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Rezensionen von dorli:

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Müritz, Mord und Mückenstich

Müritz, Mord und Mückenstich von Charly von Feyerabend

Blankenförde-Kakeldütt. Frieda - Journalistin, Mutter zweier halbwüchsiger Kinder und im siebenten Monat schwanger - wurde von ihrem Mann Georg mit einem Campingurlaub überrascht. Natur pur im idyllisch gelegenen „Hexenwäldchen“. Friedas Begeisterung fürs Campen hält sich zwar in Grenzen, aber um ihrer Familie den Spaß nicht zu verderben, hat sie sich mit der Situation - Mücken, Menschenlärm und noch mehr Mücken - arrangiert.

Dass jemand einfach so in ihrer nigelnagelneuen Hängematte nächtigt, geht allerdings entschieden zu weit. Erbost will Frieda den Störer vertreiben, doch der ist mausetot!

Polizist Gerd Pfifferling identifiziert den Toten als Stadtratsmitglied Anton Schreiner, der herbeigeeilte Arzt stellt kurzerhand ein natürliches Ableben fest, die Leiche wird abgeholt und Frieda bleibt verdutzt zurück. Keine Spurensicherung? Frieda will sich nicht mit der lax gestellten Diagnose des Arztes abfinden und macht sich daran, auf eigene Faust zu ermitteln…

„Müritz, Mord und Mückenstich“ ist ein humorvoller Krimi, der nicht nur spannende Unterhaltung bietet und zum Mitraten und Miträtseln einlädt, sondern in dem auch der Alltag auf einem Campingplatz mit all seinen Höhen und Tiefen auf sehr amüsante Weise geschildert wird.

Frieda ist eine Protagonistin, der man gerne folgt. Sie agiert mit Biss und Durchhaltevermögen und legt dabei diese besondere Neugierde an den Tag, die nur Hobbyermittler innehaben. Zudem wurde sie von der Autorin mit einem herrlich frischen Witz ausgestattet. Frieda lässt sich weder von ihrer exzentrischen Wohnwagennachbarin Manuela noch von einer eher nervigen als nützlichen Schwangerschafts-App und erst recht nicht von den ständig wiederkehrenden Heißhungerattacken aus der Ruhe bringen. Richtig gut gefallen hat mir, dass Frieda bei ihren Ermittlungen durchweg im Rahmen ihrer Möglichkeiten bleibt. Sie nutzt jede sich bietende Gelegenheit, um mehr über Anton Schreiner selbst und über sein Umfeld zu erfahren und schnappt durch einfaches Zuhören und geschicktes Ausfragen so manche Information fast nebenbei auf.

Der Kriminalfall ist verzwickt. Obwohl Frieda sich mächtig ins Zeug legt und schnell feststellt, dass gleich mehrere Personen ein Motiv gehabt hätten, den Lokalpolitiker um die Ecke zu bringen, scheint eine Aufklärung des Mordes unwahrscheinlich. Nicht nur Frieda tappt lange Zeit im Dunklen, auch als Leser ahnt man bis zum Schluss nicht, wer hier seine kriminellen Finger im Spiel hat.

Es hat mir großen Spaß gemacht, mit Frieda auf Verbrecherjagd zu gehen - „Müritz, Mord und Mückenstich“ ist ein kurzweiliger Krimi, der mir ein paar sehr unterhaltsame Lesestunden beschert hat.

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Müritz, Mord und Mückenstich
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Brunnenleich

Brunnenleich von Ilona Schmidt

Coburg. Während des Schlossplatzfestes wird im Herzog-Alfred-Brunnen die Leiche einer Frau entdeckt. Maria Dolores Enrico aus der Dominikanischen Republik wurde ermordet, wie die Obduktion ergibt. Das Team um Kriminalrätin Maximilia Frohn und Kommissar Richard Levin nimmt die Ermittlungen auf und muss schnell feststellen, dass dieser Fall rätselhafter ist, als zunächst angenommen, denn bei Maria handelt es sich um die tot geglaubte Melinda Hauptmann, die vor 17 Jahren während eines Segeltörns in der Karibik angeblich von ihrem Mann Walter über Bord geworfen wurde…

Ilona Schmidt versteht es mit ihrem angenehm zu lesenden Schreibstil ganz ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein hohes Level zu katapultieren.

Schnell ist man mittendrin im Geschehen und erlebt nicht nur die Ermittlungen, sondern auch die persönlichen Probleme sowie das Miteinander und das Gegeneinander der Akteure hautnah mit.

Der Aufbau des Krimis hat mir besonders gut gefallen – sowohl die Aufteilung in drei Perspektiven (Walter, Maxi, Richard) wie auch der Verlauf der Handlung auf unterschiedlichen Zeitebenen.
Walters Part beginnt mit dem für ihn so verhängnisvollen Segeltörn. In weiteren Rückblenden erfährt der Leser, was Walter über die Jahre hinweg erlebt hat bzw. was er während seiner Inhaftierung in der Karibik und danach erdulden musste.
Maxi hat sich erst vor wenigen Wochen von München nach Coburg versetzen lassen und die Leitung des Kommissariats übernommen. Sie hat sich bisher weder in Coburg eingelebt noch in ihrem neuen Aufgabengebiet richtig Fuß gefasst und man merkt ihr ihre Unsicherheit aufgrund mangelnder Routine deutlich an.
Richard ist ein Ermittler, wie man sich ihn vorstellt: scharfsinnig und akribisch. Er kommt mit allen Kollegen bestens aus, nur Maxi steht er zwiespältig gegenüber – es ärgert ihn, dass man ihm jemanden mit so wenig Erfahrung vor die Nase gesetzt hat, dennoch fühlt er sich zu ihr hingezogen.

Der Fall um die ermordete Melinda Hauptmann ist knifflig. Immer neue Fakten und Ereignisse halten die Handlung bis zum dramatischen Finale lebendig und haben mir genauso wie die zahlreichen im Verlauf des Krimis auftauchenden Fragen viel Platz zum Miträtseln über Hintergründe, mögliche Motive und die Identität des Täters gegeben.

Ilona Schmidt kann auch mit einer großen Portion Lokalkolorit punkten. Dank der detailreichen Beschreibungen kann man sich die Schauplätze in und um Coburg prima vorstellen.

„Brunnenleich“ hat mir sehr gut gefallen - ein Krimi, der mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.

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Brunnenleich
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Wo ist Erkül Bwaroo?

Brunnenleich von Ilona Schmidt

Laundom. Hans und Greta, die Kinder des reichen Besenfabrikanten Sebastian Bleibtreu wurden entführt! Um den Kidnappern auf die Spur zu kommen, engagiert der verzweifelte Vater keinen Geringeren, als den berühmten Elfendetektiv Erkül Bwaroo.
Bwaroo begibt sich umgehend gemeinsam mit seinem guten Freund Dr.

Artur Heystings in das Haus des Fabrikanten. Hier erfahren die beiden, dass nicht nur Hans und Greta verschwunden sind, sondern auch das Stubenmädchen Lizzie vermisst wird. Dessen Posten wurde gerade neu vergeben – an Maja Behn. Maja ist eigentlich eine investigativ recherchierende Elfenjournalistin. Sie ist fest davon überzeugt, dass Lizzie ermordet wurde und bietet Bwaroo und Heystings ihre Unterstützung bei der Suche nach den Vermissten an. Die Ermittlungen laufen an, doch plötzlich muss Bwaroo in einer dringenden Angelegenheit die Stadt verlassen…

Ruth M. Fuchs verknüpft in ihrer Krimireihe rund um den Elfendetektiv Erkül Bwaroo gekonnt und sehr unterhaltsam Krimi mit Märchenwelt.

Mein erstes Abenteuer mit Bwaroo und schon nach wenigen Seiten bin ich von der Handlung und den Figuren gefesselt. Die Parallelen zu Agatha Christies Hercule Poirot sind unverkennbar - Ruth M. Fuchs hat ihren Ermittler mit all den Eigenarten und Besonderheiten, die Poirot ausmachen, ausgestattet: sie lässt Bwaroo genauso raffiniert agieren. Auch Bwaroo ist besonders stolz auf seine kleinen grauen Zellen und absolut überzeugt von seinen Fähigkeiten. Und auch er spricht mit französischem Einschlag. Selbst der Fall, den es hier zu lösen gilt, ist ähnlich verzwickt wie bei Christie und nicht leicht zu durchschauen. Irgendwie könnte jeder seine Finger im Spiel haben. Am Ende dann die verblüffende Auflösung, die der geniale wie exzentrische Detektiv vor den versammelten Akteuren präsentiert. Herrlich!

„Wo ist Erkül Bwaroo?“ hat mir sehr gut gefallen. Die Mischung aus Spannung, Märchen und Humor bietet von der ersten bis zur letzten Seite kurzweiliges Lesevergnügen.

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Commissario Pavarotti kam nie nach Rom

Commissario Pavarotti kam nie nach Rom von Elisabeth Florin

Meran. Am Pool eines Luxushotels wird das Ehepaar Santer erschossen aufgefunden. Lex Santer war Mitinhaber einer Agentur für Fondanalysen mit Sitz in Königsstein im Taunus, seine Frau Anna eine Schriftstellerin, deren neues Buch in Kürze auf den Markt kommen sollte. Die Ermittlungen führen Commissario Pavarotti nach Deutschland, weil Mauscheleien in Lex’ Agentur als Motiv für den Doppelmord angenommen werden.

Am Frankfurter Hauptbahnhof trifft Pavarotti auf Lissie von Spiegel – Co-Ermittlerin in früheren Fällen und nach wie vor seine große Liebe. Als Lissie hört, um wen es sich bei den Toten in Pavarottis neuem Fall handelt, ist sie entsetzt, war doch Anna nicht nur eine Kollegin, sondern auch eine gute Freundin von ihr…

„Commissario Pavarotti kam nie nach Rom“ ist bereits der vierte Fall für den italienischen Kriminalkommissar Luciano Pavarotti – für mich war dieser Krimi die erste Begegnung mit dem ruppig wirkenden Commissario. Auch wenn Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden für das Verständnis dieses Krimis nicht vonnöten sind, haben mir die Hintergründe zu dem angespannten Verhältnis zwischen den Ermittlern gefehlt. Ich halte es daher für ratsam, die Fälle in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse sowie die Entwicklung der Figuren den Lesegenuss dieser spannend erzählten Geschichte sicherlich noch erhöhen.

Elisabeth Florin hat einen flüssig zu lesenden, fesselnden Schreibstil - schnell ist man mittendrin in einem Strudel aus gegenwärtigen und vergangenen Ereignissen und erlebt nicht nur die Ermittlungen, sondern auch die persönlichen Probleme sowie das Miteinander und Gegeneinander der Akteure hautnah mit. Besonders das Zusammenspiel zwischen Pavarotti und Lissie ist spannend, weil sie in seinen Augen durchaus als Täterin in Frage kommt.

Die Autorin wartet in diesem Krimi mit einem sehr interessanten Thema auf. Es geht um die Rattenlinien – so werden die Fluchtrouten bezeichnet, über die NS-Verbrecher nach dem Zweiten Weltkrieg nach Übersee entkamen und sich so einer strafrechtlichen Verurteilung entzogen. Südtirol wurde häufig als Zwischenaufenthalt und als Sprungbrett in ein neues Leben genutzt, hier wurde es den Nazi-Schergen leicht gemacht, sich neue Ausweise und damit eine neue Identität zu besorgen.

„Commissario Pavarotti kam nie nach Rom“ hat mir sehr gut gefallen – ein abwechslungsreicher Krimi, der kurzweilige, spannende Unterhaltung bietet.

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Meerjungfrauen morden besser

Meerjungfrauen morden besser - Die K&K-Schwestern ermitteln (Die Schnüffelschwestern 2) von Tatjana Kruse

Die Ü-60 Zwillinge Konny und Kriemhild wollen ihren Augen nicht trauen – ihre schöne Bed & Breakfast-Pension total verwüstet! Dafür verantwortlich sind drei miese Halunken, die ihren Anteil aus einem angeblichen Raubzug mit dem Kommodore haben wollen und dafür über Leichen gehen. Kriemhild ist sich sicher, dass ihr Kommodore kein Juwelenräuber war, der seine Kumpane hintergangen hat.

Um das zu beweisen, düsen die Schwestern mit Konnys Harley nach Hamburg – ihnen immer dicht auf den Fersen: die drei Schurken…

„Meerjungfrauen morden besser“ ist der zweite Fall für die Zwillingsschwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten (die eine rund und sanft, die andere rank und harsch), die aber immer zusammenhalten, wenn es darauf ankommt.

Wenn jemand weiß, wie man schräge, unterhaltsame Figuren kreiert, dann Tatjana Kruse. Die Akteure, die sie hier ins Rennen schickt, beleben allesamt mit ihren jeweiligen Eigenarten und Besonderheiten die Szenerie und lassen diesen Krimi damit zu einem herrlich turbulenten Abenteuer werden.

Auch für Situationskomik hat die Autorin ein gutes Händchen. Die Schnüffelschwestern schliddern von einem verrückten Ereignis zum nächsten, so dass für eine durchweg abwechslungsreiche, spaßige Handlung gesorgt ist.

Tatjana Kruse kann nicht nur Humor, sie kann auch Spannung. Der Kriminalfall ist verzwickt und hält sowohl für die Schwestern wie auch für den Leser einige Überraschungen bereit. Ich konnte prima mit Konny und Kriemhild mitgrübeln und miträtseln und habe bis zum Ende nicht geahnt, wer hier seine kriminellen Finger im Spiel hat.

„Meerjungfrauen morden besser“ hat mich rundum begeistert – ein Krimi, der mit viel frischem Witz daherkommt und von der ersten bis zur letzten Seite spannende Unterhaltung bietet.

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Ein dänisches Verbrechen

Ein dänisches Verbrechen von Frida Gronover

Die 34-jährige Gitte Madsen hat nach dem Tod ihrer Mutter und der Trennung von ihrem Freund das Münsterland verlassen und sich auf den Weg in ihre alte Heimat Dänemark gemacht. Sie will künftig in dem kleinen Ort Marielyst auf der Insel Falster leben. Hier hat sie ein kleines Häuschen gemietet und einen Job beim örtlichen Bestatter gefunden.

Gitte freut sich auf ihren neuen Lebensabschnitt und hofft außerdem, dass sie Licht in das Dunkel um das spurlose Verschwinden ihres Vaters vor 20 Jahren bringen kann. Kaum angekommen, muss Gitte feststellen, dass die Idylle in ihrem neuen Domizil trügerisch ist, denn auf ihrer Terrasse liegt eine Leiche…

Frida Gronover hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil - schnell war ich mittendrin im Geschehen und hatte schon nach kurzer Zeit das Gefühl, mit Gitte und den Menschen um sie herum gut vertraut zu sein.

Die Autorin lässt ihre Protagonistin sehr gelassen und ohne Hektik ermitteln. Genauso beschaulich wie es in Marielyst zugeht, sind auch Gittes Ermittlungen – sie hört sich um und fragt sich durch und kommt der Lösung des Falls so Stück für Stück näher. Dieses Vorgehen hat mir einerseits gefallen, weil es sehr gut zu dem ganzen Drumherum passt, andererseits hat mir aber auch ein wenig Schwung gefehlt. Am Ende bleiben dann ein paar Fragen offen, so dass mich der Kriminalfall trotz einer nachvollziehbaren Auflösung insgesamt nicht überzeugt hat.

Ganz anders sieht das mit dem Lokalkolorit aus – hier kann Frida Gronover mit ganz wunderbaren Beschreibungen und Schilderungen punkten. Die Darstellung von Dänemark und den Dänen ist der Autorin hervorragend gelungen, so dass ich mir sowohl die Schauplätze wie auch die Akteure sehr gut vorstellen konnte. Die Besonderheiten des Landes werden hervorgehoben und auch lokale Begebenheiten und die Eigenarten der Einheimischen, die kulinarischen Spezialitäten und Vorlieben sowie die Sitten und Bräuche fließen in die Handlung ein.

„Ein dänisches Verbrechen“ ist ein ruhiger Krimi, der mit sympathischen Akteuren daherkommt und zudem eine große Portion Urlaubsgefühl im Gepäck hat (3,5/5).

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Nordland. Hamburg 2059 – Freiheit

Nordland. Hamburg 2059 - Freiheit von Gabriele Albers

In ihrem dystopischen Roman „Nordland. Hamburg 2059 – Freiheit“ nimmt Gabriele Albers den Leser mit in eine Stadt, die ganz anders ist, als das Hamburg, das wir heute kennen. Die Autorin hat die heutige politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation einer drastischen Entwicklung unterworfen und katapultiert den Leser in eine Welt, in der eine skrupellose, gierige Minderheit das Zepter schwingt.

In Sachen Technik wurden große Fortschritte gemacht, aber auf sozialer Ebene hat man den Rückwärtsgang eingelegt.

Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Nordland nicht nur meilenweit auseinander, sie scheint in zwei Teile zerbrochen – die Birds haben alles, alle anderen haben nichts. Frauenrechte? Gibt’s nicht mehr. Über Jahrzehnte hart erkämpft, sind diese zumindest in den Reihen der reichen Birds wie weggewischt.

Die hochsensible Lillith gehört zu den Birds. Die Tochter des Senators und Nordland-Mitbegründers Davide Civetta träumt von einer selbstbestimmten Zukunft, doch ihr kaltherziger Vater sieht sie nur als Wertgegenstand und will sie in Kürze verheiraten. Lillith sucht einen Ausweg aus ihrer Misere und findet sich plötzlich inmitten einer Widerstandsgruppe wieder: den Omegas. Hier erfährt sie, wie es außerhalb des Kreises der Reichen und Mächtigen in Nordland wirklich aussieht: Armut, Unterdrückung und Elend soweit das Auge reicht. Lillith will Freiheit, für sich selbst und für die geschundene Bevölkerung Nordlands – in beiden Fällen ein Kampf gegen die sprichwörtlichen Windmühlen.

Auch in Nordlands Oberschicht läuft nicht alles in ruhigen Bahnen. In dem ursprünglich gleichberechtigten Team aus Senatoren gibt es einige, die heimlich ihr eigenes Süppchen kochen und damit das bestehende System ins Wanken bringen – eine Chance für den Widerstand? Oder der Untergang aller?

Gabriele Albers hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten war ich gefesselt von den Ereignissen und habe gespannt das Geschehen verfolgt. Die Autorin hat eine interessante Welt kreiert, alles ist sehr gut durchdacht und ausgeklügelt. Die Beschreibungen sind detailreich, die Schilderungen lebhaft und mitreißend. Die Handlung wirkt sehr authentisch und beschert einem eine Gänsehaut, wenn man auf Szenarien trifft, die denen ähneln, die in unserer Historie noch nicht allzu weit zurückliegen.

Trotz der Fülle an Figuren fällt es nicht schwer, den Überblick zu behalten, da alle Akteure mit Eigenarten und Besonderheiten ausgestattet sind und einen hohen Wiedererkennungswert haben. Besonders gut gefallen hat mir, dass Gabriele Albers eine Hauptprotagonistin ins Rennen schickt, die zwar couragiert handelt, aber nicht zur Superfrau mutiert. Lillith muss Fehlschläge hinnehmen und zudem akzeptieren, dass sie nicht jeden lieb gewonnenen Wegbegleiter retten kann.

Zahlreiche Überraschungen und Wendungen sorgen dafür, dass die Geschichte immer wieder neuen Schwung bekommt und die Sogwirkung bis zur letzten Seite nicht abreißt.
Das Buch endet mit einem Paukenschlag – ich habe absolut nicht mit diesem Twist gerechnet und bin jetzt mehr als neugierig, was im zweiten Band dieser fesselnden Dystopie alles auf Lillith & Co. zukommen wird.

„Nordland. Hamburg 2059 – Freiheit“ hat mich durchweg begeistert – absolute Leseempfehlung für alle, die gut und spannend unterhalten werden wollen und gleichzeitig einen Blick auf ein düsteres, aber äußerst realitätsnahes Zukunftsszenario unserer Gesellschaft werfen möchten.

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Das Meisterwerk

Das Meisterwerk von Francine Rivers

Grace Moore sucht händeringend einen Job, um sich für sich und ihren kleinen Sohn eine eigene Wohnung leisten zu können. Eine Zeitarbeitsagentur vermittelt ihr eine Stelle bei dem exzentrischen Künstler Roman Velasco. Roman braucht dringend jemanden, der sich um die alltäglichen Dinge in seinem Leben kümmert, damit er sich ganz auf seine Kunst konzentrieren kann.

Dennoch hat er in den letzten Wochen bereits vier Assistentinnen vergrault und auch mit Grace ist der Start ziemlich holperig…

Francine Rivers lässt hier zwei Welten aufeinanderprallen – Grace und Roman haben auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam. Roman schwimmt im Geld, kann sich alles leisten, was er möchte, während Grace jeden Cent zweimal umdrehen muss. Er lebt in den Tag hinein und hat weder Verantwortung noch Ziele; sie muss sich um ihren Sohn kümmern und hat einen genauen Plan, wie sie ihr Leben gestalten möchte und arbeitet Schritt für Schritt daran, ihre Träume zu verwirklichen.

Trotz dieser gravierenden Unterschiede offenbaren sich im Verlauf der Handlung einige Parallelen. Die Autorin hat mehrere Rückblenden in das aktuelle Geschehen eingefügt - hier erfährt man etwas über die traumatischen Erlebnisse, die Grace und Roman während ihrer Kindheit durchmachen mussten und über die Stolpersteine, die ihnen das Leben bisher in den Weg gelegt hat.

Während Grace dem Unbill des Lebens mit ihrem tiefen Glauben an Gott begegnet und so immer wieder Kraft schöpft und Trost erfährt, hat Roman seine Ängste in sich hineingefressen und versucht seine Wut und seinen Frust durch das illegale Sprühen von Graffitis zu bändigen.

Obwohl die beiden sich zueinander hingezogen fühlen, scheint eine gemeinsame Zukunft undenkbar, zu verschieden sind ihre Entwicklung, ihre Erfahrungen und ihre Denkweise. Roman muss erst durch die Hölle gehen, um in der Lage zu sein, seine Vergangenheit aufzuarbeiten, seinem Leben eine neue Richtung zu geben und so den Weg zu ebnen für ein gemeinsames Glück mit Grace.

Francine Rivers versteht es ganz ausgezeichnet, dem Leser die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonisten zu vermitteln. Man wird schier mitgerissen von den vielfältigen Emotionen und lebt und leidet Seite um Seite mit Grace und Roman mit. Die nach und nach ans Licht kommenden Hintergründe sorgen dafür, dass die Geschichte immer wieder neuen Schwung bekommt und die Sogwirkung bis zur letzten Seite nicht abreißt.

„Das Meisterwerk“ hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich nicht nur bestens unterhalten gefühlt, sondern habe es als sehr bereichernd empfunden, Grace und Roman durch die für sie sehr aufwühlende Zeit zu begleiten und die schönen Augenblicke genauso wie die schwierigen Momente mit ihnen zu teilen.

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Die Frauenburg

Das Meisterwerk von Francine Rivers

In ihrem historischen Roman „Die Frauenburg“ nimmt Marita Spang den Leser mit in das 14. Jahrhundert und erzählt die spannende Lebensgeschichte der Gräfin Loretta von Starkenburg-Sponheim.

Marita Spang hat die historischen Ereignisse der 1310er und 1320er Jahre mit einer fiktiven Geschichte verknüpft und ein facettenreiches und vor allen Dingen sehr glaubwürdiges Bild der damaligen Zeit gezeichnet.

Schon nach wenigen Seiten ist man mittendrin im Geschehen und damit in einer Welt aus Machtgier, Intrigen und Fehden, aber auch aus Liebe und Leidenschaft.

Im Alter von 16 Jahren heiratet Loretta von Salm den ältesten Sohn des Grafen Johann II. von Starkenburg-Sponheim. Als ihr Ehemann nach wenigen Jahren schwer erkrankt, nimmt dieser Loretta an seinem Sterbebett das Versprechen ab, bei ihrem Schwiegervater durchzusetzen, dass sie bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes Johannes als Regentin eingesetzt wird und nicht ihr Schwager Pantaleon. Graf Johann zögert, dem Wunsch seines Sohnes zu folgen, lässt sich aber schließlich von Loretta überzeugen – eine Entscheidung, die sich als gut und richtig erweisen soll, denn Loretta verwaltet die Grafschaft mit viel Geschick.

Gräfin Loretta war eine außergewöhnliche Frau des Spätmittelalters. Sie war klug und weitsichtig und hatte in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit großen Einfluss auf das politische Geschehen. Sie war tatkräftig, agierte mutig und mit ungewöhnlichen Maßnahmen in einer von Männern beherrschten Welt und zeigte keinerlei Scheu, sich mit den Mächtigen des Landes anzulegen, um ihre Interessen zu wahren. Sie findet sogar entgegen aller Widrigkeiten Mittel und Wege, eine eigene Burg zu bauen – die Frauenburg.

Marita Spang hat ihre Protagonistin zudem mit einer besonderen Gabe ausgestattet, die sich in der weiblichen Line ihrer Familie weitervererbt. Loretta ist in der Lage, drohendes Unheil zu erahnen und Menschen aus ihrem Umfeld zu warnen bzw. sie aus einer bedrohlichen Situation zu retten.

Auch die Darstellung der anderen Akteure hat mir sehr gut gefallen. Sowohl fiktive Figuren wie auch die zahlreichen historischen Persönlichkeiten bekommen schnell ein Gesicht. Alle werden lebendig und ausdrucksvoll präsentiert und wirken in ihrem Tun überzeugend. Es war äußerst spannend, ihre Wege zu verfolgen und ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten.

„Die Frauenburg“ hat mich rundum begeistert – es war sehr interessant, diese außergewöhnliche Frau kennenzulernen und es hat großen Spaß gemacht, sie durch die Höhen und Tiefen ihres bewegten Lebens zu begleiten.

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Wie heiß ist das denn?

Wie heiß ist das denn? von Ellen Berg

Für die 44-jährige Wohnraumdesignerin Bea Lindemann läuft das Leben gerade mächtig unrund – ihr Freund Fred hat sie verlassen, die Wechseljahre kündigen sich ganz leise an und geschäftlich sieht es auch nicht gerade rosig aus – kein Wunder, dass sie da ein wenig schroff auf den neuen Freund ihrer Tochter reagiert.

Dass Professor Julian Weischenberg mehr als doppelt so alt ist wie die 19-jährige Mona, macht ihn nämlich in Beas Augen zu einem gewissenlosen Halunken und Lüstling. Trotz aller Abneigung und der Tatsache, dass Julian mit Mona liiert ist, lässt der Mittvierziger jedoch Beas Herz schneller schlagen. Und auch Theo Andrack, der mit einem lukrativen Auftrag an Beas Ladentür klopft, beschert ihr Hitzewallungen. Die Männerpause, die Bea sich nach dem Aus mit Fred selbst verordnet hat, gerät schneller als gedacht ins Wanken…

Ellen Berg erzählt diesen humorvollen Frauenroman mit viel Schwung. Die Geschichte lässt sich angenehm zügig lesen und man kann prima mit Bea mitfühlen und mitfiebern. Es gelingt der Autorin ganz ausgezeichnet, den Alltag ihrer Protagonistin mit kleinen und größeren Katastrophen sowie einigen Überraschungen durcheinanderzuwirbeln und den Leser damit bestens zu unterhalten.

Besonders gut gefallen haben mir die außergewöhnlichen Figuren. Jeder Einzelne bekommt schnell ein Gesicht und bringt mit seinen Eigenarten, Besonderheiten und Macken eine Menge Pep in die Handlung, so dass durchweg für eine lebhafte Szenerie gesorgt ist.

Ellen Berg hat den Akteuren viele lockere Sprüche in den Mund gelegt, die Dialoge sind frisch und mit ganz viel Wortwitz gespickt – einzig Monas betont auf jugendlich getrimmte Wortwahl war mir ein wenig zu überdreht.

„Wie heiß ist das denn?“ hat mir sehr gut gefallen - ein unterhaltsamer Roman, der dem Leser neben einer guten Portion Romantik vor allen Dingen ganz viel Humor bietet.

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