Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Kinderbuchklassiker
Das Gespenst von Canterville (Weltliteratur und Musik mit CD und zum Streamen) von Henrik Albrecht; Oscar Wilde
Den Klassiker „Das Gespenst von Canterville“ von Oscar Wilde sollte man kennen, er gehört einfach zur Allgemeinbildung dazu. Warum nicht schon die Jüngsten - natürlich altersangepasst - damit bekannt machen? Die Stimmungen mit entsprechender Musik einzufangen war Henrik Albrecht ein Anliegen, welches er in einem Buch mit CD, wahlweise mit Download, verwirklichte.
In kursiver Schrift erklärt er Details zur Musik und den Instrumenten. Die Idee gefällt, die Umsetzung ist ambitioniert.
Sonja Wimmer hat dazu großartige, anschauliche und gelungene Illustrationen gefertigt, ehrlicherweise gefielen uns diese am besten. Man kann auch nur mit den Zeichnungen die Geschichte erzählen, man kann die Geschichte vorlesen, man kann Geschichte und Musik plus Erklärungen nutzen. Variante drei empfinden wir als umständlich und keinesfalls für die empfohlene Altersgruppe ab fünf Jahren geeignet.
Für ältere Kinder als Konzerterlebnis bzw. Hörspiel mit optischer Anreicherung eine schöne Idee.
Großformatiges, wertiges Buch aus dem Ueberreuter Verlag.
Belehrungen
Kopenhagen mon amour von Zoe Brisby
Französin Brune beschließt, auf unkonventionellem Weg ein Kind zu bekommen, einen passenden Mann hat sie aber nicht dazu. Also soll es eine Kinderwunschklinik in Dänemark richten. Ihre militante Ökofreundin Justine wird sie begleiten. Diese Justine ist penetrant belehrend, verletzt Brunes Privatsphäre auf das Gröbste und ist ausgesprochen unsympathisch.
Was als ausbaufähige Idee begann, mausert sich zu einem Achtsamkeitsratgeber. Verschiedene Personen äußern wiederholt phrasenartige Lebensweisheiten. Slapsticksituationen, die nicht wirklich lustig sind, reihen sich aneinander. Eigenartige Zufälle und alberne Aktionen begleiten Brunes Reise. Über das titelgebende Kopenhagen erfährt man wenig, „Mon amour“ erklärt sich nicht, auch der Fakt, dass alle Dänen rothaarig sind und französisch sprechen, erscheint klischeehaft.
Aber das Cover ist sehr schön.
Der Klappentext ließ viel erwarten, geliefert wurde davon kaum etwas.
Auren
Alle Farben meines Lebens von Cecelia Ahern
Die achtjährige Alice musste zu früh Verantwortung übernehmen. Die Sorge um ihre suchtkranke Mutter, den jüngeren Bruder und den verlotternden Haushalt treibt sie um. Aber etwas mit ihr ist merkwürdig: sie sieht Farben, die um andere Menschen wabern, ihre Stimmungen oder Befindlichkeiten! Das beunruhigt sie, macht nervös.
Darüber erfährt man ausgesprochen viel.
Ihre Gedanken springen oft unvermittelt in die Vergangenheit, mitten im Erzählfluss. Das wirkt mitunter sehr irritierend, ja, störend. Eine Kursivschrift hätte geholfen.
Gut beschrieben wird, wie sie lernt, mit ihren Fähigkeiten umzugehen. Bis sie auf einen Menschen ganz ohne Aura trifft. Dann geht alles sehr schnell, ihr weiteres Leben wird im Zeitraffer abgehandelt.
Cecilia Ahern hat eine besondere Frau beschrieben, ihre Probleme detailliert aufgezeigt, versucht, Verständnis zu wecken. Ihre Idee, jedem Kapitel eine Farbe zuzuordnen, gefällt mir. Blau für Depressionen, rot für Zorn, rosa für Ausgeglichenheit und Glück und mehr. Auch, dass ihre Alice nicht die positiven Gefühle anderer Personen auf sich lenken möchte, mag ich. Allerdings sind ihre Neurosen für Mitmenschen anstrengend. Wirklich warm werden konnte ich mit ihr nicht.
Romantisch
Shatter and Shine von Sarah Stankewitz
Hazel hat nach längerer Zeit endlich den Verlust zweier geliebter Menschen halbwegs verarbeitet und nimmt sowohl Studium als auch den Unterricht für ihren Gebärden-Kurs wieder auf.
So weit ist Cameron noch nicht. Stumm und verbissen verweigert er nach traumatischen Kriegserlebnissen seine Teilnahme am Leben.
Welch eine Herausforderung für Hazel! Sie muss sogar ihre Geheimwaffe einsetzen.
Die Beziehung entwickelt sich ganz behutsam. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Unerwartetes schiebt sich dazwischen.
Ein bisschen Drama, viel Liebe und Gefühl, Verlust, Schmerz und auch ein wenig Kitsch - genau die Zutaten, die diese gefühlvolle Story braucht.
Ein emotionaler Liebesroman von Sarah Stankewitz. Locker geschrieben, mit viel Herz erzählt und gut zu lesen.
Zweiter Band der Faith-Reihe, herausgegeben von Forever.
Gegen die Götter
Medusa: Verdammt lebendig von Lucia Herbst
Gegen die Götter
Was für eine originelle Darstellung: Medusa verklagt die Götter, die ihr schweres Unrecht zugefügt haben. Im heutigen Köln. Sie selbst ist sehr interessant angelegt. Unschuldig, verletzt, trotzdem bereit, für Gerechtigkeit zu kämpfen. Ihre 50 Schlangen sind ihr charakterstarke Gefährten geworden, jede hat einen passenden Namen.
Super Idee.
Bei der Gerichtsverhandlung erscheinen viele Götter und Gottheiten, aus verschiedenen Epochen, verschiedenen Kulturkreisen.
Ägyptische, nordische, buddhistische, sumerische Sagen und Mythen werden erzählt, auch die Götter des Olymps mischen mit. Das ist interessant, frischt Wissen auf und unterhält gut. Die Götterwelt ist größtenteils ein richtig mieser Verein. Sie kämpfen unfair und intrigant. Ich hatte es geahnt, jetzt weiß ich es. Musste doch tatsächlich meine bisherige Einschätzung neu sortieren. Vielen Dank, Lucia Herbst, für diese erhellende Lektüre.
Ein originelles Sujet, gekonnt aufbereitet, sehr unterhaltsam. Zeigt, wozu mutige Kämpfer zusammen mit guten Freunden imstande sind und macht Spaß zu lesen
PS: im fliegenden Mörser der Baba Yaga würde ich auch gern mal reisen!
Guten Appetit!
Ihr könnt doch noch nicht satt sein! von Renate Bergmann
Die Online-Omi kann gut kochen, das wissen nicht nur die jungschen Dinger wie Ariane und Stefan.
Viele Rezepte mit Geling-Garantie sind hier liebevoll gesammelt und aufgeschrieben worden, übersichtlich unterteilt in „Schnell und fein“, „Aus Oma Strelemanns Suppentopf“ Hauptgerichte, Sonntagsessen, Beilagen, „Wenn Kirsten kommt“, Festliches, Süßes.
Ohne Chichi und Schnickschnack aufgezählt, pro Doppelseite je ein Rezept und appetitliche Fotos.
Typische Renate-Bergmann-Tipps wie: „Nehmen Se keinen Magerquark!“ und kleine Alltagsgeschichten, alles mit einem Augenzwinkern angeboten, runden das Ganze ab.
Vieles möchte man gleich nachkochen, auch ist die jeweilige Beschreibung so kurz und einfach gehalten, das auch Kochanfänger damit klarkommen.
Den Eierlikör werde ich schnellstmöglich zubereiten und ein Gläschen auf Frau Bergmanns Wohl trinken!
Torsten Rohde hat hier wieder einmal der Online-Omi einen hervorragenden Auftritt verschafft, der List Verlag hat das tolle Rezeptbuch veröffentlicht. Zum Selber-Benutzen oder Verschenken bestens geeignet!
Mysteriös
Düsteres Wasser: Thriller von Catherine Shepherd
Ein Wiedersehen mit Julia Schwarz, der Rechtsmedizinerin, wie schön. Überlastet, aber gewohnt engagiert versucht sie auch hier, den Toten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Zum Beispiel einer jungen Frau, die nur auf den ersten Blick Selbstmord begangen hat. Bestimmte Umstände sprechen aber dagegen.
Zumal weitere Frauen in gleicher Konstellation gefunden werden.
Die Ermittlungen gestalten sich kompliziert. Männer im Umkreis verhalten sich merkwürdig ….
Catherine Shepherd hat erneut einen packenden Krimi mit überraschenden Wendungen geschrieben. Der Spannungsbogen wird konstant gehalten, vielversprechende Spuren führen ins Nichts. Auch Privates wird einbezogen.Liest sich super!
Die Anfänge plastischer Operationen
Der Horror der frühen Chirurgie von Fitzharris Lindsey
In diesem Sachbuch werden die Anfänge der Plastischen Chirurgie geschildert. Seit wann wird sie praktiziert, welche Ereignisse führten zu ihrer Entwicklung, welche historischen Hintergründe machten sie überhaupt nötig.
Verletzungen und Missbildungen am Körper gab es schon immer, aber erst während des 1.
Weltkrieges nahmen sich mutige und forschende Mediziner der Kranken an.
Mit ausführlich und sorgfältig recherchierten Fakten schildert Lindsay Fitzharris Beginn und Entwicklung der wiederherstellenden beziehungsweise korrigierenden Operationen. Die Gräuel des Krieges werden anschaulich und verurteilend beschrieben, einzelne Aussagen und Eingriffe erläutert. Traurigerweise führten verbesserte Heilmethoden auch dazu, dass die zusammengeflickten Soldaten schnellstens wieder an die Front geschickt wurden. Auch diese Folgen beleuchtet die Autorin. Die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten bedeutet dennoch einen bahnbrechenden Fortschritt. Gleichzeitig wurden die Grundlagen der heutigen Plastischen- und Schönheitschirurgie gelegt. Faszinierendes ist möglich.
Ein interessantes, gruseliges und wichtiges Kapitel der Chirurgie.
Es ist Krimizeit!
Auf der Spur des Jägers von Alexander Hartung
Ein brutaler Überfall auf eine zierliche Frau. Anscheinend grundlos. Welches Motiv hatte der Täter?
Kriminalhauptkommissar Jan Tommen nimmt die Ermittlungen gewohnt zügig und engagiert auf. Unterstützung bekommt er von toughen und witzigen Kollegen. Ob das reicht? Er muss in den einflussreichsten Kreisen ermitteln, nicht nur er wird ernsthaft bedroht, sogar verletzt.
Deswegen gibt er aber lange noch nicht auf. Mit nicht immer ganz legalen Mitteln verfolgt er heiße Spuren. Jedoch gibt es zunächst so gar keine Verbindungen.
Alexander Hartung macht es wieder spannend. Tommen und seine Kollegen wirken authentisch, sind gut vorstellbar und sehr aktiv auf Verbrecherjagd.
Liest sich gut, ein unterhaltsamer Krimi aus der Edition M.
Frauen in den Zwanzigern
Kinderklinik Weißensee - Tage des Lichts von Antonia Blum
Berlin 1929: Marlene genießt ihren Erfolg als Ärztin an der Kinderklinik Weißensee, arbeitet oft über ihre Belastungsgrenze hinaus. Bis sie einen Unfall hat.
Emma ist Oberschwester geworden, leitet die Station umsichtig und engagiert. Doch nicht alle gönnen ihr ihre Fortschritte. Alte Feinde tauchen auf.
Auch Schatten aus der Vergangenheit werden lebendig.
Antonia Blum läßt den Leser teilhaben an den Gedanken und Gefühlen der beiden tüchtigen Schwestern Emma und Marlene. Ganz nebenbei wird Wissen über den Stand der Medizin und Pflege der damaligen Zeit vermittelt. Berufliche Anstrengungen und Erfolge, aber auch Machtspielchen, große Ungerechtigkeiten und Intrigen bestimmen das Leben der Frauen. Mobbing spielt eine Rolle, unerfüllte Wünsche sowie die drohende Machtergreifung durch die Nazis.
Der Roman zeichnet ein interessantes Bild der Endzwanziger Jahre in Berlin und bezieht wichtige historische Ereignisse mit ein.
Gut zu lesende, unterhaltsame Lektüre aus dem Ullstein Verlag.











