Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Unheimliche Morde
Warum wird ein schönes junges Mädchen in einer eiskalte Winternacht auf einen Berg gelockt, betäubt und ohne Kleidung dort zum Sterben zurückgelassen? Trauer um sie macht ihre Schwester kaputt. Die herzensgute Vorsitzende eines karitativen Vereins stirbt an einer Vergiftung nach der Einnahme von Diätpillen.
Stehen diese Tode in irgendeinem Zusammenhang? DCI Ava Turner möchte das aufklären, ermittelt dazu aber noch auf eigene Faust, warum ihr pensionierter Chef Selbstmord begangen hat. Spielt das versteckte Geld in seinem Haus eine Rolle dabei? Auch das organisierte Verbrechen hat ein Wörtchen mitzureden. Niemandem kann man trauen, was für ein Sumpf. Machtbesessene Vorgesetzte sind nicht hilfreich. Trotzdem engagieren sich Turner, Callanach, Lively und andere nach Kräften. Nicht immer mit legalen Mitteln. Und der Erfolg lässt auf sich warten.
Helen Fields hat es wieder geschafft. Ein packender, aber auch deprimierender Thriller liegt vor. Viele Personen, viel Handlung, viel Gewalt. Brisante Themen werden angesprochen, menschliche Abgründe beleuchtet. Spannend zu lesen, aber ein schales Gefühl bleibt.
In Deutschlands letztem Urwald
Draußen
Was machen Cayenne, Joshua und Stephan in Deutschlands einzigem Urwald? Sie sind auf der Flucht vor einflussreichen Menschen, die sie als unliebsame Zeugen töten wollen. Stephan, erfahrener ehemaliger Militärangehöriger, trainiert die Kids, bringt ihnen bei, spartanisch zu leben und schult sie in Selbstverteidigung.
Trotzdem rückt die Bedrohung näher, die Jagd hat längst begonnen. Tagebucherinnerungen eines Fremdenlegionärs enthüllen Stück für Stück Zusammenhänge. Cayenne will das ständige Versteckspiel und die Ungewissheit nicht länger ertragen. Eine Konfrontation ist unausweichlich.
In Klüpfel und Kobrs erstem Thriller geht es spannend zu, atemberaubende Verfolgungsjagden und Flashbacks sorgen für ein rasantes Tempo. Futuristische Stromausfallszenarien geben dramatische Effekte.
Nicht alles ist logisch, manches sehr brutal, aber durchaus spannend erzählt.
Unterhaltsam, gut zu lesender Thriller aus dem Ullstein Verlag.
Jeder könnte es gewesen sein
Draußen
Abgeschnitten von der Außenwelt, eingeschlossen in einem kleinen, aber feinen Hotel wollen sie ein erholsames Wochenende verbringen. Sie, das sind zehn unterschiedliche Charaktere, angereist als verliebtes Pärchen, Ruhe suchende Schriftstellerin oder um einfach einmal abzuschalten. Strom, Telefon und Heizung fallen aus, auch das Personal ist nicht vollständig, aber in der Lobby am Kamin kann es angenehm sein.
Der Besitzer und sein Sohn mühen sich redlich, den Gästen Komfort zu bieten.
Allerdings: am nächsten Morgen macht eine von ihnen eine schreckliche Entdeckung - am Fuße der Treppe liegt eine Leiche! Wer könnte der Mörder sein? Vielleicht der attraktive Anwalt, der in Verdacht stand, seine Frau ermordet zu haben? Vielleicht die Schriftstellerin auf der Suche nach Inspiration für ihren neuen Roman? Jeder der Anwesenden hat ein Geheimnis, manches davon sogar recht düster. Die Situation spitzt sich zu, jeder misstraut jedem.
Shari Lapena versteht es wieder, eine geheimnisvolle, gefährliche Atmosphäre zu schaffen. Das gegenseitige Misstrauen ist spürbar, die Schockwirkung unerwarteter Ereignisse greift auch auf den Leser über. Besonders im letzten Drittel steigt die Spannung enorm.
Super zu lesen, ein fesselnder Thriller aus dem Lübbe Verlag.
Ein perfider Plan
In the Dark - Keiner weiß, wer sie sind von Cara Hunter
Wenn Handwerker in einem maroden Keller eine eingesperrte und entkräftete junge Frau mit ihrem zweijährigen Sohn finden, ist etwas Schreckliches vorausgegangen. Der alte, an Alzheimer erkrankte Besitzer bestreitet jedes Wissen dazu. DI Adam Fawley ermittelt in viele Richtungen. Ist der betreuende Sozialarbeiter in die Angelegenheit verwickelt? Oder ein entfernter Verwandter, der die Chance auf Reichtum wittert? Gab es nicht schon eine in dieser Gegend verschwundene Frau? Allerdings wurde deren Sohn gefunden.
Hat vielleicht deren Ehemann.....?
Fawley und sein Team sind nicht unfehlbar, aber hartnäckig. Unwahrscheinliches, Unerwartetes tritt zu Tage. Den Ermittlern hilft, dass sie aus gelesenen Büchern wertvolle Hinweise ableiten können.
Sehr fesselnd, sehr raffiniert konstruiert. Schade, dass die Charaktere etwas blass bleiben, nur das Böse wirkt lebendig. Lange wird gerätselt, glaubhafte, aber falsche Hinweise sorgen für Verwirrung. Unterhaltsam zu lesen.
Spannendes von Cara Hunter aus dem Aufbau Verlag.
Spannung, Verrat und Gewalt
Wenn die Zeit gekommen ist von Alexander Hartung
Kommissar Jan Tommen jagt den Schläfenmörder, einen brutalen Gangster, der in zwei Jahren sechs Menschen auf die gleiche Weise ermordet hat: durch einen Nahschuss in die Schläfe. Jetzt hat er offenbar wieder zugeschlagen, die Polizei ist elektrisiert. Tommen verfolgt Erfolgversprechendes, gerät aber in eine Falle.
Seine Kollegen schwören Rache. Chandu, ein Kerl wie ein Schrank, Max, Hackergenie, beide sympathisch und Zoe, eiskalte Rechtsmedizinerin, mit einem Benehmen wie ein unerzogenes Kind, bilden einTeam, welches mit nicht immer legalen Methoden ermittelt. Verfolgungs- und Verbrecherjagden wie in amerikanischen Thrillern, hier allerdings in Berlin, bestimmen die Ermittlungen, konkurrierende Banden bekämpfen sich. Durchaus unterhaltsam. Spannung, Verrat, Gewalt und zahllose Leichen finden sich in Alexander Hartungs Krimi. Ein rasanter, einfacher Erzählstil zieht sich durch diese Lektüre für Actionfans. Unterhaltung aus dem Edition M Verlag.
Sieben Jahre später
Postscript - Was ich dir noch sagen möchte von Cecelia Ahern
Gerry war Hollys große Liebe und sie die seine. Als er vor sieben Jahren starb, hatte er Briefe hinterlassen, die sie monatsweise öffnen durfte. In jedem war eine Aufgabe, die aus gemeinsamen Erinnerungen resultierte und Holly zurück ins Leben bringen sollte. Sieben Jahre sind vergangen, Holly geht es gut.
Sie hat einen tollen Partner, einen Job und die Unterstützung von Familie und Freunden. Plötzlich allerdings wirft sie etwas aus der Bahn.
Mitglieder eines „PS: Ich liebe dich- Clubs“ wollen ihre Hilfe bei Briefen, die sie, da sie selbst bald sterben, ihren Angehörigen hinterlassen wollen. Kann und will Holly alles wieder aufrühren?
Cecilia Ahern hat emotional berührende Schicksale zusammengeführt. Sehr gefühlvoll Menschen mit einem letzten großen Ziel geschildert. Alle Clubmitglieder haben eine Geschichte, alle wollen, dass etwas von ihnen bleibt. Ich bewundere jeden von ihnen, besonders aber Ginika, die unglaublich stark in ihrer wirklich tragischen Situation bleibt. Holly bringt sich selbstlos ein.
Aber was macht dieses Engagement mit Ihr? Glaubhaft beschreibt Cecilia Ahern ihren Weg von Ablehnung über den Plan, sich nur kurz blicken zu lassen bis hin zu großem Einsatz. Hollys Leben gerät aus den Fugen.
Sie sieht Gerrys Briefe, die sie so stark beeinflusst haben, in einem neuen Licht. DAS ist es, was ausserdem so stark beeindruckt in diesem berührenden Buch. Holly verändert sich, kommt aus ihrer Komfortzone heraus und hat eine neue Stärke erlangt.
Cecilia Ahorn nimmt den Leser auf eine neue Gefühlsreise mit und stellt Dinge in Frage, die perfekt erschienen.
Sehr Nachdenkens- und Lesenswertes aus dem S. Fischer Verlag, aus dem Englischen übersetzt von Christiane Strüh.
Träume, exotische Reiche und wundersame Wesen
Postscript - Was ich dir noch sagen möchte von Cecelia Ahern
Es gab einmal eine ferne Stadt, in der zahme Hirsche durch die Straßen promenierten, die lange Haare der Damen von Vögeln gestützt wurden, Torten für Jedermann in offenen Fenstern bereitstanden und viel Wundersames mehr - das erzählte ein alternder Mönch dem Kriegswaisen Laszlo. Besessen von dieser Idee, suchte er Beweise für die Existenz dieser Zauberwelt und trug unermüdlich Wissensschnipsel zusammen.
Gutmütigkeit brachte ihn dazu, seine Erkenntnisse mit dem Königssohn zu teilen. Ob das klug war?
Laini Taylor hat eine märchenhafte Geschichte, in der es nur so wimmelt von unbekannten Erscheinungen und Wesen, von unerklärlichen Phänomenen und Magie, gestaltet. Laszlo kämpft für seinen Traum, der Leser fiebert mit. Und es gibt nicht nur eine verwunschene Stadt mit einem großen Problem, sondern noch eine ganz andere Welt.
Spannend wird es, wenn es um Laszlo geht, seine Reise. Ein weiterer Erzählstrang wirkt verworren, die Vielzahl neu kreierter Worte ist ermüdend. Schade, entwickelt sich doch eine absolut ausbaufähige Geschichte mit viel Potenzial. Aber es gibt ja eine Fortsetzung.
Ein phantasievoller Roman aus dem Bastei Lübbe Verlag, aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von U. Raimer-Nolte.
Mörderjagd
Der siebte Schrei von Linda Budinger
Sechs Jungen hat er entführt, gefoltert. Einer konnte fliehen, die anderen sind tot. Und jetzt wurde ein weiterer Schüler entführt.
Auf diesen Alt- und jetzt aktuellen Fall wird auch Special Agent Dean Hamilton angesetzt. Eigentlich schwer traumatisiert, soll und will er eine Chance bekommen, sich zu beweisen.
Ein großes Problem ist, dass auch Steve unter einem Trauma leidet und zudem noch stumm ist. Zur Traumabewältigung darf er auf eine Pferderanch in Idaho und dort mit Therapiepferden arbeiten. Kann Dean sein Vertrauen erwerben?
Auch der Mörder kommt regelmäßig zu Wort. Er hat ein Faible für Musik und eine abartige Besonderheit. Darauf muss man erst einmal kommen!
Das zu einem spannenden Thriller zu verweben, gelingt der Autorin Linda Budinger sehr gut. Mehrere Erzählstränge werden aufgegriffen ( mysteriöse Bankkarten, übereifrige Polizisten, Bankraub, seltene Eigenschaften wie Synästhesie, mühselige polizeiliche Ermittlungsarbeit, Korruption) und mehr oder weniger sympathische Figuren gestaltet. Besonders gefallen mir natürlich die beiden Protagonisten Dean und Reittherapeutin Marina, sehr engagiert in ihrem jeweiligen Bereich. Beiden wünscht man alles Gute und sich selbst eine Fortsetzung mit den Zweien.
Mord als Aphrodisiakum
Der siebte Schrei von Linda Budinger
Sie sind attraktiv, anerkannt, gesund, leben in angenehmem Wohlstand. Sie haben ein schönes Haus, zwei Kinder, Rory und Jenna, 13 und 12 Jahre alt. Und eine bizarre Leidenschaft: Mord als Aphrodisiakum.
Beider Kindheit war schwierig: sie wurde von ihrer Schwester schikaniert, seine Eltern waren zu erfolgsorientiert.
Ist das der Grund für ihre Obsession?
Samantha Downing beschreibt fast wie nebenher schreckliche Taten aus der Sicht des Protagonisten, den zwar an und ab das Gewissen plagt, allerdings nie so heftig, dass er seiner Frau Einhalt gebietet, im Gegenteil, er findet das sexy, kämpft um ihre Anerkennung und um den Kick.
Das Pärchen hat den clever scheinenden Einfall, einen früher agierenden Mörder für ihre Taten verantwortlich zu machen. Ihre Mitmenschen, auch ihre Kinder, reagieren unerwartet heftig.
Sehr spannend, wie die Mordplanung und deren Vertuschung aufgebaut werden. Unfassbar, wozu Menschen aus niederen Beweggründen fähig sind. Und unglaublich, dass Trittbrettfahrer profitieren.
Überraschende Wendungen packen den Leser, man mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Ein gelungener Thriller aus dem Goldmann Verlag.
Eingesperrt
Sterbekammer von Romy Fölck
Was so sanft beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Horrorszenario: eine junge Frau wird 2010 verschleppt und in einem Kellerverlies gefangen gehalten. Jahre später. Frida Paulsen ist die „Neue“ im Team der Itzehoer Polizei. 10 Jahre lang ist sie in Hamburg Streife gefahren, hat sich zur Kriminalpolizei versetzen lassen.
Ihr „Ziehvater“ Bjarne Haverkorn, erholt sich von einer im Dienst erlittenen Verletzung. Ein neuer Chef, der sich als strenger Vorgesetzter erweist, macht ihr das Leben schwer, betraut sie mit einem Cold Case, eben mit der Entführung aus dem Jahre 2010. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Tod des alten Hader, in dessen abseits gelegener Wohnmühle ein Kellerverlies mit DNA-Spuren einer Frau gefunden werden?
Eine schreckliche Vorstellung, viele Jahre in einem fensterlosen Loch gefangen gehalten zu werden. Was macht das mit Einem?
Romy Fölck hat einen spannenden Krimi verfasst, der den Leser sofort packt und mit auf Spurensuche gehen lässt. Interessant, welche Ansätze verfolgt werden. Welche Enttäuschung, wenn eine viel versprechende Fährte mit einem Fehlschlag endet. Spannung wird aufgebaut und konstant gehalten. Und natürlich ist Offensichtliches doch nicht so, wie es zunächst scheint.
Sachlich geschildert, aber gerade deshalb so emotional, sind die Gedanken der Entführten, die die Tage ihrer Gefangenschaft zählt. Mehr bleibt ihr nicht.
Schön, dass Lokalkolorit einfließt, die Sorgen der Obstbauern eingeflochten werden und auch die Liebe eine Rolle spielt. Sehr sympathische und weniger nette Kollegen werden bei ihrer mühseligen, oft großen persönlichen Einsatz fordernden Arbeit beobachtet.
Spannendes aus dem Bastei Lübbe Verlag, gut zu lesen.







