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Rezensionen von Petra Sch.:

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Fünf schrullig-taffe Senioren ermitteln

Crime im Heim von Ida Tannert

3,5 Sterne

Im Seniorenheim Haus Silberblick will der ehemalige Impresario Friedhelm Klemp mit einigen seiner Mitbewohner den "Hamlet" einstudieren, denn Kunst und Kultur kommt nach seinem Geschmack im Heim viel zu kurz!
Doch ein Mord macht ihm und seinen Proben einen Strich durch die Rechnung: der Hund einer der Darstellerinnen, Mops Ophelia, wird tot aufgefunden und die Aufregung ist groß, denn der Hund wurde erschossen!
Und dann findet die bunte Truppe auch noch eine menschliche Leiche.

..

Ich musste mich erst kurz 'warmlesen', denn die Erzählung beginnt aus Sicht des Impresarios, der genauso hochgestochen spricht, wie seine geliebten Shakespeare Stücke verfasst sind.
Aber man kommt schnell rein, lernt nach und nach die Senioren und Seniorinnen kennen, die im Stück mitspielen sollen.
Einerseits ist natürlich die Aufführung selbst eine schöne Abwechslung, denn der Alltag im Heim ist manchmal etwas langweilig. Doch der tote Hund ist natürlich viel aufregender! Und sie wollen selbstverständlich herausfinden, wer und warum den Mops getötet hat. Hier ist die große Liebe von Friedhelm Klemp, die ehemalige Yogalehrerin Katia Horenfeld, federführend.
Die Charaktere der alten Leute sind alle unterschiedlich gezeichnet, aber auch unterschiedlich detailliert ausgearbeitet. Von Friedhelm und Katia erfährt man natürlich am meisten; und von Hans Grünsteudl, ehemaliger Viehzüchter, der für die ganze Sache eine große Rolle spielt.

Mich hat die Story in vielen Teilen an an eine andere Reihe mit Senioren-Ermittlern im Altersheim britischer Herkunft erinnert (nur der Grund für die ganze Aufregung war dann doch mehr Agententhriller), doch hier hatten die alten Leutchen nicht ganz so viel Charme. Doch es gibt immer wieder was zu schmunzeln.
Leider gab es einige Längen, und die Senioren und Seniorinnen kamen mir ZU fit vor; was diese alles gemacht haben bzw. körperlich geschafft hatten (ich sag nur: Leiche durch den Park schleppen) war teilweise sehr unglaubwürdig.
Ich hatte zwei Täter im Visier - einer davon war es dann auch, aber die Auswahl war auch nicht allzu groß.
Die Auflösung war nachvollziehbar, ist es doch der zweithäufigste Grund für Tötungsdelikte.


Fazit:
Humorvoller Cosy Crime im Altersheim: schrullige Senioren ermitteln. Mir waren diese jedoch teilweise zu unglaubwürdig rüstig.

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Fünf schrullig-taffe Senioren ermitteln
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Wir bauen einen Spielplatz! Klappenbuch

Der kleine Hase Upsala - Komm, wir bauen was! - Ein Baustellen-Klappenbuch von Nico Sternbaum

In "Komm, wir bauen was!" möchten der kleine Hase Upsala und seine Freunde einen Spielplatz für alle bauen.
Zuerst lernt man den Hasenjungen kennen und wie er zu seinem Namen gekommen ist.
Danach geht's auch schon los, und Upsala holt alle seine Freunde zusammen (Igel, Eule, Fuchs und Eichhörnchen), um einen Spielplatz zu bauen: mit Bagger, Kipplaster und Holz geht's ans Werk.

Ich hätte mir mehr Baufahrzeuge gewünscht und keinen Upsala, der alles kaputt macht - aber sein Name kommt ja nicht von ungefähr ;)
Die Geschichte zeigt, dass man gemeinsam mit Freunden, wenn man zusammenhält, etwas errichten kann - und auch, wenn das Ergebnis anders ist, als man sich gewünscht hätte, das dann tatsächlich Erreichte ebenso Freude machen kann.
Nicht so gut gefällt mir, dass Upsala und seine Freunde dann auf den Baufahrzeugen spielen - das ist leider kein gutes Vorbild, weil gefährlich!

Die dicken Papp-Seiten und großen Klappen sind gut geeignet und robust für kleine, motorisch noch nicht so geschulte Kinderhände. Dabei wird gleich die Motorik trainiert.
Der kurze und leicht verständliche Text schult den Spracherwerb und man lernt auch etwas über Baufahrzeuge und den Spielplatzbau. (Das könnte aber ausführlicher sein.)
Auf den fünf Doppelseiten mit den bunten Illustrationen gibt es viel zu entdecken - natürlich auch hinter den Klappen, wo die Geschichte immer mit (sehr) kurzem Text weitergeht.


Fazit:
Eine kindgerechte Geschichte mit schönen, illustrierten Bildern und großen Klappen, perfekt für kleine Kinderhände geeignet. Wichtige Themen sind Freundschaft, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft; und dass man mit Ideenreichtum schöne alternative Lösungen finden kann.

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Wir bauen einen Spielplatz! Klappenbuch
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Kurzgeschichte zur Housemaid-Reihe; leider ohne überraschende Wendungen

Weil sie dich kennt von Freida McFadden

Bewertung als Hörbuch:
"Weil sie dich kennt" ist eine Kurzgeschichte aus der Reihe um das Hausmädchen Millie, die zeitlich zwischen "Sie kann dich hören" (Band 2) und "Sie wird dich finden" (Band 3) angesiedelt ist. Hier geht es um ihre Hochzeit mit Enzo, was der schönste Tag ihres Lebens werden soll.

Doch das wird es nicht - nicht nur, dass sie telefonisch bedroht wird (was sie Enzo verheimlicht, weil es ja der schönste Tag ihres Lebens werden soll. Da konnte ich mal wieder nur den Kopf schütteln. Ich kann ihr Verhalten einfach so oft nicht nachvollziehen.), sondern sie wird auch noch dazu von ihren Eltern gedemütigt, da diese einfach nicht zur Hochzeit erscheinen.

Man konnte Millies Angst zwar sehr gut mitfühlen, denn sie ist außerdem mit ihrem ersten Kind schwanger und somit wird nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihres ungeborenen Kindes bedroht. Doch leider hat mir hier der überraschende Twist gefehlt, der in den anderen Bänden das nervige Verhalten von Millie ausgeglichen und die Geschichte zu einer außergewöhnlichen und unterhaltsamen Story gemacht hat.
Ich war so neugierig, was es mit dem Drohanruf auf sich hat, doch Millies Verdacht hatte sich bestätigt. Und die Auflösung bzw. Ausmerzung der Bedrohung war weder überraschend noch spannend und leider hat der ganzen Geschichte der Thrill gefehlt.

Gesprochen wurde das Hörbuch hauptsächlich wieder von Leonie Landa, die schon den Part der Millie in den anderen Bänden spricht.
Den männlichen Part des Enzo hat Jesse Grimm übernommen (den ich bisher noch nicht als Sprecher kenne; seine Stimme, Intonation und Sprechgeschwindigkeit empfinde ich als sehr angenehm.)


Fazit:
Nett als Zwischen-Geschichte zu hören und zu erfahren, wie die Hochzeit von Millie und Enzo abgelaufen ist, aber dieser Story fehlt leider die Spannung und der überraschende Twist.

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Kurzgeschichte zur Housemaid-Reihe; leider ohne überraschende Wendungen
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Winkelmann kann auch lustig

Mord im Himmelreich von Andreas Winkelmann

Ich kenne einige Thriller von Andreas Winkelmann, die doch sehr blutig und brutal sind, und war deshalb sehr auf seinen ersten humorvollen Cosy Crime gespannt. Und mich hat der Humor überzeugt, auch wenn einiges sehr überzogen ist!

Wir lernen Björn Kupernikus kennen, der zum ersten Mal seine Zeit am Campingplatz Himmelreich verbringt, in seinem alten Campingwagen namens Otto.

Den Campingplatz Himmelreich gibt es wirklich, deshalb sind die Beschreibungen des Platzes und der drei Seen, die ihn umgeben, sowie der Ortschaft so anschaulich und lebendig, dass man sich mitten drin fühlt.
Der Übersichtsplan in der hinteren Buchklappe ist ein tolles Goodie, ich hab öfter die Wege von Kupernikus und Annabelle nachgeschaut.
Am ersten Morgen hört er eine Frau schreien - so lernt er Annabelle Schäfer kennen, die ein Häuschen in der Nähe gemietet hat und zum Malen am See war. Dort hat sie einen kleinen Hund auf einem Stand-up-Paddleboard gesehen, mitten am See treibend.
Klar, dass Kupernikus den Hund retten muss! (jaa er will auch ein bisschen Annabelle beeindrucken ;)
Unter dem Board ist jedoch eine Leiche befestigt. Doch niemand kennt und niemand vermisst den Toten.

Jetzt heißt es für Kupernikus und Annabelle (beide schon in Rente) herauszufinden, wem der Hund gehört (den sie Pinguin getauft haben, nach der SUP-Marke), um so die Identität des Toten herauszufinden - denn die Polizei in Form von Kommissar Fass (bei dessen Namen Pinguin immer bellen muss) ist leider sehr klischeehaft. Anfangs verpeilt, jedenfalls nicht sehr engagiert im Ermitteln. Zuerst geht gefühlt nichts weiter; es gibt keine Befragungen aller Campingplatz-Bewohner durch die Polizei. Die Leiche wird ewig lange nicht identifiziert. Ohne Kupernikus wäre der Fall nie gelöst worden (wobei der auch erst in die Gänge kommen musste).
Das finde ich leider nicht so schön, dass in Cosy Krimis die Polizisten so oft als unfähig dargestellt werden. Joah, sonst hätten die Protagonisten ja keinen Grund zu ermitteln.
Die Auflösung war zwar teilweise überzogen und im Showdown unglaubwürdig, aber der Grund der ganzen Sache ist wirklich ernst, traurig und betrübend, denn genau so ist es leider auch in Wirklichkeit!

Kupernikus und Annabelle sind sympathisch und wiff, aber auch mit schrulligen und kauzigen Eigenheiten, viel Enthusiasmus, Neugierde und Biss. Meine Favoritin war natürlich die kleine Hündin Pinguin :D
Und man erfährt sehr viel über den Mikrokosmos Campingplatz. Camper sind schon ein eigenes Völkchen! ;)
Mit Spannung erwarte ich das nächste Abenteuer von Kupernikus, an dem Andreas Winkelmann schon schreibt!


Fazit:
Der erste humorvolle Cosy Krimi von Thrillerautor Andreas Winkelmann - schrullig, humorig, teilweise überzogen; aber sehr unterhaltsam, mit einer süßen vierbeinigen Protagonistin und einem Fall, der leider trauriger Ernst ist.

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Winkelmann kann auch lustig
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Gute-Nacht-Klappenbuch als Einschlaf-Hilfe

Der kleine Hase Upsala - Ich bin noch gar nicht müde - Ein Gute-Nacht-Klappenbuch von Nico Sternbaum

"Ich bin noch gar nicht müde!" soll kleinen Kindern das Schlafen gehen leichter machen - mit dem kleinen Hasen Upsala.
Zuerst lernt man den Hasenjungen kennen und wie er zu seinem Namen gekommen ist.
Danach geht's auch schon los, denn Upsala kann nicht schlafen und will mal schauen, ob seine Freunde noch wach sind.

Zuerst besucht er den Fuchs, dann gehen sie gemeinsam zur Eule usw, bis alle seine Freunde beisammen sind. Und alle sind noch wach und keiner ist müde!
Deshalb beschließen sie, wieder zum Bau des Hasen zu gehen, um den Ball zu holen. Das hat dann alle so müde gemacht, dass sie eingeschlafen sind.

Diese Geschichte regelmäßig vorzulesen bringt Routine in den schlafen-gehen-Rhythmus und genau diese Regelmäßigkeit ist hilfreich für das Einschlaf-Ritual.
Meine Sorge ist nur, dass Kinder, die nicht einschlafen können, vielleicht dann auf die Idee kommen, selbst auch lieber Ball zu spielen als versuchen einzuschlafen?

Die dicken Papp-Seiten und großen Klappen sind gut geeignet und robust für kleine, motorisch noch nicht so geschulte Kinderhände. Dabei wird gleich die Motorik trainiert.
Der kurze und leicht verständliche Text schult den Spracherwerb und man lernt auch etwas über den Bau verschiedener Waldtiere.
Auf den fünf Doppelseiten mit den bunten Illustrationen gibt es viel zu entdecken - natürlich auch hinter den Klappen (die der Eingang der jeweiligen Tier-Wohnung sind), wo auch immer ein kurzer Text des jeweils besuchten Tieres steht.


Fazit:
Eine kindgerechte Einschlaf-Geschichte mit schönen, illustrierten Bildern und großen Klappen, perfekt für kleine Kinderhände geeignet. Ins Einschlaf-Ritual eingebaut ist es sicher hilfreich, um besser einschlafen zu können.

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Gute-Nacht-Klappenbuch als Einschlaf-Hilfe
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in ihrem 9. Fall hat es die Krähe mit einem Stacheldrahtkiller zu tun

Kalte Erlösung von Leo Born

Auch im 9. Fall wird "die Krähe" Mara Billinsky geistig und körperlich gefordert.
Einerseits ist da der Frankfurter Serienkiller, der Stacheldraht-Killer genannt wird, andererseits geht die Suche der Task Force, der sie und der Schwede Erik Nordin angehören, nach Polaris weiter (was sich schon durch einige Bände zieht) - und diesem kommt sie immer näher und näher.

Der erste Tote des Stacheldrahtkillers ist ein Anwalt, über den alle nur Gutes zu sagen haben. Doch Mara kann dem keinen Glauben schenken, denn welchen Grund hätte der Täter sonst gehabt, den Rechtsanwalt derart grausam zu ermorden?
Dieser bleibt natürlich nicht das einzige Opfer des Stacheldraht-Killers.
Bei ihren Ermittlungen gerät Mara ins Rotlichtmilieu und mit ihrem Vater aneinander.

Es gibt auch wieder Privates aus Maras Leben; Nordin ist auch kein einfacher Mensch und sie muss mit ihm viel durchmachen und zweifelt an ihm - ebenso wie die Leser. Man weiß oft nicht, was man glauben soll.
Und Rosen (den ich ja sehr mag) empfinde ich als sehr präsent, was mir supergut gefallen hat. Rosen hat einfach eine tolle Kombinationsgabe! Und mit seiner Hilfe kann sich die Schlinge um Polaris endlich immer mehr zusammenziehen. Die Jagd nach Polaris überdeckt jedoch die Suche nach dem Stacheldrahtkiller, was ich etwas schade fand.

Der Schreibstil von Leo Born ist wieder mitreißend und hat einen konstant hohen Spannungsbogen. Kurze Kapitel mit Cliffhangern und viel Action peitschen einen durchs Geschehen.
Es gibt Einschübe aus Sicht von Goyo, bei denen man sich anfangs fragt, wie das mit dem Geschehen zusammenhängt.
Leider hat Billinsky auch wieder einen Verlust zu erleiden - den ich mir so nicht gewünscht hätte.
Die Auflösung, die sich erst nach und nach in kleinen Puzzlestückchen zusammensetzt, war stimmig, auch wenn mir nicht alles davon gefallen hat.


Fazit:
Ein fesselnder 9. Fall für die Krähe, die neben der Jagd nach Polaris auch einen Stacheldraht-Killer fassen muss.

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in ihrem 9. Fall hat es die Krähe mit einem Stacheldrahtkiller zu tun
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Abschluss der Geschichte um die Opgard-Brüder

Der König von Jo Nesbø

"Der König" ist die Fortsetzung von "Ihr Königreich" und mMn der Abschluss der Dilogie (ich konnte dazu aber leider keine Infos finden, aber für mich ist die Story jetzt abgeschlossen), in dem es um die beiden Brüder Roy und Carl Opgard geht, die im norwegischen Dorf Os leben, wo es manchmal brutal zugeht; auch Bestechung und Korruption sind an der Tagesordnung.

Und dort soll nun ein Tunnel als Umfahrung gebaut werden, der Os aussterben lassen wird - das muss verhindert werden, immerhin hat Carl, der jüngere der beiden, der sehr charmant sein kann, vor kurzem ein Spa errichtet, das er ausbauen möchte; und der ältere Bruder Roy, der eher extrovertiert und gewaltbereit ist und Carl immer bei Problemen hilft, betreibt eine Tankstelle, eine Bar und möchte eine Achterbahn errichten lassen - das ist sein großer Traum.

Die Geschichte wird in ich-Form von Roy erzählt und hat eine düstere, teilweise deprimierende Atmosphäre; man verfolgt nicht nur das Leben der beiden Brüder, sondern eigentlich der Einwohner des ganzen Ortes.
Immer wieder werden Geschehnisse aus der Vergangenheit (also dem vorigen Band) aufgegriffen, und es ist wie das Umfallen von Dominosteinen - eine Sache baut auf der nächsten auf und eine Handlung ergibt die nächste.
Der "Dorfsheriff" hat es auch immer noch auf Roy abgesehen. Er will ihm unbedingt den Mord an seinem Vater anhängen. Und den Tod der Eltern von Roy und Carl will er auch aufklären.
Die Brutalität einiger Einwohner von Os, die Bestechlichkeit und Korruption sind wirklich deprimierend.
Mit Roy fühlt man natürlich am meisten mit, man liest ja seine Geschichte. Er tat mir so oft leid, aber manchmal konnte ich ihn bzw. sein Verhalten nicht nachvollziehen; vor allem diese Familienabhängigkeit "Blut ist dicker als Wasser", wenn man doch nur wie Dreck behandelt wird.

Es gab viele spannende Momente, man hat mitgefiebert und war neugierig, wie sich die Geschichte des Ortes entwickelt und es gab tragische Wendung(en) aufgrund falscher Informationen. Einfach nur traurig. Das Ende konnte man sich in dieser Art schon vorstellen und dieses war wie die ganze Geschichte: betrüblich.


Fazit:
Der Abschluss einer norwegische Familiengeschichte um die beiden Brüder Roy und Carl Opgard mit düsterer Atmosphäre (ich fand es so richtig Nordic Noir).

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leider nicht so fesselnd wie Band 1

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2) von Sandra Åslund

Die Stockholmer Ermittlerin Maya Topelius verbringt ihren Mittsommer-Urlaub auf der Schäreninsel Svartlöga vor Stockholm, wo ihre Freundin Emely ein Yoga-Retreat abhält.
Doch schon am nächsten Morgen nach dem Mittsommerfest wird ein Toter gefunden und der Urlaub ist für Maya vorbei: sie ermittelt nun undercover unter den Retreat-Teilnehmern und den Inselbewohnern, die vom Yoga-Retreat nicht erfreut sind.

Doch es bleibt nicht bei einer Leiche und ein schlimmer Sturm macht ein Wegkommen der panischen Retreat-Teilnehmer unmöglich.

Leider war es diesmal für mich schwer, in die Geschichte zu finden, denn es gab so viele Infos zu Yoga und Mayas Leben, und bis die Leiche gefunden wurde und die Story endlich "richtig" losging, dauerte es eine Weile.
Auch das Zerwürfnis zwischen Maya und Emely (oder eher Mayas Abwendung von Emely) war sehr anstrengend. Dass Maya im ersten Augenblick über das Geständnis von Emely enttäuscht war, kann ich nachvollziehen - aber derart verbockt über etwas, das Jahrzehnte her ist, Maya nicht wirklich betroffen hat und vor allem keinerlei Auswirkungen auf ihr Leben hatte, also DAS konnte ich absolut nicht verstehen, weshalb ich davon mit der Zeit genervt war.
Auch dass die Retreat-Teilnehmer nach dem ersten Mord derart ängstlich waren, konnte ich nicht verstehen, da der Tote ein Inselbewohner war und ich an Insel-interne Gründe gedacht habe.
Der Fall selbst wurde nach und nach immer spannender, und neugierig habe ich Mayas Ermittlungen verfolgt und war über die überraschende und authentische Auflösung der beiden Todesfälle erfreut.
Insgesamt hat mich der 2. Band leider nicht so gefesselt wie der Vorgänger.

Sehr hilfreich fand ich den Übersichtsplan der Insel in der vorderen Klappe, sodass man die Wege von Maya und die Leichenauffindungsorte gut nachvollziehen konnte. Die Beschreibung der Insel war so lebendig, dass ich alles genau vor Augen hatte.


Fazit:
Der 2. Fall für Maya Topelius hatte für mich leider Längen (im "Drumherum"), der Fall selbst hat sich spannend entwickelt und die Auflösung war authentisch.

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David Bowies Berliner Jahre als Graphic Novel

Low von Reinhard Kleist

In dieser Graphic Novel geht es um das Leben David Bowies während seiner Zeit in West-Berlin von 1976 bis 1978.
Er war körperlich und seelisch am Tiefpunkt, hatte den Starrummel satt und wollte seine Drogensucht bekämpfen. Und er wollte in Berlin Ruhe finden, was ihm auch in gewissem Maße gelungen ist.

Und er fühlte sich frei.
In Berlin entstehen drei wichtige Alben, "Heroes", "Low" und "Lodger".

Ich kenne David Bowies Berliner Zeit nicht sehr detailliert, doch man hat den Eindruck, dass Reinhard Kleist die tatsächlichen Geschehnisse so weit wie möglich wahrheitsgetreu widergegeben hat.
Man trifft auch andere Künstler, zB Iggy Pop (den man zeichnerisch sofort erkennt), der eine Zeit lang mit David Bowie zusammengewohnt hat.
Schön wären noch genauere zeitliche Angaben gewesen.

Die Zeichnungen empfinde ich als hart und eher kalt, auch oft in nur einem Farbton gehalten. Ich finde den Stil aber passend für einen Erwachsenen-Comic und zur Geschichte. Denn David Bowies Leben damals war nicht leicht, und Berlin war auch keine Kuschel-Stadt. Denn während Bowie von seiner Drogensucht loskam, zeigt der autobiografische Roman "Kristiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", zu dessen Verfilmung David Bowie die Songs beigesteuert hat, Berlins Drogenszene.
Am Ende gibt es auch auf einigen Seiten eine Galerie, die jeweils eine Illustration auf einer kompletten Seite (bzw. Doppelseite) enthält, und die Graphic Novel schön abrundet.


Fazit:
Eine auffällige Graphic Novel über David Bowies Zeit in Berlin von 1976 bis 1978.

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tödliche Nachbarschaft

Sie wird dich finden The Housemaid von Freida McFadden

3,5 Sterne

Es sind etliche Jahre vergangen, seit wir Millie das letzte mal getroffen haben.
Sie ist mittlerweile mit Enzo verheiratet, und die beiden haben eine 11jährige Tochter und einen 9jährigen Sohn und sind vor Kurzem nach Long Island in ein Haus mit Garten gezogen. Millie liebt dieses Haus sehr!
Doch ihre neuen Nachbarinnen sind äußerst seltsam.

Die eine ist alleinerziehend und führt ihren Sohn immer an der Leine zur Busstation und wartet mit ihm, bis der Schulbus kommt (der Bursch ist so alt wie Millies Sohn) und sie spioniert auch die gesamte Nachbarschaft aus.
Und Suzette von nebenan schmeißt sich schamlos an Enzo ran, obwohl sie selbst verheiratet ist. Sie und ihr Mann haben keine Kinder, und prahlen mit ihrem Vermögen - an dem es Millie und Enzo jedoch fehlt.

Leider werden einige Dinge immer wieder wiederholt, was etwas nervig ist, zB dass es AUF Long Island heißt, dass Millie Bluthochdruck hat (darauf reitet Enzo ständig herum und dieses Problem löst sich gegen Ende von ganz allein-total unglaubwürdig) oder die finanziellen Probleme und dass Millie und Enzo sich dieses Haus eigentlich gar nicht leisten können, obwohl sie es weit unter Wert bekommen haben. Aber dann besteht Enzo, der sich als Landschaftsgärtner selbständig gemacht hat und viel in der Nachbarschaft unterwegs ist, auf Entlastung seiner Frau, die teilzeit als Sozialarbeiterin im Krankenhaus arbeitet, und stellt Suzettes Putzfrau ein, die Millie von Anfang an suspekt war??
Ich konnte Enzos Verhalten nicht nur hier nicht nachvollziehen; er verhält sich auch manchmal so eigenartig, v.a. auch Millie gegenüber; und als es aufgelöst wurde, konnte ich ihn schon gar nicht verstehen. Warum hat er Millie belogen?
Und Millie fragt nie nach, wenn sie über etwas erstaunt ist (auch das plötzliche eigenartige Verhalten ihres Sohnes) und lässt wieder über sich drüberfahren und verhält sich (wie schon immer) total unterwürfig.

Als dann irgendwann Suzettes Ehemann tot aufgefunden wird, kommt auch endlich der Thrill ins Spiel und man rätselt mit Millie mit, wer der Täter ist und warum, denn dieser Mann ist unscheinbar und unauffällig.
Leider hat mir hier die Spannung, die das nervige und nicht nachvollziehbare Verhalten von Millie in den anderen Bänden ausgeglichen hat, gefehlt. Es wurden auch nicht alle offenen Fragen, die im Laufe der Geschichte aufkamen (und das waren nicht wenige), aufgelöst. Somit hat mir das (gesamte) Motiv gefehlt. Aber die Auflösung war dann doch überraschend und nachvollziehbar.

Diesmal wird die Geschichte außer wie bisher von Leonie Landa (Millies Part) noch von zwei weiteren Sprecherinnen gelesen.


Fazit:
Das Finale ist leider der schwächste Band der Reihe um das ehemalige Hausmädchen Millie.

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