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Rezensionen von dorli:

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Die unnahbare Miss Ellison

Gloucestershire, 1813. Die 23-jährige Pfarrerstochter Lavinia Ellison kümmert sich fürsorglich um die Armen und Kranken in dem kleinen Dorf St. Hampton Heath. Als Nicholas von Hawkesbury als neuer Graf einen Besuch auf seinen Landsitz ankündigt, sind die jungen Damen im Umkreis ganz aus dem Häuschen.

Nur Lavinia ist weder von seinem guten Aussehen noch von seinem Titel beeindruckt – im Gegenteil, sie bietet dem selbstgefälligen und herablassend auftretenden Grafen die Stirn, wo es nur geht. Lavinia fordert Nicholas auf, sich um die bedürftigen Pächterfamilien zu kümmern, doch der Graf ist sich seiner Verantwortung gegenüber den Dorfleuten anfangs nicht bewusst und so Lavinia hofft zunächst vergeblich auf seine Unterstützung…

In ihrem Roman „Die unnahbare Miss Ellison“ entführt Carolyn Miller den Leser in die Epoche des Regency und stellt die wichtigen christlichen Themen Nächstenliebe und Vergebung in den Mittelpunkt ihrer Geschichte.

Carolyn Miller lässt zwei stolze Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten aufeinanderprallen. Beide haben eine Menge Vorurteile gegenüber dem jeweils anderen, die es im Laufe der Handlung zu erkennen und zu überwinden gilt.

Die Autorin hat einen angenehm flott zu lesenden Schreibstil. Sie erzählt sehr anschaulich von den Höhen und Tiefen in Lavinias und Nicholas Leben und lässt den Leser intensiv an dem Miteinander und Gegeneinander der beiden teilhaben. Vor allen Dingen die Missverständnisse und die daraus resultierenden Wortgefechte sorgen für eine lebhafte Handlung und haben mich immer wieder schmunzeln lassen. Überraschende Wendungen tragen dazu bei, dass die Geschichte bis zum Schluss nicht langweilig wird.

Carolyn Miller kann auch mit dem Zeitkolorit punkten. Neben der Mentalität der Menschen fließen auch die Lebensweise und die gesellschaftlichen Gepflogenheiten in das Geschehen ein, so dass man sich ein gutes Bild von der damaligen Zeit machen kann. Eine geschraubte Sprechweise in den Dialogen sorgt zudem für eine Extraportion Authentizität.

„Die unnahbare Miss Ellison“ hat mir sehr gut gefallen. Die gut ausbalancierte Mischung aus Historie und Romantik hat mir ein paar unterhaltsame Lesestunden beschert.

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Im Schatten der Vergangenheit

Im Schatten der Vergangenheit von Elisabeth Büchle

Die 26-jährige Hanna Jameson ist vor kurzem gemeinsam mit ihrer Familie aus den USA ins baden-württembergische Pattonville gezogen. Als Hanna nach ein paar Tagen Auszeit in den Alpen nach Hause zurückkehrt, muss sie feststellen, dass ihre Familie spurlos verschwunden ist. Niemand in der Nachbarschaft scheint etwas gesehen zu haben, keiner weiß etwas über den Verbleib der Jamesons.

Hanna macht sich auf die Suche nach ihren Eltern und Geschwistern und bemerkt nicht nur schnell, dass sie verfolgt wird, ihr wird auch bewusst, dass sie niemandem trauen kann - auch dem charmanten Chris Thompsen nicht …

Elisabeth Büchle wartet in ihrem Roman „Im Schatten der Vergangenheit“ mit genauso spannenden wie aufwühlenden Themen auf. Es geht um Rassismus, den Ku-Klux-Klan und Rache, aber auch um Vergebung, Gnade und Barmherzigkeit.

Elisabeth Büchle hat einen sehr fesselnden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten ist man gefangen von Hannas Erlebnissen und verfolgt gespannt das rasante Geschehen. Die Spurensuche gestaltet sich für die junge Frau äußerst schwierig. Hanna reist von Deutschland zurück in die USA und hat auf ihren Wegen mit zahlreichen Hindernissen und unerwarteten Gefahren zu kämpfen.

Es gelingt der Autorin ausgesprochen gut, dem Leser die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonisten zu vermitteln. Man wird von den vielen Höhen und Tiefen, die die Akteure durchstehen müssen, mitgerissen und fiebert durchweg mit Hanna und ihren Wegbegleitern mit. Überraschungen und Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung auf einem hohen Niveau bleibt und die Sogwirkung der Geschichte bis zur letzten Seite nicht abreißt.

Begeistert haben mich auch die Beschreibungen von Land und Leuten – der Bundesstaat South Carolina wird von der Autorin in all seinen faszinierenden Facetten dargestellt. Sowohl die beeindruckende Natur im Congaree Nationalpark, durch den Hanna sich auf der Flucht vor ihren Verfolgern über weite Strecken allein durchschlägt, wie auch die Straßen von Charleston und die beschwingte Lebensweise der Einheimischen werden sehr anschaulich dargestellt.

„Im Schatten der Vergangenheit“ hat sehr gut gefallen – absolute Leseempfehlung für alle, die spannende Geschichten mit Tiefgang mögen.

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Im Schatten der Vergangenheit
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Ein Job für Neill Archer

Ein Job für Neill Archer von Karen Witemeyer

Texas, 1893. Neill Archer reist als Gelegenheitsarbeiter durchs Land, um sich Geld für seinen Traum vom eigenen Ackerland zu verdienen. In dem kleinen Ort Dry Gulch wird ihm von einem Unbekannten ein Auftrag zugespielt: Das Dach des Hauses der Witwe Clara Danvers muss dringend repariert werden. Neill macht sich auf zu der angegebenen Adresse, doch der Empfang, den ihm die junge Witwe bereitet, ist alles andere als herzlich…

In ihrem historischen Kurzroman „Ein Job für Neill Archer“ wartet Karen Witemeyer mit einer unterhaltsamen Mischung aus Romantik und Spannung auf.

Das in der „Kleine Auszeit“- Reihe des Verlags der Francke-Buchhandlung erschienene Buch liest sich locker und angenehm zügig. Schon nach wenigen Seiten ist man mittendrin im Geschehen und kann ausgezeichnet mit Neill und Clara mitfiebern und mitfühlen.

Clara hat ein paar sehr schlechte Erfahrungen machen müssen, da ist es verständlich, dass sie misstrauisch ist und den Fremden vor ihrer Tür schleunigst wieder loswerden will. Doch der liebenswerte, stets hilfsbereite Neill erkennt schnell, dass Clara dringend Beistand benötigt und lässt sich nicht so einfach abwimmeln. Im Verlauf der Handlung gilt es dann, ein paar Situationen zu meistern, die weitaus kniffliger sind, als eine einfache Dachreparatur…

Karen Witemeyer hat einen frischen, lebendigen Schreibstil. Die Autorin erzählt die Geschichte im lockeren Wechsel mal aus Neills, mal aus Claras Sicht, so dass man als Leser beide Akteure sehr gut kennenlernt und bestens verfolgen kann, was beide über den jeweils anderen denken.

„Ein Job für Neill Archer“ hat mir sehr gut gefallen – ein unterhaltsames Leseerlebnis für alle, die dramatisch-romantische Geschichten mit Wild-West-Atmosphäre mögen.

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Ein Job für Neill Archer
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Ich gab ihm mein Wort

Ich gab ihm mein Wort von Tamera Alexander

Franklin, Tennessee. Die 28-jährige Elizabeth „Lizzie“ Clouston ist Hauslehrerin bei der Familie McGavock auf der Carnton Plantage.

Am 30. November 1864 steht der seit mehreren Jahren tobende Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten vor den Toren Carntons und lässt den Alltag der Bewohner aus den Fugen geraten - eine verheerende Schlacht unweit der Plantage fordert tausende Opfer.

Das Haus der McGavocks wird als provisorisches Feldkrankenhaus vereinnahmt. Lizzie unterstützt Ärzte und Sanitäter bei der Versorgung der Verwundeten und assistiert sogar bei den Operationen und Amputationen.

Nicht nur die dramatischen Ereignisse erschüttern Lizzie, auch die Begegnung mit dem schwer verletzten Hauptmann Roland Jones stürzt die junge Frau in ein Gefühlschaos. Sie fühlt sich zu Roland hingezogen und ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie ihren Jugendfreund und Verlobten Towny noch heiraten möchte.

Neben Lizzies Bindung an Towny macht auch ihre unterschiedliche Einstellung zur Sklavenfrage eine Beziehung zwischen Lizzies und Roland unwahrscheinlich. Während Lizzie die Sklaverei ablehnt und ihre Überzeugung gegenüber Roland auch deutlich macht, hält Roland an seinen Ansichten über die Sklavenhaltung fest, da er sich als Plantagenbesitzer aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage sieht, auf den Einsatz von Sklaven zu verzichten. Rolands schwere Verwundung und die damit einhergehende Bettlägerigkeit lassen ihn erkennen, was es heißt, in seiner Freiheit eingeschränkt zu sein. Er wird zugänglicher für Lizzies Argumente und beginnt, über das Gesellschaftssystem der Südstaaten nachzudenken…

Tamera Alexander nimmt den Leser in diesem auf wahren Begebenheiten beruhenden Roman mit auf eine fesselnde Zeitreise. Die Autorin schildert die Schlacht von Franklin und die darauf folgenden Ereignisse sehr intensiv. Sowohl das Grauen auf dem Schlachtfeld wie auch die aus heutiger Sicht absolut haarsträubende medizinische Versorgung der Verwundeten werden anschaulich beschrieben, so dass man eine recht genaue Vorstellung davon bekommt, was die Menschen damals alles durchgemacht haben.

Die beeindruckende Fähigkeit der Autorin, Situationen und Emotionen zu beschreiben, erlebt man auch im weiteren Verlauf der Handlung. Besonders Lizzies und Rolands Diskussionen über die Sklavenhaltung sowie Rolands ausgiebiges Ringen mit dem Thema werden von Tamera Alexander sehr eindringlich geschildert.

Die Akteure, die bis auf wenige Ausnahmen alle wirklich gelebt haben, werden von der Autorin ausdrucksstark dargestellt. Ich habe mit den Menschen auf der Carnton Plantage gelebt und gelitten, habe mit ihnen gebangt und gehofft und habe Kummer und Furcht genauso mit ihnen geteilt, wie die kleinen Glücksmomente.

„Ich gab ihm mein Wort“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fest im Griff gehabt. Die mitreißend erzählte Geschichte hat mir nicht nur spannende Lesestunden beschert, sondern mich auch realitätsnah an einem Stückchen amerikanischer Geschichte teilhaben lassen. Absolute Leseempfehlung!

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Ich gab ihm mein Wort
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Gut Greifenau - Nachtfeuer

Gut Greifenau - Nachtfeuer von Hanna Caspian

„Gut Greifenau - Nachtfeuer“ ist der zweite Band der großen Familiensaga über die fiktive Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn aus der Feder von Hanna Caspian.

Da „Nachtfeuer“ direkt an den ersten Teil der Trilogie anknüpft und Hanna Caspian weitestgehend auf Wiederholungen und Rückblenden verzichtet, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser wundervoll erzählten Fortsetzung noch erhöht.

Hanna Caspian hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder gefesselt von den vielfältigen Ereignissen in und um Greifenau und habe gespannt das Geschehen auf dem hinterpommerschen Landgut verfolgt.

Die Handlung beginnt Ende August 1914. Der Erste Weltkrieg greift mit seinen Schrecken um sich und macht auch vor Greifenau nicht halt. Einschnitte in Alltag und Gewohnheiten sind schnell zu spüren - die Männer müssen an die Front, die Versorgungslage wird zunehmend schlechter. Erschwerend kommt hinzu, dass Graf Adolphis mit der Führung des Gutes völlig überfordert und daher schnell hoch verschuldet ist. Mehr denn je ist er darauf angewiesen, dass seine Tochter Katharina den Kaiserneffen Ludwig von Preußen heiratet, doch Katharina hat andere Pläne…

Hanna Caspian erzählt sehr anschaulich, so dass man sich nicht nur die Handlungsorte und die vorherrschenden Gegebenheiten bestens vorstellen kann, man lebt und leidet auch Seite um Seite mit der Grafenfamilie und deren Bediensteten mit und wird von den vielen emotionalen Höhen und Tiefen mitgerissen. Überraschungen und Wendungen halten das Geschehen lebendig und sorgen dafür, dass die Spannung auf einem hohen Niveau bleibt und die Sogwirkung bis zum dramatischen Ende nicht abreißt.

„Gut Greifenau - Nachtfeuer“ hat mir sehr gut gefallen. Eine gut ausbalancierte Mischung aus Familiengeschichte, Spannung und Historie, die mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß - ein rundum mitreißendes Leseerlebnis.

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Unter uns nur Wolken

Unter uns nur Wolken von Pfeffer Anna

Tom Hartmann sucht für seinen an Alzheimer erkrankten Großvater Florian eine Betreuung. Mal wieder. Bisher hat der alte Herr jede Pflegekraft in kürzester Zeit vergrault. Auch als Tom Anika Bayer einstellt, setzt Florian alles daran, die junge Frau wieder loszuwerden. Er hat sein Ziel fast erreicht, da beginnt Ani, seine fiesen Attacken zu parieren…

„Unter uns nur Wolken“ ist eine Geschichte, die sowohl amüsant wie auch ergreifend ist.

Es ist eine Geschichte, die durch Florians übergedrehte Aktionen eine Menge Witz mitbringt und so für gute Unterhaltung sorgt, zugleich aber auch aufzeigt, wie schwierig der Umgang mit einer Krankheit wie Alzheimer ist – für den Betroffenen genauso wie für Familienangehörige und Pflegekräfte.

Das Autorinnenduo Anna Pfeffer lässt hier drei Menschen zusammenprallen, die alle ihr eigenes Päckchen zu tragen haben und gleichzeitig aufeinander angewiesen sind, um ihren jeweiligen Alltag meistern zu können. Die Situation ist für Tom und Ani keine leichte, weil Florian bei jeder sich bietenden Gelegenheit querschießt und die beiden sich nie sicher sind, ob er nur provozieren will oder ob die Krankheit für sein Verhalten verantwortlich ist.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorinnen Tom und Ani die Geschichte abwechselnd erzählen lassen, weil man so man einen guten Einblick in die Denkweise und das Gefühlsleben beider Akteure bekommt und alles, was sie bewegt, antreibt oder ausbremst direkt miterlebt.

„Unter uns nur Wolken“ hat mir sehr gut gefallen – ein Roman, der voller herzerwärmender Emotionen steckt und trotz des ernsten Themas gute Unterhaltung im Gepäck hat.

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Die Rose des Herzogs

Die Rose des Herzogs von Marita Spang

In ihrem historischen Roman „Die Rose des Herzogs“ entführt Marita Spang den Leser in die Zeit der Französischen Revolution und wartet mit einer lebendig erzählten Mischung aus Historie und Romantik auf.

Marita Spang ist ein großartiges Porträt über eine interessante, kaum bekannte Frau des ausgehenden 18.

Jahrhundert gelungen: Charlotte de Rohan-Rochefort.
Die Autorin hat die zahlreichen historischen Fakten und Hintergründe rund um die Französische Revolution und das Wenige, das über Charlotte selbst bekannt ist, mit einer fesselnden fiktiven Geschichte verknüpft und damit ein vielschichtiges und vor allen Dingen sehr authentisches Bild der damaligen Zeit gezeichnet.

In einer Rahmenhandlung, die am 01. Mai 1841 spielt, blickt die 73-jährige Charlotte auf ihr gemeinsames Leben mit Louis-Antoine de Bourbon-Condé, Herzog von Enghien zurück und lässt den Leser damit an ihren vielfältigen Erlebnissen sowie den bedeutsamen Ereignissen der Französischen Revolution und den Kriegen der „Armée de Condé“ teilhaben.

Im Sommer 1790 folgt Charlotte ihrem Großonkel Louis Kardinal de Rohan, der in die sogenannte Halsbandaffäre verwickelt war, ins badische Ettenheim, um den Wirren der Revolution zu entkommen. Sie verbringt ihren Alltag mit Aufgaben im Spital und in einer Mädchenschule. Charlotte hat sich nach dem Tod ihres Verlobten Vincent geschworen, sich nie wieder zu verlieben. Doch das Schicksal hat für die junge Frau einen anderen Plan und katapultiert Louis-Antoine in ihr Leben und schließlich auch in ihr Herz.

Louis-Antoine hat Frankreich bereits Mitte 1789 verlassen. Der einzige Enkel des mächtigen Prinzen von Bourbon-Condé kämpft viele Jahre als Offizier in der Emigrantenarmee seines Großvaters und macht mit Heldentaten von sich reden. Seine Erziehung zwingt ihn zeitlebens zur Loyalität gegenüber dem strengen Familienpatriarch - nicht nur, was seine Beteiligung an den Schlachten betrifft, deren Sinnlosigkeit Louis-Antoine schon früh erkennt, auch als sein Großvater ihm hartnäckig seine Zustimmung zu einer offiziellen Verbindung mit Charlotte verweigert, widersetzt er sich nicht.

Marita Spang hat einen angenehm flott zu lesenden Schreibstil. Sie erzählt sehr anschaulich von den Höhen und Tiefen in Charlottes und Louis-Antoines Leben und lässt diesen Roman so zu einer spannenden, kurzweiligen Zeitreise werden.

„Die Rose des Herzogs“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Die mitreißend erzählte Geschichte hat mir nicht nur unterhaltsame Lesestunden beschert, sondern mich auch realitätsnah an einem Stückchen europäischer Geschichte teilhaben lassen. Absolute Leseempfehlung!

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Die Rose des Herzogs
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Jahre aus Seide

Jahre aus Seide von Ulrike Renk

Krefeld, Oktober 1926. Die fünfjährige Ruth Meyer wächst wohlbehütet und unbeschwert auf. Ihr Vater Karl ist ein selbstständiger Handlungsreisender, der sich beruflich wie gesellschaftlich etabliert hat und seiner Familie ein sorgloses Leben ermöglicht. Ihre Mutter Martha kümmert sich liebevoll um sie und ihre kleine Schwester Ilse.

Anfang der 1930er Jahre wird die wirtschaftliche Lage immer schlechter, die Regierung instabiler. Während Karl die politische Entwicklung noch als ein Unwetter ansieht, dass hoffentlich schnell vorüberzieht, nehmen Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung zu. Die Meyers machen sich jedoch wenig Sorgen, sie sind zwar Juden, aber vor allem sind sie ja Deutsche. Was soll ihnen im eigenen Land schon passieren?

Als Hitler Reichskanzler wird, werden die Veränderungen jedoch immer gravierender. Die Einschränkungen für Juden weiten sich aus, das Leben wird für die Meyers und ihre Freunde kontinuierlich problematischer. Schließlich gerät die ehemals heile Welt der Meyers vollends ins Wanken und plötzlich scheint es zu spät, sich in Sicherheit zu bringen…

Ulrike Renk ist dafür bekannt, dass ihre Romane auf wahren Begebenheiten beruhen. Auch ihre Seidenstadt-Trilogie basiert auf Tatsachen – Ruths Tagebuch sowie von den Nachfahren der Meyers zur Verfügung gestellte Dokumente und Interviews sind Grundlage für diese eindringlich erzählte Familiengeschichte.

Ulrike Renk lässt den Leser sehr intensiv an dem Schicksal der Meyers teilhaben. In diesem ersten Band der Trilogie erzählt die Autorin von den Ereignissen zwischen Oktober 1926 und dem 10. November 1938. Die glückliche Kindheit und Jugend Ruths stehen hier im Mittelpunkt. Die Handlung verläuft ruhig und man kann nicht nur am Alltag der Familie teilhaben, sondern bekommt auch viel Wissenswertes über die jüdischen Traditionen und Bräuche geboten.

Besonders gut gefallen hat mir, wie mitreißend Ulrike Renk das Verhalten der Meyers inmitten der immer aggressiver werdenden Stimmung im Land schildert. Man kann sehr gut nachvollziehen, warum sich die Familie trotz der drohenden Anzeichen relativ sicher fühlte und wieso Karl so lange gezögert hat, bevor er einen Ausreiseantrag gestellt hat.

„Jahre aus Seide“ hat mich durchweg begeistert – eine gelungene Mischung aus wahrer Familiengeschichte und fiktiver Handlung, die den Leser miterleben lässt, wie aus einer gut situierten, fröhlichen Familie nach und nach von Angst und Kummer geplagte Menschen werden. Absolute Leseempfehlung!

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Die Melodie des Mörders

Die Melodie des Mörders von Miriam Rademacher

England in der Vorweihnachtszeit. Während Pfarrer Jasper Johnson mit ausgewählten Gemeindemitgliedern für das alljährliche Krippenspiel probt, wird Organist Clifford St.Clare an seinem Arbeitsplatz hinterrücks erschlagen. Da Jasper der örtlichen Polizei eine Aufklärung des Falls nicht zutraut, bittet er seinen Freund Colin Duffot herauszufinden, wer dem gutherzigen Clifford den Garaus gemacht hat.

Eine ehemalige Künstlerkommune rückt schon bald in den Fokus der Ermittlungen - könnte ein dort vor über zwanzig Jahren geschehener Selbstmord etwas mit dem Mord an dem Organisten zu tun haben?

„Die Melodie des Mörders“ ist bereits der vierte Fall für Tanzlehrer im Ruhestand Colin Duffot und seine muntere Ermittlertruppe, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

Miriam Rademacher hat einen angenehm zu lesenden, sehr unterhaltsamen Schreibstil. Die Autorin wartet mit einem frischen, natürlich wirkenden Humor auf und kann mit Situationskomik, lockeren Sprüchen und witzigen Kommentaren punkten. Auch wenn der Krimi nicht mit nervenaufreibender Höchstspannung daherkommt, lädt das verzwickte Geschehen den Leser zum Mitfiebern und Miträtseln ein.

Miriam Rademacher lässt ihren tanzenden Hobbydetektiv ohne Hektik und viel Action ermitteln. Genauso geruhsam, wie man sich den Alltag kurz vor Weihnachten in einem kleinen mittelenglischen Dorf vorstellt, sind auch Colins Nachforschungen – er sammelt Hinweise, hört sich um und fragt sich durch, bringt dabei seine hervorragende Beobachtungsgabe zum Einsatz und diskutiert und kombiniert mit seinen Co-Ermittlern Jasper und Norma bei Bratkartoffeln und Bier im Lost Anchor. Nach und nach kommt das Trio dem Täter auf die Spur, doch dieser lässt sich nicht so einfach dingfest machen…

Das Lesen und Mitermitteln hat mir wieder wahnsinnig viel Spaß gemacht - „Die Melodie des Mörders“ ist ein kurzweiliger Krimi, der mit liebenswerten Ermittlern und einer großen Portion Humor punkten kann.

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Die Tochter des Uhrmachers

Die Tochter des Uhrmachers von Miriam Rademacher

In ihrem Roman „Die Tochter des Uhrmachers“ stellt Kate Morton ein altes Herrenhaus in den Mittelpunkt des Geschehens: Birchwood Manor. Hier spielt sich über die Jahrzehnte hinweg ein großer Teil der Handlung ab. Das Haus hatte im Laufe der Zeit unterschiedliche Funktionen inne, war ein Ort der Inspiration, später ein Internat für junge Damen, wurde schließlich zu einem Museum.

Seit dem folgenschweren Sommer 1862 hat Birchwood Manor eine Sprecherin: Birdie Bell. Birdie ist die Einzige, die nach den damaligen Ereignissen – der talentierte Maler Edward Radcliffe hatte Künstlerfreunde eingeladen, den Sommer mit ihm in seinem Landhaus zu verbringen, doch was großartig begann, endete tragisch mit dem Verschwinden einer Frau und dem Tod einer anderen – in dem Haus an der Themse geblieben ist.

Birdie ist die Tochter eines Uhrmachers. Sie wurde als Kind zu einer Diebin ausgebildet und war als junge Frau die Muse Edward Radcliffes. Seit dem verhängnisvollen Tag im Juli 1862 ist sie fest mit Birchwood Manor verbunden und begleitet den Leser jetzt als Erzählerin durch die anderthalb Jahrhunderte, die seitdem vergangen sind. Birdie kennt nicht nur die Geschichte und die Geheimnisse des Hauses, sie weiß auch von den vielfältigen Erlebnissen der zahlreichen Bewohner und Besucher zu berichten.

In einem in der Gegenwart spielenden Handlungsstrang trifft der Leser auf Elodie Winslow. Die junge Archivarin entdeckt in einem Karton neben einer uralten Aktentasche auch die Sepiafotografie einer ihr fremden wunderschönen Frau sowie die Zeichnung eines Hauses, das Elodie seltsam bekannt vorkommt. Schnell ist sie davon überzeugt, dass es sich bei dem Haus um jenes aus den Erzählungen ihrer bereits vor vielen Jahren verstorbenen Mutter handeln muss. Neugierig geworden, beginnt Elodie Nachforschungen anzustellen …

Kate Morton erzählt sehr anschaulich und wartet mit einer Fülle von Details auf. Der Roman besticht vor allen Dingen durch ein abwechslungsreiches Geschehen und einen vielschichtigen Handlungsaufbau – eine Vielzahl an Personen, häufige Perspektivwechsel, unterschiedliche Zeitebenen mit vielen Zeitsprüngen, verschiedene Schauplätze sowie diverse Nebenhandlungen verlangen besonders auf den ersten Seiten konzentriertes Lesen, um nicht den Faden zu verlieren.

Ich habe den Roman anfangs als zu ausschweifend und überbordend empfunden; das hat sich allerdings im Verlauf der Handlung gewandelt – einmal eingelesen, wollte ich immer mehr über die einzelnen Bewohner und ihre Erlebnisse und Geheimnisse erfahren und hätte nichts dagegen gehabt, wenn die Geschichte noch reichhaltiger gewesen wäre, als sie sowieso schon ist.

„Die Tochter des Uhrmachers“ hat mir sehr gut gefallen – das Lesen dieser ineinander verschlungenen außergewöhnlichen Lebensgeschichten hat Spaß gemacht. Leseempfehlung für alle, die geheimnisumwobene Familiengeschichten mit einem leicht übersinnlichen Touch mögen.

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Die Tochter des Uhrmachers