Kunden em pfehlungen
Rezensionen von AngiF:
Reine Fiktion oder doch möglich?
Unterwerfung von Michel Houellebecq
François ist Literaturprofessor an der Pariser Universität, Sorbonne II. Was er in seinen eigenen Studienzeiten begann, hält er noch immer aufrecht, nämlich Beziehungen zu Studentinnen, erst waren es seine Kommilitoninnen nun sind es seine eigenen Studentinnen. Die Beziehung dauert meistens nur knapp ein Jahr, dann wird sie von ?ihr? beendet.
François lebt ansonsten zurückgezogen und versuche Menschen zu meiden. Die Wahl zum nächsten Präsidenten steht in Frankreich kurz bevor. Während François einzig darüber nachdenkt, welche Vorteile ein Wahlergebnis für seine Universität haben könnte, verändert sich die Stimmung im Land. Er selbst nimmt die aufkommende Bedrohung nur langsam wahr, wie Schießereien von Arabern, das Verbot von Juden an der Universität ? alles ein schleichender Prozess. Doch auch François beginnt sich zu fragen, ob die Familien seiner moslemischen Studentinnen eigentlich wissen, was er so unterrichtet und auch er beginnt sich zu sorgen.
Wir Leser beginnen die aufkeimende Bedrohung erst unterschwellig zu erahnen, bis Michel Houellebecq die Ausmaße immer deutlicher werden lässt, in seiner fiktiven, in der nahen Zukunft spielenden, Dystopie ?Unterwerfung?. Ich mag den Schreibstil des Autoren sehr gerne, er kann mich vom ersten Moment an mitnehmen und fesseln. Michel Houellebecqs Sprache ist schön und klar, sein verwendetes Tempo empfinde ich für das Lesen als angenehm.
Meine Bewertung für dieses Buch sind ganz klar fünf von fünf möglichen Sternen und ich empfehle es absolut weiter. Natürlich kam das Buch zum richtigen aktuellen, politischen Zeitpunkt auf den Markt, doch dass es sich hierbei um eine Fiktion handelt, darf der Leser meiner Meinung nach jedoch nicht vergessen. Noch ein Zitat, da ich es selbst nicht besser ausdrücken könnte: ?Ein Buch, das man mag, ist zudem vor allem ein Buch, dessen Autor man mag, dem man gern begegnet, mit dem man gern seine Tage verbringt.?
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Sabrina, 13 Jahre aus Axams
Checkpoint Jerusalem von Manfred Theisen
Ich fand das Buch total interessant. Es wird die politische Situation zwischen Israel und Palästina beschrieben, darin verwoben spielt sich die Liebesgeschichte zwischen Maya und Amer, die von ihren Überzeugungen nicht ablassen können. Ich habe politisch die Situation des Nah- Ost- Konfliktes besser verstanden, auch wenn ich nicht alle Gedanken z.
B von Amer nachvollziehen kann.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Florian, 9 Jahre aus Aurach
Checkpoint Jerusalem von Manfred Theisen
Ein tolles Buch. Aber die Personen sind nicht sehr genau beschrieben. Was aber wegen der vielen schönen Bilder nichts macht. Manchmal war die Handlung zu schnell. Aber sonst war es ein super tolles Buch. Habe es innerhalb von 3 Tagen gelesen.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Tyrolia-TestleserRezensionen von TheUjulala:
Sehr ergreifendes Buch über Toleranz aber auch Verzeihen können. Vor allem die letzten Seiten gehen sehr unter die Haut.
Irgendwo im Glück von Anna McPartlin
Die ist mein erster Roman von Anna McPartlin, und ich durfte ihn im Rahmen einer Lesechallenge auf lovelyboks.de lesen. Da der Vorgänger-Roman "Die letzten Tage von Rabbit Hayes? von allen schon sehr hoch gelobt wurde, hat mich der Roman neugierig gemacht.
Das Cover:
Die Gestaltung der Illustratorin Felicitas Horstschäfer wirkt eher niedlich.
Es lässt auch eher an einen schönen Roman denken, an eine unbeschwerte Kindheit. Die Zeichnungen sind extra im Stil von Kindermalerei mit Wachsmalstiften gehalten. Ich vermute, das könnte ein Bild sein, das Jeremy als Kind gemalt hat. Also seine Phantasie und Vorstellung, wie sein Ort des Glücks aussieht. Eine bunte Wiese mit Schmetterlingen. Voller Ruhe und Harmonie. Was Jeremy leider in seiner Kindheit nicht erleben durfte. Das Cover lässt nicht unbedingt auf das tiefgreifende Thema schließen, welches in dem Buch tatsächlich behandelt wird.
Die Handlung:
Maisie Bean lebt mit ihren jugendlichen Kindern bei ihrer demenzkranken Mutter, getrennt von ihrem gewalttägigen Ehemann, der plötzlich verschwunden ist. Gemeinsam mit ihren Kindern Jeremy und Valerie und ihrer besten Freundin Lynn kümmern sie sich um ihre demenzkranke Mutter. Jeremy ist ein 16 jähriger Junge mit normalen und typischen Träumen, die natürlich auch durch die Erlebnisse mit dem gewalttätigen Vater geprägt sind. Valerie ist ein 12 jähriges Mädchen, voll in der Pubertät, die ihre Provokation und Traurigkeit durch heftige Schimpfwörter Ausdruck verleiht. Die Großmutter Bridie driftet zwischen klaren Momenten und absolutem Nebel hin und her, und lässt dann die typische Aggression gegen ihre unbekannte Umwelt vor allem an Maisie aus.
Maisie, in ihrem eintönigen und anstrengenden Alltag zwischen zwei undankbaren Jobs, Pflege der Mutter und Erziehung ihrer aufmüpfigen Tochter, beginnt sich aus ihrer alltäglichen Aufopferung zu befreien, und lässt sich das erste mal nach 17 Jahren auf ein Rendezvous mit ihrem langjährigen Bekannten Fred Brennan ein. Alles scheint für Maisie gut zu laufen, doch dann verschwindet plötzlich ihr Sohn Jeremy zusammen mit seinem besten Freund Rave, genau in einem ihrer glücklichsten Momente in ihrem Leben.
Der Schreibstil:
Anna McPartlin schreibt ihren Roman aus mehreren Perspektiven. Der ganze Roman geht tatsächlich nur über 5 Tage, in denen sie durch die Erinnerungen der Personen die Umstände und früheren Geschehnisse dem Leser näher bringt. Sie schreibt sehr flüssig und eingängig, bleibt aber ehrlich und authentisch mit ihren Formulierungen.
Aber worum geht es wirklich?
Wir sind im Januar des Jahres 1995 im erzkonservativen und hochkatholischen Irland. Irland, bekannt für Probleme mit Toleranz und Akzeptanz für Andersgläubige und Andersartige. Erinnern wir uns an die Schlagzeilen 2001, als katholische Kinder auf dem Weg zu ihrer Schule in der Nähe eines protestantischen Wohnviertels mit Steinen beworfen wurden. Ein Irland, in dem die Scheidung bis November 1995 verboten war, und 2009 das Gesetz zur Bestrafung von Blasphemie noch erhärtet wurde. Oder die Strafgesetze, in dem homosexuelle Akte (auch im Privatbereich) strafbar waren, erst 1993 abgeschafft wurden und die Prügelstrafe, das Recht der körperlichen Züchtigung von Kindern, erst 2015 (!) aus der Verfassung gestrichen und verboten wurde!
Mit diesen Informationen im Kopf kann man einige Verhaltensweisen der Personen im Roman etwas besser nachvollziehen (aber nicht wirklich verstehen). Die Angst vor Gerede in der Nachbarschaft, man könnte Dreck am Stecken haben oder ?anders? sein, ist allgegenwärtig und diktiert ganz extrem die Handlungsweisen der Personen. Ja nicht auffallen, und ja nicht zum Gespött der Gemeinde werden.
Es geht nicht nur um das Verschwinden von zwei Jungen, die zermürbende Suche und vor allem auf das bange Hoffen, dass sie doch lebend wieder zurückkommen. Sondern es ist auch ein Appell gegen die gesellschaftliche Intoleranz gegenüber den Mitmenschen mit anderer Gesinnung und anderer Meinung. Und es geht auch um das Verstehen, um das Verzeihen können und das einander Akzeptieren.
Meine Meinung:
Anna McPartlin schafft, mit diesem am Schluss sehr emotionalen Roman, eine gesellschaftskritisches Werk, dessen moralischer Appell auch ganz besonders für heutige Verhältnisse gilt.
Es ist schön mitzuerleben, welche Verwandlung die einzelnen Personen im Laufe der 5 Tage machen, wie sie lernen den Anderen zu akzeptieren aber auch zu verzeihen. Oder auch lernen endlich jemanden die Stirn zu bieten und ehrlich die Meinung sagen zu können, und sich dadurch auch vom gesellschaftlichen Druck abheben. Diese Thematik zieht sich in allen zwischenmenschlichen Beziehungen im gesamten Buch durch.
Alle Mitglieder der Familie Bean sind mir sehr zu Herzen gegangen. Jeder hat seine Ängste und Bedürfnisse und ich konnte mich sehr gut in jeden einfühlen. Die Schilderungen einiger Szenen haben mich sehr getroffen und manches mal konnte ich nicht nachvollziehen, warum der oder die so gehandelt haben und war auch teilweise entsetzt! Da musste ich mir dann immer vergegenwärtigen, in welchem Jahr und in welchem Land wir gerade sind.
Der Schreibstil hat mich sehr begeistert. Auch die Perspektivenwechsel zwischen den Personen finde ich sehr gelungen! Ich finde die Rückblicke toll gelöst und stören auch nicht. Manchmal war mir aber der Wechsel zwischen Erinnerung und aktueller Handlung zu undeutlich, da hätte vielleicht eine einfache Leerzeile ausgereicht, den gedanklichen Zeitsprung zurück zu schaffen.
In der Mitte und der Anfang des letzten Abschnittes wirken einige Passagen etwas zäh auf mich. Dafür wird es gegen Ende richtig rasant. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hatte nur noch Tränen in den Augen. Die Autorin reizt auch die Frage, wie der arme Jeremy nun zu Tode gekommen ist, bis zur letzten Seite aus und lässt dem Leser die verschiedensten und auch wildesten Spekulationen durchleben. Der Epilog gibt dann leider auch noch eine Schippe drauf und ist dann doch etwas sehr kitschig.
Es ist alles in allem ein sehr ergreifendes und emotionales Buch das ich auf jeden Fall zum Lesen empfehlen kann.
Rezensionen von Glanzleistung:
Zwischen Glück, Verlust und Leben
Irgendwo im Glück von Anna McPartlin
Es war einmal eine starke, mutige, vom Leben geläuterte Frau. So beginnt die Geschichte um Maisie Bean und ihre Familie. Jahrelang von ihrem Ehemann missbraucht und verprügelt, kümmert sie sich nach der Trennung aufopferungsvoll um ihre beiden Kinder Jeremy und Valerie und ihre demente Mutter Bridie.
Dass dabei ihr eigenes Leben auf der Strecke bleibt, merkt sie erst als der charmante Polizist Fred in ihr Leben tritt und alles Dagewesene völlig auf den Kopf stellt. Nun könnte man fast schon zu Beginn des bewegenden und sehr emotionalen Romans ein fulminantes Happy End erwarten, dies wird jedoch jäh überschattet vom Verschwinden ihres 16-jährigem Sohnes Jeremy. Eine nervenaufreibende Suche nimmt ihren Lauf.
Das Buch IRGENDWO IM GLÜCK ist Liebesgeschichte, Lebensbeichte und Jugendroman gleichermaßen. Der Schwerpunkt des Buches liegt ganz klar neben Akzeptanz, Befreiung und dem Altwerden aber auch im Coming Out-Bereich der 90er Jahre.
Besonders bemerkenswert bei Frau McParlin ist der Handlungsaufbau. Inhaltlich geschickt in eine Buchbesprechung verpackt, läuft die eigentliche Handlung innerhalb nur weniger Tage ab. Der Leser taucht aber ganz bewusst mittels eines allwissenden Erzählers Kapitel für Kapitel in die jeweiligen Protagonisten ein und ist damit sehr nah am Geschehen. Dadurch wirkt die Handlung zu keiner Zeit langatmig oder langweilig. Die Seiten fliegen dahin und man leidet und fühlt mit Maisie.
Fazit: Sehr bewegend, tiefgründig, einfühlsam und hoffnungsvoll. Ganz klare Leseempfehlung. Für 5Sterne fehlt mir einfach nich der gewisse Wow-Effekt oder etwas völlig Unerwartetes. Deshalb völlig überzeugende 4 Sterne.
Rezensionen von Claudia Saxer-Gstättner, Buchhandlung HEYN, Klagenfurt:
Irgendwo im Glück von Anna McPartlin
Gratulation an den Harenberg Verlag: So ein schöner Kalender!! Jedes Blatt ist ein Volltreffer!
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Am Ende aller Zeiten
Am Ende aller Zeiten von Walker Adrian J
Zum Inhalt: Wie weit würdest du gehen ? für die, die du liebst?Adrian J Walker hat mit ?Am Ende aller Zeiten? einen postapokalyptischen Roman geschrieben, in dem ein ganz normaler Familienvater vor die größte Herausforderung seines Lebens gestellt wird. Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt.
Unzufrieden mit sich und seinem Alltag in Schottland als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer, fragt er sich vor allem eins: Hat das alles irgendwann einmal ein Ende? Er ahnt nicht, dass sich die Katastrophe bereits anbahnt.Als das Ende kommt, kommt es von oben: Ein dramatischer Asteroidenschauer verwüstet die Britischen Inseln. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Ganze Städte werden ausgelöscht. Straßen, das Internet, die Zivilisation selbst gehören plötzlich der Vergangenheit an. England liegt in Schutt und Asche. Ist dies der Weltuntergang? Edgar und seine Familie werden während der Evakuierung voneinander getrennt, und ihm bleibt nur eine Wahl: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er 500 Meilen weit laufen, durch ein zerstörtes Land und über die verbrannte Erde, von Edinburgh nach Cornwall. Zusammen mit einigen wenigen Gefährten begibt sich Edgar Hill auf einen Ultra-Marathon durch ein sterbendes Land. Doch sein Weg ist gefährlich: Im postapokalyptischen England kämpft jeder gegen jeden ums blanke Überleben.
Am Anfang habe ich etwas gebraucht um in das Buch hinein zu kommen. An dem Schreibstil musste ich mich etwas gewöhnen, danach konnte ich mich aber gut darauf einlassen. Und das Buch flüssig und leicht lesen.
Mit dem Hauptprotagonisten Ed habe ich etwas gebracht um warm zu werden. Am Anfang war er mir nicht ganz sympathisch aber im Laufe der Zeit habe ich mich besser mit ihm identifizieren können, so dass er für mich zu einem recht angenehmen Protagonisten wurde.
Die Idee der Geschichte fand ich super und mal etwas ganz anderes. Im Mittelteil des Buches wurde es mir persönlich etwas schleppend und ich musste mich etwas durch die Geschichte kämpfen. Danach ging es aber wieder flüssig durch und ich konnte das Buch mit einem guten Gefühl abschließen.
Alles in allem hat mir dieses Buch gefallen. Das Ende hat mich etwas überrascht somit hat das Buch noch einen Stern mehr verdient.
Dieses Buch ist ein sehr schönes Beispiel dafür das Menschen in extrem Situationen über sich hinaus wachsen können.
Rezensionen von HEYN Leserunde Dagmar Pfleger:
Essen und Co
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von Stradal J. Ryan
Der Anfang des Buches hat sich etwas gezogen. Dann wurde es allerdings lustig und spannend. Fancy Familiengeschichte gemixt mit Essensgeschichten macht aus den Seiten eine leichte und meist flüssig zu lesende Lektüre. Was mit Sicherheit bleibt: Chilli und Papprikermammelarde.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde Dagmar PflegerRezensionen von Janine2610:
Was man aus Liebe tut ...
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von Stradal J. Ryan
... muss nicht immer besonders logisch sein. Oder legal. In Andrew Hopkins' Fall war es gegen das Gesetz. Verdenken konnte ich ihm seine Taten allerdings nicht, denn als ich nach und nach die Gründe dafür erfahren habe, war ich immer mehr der Überzeugung, dass ich genauso gehandelt hätte. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht von der teilweise erschütternden Wahrheit verraten, das soll schon jeder selbst herauslesen, wie Andrew versucht hat, das Leben seiner Tochter Delia zu "retten".
Ich möchte lieber erklären, warum das Buch von mir nur drei Sterne bekommen hat ...
~ Es ist immer leichter, einen Menschen zu verurteilen, als sich zu überlegen, was ihn vielleicht so weit gebracht hat, eine illegale oder moralisch verwerfliche Tat zu begehen, weil er glaubt, dass er dann besser dran ist. ~
(S. 377)
Die Handlungen der Figuren (in der Gegenwart) konnte ich größtenteils nicht nachvollziehen. Warum? - Weil mir manche Entscheidungen für erwachsene Menschen etwas überstürzt und kindisch erschienen sind. Mit ein Grund für das Unverständnis der Handlung, war wahrscheinlich auch die Tatsache, dass die Autorin ziemlich stark an den Emotionen der Buchfiguren gespart hat. Es wird fast alles so nüchtern und gefühllos beschrieben - das hat mir gar nicht gefallen. Auf diese Weise habe ich zu keinem der Hauptcharaktere eine gewisse Nähe aufbauen können. Die Geschichte/die Buchfiguren waren nur aus der Distanz zu betrachten, so richtig einfühlen konnte ich mich leider in niemanden.
Zusätzlich erschwert wurde der Nähe-Aufbau durch die Kapitelwechsel. In jedem neuen Kapitel wird aus der Sicht einer anderen wichtigen Person erzählt - und davon gab es gar nicht mal so wenige, fünf waren es mindestens.
~ Ich könnte ihr aus eigener Erfahrung sagen, dass Menschen, die wir lieben, manchmal Entscheidungen treffen, die wir nicht nachvollziehen können. Aber wir sind trotzdem in der Lage, diese Menschen weiterhin zu lieben. Nicht das Verständnis zählt, sondern die Vergebung. ~
(S. 86)
Was mir wiederum gefallen hat, waren die Einblicke, die man über alkoholkranke Menschen bekommen hat. Der Alkohol spielt in diesem Buch eine tragende Rolle, genauso wie eine Verhandlung vor Gericht (aber die ist ja fast schon Markenzeichen von Jodi Picoult) und ich persönlich fand es sehr interessant, zu dieser Thematik auch einmal mehr lesen zu können. Ebenso, aber das hat mir nur zum Teil gefallen, tauchen im Text immer wieder bedeutungsschwere Sätze, Gespräche und Fragen auf, über die man vermutlich stundenlang philosophieren könnte. Für mich war das manchmal etwas zu viel, aber ich glaube, das ist sowieso eher Geschmacksache.
Dann gab es da noch Gefängnisszenen, die zwar zum Teil heftig zu lesen waren, mir aber dennoch wie reine Seitenfüller vorgekommen sind, da sie mit dem eigentlichen Problem mit Delia nicht viel zu tun hatten.
Ganz genauso wie ein Abschweifen vom Thema sind bei mir die Szenen angekommen, in denen eine Indianerfrau mit Delia Kontakt hatte. Die alte Indianerin hat von abgehobenen Dingen gesprochen, die in ihrem Glauben verankert sind, mit dem ich aber nicht viel anfangen konnte. Es kamen auch einige indianische Ausdrücke vor, die unaussprechlich waren und mich eigentlich nur gelangweilt haben.
~ »Ja!« falle ich ihr ins Wort. »Er ist ein Lügner. Er hat mich achtundzwanzig Jahre belogen, wollen Sie das von mir hören? Aber die Alternative war die Wahrheit, und die will niemand hören.« ~
(S. 457)
Und zu guter Letzt muss ich noch erwähnen, dass es in dieser Geschichte auch um eine Dreiecksbeziehung geht. Interessanterweise lese ich in letzter Zeit viele Geschichten mit Dreiecksbeziehungen, aber diese hier ist mir irgendwie auf die Nerven gegangen. Eben, weil ich, wie oben schon erwähnt, die Handlungen so mancher Charaktere nicht nachvollziehen konnte, wegen deren fehlender Gefühle.
Alles in allem also eine kleine Enttäuschung für mich. Mein Gesamteindruck war allerdings gar nicht so negativ, wie man durch meine zahlreichen Kritikpunkte jetzt vermuten könnte, unbedingt weiterempfehlen möchte ich »Die Wahrheit meines Vaters« aber auch nicht.
Rezensionen von verrückte Buchlady:
Quer durch ein verwüstetes Land
Am Ende aller Zeiten von Walker Adrian J
Inhalt
Wir lernen Ed und seine Familie kennen, die in Schottland ein beschauliches Leben führen. Als Familienvater versagt Ed im Moment leider auf voller Strecke und lässt sich öfter lieber voll laufen, als sich um seine Kinder zu kümmern.Doch dann passiert die Katastrophe: Asteroideneinschläge verwüsten die ganze westliche Welt und Großbritannien trifft es besonders schlimm.
Das ganze Land geht förmlich zu Grunde und im Laufe der Evakuierung werden Ed und seine Familie voneinander getrennt. Seine einzige Chance seine Lieben wieder zu sehen besteht darin von Schottland bis ganz in den Süden Englands zu laufen.
Meinung
Die Geschichte fängt stark an und die Grundidee hat mir sehr gut gefallen. Besonders stark finde ich, dass Ed kein klassischer Held ist. Durch sein Verhalten seiner Familie gegenüber fällt es einem sehr schwer, ihn sympathisch zu finden. Genau deswegen finde ich seine Story gut, denn es ist realistisch. Nicht jeder Vater ist der geborene Held und nicht jeder Mensch ist von Anfang an stark genug, so ein Szenario zu überlegen. Die Figuren, die Ed auf seinem Weg trifft und die ihn begleiten, finde ich allesamt gut geschildert und facettenreich. Besonders gefallen haben mir Bryce und Harvey, aber auch Bartonmouth, dessen Geschichte mich beinah zu Tränen gerührt hat und die mordende Teenie Mom Gloria.
Teilweise war die Geschichte eklig, teilweise morbide, aber ich hatte immer den Eindruck es muss so sein, die Gewalt erfüllt einen Zweck und gehört einfach zum Verlauf der Geschichte dazu.
Gegen Ende wurde es leider etwas zäh, da hatte ich den Eindruck dass absichtlich dramatisiert wurde, aber bis dahin habe ich mich immer gut unterhalten gefühlt.
Das Ende erfüllt vielleicht nicht die Erwartungen jeden Lesers, aber bleibt realistisch, was ich sehr positiv empfinde.
Fazit
Mir hat das Buch sehr gefallen, besonders die Grundidee und die Personen. Ich habe mich stets unterhalten gefühlt und denke, dass es sich von den üblichen Endzeitgeschichten abhebt, alleine durch Ed,den Versager in der Hauptrolle und den Kraftakt den er auf sich nimmt.






