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Rezensionen von PMelittaM:

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Anspruchsvolle und sehr lesenswerte Anthologie

Die tristen Tage von Coney Island von Stephen Crane

Stephen Crane wurde 1871 geboren und starb bereits 1900 mit nur 28 Jahren, dennoch hat er ein gewaltiges literarisches Werk hinterlassen: Romane, Kurzgeschichten, Gedichte, Essays …

Der Pendragon-Verlag hat einige Werke des hier noch unbekannten Schriftstellers neu aufgelegt. „Die tristen Tage von Coney Island“ ist eine Kurzgeschichtensammlung, in der neben der titelgebenden weitere zwölf Erzählungen enthalten sind.

Es sind keine Geschichten, die man nebenbei lesen kann, man sollte es mit Muße und Aufmerksamkeit tun, denn es wäre schade, wenn man Cranes Werk nicht ausreichend würdigen könnte. Er hat den Menschen seiner Zeit genau zugeschaut, die Geschichten sind plastisch, beschäftigen sich mit bestimmten Situationen, sind manchmal urkomisch, aber auch traurig, spannend, und nachdenkenswert. Viele der Geschichten spielen im Krieg, und auch ein selbsterlebtes Abenteuer gibt es zu entdecken.

Mir hat „Seefahrer wider Willen“ gut gefallen, sehr skurril und mit herrlichen Sätzen wie „Das Schiff schien ängstlich und wusste nicht so recht, wie es auf so seltsame Wesen reagieren sollte, … „ (Pos. 360). Auch sehr gelungen in meinen Augen ist „Das Feuer“, eigentlich passiert hier wenig, es brennt, und die Feuerwehr kommt, doch dies ist brillant beobachtet und erzählt. Meine Lieblingsgeschichte aber ist „Männer im Sturm“, sehr eindringlich und plastisch geschrieben, man meint direkter Zuschauer zu sein.

Das umfangreiche Nachwort von Wolfgang Hochbruck, der sich schon als Student für Crane interessierte, und heute Professor in Freiburg ist, ist sehr lesenswert, man lernt Stephen Crane besser kennen und erfährt einiges über ihn und seine Werke – unbedingt lesen!

Ich finde es immer sehr interessant, neue Autoren kennenzulernen, vor allem auch unter den Klassikern. Von Stephen Crane hatte ich vorher noch nie gehört, und bin nun froh, ihn und einen Teil seines Werkes kennengelernt zu haben. Ich hoffe, dass es gelingt, ihn hier bekannter zu machen.

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Anspruchsvolle und sehr lesenswerte Anthologie
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Interessanter Blick auf die Skandalnudel der 1920er Jahre

Die rote Tänzerin von Joan Weng

Otto Dix malte 1925 ein Porträt der Tänzerin Anita Berber. Dieser Roman erzählt davon, wie es dazu kam, zeichnet aber auch selbst ein Bild der „Skandalnudel“ der 1920er Jahre.

Anita Berber war ein Enfant terrible, auch, aber nicht nur, weil sie nackt tanzte. Dabei wollte sie eigentlich nur das: Tanzen, nackt, da Kleidung sie dabei behinderte.

Doch auch im Privatleben war sie maßlos, Drogen, Männer, Exzesse bestimmten ihr Leben. Man nannte sie „Dämon“, „Topsau“. Joan Weng spürt in diesem Roman ihrem kurzen Leben nach.

Otto Dix ist ein bekannter Maler der Weimarer Republik. Nicht wenige Szenen des Romans sind aus seiner Perspektive erzählt, auch ihn lernt man so ein bisschen besser kennen.

Ich kenne alle bisherigen Werke von Joan Weng, und hatte daher natürlich eine bestimmte Erwartung an diesen Roman. Diese wurde erst einmal nicht erfüllt. Thematik, Sprache und Erzählstil sind so ganz anders, als ich es bisher von der Autorin kannte, und so musste ich mich erst einmal eingewöhnen. Mir gefällt gut, dass Joan Weng hier ihren Stil gewandelt, dem Thema und der Protagonistin angepasst hat, auch, wenn mir das Lesen (und Rezensieren) etwas mehr Mühe macht(e) als gewohnt.

Auch die Zeitwechsel könnten manchem Probleme bereiten, denn immer wieder gibt es Rückblenden. Ich finde aber, dass man diese gut erkennen kann und habe damit keine Schwierigkeiten gehabt. Sehr gelungen finde ich jeweils die Übergänge, die jeweils durch etwas Bestimmtes verbunden sind, z. B. wird das Wort „Tulpen“ aufgenommen.

Es ist keine Biografie, sondern ganz klar ein Roman, mit fiktiven Szenen und Charakteren, im Nachwort der Autorin kann man darüber mehr erfahren, doch es hätte durchaus so sein können. Die Atmosphäre stimmt auf jedenfalls, nicht nur die der 1920er Jahre, auch die Stimmungen und die atmosphärischen Beschreibungen sind wunderbar be-/geschrieben

​Dieser Roman ist eine gewisse Herausforderung, vor allem, wenn man die anderen Romane der Autorin kennt. Trotzdem sollte man nicht davor zurückschrecken und dem Roman eine Chance geben. Wer einen besonderen Blick auf Anita Berber – und auch Otto Dix – haben, aber keine Biografie lesen möchte, könnte hier einen guten Einstieg finden, nach dem Lesen wird man auf jeden Fall mehr über (nicht nur) die beiden wissen wollen.

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Interessanter Blick auf die Skandalnudel der 1920er Jahre
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Spannend mit Schwächen

Stürmisches Lavandou von Remy Eyssen

Ausgerechnet, als man neue touristische Möglichkeiten zu erschließen versucht, treibt in Le Lavandou ein Serienmörder sein Unwesen, der es auf Liebespaare abgesehen hat. Rechtsmediziner Leon Ritter und seine Lebensgefährtin, die stellvertretende Polizeichefin, setzen alles daran, den Täter bald zu finden.

Verdächtige ergeben sich während der Ermittlungen einige, doch ist auch der Mörder darunter?

Der achte Band der Reihe führt wieder in die schöne Provence, die Beschreibungen des Autors lassen Bilder und Gerüche im Kopf entstehen (Rosmarin, Lavendel – aber auch weniger schöne Gerüche, die Morde mit sich bringen). Ich bin wieder einmal durch den Roman geflogen, auch. wenn ich immer wieder Momente hatte, wo ich mich ein bisschen geärgert habe, fand ich den Roman spannend zu lesen.

Schon ziemlich zu Beginn tritt z. B. Lilou, Isabelles Tochter, in den Fokus des Mörders, der immer wieder selbst zu Wort kommt (wenn auch, wie alle anderen in der dritten Person). Ich mag es einfach nicht, wenn der Ermittler oder Menschen aus seinem engeren Umfeld in Gefahr geraten, das ist so klischeehaft, und bringt mich eher zum Gähnen, als dass es spannend ist, zumal Lilou ja bereits einmal etwas ähnliches passiert ist.

Ich selbst bin erst mit Band 6 in die Reihe eingestiegen, und habe ehrlich gesagt keine große Bindung zu Lilou und Isabelle, aber Leon Ritter war mir von Anfang an sehr sympathisch, ich mag seinen Umgang mit den Toten und seine „Rebellion“ gegen strikte Paragraphen. Sehr gut gefällt mir, dass man in jedem Band wieder bekannte Menschen aus Leons Berufs- und Privatleben trifft, wie Veronique, mit der Leon auch dieses Mal ein Boulepaar bildet. Während des Lesens hätte ich mir gewünscht, dass das Thema Liebespaarmorde von Leon, seiner Lebensgefährtin und deren Tochter im Privaten etwas ernster genommen würde, gerade auch von Lilou, ich denke, im wahren Leben wäre das deutlicher im Familiengespräch thematisiert worden.

Am Ende hätte ich mir ein paar mehr Antworten zu der Motivation des Täters gewünscht. Sicher, dadurch, dass er selbst zu Wort kommt, erfährt man seine Gedanken, und Leon sagt mehr als einmal, welchen Verdacht er bezüglich dessen hat, jedoch wird es mir am Ende zu flott abgehakt, zumal die Geschehnisse im Prolog, die man eigentlich nur dem Täter zuordnen kann, wenige Hinweise darauf geben, was ihn aktuell antreibt.

Band 8 der Reihe lässt sich, trotz der vielen Seiten und meiner Kritikpunkte, zügig lesen, und auch die Provence spielt wieder ihre Rolle – ich muss doch endlich mal die ersten fünf Bände lesen.

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Spannend mit Schwächen
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Hat mir die Person Anne Boleyn nur bedingt nahe gebracht

Anne Boleyn von Alison Weir

Anne Boleyn, zweite Ehefrau König Heinrich VIII und Mutter Königin Elisabeths I, kennen viele bestimmt zumindest vom Namen nach, vor allem auch, weil sie die erste der Ehefrauen Heinrichs VIII war, die geköpft wurde. Die Autorin Alison Weir, die bereits einige historische Sachbücher und Romane geschrieben hat, geht in diesem Roman Annes Leben nach.

Die Erzählung setzt 1512 ein, Anne ist elf Jahre alt und wird als Ehrenjungfer zu Margarete von Österreich nach Mechelen geschickt. Hier erfährt sie erstmals fortschrittliche und „feministische“ Gedanken, was sich später am Hof von Marguerite de Valois fortsetzt. An beiden Höfen wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt, ihr Denken vielfältig angeregt.

Mit Heinrich kommt sie bereits 1520 erstmals in Kontakt, sie mag ihn nicht, zumal er – offenbar – ihre Schwester vergewaltigt, woraus ein Kind entsteht. Anne fühlt keine Liebe zu Heinrich, als er jedoch um sie wirbt, und ihr sogar einen Heiratsantrag macht – obwohl er noch mit Katharina von Aragon verheiratet ist – nimmt sie diesen an, denn sie glaubt, als Königin Macht zu erhalten, und vieles in ihrem Sinne ändern zu können (schon hier denkt sie an die Religion), zudem scheint Heinrich ihr hörig, und dadurch sehr beeinflussbar.

Beim Lesen sollte man immer im Hinterkopf haben, dass es sich um einen Roman, nicht um eine Biografie handelt. Auch in ihrem Nachwort weist die Autorin darauf hin, dass es zu Anne wenige neutrale Zeugnisse und sehr gegensätzliche Ansichten gibt, sie versucht habe, das in Einklang zu bringen und ihre eigenen Theorien aufzustellen. Nun, mir hat sich das aus ihrem Roman nicht in dem Maße erschlossen, manches kann ich nicht so ganz nachvollziehen, z. B. Annes Verhaltensänderung Katharinas gegenüber, deren Hofdame sie zunächst ist, und die sie mag.

Für mich hat die Autorin Anne zunächst positiv und ihre Entwicklung nachvollziehbar dargestellt, später immer mehr als machthungrig, rachsüchtig, verbissen und unsympathisch. Erzählt wird komplett aus Annes Perspektive, jedoch in der dritten Person, Anne könnte einem also sehr nahekommen, mich hat sie aber immer mehr genervt, dauernd ist sie wütend, zornig und sehr von sich eingenommen, auch Heinrich gegenüber tritt sie nicht immer angemessen auf, im späteren Verlauf hatte ich auch nicht mehr das Gefühl einer klugen Frau, wie zu Anfang noch.

Ich hatte oft nicht das Gefühl, die echte Anne kennenzulernen, leider. Sicher, sie hatte es nicht immer einfach, zumal als Königin, ungeliebt vom Volk, angefeindet von vielen am Hof, wo Katharina noch viele Anhänger hatte, und dann bleibt auch noch der ersehnte Thronerbe aus – und dennoch kann ich nicht immer alles nachvollziehen. Hier ist es der Autorin nicht gelungen, mir Anne durchgehend ans Herz zu legen.

Nun, wir alle kennen ihr Schicksal, und das wünscht man ihr, trotz allem, nicht. Heinrich hat sie, die ihm, wie Katharina, „nur“ eine Tochter geboren hat, und ansonsten mehrere Fehlgeburten hatte, wohl ebenfalls loswerden wollen, doch sie hatte keine starken Unterstützer wie Katharina hinter sich (bei der war es u. a. Kaiser Karl).

Der Roman ist knapp 800 Seiten lang, und damit in meinen Augen viel zu lang, er hat, vor allem im Mittelteil, viele Längen, oft hätte man das Ganze kompakter darstellen können. Im Grunde erzählt die Autorin sehr kleinteilig, manches wiederholt sich dadurch, die Geschehnisse ähneln einander oft sehr. Okay ist die Einordnung Annes in den historischen Background, auch hier wird vieles vor allem aus ihrer Perspektive betrachtet.

Die Tudor-Zeit ist mir bereits recht bekannt, ich habe schon einiges darüber gelesen, und mich auf diesen Roman sehr gefreut. Leider konnte er meine Erwartungen nicht erfüllen, vor allem die Person Anne Boleyn hat die Autorin mir nur bedingt nahe bringen können. Ich hatte über weite Strecken nicht das Gefühl, die echte Anne Boleyn kennenzulernen.

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Hat mir die Person Anne Boleyn  nur bedingt nahe gebracht
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Der dritte Band der Reihe regt - nicht nur - zum Nachdenken an

Erdfeuer von R. M. Amerein

Sam Casey dient als Söldner MiltForge, einem Konzern, der gewissenlos die letzten Ressourcen der schon sehr angeschlagenen Erde ausbeutet, während seine Schwester Ruby den Gaianern angehört, einer Gemeinschaft, die sich um den Schutz der Erde, soweit noch möglich ist, kümmert. Als Sam verhaftet und verurteilt wird, und seine Strafe auf der Luna-Werft antreten muss, hat er eine Aufgabe im Gepäck, die ihm sehr zu schaffen macht.

Der dritte Band der Archen-Reihe R. M. Amereins nimmt sich der Vorgeschichte an, spielt im Jahr 2060, und geht der Frage nach dem Warum auf den Grund. Die Bände der Reihe können übrigens voneinander unabhängig gelesen werden, in den ersten beiden Bänden kann man über den Verbleib verschiedener Archen lesen, die hier erst noch in der Luna-Werft gebaut werden. Die Reihenfolge, wie man die Bände liest, spielt keine Rolle, als kleine Bonbons findet man kleine Querverweise zu den anderen Bänden, was ich in Reihen immer sehr liebe. Mir gefallen auch wieder die optischen Goodies im Print: Die Abschnitttrennungen und die hübschen, unterschiedlichen Schriften der Kapitelüberschriften für Ruby und Sam

Auch in diesem Band wird die Erzählung auf die Perspektiven weniger Charaktere beschränkt, hier sind es die Geschwister, die beide schon einiges durchgemacht und geliebte Menschen verloren, sich aber ganz unterschiedlich entwickelt haben. Bei Sam ist es deutlich schwieriger, seine Entwicklung nachzuvollziehen, seine Alles-egal-Mentalität zu verstehen, und so wird man vor allem bei ihm als Leser:in vor Handlungsweisen gestellt, die eher abschrecken, und dennoch kann man auch mit ihm emotional mitfühlen, spätestens dann, wenn er auf der Luna-Werft ist, und sich mit sich selbst auseinandersetzen muss – und hier wird das Geschehen dann auch sehr spannend. Ich finde es ebenfalls sehr gelungen, wie die Autorin Sams Ansichten auch durch seine Sprache ausdrückt.

Doch auch Rubys Perspektive ist nicht ohne, sind die Gaianer doch Gefahren ausgesetzt, deren sie, die an friedlichen Konfliktlösungen interessiert sind, sich nicht immer erwehren können. Konzerne, die immer noch nur an ihrem Profit interessiert sind, und eine Regierung, die sich gerade erst zusammengefunden hat, und nun vor einer schier unlösbaren Aufgabe steht, die Erde vielleicht doch noch irgendwie als Heimat der Menschen retten zu können, machen ihnen zusätzlich das Leben schwer.

Um zumindest einem Teil der Menschheit vielleicht eine neue Heimat zu ermöglichen (ob das funktioniert, wird man in den anderen Bänden lesen), werden in der Luna-Werft Archen gebaut. Luna-Werft ist übrigens wörtlich zu verstehen, sie befindet sich im All in der Nähe des irdischen Mondes.

Gerade in letzter Zeit ist es wieder sehr präsent geworden, dass wir auf unseren Heimatplaneten besser achten müssten, und so ist dieser Roman auch sehr aktuell und regt daher auch zum Nachdenken an. Gut ist, dass die Autorin immer auch Hoffnung mitschwingen lässt, sei es durch die Gaianer, aber auch manche Veränderung auf der Erde, oder durch den Bau der Archen, die der Menschheit eine Zukunft geben könnten. Wie immer ist auch das Nachwort interessant zu lesen.

Ich bin von Anfang an ein großer Fan der Autorin, und auch dieser Band hat mich wieder überzeugt. Man kann hier von guter Recherche ausgehen, aber auch von Überlegungen, die eine mögliche Zukunft zeigen, sowie einem guten Schuss Hoffnung – besser kann man diese Thematik nicht angehen.

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Der dritte Band der Reihe regt - nicht nur - zum Nachdenken an
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Ein klassischer Whodunit

Ein unmöglicher Mord von Rob Reef

John Stableford ist mit Ehefrau Harriet zu Gast bei seinen Schwiegereltern. Eingeladen in das benachbarte Herrenhaus anlässlich eines Golfturnieres, gerät er in einen geheimnisvollen Mordfall, einen Mord, der eigentlich unmöglich ist …

Der Roman ist bereits der dritte der Reihe, für mich war er allerdings der erste.

Wieder einmal bin ich mitten in eine Reihe gesprungen, und auch hier ist das durchaus möglich, wenn gleich ich nun gerne auch die vorhergehenden Romane lesen möchte.

Der Roman, angesiedelt kurz vor dem 2. Weltkrieg, bietet einen interessanten Kriminalfall, bei dem man schön miträtseln kann und wartet mit einer überraschenden Lösung auf. Außerdem erfährt man so einiges über das Golfen, interessant finde ich vor allem die Beziehung Nazideutschlands zum Golfsport, die den Hintergrund des Turniers, um das es hier geht, ausmacht. Im Anhang findet sich ein Golf-Glossar, das ich sehr nützlich finde. Aber nicht nur das Golfen, auch einige Techniken, die im 1. Weltkrieg angewandt wurden, werden angesprochen und sind interessant zu lesen.

John Stableford ist Literaturprofessor, Autor von Detektivgeschichten und selbst Hobbydetektiv, außerdem seit kurzem freier Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes. Seine Frau Harriet und sein Freund Percy Holmes, der ihn für den Geheimdienst anheuerte, stehen ihm beim Aufklären des Falles zur Seite. Hier ist es einmal nicht (ein) Holmes, der die Fälle durch seine Schläue löst.

Sehr gut gefallen haben mir die Charakterzeichnungen, ich fand sie alle auf den Punkt gebracht und konnte mir die einzelnen Personen sehr gut vorstellen. Erzählt wird im Stile der klassischen englischen Kriminalromane und am Ende werden, ganz typisch, alle Personen um den Detektiv versammelt, der dann seine Auflösung zum besten gibt.

Ich vergebe gerne 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Freunde des klassischen Whodunit-Kriminalromans.

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Ein klassischer Whodunit
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Packender dritter Band

Tale of Magic: Die Legende der Magie - Ein gefährlicher Pakt von Chris Colfer

Brystal Everdeen hat einen Pakt geschlossen, der in kurzer Zeit ausläuft, bisher konnte sie ihren Part leider nicht erfüllen. Auch der Gerechte Herrscher Seven beabsichtigt, noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen. Ausgerechnet jetzt gibt es eine neue Gefahr, die die Welt zerstören könnte, und von Xanthous, Angehörigem des Rates der Feen, auszugehen scheint.

Das ruft das Institut für Alchemie auf den Plan, und eine Konferenz der Könige wird einberufen.

Der dritte Band der Reihe ist für mich der bislang beste, unglaublich spannend, voller interessanter und phantasievoller Ideen (allein der Campus der Alchemisten), auch aktuelle Probleme hat der Autor, den man u. a. als Kurt Hummel aus Glee, kennt, angesprochen. Neben den Alchemisten gibt es eine weitere Entdeckung, die mich sehr angesprochen hat und zukünftig sicher noch eine Rolle spielen wird. Am Ende schließlich gibt es die eine oder andere Veränderung, auf deren Konsequenzen man gespannt sein darf. Ich hoffe sehr, dass es weitere Bände geben wird.

Sehr schön und passend zum jeweiligen Kapitel sind die Illustrationen von Brandon Dorman mit denen diese eingeleitet werden. Auch eine Karte ist wieder vorhanden, über das farbenfrohe Cover (ebenfalls von Brandon Dorman), das wieder wunderbar zu allen anderen Covern der Bücher des Autors passt, muss man gar nicht extra sprechen.

Auch wenn die Reihe eher für Jugendliche gedacht ist, spricht sie mich in meinem reifen Alter auch an, die Welt, die der Autor erschaffen hat, ist sehr fantasievoll, ebenso wie seine Geschichten. Wer sich seinen Sinn für Phantasie erhalten hat, wird hier gut unterhalten. Sehr gerne vergebe ich volle Punktzahl.

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Packender dritter Band
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Die Reihe wird mit jedem Band besser

Macht der Dryaden von Thorsten Hoß

Ashley bohrt sich weiter als Kristallwesen in den Berg, Sven ist zwar aus Hirikos Symbiosepartner befreit, aber nicht von ihm, und Faqech muss ihren Stamm retten und zu den Astronauten bringen.

Das ist nur ein Teil der Dinge, mit denen sich der Clan der Astronauten herumschlagen muss, und wieder passieren sehr viele Dinge, mit denen man so nicht gerechnet hat – Thorsten Hoß ist noch lange nicht am Ende seiner Phantasie.

Und doch ist dies bereits der sechste und damit vorletzte Band der Reihe, und man darf gespannt sein, wie das Ganze enden wird.

Doch noch sind wir mittendrin und müssen teilweise ganz schön um unsere Helden zittern, so trifft es, wieder einmal, Tilseg ziemlich hart, einige Charaktere machen wieder die eine oder andere Veränderung durch, und die Astronauten treffen nicht nur die Magierin Viktoria, die man aus den Zwischenspielen des letzten Bandes kennt, sondern auch auf Zwerchs und einen Großen Geist. Und nach und nach wird auch ein bisschen mehr über diese Welt, in der die Sirius7-Crew gestrandet ist, verraten.

Erzählt wird wieder in vielen kurzen Kapiteln aus Sicht verschiedener Charaktere, dieses Mal ist auch Viktoria und die Kriegsschwester Jane, über die wir sonst aber noch recht wenig wissen, vertreten. Auch humorvoll geht es wieder zu , gut gefallen haben mir die Wortspielchen des Autors, wie z. B. „Ein Gedanke nutzte die Gelegenheit und stellte sich kurzerhand und fest entschlossen ihrem Bewusstsein vor“ (Pos. 290) – herrlich!

Ich kann diese Reihe, die immer besser wird, jedem empfehlen, der originelle und humorvolle Fantasy mag und vergebe dieses Mal sehr gerne volle Punktzahl.

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Etwas düstere, jedoch lesenswerte Märchenanthologie

Aus Zauberseide und Schwanenfedern von Julia Adrian; C.E. Bernard; Nina Blazon; Thilo Corzilius; Corinna Götte; Anna Jane Greenville; Christian Handel; Daeny Levi; Juliet Marillier; Nina MacKay; Regina Meißner; Lisa Pohlers; Kathrin Solberg; Kai Spellmeier; Tanja Voosen; Ana Woods

Die bereits sechste Märchen-Anthologie des Drachenmondverlages beinhaltet 16 Geschichten zum Thema Verwandlungen. Die meisten davon basieren auf einem oder mehreren teils bekannten, teils unbekannten Märchen, viele auf solchen der Gebrüder Grimm oder Hans Christian Andersens, aber auch auf Sagen, Mythen und Legenden.

Ich hatte dieses Mal zunächst so meine Schwierigkeiten, denn unter der ersten Hälfte der Märchen waren nur relativ wenige, die mir gut gefallen haben, das änderte sich zum Glück in der zweiten Hälfte, die fast nur aus in meinen Augen guten bis sehr guten Geschichten besteht. Mir selbst gefallen besonders gut solche, die ihren Ursprung in anderen Ländern haben, wie z. B. Russland („Der Schrecken des Waldes von Regina Meißner) oder Island („… und im Norden die Lichter“ von Thilo Corzilius), oder humorvoll sind wie z. B. Es ist nicht alles Feenstaub und Glasschuhe, was glänzt“ von Nina MacKay: „). Ich mag aber auch solche, die mich berühren, ich mitfühlen kann oder die mich überraschen, wie z. B. „Kupfer, Silber, Gold“ von Juliet Marillier.

Insgesamt überwiegen allerdings eher düstere Märchen, ich hätte mir mehr humorvolle gewünscht, und bei manchen Geschichten leider auch ein anderes Ende. Natürlich hätte nicht zu jeder ein Happy End gepasst, zum Glück gibt es aber auch solche mit passendem guten Ende.

Für Märchenfans ist auch dieser Band wieder empfehlenswert, sicher gibt es für jede:n Geschichten, die gefallen werden.

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Für mich ein Wohlfühlbuch

Das Kaufhaus der Träume von Miye Lee

Penny lebt dort, wo Menschen normalerweise nur im Schlaf hinkommen, und hat das Glück, eine Stelle in Dallerguts Kaufhaus der Träume zu bekommen, wo sie auf interessante andere Einwohner und Träumende trifft.

Ich finde die Prämisse, dass es einen Ort gibt, an den man Träume und traumbezogene Produkte erhält, sehr interessant, und mich hat auch fasziniert, dass die Autorin Südkoreanerin ist, und auch in Korea lebt.

Hin und wieder, und nicht nur bei manchen Namen, kommt der koreanische Hintergrund auch zum Tragen.

In dem Ort, in dem Penny lebt, scheinen ganz normale Menschen und ein paar weniger normale Tiere zu wohnen, doch das trifft nicht unbedingt auf alle zu, was und wo dieser Ort genau ist, wird man in diesem Buch allerdings nicht erfahren, aber vielleicht im Nachfolgeband, der in Korea bereits erschienen ist?

Erzählt wird in großen Teilen aus Pennys Sicht, jedoch folgt man als Leser:in auch immer einmal wieder einzelnen Träumenden, erfährt von deren Leben, erlebt einen Traum mit ihnen, und welche Konsequenzen dieser eine Traum für ihr Leben hat. Am Ende gibt es zudem zwei Epiloge, die von Kollegen Pennys handeln, und noch offene Fragen beantworten. Überhaupt darf man sich hier keinen Roman mit durchgehender Handlung vorstellen, das Ganze wird episodenhaft erzählt, greift einzelne Kapitel aus Pennys Leben, besondere Ereignisse und, wie schon erwähnt, einzelne Träume auf.

Für mich entpuppte sich der Roman schnell als Wohlfühlbuch, ich war einfach gerne an diesem Ort, an dem Träume verkauft werden, das ganze Drumherum ist sehr liebevoll ausgeführt, mir haben z. B. sehr gut die Augenliderwaagen gefallen, an denen Penny ablesen konnte, welcher Stammgast gleich einschlafen und damit erscheinen würde. Auch die verschiedenen Traumdesigner und die Träume, die sie herstellten, haben mir gut gefallen, manchen Traum hätte ich sofort mit nach Hause genommen.

Manchmal allerdings wirkt das Buch etwas zu pädagogisierend auf mich, aber ich denke, es ist nicht nur ein Buch für Erwachsene, sondern auch für ältere Kinder und Jugendliche gedacht. Man kann daraus Lehren mitnehmen, wenn man möchte, aber man muss nicht. Ich hoffe sehr, dass auch der Folgeband ins Deutsche übersetzt werden wird, und bin gespannt, wie sich der Erzählstil der Autorin entwickelt hat, immerhin ist „Das Kaufhaus der Träume“ ihr Debüt.

Ich habe mich mit diesem Buch mit seinen episodenhaften Geschichten, die durch die Protagonistin Penny miteinander verbunden sind, sehr wohlgefühlt und es immer wieder gerne aufgeschlagen. Ich empfehle es gerne für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene und hoffe, auch den Folgeband lesen zu können.

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Für mich ein Wohlfühlbuch