Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Wo ist hier der Thriller?
Der Verrat
Dieser Roman ist als Thriller betitelt, doch abgesehen von den ersten 50 und den letzten 50 Seiten konnte ich für mich wenig Spannung finden. Am Anfang wird auf dem Flughafen der fünfjährige Jimmy entführt, während seine Adoptivmutter Stephanie Harker in der Sicherheitsschleuse feststeckt. Als sie sich endlich daraus befreien kann, wird sie vom Flughafenpersonal für eine Attentäterin gehalten und überwältigt.
Bis sie schließlich erklären kann, was geschehen ist, ist der Entführer mit dem Jungen über alle Berge.
In der Folge wird Stephanie von einer FBI-Agentin vernommen, der sie ihre Lebensgeschichte und die des Jungen bzw. seiner Eltern erzählt. Jimmys Mutter ist Scarlett Higgins, die durch eine Reality-TV-Show bekannt wurde, der Vater ist Joshu Patel, ein angesagter DJ. Stephanies Erzählung gleicht nun mehr einer Milieustudie als einem Thriller. Und leider kann ich mit diesem Milieu nicht viel anfangen, es interessiert mich einfach nicht. Daher waren die 400 Seiten in der Mitte des Buches für mich nur mäßig interessant. Auch der Schreibstil konnte mich hier nicht begeistern, da es im Großen und Ganzen ein Monolog ist, ohne Höhen und Tiefen und ohne viele Emotionen. Auch die Übersetzerin hätte sich etwas mehr Mühe geben können. Zum Teil wurde wohl wortwörtlich aus dem Englischen übersetzt, auch wenn das im Deutschen keinen Sinn ergibt (z.B. S. 315: ?Es gehört zu ihrem Beruf, ihren Namen in den Boulevardzeitungen zu haben.? Er sah leicht verächtlich drein. ?Na, ich nehme an.?)
Hinzu kommt, dass Val McDermid einiges stark konstruiert hat, um den Leser künstlich auf falsche Fährten zu locken, teilweise kam es mir wirklich so vor, als würde sie ihre Leser nicht für besonders intelligent halten. In einigen Fällen ist auch das Verhalten der Figuren in keiner Weise nachvollziehbar. Und über weite Strecken ist die Geschichte auch noch vorhersehbar. Selbst als dann am Schluss die ersehnte Wende kommt, ist das keine wirkliche Überraschung.
Ich habe zwischen 2 und 3 Sternen geschwankt. Da ich heute meinen guten Tag habe und jemand, der sich für Realty-Shows und drittklassige Promis interessiert, von dem Buch eventuell einigermaßen unterhalten wird, habe ich mich für 3 Sterne entschieden.
Rezensionen von beasteiner:
Asteroyds
Der Verrat
Flottes, witziges Spiel, schnell erklärt, schnell gespielt.
Erinnert an eine Kombination von Robo Rally und Galaxy Truckers, ohne jedoch die Koplexität der beiden zu erreichen. Die offenen Spielregeln - selbst Varianten entwickeln und "Hausregeln" festlegen, bieten zusätzlichen Reiz.
Rezensionen von vielleser18:
Eine Lebensgeschichte
Der Verrat
Stephanie, Patin des kleinen Jimmy, möchte mit ihm eigentlich nur mal abschalten und Urlaub machen. Doch auf dem Flughafen in New York werden sie bei der Überprüfung getrennt. Ein Entführer nutzt die Chance um Jimmy zu entführen. Stephanie erzählt bei der anschließenden Befragung mit der FBI-Agentin die Geschichte von sich und Jimmy´s Mutter Scarlett, die sich einst aus einfachsten Verhältnissen stammend, über die glamouröse Welt eines C-Promis zu einer angesehenen Prominenten hochgearbeitet hat.
Eigentlich bin ich aus anderen Motiven an dieses Buch heran gegangen und habe mich von der Bezeichnung "Thriller" auf der Titelseite in die Irre leiten lassen. Für mich war dieses Buch höchstens am Anfang und am Ende spannungsreich. Der Mittelteil, die Art Rückblenden, die Stehpanie als Erzählung an die Agentin richtet, gehören zum Verständnis der Geschichte zwar absolut dazu, doch sie haben mich nicht überzeugt. Das Ende kam überraschend, aber nicht in allen Teilen, und hat mich etwas ratlos zurück gelassen.
Ich habe lange geschwankt, wie viele Punkte ich hier vergeben soll, ob 3 oder 4, habe mich aber letztendlich nun für die drei entschieden. Es ist nicht so, dass es absolut schlecht ist, es hat mir meistens ja auch gefallen. Aber es gab so einige Teile, die mich nicht überzeugt haben, und da das Buch mich nicht wirklich gepackt hat, habe ich die niedrigere Punktzahl gewählt.
Dies war mein erstes Buch von Val McDermid. Was man ihr zugestehen muss, ist, dass die Protagonisten bis in die Einzelheiten genau ausgearbeitet sind und ich mich anhand der Beschreibungen stellenweise wie in einen Film versetzt gefühlt habe.
Rezensionen von buchleserin:
Der Verrat
Der Verrat
Stephanie Harper und ihr fünfjähriger Adoptivsohn Jimmy sind am Flughafen in Chicago.
Als Stephanie zur Sicherheitskontrolle in eine Kabine muss, verspricht Jimmy, beim Gepäck zu warten. Als sie zum ihm hinschaut, spricht ein Mann in Uniform, der ihr seltsam vorkommt, mit dem Jungen.
Plötzlich nimmt der Mann Jimmy mit.
Sie schreit noch hinterher, doch die Sicherheitsleute lassen sie nicht weg. Völlig verzweifelt bricht Stephanie aus der Sicherheitsschleuse aus und wird für eine Attentäterin gehalten. Schließlich wird sie von der Security überwältigt und der Entführer ist mit Jimmy bereits verschwunden.
Nur die FBI-Agentin Vivian McKuras glaubt ihr.
Stephanie erzählt ihr von der Vormundschaft und wer Jimmys Mutter ist.
Scarlett Higgins ist an Krebs gestorben. Durch eine Reality-Show im Fernsehen wurde sie berühmt. Stephanie hat für sie zunächst als Ghostwriterin gearbeitet. Es entwickelte sich eine enge Freundschaft und als Scarlett im Sterben lag, hat Stephanie ihr versprochen, sich um Jimmy zu kümmern.
Stephanie hat wohl einen Verdacht, wer hinter der Entführung stecken könnte, den sie aber zunächst nicht erwähnt.
?Der Verrat? beginnt schon gleich spannend mit der Entführung am Flughafen. Völlig verzweifelt musste Stephanie mit ansehen, wie Jimmy entführt wurde und die Sicherheitsleute wollten ihr nicht glauben.
Nur die FBI-Agentin Vivian McKuras glaubt ihr und Stephanie erzählt von der Vergangenheit, von Scarlett und wie es zur Adoption kam.
Val McDermids Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Das Buch hat mich sogleich gefesselt und ich war am Rätseln und Grübeln wer hinter der Entführung steckte und musste unbedingt wissen, wie die Geschichte zu Ende geht. Wer hat wen verraten?
Ich fand die Handlung durchgehend spannend. Zum Schluss steigerte sich die Spannung dann noch einmal.
Die interessanten Charaktere sind gut beschrieben.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung!
Rezensionen von Petra Gruber:
Berührende Geschichte!
Der Verrat
Herbie Aaron und seine Frau waren ein schillerndes, berühmtes Paar der Theaterwelt. Sie bewegten sich in der Welt der Reichen und Schönen, experimentierten mit ihrer Sexualität und waren doch immer ein Liebespaar. Als Annie an Krebs stirbt, verliert Herbie den Boden unter den Füßen.
Was so tragisch klingt, wird trotzdem zu einem wunderbaren, romantischen, kleinen, aber sehr feinen und dichten Roman.
Nach einem Tag im Krankenhaus bei seiner Frau lernt Herbie Olive in einer Bar kennen. Sie kellnert dort, um sich das Leben zu finanzieren, in Wirklichkeit ist sie eine begabte Schauspielerin. Er muss sie Annie vorstellen, denn er weiß, sie wird begeistert von ihr sein. Olive hilft Herbie in der schmerzhaften Zeit, doch Annie gewinnt sie sofort lieb und in ihren letzten Tagen setzt sie alles daran, Olive zu coachen und sie auf den Weg des Schauspiels zu bringen.
Teil dieses kleinen Mikrokosmoses sind auch noch Candy, Annies und Herbies Tochter und Billy, eine Golflehrerin mit harter Schale und weichem Kern. Gemeinsam versuchen sie irgendwie, mit Annies Sterben umzugehen.
?So it goes? (der englische Titel ?After Annie? gefällt mir wesentlich besser!) ist ein wunderschöner, berührender Roman über die Liebe, Freundschaft, Familie und die immer wieder faszinierende Welt des Theaters.
Rezensionen von knappinger@l-w-k.at:
Vierter Teil der Trilogie - gelungen
Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt von Sven Regener
Nach "Herr Lehmann", "Neu Vahr Süd" und "Der kleine Bruder" war man gespannt, was da noch nachkommen kann aus der Kneipen- und Künstlerszene Berlins der 80er und 90er.
Hauptdarsteller ist diesmal Karl Schmidt, der in allen drei Büchern bereits aufgetaucht ist. In gewohnter und unnachahmlicher Manier für endlose Schachtelsätze erzählt Regener die Geschichte einer Rückkehr mit viel Liebe für die Figuren und die Stimmung in den 90ern.
Sehr gut gelungen - und sogar Herr Lehmann kommt vor!
Rezensionen von Equi-Libri:
Trockene Handlung - Füssige Sprache
Samarkand Samarkand von Matthias Politycki
Matthias Politycki lässt seinen Protagonisten Alexander Kaufner über 300 Seiten lang durch die öden Gebirgsmassive Kirgistans und Tatschikistans maschieren, auf der Suche nach einer geheimnisvollen Kultstätte.
So langweilig wie diese Vorstellung anmuten mag, ist man jedoch schnell von der Erzählgabe des Autor in den Bann gezogen.
Rezensionen von sursulapitschi:
Die traurige Geschichte eines C-Promis
Der Verrat von Matthias Politycki
Ein Kind wird entführt. Vor den Augen der Mutter und am hellen Tag auf einem Flughafen.
Das ist das Problem. Erzählt wird in diesem Buch dann allerdings eher die Geschichte: Warum ist diese Mutter die Adoptivmutter? Wer waren die leiblichen Eltern? Wie ist es zur Adoption gekommen?
Stephanie, die Adoptivmutter, war die beste Freundin von Scalett, dem Star einer britischen Realityshow, die ihre Berühmtheit dadurch erlangt hat, dass sie sich medienwirksam vorbeibenehmen konnte.
Ausführlichst wird ihr Leben beschrieben, und auch über Stephanie erfährt man einiges. Das liest sich ganz unterhaltsam, ist aber nicht besonders aufregend, zumal man auch schon weiß, wie es ausgeht. Wir wissen Scarlett und ihr Mann werden sterben. Stephanie wird Jimmi adoptieren.
Deshalb sind zwei Drittel des Buches absolut vorhersehbar. Ich war mir die ganze Zeit nicht sicher, ob ich das lesen möchte. So interessant ist Scarletts Lebensgeschichte dann auch nicht.
Im letzten Drittel hat sich die Autorin dann doch noch etwas einfallen lassen, womit wirklich keiner gerechnet hat. Da wird es dann tatsächlich spannend, wenn auch nicht immer ganz nachvollziehbar.
Ich habe dieses Buch mit gemischten Gefühlen beendet. Es hat mich nicht gelangweilt, aber auch nicht mitgerissen. Es ist kein gewöhnlicher Thriller, der einen packt , der einen rätseln lässt, bei dem man vor Spannung nicht aufhören kann zu lesen. Streckenweise ist es eher eine Milieustudie zu einem mäßig interessanten Thema.
Für mich ist es ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.
Rezensionen von Petra Gruber:
Spannendes Lesefutter!
Der Verrat von Matthias Politycki
Der Pensionist Erich Sassbeck wird nach einem Besuch bei seiner Schwiegertochter und seinem Enkel brutal am Bahnsteig der U-Bahn zusammengeschlagen. Die Täter kennen kein Pardon und als er schon denkt, dass das wohl das Ende sei, wird es plötzlich hell. Eine leuchtende engelähnliche Gestalt erschießt beide Täter und ist so schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht ist.
Doch keiner glaubt Erich Sassbeck, im Gegenteil, als ehemaliger DDR-Grenzposten gerät er sofort in Verdacht, die Jugendlichen erschossen zu haben.
Weitere Vorfälle, die anfangs allerdings noch vertuscht werden sollen, treten auf. Man spricht von einem Todes- oder Racheengel, die Opfer von Gewalt und Überfällen in letzter Sekunde rettet, indem er die Täter kaltblütig erschießt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und tappt im Dunklen. Was haben die aktuellen Vorfälle außerdem mit dem alten Fall Holi zu tun, bei dem der Geschäftsmann Holi vier Jugendlichen half, die um ihr Geld erpresst wurden und dann deshalb selber von den Tätern brutalst erschlagen wurde.
Der Aufbau des Buches ist genial, spannend und mitreißend. Ein richtiger Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Besonders gut gefallen hat mit die Szene, als David Mann überfallen wird. Es geht weiter mit einer Aufzählung aller Verletzungen. Aber nicht er hat sie erlitten, sondern seine Angreifer. David Mann als Krav Maga Trainer konnte sich erfolgreich wehren. Ein richtig schönes Aha-Erlebnis für mich als Leserin. Wunderbar ausgearbeitet fand ich auch die vier jugendlich Opfer des Falles Holi. Man sieht an ihnen, wie unterschiedlich Menschen mit Traumata umgehen. Victoria, die seither das Haus nicht mehr verlassen hat, Peter, der Pfarrer geworden ist, Ulrich, der die Geschehnisse erfolgreich verdrängt hat und Alex, der zum Perfektionisten wurde.
Der geniale Aufbau des Buches ist für mich gleichzeitig auch die Schwachstelle des Romans. Er ist für meinen Geschmack zu perfekt konstruiert, alle hängen irgendwie zusammen und jeder einzelne Strang wird bis zum Ende durcherzählt und was noch übrig bleibt am Schluss in einer Vorschau auch noch zu Ende gebracht. Die Liebesgeschichte zwischen Victoria und Ambick erinnert mich allzu sehr an: Und wenn sie nicht gestorben sind,?
Ich habe das Buch dennoch mit großem Vergnügen gelesen und kann es allen, die auf der Suche nach spannendem Lesefutter mit aktuellem Hintergrund sind nur wärmstens empfehlen. Mein Lieblings-Eschbach ist ?Todesengel? nicht geworden. Diesen Rang behält weiterhin ?Herr aller Dinge?.
Rezensionen von Petra Gruber:
Wunderbares Jugendbuch!
Der Verrat von Matthias Politycki
Arthur ist 95, er war früher ein weltbekannter Cellist, der die Frauen liebte, aber kein Glück mit seinen Ehefrauen hatte. Nr. 1 starb bei der Geburt ihrer Tochter und ließ ihn als todunglücklichen, alleinerziehenden Vater zurück, Nr. 2 verließ ihn, als Tochter Nr. 2 noch sehr klein war. Heute ist er nicht der Großvater, wie er im Bilderbuch steht, weise, liebevoll und nett, er ist grummelig, vergrault alle und bringt selten ein nettes Wort über die Lippen.
Royce ist 17 und Arthurs Enkel. Nach dem Umzug auf die andere Seite Canadas, eine Schnapsidee seiner Mutter Nina (übrigens Tochter Nr. 2), um Arthur nach einem Schlaganfall zu unterstützen, hat er noch keine Freunde und überlegt nur, wie er möglichst schnell wieder zurückkommt. Ein gut bezahlter Sommerjob, um sich mit dem Geld ein eigenes Auto leisten zu können, kommt da wie gerufen. Selbst wenn das heißt, sich um den missmutigen Arthur kümmern zu müssen.
Nachdem ihm Arthur seinen schönen, alten, schwarzen T-Bird gezeigt hat und ihn sogar damit fahren lässt, beginnt Royce sich mit dem Alten anzufreunden.
Eines meiner Lieblingszitate aus dem Buch stammt von einer dieser Fahrten: ?Wären wir Darsteller in einem Film, würden Arthur und ich gemeinsam über Land fahren, ich würde von seiner reichen Lebenserfahrung profitieren und er von meiner Lebenslust.?
Die Hollywoodphantasien gehen auch mit mir als Leserin durch! Im Kopf erzähle ich schon die Geschichte zu Ende. Sie besuchen gemeinsam mit dem T-Bird Royces alte Freunde, Royce entdeckt sein musikalisches Talent und sein Großvater findet wieder Lebensfreude, indem er ihn unterrichten kann. ?und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.
So läuft das Leben aber nicht. Und damit auch nicht die Geschichte von Royce, Arthur und Nina. Aber der Autorin gelingt es, die Geschichte genau so liebevoll und menschlich zu Ende zu bringen, wie sie sie begonnen hat. Mehr wird hier nicht verraten!
Arthur oder Wie ich lernte den T-Bird zu fahren ist ein Buch, bei dem einfach alles stimmt, angefangen vom Titel über Cover und natürlich die Geschichte. Auch sprachlich hat es mir sehr gut gefallen, im Gegensatz zu anderen Jugendbüchern, bei denen es nur um eine spannende Story geht, wurde hier auch sehr sorgfältig erzählt. Ich habe den Roman in kürzester Zeit verschlungen, musste dabei lachen und weinen und habe die Charaktere richtig lieb gewonnen. Beeindruckt hat mich auch, wie differenziert die Autorin ihre ProtagonistInnen zeichnet. Kein schwarz-weiß, sondern ganz viele Schattierungen. Sie sind einfach menschlich, mit ihren guten und schlechten Seiten.
Alles in allem, ein wunderbares, sehr empfehlenswertes Buch nicht nur für Jugendliche!




