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Rezensionen von Tara:

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Das Leben am Polarkreis – berührend & packend

Das Leuchten der Rentiere von Ann-Helén Laestadius

„Das Leuchten der Rentiere“ der schwedischen Journalistin und Autorin Ann-Helén Laestadius , die eine und gebürtige Sámi ist, gibt einen interessanten Einblick in die Kultur dieses Volkes.

Mit neun Jahren muss die kleine Sámi Elsa mit ansehen, wie ihr Rentier Nástegallu ermordet wird. Bevor der Wilderer flieht, bringt er sie durch eine kleine Geste zum Schweigen, was sie im weiteren Verlauf ihres Lebens zutiefst belastet.

Das gewilderte Rentierfleisch lässt sich gut verkaufen und es kommt immer wieder zu Diebstählen, gegen die die Behörden nicht vorgehen. Viele Jahre später will Elsa etwas dagegen unternehmen, stößt aber auf Widerstände, die auch aus ihren eigenen Reihen kommen.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig aber auch sehr intensiv. Sie beschreibt die wundervolle nordische Landschaft sehr bildhaft und vermittelt durch einzelne Ausdrücke der Samen gut die Kultur und die dort vorherrschende Atmosphäre.

Anhand von Elsas Schicksal bekommt man einen gute Einblick in das Leben der Sámen, die gerne unter sich bleiben und ihren Traditionen nachgehen. Traditionen, die für viele von uns nicht ins heutige Zeitbild passen. So kann eine Frau keine Rentierherde besitzen und wenn sie heiratet, gehört alles ihrem Mann, der die Entscheidungen für sie übernimmt. Sie leben von ihren Tieren und lieben diese. Dabei kämpfen sie nicht nur mit den Vorurteilen der übrigen Bevölkerung, sondern auch mit dem Klimawandel, durch den die Weidemöglichkeiten geringer werden.

Elsa ist eine starke Protagonistin, die wie alle Samen ihre Rentiere liebt und eine eigene Rentierherde besitzen möchte. Das passt natürlich nicht zu der Lebensphilosophie der Samen.

In ihrem Nachwort erläutert Ann-Helén Laestadius dass die Geschichte um Elsa fiktiv ist, nicht aber das hier geschilderte Leben der Samen und die Vorurteile mit denen sie leben müssen.

Ich habe in diesem Buch, mit dem die Autorin zahlreiche unterschiedliche Themen - Probleme der Sámi, Wilderei, Klimawandel… - anspricht, eine Menge Neues über die Kultur der Sámi erfahren. Die Handlung ist spannend, brisant und berührend, so dass sie bei mir zahlreiche unterschiedliche Emotionen hervorgerufen hat. Es ist weder ein Krimi noch ein Sachbuch, hat aber von beidem etwas und regt zum Nachdenken an. Ich habe es gerne gelesen.

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Das Leben am Polarkreis – berührend & packend
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Charmant & spannend !

Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens von Pierre Martin


Ich habe schon einige Krimis von Pierre Martin mit der Hauptfigur Madame le Commissaire mit Begeisterung gelesen und war nun sehr gespannt auf den ersten Band seiner neuen Monsieur-le-Comte-Serie.

Lucien Comte de Chacarasse ist ein reicher Lebemann, Anfang dreißig, liebt guten Wein ebenso wie Frauen und ist mit seinem Leben und seinem gut gehenden Restaurant recht zufrieden.

Mit dem Ableben seines Vaters ändert sich für Lucien so einiges. Dieser hat ihm auf dem Sterbebett das Versprechen abgenommen, dass er die Familientradition Auftragsmorde auszuführen, fortführen wird.
Natürlich möchte er sich an das Versprechen, das er seinem Vater gegeben hat halten, aber er ist auch fest entschlossen keinen Menschen zu töten. Ob es ihm gelingen wird, sich aus diesem Gewissenskonflikt zu befreien?

Ich mag den Schreibstil des Autors, seine Beschreibungen der Umgebung und der Landschaft vermitteln die Atmosphäre von Süd-Frankreich und die erwähnten Delikatessen lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Da steigt die Lust auf einen Urlaub in der Provence.
In diesem Krimi steckt wirklich eine Menge an ungewöhnlichen Ideen. Aber die Handlung ist auch spannend und voller Humor. So hatte ich z.B. großen Spaß an den Dialogen mit der alten, schwerhörigen Haushältern Rosalie.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Mit Lucien hat Pierre Martin einen ganz besonderen Typ erschaffen – sehr sympathisch, immer positiv und mit einem ungewöhnlichen Einfallsreichtum. Auch die übrigen Figuren sind facettenreich und alles andere als langweilig, sondern voller Geheimnisse und nicht ohne Eigenarten.

Mich konnte der Autor schon mit seiner Reihe um Madame le Commissaire begeistern.
Monsieur le Comte ist anders, weniger taff aber dafür sehr charmant. Es ist kein klassischer Krimi, da es nicht einen Fall gibt, der sich durch das Buch durchzieht, sondern mehrere Episoden. Wem das zusagt, wer neben Spannung auch gerne einmal lacht und wer in die Atmosphäre Südfrankreichs eintauchen möchte, liegt mit diesem Buch richtig. Ich freue mich jedenfalls schon auf den zweiten Band der Reihe.

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Charmant & spannend !
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Ein berührende Geschichte voller Weisheiten

Der Junge im Fluss von Nestor T. Kolee

„Der Junge im Fluss: Über die Suche nach dem eigenen Ich“ ist nach „Der Junge, der auf einem Esel ritt – Das Leben ist keine Reise“ das zweite Buch des Autors Nestor T. Kolee, das ich mit Begeisterung gelesen habe, da es mir eine Menge Denkanstöße gegeben hat, die mich noch lange beschäftigen werden.

Ben macht sich nach einem Schicksalsschlag gemeinsam mit einem Kolibri auf die Suche nach Damai – einem Ort ohne Zeit. Als Leser begleiten wir nun Ben bei seiner Reise, seinen Erlebnissen und Begegnungen.

Der Schreibstil des Autors liest sich angenehm. Die Sätze sind klar und einfach aber auch voller Posie. Dadurch entsteht schnell eine magische Atmosphäre, in die ich mich gerne hineinziehen lassen habe.

Nestor T. Kolee malt mit seinen Sätzen Bilder und zwischen den Zeilen stecken Botschaften, die für jeden Leser ein wenig anders aussehen können.

Das Buch ist nicht nur inhaltlich ein Highlight, sondern auch optisch. Zahlreiche klare, farbige Illustrationen runden das Gelesene gelungen ab.

Mich wird das Buch noch einige Zeit beschäftigen, da es zahlreiche Wahrheiten vermittelt, die im Alltag leider oft untergehen oder übersehen werden. Obwohl Veränderungen und das Loslassen der Vergangenheit für jeden Menschen anders aussehen, denke ich, dass es dem Autor hier gut gelungen ist, jeden Leser da abzuholen, wo er steht.

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Konfliktreich & intensiv

Meine bessere Schwester von Rebecca Wait

„Meine bessere Schwester“ ist ein ein intensiver und brillant geschriebener Familienroman der Autorin Rebecca Wait.

Hanna und Alice sind Zwillingsschwestern, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Durch sie, ihren Bruder und ihre Eltern wird hier eine zerrüttete Familie dargestellt. Diese Familie funktioniert nicht, wie man sich das wünscht und es ist interessant mitzuerleben, wie sich Kleinigkeiten auf die einzelnen Familienmitglieder auswirken.

Der Schreibstil der Autorin ist dank der zahlreichen Dialoge lebendig und angenehm zu lesen. Die Ereignisse sind voller Höhen und Tiefen und die einzelnen Charaktere nachvollziehbar, da sie sehr detailliert beschrieben werden, so dass man das Gefühl bekommt sie zu kennen und Nähe zu ihnen aufbauen kann. Es gibt schöne und lustige Momente, aber es wird auch mehr als deutlich wie anstrengend und zermürbend es ist, Teil einer Familie zu sein, in der nie wirklich Einigkeit herrscht und es immer wieder Streit und Intrigen gibt.

Wer sich für zwischenmenschliche Beziehungen und Familienkonstrukte interessiert, liegt mit diesem Buch richtig. Wer allerdings eine Story mit Anfang und Ende sucht, wird eher enttäuscht werden. Ich habe es mit großem Interesse gelesen, da ich die Charaktere und ihre unterschiedlichen Beweggründe, die sie angetrieben haben, ausgesprochen interessant fand.

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Konfliktreich & intensiv
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Ein lebendiger Comicroman mit wichtigen Themen

Lina Knut. Schülerin, Gamerin, Weltenretterin von Franz Zwerschina

„Lina Knut. Schülerin, Gamerin, Weltenretterin“ ist ein cooler Comicroman des Autors Franz Zwerschina und der erste Band einer neuen Reihe.

Die 10-jährige Lina daddelt gerne am Computer und ihr Lieblingsspiel ist „Aarona“. In dem Spiel ist sie als Lina_Furiosa und so beliebt, dass sie von einer kleinen Community dabei verfolgt wird.

Dann bietet ihr auch noch das Spielentwicklerteam die Möglichkeit ein Zusatzlevel zu testen, bevor dieses überhaupt freigeschaltet wird. Das ist natürlich alles wahnsinnig aufregend. In der Schule ist Lina eine ganz normale Schülerin, die leicht ins Stottern gerät und mit den typischen Problemen, die man in diesem Alter im Schulaltag hat.

Mit Lina hat der Autor eine sympathische Protagonistin geschaffen, die durch ihre kleinen Probleme in der realen Welt sehr nahbar wird. Neben ihrer Online-Community spielen hier ihre beste Freundin Mia und einige andere Schulfreunde eine Rolle.

Optisch ist das Buch ein richtiges Highlight und durchgehend lebendig gestaltet. Auf jeder Seite sind passende Zeichnungen der Illustratorin Sandra Pavlovski. Auch im Schriftbild und im Schreibstil findet sich eine Menge Abwechslung. Dadurch eignet sich dieser Comic-Roman auch bestens für nicht ganz so leseaffine Kinder.

Gut gefielen mir auch die Innencover. Im vorderen befinden sich Details zu den wichtigsten Charakteren und im hinteren eine Karte der Welt von Onitrea – der Spielewelt von Aarona – und Einzelheiten zu der Daddelclique, Aarona und Onitrea.

Neben großem Lesespaß vermittelt der Autor aber auch wichtige Informationen, da neben Gaming und Internet auch Freundschaft und Mobbing ein großes Thema sind.

Uns hat dieses Comic-Abenteuer gut gefallen und wir sind schon gespannt, was Lina in Band zwei erlebt.

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Ein lebendiger Comicroman mit wichtigen Themen
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Von Estrella zu Cruella

Disney Cruella: Hello, wildes Herz! von Maureen Johnson

In „Disney Cruella: Hello, wildes Herz!“ greift die US-amerikanische Jugendromanautorin Maureen Johnson die Teenagerzeit der Disney-Schurkin Cruella De Vil aus 101 Dalmatiner auf.

Die Story spielt in den 1960er Jahren und wird aus der Perspektive der 16jährigen Estella erzählt. Als Teenager taucht Estella in die funkelnde und glitzernde Welt der Reichen und Berühmten ein und sie will mehr davon.

Mit dabei sind natürlich ihre Freunde, die beiden Kleinkriminellen Horace und Jasper.

Der Schreibstil der Autorin ist lebendig und leicht zu lesen. Mit viel Spannung erfährt man eine Menge aus Estellas - später Cruella – Leben und bekommt schnell eine Ahnung, warum sie so geworden ist, wie wir sie kennen. Dabei erfährt man auch einiges über Jasper und Horace, wodurch diese Charaktere deutlich mehr Tiefe gewinnen. Es werden auch einige neue Charaktere eingeführt. Dieser wilde Ausflug in die Vergangenheit von Cruella, quer durch die Straßen Londons und die Welt der Mode macht einfach Spaß. Jeder Disney-Fan - egal ob jung oder alt - wird begeistert sein.

Da die Schrift recht groß und die Gestaltung der Kapitelanfänge ziemlich großzügig sind, liest sich das Buch sehr flott. Ich hatte Spaß an der Entwicklung von Estella zu Cruella und ob man diese oder zuerst den Klassiker „101 Dalmatiner“ liest oder sieht, ist vollkommen egal.

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Von Estrella zu Cruella
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Inspirierende, humorvolle & vielseitige Fragen

99 einfache Fragen für vielfältige Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern von Ralph Caspers

Das Buch „99 einfache Fragen“ des Autors und Fernsehmoderators Ralph Caspers besteht aus 99 abwechslungsreichen und ungewöhnlichen Fragen, die sich hervorragend als Gesprächsgrundlage für Eltern mit ihren Kindern eignen.

Die Auswahl der Fragen ist gut gelungen und deckt zahlreiche Themengebiete ab.

Neben den Fragen des Autors kommen 33 Fragen direkt von LeserInnen. Insgesamt ist es eine gelungene Mischung, die für jeden etwas bietet.

Die Antworten sind leicht verständlich und humorvoll. Nicht auf jede Frage gibt es eine konkrete Antwort. Oft sind es eher Denkanstöße, die dazu animieren selbst weiter zu überlegen, darüber zu diskutieren, über einfache Dinge einfach einmal nachzudenken und über den Tellerrand hinauszuschauen.

Die Fragen sind einfach perfekt, um mit seinen Kindern auch einmal über Themen abseits vom Alltag ins Gespräch zu kommen und wir hatten bei unseren kleinen Diskussionen jede Menge Spaß.

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Zauberhaft illustriert

Däumelinchen von Hans Christian Andersen

Mit den Märchen „Däumelinchen“ von Hans Christian Andersen werden bei mir Kindheitserinnerungen geweckt. Der Wunderhaus Verlag hat das Buch nun neu illustriert.

Die Geschichte vom kleinen Däumelinchen, das nicht größer ist als ein Daumen, kennt wohl jeder. Von daher muss ich zum Inhalt des Märchens nicht viel schreibe.

Ich mag die Märchen von Hans Christian Andersen sehr und habe sie meinen Kindern mehrfach gerne vorgelesen. Aber so eine zauberhafte Ausgabe wie diese, habe ich noch nie in den Händen gehalten.

Hier ist jede Seite ein Kunstwerk. Die ukrainische Illustratorin Galia Zinko hat mit kräftigen Farben, klaren Zeichnungen und viel Liebe zum Detail jede einzelne Seite lebendig gestaltet. Es gibt jede Menge zu entdecken und es ist zu merken, dass sie ihre Arbeit liebt. Für die Zeichnungen hat sie Linolschnitt und Aquarell verwendet und zusätzliche Details am Computer hinzugefügt.

Mit der Geschenkausgabe „Däumelinchen“ hat der Wunderhaus Verlag ein knapp 200 Jahre altes Märchen zeitgerecht aufbereitet. Ich finde das Buch einfach zauberhaft und durch die wundervollen Illustrationen ist es keineswegs nur etwas für Kinder. In diese verliebt man sich in jedem Alter. Wer nach einem schönen Geschenk – egal ob für ein Kind oder die vorlesende Oma – sucht, wird hiermit sicherlich einen Volltreffer landen.

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Dramatisch - tragisch - intensiv

Verbrenn all meine Briefe von Alex Schulman

„Verbrenn all meine Briefe“ ist in Schweden der bisher erfolgreichste Besteller des schwedischen Autors und Journalisten Alex Schulmann.

In diesem Buch geht es um die Familie des Autors, um ihn selbst, seine Frau, seine Kinder, seine Wut und seine Großeltern Karin und Sven Stolpe.

Als Alex kistenweise Bücher und Unterlagen aus dem Nachlass seines Großvaters übergeben werden, beginnt er, sich mit der Geschichte seiner Familie auseinanderzusetzen.

Sven ist Schriftsteller und Karin leidet unter seiner Eifersucht, seiner Grausamkeit und seinen Drohungen. Karin verliebt sich in Olof Lagerkranz, der ebenfalls Schriftsteller ist. Obwohl Olof für sie ein Lichtblick ist, der ihr hilft durchzuhalten, bricht sie aus Angst vor Sven den Kontakt ab.

Können Emotionen über Generationen hinweg vererbt werden ? Genau dem geht Alex Schulmann hier nach. Dabei schreibt er im Wechsel aus unterschiedlichen Zeitebenen und Perspektiven.

Der Schreibstil des Autors ist unglaublich intensiv, dramatisch und emotional. Seine Charaktere beschreibt er lebendig und ihre Gedanken und Entscheidungen sind nachvollziehbar. Dabei wird erschreckend deutlich, welche Nachwirkungen eine unglückliche Liebesgeschichte auf die nachkommenden Generationen haben kann.

Abschließend stellt sich mir als Leser die Frage, muss ich die Geschichte meiner Vorfahren kennen, um meine Gefühle und Reaktionen zu verstehen ?

Für mich war dies das zweite Buch von Alex Schulmann und es ist wieder eines das nachwirkt. Traurig und schön zugleich schafft es der Autor bei seinen Lesern ungeahnte Emotionen zu wecken.

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Einblicke in das Leben einer indischen Familie

Teen Couple Have Fun Outdoors von Aravind Jayan

„Teen Couple Have Fun Outdoors“ ist der Debütroman des indischen Autors Aravind Jayan.

Es geht um eine indische Familie. Den Eltern Appa und Amma sind Traditionen, ein guter Stand in der Gesellschaft und was die Nachbarn sehen und denken sehr wichtig. Als von ihrem ältesten Sohn Sreenath und seiner Freundin Anita ein Video auf einer Pornoseite auftaucht, gleicht dies für Appa und Amma einer unerträglichen Katastrophe.

Sreenath soll ausziehen und obwohl sein jüngerer Bruder sich bemüht zu vermitteln, eskaliert die Situation.

Konflikte über verschiedene Lebensvorstellungen zwischen Eltern und Kindern gab es schon immer und wird es immer geben. Aber die unterschiedlichen Moralvorstellungen zwischen den Generationen der indischen Gesellschaft scheinen deutlich größer und unüberwindbarer zu sein als man sich vorstellen mag.

Die Story wird aus der Ich-Perspektive von Sreenaths jüngerem Brüder erzählt. Dieser sieht und versteht die Lage seines Bruders ebenso wie die seiner Eltern. Die Situation ist recht verzwickt, die Eltern sind stur und Sreenaths Verständnis für seine Eltern, die Anstand und Moral eine ganz andere Bedeutung bemessen als er, ist gering. Dieser Kontrast wurde hier gut herausgearbeitet.

Die Handlung ist weder spannend, noch extrem lustig, sondern eine – aus meiner Sicht durchaus gut gelungene - Darstellung der Generationenkonflikte innerhalb der heutigen indischen Gesellschaft, die mir ansonsten bisher eher fremd war.

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Einblicke in das Leben einer indischen Familie