Kunden em pfehlungen
Rezensionen von BarbaraM:
Erschreckend realistisch, höchst amüsant, auf die Spitze getrieben!
„Überflieger“ von Karin Ernst ist 2019 im Verlag Droemer HC erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 448 Seiten.
Um was geht es? (dem Klappentext entnommen):
Claire und ihr Mann Niko glauben, es geschafft zu haben. Sie genießen finanzielle Unabhängigkeit, bewohnen ein wunderbares Haus in einer beliebten Großstadt, sehen blendend aus und sind gesund.
Gerade von einem langjährigen Aufenthalt in den USA nach Deutschland zurückgekehrt, führen sie voller Stolz ihren wohlgeratenen Nachwuchs vor. Denn natürlich haben sie zwei großartige und begabte Kinder, denen der Erfolg quasi in die Wiege gelegt wurde.
Cordelia, die Ältere, ist eine talentierte Pianistin, vor allem aber ruhen die Hoffnungen auf dem jüngeren Sohn Raffi, der sich schon als Dreijähriger Lesen und Schreiben beigebracht hat und von dem alle Großes erwarten.
Doch mit Raffis Schuleintritt erweisen sich sämtliche Hoffnungen als reine Fantasie, und es beginnt eine wahre Tour de Force für die Familie…
Karin Ernst schafft es mit seinem Schreibstil gekonnt, den Leser in den Bann der Geschichte um die beiden Familien zu ziehen. Die Autorin schreibt klar, prägnant, schlicht, wunderbar humorvoll, spitzzüngig und treibt manches gerne auf die Spitze und darüber hinaus. Sie regt an, über den Umgang innerhalb von Familien nachzudenken, über Wunschphantasien, über Eigenprojektion in Kinder, über unser Schulsystem und dessen Unzulänglichkeiten allen Kindern gerecht zu werden, über den Fluch und Segen von Hochbegabung und den Umgang damit.
Mir persönlich hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich habe auch die teilweise überzogenen Schilderungen sehr genossen und darüber herzlich lachen können, denn dazu soll es sicherlich auch anregen: zum Nachdenken und Darüber-Lachen.
Fazit: „Überflieger“ ist ein sehr humorvolles, teilweise erschreckend realistisches Buch, das ganz deutlich am Schein und Sein, am Wunschtraum und der Wirklichkeit unserer Mittelschicht kratzt.
Lesespaß ist in meinen Augen hier 100% garantiert und ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus.
Ein einzigartiger, wunderbarer und gefühlvoller Roman
Die Tage mit Bumerang von Nina Sahm
„Die Tage mit Bumerang“ von Nina Sahm verfasst ist 2019 im Hanser Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 240 Seiten.
Annu ist umgeben von guten Freunden und genießt ihr Leben nach ihrem ganz eigenen Lebensstil. Eines Tages jedoch passiert ihr ein schrecklicher Unfall und ab da an verändert sich ihr Leben.
Ihre Nachbarn und Freunde wenden sich ab. Annu steckt in einer echten Lebenskrise und weiß nicht mehr weiter und dann steht da eines Tages Bumerang, ein Schaf, in ihrem Garten…
Der Autorin Nina Sahm gelingt es sehr gefühlvoll, anschaulich und fesselnd zu schreiben und ich fand es einfach wunderbar, dieses Buch zu lesen und habe dies sehr genossen. Ich habe mitgefiebert, mitgelacht, mitgedacht und mitgeweint und ich konnte mich wunderbar in all die Charaktere, aber vor allem in die bezaubernde Annu, hineinversetzen.
Besonders gut hat es mir gefallen, wie Nina Sahm die Entwicklung von Annu beschrieben hat, als ihr eben dieser schwere Fehler unterlaufen ist. Wie schön war es, zu bemerken, dass Annu aus der depressiven Phase wieder in ihr Leben zurückfindet und wieder akzeptiert wird, wie sie Mut und Hoffnung schöpft und wieder anfängt, an sich selbst zu glauben – auch dank guter Freunde.
Sicherlich hätte die Autorin an der ein oder anderen Stelle etwas mehr in die Tiefe gehen können, aber mir persönlich hat es so sehr gut gefallen.
Fazit: Ich empfehle dieses Buch gerne als sehr schöne, leichte Lektüre weiter. Es hat mich glücklich gemacht, hat mich schmunzeln lassen, nachdenklich gestimmt und im Augenwinkel saß auch die ein oder andere Träne. Ein toller, ganz besonderer Roman!
Grausamkeit, Düsternis, Horror, Schönheit, Schmerz, Fantasie, Magie, große Emotionen – alles ist hier versammelt!
Das Labyrinth des Fauns von Cornelia Funke; Guillermo Del Toro
Ich finde das Buch „Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke absolut großartig und überwältigend. Sie ist einfach eine grandiose Sprachkünstlerin und es gelingt ihr in ihrem Roman eine ganz eigene Welt zu erschaffen, aus der ich mich als Leser fast nicht mehr losreißen konnte.
Das Buch ist im Fischer Verlag 2019 erschienen und umfasst 320 Seiten.
Es wurde von Funke zu Guillermo del Toros preisgekrönten Film „Pans Labyrinth“ geschrieben.
Die Geschichte spielt in Spanien im Jahr 1944 und Ofelias Vater ist gestorben. Ihr Mutter hat einen neuen Mann, Hauptmann Vidal, kennen gelernt, ist schwanger geworden und zieht nun gemeinsam mit ihrer Tochter zu ihm in die Berge. Der Stiefvater von Ofelia ist ein sehr strenger, grausamer Mann der in sich keinen Funken Liebe verspürt. Er ist ein Monster und Ofelia flüchtet sich in ihre Fantasiewelt. Ofelia muss viele Aufgabe bestehen und am Ende stellt sich die Frage, ob das Gute über das Böse siegt.
Cornelia Funke schreibt wie immer fesselnd und sprachgewaltig. Sie ist eine unvergleichlicher Autorin und ich konnte mir all das Geschriebene sehr gut vor meinem inneren Auge vorstellen. Besonders beeindruckend finde ich, wie sie es schafft, einerseits die Grausamkeiten und den Horror zu schildern und andererseits die Liebe und Hoffnung mit ins Spiel zu bringen. Gerade diese Widersprüchlichkeiten im Buch haben mich als Leserin sehr gefallen.
Auch die immer wieder eingestreuten märchen- oder sagenhaften Geschichten, die zwischen den Kapiteln zu finden sind, sind ihr wunderbar gelungen. Genauso wie die unvergleichlichen schwarz-weißen Illustrationen von Allen Williams.
Fazit:
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für Leser, die vor Horror und Grausamkeit nicht sehr zurückschrecken, denn davon steckt genügend in dem Buch. Ob es also Jugendliche ab 14 Jahren, wie als empfohlenes Lesealter vom Verlag angegeben ist, lesen sollte, wage ich hier anzuzweifeln.
Der Ideenreichtum, der in der Geschichte steckt, hat mich absolut begeistert und auch das richtige Maß an Spannung und Phantasie überzeugt.
Grausamkeit, Düsternis, Horror, Schönheit, Schmerz, Fantasie, Magie, große Emotionen – alles ist hier versammelt!
Ein märchenhafter Fantasy-Schatz!
Licht und Schatten von Zoran Drvenkar
Ich finde das Buch „Licht und Schatten“ von Zoran Drvenkar absolut großartig. Es gelingt ihm in seinem Roman eine ganz eigene herrliche Phantasiewelt zu erschaffen, aus denen man sich als Leser fast nicht mehr losreißen kann.
Das Buch ist im Beltz & Gelberg Verlag 2019 erschienen und umfasst 584 Seiten.
Das Cover ist wunderschön schimmernd gestaltet und zeigt eine offene, leicht düstere Landschaft.
Vidas Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben und so wächst das Mädchen bei ihrem Vater Solomon und ihren drei Tanten auf. Sie wird liebevoll umsorgt und gut behütet und versteckt, denn es umgibt sie ein Geheimnis: Vida kann das Licht in die Welt der Menschen zurückbringen und die Dunkelheit vertreiben. Dies ist ihre Bestimmung, mit der nicht jede Kreatur einverstanden ist. Ein großartiges Abenteuer beginnt.
Zoran Drvenkar ist ein unvergleichlicher Autor, dem es durch seinen Schreibstil gelingt durchgängig die Spannung aufrechtzuerhalten. Er schreibt anschaulich, spannend, atmosphärisch und lässt dem Leser dennoch genug Spielraum, sich seine eigenen Gedanken zu machen und diese in die Geschichte einfließen zu lassen.
Die Protagonistin Vida und ihre Entwicklung in der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und ich konnte mich wunderbar in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen.
Die menschlichen Gefühle Liebe, Eifersucht, Zorn und Gewalt sind von Zoran Drvenkar ganz wunderbar in seinem Roman verwoben.
Das Ende des Romans ist zwar absolut gegeben, aber dennoch so offen, dass ich es wage, auf einen weiteren Band zu hoffen.
Fazit:
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
Der Ideenreichtum, der in der Geschichte steckt, hat mich absolut begeistert und auch das richtige Maß an Spannung und Phantasie überzeugt. Ich möchte mehr davon!
So macht das Brotbacken richtig Spaß!
Brot backen mit Christina von Christina Bauer
„Brot backen mit Christina“ von Christina Bauer ist 2019 im Löwenzahn-verlag erschienen und umfasst 168 Seiten im Format DIN A4.
Das Buch ist untergliedert in folgende Kategorien:
- Mein Back-ABC für Brot
- Brote ganz klassisch
- Alles Vollkorn
- Brote mit Sauerteig
- Brote mit wenig Hefe und viel Zeit
- Brote ohne kneten
- Brot einmal anders
- Süße Brote
- Zu guter Letzt
Der Autorin gelingt es mit ihrer klar verständlichen Sprache, ihre Rezepte sofort umsetzbar in die Küche zu bringen.
Christina Bauer macht Anfängern mit einfacheren Rezepten Mut, sich an das Brotbacken zu wagen und gibt dann auch weiterführende Anregungen auf einem höheren Niveau.
In diesem Buch findet sicherlich jeder ein Brotrezept, das zu ihm passt.
Besonders gut hat mir gefallen, dass es Schritt-für-Schritt-Anleitungen gibt und diese mit tollen Fotos unterlegt sind. Auch werden anfangs wichtige Grundlagen gelegt was verwendete Zutaten, benötigtes Zubehör, Tipps für gutes Gelingen und kleine Probleme und ihre Lösung anbelangt.
Neben den Rezepten ist das Buch „Brot backen mit Christina“ mit vielen tollen Fotos von Nadja Hudovernik und Illustrationen von Verena Stummer gespickt. Dies ist für jeden Leser eine große Hilfe und es ist auch eine Freude, die Fotos und Illustrationen einfach nur anzusehen.
Man merkt als Leserin, dass in der Umsetzung sehr viel Herzblut steckt und es sich vielerlei Gedanken darum gemacht wurden. Das Cover wirkt sehr ansprechend und natürlich und man meint förmlich, das Brot schmecken zu können – und Christina Bauer ist auf dem Cover die Freude am Brotbacken richtig anzusehen.
Fazit: Das „Brot backen mit Christina“ informiert praxisnah und anschaulich und hat mich als Hobbyköchin und -bäckerin sehr inspiriert. Es lädt förmlich zum Backen und Ausprobieren ein.
Ich persönlich habe jetzt schon einige Rezepte ausprobiert – habe sogar einen Sauerteig geführt und Brote damit gebacken und ich muss sagen: es war ein tolles und genussreiches Erlebnis und es war überhaupt nicht schwer!
Ich kann dieses Buch wirklich weiterempfehlen!
Eine lebendige, besondere, anspruchsvolle und poetische Erzählung
Alles, was passiert ist von Yrsa Daley-Ward
„Alles, was passiert ist“ von der Autorin Yrsa Daley-Ward ist in der deutschen Ausgabe 2019 im Aufbau Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 240 Seiten.
Yrsa Daley-Ward berichtet in ihrem Buch von ihrer schweren, aber auch schönen Kindheit bis zu ihrer Zeit als junge Erwachsene.
Sie beleuchtet hierbei das Verhältnis zu ihrer Familie, zu Freunden und vor allem auch zu Männern. Die Autorin berichtet von sexuellen Übergriffen, aber auch Glücksgefühlen, von Drogen und ihrer Macht, von Schönheit, Traurigkeit, Depression – von der Fülle des Lebens!
Yrsa Daley-Ward schreibt auf ihre ganz besondere Art und Weise: poetisch, variabel im Schriftbild, mal als Gedicht, als fließender Bericht, mal nur einige wenige, eindringliche Worte auf einer Seite, mitreißend, schonungslos und nachdrücklich. Zugegebenermaßen war die Art des Schreibens für mich anfangs etwas befremdlich, aber nach einigen Seiten habe ich mich gut eingefunden und das Buch sehr, sehr gerne zu Ende gelesen.
Yrsa Daley-Ward lässt vieles auf eine besondere Art und Weise offen und so wird der Leser angeregt, sich zu dem Geschehen selbst seine Gedanken zu machen.
Fazit: Was für ein ehrliches Buch! Es war für mich nun eine ganz besondere Erfahrung, dieses Buch zu lesen und in die schonungslos ehrliche Welt von Yrsa Daley-Ward einzutauchen.
Ein unglaublich berührender, wunderschön geschriebener und feinfühliger Roman
Und wenn nur einer dich erkennt von Hanna Jansen
„Und wenn nur einer dich erkennt“ von Hanna Jansen ist 2018 im Bernstein-Verlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 200 Seiten.
Friedchen, im Jahr 1912 geboren als Elfriede Wolf, wird von ihren Eltern geliebt und liebevoll umsorgt. Erst einige Jahre später wird sie sich dessen bewusst, dass sie ein bislang von den Eltern gut gehütetes Geheimnis umgibt: sie ist kleinwüchsig und ein Hermaphrodit, d.
h. sie trägt die Geschlechtsmerkmale von beiden Geschlechtern. Friedchen muss sich der Andersartigkeit stellen und Hohn und Spott und das Gefühl des Ausgegrenzt-Seins ertragen. Ihre Eltern und auch Paul, der Nachbarsjunge, begleiten sie durch die immer wieder für sie schwierigen Zeiten, die auch vor dem damaligen geschichtlichen Hintergrund alles andere als einfach sind.
Hanna Jansen gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren feinfühligen und eindrücklichen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Friedchen anbelangt mit und konnte mich völlig in die mutige Protagonistin hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Hanna Jansen schafft es in ihrem Roman auf das Gefühl des Ausgegrenzt-Seins und der Stigmatisierung vor dem geschichtlichen Hintergrund des ersten und zweiten Weltkrieges einzugehen. Die Geschichte um Friedchen ist eine sehr private und dann steckt auch so vieles aus der deutschen Geschichte darinnen. Ich habe dies voller Faszination gelesen, habe dies so sehr genossen und bin durch das Buch ohne abzusetzen geflogen. Was für ein tolles Leseerlebnis!
Fazit: Ein feinfühliger und sehr lesenswerter Roman.
Es war für mich ein Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Friedchen einzutauchen.
Es hat mich sehr berührt und bereichert und klingt stark in mir nach. Ich empfehle es absolut und uneingeschränkt weiter!
Drei elitäre Damen wagen den Neuanfang in der wunderschön beschriebenen Toskana
Das Licht der Toskana von Frances Mayes
„Das Licht in der Toskana“ von Frances Mayes ist 2019 im DuMont Buchverlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 608 Seiten.
Camille, Susan und Julia sind zufällig gleichzeitig bei der Besichtigung einer für sie geeigneten Seniorenresidenz in North Carolina und lernen sich dort kennen.
Bei weiteren Treffen finden sie heraus, dass sie eigentlich alle noch mehr von ihrem weiteren Leben erwarten als es in der ruhigen, geordneten Seniorenresidenz zu erwarten ist.
Sie beschließen kurzerhand eine Villa in der Toskana zunächst zu mieten und sich dort noch einmal selbst zu verwirklichen.
Bei ihrem Einzug werden die drei Damen von Kit Raine beobachtete, welche die Nachbarin und von Beruf Schriftstellerin ist.
Kit ist neugierig und lädt die drei Damen ein, bald schon werden sie gute Freundinnen und erleben gemeinsam und auch einzeln viele kleine und große Abenteuer, denn jede hat noch Wünsche und Hoffnungen, die es zu erfüllen gilt.
Frances Mayes gelingt es in ihrem Roman dem Leser die Faszination und Liebe zu Italien näherzubringen und jeder Italienfan kommt was dies belangt hier sicherlich auf seine Kosten. Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr gelungen und wecken die innere Vorstellungskraft des Lesers.
Schwierigkeiten hatte ich mit der Geschichte was die Situation der drei Damen in Italien anbelangt. Keine hatte Schwierigkeiten mit der Sprache, jede hatte mehr als genug Geld, das in meinen Augen unverhältnismäßig für teure Hotels, Reisen innerhalb Italiens, Bildbände und Malutensilien, Besuche teurer Restaurants ausgegeben wurde. Keine hatte in irgendeiner Art und Weise Probleme – auch gesundheitlich nicht. Hier war mir persönlich zu viel eitler Sonnenschein im Spiel und auf die Dauer hat mich die Geschichte gelangweilt.
Gelungen ist in meinen Augen die Beschreibung der unterschiedlichen Charaktere der Frauen. Hier konnte ich mich gut einfühlen. Auch der Wechsel der Erzählperspektive ist eine Besonderheit in diesem Roman.
Fazit: Ich bin hin und her gerissen, denn auf der einen Seite fand ich wie beschrieben viel Gutes an dem Roman, auf der anderen Seite hat mich die Geschichte doch zu sehr gelangweilt. Ich vergebe deshalb drei von fünf Sternen.
Anspruchsvoll, tiefgründig, ehrlich, spannend, einfach lesenswert!
Die Unausstehlichen & ich (Band 1) - Das Leben ist ein Rechenfehler von Vanessa Walder
Enni ist stinksauer und wütend auf ihre Pflegeeltern, weil sie in ein Internat gesteckt wird und ihr Bruder Noah darf mit seinen leiblichen Eltern in die Schweiz umziehen. Enni und Noah waren ein gutes Team und beide fühlten sich als echte Geschwister. Klar manchmal haben sie etwas über die Strenge geschlagen, aber…
Im Internat angekommen, hat Enni nur einen Gedanken: abhauen und Noah finden.
Aber zunächst einmal muss sie die Abläufe, Erwachsenen und ihre Mitschüler näher kennen lernen, denn eines ist ihr klar: alleine wird sie es nicht schaffen.
Und da liegt irgendwie dann auch das Problem – aber lest einfach selbst!
Das Buch „Die Unausstehlichen & ich: Das Leben ist ein Rechenfehler“ von Vanessa Walder ist im Löwe Verlag 2019 erschienen und umfasst 22 Kapitel auf 272 Seiten. Die Illustratorin Barbara Korthues hat ein sehr schönes Cover gestaltet und unterstreicht die Geschichte innerhalb des Buches durch weitere Zeichnungen.
Von mir gibt es eine absolute Lese- und Kaufempfehlung.
Die Tiefgründigkeit, die in der Geschichte steckt, hat mich absolut begeistert und auch das richtige Maß an Spannung überzeugt. Vanessa Walder schreibt flüssig, kreativ, anschaulich und genau und auch ihre Charaktere sind so facettenreich und toll beschrieben. Ich konnte mir jeden einzelnen Charakter sehr gut vorstellen und mich in den ein oder anderen auch sehr gut hineinversetzen und mitfühlen.
Den einzigen Kritikpunkt, den ich habe, sind die vielen strichartigen Zensierungen. Natürlich überlegt man als Leser, was da wohl jetzt hätte stehen sollen, aber irgendwann ist es in meinen Augen auch gut damit. Mir war das persönlich einfach zu viel und etwas nervig, obwohl ich es nach einiger Zeit gut ausblenden konnte.
Wenn Vanessa Walder nicht hoffentlich noch weitere Bände schreiben würde, dann wären mir auch manche Handlungsstränge noch nicht abgeschlossen und zu viele Fragen offen. Aber da kommt bestimmt noch mehr… Potential ist da genug vorhanden.
Das Buch ist meiner Meinung nach geeignet für Jungen und Mädchen ab 10 Jahren, die gerne auch einmal ein tiefgründige und anspruchsvollere Geschichten lesen und über Themen wie „Ausgrenzung“, „Akzeptanz“, „individuelle Stärken und Schwächen“, „schwieriges Verhalten“ etc. nachdenken oder dazu angeregt werden wollen.
Es lebe die liebenswürdige Frechheit, die Individualität und die Freundschaft!
Spring! Vor allem über deinen Schatten von Mina Teichert
Die eher schüchterne, höfliche Pebbels trifft eines Tages auf die extrovertierte Coco, die fast nie ein Blatt vor den Mund nimmt und gerne laut flucht. Und wie das so ist: Gegensätze ziehen sich an. Pebbels und Coco werden dicke Freundinnen und die eine kann von der anderen allerhand lernen und zusammen macht das Leben einfach mehr Spaß und Abenteuer zu erleben ist doch auch richtig fly, oder?! Aber lest einfach selbst!
Mit ihrem Buch „Spring! Vor allem über deinen Schatten“ ist Mina Teichert wieder ein wunderbares, jugendgerechtes, lebendiges, humorvolles und sehr lesenswertes Abenteuer gelungen, das bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH 2019 erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 224 Seiten umfasst.
Es ist geeignet für Kinder ab 10 Jahren, spricht sicherlich auf den ersten Blick Mädchen an, ist aber bestimmt auch für Jungs lesenswert.
Mina Teichert gelingt es in einer absolut jugendgerechten, klar verständlichen und modernen Sprache ihre Geschichte zu schreiben. Besonders toll finden wir es, wie sie auf das Thema „Introvertiertheit und Extrovertiertheit“ eingeht und hier viele Aspekte angeht, die zum Nachdenken anregen und auch zum Darüberschmunzeln. Sie nimmt die Themen Freundschaft, Erwachsen-Werden, Schule, Selbstbewusstsein ernst, schafft es aber dennoch den nötigen Humor mit in die Geschichte hineinzubringen. Dadurch gelingt es der Autorin, dass die Leser sofort einen Bezug zu ihrer eigenen Realität herstellen können, sich selbst in die Geschichte hineinversetzen können und das Interesse an der Geschichte natürlich absolut gesteigert wird.
Prima gefallen haben uns die so unterschiedlichen Protagonistinnen Pebbels und Coco. Wir konnten prima mit ihnen mitfühlen, uns mitfreuen, uns mit ihnen ärgern und auch mitfluchen.
Vor allem in Bezug auf das Thema „Freundschaft“ hat sich Pebbels toll entwickelt und herausgefunden, auf welche Freunde sie zählen kann. Und sie konnte doch tatsächlich „über ihren Schatten hüpfen“ – und wir wissen alle, wie schwer das oft ist!
Auch die anderen im Buch vorkommenden Charaktere, wie zum Beispiel Maris, Gerda, Mira usw. gefallen uns richtig gut und fügen sich in die Geschichte sehr stimmig ein.
Wer weiß, was sich daraus vielleicht in weiteren Bänden noch entwickeln wird?!
Was für ein schönes Buch! Es strotzt vor lauter Lebendigkeit und Lebenslust.
Es lebe die liebenswürdige Frechheit, die Individualität und die Freundschaft!










