Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Komplex - düster - ungewöhnlich
Todesspiel. Die Nordseite des Herzens von Dolores Redondo
„Todesspiel. Die Nordseite des Herzens“ ist ein ungewöhnlicher und komplexer Thriller der spanischen Autorin Dolores Redondo.
Der Komponist ist ein gnadenloser Serienmörder, der Naturkatastrophen nutzt, um - in dem vom Wetter verursachten Chaos - Familien zu ermorden und diese nach seinem Schema zu drapieren.
Als sich der Hurrikan Kathrina ankündigt, rechnet das FBI damit, dass der Komponist erneut zuschlägt. Special Agent Dupree zieht die spanische Kommissarin Amaia Salazar - die sich sich gerade zu einer Weiterbildung beim FBI befindet - zu diesem Fall hinzu.
Amaia ist eine etwas eigenwillige Protagonistin, die mit ihren feinen Antennen Dinge wahrnimmt, die anderen entgehen. Durch Rückblicke auf ihre Vergangenheit in Spanien erfährt man nach und nach mehr über ihre Kindheit und ihre Familie.
Special Agent Dupree ist ebenfalls ein interessanter Charakter, der mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat.
Mit ihrem rasanten Schreibstil und den kurzen, wechselnden Kapiteln hatte mich Dolores Redondo schnell gefesselt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, gegen das Wetter und gegen den Komponisten. Durch verschiedene parallel verlaufende Handlungsstränge und durch die Rückblicke in die Vergangenheit ist dieser Thriller komplex und fordernd. Die Spannung ist hoch und bleibt durchgehend erhalten.
Auch wenn ich bisher noch keinen Hurrikan erlebt habe, so hatte ich alles durch die detaillierten Beschreibungen der Autorin direkt vor Augen. Die Verwüstungen und das Chaos durch Wind und Wasser wurden lebendig.
Auch die Atmosphäre davor und danach wurde gut eingefangen. Dies alles wirkte – zusätzlich zu dem Serienkiller – sehr beängstigend und bedrückend. Geschickt wurden hier die Verwüstungen, das Leid, die Verbrechen und Plünderungen, die der Hurrikan Katrina im Jahr 2005 mit sich brachte, in die Handlung integriert. Allein das sorgt schon für Gänsehaut und Entsetzen.
Von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend Spannung, das habe ich noch nicht oft erlebt und musste nach diesem fesselnden Leseerlebnis erst einmal tief Luft holen. Aber wer gute Nerven hat, diese gerne austestet, Entsetzen und Gänsehautfeeling liebt und ein wenig Mystik mag, für den ist dieser Thriller genau richtig.
Ein atmosphärischer Roman aus dem viktorianischem Zeitalter – spannend & überraschend
Zirkus der Wunder von Elizabeth Macneal
„Zirkus der Wunder“ ist das zweite Buch der in London lebenden Autorin Elizabeth Macneal, mit dem sie mich in das viktorianische England entführt hat.
Die Handlung beginnt im Mai 1866 und spielt in Südengland. Nells Haut ist von Muttermalen übersät und sie leidet darunter, da die Dorfbewohner sie wie eine Aussätzige behandeln.
Glücklicherweise hat sie ihren Bruder Charlie, der sich vor sie stellt und sie beschützt. Als sich ein Zirkus „Jasper Jupiters Zirkus der Wunder“ im Ort ankündigt, sieht Nells Vater die Chance, durch den Verkauf seiner Tochter an Geld zu kommen und verkauft Nell an den Impresario Jasper, der mit seinem Bruder Toby den Zirkus führt.
Die Handlung wird im Wechsel aus der Perspektive von Nell, Jasper und Toby geschildert. Dadurch habe ich schnell einen guten Einblick in die Gefühlswelt und die Denkweise der drei Protagonisten erhalten.
Nell ist eine liebenswerte junge Frau, die durch die Zurückweisung anderer Menschen aufgrund ihrer Besonderheit schwer verletzt wurde. Nachdem sie sich nun auch noch von ihrem Vater und ihrem Bruder verraten fühlt, ist sie zunächst tief unglücklich, sieht aber dann in dem Zirkus ihre Chance. Jasper und Toby sind zwei sehr unterschiedliche Brüder. Während Jasper stets im Rampenlicht steht, musste Toby sein Leben lang hinter ihm zurückstecken und stand in seinem Schatten.
Die Charaktere werden vielschichtig beschrieben. Keiner von ihnen ist ist durchweg positiv oder negativ belegt. Sie wirkten alle authentisch und jeder hatte seine Eigenarten.
Der Schreibstil von Elizabeth Macneal hat mich wieder begeistert. Sie beschreibt detailliert, atmosphärisch und hat mich damit direkt in das viktorianische Zeitalter versetzt. Durch die permanenten Perspektivwechsel entsteht trotz der eher ruhigen Erzählweise ein Sog, der mich gebannt weiterlesen ließ. Immer wieder geht sie dabei in die Vergangenheit der Brüder, in dem es um den Krimkrieg geht. Die Spannung um die zurückliegende Ereignisse wird nach und nach immer größer.
Das Ende hat mich überrascht, war aber passend und stimmig.
Gelungen fand ich auch das Nachwort, in dem die Autorin nochmals Bezug auf die menschlichen Wunder im 19. Jahrhundert und deren Popularität nimmt, sowie ihre Recherchearbeiten und was sie wie in ihrem Roman aufgenommen hat.
Ich bin jedenfalls gespannt auf weitere Bücher der Autorin. Mir hat bereits „The Doll Factory“ gut gefallen und von Mainstream sind beide Bücher weit entfernt. Von mir gibt es wieder eine klare Leseempfehlung.
Eine Familie in Köln in den 80er und 90er Jahren
Für euch von Iris Sayram
Für euch“ ist ein autobiografischer Essay der Autorin, Journalistin und Rechtsanwältin Iris Sayram.
Iris wächst unter schwierigen Bedingungen in Köln auf. Ihr Vater ist Gastarbeiter und ihre Mutter Irmtraud ist bereit jeden Job anzunehmen, um für das Wohl der Familie zu sorgen. Trotz der schwierigen Umstände verzweifelt sie nicht, ganz im Gegenteil.
Sie bringt eine unglaubliche Energie auf, um ihrer Tochter ein gutes Leben zu ermöglichen damit es ihr an nichts fehlt.
In kurzen Kapiteln und Sätzen berichtet die Autorin schonungslos über ihr und das Leben ihrer Familie und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Ihre Mutter ist eine unglaublich starke Frau, die sich bedingungslos für ihre Familie einsetzt und ein Leben im Hier und Jetzt führt.
Der Autorin gelingt es gut ihre Vergangenheit liebevoll und kritisch zugleich zu sehen. So schildert sie den sozialen Abstieg der Eltern, ihre Scham für ihre Familie, die sie aber nicht daran hindert die Vorteile anzunehmen.
Trotz der schwierigen Lebensumstände gelingt es Iris auf das Gymnasium zu gehen und zu studieren, was zeigt, das sie genauso viel Kraft und Durchhaltevermögen hat wie ihre Mutter und dieses auch einzusetzen weiß.
Der Zeitgeist und die Atmosphäre von Köln und der Gesellschaft – die die Autorin auch durchaus kritisch betrachtet - wurden hier lebendig dargestellt.
Mich hat der Lebensmut, die selbstlose Liebe und die Energie von Irmtraud sehr beeindruckt. Aber auch der Weg, den die Autorin gegangen ist beeindruckend und unbedingt lesenswert.
Nichts ist wie es scheint
Happy New Year - Zwei Familien, ein Albtraum von Malin Stehn
„Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum“ ist ein dramatischer Thriller der schwedischen Autorin Malin Stehn.
Die Handlung beginnt Silvester 2018. Die drei Freundinnen Nina, Lollo und Malena feiern den Jahresabschluß schon seit der Schulzeit zusammen. Damals waren sie unzertrennlich, inzwischen ist die Bindung weniger eng, aber Silvester treffen sie sich gemeinsam mit ihren Partnern.
In diesem Jahr findet der Jahreswechsel bei Lollo und ihrem Mann Max statt. Ihre 17-jährige Tochter Jennifer will gemeinsam mit Smilla – der Tochter von Nina und Frederik – in dessen Haus eine Party geben. Zunächst sieht alles nach einem ganz gewöhnlichen Silvesterabend aus. Allerdings streiten sich Smilla und Jennifer, Jennifer fährt vorzeitig nach Hause, kommt aber nie dort an.
Die Kapitel werden im Wechsel aus der Perspektive von Frederik, Nina und Lollo geschildert. Dadurch erhält man einen gute Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Sie wirken authentisch und ihr Handeln ist nachvollziehbar. Da man recht früh meint zu wissen, was vorgefallen ist, zog sich die Handlung ein wenig in die Länge. Die Grundstimmung ist beklemmend und kurze Rückblicke in die Vergangenheit scheinen Erklärungen zu bringen. Letztendlich hat es Malin Stehn dennoch geschafft mich zu überraschen. Auch die Darstellung der einzelnen Familien, die weniger intakt waren als im ersten Moment anzunehmen war, ist richtig gut gelungen.
Obwohl ich die Handlung zwischenzeitlich ein wenig zäh fand, war ich dennoch gefesselt, da ich unbedingt wissen wollte, wann bzw. wie Jennifer auftaucht und wie die Wahrheit ans Licht kommt. Das für mich nicht vorherzusehende Ende gefiel mir richtig gut, so dass ich gespannt auf weitere Werke der Autorin bin.
Fesselnder Regionalkrimi vor einer tollen Kulisse
Mord am Kehlsteinhaus von Felix Leibrock
"Mord am Kehlsteinhaus" ist nach „Mord am Watzmann“ der zweite Regionalkrimi des Autors und Seelsorgers der Bayerischen Bereitschaftspolizei Felix Leibrock mit dem engagierten Bergpolizisten Simon Perlinger. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, so dass sich die Bücher unabhängig voneinander gelesen werden können.
Klaus Brunner arbeitet als Liftführer im Kehlsteinhaus. An seinem Arbeitsplatz angekommen, bietet sich ihm ein grusliger Anblick. In dem Lift ist alles blutverschmiert. Das Kehlsteinhaus ist ein geschichtsträchtiger Ort und der Polizeibergführer und Leiter der Kripo Berchtesgaden Simon Perlinger beginnt gemeinsam mit seiner Kollegin Luisa Sedlbauer zu ermitteln.
Der Schreibstil von Felix Leibrock liest sich angenehm. Durch die kurzen Kapitel und die knappen Überschriften, die mich stets neugierig auf das nächste Kapitel gemacht haben, fiel es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Die Zusammenarbeit zwischen Simon und Lisa funktioniert gut und es macht Spaß die Ermittlungen der beiden zu verfolgen. Zunächst wurden die Fragezeichen im meinem Kopf mit jeder Seite größer und ich habe gespannt mitgerätselt, was passiert sein könnte und welche Zusammenhänge es gibt.
Die Anzahl der Charaktere, die nach und nach auftauchen, ist recht hoch, aber da sie alle gut eingeführt werden und sich vorweg ein Personenverzeichnis befindet, hatte ich damit kein Problem.
Spannung und unerwartete Wendungen gibt es hier von der ersten bis zur letzten Seite. Dabei hat der Autor die historischen Ereignisse rund um das Kehlsteinhaus geschickt in seine Handlung eingebaut. Auch die landschaftlichen Beschreibungen sind toll, da spürt man die Liebe des Autors zu den Bergen.
Mir hat auch der zweite Fall des engagierten Bergpolizisten Simon Perlinger gut gefallen und ich bin gespannt auf seine weiteren Ermittlungen vor diese tollen Kulisse.
Eine wahre Lebensgeschichte feinfühlig und spannend erzählt
Feldpost von Mechtild Borrmann
„Feldpost“ ist ein gut recherchierter zeitgeschichtlicher Spannungs-Roman der Autorin Mechtild Borrmann.
Die Handlung beginnt in der Gegenwart. Die Anwältin Cara Russo wird in einem Cafe von einer unbekannten siebzigjährigen Dame angesprochen. Sie erzählt ihr etwas von einer vermissten Bekannten, die sie eigentlich besuchen wollte.
Unter dem Vorwand auf die Toilette zu gehen verschwindet sie und hinterlässt ihr einen alten Aktenkoffer mit vergilbten Liebesbriefe, die an eine Adele gerichtet sind. Cara wird neugierig und beginnt zu recherchieren.
Die Autorin hat einen ganz wunderbaren, intensiven und mitreißenden Schreibstil, der sich leicht lesen lässt und mit dem sie eine enorme Spannung aufbaut. In zwei Zeitebenen, erfährt man im Wechsel die Ereignisse aus der Vergangenheit, in der es um die Geschehnisse, die hinter der Feldpost stehen geht und von Caras Recherchearbeiten in der Gegenwart. Die Kapitel sind kurz und es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen, da lange unklar bleibt, was es mit der vermissten Adele auf sich hat.
Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und man merkt, dass die Autorin ausführlich recherchiert hat. Es wird wieder einmal deutlich wie viel Leid die NS-Zeit für die Menschen gebracht hat. Ich bin jedes Mal erneut erschüttert, wenn ich von einzelnen Schicksalen lese. Mit dieser tragischen und spannenden Geschichte hat Mechtild Borrmann wieder ein Stück der dunklen Vergangenheit aus dem Zweiten Weltkrieg aufgedeckt.
Rasant & fesselnd !
Rachejagd - Gequält von Nica Stevens; Andreas Suchanek
„Rachejagd Gequält“ ist der erste Band der Rachejagd-Trilogie von den Autoren Nica Stevens und Andreas Suchanek.
Die Freundinnen Anna und Natalie wurden vor drei Jahren entführt und auf das Übelste gequält. Anna gelingt die Flucht, aber Natalie stirbt. Obwohl Anna seitdem von Gewissensbissen gequält wir, hat sie ins Leben zurückgefunden und arbeitet als Journalistin in Chicago.
Ihr Entführer wurde nie gestellt und nun erhält sie einen blutverschmierten Brief von ihm. Zusammen mit dem FBI-Agenten Nick Nick Coleman, ihrem Kollegen Zane Newton und der Profilerin Lynette McKenzie versucht Anna herauszufinden, was ihr einstiger Peiniger vorhat.
Bereits der Prolog ist so fesselnd, dass es mir schon ab diesem Moment schwer fiel das Buch überhaupt wieder aus der Hand zu legen. Die Handlung ist rasant und keineswegs vorhersehbar. Jeder Verdacht meinerseits, wurde wenig später entkräftet. Immer wieder kam es zu Wendungen, nach denen ich die Ereignisse für mich neu bewerten musste und die mich total überrascht haben, aber durchaus stimmig waren. Die Spannung steigt stetig und nichts ist, wie es zunächst scheint. Annas Angst wird regelrecht greifbar und mir blieb beim Lesen auch regelrecht die Luft weg.
Das Ende war unerwartet und ich kann es nun kaum noch erwarten den zweiten Band in den Händen zu halten.
Eine fesselnde Reise in das 17. Jahrhundert
Das verborgene Paradies von Luca Di Fulvio
„Das verborgene Paradies“ ist ein fesselnder, emotionaler und packender Roman des in Rom lebenden Autors Luca Di Fulvio.
Die Handlung beginnt im November 1610 in Italien in den Ostalpen. Durch die Hilfe der Hebamme Jehanne kommt Susanna - die Tochter einer Hure - in einem Kloster zur Welt. Laut Jehanne ist sie das Kind des Teufels, aber Fra`Thevet will davon nichts hören und nimmt das Neugeborene bei sich auf.
Kurz zuvor ist die Mutter von Daniele di Barco verstorben. Auch diesem Jungen hat Jehanne auf die Welt geholfen und für sie war er ein Heilger, da er mit einer Glückshaube geboren wurde. In dem Kloster stoßen die Schicksale beiden Kinder aufeinander.
Im Verlauf der Jahre haben sich Susanne und Daniele voneinander entfernt und 1633 wird Susanne eines brutalen Verbrechens beschuldigt. Daniele übernimmt als Instructor Daemonii ihre Verteidigung.
Im Wechsel berichtet der Autor über die Ereignisse in der Gegenwart – 1633 – und der Vergangenheit. Der Schreibstil von Luca di Fulvios ist lebendig, fesselnd und einnehmend. Ich war von der ersten Seite an mittendrin und habe mich um knapp 400 Jahre zeitlich zurückversetzt gefühlt. Es herrschten raue Sitten und der Umgang der Menschen untereinander ist oft einfach grausam. Vieles geschieht unter dem Deckmantel der Kirche. Der Inquisitor hatte damals große Macht und die Bevölkerung wurde bewusst dumm gehalten und immer wieder eingeschüchtert. Auch der Aberglaube spielte eine große Rolle.
Sowohl Susanna als auch Daniele sind zwei sehr kluge und wissbegierige Charaktere. Durch die Rückblicke in ihre Kindheit erfährt man wie sie sich hinter den Mauern des Klosters immer mehr Wissen aneignen konnten. Ich konnte mir ein gutes Bild von den beiden und den übrige Charakteren machen, da sie facettenreich beschrieben werden. Während man rätselt wie es zu dem Verbrechen gekommen ist, wegen dem Susanna angeklagt wird und ihren Prozess verfolgt, erfährt man nach und nach, was in der Vergangenheit vorgefallen hat ist. So wird im Verlauf der Handlung immer klarer welche Bedeutung, der Inquisitor Constantin Tron und sein Gehilfe Paolo haben. Wie sie den Prozeß führen und das Volk einschüchtern, erscheint die Lage für Susanna aussichtslos, aber mit Daniele ändert sich das immer wieder. Jedoch ist der Inquisitor ebenfalls ein kluger und gerissener Mann, der Danieles Versuche immer wieder zunichte macht.
Die Spannung ist wirklich enorm. Ich habe mit Susanna gezittert und verschreckt die Luft angehalten, wenn ich gelesen habe, welche Maßnahmen die Inquisition ergriffen hat.
Mich hat Luca Di Fulvio mit seinem Buch gepackt. Es ist ergreifend, spannend und brutal, aber auch voller Hoffnung und Liebe, so dass ich es mit Spannung gebannt gelesen habe.
Ein weiteres Abenteuer mit Kasimir
Auf fliegender Mission 5 - Die Wapatumi von Lutz Kucher
„Auf fliegender Mission - Die Wapatumi“ ist der fünfte Band der Kinderbuchreihe mit Kasimir - dem fliegenden und sprechenden Teppich - des Autors Lutz Kucher. Auch wenn es sich bereits um das fünfte Buch in dieser Reihe handelt, lässt es sich unabhängig von den vorherigen lesen, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind und es vorweg eine kurze Zusammenfassung „Was bislang geschah“ gibt, in der die wichtigsten Fakten zusammenfasst sind.
Dieses Mal geht es für Kasimir, Kainu (ein Kakadu), Carlotta (eine Katze) und seine Freunde die Geschwister Stella, Matteo und Hanna an die Küste Südamerikas. Dort möchten sie von dem Volk der Wapatumi die Manabapflanze bekommen, doch dies ist schwieriger als gedacht und es kommen so einige Abenteuer auf die Freunde zu.
Auch in diesem Band stehen die Natur, Tiere und Menschen, die Hilfe benötigen im Vordergrund. Durch die zu bestehenden Abenteuer und die unvorhergesehen Ereignisse auf der Reise kommt Spannung auf. Gleichzeitig werden dadurch wichtige Werte einprägsam und altersgerecht vermittelt. Der Schreibstil ist lebendig und leicht zu lesen und die Ereignisse sind fesselnd und aufregend, ein Abenteuer folgt dem nächsten. Fiktion und wichtige Fakten werden hier gemischt und dadurch unterhaltsam und anschaulich vermittelt.
Im gesamten Buch findet man zahlreiche Illustrationen von Lidija Plestenjak, die die Handlung optisch gelungen unterstreichen.
Inzwischen sind Kasimir und seine Freunde schon ganz schön in der Welt herumgekommen und mit jeder Station haben wir mehr über fremde Welten und Kulturen erfahren, sowie wichtige Themen über die Umwelt und deren Schutz. Bisher fanden wir jeden einzelnen Band lesenswert und hoffen auf zahlreiche weitere Abenteuer.
Eine kraftvolle, eindringliche und wunderschöne Geschichte
Die Meerjungfrau von Black Conch von Monique Roffey
Mit „Die Meerjungfrau von Black Conch“ von der in Trinidad und London lebenden Autorin Monique Roffey bin ich in eine äußerst eindrucksvolle Geschichte eingetaucht.
Der Fischer David Baptiste wartet in seinem Boot auf seinen nächsten Fang. Stattdessen taucht die Meerjungfrau Aycayia auf, deren Volk – die Taino – längst ausgestorben ist.
Damit beginnt vor der Kulisse der Karibik eine mitreißende Geschichte über Liebe, Verlust und Einsamkeit.
Der Schreibstil der Autorin ist bildgewaltig und poetisch, ihre Erzählung mitreißend und vielschichtig mit einem Schuß ungewöhnlichem Humor. Dabei ist die Handlung spannend, nicht vorherzusehen und tief bewegend. Anhand von Aycayia wird deutlich wie respektlos die Menschen mit der Natur umgehen und mit Aycayia hat Monique Roffey eine Meerjungfrau geschaffen, wie ich sie noch nicht kannte. Sie ist jedenfalls nicht die liebliche, süße Meerjungfrau, die wir aus Märchenbüchern kennen.
Ich bin mit dieser Geschichte in eine andere Zeit und an einen anderen Ort eingetaucht. Die Beschreibungen des Meeres und der Insel sind so eindrucksvoll, dass mein Kopfkino direkt angesprungen ist. Insgesamt ist es ein ungewöhnliches Leseerlebnis, eines das für mich unvergesslich sein wird.











