Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PMelittaM:
Ein Roman, der gut tut
Pina fällt aus von Vera Zischke
Pina Luxen lebt mit ihrem erwachsenen autistischen Sohn Leo alleine, während sie arbeitet, besucht er eine Werkstatt für behinderte Menschen. Einmal in der Woche geht sie für sich und ihre Nachbarin Inge einkaufen, so lange bleibt Leo bei Inge, viel länger als eine Stunde ist das aber nicht möglich, denn dann bekommt Leo Panik.
Eines Tages bricht Pina auf dem Nachhauseweg vom Einkaufen zusammen und landet im Koma auf der Intensivstation. Nun ist es an der Hausgemeinschaft, mit Leo klar zu kommen und sich um ihn zu kümmern.
Ich kann mir die Situation Pinas gut vorstellen, ich war auch einmal pflegende Angehörige, und wäre mir dasselbe wie Pina passiert, wäre mein Pflegling hilflos zu Hause gewesen. Auch hier weiß zunächst niemand, was überhaupt los ist, wo Pina bleibt, zum Glück ist Leo gerade nicht alleine. Aber Inge ist schon 86, Witwe und hat sich schon länger nicht wegen der Treppen aus dem Haus getraut. Auch die beiden anderen Hausbewohner, die das Problem nach und nach mitbekommen, haben ihre ganz eigenen Sorgen. Und dennoch rauft man sich irgendwie zusammen. Das war wirklich schön zu lesen.
Vera Zischke hat Erfahrung mit diesem Thema, sie hat aber nicht nur Leo und Pina authentisch dargestellt, sondern auch alle anderen Charaktere des Romans, manche Entwicklungen habe ich nicht kommen sehen, alles wirkte aber immer echt, wenn auch vielleicht manchmal ein bisschen überspitzt.
Mir hat es gut getan, diesen Roman zu lesen, und ich hoffe, dass er viele Leser:innen findet, von mit gibt es auf jeden Fall eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Heftiger dritter Band
The Boys: Gnadenlos-Edition.Bd.3 von Garth Ennis; Darick Robertson; Keith Burns; John McCrea; Carlos Ezquerra
Homelander verkündet, dass er und die anderen Supies einige Tage ins Weltall müssen, um eine außerirdische Bedrohung abzuwehren. Tatsächlich ist aber der regelmäßig stattfindende Herogasm angesagt, bei dem die Supies es sich in einem exklusiven Resort gutgehen lassen. Dieses Jahr geht es besonders hoch her …
Im Anschluss daran entscheiden sich die Boys Hughie und damit auch den Leser:innen endlich ihre Geschichten zu erzählen, und die sind allesamt ziemlich heftig.
Dieser Band macht besonders deutlich, dass die Reihe ausschließlich für Erwachsene gedacht ist, was ich mir während des Herogasm, und ja, wenn du dir nun etwas sehr explizites vorstellst, hast du wahrscheinlich recht, ansehen musste, toppte wirklich vieles. Gut, dass ich die Serie schon kannte, und auf viel eingestellt war.
Dennoch war auch dieser Band lesenswert man erfährt viel, und besonders die Geschichten der einzelnen Mitglieder der Boys berühren. Auch die Zeichnungen sind wieder erstklassig.
Der dritte Band der Reihe ist in vielerlei Hinsicht heftig, doch etwas anderes darf man wohl von dieser Reihe nicht erwarten. Wer die Reihe bis hierher gelesen hat, wird sich davon aber nicht abschrecken lassen.
Ein japanischer Thriller
Tokyo von Tokuro Nukui
Im Januar 1990 wird die Leiche eines kleinen Mädchens, das einigen Wochen vorher verschwunden war, gefunden. Der Fall ist nicht einfach zu lösen, die Ermittler geben alles, kommen aber kaum voran. Dann ist ein weiteres Kind verschwunden.
Ich lese sehr gerne Romane, die in für uns eher exotischen Ländern spielen, denn in der Regel erfährt man auch immer einiges über das Land an sich, seine Gesellschaft, seine Kultur, das ist auch hier der Fall.
Dieser Roman ist im Original bereits 1993 erschienen und das Debüt des Autors.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, Hauptkommissar Saeki ist der Leiter des Dezernat I für Tötungsdelikte und schweren Raub, während Shigo Okamoto ein ihm unterstellter Kriminalanwärter ist. Während Saeki, dessen Vornamen man nicht erfährt, mehr für die Einsatzplanung zuständig ist, aber auch seinen Kopf hinhalten muss, wenn etwas schiefgeht, gehört Okamoto zur Fußtruppe, die zum Beispiel Befragungen macht.
Einen weiteren Erzählstrang nimmt Matsumoto ein, der kürzlich einen schweren Verlust erfahren hat, der ihm das Gefühl eines Loches in der Brust beschert, und der sein Glück in einer Religionsgemeinschaft sucht, von denen es in Japan unzählige gibt, die zum Teil sektenartig organisiert sind. Dieser Handlungsstrang löst sich mit dem der Ermittlungen abwechselnd ab.
Auf dem Cover wird ein Thriller versprochen, und auf gewisse Weise ist das der Roman auch, auch wenn er langsamer und mit weniger Spannung erzählt wird, als man es erwarten könnte. Dennoch, gerade der Matsumoto-Strang hat für mich schon etwas thrillerhaftes, er hat bei mir einige Emotionen ausgelöst. Zeitweise treten die Ermittlungen hinter seinen Erlebnissen sogar zurück. Ich glaube, man darf japanische Thriller nicht mit westlichen gleichsetzen, hier zumindest wird die Spannung subtiler erzeugt, mehr auf der psychologischen Ebene. Für mich war diese Form des Thrillers interessant zu lesen und mit einer eigenen Spannung behaftet. Ich konnte kaum aufhören zu lesen und habe viel spekuliert und gegoogelt.
Die Auflösung finde ich dennoch sehr überraschend, mir scheint aber alles logisch zu sein. Auch wenn ich mir vielleicht eine andere gewünscht hätte, gefällt mir diese Auflösung gut, auch, weil sie im Nachhinein passend ist und dem Roman einen interessanten Twist gibt.
Mich hat der Raman schnell packen können. Man muss sich auf ihn einlassen, weil er anders gestrickt ist, als man vielleicht erwartet, aber gerade das macht ihn für mich interessant. Ich war schnell emotional beteiligt und habe auch viel spekuliert. Gerne empfehle ich ihn allen, die nicht allzu fest an der westlichen Definition von Thriller hängen.
Manches ändert sich in Fabletown
Fables, Band 6 - Finstere Jahreszeiten von Bill Willingham
Bevor die Hauptstory weitergeführt wird, erleben wir mit Bigby Wolf ein Abenteuer im Zweiten Weltkrieg. Danach erfahren wir dann das Ergebnis der Bürgermeisterwahlen von Fabletown, was zu einigen Änderungen führt. Snow White kommt mit mehr Kindern nieder als erwartet, und das ist nicht die einzige Überraschung.
Hier ändert sich tatsächlich einiges, und wir lernen auch neue Charaktere kennen, vor allem den sehr beeindruckenden Vater Bigbys. Gespannt bin ich darauf, wie sich Snows Kinder weiterentwickeln und, ob wir demnächst wieder in die Heimat der Fables gehen werden, denn ein Protagonist hat sich in diese Richtung aufgemacht.
Band 6 der Reihe führt die Geschichte interessant weiter und man darf gespannt sein, wie es weitergeht.
Krimi mit berührender Hintergrundgeschichte
Was zum Tode führt von Nicole Eick
Im Bamberger Hauptsmoorwald wird ein Skelett gefunden. Zuerst muss die Identität festgestellt werden, bevor man ermitteln kann, wie es zum Tod kam. Auf Kriminalhauptkommissar Alfred Meister und sein Team wartet keine leichte Aufgabe.
Es handelt sich hier um den dritten Band einer Reihe, für mich war es allerdings der erste Band, den ich gelesen habe.
Das Setting spricht mich als gebürtige Bambergerin natürlich sofort an und im Laufe der Handlung gibt es auch einiges Lokalkolorit. Tatsächlich ergeben sich aber auch Verknüpfungen in die ehemalige DDR, und zwar eher ungute, man erfährt einiges über deren dunkle Seiten, Dinge, die sicher nicht jedem bekannt sind, und die auch mich betroffen gemacht haben.
In der Regel macht es mir wenig aus, mitten in eine Reihe zu springen, auch hier fand ich mich bald zurecht. Allerdings hatte ich ein bisschen Probleme mit dem Ermittlungsteam, keine:r von ihnen kam mir wirklich nahe. Alfred Meister zeigt zudem einen Charakterzug, der ihn mir nicht gerade sympathisch machte. Das fand ich ein bisschen schade, den ich fühle gerne mit den Protagonist:innen, und hier wurde mir das, zumindest bei diesem Team, eher verwehrt.
Dafür gab es einen anderen Erzählstrang, betitelt mit „Die Familie“, der mich mehr berührte. Man fragt sich beim Lesen schnell, was es mit dieser Familie auf sich haben könnte. Die Familie hat eine ganze Reihe von Problemen.
Am berührendsten aber fand ich das Tagebuch des Opfers. Was diese Person bis zu ihrem Ende erleben musste, hat mich regelrecht mitgenommen, zudem hat der Inhalt des Tagebuchs nicht nur die Ermittlungen sondern auch meine Überlegungen zum Hintergrund weiter vorangebracht.
Die Auflösung hatte ich schon ein bisschen vorausgeahnt, und ich kann sie auch nachvollziehen, dennoch hätte ich mir eine andere erhofft. Am Ende passt sie aber zur Geschichte, ein paar Dinge kamen mir aber nicht ganz logisch vor..
Der Roman lässt mich ein bisschen zwiegespalten zurück. Die Geschichte hat mich schon auf ihre Art fesseln können, ich hätte mir aber gewünscht, den Ermittler.innen nähergekommen zu sein, in anderen Kriminalromanen oder -reihen spüre ich da meist mehr Verbindung. Ich finde es auch wichtig, Geschichten die solch traurige Vergangenheiten betreffen, zu erzählen, solche Dinge sollten nicht in Vergessenheit geraten, zumal sie viel zu viele Menschen betroffen haben beziehungsweise noch betreffen. Trotzdem hat mich der Roman nicht ganz so erreichen können, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.
Sammelband der originellen und spannenden Trilogie
Die Keld-Chroniken von R. M. Amerein
Der Sundown vor vielen Jahren zwang die Roboter dazu, ihre Energiezufuhr zu ändern. Mit Hilfe des Kooperationsvertrages mit den Menschen, und den Biotopen ist diese gesichert – doch nun scheint es eine neue Fraktion zu geben, die die friedliche Koexistenz in Frage stellt.
Der Roboter Smoke nimmt als Söldner alle möglichen Aufträge an.
Als er das Menschenkind Kaia wiederfinden soll, gerät er in Schwierigkeiten, nicht nur sein „Leben“ ist in Gefahr, er hat auch ungewohnte Stimmungen zu verarbeiten.
Der Sammelband enthält alle Teile der Trilogie. Ich kannte zwar die ersten beiden bereits, doch es hat mir große Freude bereitet, alle Teile am Stück zu lesen, und so noch tiefer einzutauchen in diese interessante Geschichte.
R. M. Amerein hat eine interessante Welt erschaffen, in der die friedliche und gleichberechtigte Koexistenz zwischen Menschen und Robotern eine originelle und interessante Idee darstellt, und zwar so wohl in globaler Betrachtung, als auch in individueller, wie zum Beispiel zwischen Smoke und Kaia.
Erzählt wird aus den Perspektiven Smokes und Kaias, wobei man Smokes sogar in Ich-Form erleben kann. Wie schon bei ihrer Archenreihe sind der Autorin die Charakterzeichnungen gut gelungen, insbesondere natürlich die von Smoke, der einem sehr nahe kommt. Die Roboter sind in verschiedenen Kasten organisiert, teilweise so wie sie seinerzeit von den Menschen erschaffen wurden, aber auch in individuelleren, teils liebevoll skurril gezeichneten Ausprägungen, so gibt es z. B. Heiler und Militärdroiden, Geschichtsbewahrer und Söldner – im Laufe des Romans lernt man einige davon kennen.
Sehr interessant ist auch Kaia, die einige Geheimnisse birgt, die nach und nach enthüllt werden. Neben ihr lernt man auch andere Menschen kennen. Nicht nur süß sind die beiden Kater, die man schon auf dem Cover bewundern kann, sie sind auch wichtige Wegbegleiter.
Neben Menschen und Robotern gibt es noch eine dritte, zunächst sehr geheimnisvolle Fraktion, zu der ich aus Spoilergründen wenig sagen möchte. Den Anführer Soto kann man auf dem Buchrücken bewundern.
Spannung gibt es reichlich, nicht nur einmal kommen Protagonist:innen in Gefahr, zudem sorgt auch die Frage nach dem Warum immer wieder für Nervenkitzel. Bei manch einem Cliffhanger war ich froh, dass ich gerade den Sammelband lese. Am Ende habe ich das Buch sehr zufrieden zugeklappt.
Das wunderbar zum Roman passende umlaufende Cover, ich habe es mir während des Lesens immer wieder angeschaut, ist das Werk des von mir sehr geschätzten Timo Kümmel. Sehr gelungen und unbedingt lesenswert sind auch das Lexikon und die Nachworte der Autorin.
Die Autorin hat ein gutes Händchen für Charaktere, besondere Geschichten und interessante Welten, das zeigt sie auch in dieser Trilogie wieder deutlich. Es hat mir viel Freude bereitet, den Sammelband zu lesen, ich wurde sehr gut unterhalten und habe die Charaktere lieb gewonnen. Ich denke, nicht nur Science fiction-Fans werden diese Trilogie mögen, weswegen ich sie uneingeschränkt empfehle und natürlich volle Punktzahl vergebe.
Sehr cozy, aber oft zu langatmig und mit eigenartigem Humor
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Finlay Ashowan, meist Fin genannt, der neue Koch des Königshauses von Daxaria kocht wundervoll, dass er auch eine Haushexe ist, sollte aber niemand wissen.
Dieser Roman ist sehr eigen, ja eigenartig. Öfter habe ich überlegt, ob er wirklich für Erwachsene gedacht ist, manches, auch sein Humor, ist oft sehr kindisch.
Dann aber gibt es Szenen, die doch wohl eher für Erwachsene gedacht sind, wenn zum Beispiel ständig Alkohol im Spiel ist, es gibt mehrere heftige Trinkgelage, betrunken, oder wohl eher sternhagelvoll, zu sein, und die Auswirkungen davon, sollen wohl lustig sein, was schon ein bisschen fragwürdig ist. Auch sonst konnte ich nicht immer alles nachvollziehen, manche Handlungen, manche Dialoge, manche Szenen, ob das der Übersetzung geschuldet ist, oder es schon im Original eigenartig ist, kann ich nicht sagen. Manche Motivation, wie zum Beispiel das Geschenk eines Haustieres, bleibt bis zum Ende offen, wird irgendwann nicht weiterverfolgt.
Abgesehen davon ist der Roman im Genre Cozy Fantasy einzuordnen, und er ist wirklich sehr cozy, oft fühlt man sich beim Lesen richtig wohl, da werden die leckersten Sachen gekocht, die diejenigen, die sie genießen dürfen, regelrecht glücklich machen, die Königsfamilie ist ausgesprochen nett und geht liebevoll miteinander um, Fin hat ein Händchen dafür, Freund:innen zu finden, obwohl er oft etwas griesgrämig ist, und einiges mehr trägt dazu bei..
Auch ich mochte Fin schnell, hätte ihm aber manchmal einen anderen Umgangston gewünscht, auch, wenn er oft damit durchkommt, und sogar manchmal Gutes dabei herauskommt. Man merkt aber auch schnell, dass er ein gutes Herz hat und wünscht ihm nur das beste. Andere Charaktere bleiben oft ein wenig blass, und nicht jede:r ist auf Anhieb sympathisch, bei manchen ergibt sich aber eine gewisse Entwicklung.
Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass man einfach verschiedene Ausschnitte aus Fins Leben erfährt, ein roter Faden oder ein Gefühl, wo die Geschichte hin will, fehlt oft. Gut, der Roman ist ein erster Band, aber eine gewisse Ahnung, worum es geht, sollte man schon bekommen. Hin und wieder rückt kurz in den Fokus, dass ein Krieg droht, ein recht unangenehm dargestelltes Land, in dem man übrigens gerne Sauerkraut isst, ob das eine Anspielung sein soll?, scheint angriffsbereit, doch so wirklich kommt diese Bedrohung noch nicht an. Auch nicht an kommt bei mir die Liebesgeschichte, die ich so gar nicht fühlen kann, und die in meinen Augen ziemlich aus dem Nichts kommt.
Unterm Strich bin ich zwiegespalten, einerseits hatte ich auch manche unterhaltsame Lesestunde, andererseits habe ich aber auch den Kopf schütteln müssen über die Geschichte. Spannend ist es selten, langatmig öfter, einiges erscheint auch eher unnötig, da hätte man doch hin und wieder die Schere ansetzen sollen.
Am Ende bleiben mir gute 3 Sterne zu vergeben. Der Roman hat gute und interessante Ansätze, ist streckenweise unterhaltsam zu lesen, es gibt aber auch vieles, über das ich den Kopf geschüttelt habe, der eigenartige Humor, der selten bei mir ankam, die unnötig erscheinenden und langatmigen Passagen, die Alkoholobsession, die Liebesgeschichte. Ob ich weitere Bände lesen werde, weiß ich noch nicht.
Gelungenes Setting, interessante Charaktere, viel Spannung - ein Lesehighlight
We Who Will Die von Stacia Stark
Stell dir ein Reich ähnlich dem römischen Imperium vor, der Imperator ist ein jahrhundertealter Vampir, die Einwohner bestehen aus Vampiren, Menschen mit magischen Fähigkeiten, sogenannten Sigillengezeichneten und Menschen ohne magische Fähigkeiten, sogenannte Mundies. Es gibt weitere Reiche, die der Imperator gerne erobern möchte, und weitere Wesen, sogenannte Maginari, unter ihnen Greife, Zentauren und Gorgos, außerdem eine Reihe von Göttern, die verehrt werden, und die es möglicherweise tatsächlich gibt.
Um das Volk bei Laune zu halten, sich selbst zu unterhalten und manchmal auch seine Feinde loszuwerden, veranstaltet der Imperator regelmäßige Spiele. Bei manchen können die Teilnehmer:innen reich werden, manche, wie die Auslese, dienen dazu, sich die besten Kämpfer als Leibwachen und ähnliches zu sichern. Gestorben wird bei allen Spielen natürlich auch.
Arvelle hat vor 6 Jahren in der Arena viel Geld gewonnen, aber ihre beste Freundin verloren. Auch ihr Gewinn wurde ihr wieder genommen, und so schlägt sie sich nun als Leibwächterin durchs Leben. Sie braucht immer Geld, denn einer ihrer beiden jüngeren Brüder ist schwer krank und braucht regelmäßig teuere Lungenelixiere. Als ihr eines Tages ein Vampir die Möglichkeit anbietet, ihren Bruder zu heilen, wenn sie einen schier unmöglich zu erledigenden Auftrag annimmt, schlägt sie ein. Um diesen Auftrag zu erfüllen, muss sie zunächst nicht nur an der Auslese teilnehmen, sondern sie auch überleben.
Schon das Setting wirkt wie für mich gemacht, und auch Arvelle mochte ich sehr schnell. Manchmal konnte ich zwar ihr Handeln nicht ganz nachvollziehen, aber dass sie das Herz am rechten Fleck hat, war schnell klar. Da die Autorin sie selbst in ich-Form erzählen lässt, sieht man alles durch ihre Augen, erlebt ihre Gedanken und Emotionen hautnah mit, das hat auch meine Emotionen berührt, und ich habe mir natürlich meine eigenen Gedanken gemacht. Am Anfang hatte ich eine gewisse Vorstellung, wohin das Ganze gehen könnte, ich bin aber immer wieder überrascht worden und musste umdenken. So habe ich durchgehend gespannt gelesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Das Setting wirkt nicht nur wie für mich gemacht, es ist es auch, ich finde diese Welt sehr gelungen. Nach und nach erfährt man mehr über se, ihre Bewohner, die Magie, aber auch über die einzelnen Charaktere. Neben Arvelle gibt es eine ganze Reihe anderer interessanter Personen, die ich hier aus Spoilergründen im Dunkeln lassen möchte, von denen mir aber eine ganze Reihe nahe gekommen ist, und die manche Überraschungen zu bieten hatten.
Ich habe eigentlich nur einen einzigen Kritikpunkt. Natürlich gibt es auch hier eine Liebesgeschichte, die ich sogar ganz passend finde, nur die beiden expliziten Liebesszenen haben mir so gar nicht gefallen, ich fand sie enttäuschend, bei mir kamen die Emotionen kaum an, auch, weil die Beschreibung in meinen Augen zu derb ist. Das ist schade, hat meine Faszination für den Roman aber kaum schmälern können.
„We who will die“ ist ein erster Band, endet aber zum Glück nicht mit einem krassen Cliffhanger. Trotzdem kann ich kaum erwarten, den nächsten Band in den Händen halten zu können, und werde in der Zwischenzeit einen Blick auf die anderen Werke der Autorin werfen.
Fantasy in einer vom römischen Imperium inspirierten Welt – das passt genau in mein Beuteschema, und hat mich auch absolut überzeugen können. Vampire, Magie, andere Wesen, Gladiatorenspiele und einige Rätsel warten hier neben Spannung und Emotionen. Für mich ein Lesehighlight.
Atmosphärische Schwanensee-Adaption
Verrat der Schwäne von A. B. Poranek
Vor zwei Jahrhunderten verschwand im Königreich Auréal durch einen Fluch nicht nur alle Schönheit der Natur sondern auch nahezu alle Magie, Schuld gab man den Zauberern, sie wurden geächtet und verließen nach und nach das Land oder verbargen sich. Nur durch ihr goldenes Blut sind sie zu erkennen.
Odile wurde als Kind von Regnault aufgenommen, dem Leiter des Théâtre du Roi, ein Zauberer, der die Magie zurückbringen möchte. Dazu bedient er sich auch Odiles, die ebenfalls goldenes Blut hat und für ihn magische Gegenstände stiehlt. Der letzte Coup soll die Couronne du Roi, die Krone des Königshauses sein, mit ihr will Regnault den Fluch brechen und die Magie endlich wieder zurück zu bringen. Dafür muss Odile in die Haut der Adeligen Marie d‘Odette schlüpfen und den Dauphin dazu bringen, sie zu heiraten. Damit ihr die echte Marie dabei nicht in die Quere kommt, wird diese in einen Schwan verwandelt.
Die Geschichte ist eine Adaption von Schwanensee, das mir als Ballett bekannt ist, dessen Geschichte ich aber kaum kannte, so konnte ich mich unbefangen der Geschichte widmen. Erst später habe ich mich mit der tatsächlichen Schwanensee-Geschichte befasst. Mir scheint, A. B. Poranek nahe genug am Original geblieben, erzählt aber auch ihre ganz eigene Geschichte.
Das Setting des Romans ist ein an Frankreich des 17. Jahrhunderts angelehntes Phantasiereich. Nach und nach erfährt man mehr darüber und über das, was zwei Jahrhunderte vorher passiert ist. Die Geschichte hat eine ganz eigene Atmosphäre, die mir gut gefallen hat.
Die Geschichte wird von Odile in ich-Form erzählt, sie ist nahezu durchgehend ein ambivalenter Charakter und trägt in weiten Teilen eher antagonistische Züge, aber auch als Protagonistin taugt sie. Mir hat das gut gefallen, zumal ihre Intentionen, ihr Vertrauen und ihre Zweifel authentisch wirken. Man hat eine Vorstellung, wie die Geschichte ausgehen könnte, sicher ist das aber sehr lange nicht, ich wurde immer wieder überrascht.
Weitere wichtige Charaktere neben Odile sind Marie, die Odile von früher kennt, und zu der sie daher eine besondere Beziehung hat, sowie der Dauphin Aimé, den man nach und nach besser kennenlernt. Beide gefallen mir sehr gut, vor allem Marie hat mich immer wieder überraschen können. Natürlich spielt auch Regnault eine wichtige Rolle.
Ich hatte ein paar Seiten lang etwas Schwierigkeiten, in die Geschichte zu kommen, ich wurde zwar neugierig, konnte das Geschehen aber nicht recht einordnen. Dann aber packte sie mich und ließ mich bis zum Schluss nicht mehr los.
Die Geschichte ist eine gelungene und ganz eigene Schwanensee-Adaption, spannend erzählt, immer wieder überraschend, und mit einer besonderen Atmosphäre.
Auch der fünfte Band führt die Reihe gelungen weiter
Fables, Band 5 - Aufmarsch der Holzsoldaten Fables von Bill Willingham
Die Holzsoldaten greifen im Auftrag des Feindes an und die Fables müssen sich zusammenschließen, um eine Chance zu haben, sie zu besiegen..
Der Konflikt mit den Holzsoldaten hatte sich bereits im vierten Band angekündigt, und findet nun in diesem fünften seinen Höhepunkt. Das alles vor den Menschen geheim zu halten, ist schwierig, wir erfahren ein bisschen darüber, wie die Fables das anstellen.
Außerdem trifft man einige Charaktere, die bisher keine oder kaum eine Rolle spielten, wie zum Beispiel Pinocchio und mehrere Hexen.
Im Anschluss gibt es eine kürzere und recht überraschende Geschichte mit Cinderella als Protagonistin und einem etwas speziellen Ichabod Crane.
Den fünfte Band dominieren ähnlich wie den vierten Kampfhandlungen, jedoch dieses Mal in unserer Welt. Das ist ziemlich spannend und wird zeichnerisch gut umgesetzt. Auch die zweite Geschichte weiß zu gefallen, insgesamt eine gelungene Fortführung der Reihe.











