Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Unerwartete Abgründe
Perfect Little Monsters von Cindy R. X. He
„Perfect Little Monsters“ ist das Debüt und ein spannender Jugend-Psycho-Thriller der Autorin Cindy R. X. He.
Dawn Foster ist neu an der Sierton Highschool und möchte zunächst nicht weiter auffallen. Aber sie möchte auch dazugehören und in das Team der Cheerleader. Tatsächlich gelingt ihr dies und sie findet Zugang zu der sogenannten sozialen Elite der Schule.
Zu dieser gehören u. A. die drei Cheerleaderinnen und Freundinnen Ella, Lucy und Naomi. Die drei halten sich für etwas Besseres und lassen das gerne alle anderen spüren. Bei einer von Ella organisierten Poolparty kommt Ella zu Tode und plötzlich stehen alle unter Verdacht. Jeder hätte einen Grund gehabt sie umzubringen. Um ihre Unschuld zu beweisen, beginnt Dawn nachzuforschen.
Der Schreibstil von Cindy R. X. He liest sich leicht und flüssig, so dass ich regelrecht durch die Seiten geflogen bin. Die Kapitel sind kurz und die Spannung extrem hoch, wodurch beim Lesen ein regelrechter Sog entsteht.
Die Handlung wird aus der Perspektive von Dawn erzählt und hin und wieder aus der von Hannah. Dabei ist unklar, um wen es sich bei Hannah handelt. Man erfährt lediglich, dass diese in der Vergangenheit an der Sierton High von Ella und ihren Freundinnen gemobbt wurde.
Hier werden zahlreiche aktuelle und schwierige Themen wie z.B. Mobbing, Bodyshaming, Depression, Oberflächlichkeit, Essstörung, Unfall und Mord behandelt.
Ich habe durchgehend gerätselt, was hier passiert ist und wer für den Mord verantwortlich sein könnte. Letztendlich kam es zu Wendungen, die ich so nicht vorhergesehen habe und die mich die Luft anhalten ließen.
Auch wenn hier einige Klischees bedient wurden, ich fand diesen Thriller einfach nur genial und bin gespannt auf weitere Werke der Autorin.
Ein atmosphärischer Sommerroman
Tage am Fluss von Jochen Mariss
„Tage am Fluss“ ist der Debütroman des Autors Jochen Mariss.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die naturverbundene Fährfrau Sara Harmsen. Ihr Leben ist ruhig und zurückgezogen. Als ein junger Mann – Leon – mit einer Kopfverletzung bei ihr auftaucht, verarztet sie seine Wunden, nichts ahnend, dass dieser gesucht wird.
Als Gegenleistung möchte sie, dass er ihr bei einigen Reparaturarbeiten hilft.
Sara und Leon sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Während Sara sehr heimatverbunden ist, hält es Leon nirgends. Aber sie haben auch eine wichtige Gemeinsamkeit: beide lieben die Natur und sorgen sich um unseren Planeten. Sie kommen sich langsam näher.
Der Schreibstil von Jochen Mariss ist ruhig, aber eindringlich und atmosphärisch. Er beschreibt seine Charaktere ebenso lebendig und authentisch wie die Umgebung. Ich hatte das Gefühl, alles direkt vor meinem inneren Auge zu haben und konnte die sommerliche Stimmung direkt spüren.
Obwohl sich das Buch schön liest und eine angenehme Sommerlektüre ist, macht es auch auf wichtige Themen aufmerksam, da es um den Klimawandel, Natur- und Klimaschutz geht. Es steckt eine Menge zwischen den Zeilen, was nachdenklich macht und dafür sorgt, dass mir dieses Debüt noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Unerträgliche Spannung auf zwei Zeitebenen
Böse Stunde: Thriller von Catherine Shepherd
„Böse Stunde“ ist der sechzehnte Thriller aus der Zons-Reihe der Autorin Catherine Shepherd, die selbst mit ihrer Familie in Zons am Rhein lebt und in dem sie gekonnt Gegenwart und Vergangenheit miteinander verknüpft. Das Buch lässt sich unabhängig von den vorherigen Bänden lesen. Es sind keine Vorkenntnisse notwendig.
Da aber die Entwicklung der Protagonisten durchaus interessant ist, lohnt es sich die anderen Bücher ebenfalls zu lesen.
Wie es für diese Reihe typisch ist, gibt es zwei Handlungsstränge. Einen in der Gegenwart und einen vor fünfhundert Jahren in der Vergangenheit. Der Handlungsort ist jeweils Zons.
Bereits der Prolog hat bei mir für Gänsehaut gesorgt, da sich der Ich-Erzähler in einer lebensbedrohlichen Situation befindet und sein Countdown tickt.
Im Anschluss geht es in die Vergangenheit. Der Staatssoldat Bastian Mühlenberg wird von seinem besten Freund Wernhart zu einer Leiche am Rheinufer geholt. Bei der Toten handelt es sich um die junge Magd Agathe. Bei ihr entdeckt er eine abgelaufene Sanduhr und der Arzt findet im Mund der Toten ein Zahnrad. Was will der Mörder damit zum Ausdruck bringen?
In der Gegenwart wird der Kriminalkommissar Oliver Bergmann zu einer Leiche auf einem Parkplatz an der Bundesstraße vor Zons gerufen. Der Anblick, der ihn dort erwartet, ist nichts für schwache Nerven. Auch im Mund dieses Toten wird ein Zahnrad gefunden.
Die Handlung wird im Wechsel in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. Durch diese Wechsel und Cliffhanger an den Kapitelenden, kommt eine unglaubliche Dynamik auf. Zudem gibt es immer wieder Einschübe, in denen der Countdown aus dem Prolog weiter tickt. Dadurch baut sich eine unerträgliche Spannung auf, die es mir regelrecht unmöglich gemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen.
Ich wollte stets mehr erfahren, wie es in dem anderen Erzählstrang weitergeht und vor allem, wie Gegenwart und Vergangenheit miteinander verknüpft sein könnten.
In meinem Kopf sind immer mehr Fragezeichen entstanden und irgendwann erschien mir so ziemlich jeder verdächtig. Allerdings musste ich meine Ideen auch immer wieder verwerfen.
Der Schreibstil von Catherine Shepherd ist leicht und flüssig zu lesen. Durch detaillierte Beschreibungen der Umgebung und der Ereignisse entsteht beim Lesen direkt Gänsehaut und ein tolles Kopfkino. Den Handlungsort Zons hatte ich dabei stets vor Augen und der Ortsplan im vorderen Innencover verdeutlicht die Gegebenheiten auch für nicht Ortskundige.
Die düstere und beklemmende Atmosphäre war in beiden Zeitebenen für mich durchweg zu spüren.
Mich hat die Geschichte vom Anfang bis zum Ende gefesselt. Diese Reisen in die Vergangenheit sind immer wieder faszinierend und die Autorin verwebt diese jedes Mal grandios mit der Gegenwart.
Die Auflösung war auch hier vollkommen überraschend und für mich keineswegs vorhersehbar. Dennoch war sie in allen Punkten schlüssig und passend.
Mich hat dieser Band genauso gefesselt und gut unterhalten wie die vorherigen Bände. Ich bin jedes mal erneut überrascht, wie es der Autorin gelingt schlüssige Zusammenhänge mit über 500 Jahren Distanz zu erschaffen. Ich bin jetzt schon wieder gespannt auf den nächsten Thriller der Zons-Reihe.
Auf Spurensuche
Luft nach unten von Tamara Štajner
„Luft nach unten“ ist eine vielschichtige Familiengeschichte der slowenischen, in Wien lebenden Autorin Tamara Štajner.
Die Handlung führt an den Ohridsee. Nach drei Jahrzehnten mit fast 37 Jahren kehrt Iva aus einem traurigen Anlass an diesen Ort zurück. Ihr Kindermädchen Marija - mit der sie viel Zeit verbracht hat – ist gestorben.
Am Grab ihres ehemaligen Kindermädchens entdeckt sie auf dem Grabstein einen zweiten, ihr unbekannten Namen. Dieser veranlasst sie dazu, sich auf Spurensuche zu begeben und sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Der Schreibstil von Tamara Štajner ist ruhig und atmosphärisch. Er lebt von seinen Charakteren, die vielschichtig und authentisch beschrieben werden, sowie der Umgebung, die bildhaft dargestellt wird.
Iva, die durch eine Kinderwunschbehandlung mit ihrem Freund Felix eine Familie gründen möchte, beginnt sich mit ihrer Vergangenheit und der ihrer Familie auseinanderzusetzen. Dabei werden die Frauen ihrer Familie jede für sich vielschichtig und interessant beschrieben. Es geht um Familienkonflikte, die eigene Identität und Verluste. Iva beginnt durch ihre Nachforschungen ihr Leben neu zu überdenken.
So wie in der Familie vieles unausgesprochen bleibt, bleibt hier vieles zwischen den Zeilen und regt somit zum Nachdenken an.
Diese Familiengeschichte macht deutlich, wie sehr uns unsere Familie und unsere Kindheit prägen, dass sie Spuren hinterlassen und sich nicht abstreifen lassen. Mir wird dieser ruhige Roman noch lange im Gedächtnis bleiben.
Erinnerungen, Träume und Politik
Die Träume, die wir hatten von Christiane Hoffmann
„Die Träume, die wir hatten“ ist ein persönliches und politisches Buch der Autorin, Journalistin und Osteuropa-Expertin Christiane Hoffmann.
In ihrem Buch greift die Autorin die jüngsten politischen Entwicklungen auf und verbindet persönliche Erfahrungen mit dem deutschen, ukrainischen und russischen Ereignissen.
Durch ihre persönlichen Beziehungen erfährt man von den Träumen junger Menschen, die wenig später durch den Krieg und die politische Weltlage zunichte gemacht wurden.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr ruhig und wechselt gekonnt zwischen sachlichen Fakten und persönlichen Erfahrungen. Dafür geht Christiane Hoffmann immer wieder in die Vergangenheit und sorgt so für ein umfangreiches Bild, das die Ausmaße der aktuellen Situation gelungen einfängt.
Dabei merkt man, dass die Autorin über ein immenses Fachwissen verfügt und Expertin für Osteuropa ist.
Obwohl der analytische und politische Anteil überwiegt, wird das Schicksal der betroffenen Frauen berührend greifbar. Ihre Geschichten bewegen, erschrecken und machen ihre Zerrissenheit deutlich.
Das Buch ist keine einfache Lektüre, dafür ist es inhaltlich einfach zu tragisch. Dennoch ist es ein wichtiges, aktuelles Zeitdokument, das lange nachwirkt und zum Nachdenken anregt. Ich kann es jedem empfehlen, der die Hintergründe der heutigen Konflikte auf einer tieferen, menschlichen Ebene verstehen möchte.
Ein Bericht, der Reiselust weckt
Über Grenzen von Margot Flügel-Anhalt; Titus Arnu
„Über Grenzen – Freiheit kennt kein Alter“ ist ein spannender Bericht über eine ungewöhnliche Reise von der deutschen Reiseschriftstellerin und Abenteurerin Margot Flügel-Anhalt.
Ich reise unglaublich gerne und kann das Fernweh, von dem die Autorin schreibt, ausgesprochen gut nachvollziehen.
Allerdings fand ich es unglaublich, was es in ihr ausgelöst hat und mit welchem Mut sie mit einer kleinen 125er Enduro ohne jegliche Fahrerfahrung aufgebrochen ist.
Hier schildert sie nun in kurzen Kapiteln ihre Reise von Deutschland durch Polen, die Ukraine, Russland, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran, Türkei, Bulgarien, Montenegro und Kroatien. Ihr Ziel ist dabei der Pamir-Highway.
Ihre Erlebnisse beschreibt sie lebendig und authentisch. Nicht alles verläuft reibungslos. Das Motorrad streikt, sie verletzt sich, sie lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, erlebt fremde Kulturen und sieht die Natur. Sie berichtet so flüssig und ergänzt ihre Erfahrungen durch passende Fotos, so dass ich direkt das Gefühl hatte, bei ihren Erlebnissen dabei gewesen zu sein.
Es ist ein mitreißender und emotionaler Reisebericht, der weit über eine klassische Routenbeschreibung hinausgeht. Margot Flügel-Anhalt beweist, dass Mut und Entdeckergeist keine Frage des Alters sind und ermutigt dazu, seine Komfortzone zu verlassen.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kann es unabhängig davon, ob man nach Reiseinspirationen sucht, oder sich einfach nur in die Ferne träumen möchte, uneingeschränkt empfehlen.
Fesselnd, spannend & verstörend
Eisinsel von Hanno Rinke
„Eisinsel: Was du siehst. Was du weißt. Was du fürchtest.“ ist ein fesselndes und zugleich verstörendes Buch des Autors Hanno Rinke.
Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Victor. Victor ist Krankenpfleger und kümmert sich aufopferungsvoll um seine Patienten. Er ist gut, in dem was er tut und obwohl es ein wenig widersprüchlich erscheint, sind Menschen und zwischenmenschlich Beziehungen nicht sein Ding.
Der Zwiespalt und die Widersprüchlichkeiten in Victors Persönlichkeit haben mich fasziniert.
Zunächst fand ich Victor schwer zu greifen und konnte seine Handlungen nur schwer einordnen. Was dann geschieht, hat mich erschreckt und abgestoßen. Es gibt viele grausame Details, die wirklich nichts für schwache Nerven sind. Dennoch war ich gefesselt und musste weiterlesen,um zu erfahren worauf das Ganze hinausläuft.
Der erste Blick ins Inhaltsverzeichnis zeigt einen interessanten Aufbau des Romans:
Davor, Dabei, Danach. Innerhalb dieser Abschnitte bauen sich die Kapitel auf und wieder ab.
Entsprechend ist die Handlung angelegt, die Spannung baut sich auf, erreicht ihren Höhepunkt und flacht wieder ab. Dieses Konstrukt fand ich genial.
Auch der atmosphärische Schreibstil hat mir sehr gut gefallen - leicht zu lesen und verstehen und gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass ich aufpassen muss, damit ich nichts verpasse. Eine geniale Kombination, um achtsam und aufmerksam zu bleiben.
Lediglich das Ende war nicht so rund, wie ich es mir erhofft hatte.
Mich hat das Buch erschüttert und entsetzt und genau dadurch wurde ich am Lesen gehalten.
Etwas absurd, aber sehr amüsant
00-Laschet,1 Audio-CD, 1 MP3 von David Safier
„00-Laschet“ ist ein ausgesprochen unterhaltsames Buch des in Bremen lebenden Autors David Safier.
Titel und Cover machen bereits deutlich, um wen es hier geht: Armin Laschet.
Dieser hat seiner Meinung nach gerade unglaubliches Glück gehabt. Er ist nicht Kanzler geworden und muss sich somit nicht um so langweilige Dinge wie Kriege, Klima und Kilometerpauschalen kümmern.
Stattdessen darf er nun als frischgebackener Bundespräsident Empfänge im Schloss Bellevue geben. Von seiner eigentlichen Aufgabe und dem, was im Keller seines Wohnsitzes vor sich geht, wird er dann ein wenig überrascht.
Zugegebenermaßen, die Handlung ist ein wenig absurd und skurril, aber dabei ist sie gleichzeitig ausgesprochen amüsant.
Es gibt zahlreiche Anspielungen auf Politiker, Prominente und das aktuelle Weltgeschehen. Vieles wird ein wenig überspitzt dargestellt und es werden auch so einige Klischees bedient. Das nimmt der Geschichte aber nicht ihren Unterhaltungswert, sondern hat dafür gesorgt, dass ich mich bestens amüsiert habe.
Ich habe die Geschichte als Hörbuch konsumiert. Dies wurde von Thomas Nicolai gelesen. Er spricht die unterschiedlichen Charaktere mit verschiedenen Stimmlagen. Sie sind leicht auseinander zu halten, aber einige habe ich beim Zuhören als ein wenig anstrengend empfunden.
Die Story ist spannend und witzig, hier wird weder an übertriebenen Peinlichkeiten noch an kleinen, gemeinen Seitenhieben gespart. Wer sich für Politik interessiert, die aktuellen Ereignisse ein wenig verfolgt hat und kein Problem mit Übertreibungen hat, wird hier sicherlich eine Menge zum Lachen bekommen.
Es brodelt
SIEBEN STUNDEN. Wen würdest du retten? von Megan Miranda
„SIEBEN STUNDEN. Wen würdest du retten?“ ist ein spannender Thriller der in North Carolina lebenden Autorin Megan Miranda.
Es ist bereits zehn Jahre her, dass in Tennessee zwei Schulbusse in eine Schlucht stürzten. Nur neun der jugendlichen Insassen haben überlebt und ein weiterer nimmt sich kurz darauf das Leben.
Die übrigen acht verabreden sich, nun jedes Jahr zum Gedenken an dieses Unglück in einem Strandhaus zu treffen. Nun, zum zehnten Jahrestag, stirbt ein weiterer von ihnen in ihrem Zufluchtsort. Ein Sturm schneidet die Verbliebenen von der Außenwelt ab und die Stimmung kippt. Können sie einander noch trauen?
Direkt zu Beginn wird eine enorme Spannung aufgebaut und man wird direkt in die Geschichte hineingeworfen. Es ist keine Spannung, die auf Action basiert, sondern eine, die von der Atmosphäre, der Abgeschiedenheit, dem bedrohlichen Wetter und dem, was in der Vergangenheit im Dunklen bleibt, lebt.
Die vielen Andeutungen über die Vergangenheit sorgten bei mir für eine stetig wachsende Anzahl von Fragezeichen in meinem Kopf. Es ist ein verwirrendes Geflecht aus Schuldzuweisungen, Anklagen und Ungesagtem, das für ein ungutes Gefühl und Gänsehaut sorgt.
Die Protagonisten werden gut eingeführt und vorgestellt. Jeder von ihnen hatte seinen Platz in der Gruppe und mir hat das Verfolgen der Gruppendynamik richtig Spaß gemacht.
Sprünge in die Vergangenheit und unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung durchgehend hochgehalten wird.
Sicherlich hätte die Handlung an einigen Stellen ein wenig gestrafft werden können, aber mein Lesevergnügen hat das nicht wirklich mindern können - dazu fand ich die unterschwellige Spannung zu nervenaufreibend.
Mich hat der Thriller gefesselt und obwohl es meiner Meinung nach nicht das beste Buch der Autorin ist, kann ich es empfehlen, da Megan Miranda ihr Setting und die Atmosphäre einfach meisterhaft beschreibt - Gänsehaut pur.
Schwierig & sehr intensiv
Herzflut von Charlotte Paradise
„Herzflut“ ist das Debüt der in London lebenden Autorin Charlotte Paradise.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Sara und Miles, die sich auf einer Party kennenlernen. Die beiden fühlen sich direkt zueinander hingezogen, aber Nähe bedeutet für Sara ein Problem. Sie fühlt sich unwohl in ihrem Körper und kann diese nicht zulassen.
Miles ist sehr verständnisvoll und akzeptiert das.
Charlotte Paradise verwendet eine sehr direkte und deutliche Sprache. Sie scheut sich nicht davor Tabuthemen anzusprechen. Die beginnende zarte Liebe zwischen Sara und Miles ist die Grundlage, um auf Saras Vergangenheit und damit auf Themen wie Missbrauch und Trauma einzugehen.
Sara ist nach außen hin sehr taff, gibt sich stark und ist dabei so verletzlich, dass man sie am liebsten in den Arm nehmen möchte. Die tiefen Verletzungen der Vergangenheit, prägen ihr Leben. Mit Miles hat sie einen Glückstreffer gelandet, das macht aber ihre komplizierte Beziehung nicht weniger schwierig.
Während Sara und Miles sehr facettenreich dargestellt werden, bleiben die übrigen Charaktere ein wenig blass.
Der Fokus der Handlung liegt auf Saras Innenleben. Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam, was gut zu den inneren Verletzungen von Sara passt. Auch diese brauchen viel Zeit, um zu heilen.
Mich hat Charlotte Paradise mit ihrem Debüt berührt und beeindruckt, so dass ich nun gespannt auf weitere Werke der Autorin bin.











