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Rezensionen von PMelittaM:
Sehr gelungene Zeichnungen, die Geschichte packt mich aber nicht so richtig
HORDE - Das Erste Zeitalter von Gronkh; Pandorya; Liza Grimm; PhunkRoyal
Bronko und Lysatrya haben das Abenteuerleben aufgegeben und wollen sesshaft werden. Die Eröffnungsfeier ihrer Taverne steht kurz bevor, die ehemaligen Mitstreiter Willibert und Snarph gerade angekommen um mitzufeiern, als die Ortschaft von einem magischen Fluch getroffen wird, was die Vier doch wieder zwingt, ihre ehemalige Profession aufzunehmen, irgendjemand muss sich ja darum kümmern.
Die ortsansässige Hexe Verina hat einen Rat parat, und so machen sich die Vier auf, den Fluch zu brechen.
Der Comic basiert auf einem Pen- und Paper-Projekt, die Teilnehmer:innen werden auf dem Cover namentlich erwähnt, sie verkörpern auch die einzelnen Protagonist:innen. Mir war bisher nur die Autorin Liza Grimm bekannt, die auch das Skript geschrieben hat. Im Anhang erfährt man Näheres über die Projektteilnehmer:innen und die Protagonist:innen des Comics.
Die Zeichnungen stammen von Marvin Clifford, in meinen Augen sind sie herrlich comichaft, besonders die doppelseitigen Zeichnungen gefallen mir sehr gut. Schon auf dem Cover kann man sehen, wie gelungen die Mimiken der Charaktere sind.
Die Geschichte dagegen kann mich nicht ganz so packen, mir ist sie, zumindest bisher, denn dieser Band ist erst der erste einer Reihe, zu einfach gestrickt, ich mag allerdings den Humor.
Der erste Band der Comicreihe konnte mich leider nicht ganz überzeugen, die Zeichnungen sind zwar sehr gelungen, auch den Humor mag ich, aber bisher ist mir die Geschichte etwas zu einfach gestrickt. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.
Hält für mich nicht, was Band 1 versprochen hat
How to Kill Fate (Fate Dilogie, Bd. 2) von Saskia Louis
Kianas Versuch, die Schicksalsfäden zu manipulieren, macht sie und ihre beiden Begleiter Nevin und Tyron noch angreifbarer und ihr Leben noch gefährlicher. Und dennoch können und wollen sie nicht mehr zurück.
Der zweite Band der Dilogie setzt nahtlos da an, wo der erste endete und löst somit den Cliffhanger direkt auf.
Das heißt aber nicht, dass es nicht spannend weitergeht. Im zweiten Band gibt es noch mehr Gefahren, Kianas und Tyrons Fähigkeiten wachsen aber auch weiter an, wodurch die eine oder andere Gefahrensituation aufgelöst werden kann. Auch gibt es hin und wieder Personen, die unterstützen und die Gruppe bei ihrer mehr oder weniger selbstgewählten Aufgabe voranbringen. Allerdings gibt es auch Trennungen, auch innerhalb der Gruppe.
In diesem Band treten zudem die Götter mehr in den Vordergrund und man erfährt auch einiges über ihre Hntergründe. Auch in diesem Band wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, vorwiegend denen Tyrons und Kianas, wobei auch hier wieder Kiana den Hauptpart erhält.
Leider hat mich der zweite Band weniger überzeugt als der erste. Da Tyron und Kiana über längere Zeit alleine unterwegs sind, geht ein wichtiger Teil dessen, was mir gefallen hat, nämlich der Humor, in weiten Teilen verloren. Die Gespräche der beiden haben dafür eine Menge in meinen Augen pseudophilosophisches Blabla zu bieten, das für mich die Geschichte stellenweise sehr langatmig gemacht und ihr Spannung entzogen hat, zumal manches auch wiederholend ist. Manchmal möchte ich Autor:innen gerne zurufen, dass Leser:innen nicht alles bis ins kleinste vorgekaut werden muss.
Auch das Ende ist nicht ganz nach meinem Geschmack, es ist zwar sehr dramatisch, aber in meinen Augen auch sehr kitschig. Für mich war zudem manches vorhersehbar.
Band 2 der Dilogie hat mich leider nicht so gut unterhalten wie Band 2, mir war er vor allem in seinen Dialogen zu langatmig, weniger humorvoll und am Ende zu kitschig.
Humorvolle Fantasy mit einzigartigen Persönlichkeiten
Stan und Mortimer von Andreas Hagemann
Der tollpatschige Drache Stan und der wortgewandte Vampir Mortimer treffen ohne Erinnerung in einer für sie fremden Welt aufeinander, beide sahen zuletzt ein blaues Licht. Sie tun sich zusammen, um dieses blaue Licht und damit auch ihre Erinnerungen zu finden und möglichst nach Hause zurück zu kommen.
Auf ihrem Weg haben sie einige Begegnungen, müssen mit Problemen klarkommen und sogar Rätsel lösen.
Ein Drache und ein Vampir, das kann nur gut werden, dachte ich, und hatte dann doch Schwierigkeiten in die Geschichte zu kommen, doch irgendwann hatte sie mich, und ich habe gespannt weitergelesen. Da ging es mir so wie Mortimer mit Stan, die Beziehung der beiden gestaltet sich nicht immer leicht, weniger für Stan, der ein fröhliches und etwas naives Gemüt hat, dafür umso mehr für Mortimer, der sich erst an den dauerredenden riesigen Begleiter gewöhnen muss. Nach und nach kommen sich die beiden aber näher. Am Ende hat das Buch eine schöne Message, egal wie unterschiedlich man ist, Freundschaft ist immer möglich, und zusammen kann man viel schaffen. Auch als Leser:in gewinnt man die beiden zunehmend lieb.
Erzählt wird in einem lockeren Ton, mit einigem Humor aber auch tragischen Momenten. Die Begegnungen, die die beiden haben, sind mehr oder weniger skurril, aber nicht ohne Probleme. Auch die Lösungen der Probleme sind mitunter recht skurril.
Im Nachwort deutet der Autor eine mögliche Fortsetzung an, ich wäre dabei! Bis dahin schaue ich mir aber mal seine anderen Drachen an.
Stan und Mortimer sind ein liebenswertes Duo mit einem gemeinsamen Ziel, das sich mit einigen Schwierigkeiten herumschlagen muss. Wer gerne humorvolle Fantasy mit einzigartigen Persönlichkeiten liest, ist hier richtig.
Steht Band 1 in nichts nach
The Boys: Gnadenlos-Edition.Bd.2 von Garth Ennis; Darick Robertson; John B. Higgins
Hughie, nun fester Bestandteil der Gruppe um Billy Butcher, datet Annie, ohne zu wissen, dass sie Starlight, eine der Seven ist, wie auch sie nicht weiß, womit er seine Zeit verbringt. Außerdem gibt es weitere Informationen über Vought und die Entstehung der Supermenschen, die Butcher übrigens Supies nennt.
Neben The Seven gibt es eine ganze Reihe weiterer Supie-Gruppen, interessant sind dabei derzeit vor allem jene, die von John Godolkin gegründet wurden, die G-Men, die G-Coast, die G-Style und wie sie alle heißen. Hughie wird auf deren Jugendorganisation angesetzt, die er undercover infiltriert und feststellt, dass sie eigentlich ganz nett sind. Eigentlich soll er bei Godolkin nur ein paar Abhörwanzen installieren, doch dann wird das Ganze gefährlicher als geplant.
Schon optisch ist auch dieser Band wieder erstklassig, aber auch die Geschichte ist nicht ohne. Wie gehabt sehr blutig und auf keinen Fall für Leser:innen unter 18 geeignet, aber auch mit einigem schwarzen Humor und viel Spannung ausgestattet. Auch für Kenner:innen der Serie lohnt es sich übrigens die Comicreihe zu lesen, denn es gibt Unterschiede.
Band 2 steht dem Vorgänger in nichts nach, man bekommt weitere Informationen, gelungene Zeichnungen und spannende Lesestunden.
Endlich ein Blick in die Heimat und auf den Feind
Fables, Band 4 - Die letzte Festung von Bill Willingham
Der vierte Band der Reihe führt in das Heimatland der Fables, aus dem sie durch den Feind vertrieben wurden. Hier erfährt man ein bisschen mehr darüber, lernt Fables kennen, die gekämpft haben und es zum Teil nicht geschafft haben, zu fliehen, wie etwa Robin Loxley, auch bekannt als Robin Hood und seine Freunde, und man kann auch mehr als einen Blick auf den Feind werfen.
Die letzte Festung, das letzte Bollwerk gegen diesen droht erobert zu werden, ein Schiff wird es noch durch das letzte offene Portal verlassen können.
Die zweite Hälfte des Comicbandes führt dann wieder nach Fabletown, wo eine tot geglaubte Fable auftaucht, Prince Charming Bürgermeister werden möchte und Jack von Wesen, die nicht aus Fleisch und Blut zu sein scheinen, angegriffen wird.
Auch Band 4 hat mir gut gefallen, endlich hat man auch ein bisschen mehr über die Vertreibung aus der Heimat und den Feind erfahren. Ich bin gespannt, wie es mit den verschiedenen Strängen weitergehen wird.
Spannend und wenig vorhersehbar
Firewatch von Colin Hadler
Aaron hält in den Semesterferien Feuerwache in einem Nationalpark und verschwindet eines Tages spurlos. Sein bester Freund Robin ist sich sicher, dass er weiß, wer dahintersteckt und sucht dessen Nähe, um ihn zu überführen.
Das ist mein zweiter Roman von Colin Hadler, ich hatte eine gewisse Erwartung an ihn, vor allem Spannung und einige Überraschungen, und wurde nicht enttäuscht.
Erzählt wird zunächst aus zwei Perspektiven und Zeitebenen. Mit „Damals“ überschrieben sind Aarons Erlebnisse auf dem Firetower bis zu seinem Verschwinden, mit „Heute“ die Robins einige Monate danach, Robin erzählt selbst in Ich-Form. Später bleibt der Fokus auf Robin, Rückblenden gibt es nur noch wenige. Dafür kommt eine weitere Perspektive ins Spiel, jemand, dem:der etwas angetan zu werden scheint, und der:die seinen:ihren Peiniger mit „du“ anspricht, auch diese Passagen werden in Ich-Form erzählt. Ich hatte schnell eine Ahnung, wer das sein könnte, wie ich überhaupt einige Überlegungen angestellt habe. Letztlich ist der Roman aber kaum vorhersehbar, am Ende aber das Geschehene für mich nachvollziehbar.
Die Charaktere sind in meinen Augen gut ausgearbeitet, ich konnte mich in die Perspektiven Aarons und Robins hineinversetzen, und auch die anderen Charaktere bekommen Konturen. Ein besonders interessanter Charakter ist Kian Foster, den Robin verdächtigt, was man schon sehr früh erfährt. Dass hinter ihm mehr steckt als zunächst gedacht, wird schnell klar, was das aber ist, erfährt man erst nach und nach.
Der Roman ist aber nicht nur ein spannender Thriller sondern auch auf gewisse Weise ein Liebesroman, der ein paar sehr explizite Szenen mitbringt. Mir hat dieser Mix gut gefallen.
„Firewatch“ hat mir spannende Lesestunden beschert, die Emotionen der Protagonisten kamen bei mir an und ich habe bis zum Schluss mitgerätselt.
Unterhaltsam
The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love von Josie Silver
Melody Bittersweet kann, wie alle Frauen ihrer Familie, Geister sehen. Diese Fähigkeit wird schon lange für das Familiengeschäft genutzt, die Kundschaft freut sich, wenn der:die Verstorbene ihnen noch verraten kann, wo ein dringend benötigtes Schriftstück oder ein vermisster Schlüssel zu finden ist.
Doch Melody will mehr und gründet die erste weibliche Ghostbusting-Agentur, mit der sie sich um im Diesseits festsitzende oder die Lebenden störende Geister kümmern möchte. Schnell findet sie auch einen ersten Kunden, dessen Haus nicht verkauft werden kann, bevor nicht der Geisterspuk darin endet.
Der Roman ist eine Mischung aus Mystery, Krimi und Liebesgeschichte, wobei mich vor allem die ersten beiden angesprochen haben. Melody lernt schnell die drei männlichen Geister kennen, die sich im Haus befinden und es nicht verlassen können. Irgendetwas hält sie im Diesseits, und Melodys Aufgabe ist es, herauszufinden, was es ist, und letztlich dafür zu sorgen, dass die Geister ins Jenseits gehen können.
Unterstützt wird sie dabei von ihrer besten Freundin Marina Malone, Arthur Elliott, dessen verstorbener Vater ein gutes Wort für ihn eingelegt hat, und der Sekretärin Glenda Jackson, die auch schon lange im Familiengeschäft arbeitet. Alle haben ihre eigenen besonderen, vollkommen natürlichen Fähigkeiten, die sich im Laufe der Geschichte bezahlt machen.
Leider ist Melody nicht die einzige in der Stadt, die Geister sehen kann. Leo Dark ist nicht nur ihr Ex, sondern er hat es auch geschafft, eine Fernsehshow zu bekommen, und macht sie ebenfalls an die Aufgabe, das Haus geisterfrei zu machen. Und wäre das nicht genug, muss sie sich auch noch mit dem Journalisten Fletcher Gunn herumschlagen, der den ganzen Geisterkram für Bauernfängerei hält. Und dann sind da natürlich auch noch ihre Mutter und ihre Großmutter, beide recht skurril, die weiterhin das Familiengeschäft betreiben.
Die Autorin lässt Melody die Geschichte selbst in Ich-Form erzählen. Leider ist Melody nicht mein Lieblingscharakter, sie nervte mich beim Lesen öfter. Immer wieder erzählt sie, dass sie ja schon 27 Jahre alt ist, benimmt sich oft aber eher wie ein liebestoller Teenager, vor allem auch, wenn sie Leo und Fletcher trifft. Voller Abneigung, aber auch voller Hormone, die sie zu den beiden, und sogar einem der Geister, hinziehen. Ich will nicht verschweigen, dass das auch zu manch witzigen Szenen führt, und im weiteren Verlauf der Geschichte hat es mich immer weniger gestört. Mein Lieblingscharakter ist übrigens Arthur Elliot.
Die Geschichte lässt sich flott lesen und ist humorvoll, es gibt aber auch tragische Momente. Der Fall ist am Ende nachvollziehbar gelöst. Der Roman ist der erste einer Reihe und hat mir Lust gemacht, die weiteren Bände zu lesen. Ein paar weniger der meist recht offensichtlichen Fehler, wären allerdings schön gewesen, zum Glück hat mich das nur wenig in meinem Lesefluss gestört.
Der erste Band der Mystery-Krimi-Romantik-Reihe lässt sich gut lesen und hat einigen Humor zu bieten. Leider ist die Protagonistin etwas nervig, andere Charaktere haben mir besser gefallen. Unterm Strich wurde ich gut unterhalten und habe Lust bekommen, weitere Bände zu lesen.
Vielversprechender Trilogieauftakt
Flut aus schwarzem Stahl von Anthony Ryan
Als sein Dorf von fremden Kriegern angegriffen wird, verwandelt sich Ruhlin in etwas schreckliches, wird aber dennoch gefangen genommen. Thera ist in Diensten einer der drei Schwesternköniginnen, die sie losschickt, um das Fehlen einer wichtigen Lieferung zu klären. Felnir arbeitet für seinen Onkel, wenn auch ungern, und bekommt wieder einmal einen kaum lösbaren Auftrag.
E.vine ist klug und gelehrt, macht aber einen schweren Fehler, als sie sich für die falsche Religion entscheidet. Vier Protagonist:innen, vier Perspektiven, aus denen die Geschichte abwechselnd erzählt wird. Manche Wege überschneiden oder verknüpfen sich gar.
Ich habe zwar noch nicht alle seine Werke gelesen, doch schon einigen, und Anthony Ryan hat mich noch nie enttäuscht. Auch hier war ich schnell im Lesefluss, auch wenn es relativ lange gedauert hat, bis klar wurde, wohin die Reise gehen soll. Da ich aber jeden der vier Lebenswege, die hier erzählt werden, interessant und spannend finde, wurde ich von Anfang an gepackt, war gespannt, wohin es führen wird. und wie die einzelnen Protagonist:innen zueinander stehen beziehungsweise, was sie miteinander zu tun haben werden. Nur ein Lebensweg blieb bisher von denen der anderen isoliert, da es sich aber hier erst um den Start in eine Trilogie handelt, wird sich das sicher in weiteren Bänden ändern. Gegen Ende des Bandes wurde mir auch klar, dass es Verbindungen zu einer anderen Trilogie des Autors gibt, die ich jetzt wohl bald lesen sollte.
Die Protagonist:innen sind alle ganz unterschiedlich, mit verschiedenen Zielen und Wünschen, die Ereignisse sind es, die hier ihre Leben mitbestimmen, und denen sie sich nicht ohne weiteres entziehen können. Auch weitere Charaktere sind sehr interessant, zum Beispiel Lynnea, die zwar stumm ist, aber besondere Fähigkeiten hat. Im Anhang findet sich übrigens eine Liste der Personen.
Das Setting mutet wikingisch an, aber auch eigenständig, immerhin sind wir in einer fiktiven Welt. Anthony Ryan hat eine interessante Welt geschaffen, die man nach und nach besser kennenlernt. Zu Beginn des Romans gibt es eine Karte, die nützlich sein kann. Immer wieder gibt es auch Rückblicke in frühere Ereignisse, die wichtig sind, um das Heute zu verstehen.
Anthony Ryan hat mich wieder direkt packen können und ich freue mich nun auf die weiteren Bände der Trilogie. Der Roman punktet mit einer interessanten Welt, gelungenen Charakteren und viel Spannung.
Gnadenlos und grandios
The Boys: Gnadenlos-Edition.Bd.1 von Garth Ennis; Darick Robertson
Vor Jahren wurde ein Mittel entdeckt, das aus Menschen Supermenschen machen kann, wobei die Art der Fähigkeiten nicht vorhersehbar und manchmal recht kurios ist. Viele dieser Supermenschn werden als Helden und Beschützer verehrt, vor allem The Seven, die besten von allen. Nun, schön ist es, wenn Menschen mit besonderen Fähigkeiten diese für Gutes einsetzen, große Macht führt zu großer Verantwortung oder so, doch Macht kann auch korrumpieren.
Das erfährt auch Annie, die sich sich schon ihr ganzes Leben gewünscht hatte, bei The Seven mitmachen zu dürfen, nun ist es endlich so weit, sie wird zu Starlight, doch die große Freude endet in großer Verachtung.
Hughies Freundin wurde von einem der Seven getötet, A-Train ist superschnell, und leider stand Robin einer Verfolgung im Weg, Kollateralschaden halt. Hughies Trauer ist tief, als er von Billy Butcher angesprochen wird. Dieser leitet im Auftrag der CIA eine kleine Gruppe, die durchgeknallte Supermenschen in Zaum halten soll, und lädt Hughie ein, ein Teil dieser Gruppe zu werden.
Die Serie zum Comic ist gerade in ihrer letzten Staffel angelangt, und so bekam ich Lust, mir die Comics anzusehen, auf denen sie basiert. Wer die Serie kennt, ahnt es schon, beides ist nur für Erwachsene geeignet, denn hier gibt es nicht nur viel Blut, Gewalt und vulgäre Sprache, sondern auch das andere Erwachsenenthema, ihr wisst schon welches, nimmt einigen Raum ein. Könnte abschreckend sein, ja, aber wer sehr schwarzen Humor mag, könnte dennoch gut unterhalten werden.
Man begleitet Butcher und seine Boys, die nicht alle männlich sind, bei mehreren Unternehmungen, die sich nicht nur auf die USA beschränken. Annie und The Seven nehmen hier noch einen relativ kleinen Part ein, und es gibt Unterschiede zur Serie, vor allem auch, weil die Comicreihe bereits 2006 gestartet ist.
Die Zeichnungen sind grandios. Karl Urban ist sicher ein toller Butcher, aber mir gefällt der gezeichnete aus dem Comic fast noch besser. Im Anhang zeigt der Zeichner einige Skizzen und erzählt von der Entwicklung einzelner Charaktere.
Diese Comicreihe ist ausschließlich für Erwachsene geeignet, blutig, vulgär, gnadenlos, und mit viel schwarzem Humor gesegnet. Wer damit klar kommt, erhält einen grandiosen Comic, dessen Geschichte und Zeichnungen sich in nichts nachstehen.
Hat mich eher enttäuscht
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
Im November 1967 verschwindet die sechzehnjährige Kristin Karvelsdottir auf dem Heimweg von einer Freundin spurlos an der Stelle, an der ihre jüngere Schwester Marsibil am selben Abend ihren Brieffreund treffen wollte. Marsibil hat niemandem von ihrem Brieffreund und dem geplanten Treffen erzählt, obwohl die Möglichkeit besteht, dass er hinter dem Verschwinden steckt.
Zehn Jahre später bekommt sie einen Brief, der von dem Brieffreund sein könnte, was sie wieder nach Hause führt.
Ich mag die Krimireihe der Autorin um die Polizistin Elma sehr, und so war ich gespannt auf diesen neuen Roman, der erste außerhalb der Reihe. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, zum einen erfahren wir was Kristin vom Herbst 1966 bis zu ihrem Verschwinden erlebt hat, zum anderen Marsibils Erlebnisse in ihrem Heimatdorf 1977, während sie versucht, doch noch hinter Kristins Verschwinden zu kommen. Beides wird in Ich-Form erzählt, wodurch man nahe dabei ist und die Schwestern recht gut kennen, kann sich aber durch bestimmte Vorkommnisse nicht immer auf das verlassen, was erzählt wird. Weitere Charaktere sind zudem subjektiv geprägt.
Die Stimmung ist von Anfang an düster. Dadurch, dass man nach und nach erfährt, was in dem Jahr vor dem Verschwinden passiert ist, und gleichzeitig mit Marsibil die verschiedenen Akteure zehn Jahre später erlebt, ergeben sich nach und nach immer mehr Motive, und nahezu jede:r scheint verdächtigt, inklusive Kristins eigener Familie. Das führt auch dazu, dass man selbst miträtselt und Theorien aufstellt, und ich kann sagen, dass mir manches von dem, was sich am Ende ergeben hat, relativ schnell klar war. Trotzdem erscheint mir die Auflösung nicht in allem logisch, was mich letztlich enttäuscht hat.
Zu einem Thema, das hier Relevanz gewinnt, hätte ich mir ein Nachwort der Autorin gewünscht, in dem sie erklärt, inwiefern das in Island tatsächlich vorgekommen ist.
Leider hat mich die Autorin, deren Krimireihe ich sehr schätze, mit diesem Roman eher enttäuscht. Die Erzählweise in zwei Zeitebenen spricht mich zwar an, die Auflösung erscheint mir aber nicht vollkommen logisch.











