Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Dieses Buch gefällt nicht nur dem Baby. Die Bilder sind in kräftigen, schönen Farben gestaltet. Alle Tiere sehen liebenswert aus und wurden mit einfachen, klaren Strichen gezeichnet. Gut zu erkennen, in verschiedenen Haltungen und bei verschiedenen Tätigkeiten zu sehen. Sprechblasen geben die unterschiedlichen Tierlaute und Geräusche vor; das hilft, das Vorlesen stets gleich und ritualisiert vorzunehmen, kann aber auch die Entdeckerlust der Kleinen anregen.
Der eigentliche Text erklärt die Bilder kindgerecht. Schön, dass die Worte nicht starr in Kastenform gepresst wurden, sondern entsprechend hüpfen, versetzt sind oder in die Bilder eingefügt wurden.
Viele Bilder für knapp 2-jährige und älter, witzig im Detail und zusammenfassend am Ende - ein tolles Kinderbuch aus dem Ravensburger Verlag.
Was Gärtnern alles bewirken kann
Die Gärten von Monte Spina von Scriverius Henrike
Toni, 32, verwitwet, depressiv. Kann ihre Leidenschaft fürs Gärtnern sie aus ihrem Seelentief holen? Eine neue Umgebung, andere Menschen - nein, das bringt nichts. Sie nimmt das Angebot, auf einer kargen Insel einen Garten zu gestalten, an und spürt, dass diese harte Arbeit ein wenig hilft. Wäre da nur nicht der fiese Inselbesitzer Max Brohr, der sie behandelt wie seine Sklavin.
Der ein mieses Spiel mit ihr spielt. Warum lässt sie sich das bieten? Henrike Scriverius gibt ihrer Protagonistin viel Raum, stattet sie mit viel gärtnerischem Engagement aus und kreiert eine stets auf das Gute im Menschen hoffende Heldin. Man erfährt etwas über das Gärtnern, die Natur auf Lanzarote und menschliche Unzulänglichkeiten. Schnell nimmt man Anteil an Tonis Leben, versteht ihr Handeln aber nicht immer. Ein Buch, in das man sich gut einlesen, über deren Hauptpersonen man aber geteilter Meinung sein kann.
Liebe und Musik
Die Gärten von Monte Spina von Scriverius Henrike
Grace liebt David. Klingt gut, ist es aber nicht: David ist mit einer Anderen verheiratet. Seit acht Jahren wartet Grace darauf, dass der wunderbare, heldenhafte und einfühlsame Geliebte seine Frau für sie verlässt. Doch warum sollte er? Das muss Grace schmerzhaft erfahren, eine Welt bricht zusammen.
Das ist schon die zweite, riesengroße Enttäuschung in ihrem Leben. Faszinierend geschrieben, glaubhafte Ausgangslage. Grace ist sympathisch, aber sehr schüchtern, traumatisiert, ihr Selbstbewußtsein gering bis nicht vorhanden. Können ihre wenigen Freunde ihr helfen?
Ein tolles Buch, bestens zu lesen, mitnehmend. Die Figuren werden glaubhaft und vorstellbar beschrieben, sympathisch die Aushilfe Nadia, David mag man dagegen wenig. Sehr interessant und informativ wird die Kunst des Instrumentenbaus beschrieben, Schwerpunkt ist das im Fokus stehende Cello. Hat man so nicht gewusst, nicht einmal ansatzweise geahnt.
Ein Mut machender Roman von Anstey Harris, emotional geschrieben und schöne Lektüre.
Konrad irrte sich
Fünf Sterne für dich von Charlotte Lucas
„Geben Sie mir ein Produkt und ich schreibe die gewünschte Bewertung“, das ist Konrads Brötchenerwerb. Leider übertreibt er es, als er auf dem Elternabend in der Schule seiner Tochter deren Klassenlehrerin gering bewertet, sie als Mäuschen einstuft und das Pamphlet in ihre Hände fällt. Eigentlich fand Pia diesen Konrad ganz nett, aber nun sinnt sie auf Rache.
Schwierigkeiten für sie auch an anderer Front: Selbstzweifel an ihrer Eignung als Lehrerin, zumal ihre Klasse einen neuen Mitschüler mobbt und ihr Teamkollege alles andere als hilfreich ist. Warum verhält sich Konrad so eigenartig? Warum erzählt er seiner Ziehtochter Mathilda nicht, was mit ihrer Mutter geschah? Charlotte Lukas spricht eine Vielzahl an Problemen an, lässt ihre Helden Lösungen suchen ( und auch finden?), bezieht „Jugendsprech“ in Form von authentischen Klassenchats ein und beschreibt unterschiedlich sympathische Charaktere. Überkandidelte Schulmütter und eigenartige Direktoren bekommen ihr Fett weg. Genauso wie zynische Kollegen. Der Titel deutet es an: ein Happyend ist in Sicht! Locker und leicht zu lesen, schöne Urlaubslektüre.
Warum balsamiert er seine Opfer ein?
Der Präparator von Mike Omer
Zoe Bentley muss als Teenager miterleben, dass drei Mädchen aus ihrem Heimatort getötet werden. Ein verdächtiger Teenager wird verhaftet und erhängt sich in seiner Zelle. Täter gefasst? Nein, und Zoe weiß genau, wer es ist. Nur glaubt ihr Niemand. Sie beginnt, sich in Täter hineinzuversetzen und wird zu einer erfolgreichen forensischen Psychologin.
Zur Aufarbeitung von Cold Cases wird sie vom FBI als Beraterin engagiert. Ein neuer Kollege wird zu einem entfernten Fall beordert: zwei laienhaft einbalsamierte Frauenleichen werden gefunden, weitere Morde sind zu erwarten. Tatum Gray verprellt die Chicagoer Polizei und möchte, dass Zoe ihm freie Bahn schafft. Nur: sie sind selten einer Meinung! Eine weitere Frau verschwindet und auch Zoe gerät ins Visier eines Psychopathen.
Mike Omer hat einen spannenden Thriller geschrieben. Ein Plot, der fasziniert, falsche Fährten, die erstaunen, gut ausgearbeitete Charaktere, die Ecken und Kanten haben und sich auch mal irren dürfen. Dazu seltsame Verwandte, aggressive Katzen und eigensinnige Fische, eine Prise Liebe.
Packende Unterhaltung, bestens zu lesen. Auf die Fortsetzung darf man gespannt sein.
Veröffentlicht bei Edition M, Amazon Media EU, aus dem Amerikanischen übersetzt von K. Fricke.
Patienten im Schrank und Tee aus kaputten Tassen
Der Präparator von Mike Omer
Lang ist es her- zum Glück. 1925 in Leeds wagt Agnes einen Neuanfang. Verbannt aus ihrem Elternhaus beginnt sie eine Ausbildung zur Gemeindeschwester. Sie stößt auf Ablehnung, verrichtet Hilfsarbeiten, wird gemobt. Bess, ihre Vorgesetzte, schikaniert sie besonders heftig. Und auch Polly, ihre Zimmergenossin, hat so ihre Probleme.
Bei ihren Hausbesuchen trifft Agnes auf skurrile Verhältnisse, verstecken sich Patienten in Schränken oder drängen ihr Tee auf. Wird sie sich jemals durchsetzen? Was ist Bess‘ dunkles Geheimnis? Wird Finns gewalttätige Vergangenheit sein Verhängnis?
Donna Douglas beschreibt das Wirken der Gemeindeschwestern und das Leben in Leeds‘ Armutsvierteln. Stolz, Mutterliebe, ungewollte Schwangerschaften und Hochmut spielen eine Rolle. Mit viel Sympathie schildert sie den Alltag und die Gedanken ihrer Protagonistinnen.
Leicht und unterhaltsam zu lesen, gute Unterhaltung aus dem Bastei Entertainment Verlag. Übersetzt von Ulrike Moreno.
Ich will mich nicht erinnern
Die verborgenen Stimmen der Bücher von Bridget Collins
Peinlich, schmachvoll, demütigend, schmerzhaft waren alle diese Ereignisse. Gut, wenn ich das aus meinem Gedächtnis löschen könnte. Kann man: Buchbinder lesen diese Geschehnisse und binden sie in Bücher, die weggeschlossen werden. Emmet, ein kräftiger Farmerssohn, schwere körperliche Arbeit gewöhnt, wird krank und erwacht geschwächt und kraftlos.
Seine Aufgaben auf dem Bauernhof kann er nicht mehr bewältigen. Welch Glück, dass eine Buchbinderin ihn in die Lehre nimmt und in die handwerkliche Kunst des Buchfertigens einweist. Aber etwas Dunkles umgibt sie, verstörte Besucher kommen und sind, wenn sie sie verlassen, völlig verändert. Ihr Geheimnis allerdings nimmt sie mit ins Grab. Ein neues Kapitel für Emmet beginnt. Bridget Collins beschreibt faszinierend, welchen Stellenwert Erinnerungen haben können. Ist man erleichtert, wenn Schlimmes aus dem Gedächtnis schwindet? Aber wo sind dann die ganzen Besonderheiten, die einen ausmachen? Man kann manipuliert werden. Das eigene Ich verändert sich, im Unterbewusstsein weiß man, dass etwas fehlt. Man fühlt sich leer. Für geldgierige Binder entsteht ein lukrativer Markt, weil die Ärmsten ihre Erinnerungen verkaufen, damit reiche Voyeure sich in ihrem Elend ergötzen können, oder sie sogar erpressen, weil eben doch keine Verschwiegenheit garantiert ist. Auch die, die selber für die Löschung ihrer Gedanken zahlen, werden angreifbar. Welch schrecklicher Gedanke! Es gibt auch gefälschte Erinnerungen, sehr ironisch nennt die Autorin sie „Romane“. Aber die liest man nicht so gerne in der beschriebenen Welt. Elend, moralische Verkommenheit und schmutzige Geheimnisse ziehen sogenannte Sammler ganz besonders an. Ein neuartiges Thema, was in „Die verborgenen Stimmen der Bücher“ aufgegriffen wird. Nie langweilig zu lesen, liebevolle Beschreibungen von Bucheinbänden und Materialien verzaubern. Und natürlich wird der Liebe ausreichend Raum eingeräumt, jeweils aus anderer Perspektive. Das Sujet ist originell, regt zum Nachdenken an, versetzt den Leser in eine interessante Fantasiewelt, die der realen Welt mit Manipulation, Korruption und Ausbeutung gar nicht so fern scheint. Klare Leseempfehlung, ich mochte es. Roman von Bridget Collins, übersetzt aus dem Englischen von Ulrike Seeberger, Aufbau-Verlag.
Anhaltende Spannung
Wer sich umdreht oder lacht ... von Mel Wallis de Vries
Mandy ist geschockt: ein gleichaltriges Mädchen wird ermordet. Aufnahmen ihrer letzten Minuten werden auf Snapchat veröffentlicht. Sie ist ohnehin in einem emotionalen Ausnahmezustand: ihre Mutter liegt sterbend im Krankenhaus, ihre Schwester benimmt sich unausstehlich, ihre Freundin verhält sich merkwürdig.
Kurz darauf wird ein weiterer Teenager getötet und wieder werden Bilder ihres Sterbens online gestellt. Die Situation macht Mandy schwer zu schaffen, einziger Lichtblick ist die Bekanntschaft mit Axel, den sie im Krankenhaus kennenlernt. Sie verliebt sich, sucht Trost.
Dann wird nach dem selben Tatmuster ein weiteres Mädchen grausam getötet, wieder gibt es makabre Videos auf Social Media- Kanälen. Der anwesende Freund wird verletzt. Und das war nicht der letzte Mord.
Mel Vallis de Vries hält die Spannung konstant hoch.
Das gelingt ihr, indem stets die Situation und die letzten Gedanken der Mädchen aus deren Perspektive beschrieben werden. Viele Spuren werden gelegt, viele Personen machen sich verdächtig. Es knistert regelrecht. Wer ist der Mörder, welche Motive hat er, warum stellt er die Opfer sogar noch nach ihrer Ermordung bloß, wie gelingt es ihm, lange unerkannt zu bleiben?
Ein absoluter Pageturner mit viel Thrill. Klare Leseempfehlung.
Wer liebt den Straßenmusikanten?
Wer sich umdreht oder lacht ... von Mel Wallis de Vries
Holland jobbt dank ihrer Onkel in einem Musicaltheater. Eigentlich hat sie einen Abschluss in Kreativem Schreiben, aber sie bringt nicht zu Papier. Worin ist sie gut? Calvin ist da ganz anders; er hat seine Musik, liebt und spielt Gitarre seit er vier ist und ist wirklich gut. Holland entdeckt den Straßenmusikanten und findet, dass er den scheidenden Star des erfolgreichen Musicals ihres Onkels ersetzen könnte.
Nur: seine Aufenthaltserlaubnis ist längst abgelaufen.
Was dann passiert, bringt Hollands bisher langweiliges Leben durcheinander.
Ein Gefühlschaos jagt das Nächste, man darf gespannt sein, wie das alles wohl endet.
Christina Lauren hat eine wunderbare Liebesgeschichte geschrieben, ihre Holland ist sehr sympathisch, gefühlvoll, selbstlos. Es macht Spaß, ihre Versuche, es allen recht zu machen und dabei selber etwas Glück zu erleben, zu verfolgen. Calvin ist ein wahr gewordener Frauentraum, ist nicht immer perfekt, belebt aber die Geschichte ungemein. Natürlich gibt es Irrtümer, Intrigen und auch sonst alles, was in eine gefühlvolle Romanze hineingehört.
Locker und leicht zu lesen, ein unterhaltsamer Roman aus dem Forever by Ullstein Verlag.
Galgenmännchen
Wer sich umdreht oder lacht ... von Mel Wallis de Vries
Raquel bekommt eine befristete Stelle als Vertretungslehrerin, ausgerechnet im galicischen Heimatort ihres arbeitslosen Ehemannes. Was sie zunächst nicht weiß: ihre allseits beliebte Vorgängerin hat Selbstmord begangen. Wirklich? Waren ihre Schüler schuld und droht ihr dasselbe Schicksal? Schon in ihrer ersten Stunde wird ihr ein Blatt mit einem unvollständigen Galgenmännchen mit ihrem Namen zugespielt.
Erpressungsversuche folgen. Wer weiß von ihrer Affäre und besitzt die entlarvenden Fotos? Raquel stellt auf eigene Faust Ermittlungen an. Das gefällt nicht jedem.
Carlos Montero hat viele immer aktuelle Themen angeschnitten: Mobbing, Erpressung, Drogen, Internetkriminalität, Sex und Beziehungen, die schlechte Arbeitsmarktsituation in vielen Regionen Spaniens. Alles spielt eine Rolle, alles betrifft Raquel. Diese ist permanent überfordert, handelt naiv und unlogisch. Ihr Ehemann ist ihr keine Stütze, der Polizei vertraut sie nicht, Schüler bedrohen sie. Trotzdem forscht sie weiter.
Ein interessanter und flüssig zu lesender Schreibstil. Aber: Bis auf die widersprüchliche Hauptfigur bleiben die Charaktere blass und undurchsichtig. Hintergründe werden nur angerissen, wirkliche Spannung kommt selten auf. Schade, hier gäbe es so viel mehr Potenzial.






