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Rezensionen von Gavroche:

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Familiengeschichte

Wo wir Kinder waren von Kati Naumann

Mir gefiel schon "Was uns erinnern lässt" von Kati Naumann sehr gut und darum war ich auch umso neugieriger auf ihr neues Buch. Hier geht es um die Familiengeschichte der Langbeins, die einst Besitzer einer erfolgreichen Spielzeugfabrik waren; doch diese Glanzzeiten sind lange Geschichte. Lange waren die Puppen ein Markenzeichen.

Erzählt wird diese Geschichte auf zwei Zeitebenen, einmal in der Gegenwart und zum anderen in der Vergangenheit, beginnend im Jahr 1910 (bis 1978). So erfahren wir als Leser viel über die Geschichte der Familie und der Fabrik, aber auch immer wieder über den historischen Kontext vom Ende der Kaiserzeit, über den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg,... Aber auch über das Puppenhandwerk erfährt man hier viel Informatives. Handlungsort ist Sonneberg in Thüringen. Ein gute Geschichte, in die man eintauchen kann.

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Familiengeschichte
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Zu viel

2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt von Noah Richter

Topaktuell ist das Thema dieses Polit- und Umweltthrillers und darum war ich auch sehr gespannt darauf, wie es in diesem Buch von Noah Richter umgesetzt werden wird. Im letzten Jahr stand natürlich Corona sehr im Vordergrund, doch die Natur legte deswegen keine Pause ein. Hier führt uns die Geschichte in die Antarktis, wo der Glaziologe Jakob Richter stirbt, aber seine Freundin Leela übernimmt die Aufgabe, gegen die sogenannten "Black seven", die für viele Klimakatastrophen die Verantwortung tragen, anzugehen.

Ein Zukunftsszenario, das durchaus realistische Züge aufweist. Und Ölfirmen sind keine zu unterschätzenden Gegner. Ein durchaus packendes Ausgangsszenario, doch leider ging für mich die Spannung auf dem Weg verloren; aus dieser höchstbrisanten Thematik hätte man mehr machen können. Sekten, Ökodiktatur, Entschlüsselung der Dokumente, Flüchtlinge, Prepper - hier wurde zu viel in die Thematik gepresst.

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Zu viel
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Auf geht's!

Homefarming von Judith Rakers

Judith Rakers beginnt ihr Buch damit zu beschreiben, wie ihre Obstschale und der Kühlschrank vorher aussahen; nicht sehr appetitlich. Und auch mit ihren Kochkünsten war es nicht sonderlich ausgefeilt, doch dann hat sie ein Interview machen müssen und dann änderte sich alles. Sie hat sich der Aufgabe gestellt, Selbstversorgerin zu werden und berichtet in diesem Buch von ihrem Weg, ihren Erfolgen, aber auch ihren (Mirabellen-)Misserfolgen, wie der Maulwurf vom Feind zum Freund wurde, wie man ein Hochbeet aufbaut, was man wann und wie vorzieht, dass sie anfangs gar nicht ihr schönes Gemüse und Obst ernten wollte, sondern es nur verzückt angeschaut hat.

Dann gibt es noch eine große Rubrik zu Hühnern, Hühnerstallbau etc. Und zum Abschluss gibt es - was mir sehr gut gefallen hat - ein Kapitel mit Rezepten. Witzig und unterhaltsam geschrieben, reich und wunderschön bebildert. Da bekommt man Lust, sofort zu starten.

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Abwechslungsreich

Homefarming von Judith Rakers

Bei diesem Buch aus fester Pappe und mit dicken Seiten - genau passend für den ständigen Gebrauch, da Kinderbücher immer sehr robust sein müssen, gibt es insgesamt 12 ganz unterschiedliche, abwechslungsreiche Geschichten, die alle aus dem täglichen Leben der kleinen Mädchen und Jungen gegriffen sind, so dass sich das Buch schnell zum Lieblingsvorlesebuch entwickelt.

Hier gibt es eine Geschichte, die in der Kita spielt; ein schüchterner Junge hält sich erst im Hintergrund, bis ein Mädchen es schafft, ihn zum Spiel hervorzulocken. Und zwar nicht klischeehaft mit einem Puppenspiel, sondern mit einem Parkhaus und Autos. Eine weitere Geschichte spielt im Freibad, in das Papa und Romy gehen. Die kleinen und großen Protagonisten sind in jeder Geschichte andere, so dass die Geschichten wirklich auf einer Seite abgeschlossen sind. Die Zeichnungen ergänzen die Geschichten sehr gut und es gibt hier viel zu besprechen.

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Zu klischeehaft

Matching Night, Band 1: Küsst du den Feind? (Gewinner des Lovelybooks-Leserpreises 2021) von Stefanie Hasse

Dies ist der Auftaktband der Matching-Night-Dilogie; das Besondere an der Reihe ist, dass beide Bände zur selben Zeit erscheinen und somit die LeserInnen, die wissen möchten, wie es weitergeht, nicht länger auf die Folter gespannt werden. Die Geschichte spielt am Saint Joseph's College, einer Elite-Einrichtung und die Protagonistin ist - mir etwas zu klischeehaft - eine Studentin, die nur so gerade eben über die Runden kommt.

Bis sie von den Ravens, einer der beiden mächtigen Studentenverbindungen Angebot erhält. Gegen freie Kost und Logis und die Aufsicht auf später einen tollen Job muss sie mit einem der Anwärter auf die andere Studentenverbindung, den Lions, eine Reihe von Aufgaben bewältigen. Aber möchte Cara - falls sie es denn schafft - wirklich Teil dieser Verbindung werden? Ich hatte mit der Protagonistin einige Probleme, denn sie war mir zu wankelmütig, zickig und unreif. Der Anfang des Buches kam mir vor wie künstlich in die Länge gezogen, als es dann spannender wurde, wurden das Ritual und die Aufgaben dafür umso kürzer behandelt. Und muss es immer eine Dreiecksgeschichte geben? Am Ende gibt es dann - wie zu erwarten - einen Cliffhanger. Mit ein paar Kürzungen hätte man sicherlich einen Band aus der Geschichte machen können.

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royal crime

Das Windsor-Komplott von Bennett S J

Ganz erstaunlich, aber dann doch durchaus nachvollziehbar, aber natürlich unterliegt es der allerstrengsten Geheimhaltunsstufe: Die Queen hat ein Faible - sie ermittelt gerne in Kriminalfällen. Und dieser Fall betrifft auch noch das Königshaus und ist damit gewissermaßen ein Affront gehen sie höchstpersönlich.

Und da steht es natürlich außer Frage, dass sie ermitteln wird. Und zwar gemeinsam mit ihrer Assistentin Rozie, offiziell ist sie ihre Privatsekretärin. Was für ein rauschender Ball und dann noch dieser Pianist....doch am nächsten Morgen wird eben dieser tot aufgefunden. Steckt da etwa Putin hinter? Das vermutet zumindest der britische Geheimdienst. Doch die Queen lässt Rozie umfangreiche Nachforschungen machen - sie ist ja immerhin die Queen und kann gut delegieren. Ein wunderbarer britischer cosy crime.

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Die verschwundene Seite

Das Windsor-Komplott von Bennett S J

Die Handlung spielt im Jahr 1994 in der Universitätsstadt Oxford. Professor Seldom und sein Doktorand werden in ihren zweiten Fall verwickelt. Dieses Mal steht die Lewis-Carroll-Bruderschaft im Mittelpunkt, die stets auf der Suche nach neuen Inputs ihres Autors ist. Eine junge Doktorandin findet einen Zettel mit einem Satz, der neue biographische Erkenntnisse erbringt, doch bevor sie ihren Fund weiterzeigen kann, wird sie angefahren.

Logikprofessor Seldom - Mitglied eben jener Bruderschaft - und sein Mathematik-Doktorand ermitteln. Zwei wirkliche ungewöhnliche Ermittler, eine spannende Geschichte mit vielen interessanten Fakten rund um den Autor von Alice im Wunderland / hinter den Spiegeln. Ich habe viel mitgebangt, denn es bleibt nicht bei dem einen Mord. Die Auflösung ist logisc, aber so verwickelt, dass ich nie darauf gekommen wäre und gefiel mir, ein toller Schreibstil, ein unterhaltsamer und lehrreicher Krimi.
Die Stimme von Sprecher Sascha Tschorn war mir manchmal zu wenig variantenreich, aber insgesamt noch gut.

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Basteln

Im Kindergarten: Allererstes Schneiden von Kirstin Jebautzke

Dieser Block ist eine tolle Beschäftigung, wenn die Kita mal wieder geschlossen bleiben muss und die Kleinen zu Hause gut beschäftigt werden müssen, damit keine Langeweile aufkommt. Für dreijährige Kinder ist es je nach Motorik noch eine allzugroße Herausforderung und vor allem bei den schriftfreien Erläuterungen ist es gut, wenn man gemeinsam klärt, wie die Aufgabe gemeint ist.

Aber gut ist, dass es gleich Vorlagen für mehrere Versuche gibt beziehungsweise können mehrere Kinder gleichzeitig sich an die Aufgaben machen. Denn hier geht es nicht nur um das Schneiden, sondern auch darum, Ausgeschnittenes aufzukleben, anders zusammen zu setzen und natürlich nach dem eigenen Geschmack auszumalen. Hier werden durch unterschiedliche Anforderungen gleich diverse motorische Fähigkeiten gefördert und miteinander verbunden und zugleich macht es Spaß.

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Anna

Trümmermädchen von Lilly Bernstein

Köln während des Zweiten Weltkriegs. Anna wächst bei ihrem Onkel Matthias und ihrer Tante Marie auf. Sie betreiben eine Bäckerei und deswegen wird der Onkel auch lange nicht eingezogen. Doch kurz nachdem der Onkel doch eingezogen wurde, kommt es zu einem Bombenangriff und die Bäckerei und somit der Lebensunterhalt der Familie werden zerstört.

Doch davon lassen sich die beiden Frauen nicht unterkriegen und gemeinsam mit einem polnischen Hilfsarbeiter machen sie sich an die Arbeit, damit die Kölner auch weiter Brot bekommen können und erfüllen somit Onkel Matthias' Auftrag. Der zweite Teil der Handlung spielt in der Nachkriegszeit und Anna ist mittlerweile zu einer Jugendlichen herangewachsen. Auch hier spielen Bäckerei und (der Duft von) Brot eine große Rolle. Eine sehr emotionale Geschichte, geschrieben in einem wunderbaren Schreibstil; ein Buch, das zu Herzen geht und nebenbei noch Geschichtslektionen gibt.

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Anna
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Dänische Hochspannung

Leichenblume von Anne Mette Hancock

Dieses Buch wurde in der Vorankündigung schon so hochgelobt, unter anderem von Jussi Adler-Olsen, dessen Bücher ich sehr gerne lese und somit war meine Erwartung umso höher an das Buch von Anne Mette Hancock. Und auch das Gefühl, villeicht doch enttäuscht zu werden. Doch das war nicht der Fall. Die dänische Autorin hat mich mit ihrem Thriller-Debüt um den Kommissar Schäfer und die Kopenhagener Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan überzeugen können.

Die Journalistin erhält eine Reihe von Briefen einer seit Jahren gesuchten Mörderin. Anna Kiel scheint so einige Details aus dem Leben von Heloise zu kennen. Kommissar Schäfer erhält die Information, dass man Anna Kiel gesehen hat. Wechselnde Perspektiven (das scheint seit einigen Jahren quasi ein "Muss" zu sein), überraschende Wendungen und eine schlüssige Auflösung und ein toller Schreibstil mit einem Gefühl für Spannung. Ich werde die Autorin bestimmt weiter "verfolgen" und empfehlen.

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Dänische Hochspannung