Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
Tick Tack
Stalker - Er will dein Leben. von Arno Strobel
Als Eric Sanders eine Rolle im Tatort bekommt, scheint sein Berufsleben in die richtige Spur zu geraten. Doch sein Erfolg lockt auch Neider auf den Plan und was relativ harmlos beginnt steigert sich bald zu einem Fall von Gewalt.
Arno Strobel ist immer ein Garant für spannende Lesestunden. So auch in seinem neuen Psychothriller, der keiner Reihe angehört.
Während des Lesens konnte ich mich gut in Eric hineinversetzen und habe gebannt seine Jagd nach seiner Vergangenheit verfolgt.
Strobel hält den Leser mit vielen Wendungen und überraschenden Einfällen auf Trab. Allein die Idee, dass sein Protagonist einen Mord gestehen soll, von dem dieser nichts weiß, ist erfrischend anders als alles was es sonst so auf dem Thriller-Markt gibt.
Mit dem Ende war ich nicht ganz zufrieden, aber es passt sehr gut zu Strobel.
Fazit: Ein Buch, das sich liest wie eine Achterbahnfahrt.
Lupus = Der Wolf
Lupus von Tibor Rode
Spannende Zeiten für Jenny. Erst verschwindet ihr Vater, dann richtet ein Wolf ein riesiges Blutbad an und zuguterletzt tauchen auch noch Schatten aus ihrer Vergangenheit auf.
Tief taucht Rode in die Welt der Wölfe und deren Forschung ein und spinnt dabei einen Bogen von Nazideutschland bis heute.
Nichts ist, wie es schien und auch Jenny muss einige herbe Schicksalsschläge hinnehmen.
Rodes Schreibstil ist flüssig und einladend, was das Lesen zu einem wahren Vergnügen macht. Die bildhaften Beschreibungen und die sorgfältig ausgearbeiteten Dialoge tragen dazu bei, dass man sich in die Welt von „Lupus“ hineinversetzen kann. Einzig die Charaktere fand ich, inkl. Protagonistin Jenny, etwas oberflächlich und flach und teilweise hat sich die Handlung auch etwas gezogen.
Rode sorgt aber für einige überraschende Wendungen, was dazu beiträgt, dass man am Ende das Buch nicht mehr zur Seite legen mag.
Fazit: Rodes Story ist vielschichtig und komplex, berührt jedoch auch die emotionale Seite und regt zum Nachdenken an.
mietreißend und tiefgründig
Tode, die wir sterben von Roman Voosen; Kerstin Signe Danielsson
Der Roman spielt in Malmö, Schweden und folgt dem Ermittlerteam um die Hauptfiguren Svea Karhuu und Jon Nordh. Die Geschichte beginnt mit einer Schießerei, die zunächst nach einem typischen Bandenverbrechen aussieht, sich aber schnell als vielschichtiger herausstellt. Karhuu und Nordh ermitteln und fügen Stück für Stück das Puzzle zusammen.
Bereits die Reihe um Nyström und Forss des Autors begeistert mich. So war ich auch sehr neugierig auf seine neuen Ermittler.
Voosen zeichnet die Ermittlungen mit großer Detailgenauigkeit aus und schafft es, den Leser in die Gedankenwelt des Ermittlers eintauchen zu lassen. Zudem haben beide Ermittler ihre Probleme, die es anfangs nicht einfach macht, miteinander auszukommen. Besonders beeindruckend ist die Charakterentwicklung. Die Protagonisten sind keine stereotypischen Personen, sondern tiefgründige Persönlichkeiten mit eigenen Konflikten und Herausforderungen. Vor allem Nordh, der vor kurzem seine Frau verloren hat und sich dem Fall auch aus eigennützigen Gründen annimmt, konnte hier überzeugen. Voosen zeigt hier ein feines Gespür für menschliche Schwächen und Stärken, was die Erzählung authentisch und emotional berührend macht.
Malmö als Schauplatz ist neu, aber sehr überzeugend. Die teilweise recht düstere Stimmung und der Umkreis in der Bandenkriminalität tragen sehr zur lebendigen Kulisse, die das Kopfkino anschaltet, bei.
Fazit: ein sehr mitreißender und tiefgründiger Krimi und ich freue mich schon auf den nächsten Band.
nur nicht lügen
Scandor von Ursula Poznanski
Aus einem Spiel wird bitterer Ernst
Ein paar Tage nicht lügen? Klingt einfach, doch ganz so easy ist es dann doch nicht für Philipp und Tessa. Denn das Spiel hört immer mit und verzeiht keinen Fehler.
Ein weiteres Suspense-Abenteuer, das aber längst nicht so gefährlich ist, wie z.B. in Tribute von Panem.
Aber deshalb nicht weniger fesselnd. Denn von der ersten Seite an, zieht einen das Buch in seinen Bann. Kurze Einschübe, wie schnell man als Kandidat verliert, sorgen für kleine Schmunzler oder AHA-Effekte. Denn man macht sich selbst nie bewusst, wie oft am Tag man selbst lügt. Allein die Antwort auf die Frage, „wie geht es dir?“ birgt schon Konfliktpotential.
Poznanski entwickelt ihr neues Buch für Jugendliche, aber auch Erwachsene kommen voll auf ihre Kosten. Aus 100 Kandidaten werden schnell immer weniger und je weiter man liest, desto undurchsichtiger wird alles. Denn das Spiel verbirgt ein bitteres Geheimnis.
Fazit: sehr gute Unterhaltung für Jung und Alt
Die letzten Kriegsjahre
Vielleicht können wir glücklich sein von Alexa Hennig von Lange
Isabell ist inzwischen auch Mutter und hat kaum Zeit, ihr Buch über das Leben ihrer Großmutter zu schreiben, die sie durch die 130 Kassetten von einer ganz anderen Seite kennenlernen durfte. Klaras Mann ist an der Front und Klara muss sich und ihre 4 Kinder heil durch den Krieg bekommen, was verständlicherweise nicht einfach ist.
Aber Klara ist eine starke Frau und wächst mit ihren Aufgaben.
Leider ist die Trilogie mit diesem Band zu Ende. Die Charaktere sind mir bereits im 1. Band ans Herz gewachsen und haben mittlerweile einen festen Platz darin gefunden. Da ist es egal, ob Vergangenheit oder Gegenwart. Allerdings habe ich dieses Mal fast mehr in der Gegenwart gebangt als bei den letzten beiden Bänden. Denn irgendwie habe ich das ganze Buch gehofft, dass Tolla gefunden wird.
Klaras Geschichte war dieses Mal zwar auch wieder interessant, aber durch das nahe Kriegsende und da man wusste, dass alle überleben, nicht ganz so dramatisch. Und das dramatischste Erlebnis wurde leider am Ende mit einem kurzen Satz abgehandelt.
Das Ende ist zudem etwas abrupt, hier hätte ich gerne noch mehr gelesen. Für mich hätte das Leben von Klara eh noch Potential für mehrere weitere Bände gehabt.
Fazit: ein würdiger Abschluss der Trilogie, die auch das Zeug für eine Tetralogie gehabt hätte.
ein neues Gesicht
Eulenschrei von Max Bentow
Ein neues Gesicht
Ermittler Nils Trojan bekommt mit Carlotta Weiss eine neue Kollegin zur Seite gestellt. Carlotta ist Profilerin und hat teilweise sehr eigenwillige Ermittlungswege. Doch das ist genau das, was Trojan für seinen neuen Fall braucht. Was haben die vier Toten gemeinsam, denen jeweils ein Körperteil fehlt? Und wie sollen Trojan und Weiss dem Täter auf die Spur kommen, der seinen Opfern vor der Tat immer einen Lebkuchenmann zukommen lässt?
Der neue Thriller von Max Bentow hat wieder alles, was man für spannende Lesestunden braucht: einen schwierigen Fall, einen Täter, der sehr schlau ist und sympathische Charaktere.
Besonders gefesselt hat mich Carlottas Gabe der Mikroexpression: kleinste Regungen in der menschlichen Mimik zu erkennen und so Lügen zu entlarven.
Die kurzen Kapitel verleiten dazu, dass man immer noch schnell eins liest, bis man sich jäh vor dem Ende des Buches befindet. Einblicke in die Psyche des Täters und seine Motive lassen das ganze Buch noch interessanter wirken.
Bentows Schreibstil ist schnell und teilweise sehr brutal – für Menschen mit starkem Magen.
Man muss die Vorgängerbände nicht kennen, um „Eulenschrei“ zu verstehen, schöner ist es dennoch, weil vor allem die privaten Ereignisse von Trojan aufeinander aufbauen.
Fazit: Eulenschrei ist der Auftakt zu einer neuen Reihe, in der Nils Trojan und Carlotta Weiss zusammen auf Tätersuche gehen. Ich freue mich bereits auf den nächsten Band.
locked-in-Krimi
Letzte Lügen von Karin Slaughter
Es ist Saras und Wills Hochzeitsreise. Alles hätte so romantisch sein können in der abgelegenen Lodge, wenn da nicht dieser Mord passiert wäre. Die Managerin der Lodge stirbt in Wills Armen und dann verschwindet auch noch deren Sohn. Die Zahl der Verdächtigen ist übersichtlich – aber keiner sagt die Wahrheit.
Bereits das 12. Buch der Georgia-Reihe und die Autorin hat sich ihren Wunsch erfüllt und einmal einen Locked-Room-Thriller geschrieben. Die Lodge bietet Platz für eine Handvoll Gäste, die Inhaber-Familie und das Personal. Und so gibt es nicht so viele Verdächtige. Allerdings zieht sich die Handlung so auch ein bisschen, weil ja jeder lügt und die Aufklärung auf der Stelle tritt.
Sehr gut fand ich die Übersichtskarte am Anfang des Buches, da habe ich oft drauf geschaut, wenn Wege erklärt wurden.
Schräg gedruckt sind immer wieder Briefe der Toten eingefügt, was das ganze Buch noch emotionaler werden lässt.
Das Buch besteht aus vielen Wendungen und beim Lesen ertappt man sich selbst dabei, dass man immer wieder andere Personen verdächtigt, es lädt richtig zum Miträtseln ein. Und das Ende ist schon ein wenig Agatha-Christie-like.
Fazit: sehr flott zu lesen, mit einigen Längen, aber sehr empfehlenswert.
Hegels schwierigster Fall
Tödlicher Schall von Vincent Kliesch
Hegels schwierigster Fall
Hegels ehemals bester Freund sinnt auf Rache und fordert Hegel zu einem Katz- und Maus-Spiel, das er unmöglich gewinnen kann. Doch für Hegel steht viel auf dem Spiel und so nimmt er die Herausforderung an.
Kliesch packt seine eigene Erkrankung und die Erfahrungen seines Krankenhausaufenthaltes mit in das Buch, was es sehr persönlich macht.
Außerdem schreibt er im Nachwort, dass er dieses Buch ganz ohne Hilfe von Sebastian Fitzek geschrieben und deshalb ganz viel eigene Ideen eingebracht hat. Und das merkt man auch. Dabei ist das nicht negativ gemeint, im Gegenteil. Kliesch haut dem Leser Dinge um die Ohren, die sehr unglaubwürdig klingen, aber wissenschaftlich belegbar sind. Teilweise waren die Erklärungen etwas lang, aber man brauchte sie, um die Handlung zu verstehen.
Hegel und Jula kommen nicht zur Ruhe, was mir persönlich langsam etwas zu viel des Guten wird. So viele massive Feinde kann doch keiner haben. Allerdings war mir die Art des Gegners sehr lieb: schlau und Hegel absolut ebenbürtig.
Die Schreibweise des Autors ist gewohnt packend und man merkt ihm an, wie sehr er seine Charaktere ins Herz geschlossen hat.
Das Ende wartet mit einem Cliffhanger auf, der Vorfreude auf das nächste Buch macht, das sicher noch einige offene Enden der Reihe verknüpfen wird. Ich bin schon sehr gespannt auf den neuen Band.
Fazit: Der Titel „Tödlicher Schall“ trifft den Nagel auf den Kopf. Allerdings ist hier nichts Schall und Rauch, sondern Spannung bis zum Schluss.
stark geht es weiter
Signum von John Ajvide Lindqvist
Stark geht es weiter. Auch der zweite Band der Trilogie überzeugt voll und ganz.
Kim Ribbing hat seinen früheren Peiniger entführt und im Keller gefangen gehalten. Er glaubt, er habe alle Spuren verwischt, doch die Polizei kommt ihm auf die Spur – und die Jagd beginnt.
Doch Ribbing ist der Polizei immer einen Schritt voraus.
Und das fand ich total gut gemacht. Gut gemacht ist auch, dass man Sympathie zu Kim aufbaut, der ja eigentlich eher auf der falschen Seite steht. Sehr gut gefallen hat mir wieder Astrid. Vor allem ihre besonderen Fähigkeiten waren Kim wieder sehr nützlich. Die Beziehung zwischen Julia und Kim entwickelt sich weiter, auch Johnny darf sich über eine Romanze freuen.
3 Handlungen, die parallel verlaufen: die Entführung, Julias Recherchen gegen die Wahren Schweden und die Ermittlungen der Polizei. Und alles wird schlüssig zusammengeführt. Überraschende Wendungen und kurze Kapitel sorgen zudem dafür, dass keine Langeweile aufkommt und man das Buch kaum zur Seite legen mag.
Fazit: ich bin schon total gespannt auf den finalen Teil.
nimm dir Zeit für dieses Buch
Hast du Zeit? von Andreas Winkelmann
Zeit ist das wichtigste, das Menschen haben können.
So sieht das auch ein Serientäter, der seine Opfer mit den Worten „hast du Zeit?“ entführt.
Das Buch ist mal etwas Anderes: nicht die Polizei ermittelt, sondern ein Kommissar im Ruhestand.
Für mich zog sich die Handlung dieses Mal ein wenig, weil es so gar keine Anhaltspunkte gab, die das Buch voranbrachten und auch nicht so viel Spannung aufkam.
Für mich waren die Szenen mit den Opfern am aufregendsten, hiervon hätte ich gerne mehr gelesen, was dann aber vielleicht die Überraschung geschmälert hätte. Denn überraschend ist die Handlung allemal. Und sie wirft viele Fragezeichen auf.
Ich mochte vor allem Grotheer, den ehemaligen Polizisten sehr gerne und Lily, die Freundin eines der Opfer. Wie Grotheer ermittelt hat mir sehr gut gefallen.
Nicht gefallen haben mir die Kapitel des Täters – die waren sehr unverständlich. Wahrscheinlich hat man sie aber gebraucht, um sich in die Psyche des Täters hineinversetzen zu können. Und die hat es in sich. Denn was er mit den Opfern anstellt sorgt allemal wieder für wohlige Schauer.
Fazit: Hast du Zeit für dieses Buch? Wenn nicht, dann nimm sie dir











