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Rezensionen von yellowdog:

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Stimmungsvolles Portrait

Ein Gentleman in Moskau von Amor Towles

Der Roman ist ein Portrait eines Mannes, der in schweren Zeiten in Moskau in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts an seinen Lebensstil festhält. Amor Towles arbeitet dessen Werte heraus, wie zum Beispiel Gentleman-likes Verhalten, die russische Literatur (Tolstoi, Tschechow, Gogol …), klassische Musik,
Standhaftigkeit.

Seine Welt spielt sich auf Jahrzehnte ausschließlich im Moskauer Hotel Metropol ab, in dem er ab 1922 Hausarrest hat. Natürlich verliert er viele seine Privilegien, muss von seiner Suite in eine kleine Dachkammer ziehen und schließlich sogar Kellner werden.
Der Graf bleibt stets positiv und behält seine Geisteshaltung unbeirrt bei. Sein Verhalten wird von einigen Bekannten, auf die er zählen kann, goutiert. Dazu gehört auch Sophia, das 4-jährige Mädchen, dessen Mutter er schon kannte, als die noch ein kannte. Er nimmt Sophia als Tochter an und erzieht das begabte, intelligente Mädchen mit seinen Werten.

Amor Towles Stärke liegen in seinem eleganten Stil und wie er das alte Moskau zum Leben erweckt. Probleme hatte ich nur mit der Glaubwürdigkeit, wie der Graf sein Schicksal klaglos annimmt und besteht. Realistisch wäre wohl eher, die komplette Isoliertheit und die Schikanen deutlicher zu zeigen, die folge des Wandels sein musste.
Aber das stört mich nicht wirklich, da die Geschichte anrührt und die Erzählart sehr unterhaltend ist. Obwohl sich die Handlung fast ausschließlich in einem Hotel abspielt, wird es nie langweilig. Towles erzählt dialogbetont und wirft immer wieder interessante Fragestellungen auf.

Ich habe das Hörbuch gehört, eine gute Entscheidung, denn mit dem ausdrucksstarken Sprecher Hans Jürgen Stockerl führt einen eine passende Stimme durch die Handlung von immerhin 9 CDs.

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Stimmungsvolles Portrait
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Mord am Brenner

Nachts am Brenner von Lenz Koppelstätter

Nachts am Brenner ist ein konventionell geschriebener Krimi, der stark mit seinem Tiroler Schauplatz verbunden ist.
Das hat man erwarten können, mich interessierte aber die Hauptfigur, der Kommissar Johann Grauner, der den Roman deutlich prägt. Er ist ein Mensch, der nichts überstürzt und eher überlegt vorgeht.

Darin erinnert er mich ein wenig an Figuren von Friedrich Dürrenmatt, aber das kann auch eine zufällige Assoziation sein. Es ist gut beschrieben, wie er die Dinge bei der Ermittlung auf sich wirken lässt und wie erdenkt und Schlüsse zieht. Diese Mühe machen sich viele moderne Krimis nicht mehr, da haben die Ermittler einfach irgendwelche Eingebungen oder Glück.
Grauner ist altmodisch, verlässt sich mehr auf seine grauen Zellen als auf moderne Technik. Er ist ein Bewahrer, kein Innovator. Immer wieder untermauern einzelne Passagen Grauners Charakter, zum Beispiel wenn er Mahler hört.

Leider muss ich sagen, dass ich lange brauchte, um mich in den Roman richtig einzufinden und eine Distanz habe ich von Anfang bis Ende behalten. Während Grauner eine ganz gut gemachte Figur ist, wird sich bei den Nebenfiguren nicht viel Mühe gegeben. Kaum eine hat Profil. Am meisten vielleicht noch Alba, die aber nur einen kurzen Auftritt hat.

Der Fall an sich konnte mich kaum interessieren, ich bin allerdings auch kein expliziter Krimifan, daher ist mein Urteil in dem Zusammenhang wenig aussagefähig. Die ersten beiden Teile habe ich nicht gelesen, vielleicht entgeht mir daher auch etwas.
Es bleibt ein Roman mit einer nachdenklichen Hauptfigur, dem man gut folgen kann.

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Mord am Brenner
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Göttlicher Spaß

Die Abenteuer des Apollo 1: Das verborgene Orakel von Rick Riordan

Das Buch bietet relativ harmlose, aber originelle Unterhaltung im göttlichen Milieu für Kinder und Jugendliche, aber der Witz und die Ironie erreicht auch erwachsene Leser wie mich. Die Form ist entscheidend, denn es ist wird konsequent aus Apollos Blickwinkel erzählt.
Überraschend und eigentlich verstörend dabei das Cover mit einem “brennenden” Jungen, der in der Luft schwebt.

Da hätte ich ein anderes Motiv bevorzugt.

Da Apollo durch seinen Sturz in die Menschlichkeit vielen Einschränkungen und menschlichen Schwächen unterlegen ist, wird seine Überheblichkeit gefolgt von Überraschung über sein jetziges Versagen bei Problemen zum ständigen Thema. Niederlagen und Verletzlichkeit sind die Folge, Ein unsterbliche Gott kannte das nicht, der menschliche Leser schon. Apollo ist ein echter Antiheld.
Eine Komik besteht darin, dass Apollo als 16jähriger Jugendlicher Mensch wiedererweckt wird, schwächlich an Kraft und Gedächtnis. Später trifft er sogar seinen göttlichen Sohn, der somit plötzlich älter als er selbst ist. Außerdem wird Apollo der Diener einer Halbgöttin, der 12jährigen Mag. Ein toughes Mädchen. In späten Szenen wird sie auch gegen Ameisenmonster bestehen.
Auch Percey Jackson spielt am Anfang und am Ende kurz mit.

Das Buch besticht durch sein Tempo, allerdings überzeugen mich die Actionszenen z.B. im Kampf gegen Geister nicht so sehr, das wirkt wohl dann doch auf Young Adults besser.
Mein Interesse wird aber immer wieder neu geweckt, wenn es inhaltliche Verwicklungen gibt und es zwischen Götterwelten und Menschenwelt zu Zusammenstößen kommt und griechische Mythen angedeutet werden.
Höhepunkt wird der Kampf gegen einen Koloss.

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Göttlicher Spaß
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Hörbuch mit großen Einsatz

Die Abenteuer des Apollo 1: Das verborgene Orakel von Rick Riordan

Der Frauenchor von Chilbury von Jennifer Ryan ist durch seine Form, bestehend aus Tagebucheintragungen und Briefe von 4 Frauen in England 1940, ein intelligent gemachtes Buch. Es sind Kriegszeiten. Betrachtet wird in diesem Buch das Schicksal der zurückgebliebenen, meist Frauen, die auch ohne die Männer, die im Krieg sind, den Betrieb im Dorf aufrecht erhalten.

Normalerweise bin ich kein Freund von Briefromanen, aber nutzt eine so erzählende Form, dass sich keine Blockade ergeben.
Das Buch wird zudem nie langweilig, weil die vier erzählenden Frauen ziemlich unterschiedlich sind, sowohl vom Alter als auch vom Charakter, aber alle sind doch realistisch gehalten.
Auch originelle Nebenfiguren werden in den Berichten mit aufgebaut, zum Beispiel die engagierte Prim, die den Chor gründete und leitete oder die grantige Mrs.B.

Der Mehrwert des Buches ist, dass man erfährt, wie die Frauen diese schweren Zeiten erlebten und wie sich in ungewöhnlichen Situationen auch Chance zu außergewöhnlichen Leistungen ergeben. Dazu gehört zum Beispiel Verantwortung zu übernehmen und sich um andere zu kümmern.

Ich habe mich für das Hörbuch von argon entschieden, bei dem mit 4 Sprecherinnen für die vie Hauptfiguren, einiger Aufwand getrieben wird. Schließlich sind die Sprecherinnen alles bekannte und beliebte Namen: Jasna Fritzi Bauer (als Kitty), Monika Oschek (Venetia), Elena Wilms (Mrs.Tilling) und Andrea Sawatzki (grandios als skrupellose Hebamme Edwina).
Unterstützt werden sie sogar noch von Gabriele Blum und Ulrich Noethen. Selbst ein echter Chor kommt sparsam eingeschätzt auf dem Hörbuch zum Einsatz, das Frauenensemble Encantada.
Das weiß ich wirklich zu schätzen, denn dadurch entsteht ein außergewöhnliches Hörbuch.

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Geborgenheit in der Welt der Bücher

Ich treffe dich zwischen den Zeilen von Stephanie Butland

Ein sehr emotionales Buch mit einer starken, widerspenstigen Protagonistin, die aber auch sehr verletzlich ist. Der Grund dafür liegt in ihrer Vergangenheit.
Loveday ist eine junge Frau, die in einer Buchhandlung, einem Antiquariat arbeitet und sich größtenteils abschottet. Bücher sind ihre Leidenschaft.

Sie ergänzt sich gut mit ihrem Chef Archie, dem Besitzer des Antiquariats, der ihr ein väterlicher Freund ist.
Loveday trifft den Dichter Nathan. Eine Beziehung bahnt sich an, aber es gibt auch noch ihren labilen Exfreund Rob.

Zwischendurch möchte ich noch kurz das Cover erwähnen, weil es mir nicht besonders gut gefällt, einerseits weil es gelb ist, andererseits strahlt es durch das Motiv eine Harmlosigkeit aus, die der Roman nicht verdient hat.

Es ist ein Buch, in das man versinken kann. Das liegt neben dem geschmeidigen Schreibstil auch daran, das einem die Figuren schnell sehr am Herzen liegen.
Was ich besonders an dem Buch mochte ist das Sujet. Das Antiquariat als eine Welt der Bücher, ein Ort des Schutzes. Hier fühlt sich Loveday geborgen. Und dann noch die Poetry Slams als ein Ausflug in die richtige Welt. Hier muss sie den Ausgleich finden.
Dadurch ist der Roman mehr als nur eine Liebesgeschichte, obwohl die Beziehung zu Nathan natürlich auch zu dem inneren Befreiungskampf dazu gehört.

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mehr als ein Durchschnittskrimi

In tiefen Schluchten von Anne Chaplet

Unter dem Namen Cora Stephan hat die Autorin mit „Ab heute heiße ich Margo“ einen großartigen Roman geschrieben, an dem sie sich bei künftigen messen lassen muss.
In tiefen Schluchten ist ein ganz anderer Stoff und wird zudem als Kriminalroman vermarktet, aber ich finde, auch dieser geschmeidig geschriebene Roman bietet wesentlich mehr als der Durchschnittskrimi und ist alles andere als eine Enttäuschung.

Mit großer Zuneigung zu der Gegend in Südfrankreich beschreibt Anne Chaplet die bizarre und überwältigende Landschaft. Auch ihre Protagonistin Tori Godon teilt diese Begeisterung, aber ihr Gemüt ist verdüstert aus Trauer um ihren Mann Carl, der vor ca. einem Jahr verstarb. Aber sie ist eine Person die sich nicht unterkriegen lässt. Ich mochte sie schon, als sie sich um den eingesperrten Hund gekümmert hat. Dieser Hund wird später noch eine große Rolle spielen, als sich die impulsive Tori in Gefahr bringt. Es gibt auch einen Mann, ein ehemaliger Polizist, der bei der Rettung mitwirkt.
Der Kriminalanteil bleibt relativ gering, doch spannende Momente gibt es dennoch.
Ich habe den Roman sehr gerne gelesen.

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mehr als ein Durchschnittskrimi
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Feinfühliger Stil

Drei Tage und ein Leben von Pierre Lemaitre

Drei Tage und ein Leben ist ein sehr interessanter und lesenswerter Roman, aber auch nicht ganz einfach zu verdauen. Pierre Lemaitre hat einen stark psychologischen Ansatz. Schon das Cover deutet an, dass es hier um die seelischen Qualen eines Kindes geht. Der Junge hat einen anderen getötet, aber eigentlich war es mehr ein Unfall.

Aus Angst vertuschte Antoine die Tat. Das wird ihn ein Leben lang belasten.
Die Geschichte spielt sich in der französischen Provinz ab.
Da das Buch schmal und handlungsarm ist, möchte ich hier lieber nicht zu viel verraten.

Eine traurige Geschichte, nicht einfach zu ertragen, aber es ist doch gut, dass dieses schwierige Thema so ausgefeilt vorliegt.
Als reißerischer Thriller hätte das nicht funktioniert.
Der Roman wurde dank des feinfühligen Stils des Autors ebenso intensiv und interessant.

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Empfehlenswert

Drei Tage und ein Leben von Pierre Lemaitre

Neil Gaiman ist ein sehr beliebter britischer Schriftsteller aus dem Bereich zeitgenössischer Fantasy & Science Fiction. Sehr bekannt dürften American Gods sein oder der Comicserie Sandman. Er hat mit „Beobachtungen aus der letzten Reihe“ ein Band mit Artikeln und Essays teils journalistischer Form vorgelegt.

Die Texte haben erst einmal nicht viel miteinander zu tun, sind aber doch in einer gewissen Form geordnet, z.B. Vorwörter, Comics
In der Summe geben sie einen Eindruck davon, was Neil Gaiman und sein Schreiben geprägt hat. Dazu gehört auch die Geisteshaltung, die aus diesem Genre kommt und die auch Neil Gaiman verinnerlicht hat und in seiner Prosa zeigt. Das sind eine sozialkritische Haltung und Toleranz sowie enorme Vorstellungskraft.
Ein Schlüsseltext in diesem Buch ist für mich, der über den Bücherbus, den er in seiner Jugend oft aufsuchte, und der seine Leidenschaft für Science Fiction-Romane und das Sammeln weckte.

Neil Gaiman hat ein großes Werk bestehend aus verschiedensten Formen vorgelegt, daher sind seine Artikel auch breit gestreut. Es macht wenig Sinn jetzt einzelne hervorzuheben. Manche Essays interessieren einen mehr, manche weniger, das hängt davon ab, ob einen das Thema anspricht. Mich persönlich haben besonders die Interviews fasziniert, z.B. mit Stephen King oder mit Lou Reed, wobei auch die Vorgeschichten dazu mit erzählt werden. Auch die Autoren-Portraits überzeugen mich durchgängig, z.B. über Fritz Leiber, Gene Wolf oder Douglas Adams.
Dabei wird immer wieder deutlich, wie gut der Untertitel „Über die Kunst, das Erzählen und wieso wir Geschichten brauchen“ gewählt ist.
Das Ganze ist unverkrampft erzählt und oft mit Humor. Für Fans ist dieses Buch auf jeden Fall ein Muss und für Interessierte sicher keine Enttäuschung.

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Intensives Zeitportrait

Drei Tage und ein Leben von Pierre Lemaitre

Max Kruse, der Sohn der bekannten Puppenmacherin Käthe Kruse und bekannter Kinderbuchautor (Urmel etc.) konnte noch als nur für die Jugend schreiben. Das beweist diese Novelle über eine erste Liebe. Das könnte banal sein, aber die Zeit, in der sich die Handlung abspielt, bestimmt die Stimmung beim Lesen stark mit.

Es ist Anfang der vierziger Jahre und schlimme deutsche Zeit voll in Gange. Das ist mit der Grund, warum die Jugendlichen ohne Eltern in einem alpinen Heim verbringen. Hier sind die Menschen, auch die Lehrer noch gemäßigt und sogar Juden leben ohne Zwänge bei ihnen.
Als der 14jährige Peter die selbstbewusste Christl trifft, die zu ihnen ins Heim stößt, ist er sogleich fasziniert und verliebt in sie. Doch es gibt mit Günther auch noch einen Konkurrenten.
Das ist kein gutes Alter, wenn der Krieg naht, der so vielen das Leben nehmen soll.
Der Autor gleicht diese ahnungsvolle Düsterheit durch Leichtigkeit im Erzählen aus. Es entstehen mit geringen Aufwand ein paar gute Charakterportraits mehrere Figuren. Von einigen hätte ich gerne mehr erfahren.
Die Novelle ist in ihrer Form samt Epilog nahezu perfekt, aber ein wenig Schade finde ich es doch, dass Max Kruse das Buch nicht weiter ausgebaut hat. Es hätte auch das Potential für einen wichtigen Roman gehabt.

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Effektreicher Thriller

Drei Tage und ein Leben von Pierre Lemaitre

Jo Nesboe ist neben Don Winslow zur Zeit wohl der König des modernen Thrillers.
Er arbeitet in den Romane der Harry Hole-Reihe sehr stark mit Effekten, die an Brutalität nichts zu wünschen lassen. Das spricht die unterbewusste Seite der Leser an und ist eins der Mittel zum Erfolg. Immerhin ist es schon der elfte Teil der Reihe.

Harry Hole als Hauptfigur trägt die Romane, daher war Durst anfangs langweilig, bis er endlich auftauchte. Harry Hole hatte sich eigentlich vom Ermittlerdienst zurückgezogen und lehrt an einer Universität, doch es braucht nicht viel, ihn für einen Fall wieder zurück zu holen.

Auch Harrys private Situation spielt eine Rolle, als seine Frau Rakel schwer erkrankt. Eine Prüfung für Harry, die seine Teilnahme am Fall einschränkt.

Mich stören einige Klischees, die eingesetzt werden. So richtig weiß man nicht, was das Ganze soll. Letztlich ist es in erster Linie nur (aber immerhin) eine Variante, denn der psychopathische Killer ist diesmal nicht der normale Serienmörder sondern ein Vampirist, der mit einem Stahlgebiss die Frauen, die er überfällt, in den Hals beißt und ihr Blut trinkt.

Harry Hole und seine Kollegin Katrine Bratt erkennen schließlich schon früh im Roman, dass der Serientäter kein Unbekannter ist. Eigentlich ist es sogar der Mörder selbst, der sich zu erkennen gibt, da er ein Opfer überleben lässt. Das es noch zusätzliche Überraschungen geben wird, muss man den Leser von Thrillern nicht extra erklären.

Anfangs tat ich mich schwer mit dem Roman, bis er mich in der zweiten Hälfte doch noch packte. Was man den Autor lassen muss, ist der Drive und die Intensität, die er immer mehr aufbaut. Darin ist Jo Nesboe ungeschlagen, er hat seine bewährten Methoden. In kurzen Kapiteln wird zwischen verschiedenen Handlungssträngen hin und her geschwenkt. Auch das trägt dazu bei, dass Spannung aufgebaut und dann nicht so schnell wieder gelegt wird.
Aber es fehlt doch eindeutig an Konsistenz in der Handlung und viele Passagen sind zu konstruiert, zum Beispiel die in denen Harry und der Psychopath Valentin sich persönlich gegenüberstehen und vollkommen unglaubwürdige Dialoge führen.. Deswegen halte ich „Durst“ für einen relativ schwachen Roman, der auch bis auf das Finale nicht das Tempo von z.B. „Leopard“ (der 9.Teil) hat..

Was mich am Roman bleiben hat lassen war der Umstand, dass ich das Hörbuch gewählt hatte und Uve Teschner mit seiner einmaligen Stimme einfach nur großartig und mit Intensität liest.

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Feinfühliger Stil