein Fazit: Ein tolles Buch zur Vorbereitung auf den Friseurbesuch, das sich auch gut als Geschenk eignet.
Ein durch und durch gelungenes Geschenkbuch für Eltern
Goldrichtig von Nora Imlau
Nora Imlau ist es wieder einmal gelungen, mich total abzuholen. „Goldrichtig“ ist ein Bilder-/ Geschenkbuch für Eltern. Es hat 48 Seiten. Je eine Doppelseite enthält einen kurzen Text mit liebevollen Illustrationen. Die Texte eignen sich auch für zwischendurch, wenn man nur kurz Zeit hat.
Nora schafft es wieder einmal, wunderbar verständnisvoll und wertschätzend die Probleme von heutigen Eltern einzuordnen und in Kontext zu setzen.
Wieder einmal haben ihre Worte auf mich eine beruhigende Wirkung, dass schon alles richtig ist und es so kommt, wie es eben kommt. Ich höre regelmässig Noras Podcast und so hatte ich beim Lesen auch ihre Stimme im Ohr. Was für ein schönes Erlebnis. Das Buch ist ein tolles Geschenk für Eltern, ob ganz frisch oder im Kleinkind- oder Schulalter. Ich werde es auf jeden Fall zur Geburt verschenken.
Ergreifende, aber langatmige Erzählung
Dein Schweigen, Vater von Susanne Benda
«Spielt da der Sohn eines Täters, die Enkelin eines Opfers? Lässt sich die Rolle nur einer Nation zuordnen? Kann man überhaupt nur auf einer der beiden Seiten stehen, oder trägt man nicht doch immer beides in sich? Ist Vergessen das Beste, und heilt die Zeit wirklich alle Wunden?»
Paul ist zwölf, als er im Mai 1945 aus seinem unbeschwerten, glücklichen Leben aus Brünn gerissen wird.
Er muss mit seiner Familie bis zur österreichischen Grenze marschieren, im sogenannten Brünner Todesmarsch. 27000 deutschstämmige Bewohner von Brünn wurden damals aus der Stadt vertrieben. Viele kamen dabei ums Leben, auch ein Teil seiner Familie. Manche seiner Freunde musste Paul in Brünn zurücklassen, andere verlor er im Marsch aus den Augen. Jahre später hat er Familie: seine Frau Christa und die beiden Kinder, Maria und Uli. Er spricht nie über die Vertreibung aus Brünn, obwohl er sie nie vergessen wird. Auch später kehrt er nie nach Tschechien zurück. Seine beiden Kinder leiden darunter, dass Paul nie viel spricht – die Familiengeschichte bleibt geheim. Erst nach seinem Tod beginnen sie, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, und reisen schliesslich nach Brünn, um Vaters Wurzeln kennenzulernen…
Das Debüt von Susanne Benda beginnt stark und behandelt ein sehr interessantes, trauriges Thema. Der Teil des Buches, der von der Vertreibung aus Tschechien erzählt, ist unglaublich ergreifend und eindrücklich geschrieben. Dann wird es häufig etwas langatmig: das Aufwachsen von Maria und Uli, ihre spätere Suche, das alles war oft mühsam zu lesen und es geschah wenig. Ich habe im Nachhinein viel zum Thema Brünner Todesmarsch gelesen und dadurch viel gelernt. Das Buch bekommt von mir drei Sterne.
Typischer Capus
Susanna von Alex Capus
"Alle ihre Erinnerungen an die erste Hälfte ihres Lebens waren verblasst und bedeutungslos geworden, weil niemand mehr da war, diese Erinnerungen mit ihr zu teilen. Was aber ist der Mensch ohne seine Erinnerungen?"
Susanna Faesch wächst in Basel auf. Sie ist nur acht Jahre alt als die Mutter beschließt, die Familie zu verlassen und mit Susanna in Brooklyn einen Neuanfang zu wagen.
Susanna ist eine starke und unabhängige Schülerin und Frau, die immer ihren eigenen Kopf hat. Ihre eigene Ehe scheitert, als Susanna durch einen Seitensprung schwanger wird. Sohn Christie zieht sie allein mit Hilfe der Mutter auf. Bereits als Schülerin beginnt sie mit dem Portraitmalen, ihr Talent wird früh erkannt und sie macht sich das Malen zum Beruf. Nach dem Tod der Mutter zieht sie mit Christie ins Dakota Territorium zum Stamm der Lakota, wo sie unter anderem mit Häuptling Sitting Bull zusammenarbeitet.
Das Buch beruht auf wahren Begebenheiten. Ich habe gern über Susanna Faesch, später Caroline Weldon, gelesen. Capus Schreiben ist jedoch sehr distanziert. Manche Begebenheiten werden sehr detailliert und teils abschweifend beschrieben, andere nur kurz abgetan. Die Zeit bei dem Lakota Stamm wurde nur am Schluss des Buches kurz erwähnt, was mich persönlich etwas enttäuscht hat. Leider war das Buch sehr anders als erwartet.
Anders als erwartet...
Auf See von Theresia Enzensberger
"Mein Vater sagte immer, die Algenfarm könne uns als Erinnerung dienen; jedes Projekt könne scheitern, das sei noch lange kein Grund zum Aufhören, im Gegenteil, ein Scheitern sei immer auch ein Neuanfang. Seit ich denken konnte, sprach mein Vater so, in großen Deklarationen, die er wie Mantras wiederholte.
"
Die siebzehnjährige Yada wächst auf der Seestadt auf: eine künstlich geschaffene Stadt in der Ostsee, wo nur ausgewählte vor dem Zerfall der Gesellschaft am Festland flüchten dürfen. Angestellte sorgen für ein angenehmes Leben auf der Seestadt. Yadas Vater ist der Gründer der Stadt. Die Kapitel werden abwechselnd von Yada in der ersten Person und von Helena in der dritten Person erzählt. Helena lebt ein komplett anderes Leben auf dem Festland, gilt in manchen Kreisen als Orakel und lebt von ihrer Kunst. Zudem hat sie ohne viel zu überlegen eine Art Sekte gegründet. Auf den ersten Blick haben die beiden Erzählstränge wenig miteinander zu tun. Schließlich gibt es dazwischen noch "Archiv" Kapitel, in denen alternative Gesellschaftsformen vorgestellt werden.
Ich fand die Idee dieser Seestadt zur Flucht vor dem Untergang der kapitalistischen Gesellschaft erstmal spannend und wollte dieses Buch unbedingt lesen. Vor allem wollte ich mehr über Yada erfahren. Allerdings nimmt das Buch nur langsam Fahrt auf. Nach langer Zeit verschmilzen die Erzählstränge und beginnen, Sinn zu ergeben. Der Aspekt mit Yada, die nie in der Gesellschaft gelebt hat, und welche sich nun zurechtfinden muss, war interessant. Trotzdem war der ganze Roman eher trocken und nüchtern gestaltet, nach Auflösung der Erzählstränge passierte irgendwie nicht mehr viel. Ich hätte mir gewünscht, dass Yada mehr Aktionismus zeigt und zum Beispiel die Angestellten des Mitarbeiterschiffs befreit oder für diese einsteht. Insgesamt weiss ich nicht recht, was ich aus der Lektüre nun mitnehmen soll.
Ein kleines Büchlein mit überwiegend Fleisch- und Fischhaltigen Salaten
Salate zum Sattessen von Tanja Dusy
Ich bin enttäuscht. Das Büchlein ist klein und schmal, jedoch nett aufgemacht und mit schickem Hard-Cover Einband. Von aussen mal nicht schlecht. Das Buch enthält genau 21 Rezepte, davon enthält der Grossteil Fleisch oder Fisch. Überwiegend fragen die Rezepte nach sehr vielen, teils exotischen Inhaltsstoffen.
Die "Zauberformel" im Buch ist das Spannungsverhältnis unterschiedlicher und teils gegensätzlicher Aromen. Als Vegetarierin habe ich nur die vegetarischen Salat ausprobiert. Diese Salate sind teils ein bisschen fad. Gut geschmeckt und "straight forward" zum Zubereiten war der Coleslaw, den ich wirklich empfehlen kann. Der Tomaten-Melone Salat ist ein einfacher und schmackhafter Klassiker.
Fazit: ein kleines Büchlein mit wenigen Rezepten, eher hoher Preis, und leider für Vegetarier nicht geeignet.
Ein interessanter biographischer Roman
Vegetarianer von Felix Kucher
Der Deutsche Karl Wilhelm Diefenbach war ein Maler und Sozialreformer im 19. Jahrhundert. So glaubte er unter anderem an den Vegetarismus, die Freikörperkultur, das Leben im Einklang mit der Natur, sowie Ablehnung von Monogamie und Religion. Der Vegetarismus, den Diefenbach gelebt hat, würde man heute als Veganismus bezeichnen, hat er doch jegliche tierischen Produkte abgelehnt.
Der biographischen Roman von Felix Kucher beschäftigt sich mit dessen Leben und Wirken.
Ich kannte Karl Wilhelm Diefenbach bisher nicht. Die altertümliche Sprache gibt der Geschichte ein authentisches Flair, hat aber auch bewirkt, dass ich etwas brauchte, um in das Buch hineinzukommen. Das Leben des Exzentrikers und Schmarotzers Diefenbach wird sehr interessant dargestellt. Ich habe das Buch gern gelesen, es wird in mir noch länger nachwirken.











