Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Einfach zauberhaft!
Die gute Fee mit der schlechten Laune (1). Der Wunschperlen-Auftrag von Emma Flint
„Die gute Fee mit der schlechten Laune: Der Wunschperlen-Auftrag“ ist der erste Band einer neuen Reihe für junge Leser*innen ab acht Jahren, der in Köln lebenden Autorin Emma Flint.
Molli ist eine Fee, aber sie ist anders als andere Feen. Sie findet ihr Feenleben einfach schnarchlangweilig und möchte Action und Abenteuer erleben.
Für etwas Abwechslung wäre ein Ausflug mit den anderen Feenschülerinnen in die Menschenwelt perfekt, aber da Mollis Teilnahme am Unterricht nicht gerade vorbildlich ist, steht dieser auf der Kippe.
Molli ist eine ganz zauberhafte Protagonistin. Sie ist witzig, lebendig und nimmt es mit den Regeln nicht so genau. Obwohl sie das Chaos mit sich bringt, ist sie liebenswert und hat uns mit ihren kleinen Grenzüberschreitungen zum Lachen gebracht.
Die Welt der Feen macht einfach Spaß. Diese großherzigen Wesen, deren Aufgabe es ist, mit ihrer immer guten Laune Glück und Freude in die Welt zu bringen und stets die Wahrheit zu sagen, vermitteln eine positive Grundstimmung.
Die kurzen Kapitel sind optimal für junge Leser, die kreativen Bandwurmwörter allerdings eine kleine Herausforderung, die wir mit viel Spaß gemeistert haben.
Die dänische Characterdesignerin und Illustratorin Pernille Ørum hat das gesamte Buch mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Auf jeder Seite finden sich zahlreiche Zeichnungen und farbig hervorgehobene Wörter, die das Lesen abwechslungsreich machen.
Das Buch ist wirklich ein gelungenes Gesamtwerk, das mir beim Lesen große Freude bereitet hat. Wir sind nun schon sehr gespannt auf weitere Erlebnisse von Molli in der Menschenwelt.
Sehr düster & brutal
Insel der Ratten von Jo Nesbø
„Insel der Ratten“ ist eine düstere Dystopie des in Oslo lebenden Autors Jo Nesbø.
Eine Pandemie hat dafür gesorgt, dass das Leben der Menschen außer Kontrolle geraten ist. Auf den Straßen gilt das Gesetz des Stärkeren. Während die Wohlhabenden versuchen sich per Helikopter auf die "Insel der Ratten" abzusetzen, herrscht auf dem Festland Chaos.
Auch Colin Lowe - ein reicher Unternehmer - flieht mit seiner Familie. Lediglich sein Sohn Brad, zu dem er schon immer ein schwieriges Verhältnis hatte, bleibt auf dem Festland zurück. Während der größte Teil der Bevölkerung aus der Not heraus plündert, sämtliche gesellschaftlichen und sozialen Normen sprengt, scheint Brad daran gefallen zu finden.
Die Stimmung ist bedrückend und düster. Jo Nesbø gelingt es ausgezeichnet darzustellen, wie die moralischen Dämme in einer Ausnahmesituation zusammenbrechen. Dabei stellt er ein sehr realistisches Zukunftsszenario dar, das bei mir für Gänsehaut gesorgt hat.
Neben den dystopischen Zuständen in der Bevölkerung steht die Beziehung zwischen Colin und Brad im Mittelpunkt der Handlung. Diese ist komplex und ausgesprochen schwierig.
Mit gerade einmal 208 Seiten in 17 Kapiteln ist das Buch schnell gelesen und obwohl ich es ausgesprochen spannend fand, hat mir das vollkommen ausgereicht. Noch mehr Gewalt, Brutalität, soziale Unruhen, Angst und menschliche Abgründe auf so engen Raum hätte ich kaum ertragen.
Es ist kein typischer Krimi von Jo Nesbø, sondern eine gesellschaftskritische Dystopie, die mich so schnell nicht mehr loslassen wird, da sie einfach zu realistisch ist, um sie direkt wieder zu vergessen.
Familie kann kompliziert sein, muss aber nicht
FamilienFIRE und andere Triggertage - Wie du weich landest, wenn du in alte Beziehungsmuster zurückfällst. von Elisabeth Mestekämper
„FamilienFIRE und andere Triggertage“ ist ein hilfreicher Ratgeber der Autorin und Psychologin Elisabeth Mestekämper.
Es ist die Familie, die uns prägt, in der wir vieles zum ersten Mal erleben und Erfahrungen sammeln – gute und schlechte. Auch wenn wir längst unser eigenes Leben haben, holen uns die Emotionen und Erinnerungen unserer Kindheit bei Familientreffen immer wieder ein.
Oft ist es schwer zu verstehen, welche unausgetragenen Konflikte und zurückliegenden Verhaltensmuster, die bereits über Generationen weitergegeben wurden, für das unangenehme Gefühl bei Familientreffen sorgen.
Elisabeth Mestekämper hat hier in einer leicht verständlichen Sprache und entsprechenden Beispielen erklärt, warum bei Familienfeiern längst verdrängte Konflikte immer wieder mit Wucht an die Oberfläche befördert werden.
Während es im ersten Teil um die „Psychologischen Grundlagen“ geht, in denen fundiertes Grundlagenwissen über unbewusste Familiendynamiken, Bindungsstile, Loyalitätskonflikte und transgenerationales Trauma vermittelt werden, enthält der zweite Teil „Praktische Tools“, die für einen hilfreichen Umgang in den entsprechenden Situationen sorgen.
Da das gesamte Buch sehr abwechslungsreich mit kleinen Illustrationen, Kästchen die Wichtiges zusammenfassen und farblichen Akzenten gestaltet ist, liest es sich leicht und abwechslungsreich. Es birgt viel Wissen, ist aber ein lebensnaher Ratgeber, den ich sicherlich noch des Öfteren zur Hand nehmen werde.
Insgesamt ist es eine gelungene Mischung aus psychologischem Hintergrundwissen und praktischer Soforthilfe.
Komplexes Wissen einfach vermittelt
Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr von Florian Aigner
Mit seinem Buch „Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr“ gelingt es dem Autor und Physiker Florian Aigner komplizierte Sachverhalte aus der Physik für jeden verständlich zu vermitteln. Vorwissen ist unnötig.
Bisher habe ich mich im Großen und Ganzen auf meine Sinneseindrücke verlassen und das, was ich sehe, höre, rieche, fühle oder schmecke als gegeben hingenommen.
Damit habe ich es mir wohl ein wenig zu einfach gemacht. Alle unsere Sinneseindrücke beruhen auf physikalischen Vorgängen, die wir in unserem Gehirn unterschiedlich einordnen.
Florian Aigner schafft es durch seinen humorvollen Schreibstil komplexes Wissen so zu vermitteln, dass man es nicht nur versteht, sondern dass es Spaß macht Neues zu erfahren. Seine Beispiele und Vergleiche sind sehr eingängig, dadurch bleiben sie direkt im Gedächtnis.
Kleine Illustrationen sorgen für Abwechslung und verbildlichen das Gelesene.
Ich habe schon oft festgestellt, dass einfache Vermittlung von Wissen für den Vermittelnden eine ebenso große Herausforderung ist, wie für den Laien dieses aufzunehmen und zu verstehen. Zu viele Fachbegriffe und komplizierte Vorgänge sorgen bei mir dafür, dass ich abschalte und mir die Lust auf neues Wissen vergeht.
Florian Aigner versteht es wirklich großartig Unterhaltung und interessante Fakten zu kombinieren.
Ich kann das Buch jedem, der sich für Wissenschaft, Physik und unterschiedliche Wahrnehmungen interessiert, nur empfehlen.
Drei starke Frauen
Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett
„Der Club der Unbeugsamen“ ist ein grandioser Roman der Autorin Kathryn Stockett.
Die Handlung beginnt 1933 während der Weltwirtschaftskrise in Mississippi. Die drei Protagonistinnen - Meg, Birdie und Charlie - stehen an vollkommen unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben, aber es gibt eines, was sie verbindet: Keine von ihnen ist bereit, ihr Schicksal hinzunehmen, jede ist bereit für ihr Leben zu kämpfen.
Birdies Schwester Frances hat reich geheiratet und gehört seitdem zur Oberschicht. Nun will Birdie ihre Schwester um Geld bitten. Allerdings ist bei ihr nichts zu holen. Ihr Ehemann Rory ist weg und sie steht vor dem Aus.
Die elfjährige Meg wurde von ihrer Mutter Charlie allein gelassen und lebt nun in einem Waisenhaus. Sie leidet unter der Leitung von Mrs. Garnett, die sie unterdrückt und tyrannisiert. Dort lernt sie Birdie kennen.
Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in der Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheit, sozialen Ungerechtigkeiten und der gesellschaftlichen Ungleichheit. Von Gleichberechtigung ist hier noch nichts zu spüren.
Die Handlung wird im Wechsel aus Birdies und Megs Sicht geschildert. Beide Perspektiven sind mitreißend und haben mich emotional berührt.
Kathryn Stockett hat ihre Charaktere gekonnt ins Leben berufen, sie sind nahbar, stark und werden facettenreich dargestellt.
Trotz der Nöte und der schwierigen Umstände geben die Protagonistinnen niemals auf. Sie sind bereit Risiken einzugehen und zeigen, dass mit viel Mut und Zusammenhalt fast alles möglich ist. Sie machen deutlich, was möglich ist, wenn sie sich über gesellschaftliche Konventionen hinwegsetzen und was sie bewegen können, wenn sie ein gemeinsames Ziel vor Augen haben.
Mit 848 Seiten ist der Umfang des Buches eine Herausforderung. Diese habe ich gerne angenommen und habe mich im Nachhinein gewundert wie schnell diese gelesen waren. Auch wenn die Geschichte zwischenzeitlich etwas ruhiger wird, gibt es keine Längen.
Trotz der Schwere der Thematik konnte ich auch immer mal wieder lachen. Diese Gabe der Autorin, den Humor nicht außen vor zulassen, gefiel mir sehr.
Es ist ein mitreißender und berührender Roman, in dem Kathryn Stockett die Zeit der Weltwirtschaftskrise und die damalige gesellschaftliche Situation gelungen abbildet.
Wer gerne historische Romane über starke Frauen liest und sich für gesellschaftliche Normen vergangener Zeiten interessiert, könnte an diesem Buch gefallen finden.
Juna und Martha
All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer
„All die Farben, all das Licht“ ist das gelungene Debüt der Autorin und Journalistin Cora Wucherer.
Die 17-jährige Juna leidet unter dem Usher Syndrom. Das bedeutet den Verlust des Seh- und des Hörvermögens. Ihr Traum war es Malerin zu werden und es gibt nichts, was sie lieber macht als zu zeichnen.
Ihre vier Jahre jüngere Schwester Martha ist vollkommen anders als Juna, wodurch es zwischen den beiden immer wieder zu Unstimmigkeiten kommt. Martha fühlt sich zurückgesetzt und unsichtbar. Als es aber darum geht, dass Juna unbedingt nach Malmö reisen möchte, um ihr Lieblingsgemälde der Künstlerin Lotte Laserstein zu sehen, ist es Martha, die diese Reise organisiert.
Cora Wucherer schreibt lebendig und einfühlsam. Schon nach wenigen Seiten hatte ich eine gute Vorstellung von den beiden Protagonistinnen und ihrer familiären Situation.
Da die Ereignisse im Wechsel aus der Perspektive von Martha und Juna erzählt werden, konnte ich mich gut in die beiden einfühlen.
Durch die gemeinsamen Erlebnisse und Herausforderungen wird aus geschwisterlicher Rivalität Zusammenhalt.
Obwohl die Autorin hier eine Vielzahl von Themen anspricht, wirkt die Handlung nicht überfrachtet.
Der frühe Tod der Mutter, die Krankheit von Juna, die daraus resultierende gefühlte Unsichtbarkeit Marthas, der beschäftigte Vater, die Künstlerin Lotte Laserstein, romantische sowie bedrohliche Momente, ein Roadtrip und vieles mehr werden hier kunstvoll miteinander verbunden.
Mich hat das Buch überrascht und berührt. Es ist ein intensiver Roman über das Leben, der zeigt, dass das Leben keineswegs immer gradlinig verläuft und voller Herausforderungen steckt.
Emotional & fesselnd
Die vergessene Tochter von Soraya Lane
„Die vergessene Tochter“ ist bereits der siebte und vorletzte Band der Familiengeheimnis-Saga der in Neuseeland lebenden Autorin Soraya Lane. Die Handlungen sind jeweils in sich abgeschlossen und es ist nicht notwendig, zuvor die anderen Bände zu lesen.
Auch dieses Mal erzählt die Autorin in 34 kurzen Kapiteln, die zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart wechseln, zwei Liebesgeschichten.
Das Konzept ist immer gleich, aber jede Geschichte für sich ist einzigartig.
Die Vergangenheit führt nach Norwegen in die 1950er Jahre und es dreht sich alles um das Dienstmädchen Amalia und Oskar, den Sohn einer wohlhabenden Familie. Oskars Eltern sind nicht bereit, die Liebe der beiden zu akzeptieren.
Die Gegenwart beginnt in London. Charlotte erhält von Hope Berenson - die ein Heim für unverheiratete Mütter und ihre Babys geleitet hat - ein Kästchen für ihre Großmutter von ihrer Mutter. Charlotte ist verwirrt, da ihre Urgroßmutter noch lebt. In der Schachtel befindet sich ein Wappen eines norwegischen Hotels am Fjord.
Soraya Lanes Schreibstil liest sich angenehm leicht und flüssig. Sie versteht es Gefühle lebendig werden zu lassen, beschreibt ihre Charaktere authentisch und facettenreich.
Der stetige Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen sorgt für Spannung und mich haben die Ereignisse in der Vergangenheit ebenso gefesselt wie die in der Gegenwart. Die Autorin hat Gegenwart und Vergangenheit wieder einmal gekonnt miteinander verwoben.
Die unterschiedlichen Erzählperspektiven und Zeitebenen machen die Ereignisse abwechslungsreich.
In diesem Band haben mir die Landschaftsbeschreibungen Norwegens besonders gut gefallen und ich habe direkt Lust bekommen, dorthin zu reisen.
Nicht nur inhaltlich sondern auch optisch hat das Buch einiges zu bieten. Abgesehen von dem stimmungsvollen Cover und Innencovern beginnt jedes Kapitel mit einer kleinen stimmigen Illustration. Eine Kleinigkeit, die das Leseerlebnis für mich gelungen abgerundet hat.
Wer Familiengeschichten, tiefe Emotionen, spannende Geheimnisse mag und gerne in die Atmosphäre Norwegens eintauchen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Auf den abschließenden Band, in dem nun endlich auch Hopes Geschichte beleuchtet werden soll, bin ich mehr als gespannt.
Ein Buch, das Verständnis fördert
Konfetti im Kopf von Doreen Aldugan
„Konfetti im Kopf“ ist ein hilfreiches Buch der Autorin und ADHS-Trainern Doreen Aldugan für die ganze Familie.
Doreen Aldugan hat selbst ADHS und man merkt ganz genau, dass sie weiß wovon sie schreibt. Mit ihrem Buch richtet sie sich an betroffene Kinder und alle, die mit ihnen zu tun haben.
In kurzen Sätzen und in einem leicht verständlichen, humorvollen Ton werden die Informationen über Neurodivergenz zusammengetragen. Dabei bedient sich die Autorin ganz alltäglicher Situationen, die die Problematik greifbar machen. So wird deutlich, was bei ADHS im Gehirn anders läuft als bei neurotypischen Menschen.
Das Buch sorgt aber nicht nur für mehr Verständnis, sondern bietet auch hilfreiche Tipps und Strategien für den Alltag.
Besonders schön fand ich die Informationskästchen, die wichtige Fakten nochmals gut zusammenfassen.
Jede Seite wurde mit viel Liebe von der Illustratorin Emily Claire Völker gestaltet. Dadurch werden die Botschaften gelungen verbildlicht und es gibt jede Menge zu entdecken. Die vielen Details laden dazu ein, auf der Seite zu verweilen und sind eine schöne Gesprächsgrundlage, um die gesamte Thematik auch als Familie aufzuarbeiten.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für das Thema interessiert oder nach den richtigen Worten sucht, um anderen zu erklären worum es bei Neurodivergenz geht.
Was für eine Familie!
Verlorene Schäfchen von Madeline Cash
„Verlorene Schäfchen“ ist das grandiose Debüt der in London lebenden Autorin Madeline Cash.
Die Flynns waren immer eine ganz normale Familie, bis die Mutter Catherine in eine Krise gerät und zum Leidwesen ihres Ehemanns Bud die gemeinsame Ehe öffnen möchte. Bud zieht in die Garage und schließt sich der Selbsthilfegruppe „Verlorenen Schäfchen“ an.
Wenn sich in einer Familie die Dynamik verändert, betrifft das natürlich nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder. Die drei Töchter - Harper 12, Louise 15 und Abigail 17 Jahre - sind ebenso betroffen. Ihre Welt gerät ins Straucheln und jede von ihnen hat ihre ganz eigenen Probleme.
Frisch, frech und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen erzählt die Autorin von dem Leben der Familie Flynn in einer amerikanischen Kleinstadt.
Der Schreibstil von Madeline Cash liest sich dabei angenehm leicht und locker. Durch die Dialoge wirkt alles sehr lebendig. Diese sprühen nur so vor Humor, Schlagfertigkeit und Wortwitz.
Zugegebenermaßen ist die Handlung an einigen Stellen ein wenig absurd und überzogen, manches mag auch etwas respektlos sein, aber genau das hat für mich hier die gute Unterhaltung ausgemacht.
Da die Perspektiven immer wieder wechseln, lassen sich die Gedanken und Beweggründe von jedem gut nachvollziehen, auch wenn ich nicht alles gutheißen konnte. Aber genau das macht dieses Buch aus. Es sind keine Mainstream-Charaktere, sondern jedes der Familienmitglieder ist ein wenig skurril und kaputt und genau durch diese Unperfektheit irgendwie liebenswert.
Obwohl die Leichtigkeit ins Tragische wechselt und die Handlung dadurch mehr Tiefgang erhält, bleibt ein humorvoller Unterton bestehen.
Wer eine außergewöhnliche Familie erleben möchte und vor Absurditäten und Übertreibungen nicht zurückschreckt, dem könnte dieses Tragikomödie über eine dysfunktionale Familie gefallen.
Zwischen Recht und Gerechtigkeit
Feine Risse von Elisa Hoven
„Feine Risse“ ist nach „Dunkle Momente“ das zweite Buch der in Berlin lebenden Autorin und Professorin für Strafrecht Elisa Hoven mit der Strafverteidigerin Eva Herbergen. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.
Eva Herbergen ist eine sehr engagierte Strafverteidigerin, die hier nacheinander sieben sehr unterschiedliche Fälle aus ihrem Berufsleben schildert.
Außerdem gibt es noch einen sehr persönlichen Fall, der die Familie ihres Mannes Peter betrifft und der sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Durch diesen und immer wiederkehrende Einblicke in das Privatleben des Paares bekommt die Handlung eine Romanform.
Die Fälle sind jeder für sich erschreckend und erstaunlich zugleich. Die dargestellten Verbrechen erschüttern. Eva ist jedes Mal mit viel Einsatz dabei. Sie verlässt sich nicht allein auf die ihr zur Verfügung gestellten Unterlagen, sondern sie ermittelt, bringt Dinge zu Tage, mit denen ich niemals gerechnet hätte und die den Fall jeweils in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen.
Die Darstellung der Diskrepanz zwischen Recht, Ethik und Moral ist hier wirklich gut gelungen.
Dadurch ist ein packender Roman entstanden, der das Dilemma zwischen Recht und Gerechtigkeit treffend abbildet.
Mir hat das Lesen des Buches wirklich viel Spaß gemacht, ich bin immer wieder überrascht worden, habe gestaunt, war entsetzt, wütend, erschüttert und fassungslos. So viele Emotionswechsel in so kurzer Zeit habe ich sonst nur selten erlebt.











