Kunden em pfehlungen
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Die Hölle auf Erden
Wann wird diese Hölle enden?
Dieses Buch bietet einen Augenzeugenbericht einer wahrlich schrecklichen Zeit. Mary Berg lebt als Tochter einer Amerikanerin im Warschauer Ghetto und hat ihre damaligen Eindrücke in kleinen Notitzheften festgehalten. Die Anschauung ist sehr sachlich und zeigt kaum Emotionen. Diese Betrachtungsweise erschien mir zugleich fremd als auch sehr nachvollziehbar.
Ich glaube, dass Menschen diese Gräueltaten nur durchstehen konnten, indem sie sich emotional davon abtrennten.
Dieses Buch ist in meinen Augen eine sehr wichtige Erinnerung, die nicht vergessen werden darf.
Der Schreibstil war für ich zunächst gewöhnungsbedürftig, ich bin mit der Zeit jedoch besser damit zurecht gekommen.
Das Ting
Wann wird diese Hölle enden?
„Das Ting“ vom Autor Artur Dziuk ist ein absolut spannender, gleichzeitig dystopisch-anmutender und doch erschreckend realer Roman.
Die Handlung wird abwechselnd aus Sicht der vier Hauptcharaktere (Linus, Niu, Adam, Kasper) erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dieser wilde Mix aus Persönlichkeiten macht das Zusammenspiel sehr interessant und auch in wenig konfliktbeladen.
Alle haben jedoch ein Ziel: das Ting groß rausbringen.
Dieses Ziel vor Augen nimmt das Unheil seinen lauf. Der Autor schafft es mit einer sehr bildhaften und modernen Sprache die einzelnen Schicksale und Verwicklungen erschreckend lebensnah darzulegen. In dem Buch finden sich immer mal wieder größere Zeitsprünge, die anzeigen, wie viel Zeit bei dem Entwicklungs- und Marketing-Prozess ins Land streicht. Die Zeitsprünge machen die Entwicklungen für mich jedoch nicht abstrakter – ganz im Gegenteil: harsche Brüche zeigen sich so viel deutlicher.
Die Charaktere sind allesamt sehr lebensnah und mir mehr (Niu und Linus) oder weniger (Adam) sympathisch. Insgesamt wirken sie alle authentisch und vielschichtig.
Die Story hat einen guten Spannungsbogen und ich konnte das Buch schlussendlich nicht mehr aus den Händen legen.
Drei - unaufgeregt spannend
Drei von Dror Mishani
Dror Mishani ist mit dem Buch "Drei" eine wirklich außergewöhnliche Kriminalgeschichte gelungen. Das Buch gliedert sich in drei Teile, die unabhängig voneinander spielen. Die zunächst einzige Verbindung ist Gil.
Den ersten Teil fand ich sehr langatmig und zäh, ich wusste nicht recht, in welche Richtung dich das Buch entwickeln wird.
Umso mehr hat mich das Ende von Teil eins überrascht. Danach nahm die Handlung mit dem zweiten Teil etwas mehr Fahrt auf, blieb aber dennoch ruhig und unaufgeregt in der Erzählweise. So verhielt es sich auch im dritten Teil, obwohl die Sprache hier eindringlicher wurde und auch die Handlung schneller lief.
Insgesamt hat mich das Buch auf ganzer Linie überrascht - wirklich begeistert bin ich aber dennoch nicht. Dazu hat mir ein wenig Schwung gefehlt und auch zu Beginn mehr Spannungsaufbau wäre wünschenswet gewesen. Aber auch gerade in der eher zurückhaltenden Art, die stetigen Wendungen und Unvorhersehbarkeiten darzustellen, liegt ein gewisser Reiz.
"Drei" ist ein Buch, das extrem unaufgeregt eine brisante Story erzählt, dabei ein genaues Ende in meinen Augen leider auslässt, so dass ich immer noch einige Puzzlestücke im Kopf habe.
Wir von der anderen Seite
Wir von der anderen Seite von Decker Anika
Laut Klappentext handelt es sich bei diesem Buch um eine eher ernste Thematik, die mit einer ordentlichen Portion Humor dargestellt wird. Da hat mich der Klappentext leider ziemlich in die Irre geleitet...
Die grundlegende Thematik ist durchaus ernst und bietet eine tolle Grundlage, jedoch wurde das Potential meiner Meinung nach überhaupt nicht ausgeschöpft.
Der Humor trifft zwar meinen, dennoch fand ich ihn zu überlagernd - auf jeder Seite ein reißerischer Spruch, so dass man nie recht zu Protagonistin Rahel durchdringen konnte. Wie es in ihrem Inneren wirklich aussieht weiß ich immer noch nicht.
Der Spannungsaufbau ist leider auch nicht recht gelungen, phasenweise hat mich das Buh arg gelangweilt. Schade drum!
Weder Charaktere noch Handlung haben mich an das Buch fesseln können. Mir hat Tiefe und Echtheit gefehlt.
Gespräche mit Freunden
Gespräche mit Freunden von Sally Rooney
Der Klappentext verspricht ein junges und modernes Buch, das Beziehungen in der heutigen Gesellschaft porträtiert. Jedoch waren entweder meine Erwartungen an das Buch zu hoch oder ich habe es nicht verstanden, denn die meiste Zeit hat mich die Story eher gelangweilt. Ich habe weder zu Frances noch zu Bobby eine Beziehung aufbauen können und daher war mir die Story ziemlich fern.
Da ich mich in keinster Weise mit den Protagonistinnen oder generell irgendeinem Charakter in diesem Buch identifizieren konnte, fiel es mir auch eher schwer mich adäquat auf den Inhalt einzulassen. Vieles schien mir fremd, zu verkopft oder einfach nur sehr verwunderlich.
Ich habe mich beim Lesen des Buches oft dabei erwischt, verwundert den Kopf zu schütteln über Gedanken und Handlungen der Charaktere.
Die Charaktere sind sehr eigenwillig, bleiben dennoch ziemlich schwach gezeichnet, so dass sie gleichzeitig diffus, aber auch merkwürdig entrückt schienen. Ich habe mich mit ihnen nicht wohl gefühlt.
Die Handlung zentriert sich sehr auf die Befindlichkeiten von Frances, was mir spätestens nach der Hälfte des Buches auf die Nerven ging, da ich vieles als wiederholend und stellenweise irrational empfunden habe.
Insgesamt hat mich dieses Buch auf voller Linie enttäuscht, da ich anhand des Klappentextes und der Leseprobe ein etwas anderes Buch erwartet habe. Leider konnten mich weder Protagonisten noch Handlung für sich erwärmen.
Mein einziger Lichtblick ist ein angenehmer und moderner Schreibstil, der mich jedoch nicht über den für mich fragwürdigen Inhalt hinwegtrösten konnte.
Siebzehn
Siebzehnter Sommer von Maureen Daly
'Siebzehnter Sommer' ist ein eher unaufgeregter Liebesroman, der die erste Liebe eines jungen Mädchens nachzeichnet. Aus heutiger Sicht lesen sich einige Passagen etwas fremd, was daran liegt, dass dieses Buch bereits 1942 erschienen ist.
Vor diesem Hintergrund wird die Geschichte nochmals in ein anderes, spannenderes Licht gerückt.
Zur damaligen Zeit wurden die Vorgehensweisen sicher in ein adäquates Licht gestellt, inzwischen sind mir viele Gedanken und Bräuche fremd. Daher fiel es mir sehr schwer mich in die Protagonistin hinein zu denken.
Dennoch habe ich in diesem Buch eine schöne, seichte Lektüre gefunden. Inhaltlich passiert eher wenig, was durchaus reizvoll ist - so konnte ich ich eher auf die Protagonisten konzentrieren. Aber auch hier fiel es mir teilweise schwer mit der heutigen Denkweise und den dort beschriebenen Dingen konform zu gehen.
Sonntagskind
Mein Leben als Sonntagskind von Maureen Daly
'Mein Leben als Sonntagskind' von Judith Visser ist ein gut geschriebener Roman über das Aufwachsen mit unentdecktem Asperger. Für mich als Person, die beruflich viel mit Menschen aus dem Autismusspektrum in Kontakt steht, war es nochmals besonders spannend, ein wenig "hinter die Kulissen" schauen zu können.
Teilweise fand ich das Buch ziemlich anstrengend zu lesen und musste längere Pausen einlegen. Ob es nun am Schreibstil oder der phasenweise etwas langgezogenen Handlung lag kann ich nicht genau differenzieren. Nichtsdestotrotz konnte mich das Buch schnell fesseln und ich habe Jasmijn gern begleitet und heranwachsen sehen.
Die Autorin hat selbst Asperger und somit konnte ich die Schilderungen als sehr authentisch und lebensnah einordnen.
Insgesamt ein tolles Buch, dass mir inhaltlich sehr sehr gut gefallen hat, jedoch für mich etwas schwierig zu lesen war. Daher keine volle Punktzahl.
Witchmark
Witchmark von C. L. Polk
"Witchmark. Die Spur der Toten" ist der Auftakt einer Fantasy-Reihe der Autorin C. L. Polk. Der Schreibstil ist eher geradlinig und wenig ausschmückend, dennoch konnte er mein Kopfkino gut füttern, so dass ich schnell eine Lebhafte Szenerie im Kopf hatte.
Miles Singer ist ein überaus sympathischer Protagonist, der facettenreich gestaltet ist und somit nicht langweilig wird.
Auch die weiteren Charaktere sind vielschichtig gestaltet.
Der Spannungsbogen ist schlau gestaltet, auch wenn es einige Längen im Buch gab. Zum Ende hin wird es sehr spannend, ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen. Insgesamt konnte mich die Story überraschen, einige Wendungen waren jedoch mehr als vorhersehbar und meinem Empfinden nach demnach eher platt.
Ich hätte mich gefreut, wenn dieses Buch ohne die (scheinbar inzwischen überall notwendige) Liebesgeschichte ausgekommen wäre. Das hat meiner Begeisterung für die Story einen kleinen Dämpfer versetzt, da ich es zu großen Teilen eher unnötig fand - vielleicht legt es aber auch den Grundstein für mehr - das kann nur der nächste Band verraten...
Insgesamt ist "Witchmark" ein spannender Fantasy-Roman, der mit zunehmender Seitenzahl an Spannung gewinnt.
Das Haus meiner Eltern
Witchmark von C. L. Polk
"Das Haus meiner Eltern hat viele Räum" von Ursula Ott ist eine angenehme Mischung aus persönlichem Erleben und Sachbuch.
Die wichtigsten Punkte, die vor der Entrümpelung des Elternhauses anstehen, hat sie in diesem Buch kurzweilig angesprochen und diskutiert. Mir persönlich fehlte jedoch ein wenig der Tiefgang, meines Erachtens blieb es oftmals an einer recht oberflächlichen Betrachtung.
Dennoch bildet das Buch durch seine Themenfülle ein gutes Gesamtbild.
Auch der Schreibstil ist recht kurzweilig, wodurch ich das Buch schnell durchgelesen hatte. Es war spannend ein wenig in die persönliche Welt der Autorin eintauchen zu können.
Am besten hat mit der letzte Teil des Buches ("A bis Z") gefallen, hier kann man als Leser einige Tipps und Kniffe für eigene anstehende Entrümpelungen mitnehmen.
Insgesamt ein solides Buch zu einem wichtigen Thema, das mich jedoch nicht nachhaltig von sich begeistern konnte.
Lustvolles Erwachen
Lotus House - Lustvolles Erwachen von Audrey Carlan
Die Yoga-Lehrerin Genevieve Harper findet nach dem tragischen Unfall ihrer Eltern Halt und Kraft im Lotus House. Als der attraktive Baseballspieler Trent Fox auftaucht und Privatstunden bucht, ist ihr zunächst alles andere als nach einem heißen Abenteuer. Doch sie ahnt nicht, dass Trent ihr zeigen wird, wie sinnlich die Kunst des Yogas sein kann …
"Lotus House - Lustvolles Erwachen" ist der Auftakt einer neuen Reihe der Autorin Audrey Carlan.
Nachdem ich bereits die "Calendar Girl" und "Dream Maker" Reihen verschlungen habe, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut.
Und es konnte meine Erwartungen erfüllen, wenn auch nur knapp.
Eine schöne Abwechslung ist die wechselnde Sicht der Protagonisten. Dadurch hatte ich das Gefühl sowohl Trent als auch Genevieve gut kennen lernen zu können. Beide Charaktere sind solide und einigermaßen vielschichtig aufgebaut, so dass es nicht all zu schnell langweilig wurde mit den beiden. Der Schreibstil liest sich sehr angenehm ´, sodass man kaum merkt, wie die Seiten nur so dahin fliegen.
Die Storyline konnte mich wenig überraschen, sie bleibt (wie ich finde eher typisch für das Genre) ein wenig flach und einige Wendungen waren entweder unnötig oder überzogen. Der Fokus ist durchaus stark auf die erotischen Szenen gesetzt, was stellenweise auch überzogen, beinah vulgär anmutet. Insgesamt ist es jedoch eine nette und runde Story, die frau gut zwischendurch "wegschnökern" kann.
Bei diesem Buch erwartet einen keine anspruchsvolle Literatur, sondern ein entspannt seichtes Buch für laue Sommerabende.









