Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PMelittaM:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Ein klassischer Whodunit

Ein unmöglicher Mord von Rob Reef

John Stableford ist mit Ehefrau Harriet zu Gast bei seinen Schwiegereltern. Eingeladen in das benachbarte Herrenhaus anlässlich eines Golfturnieres, gerät er in einen geheimnisvollen Mordfall, einen Mord, der eigentlich unmöglich ist …

Der Roman ist bereits der dritte der Reihe, für mich war er allerdings der erste.

Wieder einmal bin ich mitten in eine Reihe gesprungen, und auch hier ist das durchaus möglich, wenn gleich ich nun gerne auch die vorhergehenden Romane lesen möchte.

Der Roman, angesiedelt kurz vor dem 2. Weltkrieg, bietet einen interessanten Kriminalfall, bei dem man schön miträtseln kann und wartet mit einer überraschenden Lösung auf. Außerdem erfährt man so einiges über das Golfen, interessant finde ich vor allem die Beziehung Nazideutschlands zum Golfsport, die den Hintergrund des Turniers, um das es hier geht, ausmacht. Im Anhang findet sich ein Golf-Glossar, das ich sehr nützlich finde. Aber nicht nur das Golfen, auch einige Techniken, die im 1. Weltkrieg angewandt wurden, werden angesprochen und sind interessant zu lesen.

John Stableford ist Literaturprofessor, Autor von Detektivgeschichten und selbst Hobbydetektiv, außerdem seit kurzem freier Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes. Seine Frau Harriet und sein Freund Percy Holmes, der ihn für den Geheimdienst anheuerte, stehen ihm beim Aufklären des Falles zur Seite. Hier ist es einmal nicht (ein) Holmes, der die Fälle durch seine Schläue löst.

Sehr gut gefallen haben mir die Charakterzeichnungen, ich fand sie alle auf den Punkt gebracht und konnte mir die einzelnen Personen sehr gut vorstellen. Erzählt wird im Stile der klassischen englischen Kriminalromane und am Ende werden, ganz typisch, alle Personen um den Detektiv versammelt, der dann seine Auflösung zum besten gibt.

Ich vergebe gerne 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Freunde des klassischen Whodunit-Kriminalromans.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Ein klassischer Whodunit
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Packender dritter Band

Tale of Magic: Die Legende der Magie - Ein gefährlicher Pakt von Chris Colfer

Brystal Everdeen hat einen Pakt geschlossen, der in kurzer Zeit ausläuft, bisher konnte sie ihren Part leider nicht erfüllen. Auch der Gerechte Herrscher Seven beabsichtigt, noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen. Ausgerechnet jetzt gibt es eine neue Gefahr, die die Welt zerstören könnte, und von Xanthous, Angehörigem des Rates der Feen, auszugehen scheint.

Das ruft das Institut für Alchemie auf den Plan, und eine Konferenz der Könige wird einberufen.

Der dritte Band der Reihe ist für mich der bislang beste, unglaublich spannend, voller interessanter und phantasievoller Ideen (allein der Campus der Alchemisten), auch aktuelle Probleme hat der Autor, den man u. a. als Kurt Hummel aus Glee, kennt, angesprochen. Neben den Alchemisten gibt es eine weitere Entdeckung, die mich sehr angesprochen hat und zukünftig sicher noch eine Rolle spielen wird. Am Ende schließlich gibt es die eine oder andere Veränderung, auf deren Konsequenzen man gespannt sein darf. Ich hoffe sehr, dass es weitere Bände geben wird.

Sehr schön und passend zum jeweiligen Kapitel sind die Illustrationen von Brandon Dorman mit denen diese eingeleitet werden. Auch eine Karte ist wieder vorhanden, über das farbenfrohe Cover (ebenfalls von Brandon Dorman), das wieder wunderbar zu allen anderen Covern der Bücher des Autors passt, muss man gar nicht extra sprechen.

Auch wenn die Reihe eher für Jugendliche gedacht ist, spricht sie mich in meinem reifen Alter auch an, die Welt, die der Autor erschaffen hat, ist sehr fantasievoll, ebenso wie seine Geschichten. Wer sich seinen Sinn für Phantasie erhalten hat, wird hier gut unterhalten. Sehr gerne vergebe ich volle Punktzahl.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Packender dritter Band
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Die Reihe wird mit jedem Band besser

Macht der Dryaden von Thorsten Hoß

Ashley bohrt sich weiter als Kristallwesen in den Berg, Sven ist zwar aus Hirikos Symbiosepartner befreit, aber nicht von ihm, und Faqech muss ihren Stamm retten und zu den Astronauten bringen.

Das ist nur ein Teil der Dinge, mit denen sich der Clan der Astronauten herumschlagen muss, und wieder passieren sehr viele Dinge, mit denen man so nicht gerechnet hat – Thorsten Hoß ist noch lange nicht am Ende seiner Phantasie.

Und doch ist dies bereits der sechste und damit vorletzte Band der Reihe, und man darf gespannt sein, wie das Ganze enden wird.

Doch noch sind wir mittendrin und müssen teilweise ganz schön um unsere Helden zittern, so trifft es, wieder einmal, Tilseg ziemlich hart, einige Charaktere machen wieder die eine oder andere Veränderung durch, und die Astronauten treffen nicht nur die Magierin Viktoria, die man aus den Zwischenspielen des letzten Bandes kennt, sondern auch auf Zwerchs und einen Großen Geist. Und nach und nach wird auch ein bisschen mehr über diese Welt, in der die Sirius7-Crew gestrandet ist, verraten.

Erzählt wird wieder in vielen kurzen Kapiteln aus Sicht verschiedener Charaktere, dieses Mal ist auch Viktoria und die Kriegsschwester Jane, über die wir sonst aber noch recht wenig wissen, vertreten. Auch humorvoll geht es wieder zu , gut gefallen haben mir die Wortspielchen des Autors, wie z. B. „Ein Gedanke nutzte die Gelegenheit und stellte sich kurzerhand und fest entschlossen ihrem Bewusstsein vor“ (Pos. 290) – herrlich!

Ich kann diese Reihe, die immer besser wird, jedem empfehlen, der originelle und humorvolle Fantasy mag und vergebe dieses Mal sehr gerne volle Punktzahl.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Die Reihe wird mit jedem Band besser
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Etwas düstere, jedoch lesenswerte Märchenanthologie

Aus Zauberseide und Schwanenfedern von Julia Adrian; C.E. Bernard; Nina Blazon; Thilo Corzilius; Corinna Götte; Anna Jane Greenville; Christian Handel; Daeny Levi; Juliet Marillier; Nina MacKay; Regina Meißner; Lisa Pohlers; Kathrin Solberg; Kai Spellmeier; Tanja Voosen; Ana Woods

Die bereits sechste Märchen-Anthologie des Drachenmondverlages beinhaltet 16 Geschichten zum Thema Verwandlungen. Die meisten davon basieren auf einem oder mehreren teils bekannten, teils unbekannten Märchen, viele auf solchen der Gebrüder Grimm oder Hans Christian Andersens, aber auch auf Sagen, Mythen und Legenden.

Ich hatte dieses Mal zunächst so meine Schwierigkeiten, denn unter der ersten Hälfte der Märchen waren nur relativ wenige, die mir gut gefallen haben, das änderte sich zum Glück in der zweiten Hälfte, die fast nur aus in meinen Augen guten bis sehr guten Geschichten besteht. Mir selbst gefallen besonders gut solche, die ihren Ursprung in anderen Ländern haben, wie z. B. Russland („Der Schrecken des Waldes von Regina Meißner) oder Island („… und im Norden die Lichter“ von Thilo Corzilius), oder humorvoll sind wie z. B. Es ist nicht alles Feenstaub und Glasschuhe, was glänzt“ von Nina MacKay: „). Ich mag aber auch solche, die mich berühren, ich mitfühlen kann oder die mich überraschen, wie z. B. „Kupfer, Silber, Gold“ von Juliet Marillier.

Insgesamt überwiegen allerdings eher düstere Märchen, ich hätte mir mehr humorvolle gewünscht, und bei manchen Geschichten leider auch ein anderes Ende. Natürlich hätte nicht zu jeder ein Happy End gepasst, zum Glück gibt es aber auch solche mit passendem guten Ende.

Für Märchenfans ist auch dieser Band wieder empfehlenswert, sicher gibt es für jede:n Geschichten, die gefallen werden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Etwas düstere, jedoch lesenswerte Märchenanthologie
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Für mich ein Wohlfühlbuch

Das Kaufhaus der Träume von Miye Lee

Penny lebt dort, wo Menschen normalerweise nur im Schlaf hinkommen, und hat das Glück, eine Stelle in Dallerguts Kaufhaus der Träume zu bekommen, wo sie auf interessante andere Einwohner und Träumende trifft.

Ich finde die Prämisse, dass es einen Ort gibt, an den man Träume und traumbezogene Produkte erhält, sehr interessant, und mich hat auch fasziniert, dass die Autorin Südkoreanerin ist, und auch in Korea lebt.

Hin und wieder, und nicht nur bei manchen Namen, kommt der koreanische Hintergrund auch zum Tragen.

In dem Ort, in dem Penny lebt, scheinen ganz normale Menschen und ein paar weniger normale Tiere zu wohnen, doch das trifft nicht unbedingt auf alle zu, was und wo dieser Ort genau ist, wird man in diesem Buch allerdings nicht erfahren, aber vielleicht im Nachfolgeband, der in Korea bereits erschienen ist?

Erzählt wird in großen Teilen aus Pennys Sicht, jedoch folgt man als Leser:in auch immer einmal wieder einzelnen Träumenden, erfährt von deren Leben, erlebt einen Traum mit ihnen, und welche Konsequenzen dieser eine Traum für ihr Leben hat. Am Ende gibt es zudem zwei Epiloge, die von Kollegen Pennys handeln, und noch offene Fragen beantworten. Überhaupt darf man sich hier keinen Roman mit durchgehender Handlung vorstellen, das Ganze wird episodenhaft erzählt, greift einzelne Kapitel aus Pennys Leben, besondere Ereignisse und, wie schon erwähnt, einzelne Träume auf.

Für mich entpuppte sich der Roman schnell als Wohlfühlbuch, ich war einfach gerne an diesem Ort, an dem Träume verkauft werden, das ganze Drumherum ist sehr liebevoll ausgeführt, mir haben z. B. sehr gut die Augenliderwaagen gefallen, an denen Penny ablesen konnte, welcher Stammgast gleich einschlafen und damit erscheinen würde. Auch die verschiedenen Traumdesigner und die Träume, die sie herstellten, haben mir gut gefallen, manchen Traum hätte ich sofort mit nach Hause genommen.

Manchmal allerdings wirkt das Buch etwas zu pädagogisierend auf mich, aber ich denke, es ist nicht nur ein Buch für Erwachsene, sondern auch für ältere Kinder und Jugendliche gedacht. Man kann daraus Lehren mitnehmen, wenn man möchte, aber man muss nicht. Ich hoffe sehr, dass auch der Folgeband ins Deutsche übersetzt werden wird, und bin gespannt, wie sich der Erzählstil der Autorin entwickelt hat, immerhin ist „Das Kaufhaus der Träume“ ihr Debüt.

Ich habe mich mit diesem Buch mit seinen episodenhaften Geschichten, die durch die Protagonistin Penny miteinander verbunden sind, sehr wohlgefühlt und es immer wieder gerne aufgeschlagen. Ich empfehle es gerne für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene und hoffe, auch den Folgeband lesen zu können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Für mich ein Wohlfühlbuch
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Lesenswert

Galatea von Madeline Miller

Madeline Miller nimmt sich nach Circe und Achill nun dem Pygmalion-Mythos an – das Original von Ovid ist ebenfalls in diesem Buch enthalten. Pygmalion schuf eine Frauenstatue, in die er sich verliebte, die zum Leben erwachte und ihm sogar eine Tochter schenkte. Die Kurzgeschichte „Galatea“ ist aus Sicht dieser Frau erzählt und führt Ovids Verse fort.

Während bei Ovid der Mann im Mittelpunkt steht, und die Frau nicht mal einen Namen hat, ist es bei Miller umgekehrt. Zudem ist die Harmonie zwischen den beiden längst zerbrochen. Galatea hat das Leben an Pygmalions Seite nicht ertragen, und auch das Bedürfnis, ihre Tochter zu schützen. Doch nun ist sie gefangen, wird unter Drogen gesetzt und „darf“ hin und wieder seinen Besuch ertragen. Die Autorin lässt Galatea selbst erzählen – eindringlich und berührend.

Lesenswert sind auch das Vorwort der Autorin sowie das Nachwort von Andreas Knabl, das zusätzliche Informationen bietet. Schön und zur Geschichte passend sind die dezent farbigen Illustrationen von Thomke Meyer.

Auch wenn hier „nur“ eine Kurzgeschichte erzählt wird, lohnt sich das Lesen, nicht nur für Fans der Autorin, unbedingt. Die Boni werten das Buch zusätzlich auf.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Lesenswert
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Randnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Das Lachen bleibt einem schnell im Hals stecken

Do not eat! von Kevin Hearne

Der Physiker Clint Beecham wird von Aliens entführt. Er und fünf andere Wissenschaftler haben es noch gut, denn die Aliens scheinen sie zu benötigen, und haben sie daher in T-Shirts mit der Aufschrift „Do not eat“ gesteckt, während die 50.000 anderen entführten Menschen als Proviant für die Reise zum Heimatplaneten der Aliens dienen sollen.

Die Wissenschaftler sind sich schnell einig, dass sie die Ankunft dort verhindern müssen, um die Erde vor einer Invasion zu schützen – doch wie sollen sie das anstellen ….

Der Name des Autors, von dem ich schon ein paar Romane gerne gelesen habe, sowie die Beschreibung „Urkomischer Science-Fiction-Spaß“ haben mich zum Roman oder eher zur Novelle (nach ca. 70 % des Ebooks ist die Geschichte bereits zu Ende und macht einer Leseprobe Platz) greifen lassen. Allerdings ist „urkomisch“ vielleicht die falsche Beschreibung für das, was ich zu lesen bekam, der Humor ist schon sehr schwarz, und das Ganze ziemlich bluttriefend (sowohl rotes Menschen- als auch indigoblaues Alienblut), so dass einem das Lachen oft eher im Hals stecken bleibt.

Dennoch lässt sich die Geschichte flott lesen, man darf halt kein zu sensibles Gemüt haben. Auch habe ich mich schnell gefragt, ob Kevin Hearne den Menschen vielleicht einen Spiegel vor Augen hält, die „Verarbeitung“ der Menschen zu leckerem Essen für die Aliens erinnert doch sehr an Fleischverarbeitung hierzulande – und das hat mir den Spaß noch ein bisschen mehr verdorben.

Die Geschichte lässt sich zwar zügig lesen und hat durchaus unterhaltsame Momente, jedoch bleibt einem das Lachen auch schnell im Hals stecken. Kevin Hearne-Fans können diese Geschichte lesen, müssen aber nicht unbedingt. Ich denke, ich bleibe dann doch lieber bei Siegelmagier und Druide, den Barden muss ich erst noch kennenlernen. Dieses Mal gibt es von mir nur 3 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Das Lachen bleibt einem schnell im Hals stecken
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Hat mich gut unterhalten

König Ludwig und der gläserne Dolch von Kirsten Kaiser

König Ludwig II ist empört, Finanzminister Funkenberg schwänzt ein Treffen mit ihm, das kann er nur mit einer Kündigung strafen – bis er erfährt, dass der Minister ermordet wurde. Da er mit der Arbeit der Polizei nicht zufrieden ist, die zudem auch noch Richard Wagner verdächtigt, auf den er zwar gerade nicht gut zu sprechen ist, den er aber auch nicht als Mörder sehen möchte, nimmt er mit seiner Cousine, Herzogin Sophie, Ermittlungen auf.

Zu König Ludwig habe ich ganz andere Bilder im Kopf und konnte ihn mir zunächst gar nicht so recht als Ermittler vorstellen, aber, ich muss sagen, er macht sich ganz gut. Natürlich kommt auch immer wieder der König heraus, aber er ermittelt ja nicht allein, neben Sophie stehen ihm noch sein Privatsekretär Paul Lohmann, sein Leibdiener Karlchen und Sophies Zofe Erika zur Seite, zudem zwei tierische Begleiter.

Mir gefallen die Charaktere gut, Herzogin Sophie in Bayern ist bei Ludwig untergekommen um einem hartnäckigen und ungewollten Verehrer zu entkommen, den ihre Eltern gerne als Schwiegersohn hätten. Die Schwester der berühmten Sisi ist eine historische Persönlichkeit mit einer ähnlich tragischen Lebensgeschichte wie Ludwig selbst, doch hier ist sie eine lebensfrohe und kluge Frau, über die man gerne liest, und die Ludwig immer einmal wieder bremsen muss. Auch die anderen Charaktere sind pointiert ausgearbeitet.

Dies ist bereits der zweite Band der Reihe, ein dritter ist angekündigt. Erzählt wird humorvoll, inklusive manch fast skurriler Situation. Es macht Spaß, den Überlegungen zu folgen, die Gespräche mit Verdächtigen und Zeugen zu verfolgen, am Ende wird der Fall gut, wenn auch etwas kompliziert, gelöst. Hier sollte man historisch nicht alles auf die Goldwaage legen, es zählt eher das Lesevergnügen, und das ist gegeben.

König Ludwig II hat mich als Ermittler gut unterhalten, ich freue mich schon darauf, bald mehr von ihm und seinen Mitermittlern zu lesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Hat mich gut unterhalten
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Historie, Mystery und ein überzeugendes Figurenensemble, dazu amüsant und spannend

Die Schattensammlerin - Dichter und Dämonen von T. S. Orgel

Fastnacht1830, Frankfurt am Main: Während eines Festes wird im neu gegründeten Senckenberg Museum ein Schädel gestohlen, Leihgabe Johann Wolfgang von Goethes, der natürlich sein Eigentum wieder zurückhaben möchte, und da die Polizei nicht unbedingt erfolgversprechend ermittelt, selbst mit Hilfe seines Adlatus Abaris und der Museums-Angestellten Millicent Wohl den Fall zu lösen versucht.

Die Gebrüder Orgel scheinen den phantastischen Bereich verlassen, und sich in den historischen begeben zu haben, aber ganz so ist es doch nicht, denn zum historischen Setting und dem Protagonisten Goethe kommt noch ein guter Schuss Mystery. Das passt hervorragend zusammen, zumal sich erst nach und nach für Milli(cent) und die Leserschaft klar wird, dass nicht alles mit rechten Dingen zugehen kann. Da im Senckenberg Museum auch manche Kuriosität, wie etwa ein ausgestopfter Wolpertinger, zu finden ist, passt letztlich auch dieses Setting gut, na und der Geheimrat sowieso, wenn man sein wohl berühmtestes Werk betrachtet.

Gut gefallen mir die Protagonisten, Goethe, bereits in hohem Alter und ein alter Grantler, Milli, die klug und aufgeschlossen ist, und sich zu helfen weiß, Abaris, der sehr geheimnisvoll ist, sowie Goethes Kutscher Heinrich, ein alter Soldat und immer noch wehrhaft. Sie alle gewinnt man schnell lieb, und ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung, denn ich will sie alle wiedertreffen. Neben diesen Hauptcharakteren gibt es einen sehr interessanten Zirkus, dessen Mitglieder nicht nur alle besonders sind, sondern auch wichtig für das Geschehen werden. Und natürlich die Antagonistenseite, die lange mysteriös bleibt. Und, wie es so ist, bei Romanen der Autoren, kann man auch jemanden treffen, den man vielleicht aus (einem) anderen Roman(en) bereits kennt

Als langjähriger Fan der beiden Autoren hat mir schon immer ihr Erzählstil gut gefallen, der hier neue Höhen erreicht. Selten habe ich mich – bei so einem Stoff – so amüsiert, da wird nicht nur überlegt, ob man Hierarchie an Bäuchen festmachen kann, sondern es fließen auch viele, vor allem goethesche Zitate ein, und es gibt sehr unterhaltsame Dialoge. Ich habe oft schmunzeln müssen. Daneben kommt aber auch die Spannung nicht zu kurz. Insgesamt ist der Roman angenehm kurzweilig, ohne dadurch an Anspruch zu verlieren.

„Die Schattensammlerin“ ist zunächst als Hörspiel erschienen, zu meinem Glück – ich lese lieber selbst – jetzt aber auch als Roman.

T. S. Orgels Ausflug in die Historie hat eine ordentliche Beimischung von Mystery, ist sehr unterhaltsam und ebenso spannend, und besticht mit einem Figurenensemble, das man gerne noch öfter wiedertreffen möchte. Ich bin begeistert und empfehle den Roman unbedingt weiter.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Historie, Mystery und ein überzeugendes Figurenensemble, dazu amüsant und spannend
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Gelungene und interessante Verquickung mit historischen Ereignissen

Die letzte Geliebte von Christof Weigold

Hollywood 1923: Privatdetektiv Hardy Engel wird angeheuert, Nachteiliges über den ehemaligen Politiker und derzeitiger Präsident der Filmproduzentenvereinigung MPPDA, Will Hays, herauszubekommen. Er sticht in ein Wespennest, heimliche Geliebte, Morde und der Ku-Klux-Klan kreuzen seine Ermittlungen.

Mal wieder habe ich eine Buchreihe mittendrin angefangen, dies ist bereits der dritte Band, jedoch kann man der Erzählung gut folgen, auch wenn man die ersten beiden nicht kennt. Kennen sollte man aber vielleicht ein bisschen das Filmmilieu jener Zeit, denn Hardy, der sich früher auch als Schauspieler probiert hat, trifft so manchen bekannten und weniger bekannten Star jener Zeit, andere werden zumindest genannt, seien es Schauspieler wie Pola Negri, Gloria Swanson, Mary Pickford oder Douglas Fairbanks, oder die Riege der Filmproduzenten wie Carl Laemmle und D. W. Griffith.

Der Kriminalfall basiert auf tatsächlichen Ereignissen, auch im politischen Bereich, wird aber angereichert mit fiktiven und/oder nicht ganz geklärten Ereignissen, eine Verquickung, die mir gut gefällt, und am Ende wird manches nicht ans Licht kommen, sondern, wie es tatsächlich der Fall war, Gerücht oder ungeklärt bleiben – zum Verdruss Hardys, der eigentlich alles aufgeklärt hatte. Dies scheint typisch für die Reihe, Hardy kann letztlich seine Erfolge nicht unbedingt genießen (der Autor aber halt die Realität auch nicht ändern).

Hardy und seine Freundin Polly Brandeis, die u. a. Drehbuchschreiberin ist, haben mir ebenfalls gut gefallen. Der Autor lässt Hardy selbst in Ich-Form erzählen, so dass man immer genau auf seinem Kenntnisstand ist, seine Gedanken und Gefühle hautnah miterlebt. Polly steht ihm im Laufe des Romans auch bei den Ermittlungen zur Seite, sie hat ganz persönliche Gründe dafür. Die Charaktere sind insgesamt gut gelungen, und auch die Erzählweise ist so bildhaft, dass mein Kopfkino gut zu tun bekam.

Manchmal allerdings fand ich Hardys Handeln etwas übertrieben, manchmal hätte er sich ein bisschen zurückhalten können/müssen, so hätte er manche Gefahrensituation umgehen können – auch wenn sein Handeln natürlich dann für Spannung gesorgt hat. Andererseits ist er halt durchaus auch als hardboiled detective zu sehen, und so passt sein Verhalten letztlich schon.

Apropos Spannung: Es gibt einige Szenen, die sehr spannend sind. Dazwischen erfährt man viel über die Zeit, das soziale und gesellschaftliche Leben, und die Charaktere, handelnde und erwähnte. Wie gesagt, es schadet nicht, sich schon ein bisschen auszukennen.

Ich habe mich nie gelangweilt – und Lust bekommen, die beiden Vorgängerbände auch noch zu lesen, ebenso hoffe ich auf einen weiteren Band, der meines Erachtens auch angedeutet wird.

Wer sich für die 1920er Jahre und das Filmbusiness interessiert, sollte der Reihe eine Chance geben. Wer einen interessanten Krimi, der mit den tatsächlichen historischen Ereignissen verquickt ist, lesen will, ist hier ebenfalls richtig. Ich freue mich darauf, Hardy Engel in weiteren Bänden wiederzutreffen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von PMelittaM
Gelungene und interessante Verquickung mit historischen Ereignissen