Kunden em pfehlungen
Rezensionen von skiaddict7:
Ein gelungenes Debüt
flüchtig von Hubert Achleitner
„Alles ist flüchtig, aber nicht alles ist gleich flüchtig. Jedes Ereignis hat seine eigene Halbwertszeit. Ich will dir jetzt meine Geschichte erzählen, bevor sie sich zu sehr verflüchtigt. Denn ich schreibe nicht die Ereignisse fest, sondern nur meine Erinnerungen daran.“
Nach fast dreißig Jahren Ehe mit Herwig verschwindet Maria plötzlich.
Mit seinem Volvo, dem Großteil des Geldes und ohne einen Abschiedsbrief… Sie möchte Abstand zwischen sich und ihr Leben bringen. Zwischen ihre unerfüllte Ehe, ihren Beruf, ihre Heimat. Nach Jahren des Funktionierens und des Nebeneinanderher Lebens sucht sie ihr eigenes Glück. Sie begibt sich auf eine Reise durch Österreich, und von dort schließlich nach Griechenland, wo sie mehrere Monate hängen bleibt und das Leben neu entdeckt.
Hubert Achleitner, bekannt als „Hubert von Goisern“ ist in der österreichischen Volksmusikszene bekannt. Nun hat er seinen ersten Roman geschrieben. Ich war zuvor etwas skeptisch, muss aber nun sagen: Herr Achleitner, wieso haben Sie nicht schon früher mit dem Schreiben begonnen? Ich fand das Buch sehr interessant zu lesen. Diese sympathische österreichische Sprache, der poetische Schreibstil, die festgefahrenen Protagonisten, die zwar alles andere als modern denken, aber einfach das typisch Österreichische verkörpern. Dazu die griechischen Protagonisten, der heilige Berg, und dann das Klettern und Bergsteigen… Alles in allem eine sehr gelungene Kombination. Ich habe das Buch gerne und schnell gelesen, und kann es wirklich weiterempfehlen.
Eine wunderbar poetische Reise
Offene See von Benjamin Myers
„Romantik ist ein Gefühl, und Romantik ist Freiheit. Romantik ist Abenteuer und Natur und Wanderlust. Sie ist Meeresrauschen und Regen auf deiner Zeltplane und ein Bussard hoch über einer Wiese und das morgendliche Erwachen mit der Frage, was der Tag wohl bringen mag, um dann loszuziehen und es herauszufinden.
Das ist Romantik.“
Der zweite Weltkrieg ist gerade beendet. Robert ist sechszehn und hat seine Prüfungen hinter sich, als er sich auf eine Reise nach Südengland macht, um das unberührte Meer zu sehen. Eine letzte Reise, vor er seinem Vater als Bergarbeiter in die Tiefe folgt. Seine Reise führt ihn an die englische Nordseeküste, wo er zufällig auf Dulcies Cottage stößt. Dulcie ist eine lebenserfahrene, kluge, offene ältere Frau, die Gefallen an dem jungen Robert findet und in das erste Mal in seinem Leben als Erwachsenen behandelt und ernst nimmt. Er bleibt längere Zeit bei ihr, erledigt diverse Reparaturarbeiten am Hause, während sie ihm von ihrem Leben erzählt. Doch auch Robert schafft es, Dulcie nachhaltig zu beeindrucken und ihr Leben in eine andere Richtung zu lenken.
„Reisen ist die Suche nach sich selbst, glaub mir. Und manchmal genügt schon allein das Suchen.“
Benjamin Myers ist mit diesem Büchlein ein wunderschönes, poetisches Buch gelungen, das zum Träumen einlädt. Die Handlung ist ruhig, die Sprache einfach und poetisch. Die Protagonisten sind liebenswürdig, sodass man als Leser Robert und Dulcie schnell ins Herz schließt. Die englischen Küsten voll saftigem Grün eignen sich hervorragend als Schauplatz eines sommerlichen Romans. Eine hervorragende Mischung aus Geschichte, Abenteuer, Freundschaft und Philosophie. Ein wunderschönes Buch, welches klar zu meinen Highlights für 2020 gehört.
Ein stilles Buch, das nachwirkt – jedoch anders als erwartet.
Nach Mattias von Peter Zantingh
Mattias ist nicht mehr da. Mitte dreißig wurde er abrupt aus dem Leben gerissen. Er hinterlässt viele Lücken – bei seiner Partnerin Amber, seinen Freunden, seinen Eltern und bei scheinbar Unbekannten. Alle versuchen, irgendwie mit dem Leben weiterzumachen. Und das tun sie auf sehr unterschiedliche Weise.
Die Idee dieses Romans gefällt mir außerordentlich gut. Jedes Kapitel wird von einem anderen Protagonisten erzählt. Der Zusammenhang zwischen den Protagonisten bzw. die Verbindung zu Mattias wird manchmal erst nach und nach klar. Vom Aufbau her erinnerte ich der Roman sehr an „Der Sprung“. Nach einem berührenden Start verlor die Erzählung jedoch an Tiefe und konnte mich schlussendlich nicht so berühren, wie ich es gehofft hatte. Die Erzählung ist ruhig, manchmal schleppend, und stimmt den Leser nachdenklich. Ich bleibe stumm und nachdenklich zurück und frage mich, was der Autor mir damit mitgeben wollte.
Traurigkeit kindgerecht umgesetzt
Heute nicht von Timon Meyer
Niemand ist 24 Stunden, 7 Tage die Woche gut drauf. Das wissen wir Erwachsenen. Damit es auch für Kinder klar ist gibt es dieses Buch. Denn der Bär, der Löwe, das Krokodil, der Quala, der Lurch und der Panda haben alle keinen guten Tag. Doch sie wissen, dass es morgen wieder ganz anders aussehen wird.
Das Buch ist liebevoll illustriert mir bunten, detailgetreuen Bildern. Die Sprache ist einfach gehalten. Die Reime sind herzig und so, dass Kinder sie sich gut merken können. Das einzige was mich etwas stört, ist dass so unterschiedliche Tiere hier scheinbar alle zusammenleben, was ja nicht realistisch ist. Aber nun ja, es ist ein Kinderbuch, da sehe ich darüber hinweg. Ich finde die Nachricht des Buches wichtig, für große wie für kleine Kinder: es muss und wird nicht jeder Tag gut sein, es wird auch nicht jeder Tag gleich sein. Aber es kommen immer wieder bessere Tage. Ein sehr liebevoll aufgemachtes Buch!
Für meinen Geschmack etwas zu alternativ
Simply Clean für ein gesundes Zuhause von Becky Rapinchuk
Ich hatte mir von dem Buch viel erhofft. Es spricht ja nichts dagegen, sich ein paar Putzmittel selbst zu machen. Auch eine Anleitung zum Putzen klingt verlockend. Leider ist Becky Rapinchuk wohl ein bisschen zu „alternativ“ für meinen Geschmack. Sie ist der Meinung, dass jedes Putzmittel giftig und der Teufel ist.
Tja, die sollte man wirklich nicht trinken, aber dazu sind sie ja auch nicht da! Auch liebt Rapinchuk ätherische Öle, in praktisch jedem ihrer Rezepte sind welche enthalten.
Das Buch ist schön aufgebaut, es gliedert sich in eine Einleitung, ein Kapitel zum „Detox-Wochenende“, anschließend wird Raum für Raum aufgeräumt. Hier gibt es einige nützliche Tipps und Listen. ABER: immer wieder führt sie ihre eigenen Rezepte auf. Beim Kapitel „Badezimmer“ gibt es Rezepte für Kosmetik zum Selbermachen. Unter anderem Handdesinfektionsspray (welcher keinerlei desinfizierenden Eigenschaften hat), Toner und Gesichtswasser. Als Dermatologin kann ich leider nur zu gut beurteilen, dass diese Rezepte Schwachsinn sind. Kein einziger Inhaltsstoff der wirklich wirkt, und viele ätherische Öle und Hamamelis Extrakt etc. obendrauf – so ruft man Kontaktallergien hervor! Also danke, aber nein, danke! Insgesamt gibt es einige nützliche Tipps zum Aufräumen und Organisieren, somit ist ein Teil des Buches nützlich. Leider ist mir aber das meiste, insbesondere die eigenen Rezepte, zu alternativ.
Ruhig und intensiv
Was wir sind von Anna Hope
„Wir haben für euch gekämpft. Damit ihr alles erreichen könnt. Euch zuliebe haben wir die Welt verändert, und was habt ihr draus gemacht?“
Es ist 2004. Hannah, Lissa und Cate sind 29 und leben in einem Haus in London Fields. Sie genießen ihr Leben, leben in den Tag hinein, denken nicht an später.
„(...) Sie haben noch Zeit zu werden, wer sie später einmal sein wollen.“ Es folgt der Sprung zu 2010: die Situation hat sich grundlegend verändert. Hannah ist nun glücklich verheiratet und versucht verzweifelt, ein Kind zu bekommen, doch jeder Zyklus der künstlichen Befruchtung scheitert. Lissa ist deutlich weniger erfolgreich als Schauspielerin als sie sich ausgemalt hatte, spricht regelmäßig bei Castings vor und hält sich mit diversen Jobs über Wasser. Cate ist frisch verheiratet und Mutter eines Säuglings. Sie fühlt sich einsam, unverstanden, ängstlich und überfordert mit der neuen Situation. Auch mit dem Ehemann Sam ist es anders als sie es sich vorgestellt hatte, schließlich kannten sie sich erst relativ kurz. Die drei Freundinnen sind auseinander gewachsen. Sie treffen sich ab und zu, aber nicht jede kann sich auch für die andere freuen. Und jede der drei versucht, mit dem aktuellen Leben klarzukommen, das so ganz anders ist als in der früheren Vorstellung.
Anna Hope gelingt es mit einem ruhigen und deskriptiven Schreibstil, den Leser gut zu unterhalten. Die drei Protagonistinnen sind alle sehr unterschiedlich und auf ihre Weise interessant, so dass man sich als Leser wirklich in jede hineinfühlen kann. Im Buch selbst passiert eher wenig, was mich aber überhaupt nicht störte. Die Probleme sind alltäglich, es geht um das Erwachsen werden, um den Aufbau eines eigenen Lebens. Auch Feminismus bzw. Geschlechterrollen werden angesprochen, jedoch nur beiläufig. Ein ruhiger, aber intensiver Roman, den man auch als „Coming of Age“ Roman für Ende zwanzig/Anfang dreißig-jährige bezeichnen könnte.
Zwischen Glaube und Fanatismus
Ein wenig Glaube von Nickolas Butler
"Dass sich eine Gruppe mutiger, hochherziger Individuen zusammenfindet und entscheidet, gemeinsam die Stimme zu erheben, um die Stille zu vertreiben, um einen ansonsten leeren Raum mit Kunst und Klang zu füllen... Wie wunderschön das doch war."
Lyle ist fünfundsechzig, er lebt mit seiner Frau Peg zusammen in einem kleinen Dorf im mittleren Westen, wo die Zeit still zu stehen scheint.
Seine größte Freude ist der fünfjährige Enkelsohn Isaac. Doch seine Tochter Shiloh, die Mutter des Jungen, gerät immer mehr in die Fänge ihrer Kirche, dessen Pastor ihr einredet, die Großeltern seien nicht gläubig genug und deshalb schlecht für das Kind. Und so droht Shiloh, sie von Isaac fernzuhalten...
Butler ist hier ein wahnsinnig ruhiger, langsamer, sehr poetischer Roman gelungen. Auf den einzelnen Seiten passiert wenig, aber er beschreibt es mit so schönen Worten, dass ich das Lesen einfach genießen konnte. Es geht um Liebe, Freundschaft und den Glauben. Ab wann ist Glaube Fanatismus? Das Ende bleibt offen, was ich irgendwie schade fand, ich hätte mir eine klare Handlung gewünscht. Trotzdem ein wunderschönes, langsames Leseerlebnis, das zum Nachdenken anregt.
Berührend
Dankbarkeiten von Delphine Vigan
"Alt werden heißt verlieren lernen. (...) Das verlieren, was einem geschenkt wurde, was man gewonnen, was man verdient, wofür man gekämpft und wovon man geglaubt hat, man würde es für immer behalten."
Michka ist alt geworden. Sie traut sich nicht mehr, allein zu bleiben. Obwohl Marie regelmäßig vorbei kommt und nach ihr sieht, obwohl ihre alte Freundin täglich anruft.
Zunehmend kann sie die Wörter nicht mehr finden, die sie sagen möchte. Aphasie, nennen es die Ärzte. Und so gibt sie ihre Wohnung auf, zieht in ein Altersheim. Sie wird regelmäßig besucht, von Marie und auch von Jerome, einem Logopäden, der mit ihr Übungen macht. Und so kommt es, dass Jerome Michka das geben kann, was sie brauchte, um loszulassen...
Delphine De Vigan ist mit diesem Buch wieder eine ganz besondere Erzählung gelungen. In kurzen Sätzen und einem schmalen Büchlein bleibt nichts ungesagt. Sie schafft es, die Aphasie realistisch darzustellen. Sie schafft es auch, den Leser mit dieser Geschichte völlig zu überraschen. Eine wirklich berührende Erzählung, keine einfache Kost, und dennoch mit stillem Humor. Sehr empfehlenswert!
Eine inspirierende Frau
Hannah Arendt - Little People, BIG DREAMS (Deutsche Ausgabe) von María Isabel Sánchez Vegara
Ich habe schon mehrere Bücher der "Little People, Big Dreams" Serie gelesen und mir gefällt die Idee dahinter sehr. Das Buch macht einiges her: es handelt sich um ein hochwertiges Hardcover mit Leinenrücken und gutem Papier. Es ist ab 5-6 Jahren empfohlen. Das Leben von Hannah Arendt wird kindgerecht in einfachen Sätzen dargestellt.
Dazu überzeugt das Buch mit schönen, detaillreichen Illustrationen. Am Schluss findet man einen ausführlichen Lebenslauf, der wohl eher für Erwachsene gedacht ist, und das Buch schön ergänzt. Das Buch bietet die Option, mit Kindern über Nazionalsozialismus und Menschenrechte zu sprechen. Von dem her sehe ich es als ein Buch, aus dem man sehr viel machen kann, und welches Kinder inspirieren kann, für ihre Rechte und Träume einzustehen und zu kämpfen.
Wunderschönes Sachbuch für Kinder und Erwachsene
Ausgestorben - Das Buch der verschwundenen Tiere von Katarzyna Gladysz; Joanna Wajs
"Ausgestorben - das Buch der verschwundenen Tiere" ist ein großformatiges Sachbuch für Kinder ab 8 Jahren. Es behandelt ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Tiere. Das Buch folgt einer groben chronologischen Ordnung. Dabei werden auch Tiere erwähnt, die erst vor kurzem ausgestorben sind.
Stets wird der Bezug zur Gegenwart hergestellt. Es gibt auch Informationen zu bekannten Paläontologen, welche ein wenig Abwechslung ins Buch bringen.
Das Buch ist wunderschön illustriert und von hochwertiger Qualität. Die detailgetreuen Zeichnungen sorgen für spielerisches Lernen. Ich konnte von dem Buch viel lernen, die Informationen sind sowohl für Kinder als auch für Erwachsene interessant. Eine ganz klare Empfehlung für wissbegierige Kinder!











