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Rezensionen von begine:
Agentenerunnerungen
Das Vermächtnis der Spione
Ich habe das Hörbuch von John Le Carres neuem Agentenroman „Das Vermächtnis der Spione“ gehört. Der Sprecher Walter Kreye gibt dem Roman eine gute Stimme.
Der Roman spielt in der Zeit des Kalten Krieges, der Hochzeit der Agententhriller.
Peter Guilliams, ehemaliger Agent im Ruhestand und früherer Assistent des Agenten George Smiley wird im Innenministerium befragt.
Es geht um den Todes des Spitzenagenten Alec Lameas und seiner Freundin Elizabeth Gold im Jahre 1961 an der Mauer in Berlin. Deren Kinder wollen die britische Regierung verklagen, sie meinen, die Beiden wären von den Vorgesetzten geopfert worden. Peter und Alec waren Kollegen und Freunde gewesen.
Das Ganze wird aus der Sicht des Icherzählers Peter Guilliam in einer Rückschau erzählt. Die Geschichte hat einen ruhigen und nüchternen Klang, teils hört es sich wie bei einer Anklage an, dann aus Erlebnissen des Agenten.
Dieser Roman ist der neunte Teil der George- Smiley Serie. Der erste war „Schatten von Gestern“ und der wohl bekannteste „Der Spion, der aus der Kälte kam“.
John le Carre war selber kurze Zeit bei dem britischen Geheimdienst.
Er schreibt seine Romane fesselnd und spannend.
Am Anfang kam es mir etwas langsam vor, aber es wurde immer interessanter.
Ich gebe eine gute Lese- und Hörempfehlung
Ein Jahrhundertroman
Das Vermächtnis der Spione
Stadt aus Rauch ist ein realistischer, mit mystischen Einlagen, geschichtsträchtiger Roman geschrieben von der Autorin Svealena Kutschke.
Mich hat die Geschichte gleich gefesselt.
Lucia wird in einer kalten Winternacht in der Trave in Lübeck geboren, als ihre Mutter ins Wasser ging. Der Junge Christoph Petersen sieht sie und ihre tote Mutter am Ufer.
Ihr Vater Michel ist ein armer Maler, Sie wohnen in einem Hinterhaus und Michel wird von einer Dame aus dem Vorderhaus gefördert und erbt von ihr die Wohnung. Dort
wohnen die nächsten Generationen.
Die Autorin lässt die Geschichte Deutschlands einfließen. Wir erleben die beiden Weltkriege.
Die Ansichten der Personen sind sehr unterschiedlich. Sie sind sehr natürliche und einfache Leute.
Ein guter groß angelegter Generationsroman, über mehr als ein Jahrhundert lang Mit mystischen Einlagen, mit einem fast sympathischem Teufel.
Vielleicht ist der Roman etwas lang, aber die Autorin hat die Stimmungen gut eingesetzt und der Roman wird nie langweilig. Allerdings geht es manchmal etwas viel in den Zeiten hin und her. Dann ist er oft auch etwas bedrückend aber ehrlich geschrieben.
Die Geschichte und die Lebensart ist nicht geschönt, aber gut lesbar. Ab und zu mit plattdeutschen Redensarten.
Ich habe ihn gerne gelesen.
Date mit einem Vampir
Das Vermächtnis der Spione
Jo Nesbø ist für mich ein Problemautor.
Den Roman, den ich als ersten gelesen habe, fand ich gut. Den Nächsten habe ich nur angelesen und dann verschenkt. Jetzt wollte ich ihn noch mal probieren.
Jo Nesbo hat einen guten Schreibstil, der Roman ist total spannend, aber leider ist mir die genaue grausame Mordbeschreibung zu viel.
Da wird dieser Roman von ihm für mich der Letzte sein. Das soll aber keine Wertung sein.
Die Harry Hole Serie geht schon in die 11. Folge.
Harry Hole unterrichtet inzwischen an der Polizeihochschule, wird aber gezwungen an den neuen Mordermittlungen teil zu nehmen.
Ein Serientäter ist am Werk, durch eine Dating-App verabredet er sich mit jungen Frauen. Gruselig, wenn man das liest, er ist schon in der Wohnung, wenn die Frauen nach Hause kommen, es gibt kein Entrinnen.
Bis zur Hälfte des Romans war es mir zu gruselig und blutig, dann wurde es etwas besser. Harry Hole ist schon eine besondere Type.
Gut war es das ich das Hörbuch anhören konnte. Der Sprecher Uve Teschner ist grandios. Er kann seine Stimme so verschieden betonen, das ich nachgesehen habe ob es mehrere Sprecher gibt. Ein Könner seines Fachs.
Ein wirklich spannender, typischer Jo Nesbo Krimi der zu empfehlen ist und wie es aussieht gibt es wohl weitere Folgen mit Harry Hole.
offen und ehrlich
Nachtlichter
Die Autorin Amy Liptrot beschreibt nüchtern und ehrlich vom ihrem Leben als Alkoholikerin. Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, wie das ist, wenn die Sucht so das Leben bestimmt. Leider gibt es so viele und die Familie muss auch darunter leiden.
Nach einem schlimmen Erlebnis geht sie endlich in die Suchtklinik.
Dann zieht sie nach Orkney, da ist sie aufgewachsen und leben ihre Eltern.
Ihre Beobachtungen der Insel ist interessant. Sie lenkt sich ab, denn immer wieder möchte sie am Liebsten wieder etwas trinken.
Ihre Arbeit mit den Schafen war witzig.
Und dann als Wachtelkönigsweib, eine prima Arbeit.
Als Abstinenzlerin ist es schwer sich mit anderen Leuten zu treffen, wenn die etwas trinken, ist Amys Willensstärke gefragt. Bei ihren anderen Aktivitäten wird sie abgelenkt. Immer wieder erzählt sie von ihren Abstürzen.
Eine immer weder große Herausforderung nüchtern zu bleiben.
Hoffentlich hält sie weiter durch, trocken zu bleiben, aber sie will es selber.
Ein Roman über den Kampf mit der Sucht. Daneben aber eine schöne Landschaftsbeschreibung.
Korsische Familiengeschichte
Nachtlichter
Michel Rossi habe ich erst jetzt mit seinem Roman Fremde Tochter entdeckt. Es ist eine tragische Familiengeschichte, die im August 1989 und im August 2016 auf Korsika stattfindet.
1989 ist die Protagonistin Clothilde 15 Jahre alt.
Sie verbringt dort mit ihren Eltern und dem Bruder wie jedes Jahr ihre Ferien.
Ihr Großvater besitzt viel Land und Einfluss auf der Insel.
Dann verunglückt die vierköpfige Familie, nur Clothilde überlebt.
27 Jahre später kommt sie mit ihrem Mann und der Tochter wieder. Sie bekommt eigenartige Nachrichten und stellt Fragen über den Unfall, der wahrscheinlich keiner war.
Der Roman ist ziemlich spannend geschrieben. Obwohl man bei den Ereignissen dabei ist, bleibt man im Ungewissen, wer gegen Clothilde ist und sie und ihre Tochter bedroht.
Der deutsche Titel war für mich nicht so schlüssig. Ich wartete immer auf die fremde Tochter.
Der Autor zeichnet ein besonderes Bild über die Mentalität der Korsen.
Der Roman hat mich total gefesselt. Ich kann ihn gut empfehlen und ich warte auf weitere Bücher des Autors.
Wie ein Märchen
Winterengel,6 Audio-CD von Corina Bomann
Corina Bomann lese ich besonders gerne und als Hörbuch passt es wieder sehr gut. Die Sprecherin Anne Abendroth hat eine gute angenehme Stimme, die sie immer in der richtigen Stimmung einbringt, das wertet den Roman noch auf.
Die 19jährige Anna Härtel ist eine nette liebenswerte Protagonistin.
Ihr Vater hatte im schwäbischen eine Glasfabrik, leider ist er gestorben und hinterlässt nur Schulden.
Doch hatte er Anna schon früh, als seine Nachfolgerin ausgebildet. So kommt sie bei einem Kollegen ihres Vaters unter und kann den Lebensunterhalt für ihre kranke Mutter und die 12jährige Schwester Elisabeth verdienen. Corina Bomann beschreibt die Arbeit als Glasgießerin und die Herstellung der Glasengel so bildhaft, das ich sie fast nachmachen kann. So einen Glasengel würde ich ihr gerne abkaufen
Das ist eben die Kunst der Autorin, das mich ihre Romane immer wieder faszinieren.
Als Anna dann der englischen Königin Viktoria ihre Glasengel bringen soll, bin ich wieder mit auf der Reise.
John Evans soll sie nach London bringen.
Da empfinde ich nur, die silbernen Augen sind eine seltsame Übertreibung. Ich kenne da nur den Silberblick, der ist ja wohl nicht gemeint
Natürlich gibt es am Schluss wieder ein schönes Happy End. Da lässt mich der Roman zufrieden und gut unterhalten zurück.
Ein typischer Corina Bomann Roman, wie ich ihn mag, er passt jetzt auch gut in die Vorweihnachtszeit.
Gefahren der Hugend
Der gefährlichste Ort der Welt von Lindsey Lee Johnson
Der gefährlichste Ort der Welt von Lindsey Lee Johnson ist ein Zeugnis unserer Zeit. Der Roman spielt in einem kleinen Ort in der Nähe San Franciscos, es könnte allerdings überall sein.
Die Autorin hat einen fesselnden Schreibstil und sie erfasst die heutige Situation an den Schulen.
Sie lässt alle Schüler einer Clique ihre Eindrücke erzählen.
Mit dem Außenseiter Tristan Bloch fängt es an, er ist von Anfang an das Opfer.
Er schreibt Cally einen Liebesbrief, die zeigt ihn ihren Freundinnen und der Brief wird veröffentlicht.
Grausam wie die Jugendlichen sind. Heutzutage macht Facebook das noch schlimmer. Er kann nicht weiter und springt von der Golden Gate Bridge,
Dann geht es 5 Jahre später weiter und die Protagonisten beschreiben, wie es mit ihnen weiterging und was sie aus der Vergangenheit begriffen haben.
Da gibt es aber auch wieder Vertrauensbrüche. Es fällt immer mal wieder jemand in die Außenseiter Rolle und es wird darüber ins FB gesetzt.
Die Autorin lässt diese Ansichten locker, direkt und aktuell uns nahe bringen.
Der Roman mit den wichtigen und ernsten Themen liest sich nicht gerade leicht, ist trotzdem sehr zu empfehlen.
Ein Frauenschicksal
Durch alle Zeiten von Lindsey Lee Johnson
Die Autorin Helga Hammer ist Jahrgang 1940 und „Durch alle Zeiten“ ist ihr erster Roman. Der ist ihr gut geraten und beschreibt ein Frauenporträt.
Die Protagonistin Elisabeth ist im gleichen Alter. Der Roman ist aus Sicht Elisabeths geschrieben. Es beginnt mit der Geburt ihres dritten Kindes.
Mit ruhigen knappen Sätzen erfährt man von Elisabeths Empfindungen und Wünschen.
Die Erzählungen wechseln oft in den Zeiten, mal um das erste Kind, dann um das Zweite und das Dritte. Aber dieses hin und her macht den Roman gerade authentisch.
Sie stammt aus einer armen Familien in der Bergwelt Österreichs und sie bleibt auch in der Gegend.
Elisabeth verliebt sich gerne in die falschen Männer. Sie ist arbeitsam und fleißig, wie Frauen gerade in den 1950ern und 1960ern waren. Die Männer haben das sagen.
Gut, mit Elisabeths Benehmen kann ich mich nicht so befreunden, aber so ist sie eben. Für ihre 3 Kinder ist sie eine gute Mutter. Es gab einige schöne Szenen mit den Kindern
Ich hatte erst angenommen es wäre ein einfacher Bergroman, da wurde ich eines besseren belehrt. Die Autorin hat dem Roman Tiefe gegeben. Die Personen waren verschiedene Charaktere.
Ein interessanter liebevoller Roman, der mir sehr gut gefallen hat und den ich gerne gelesen habe.
Flüchtlingsschicksal
Durch alle Zeiten von Lindsey Lee Johnson
Das Schicksal der Sterne ist zwar ein Jugendbuch, aber was der Flüchtlingsjunge Adhib aus Afghanistan durchmachen musste, wirkt realistisch. Deswegen ist der Roman auch für Erwachsene Leser ansprechend, zudem schnell durchgelesen. Langweilig wird es nie.
Mich hat auch die Geschichte von Karl ergriffen, der als Junge mit seiner Familie aus Schlesien fliehen musste.
Dabei geht die kleine Schwester verloren, die Mutter ist ab dahin stark traumatisiert.
Der Vater verschollen, die Mutter überfordert, wird er Oberhaupt der Familie. Genau betrachtet raubte ihm das Schicksal einen Großteil seiner Kindheit, denn ab der Flucht musste er für die Familie sorgen.
Ich glaube, dass Karls Schicksal das vieler Flüchtlinge ist und warum sollte man das nicht auf heutige Flüchtlinge übertragen.
Die Begegnung des mittlerweile alten Karls und Adhib ist Zufall, aber mich hat es gefreut, wie sie sich gleich gut verstehen und anfreunden.
Ein gutes Buch, dass ich gerne gelesen habe und das ich weiterempfehlen kann.
Tiroler Idylle
Nachts am Brenner von Lenz Koppelstätter
Den Roman „Nachts am Brenner“ hat Lenz Koppensstätter mit gutem Schreibstil geschrieben.
Es fängt kurz vor Mitternacht mit einer idyllischen Beschreibung der Atmosphäre auf dem Bahnhof auf dem Brenner an. Das ist ein Niemandsland zwischen Österreich und Italien.
Dann werden zwei alte Männer ermordet.
Commissario Grauner und sein Kollege neapolitanischer Kollege Saltapepe ermitteln
Dabei findet Grauner eine Verbindung zu dem Mord an seinen Eltern vor ungefähr zwanzig Jahren.
Er ist jetzt noch engagierter, denn bis jetzt wusste er nicht warum seine Eltern sterben mussten. Er hat Bedenken, ob sein Vater vielleicht mit den damaligen Umtrieben zu tun.
In diesem Roman bekommt man noch einen Eindruck von der Zeit nach dem Krieg.
Die Ermittlung gestaltet sich schwierig. Da hat man bis zuletzt keine Ahnung, wer der Täter ist. Für mich aber ungewohnt, denn eigentlich habe ich da meist den richtigen Riecher.Die Kriminalhandlung war ganz ok, mich haben Grauners Gedanken und seine Familie auch interessiert.
Der Autor hat es verstanden den Fall und die Landschaft bildhaft darzustellen.
Am Ende gab es dann noch eine Karte der Gegend, perfekt.
Es gibt viele Regionalkrimis, aber dieser hat noch einen besonderen Flair.
Ich habe ihn gerne gelesen und war gut unterhalten.







