Kunden em pfehlungen
Rezensionen von c.groeger:
Eine Utopie?.
Unterwerfung von Michel Houellebecq
Frankreich im Jahr 2022. Anders als vor fünf Jahren, als durch das Zusammenwirken gemäßigter Kräfte, ein Sieg der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen verhindert werden konnte und François Hollande für eine weitere Amtszeit bestätigt worden ist, gilt für den jetzigen Präsidentschaftswahlkampf und das Antreten des muslimischen Kandidaten Mohammed Ben Abbes das Heranbrechen einer neuen Ära.
Erstmals seit Bestehen der Fünften Republik stehen einander in der Stichwahl keine Kandidatin und kein Kandidat der gemäßigten demokratischen Parteien gegenüber.
Marine Le Pen gegen Ben Abbes. So lautet das Szenario in dem sich der Literaturwissenschaftler François wiederfindet. Der an der Sorbonne lehrende Professor gilt als Spezialist für Joris-Karl Huysmans, einen Autor der Belle Epoque, über den François auch seine Dissertation verfasst hat.
Die aufgeheizte Stimmung nimmt François, der sich selbst als ?so politisiert wie ein Handtuch? bezeichnet, erst nur am Rande war. Doch auch seine derzeitige Geliebte Myriam fürchtet eine Radikalisierung der Atmosphäre und entschließt sich, nach Israel auszuwandern.
Als es zu ersten kleineren Unruhen kommt, beschließt François sich aus Paris zurückzuziehen. Auf seiner Fahrt in den Südwesten des Landes, auf gespenstisch leeren Autobahnen, entdeckt er bei einer Tankstelle mehrere Leichen. Einige davon, augenscheinlich Nordafrikaner, bewaffnet mit Maschinenpistolen. Auf den Frequenzen der Radio- und Fernsehstationen nur Rauschen.
Nach einigen Wochen Aufenthalt in der Provinz entschließt sich François nach Paris zurückzukehren. Als sich in der Stichwahl Ben Abbes durchsetzt und die Universität, vorerst, für unbestimmte Zeit geschlossen wird, erkennt François, das ?Alles politisch ist?. Der neue Rektor, ein zum Islam konvertierter Identitärer wechselt die Professoren, der neuen Ideologie gemäß, aus. François wird, ohne Abstriche in Kauf nehmen zu müssen, pensioniert.
Das erste Anzeichen des neuen Geistes ist das allmähliche Verschwinden der Frauen aus der Arbeitswelt. Arbeitenden Frauen, ohnehin nicht gern gesehen, wird das Zuhausebleiben noch durch finanzielle Zuwendungen versüßt. Die Geldmittel der Golfstaaten machen es möglich.
Auch Röcke und Kleider verschwinden mehr und mehr aus dem Straßenbild. An ihre Stelle treten Hosen und weite Blusen, welche beinahe bis zu den Knien reichen. François, der sich zunehmend zurückgezogen hatte, erreicht schließlich der Ruf der neuen Universitätsleitung, welche ihn gerne wieder als Lehrenden sehen würde. Als Lockmittel dienen, eine grosszügige Entlohnung, sowie im Falle seines Übertritts zum Islam, bis zu drei Frauen, welche ihm dem Gesetz nach, nunmehr zustünden.
Houellebecqs neuer Roman ist ein großes düsteres Gedankenexperiment. Sein Anti-Held François, ein Nihilist wie die meisten Figuren dieses Autors, versucht sich durch Anpassung Vorteile zu verschaffen. Was ihn natürlich nicht unbedingt sympathisch macht, trotzdem muss die vielfach überzogene Kritik am Verhalten François abgelehnt werden, man tut gerade so, als wäre dies etwas Neues in der Menschheitsgeschichte.
Auch der Vorwurf der Islamophobie trifft in keinster Weise zu. Viel eher ist dieser Roman ein Schlag ins Gesicht der sogenannten Mehrheitsgesellschaft, welche sich ihre ach so kostbaren Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, die Gleichstellung der Frau etc. ohne weiteres nehmen lässt.
Ein großer dystopischer Roman eines großen Schriftstellers.
Und ja, Literatur darf und muss provozieren und kritisieren. LITERATUR DARF ALLES!
Rezensionen von c.groeger:
Wütende weiße Männer
Hart auf hart von T. C. Boyle
Als der pensionierte Schuldirektor und Vietnamveteran Sten während einer Mittelamerikakreuzfahrt, die er gemeinsam mit seiner Frau unternimmt, bei einem Landausflug überfallen wird, brennen bei dem topfiten Siebzigjährigen die Sicherungen durch. Was man ihm vor Jahrzehnten bei der U.S. Army beigebracht hatte, ist ihm immer noch gegenwärtig.
So tötet er einen der Räuber, was genügt, den Rest der Bande in die Flucht zu schlagen.
Zurück in den Staaten wird Sten für kurze Zeit als Held gefeiert. Glückwünsche und Unterstützungserklärungen erreichen ihn, was ihm eigentlich nicht recht ist, denn anders als Viele, die in eine ähnliche Situation geraten wären, sieht Sten in seiner Tat wenig Heldenhaftes. Dazu beigetragen mögen auch die Probleme mit seinem Sohn Adam haben, der schon seit frühester Jugend an, mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist und durch etliche gewalttätige Ausraster vorbelastet ist.
Dieser psychisch labile Sohn beginnt nun eine leidenschaftliche Affäre mit Sara, einer Globalisierungskritikerin, Regierungsgegnerin die, wie sie immer wieder betont, ?keinen Vertrag mit denen eingegangen ist?. Denen, meint in ihrem Fall so ziemlich Alle die den Staat repräsentieren.
Doch auch Sara wird schnell klar, das Adam, neben seiner Begeisterung für einen Trapper des 19.Jahrhunderts, mehr antreibt, als die bloße Ablehnung der Staatsgewalt und er sich als tickende Zeitbombe erweist, die zu entschärfen, nicht ohne Gewalt anzuwenden möglich sein wird.
T.C. Boyles Roman ist wieder einmal von beinahe unheimlicher Aktualität und Realitätsbezogenheit, indem er die Gefahr, welche von labilen gewaltbereiten Männern ausgeht, zum Thema macht.
Bestsellertaugliche, große Literatur.
Rezensionen von c.groeger:
Der Untergang Arkadiens
Das Haus im Dunkel von José Luís Peixoto
Der Protagonist dieses Romans, ein junger erfolgreicher Schriftsteller, lebt zusammen mit seiner melancholischen Mutter und der Sklavin Miriam in einem, von einem verwilderten Garten umgebenen, abgelegenen Haus. Die weitläufigen Räumlichkeiten werden von unzähligen Katzen bevölkert.
Er erschafft sich eine Geliebte, eine wunderschöne Frau,?die in ihm ist?, wie es im Buch immer wieder heißt.
Mit ihr, dieser geisterhaften Schönen, unterhält er einen ?wortlosen Dialog?. Sie ist ihm Inspiration für seine Arbeit.
Als er seinen Verleger, der schon seit Jahren im Gefängnis sitzt, weil er das Manuskript eines jungen, unbekannten Autors mit der Begründung,?die Leute lesen heutzutage wenig, und schon gar nichts von einem jungen Autor, von dem sie noch nie gehört haben?, zurückgewiesen hatte, mit lüsternem Blick über seine unschuldige Arbeit schweifen sieht, kommt ihm dies wie ein Sakrileg vor und er beschließt ihn nie mehr aufzusuchen. Ein Vorsatz, den er nur kurze Zeit später, bei einer Gefängnisrevolte als dessen Anführer sich der Verleger entpuppt, brechen wird.
Als der Prinz von Calicatri, sein bester Freund aus Kindheitstagen, der sich auf eine jahrelange Weltreise begeben hatte, wieder auftaucht und vor einer bevorstehenden Invasion der Barbaren warnt und diese tatsächlich erfolgt, wird sein Haus, sein Rückzugsort zu einem Ort bestialischer Grausamkeit.
Der portugiesische Schriftsteller José Luís Peixoto hat einen Roman geschrieben, der einem den Atem raubt. Passagen von poetischer Schönheit wechseln sich mit Szenen schwer zu ertragender Gewalttätigket ab. Mit fantastischen allegorischen Bildern zeigt uns der Autor eine Welt, in der die Kunst, die Literatur mit zum Wichtigsten gehören was in ihr existiert und die von der Grausamkeit der Barbaren vernichtet wird.
Ein großartiges
Rezensionen von Mel.E:
Brisantes Thema in einer genialen Umsetzung
Mein Herz und andere schwarze Löcher von Warga Jasmine
"Mein Herz und andere schwarze Löcher" sprach mich als erstes durch das kunterbunte Cover an, bevor ich mich dem Klappentext widmete. Wie kann ein Buch über Depression und dem Gedanken an Selbstmord trotzdem so farbenfroh auf mich wirken? Zumal der Klappentext eine andere Sprache spricht als das Cover.
Meine Neugier schürte es und ehrlich gesagt freute ich mich riesig auf das Buch. Ich erwartete auf der einen Seite sehr viel Traurigkeit und auf der anderen Seite Hoffnung, denn Hoffnung ist bunt und dieses könnte ein Zeichen sein, warum für das Cover bunte Farbkleckse gewählt worden sind.
Ich gestehe, dass das Lesen der Story nicht immer einfach war, denn Aysel gibt uns tiefe Einblicke in ihre Seele und lässt uns nachempfinden, wie einsam und zerstört sie sich fühlt. Die schwarze Qualle / Depression hat sie voll im Griff. je mehr ich mich in der Story voran bewegt, bekam der Titel mehr und mehr Sinn. Hier einige Zitate aus dem Buch, um zu verdeutlichen, wie Aysels Gefühlslage zu deuten ist:
Manchmal frage ich, ob mein Herz wie ein schwarzes Loch ist - eine Masse, so dicht, dass dort kein Raum für Licht bleibt. Aber das heißt trotzdem nicht, dass das schwarze Loch mich nicht aufsaugen kann. Zitat S. 156
Mein Herz, dieses schwarze Loch, stolpert und saugt alle Luft aus meiner Lunge. Zitat S. 233
Zwei junge Menschen, die sich nach dem Tod sehnen. Eigentlich unvorstellbar, aber gerade Romans Situation verdeutlicht, wie sehr Depressionen uns umhauen können. Roman hat Tage, in denen er es nicht schafft sich morgens anzuziehen und er verbringt seine Tage im Bett, angefüllt von Trauer, Schuldgefühlen und einer gewissen Antriebslosigkeit. Aysel selbst hat andere Beweggründe, um ihrem Leben ein Ende zu setzen, die erst nach und nach offen dargelegt werden. Aus Angst vor erneuter Verletzung verschweigt Aysel ihre Gründe recht lange und präsentiert sich erst als sie genügend Vertrauen zu Roman entwickeln konnte. Selbst bei ihm befürchtet sie Ablehnung. Wir treffen hier auf zwei junge Menschen, die tief in ihrer Seele verletzt sind und keinen anderen Ausweg als den Tod sehen. Mir ging es sehr nah und erfüllte mich mit Schrecken, denn die Tatsache, dass es tatsächlich Foren gibt in denen Menschen sich suchen und finden um einen Selbstmord zu planen ist sehr beklemmend.
Im Anhang deutet die Autorin an, dass sie das Buch aus einer Begebenheit ihres Lebens geschrieben hat und vielleicht ist das auch der Grund, warum mir "Mein Herz und andere schwarze Löcher" mitunter so authentisch erschienen ist? Das Buch hat mich sehr bewegt und nachdenklich gestimmt. Ich werde nicht viel preisgeben, was die Story betrifft, denn Ziel einer Rezension ist es, neugierig zu machen und das Buch so überzeugend darzustellen, dass es unbedingt gelesen werden muss. Ich freue mich immer noch sehr, dass ich die Möglichkeit dazu hatte. Mich lässt das Buch begeistert zurück, denn die Hoffnung, die das Cover ausstrahlte, begleitete mich während des Lesens und beweist eindeutig, dass es möglich ist, sich von der schwarzen Qualle zu befreien, auch wenn der Weg hart ist und man definitiv Hilfe benötigt.
Absolute Leseempfehlung an ein Jugendbuch, welches nachdenklich stimmt, mitunter emotional wirklich bewegt und dennoch ganz viel Wahrheit beinhaltet, die mich wirklich umgehauen hat. Im Hinblick auf uns Menschen, die verletzlich sind und auf Mitleid oder Ausgrenzen der Person unterschiedlich reagieren, ist es kein Wunder, wenn es Menschen gibt, die sich einigeln, zurückziehen und in tiefe schwarze Löcher fallen. Vielleicht trifft uns mitunter auch eine Mitschuld am Leid eines anderen?
Rezensionen von Sonja:
Immer wieder neu!
Mein Herz und andere schwarze Löcher von Warga Jasmine
I
ch darf die musikalische Entwicklung Raphael Wressnig nun schon ein paar Jahre mitverfolgen und bin immer wieder aufs Neue beeindruckt.
Er ist ein Musiker, der seinen ganz persönlichen Stil entwickelt hat, aber dennoch immer wieder einen Schritt weiter geht. Es ist übrigens auch ein Genuss ihn live zu erleben! Hoffentlich hört man ihn bald wieder einmal in Klagenfurt/Celovec!
Rezensionen von Lilli33:
Road Trip mit Gefühl
Heart. Beat. Love. von Patterson James; Raymond Emily
Inhalt:
Von heute auf morgen überredet die sechzehnjährige Axi ihren besten Freund Robinson, mit ihr abzuhauen und eine Tour quer durch die USA zu machen. Was Robinson nicht weiß: Axi ist ihn verliebt. Doch das Schicksal hält nicht nur Gutes für die beiden bereit.
Meine Meinung:
Ganz ehrlich? - Anfangs war ich ziemlich enttäuscht, ich fand die Handlung total unlogisch.
Axi hat einen Ruf als BM = Braves Mädchen weg, sagt in einem Satz, dass sie sich um ihren Vater kümmern muss, um im nächsten Satz Robinson zu bitten, mit ihr abzuhauen. Und schon geht?s los, statt wie von Axi geplant mit dem Greyhoundbus mit einer geklauten Harley, mit der die beiden mal eben ohne Helm mit 180 über die Straßen brettern.
?Wir sind Axi und Robinson, die jugendfreie Version von Bonnie und Clyde.? (S. 101)
Und in dem Stil geht es weiter. Sie erleben ein paar schöne Dinge, Axi kämpft mit ihren Gefühlen für Robinson, traut sich aber nichts zu sagen. Alles recht oberflächlich. Über die beiden Protagonisten erfährt man sehr wenig, sie waren für mich nicht fassbar. Dieses war der erste Teil.
Und dann kam die Wende, Teil 2. Ach, wäre doch der erste Teil auch schon so gut geschrieben gewesen! Endlich geht es wirklich um große Gefühle, das Schicksal ist ein mieser Verräter (wenn ich mal diesen Buchtitel von John Green zitieren darf) und schlägt gnadenlos zu. Auch die Hintergrundgeschichte von Axi und Robinson kommt nun zur Sprache. Da ist nichts mehr oberflächlich, man möchte die beiden nur noch in den Arm nehmen und ganz fest halten. Und man kann die beiden schließlich nur für ihren Lebensmut und ihre optimistische Einstellung bewundern.
?Man kann ein gutes Leben führen oder es halb verschlafen. Man kann eine Sanddüne herunterrasen oder sein Leben vor dem Fernseher verbringen.? (S. 299)
Erzählt wird die Geschichte von Axi in der Ich-Form. Die Sprache wirkt recht jugendlich und flott. So lässt sich das Buch auch aufgrund der relativ großen Schrift und der vielen Bilder in kürzester Zeit lesen.
Erwähnenswert ist noch die Aufmachung des Buches. Wie schon auf dem Schutzumschlag gibt es auch im Buchinneren jede Menge Fotos, die Axi und Robinson bei ihrem Roadtrip zeigen, innen sind sie allerdings schwarz-weiß. Diese Illustrationen finde ich wirklich sehr schön, sie zeigen gelungene Schnappschüsse der Reise.
Rezensionen von Schnuck59:
Dieser Sommer veränderte ihr Leben
Heart. Beat. Love. von Patterson James; Raymond Emily
In dem Buch ?Der Sommer, in dem es zu schneien begann? von Lucy Clarke wird deutlich, dass eine heile Welt von einer Sekunde zur nächsten zusammenbrechen kann.
Eva verliert nur wenige Monate nach ihrer Heirat ihren Mann Jackson durch einen tragischen Unfall. Sie beschließt in seine Heimat Tasmanien zu reisen um dort seine Verwandten kennenzulernen und mehr über seine Vergangenheit zu erfahren.
Von Bruny Island ist sie verzaubert. Allerdings verhält sich die Familie abweisend ihr gegenüber. Dieser Sommer führt sie in die Vergangenheit. Wo endete die Wahrheit und wo begann die Lüge?
In dem Buch wird die Liebe der Autorin zum Meer und zum Reisen deutlich. Sie beschreibt Tasmanien sehr schön und eindrucksvoll. Bei Szenen im und unter Wasser ist es fast als wäre man dabei.
Die Handlung lebt von überraschenden Wendungen, bringt Trauer, Verlust, Hoffnung, Zweifel, Entdeckungen, Geheimnissen, Lügen, Emotionen, Freundschaft und Liebe. Der Schreibstil ist flüssig und die Charaktere sind gut beschrieben.
Die Gestaltung und die Farbgebung des Covers ist gut, ein Eyecatcher.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, Unterhaltung mit vielen Geheimnissen, mit Spannung bis zum Schluss.
Rezensionen von Biest:
Eine gefühlvolle, bewegende aber auch hoffnungsvolle Geschichte
Mein Herz und andere schwarze Löcher von Warga Jasmine
Zum Inhalt:
Aysel leidet, ihr geht?s schlecht, sie fühlt sich völlig überflüssig auf dieser Welt. Durch einen schweren Schicksalsschlag ist sie in dieses tiefe Loch geraten und will nun ihrem Leben ein Ende setzen.
Zu ihrem Plan fehlt ihr nur noch ein Partner. Im Internet geht sie in speziellen Foren auf die Suche und wird fündig.
Mit FrozenRobot glaubt sie den perfekten Partner für ihren Suizid gefunden zu haben. Auch er sieht nur noch eine Lösung, den Freitod.
Gemeinsam planen sie ihr Vorhaben und legen den Termin fest.
Doch als Aysel bemerkt, wie Roman sie wirklich sieht, legt sich bei ihr ein Schalter um. Sie will kämpfen. Um ihr Leben, um Romans Leben und um die Liebe.
Meine Meinung:
Die junge Autorin Jasmine Warga hat es geschafft mich von der ersten Seite an zu fesseln.
Sie bringt dieses sehr ernste Thema, was für viele leider immer noch ein Tabuthema ist, sehr gefühlvoll rüber.
Die Charaktere waren sehr schön gezeichnet. Da Aysel aus der Ich-Perspektive erzählt, fällt es einem sehr leicht sich in sie hineinzuversetzen. Man fühlt, leidet und freut sich mit ihr. Besonders die Entwicklung die sie im Laufe der Geschichte durchmacht, hat mir sehr gut gefallen.
Aber auch Roman ist eine starke Figur. Die beiden harmonieren sehr schön miteinander. Während Aysel langsam aber sicher wieder Freude am Leben findet, werden Romans Gedanken immer noch von der Depression beherrscht. Man fiebert regelrecht mit den beiden mit und hofft, dass sie es am Ende schaffen die ?schwarze Qualle? zu besiegen.
Das Thema Suizid in ein Jugendbuch zu integrieren ist sehr mutig. Aber die Autorin hat es geschafft, es ist super in eine sehr emotionale und gefühlvolle Geschichte eingebunden. Aysel öffnet sich hier dem Leser völlig und gibt ihr tiefstes Inneres preis. Wo anfänglich noch die düsteren Gedanken dominieren, blitzt schon bald ein Funke Hoffnung auf.
Dieses Buch sollte jedem vor Augen führen wie heimtückisch eine Depression sein kann. In einer Zeit, in der jeder zunehmend mit sich selbst beschäftigt ist, sollte vielleicht wieder mehr auf die Mitmenschen und das Umfeld geachtet werden. Denn nichts ist schlimmer, als einen geliebten Menschen zu verlieren und die Vorwürfe, die man sich macht, wenn man es nicht erkannt hat und ihm somit die nötige Hilfe verwehrt hat.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich super lesen. Cover und Titel finde ich sehr treffend gewählt.
Fazit:
Hier kann ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen. Ein sehr bewegendes Thema, was uns alle nicht kalt lassen sollte. Nur wenn man drüber spricht, kann den betroffenen Menschen wirklich geholfen werden. Nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene eine spannende, gefühlvolle und lehrreiche Lektüre, die zum Nachdenken und Überdenken einiger Probleme in unserer Gesellschaft bewegen soll.
Rezensionen von stefanie.muehrwald@yahoo.de:
Schönes Buch, bei dem die Spannung bis zu letzt gehalten wird
Mein Herz und andere schwarze Löcher von Warga Jasmine
Der Sommer, in dem es zu schneien begann von Lucy Clarke hat mir gut gefallen. Die Geschichte handelt von Eva, die ihren Mann Jackson nur wenige Zeit nach der Hochzeit durch einen Angelunfall verliert. Sie reist nach Tasmanien, Jacksons Heimat, um mehr über ihn herauszufinden. Und die Dinge, die sie dort rausfinden, sind sehr schockierend.
Der Schreibstil von Lucy Clarke gefällt mir, flüssig und fesselnd, man fiebert mit Eva mit, was sie als nächstes herausfinden wird. Die Geschichte lies sich richtig gut lesen, ich kam sehr gut rein in das Buch und es kam auch keine lange Weile auf.
Es gab zwar immer mal so kleine Szenen, wo ich mir dachte, na sowas musste ja noch kommen, aber selbst da hat Lucy Clarke es immer wieder geschafft mich doch noch zu überraschen. Auch das Ende der Geschichte hat mir sehr überrascht.
Vom Cover her hätte ich nie gedacht, dass es sich um eine sehr tiefgründige Geschichte handelt, selbst vom Klappentext her lässt sich sowas nicht wirklich vermuten, umso mehr war ich überrascht. Dennoch finde ich das Cover sehr schön, der weiße Hintergrund mit den blauen Wellen passt farblich sehr gut zusammen, auch wenn ich durch das Cover eher leichte Sommerlektüre erwartet hätte. Der Titel macht auf jeden Fall auch neugierig - warum sollte es auch immer Sommer schneien? Die Antwort erhält man wenn man das Buch liest.
Von mir gibt es vier Sterne für "Der Sommer, in dem es zu schneien begann"!
Rezensionen von c.groeger:
Schöne neue Welt
Mein Herz und andere schwarze Löcher von Warga Jasmine
Amerika versinkt im Chaos. Es gibt fast keine funktionierende Infrastruktur mehr. Der Staat hat sein Gewaltmonopol aufgegeben. Marodierende Banden ziehen durch die Lande. Die Verbrechen nehmen stetig zu.
Wer es sich leisten kann, zieht in sogenannte Gated Communities. Deren Bewohner sind geschützt, durch hohe Zäune, bewacht von privaten Sicherheitsunternehmen.
Es sind Zonen, in denen Regionalregierungen für ?Recht und Ordnung? sorgen. Ein Begriff der im Lauf dieser Geschichte mehr als eine doppelte Bedeutung erhalten wird.
Auch Cal und Frida wollen dem Chaos ihrer Heimatstadt Los Angeles entfliehen. Zumal Fridas Bruder bei einem Selbstmordattentat ums Leben gekommen ist. Verübt durch ihn selbst, im Namen einer jener sich rasch etablierenden Gruppierungen, die gegen die ungerechte Verteilung von Ressourcen, die nur mehr jenen zugute kommen sollen, die dafür auch bezahlen können, auftreten.
Das junge Paar verlässt den Moloch und versucht in der Wildnis zu überleben. Ihr Leben, stets bedroht von wilden Tieren und den Piraten. So nennen sich jene Gesetzlosen, die sich mordend und vergewaltigend die Gegend durchstreifend zu Banden zusammengeschlossen haben.
Es sind jedoch nicht bloß diese Gefahren, die den beiden zusetzen. Auch ganz profane Dinge, wie die Versorgung mit Nahrung, vor allem über die langen Wintermonate hinweg, bereiten Probleme. Zwar haben sie eine verlassene Hütte entdeckt, welche sie über Monate hinweg einigermaßen bewohnbar machen konnten, jagend und sammelnd wie die Vorfahren vor Urzeiten schon, nähern sie sich jenem atavistischen Dasein wieder an.
Als Frida bei einem ihrer Streifzüge Menschen trifft, denen ein ähnliches Schicksal wie Cal und ihr widerfahren ist. Zarte Bande gutnachbarschaftlicher Beziehungen werden geknüpft. Als diese ermordet werden und Frida bemerkt, dass sie schwanger ist, beschließen die beiden sich auf die Suche nach einer geheimnisvollen Kommune, nur als ?The Land? bekannt, zu machen, deren Existenz zwar vielbeschworen wird, jedoch als unbewiesen gilt. Und dort steht Frida die größte Überraschung ihres Lebens bevor.
Edan Lepuckis ist eine dystopische Vorwegnahme von Entwicklungen, welche sich vielerorts bereits jetzt abzeichnen. Spannend geschrieben, großartig zu lesen und von visionärer Klarheit. Man darf diesem Buch unzählige LeserInnen wünschen.






