Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Xirxe:
Schöne Geschichten mit fetten Rezepten
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von Stradal J. Ryan
Zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben gelingt mir nicht so mühelos, wie ich eigentlich dachte. Natürlich könnte ich es mir so einfach machen wie der Klappentext und schreiben, hier wird die Lebensgeschichte Evas erzählt. Aber das würde nicht stimmen. Denn Evas Leben ist nur eine Geschichte von vielen.
Es beginnt mit ihrer Geburt und dem nicht ganz alltäglichen Start ins Leben. Ihre Mutter lässt sie als Baby mit ihrem Vater allein, um ein neues Leben zu beginnen. Und ihr Vater stirbt ein halbes Jahr später. Daher wächst sie bei ihrem Onkel und dessen Frau auf, die sie im Glauben lassen, sie wären ihre richtigen Eltern. Eva ist ein erstaunliches Kind, mit ungewöhnlichen Begabungen und Fähigkeiten, die ihren 'Eltern' eher unheimlich sind. So muss sie sich bei Schwierigkeiten weitestgehend alleine helfen, lediglich ihr Cousin Randy und ihre Cousine Braque stehen ihr zur Seite.
Was danach folgt, sind chronologisch folgende Kapitel aus der Sicht unterschiedlicher Personen, die mehr oder weniger mit Eva zu tun haben, manche wirklich nur ganz am Rande. Da ist beispielsweise Braque, ihre Cousine; Will, ihr erster Freund; Octavia, eine Bekannte; Pat Prager, Stiefmutter ihres ersten Freundes usw. Es scheinen alles Menschen zu sein, die sich selbst im Weg stehen, ohne es aber selbst zu wissen. Entweder weil sie sich etwas vormachen, oder weil schlicht die Umstände gegen sie sind. Diese Geschichten sind alle gut und amüsant erzählt - doch was manche davon mit der ursprünglichen Idee des Buches zu tun haben, ist mir nicht so ganz klar geworden. (Abgesehen davon, dass es sich bei Allen irgendwie um Essbares dreht.) Denn hätten sie gefehlt, wäre das Buch einfach nur dünner geworden, aber Evas Geschichte hätte es keinen Abbruch getan. So bleibe ich etwas unzufrieden zurück: Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens habe ich nicht wirklich kennengelernt (die wenigen Rezepte trieften vor Fett - oder ist das das Geheimnis?) und von Eva habe ich viel viel weniger erfahren als ich erwartet habe. Gut unterhalten habe ich mich trotzdem, und so wären es 3,5 Sterne. Aber ich will ja nicht so sein... ;-)
Rezensionen von Xirxe:
100 Jahre Familiengeschichte
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von Stradal J. Ryan
1914: Für Amedeo Esposito beginnt ein neuer Lebensabschnitt, als er nach Castellamare reist, einer kleinen (fiktiven) Insel nahe Sizilien. Dort soll er seine erste richtige Stelle als Arzt antreten - es wird seine einzige bleiben. Er heiratet Pina, mit der er vier Kinder hat und übernimmt nach einem Skandal das frühere Café der Insel, das Haus am Rande der Nacht.
Gemeinsam mit ihm, seiner Familie und den anderen Bewohnern Castellamares durchlebt man die Höhen und Tiefen der letzten 100 Jahre, die aufgrund der abgeschiedenen Lage der Insel diese meist etwas verzögert erreichen.
Es ist eine wirklich schöne Familiengeschichte, in der sich all das Glück und Leid widerspiegelt, das auch dem Rest der Welt widerfährt. Amedeo wird im 1. Weltkrieg eingezogen und kehrt danach mit dem Bewusstsein zurück, diese Insel nie wieder verlassen zu wollen. Im 2. Weltkrieg werden seine und Pinas Söhne eingezogen - nicht alle kommen wieder und wenn, wird ihr weiteres Leben dadurch schwer beeinflusst. Auch der Faschismus hält Einzug auf Castellomare und zerstört den bis dahin guten Zusammenhalt der Bewohner. Nach dem Krieg erlebt nicht nur das Festland einen Aufschwung, auch den BewohnerInnen der Insel geht es zusehends besser und die bis dahin herrschenden, fast schon feudalistischen Verhältnisse beginnen sich immer mehr zu lockern. Alle bekommen Strom, der Tourismus nimmt zu, der erste Computer auf der Insel wird installiert und die nächste Generation im Haus am Rande der Nacht macht sich mit dem Café vertraut. Die Welt hält Einzug in Castellamare und in Vielen wird der Wunsch wach, auch die Welt jenseits der Insel kennenzulernen. Konflikte bahnen sich an...
Der Schwerpunkt dieses Romans liegt klar auf dem Leben der Familie Esposito, die von Beginn an eine zentrale Stelle in diesem Mikrokosmos einnimmt. Dies liegt sicherlich auch an der ursprünglichen Funktion von Amedeo als Arzt und von Pinas als Schulmeisterin. Ebenso wie danach an ihrem Einsatz als Besitzer des einzigen Cafés und damit Treffpunkt auf der Insel. Stets sind sie miteingebunden in den Klatsch, Tratsch und die Geheimnisse die auf Castellamare kursieren und so erlebt man mit ihnen all das, was eine derart enge und kleine Gemeinschaft ausmacht. Mir persönlich hätte es gefallen, wenn die Geschehnisse im Rest der Welt etwas mehr Einfluss auf die Geschichte gehabt hätten bzw. sie deutlicher dargestellt worden wären. So bleibt es aber bei einer unterhaltsamen Familiengeschichte.
Rezensionen von Xirxe:
Der Beginn einer langen Freundschaft
Meine geniale Freundin - Kindheit und frühe Jugend (Neapolitanische Saga 1) von Elena Ferrante
Elena, Mitte 60, erhält einen überraschenden Anruf vom Sohn ihrer besten Freundin Lila: Diese ist verschwunden. Und mit ihr alles, was in irgendeiner Form ein Beweis für ihre Existenz sein könnte. Elena ist davon weit weniger überrascht als Lilas Sohn und nimmt dieses Ereignis zum Anlass, die Geschichte ihrer Freundschaft schriftlich festzuhalten.
Sie beginnt Mitte der 50er Jahre im Rione, einem armen Viertel von Neapel. Vermögend ist dort niemand (und wenn, dann bestimmt nicht auf legalem Weg), Gewalt bestimmt den Alltag. Man verdient nicht viel, trinkt dafür umso mehr und Streitigkeiten werden mit den Fäusten ausgetragen und vererben sich von den Eltern auf die Kinder. Hier begegnen sich die freche Lila und die schüchterne Elena und sind bald unzertrennlich. Sie wetteifern darum, wer die Beste in der Schule ist, was Lila überaus leicht fällt. Doch während Elenas fleißiges Lernen mit dem Besuch einer weiterführenden Schule belohnt wird, muss Lila in der Schusterei ihres Vaters mithelfen.
Es ist eine grausame und archaische Zeit, in der die beiden Mädchen aufwachsen. Doch Lila verfügt über eine derart große Intelligenz, Wissbegier und ein immenses Selbstbewusstsein, dass sich selbst die Jungen vor ihr fürchten und manche Erwachsene eingeschüchtert sind. Elena, ebenfalls intelligent, findet in Lila ein Vorbild, dass ihr die Kraft gibt, sich anzustrengen um in der Schule voranzukommen - ein Weg, der Lila verwehrt bleibt. Während Elena eine Klasse nach der anderen besucht und sogar auf das Gymnasium kommt, wird es für Lila immer schwieriger je älter sie wird, ihre Unabhängigkeit zu bewahren.
Das Buch ist weit mehr als 'nur' die Geschichte einer Kinder- und Jugendfreundschaft. Die unter einem Pseudonym schreibende Autorin lässt ein Neapel auferstehen, das ich beim Lesen stets deutlich vor Augen hatte: die Armut, den Dreck, die heruntergekommenen Häuser und mittendrin die Menschen, die sich so gut wie möglich durchschlagen. Es ist ein Sittengemälde des Neapels der Fünfziger Jahre, das so eindrucksvoll und überzeugend geschrieben ist, dass ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die folgenden Bände lesen werde, die in Italien bereits vor mehreren Jahren erschienen sind. Vielleicht ist es nicht ganz einfach zu lesen (jede Menge 'Personal' mit italienischen Namen - aber es gibt ein Personenverzeichnis) und nicht immer eine chronologische Erzählweise, aber die Mühe lohnt sich. Mir sind alle Figuren sehr ans Herz gewachsen und ich freue mich schon auf den Folgeband!
Rezensionen von AngiF:
Von Bodensteins Vergangenheit holt ihn ein
Im Wald von Elena Ferrante
Innerhalb kürzester Zeit hat es die K11 gleich mit zwei Mordfällen zu tun. Auf einem Campingplatz wird ein Mann durch Brandlegung ermordet und in einem Hospiz wird eine alte Dame, die bereits dem Tode geweiht war, brutal erstickt. Für das Team steht schnell fest, dass die beiden Taten zusammen hängen müssen.
Bald gibt es Hinweise zu einem 40 Jahre zurück liegenden Fall... KHK von Bodenstein erlebt eine so noch nie für ihn dagewesene Mordermittlung, handelt es sich bei den toten sowie den Verdächtigen um Menschen, die er bereits sein Leben lang kennt. Kann er objektiv genug urteilen oder kann er sein Wissen um die Personen sogar für die Aufklärung des Falles nutzen? Klar ist zumindest, dass ihm die Fälle sehr nahe gehen. Pia Sander hat es in dieser Zeit nicht leicht mit ihrem Chef. Doch es soll noch weitere Tote geben ?
Nele Neuhaus schreibt mit großer Authentizität und atmosphärischer Dichte. Ihre Charaktere sind alle glaubwürdig und lebendig, zudem spielen sie hervorragend miteinander. Die Autorin baut einen enormen Spannungsbogen auf, verwebt gekonnt die Geschehnisse und überrascht mit nicht vorhersehbaren Wendungen. Gerade die persönliche Betroffenheit ihres Chefermittlers von Bodenstein schafft Nele Neuhaus brillant darzustellen, ebenso wie das Dorfleben mit seinen charakterstarken Einwohnern. Ein Pageturner, der mich fesseln und bei der Stange halten konnte und von dem ich mich ausgezeichnet unterhalten gefühlt habe. Nele Neuhaus hat einen schönen Schreibstil, der das Lesen leicht macht, mit ihren ausdrucksstarken Dialogen in lebendiger Sprache haucht sie ihren Figuren Leben und damit Blut ein.
Sehr gerne vergebe ich diesem Kriminalroman seine verdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle ihn unbedingt weiter. Krimi-Liebhaber werden dieses Buch sicherlich genauso schnell und mit Freude verschlingen, wie ich es getan habe. Es ist bereits der achte Band der Taunus-Krimi-Serie, aber auch wenn man die Reihe um Bodenstein und Kirchhoff/Sander noch nicht kennt, kommt man mit dem Lesen gut klar, da der Fall in sich abgeschlossen ist und keine Vorkenntnisse voraussetzt.
Rezensionen von LadyIceTea:
Der Mensch mit den meisten Pflastern auf dem Herzen gewinnt.
Im Wald von Elena Ferrante
Erika ist ein Workaholic. Sie hat sich geschworen, dass es ihren beiden Töchtern an nichts mangeln wird und ist auf dem besten Weg, unter die Top 50 der Immobilienmakler in New York zu kommen. Dass es ihren Töchtern dabei aber an der Zuneigung ihrer Mutter fehlt, hat sie völlig aus den Augen verloren.
Die Arbeit geht nun mal vor. So bricht sie erneut ein Versprechen und trifft sich mit einem Klienten, anstatt ihre Töchter zur Uni zu fahren. Da passiert das Schlimmste, was passieren könnte. Der Zug verunglückt und ihre Tochter Kristen stirbt. Annie war zum Glück nicht im Zug. Doch anstatt sich gegenseitig Halt zu geben, stoßen sich Erika und Annie voneinander ab. Annie glaubt nicht, dass Kristen tot ist und will, dass Erika wieder ihr wahres Ich wiederfindet. Doch das ist gar nicht so einfach und ein langer Weg steht bevor.
Dies ist mein erster Roman von Lori Nelson Spielman und ich habe viel erwartet. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Autorin hat einen sehr angenehmen, gefühlvollen und flüssigen Schreibstil. Die Seiten sind nur so dahingeflogen.
Mir gefällt die Art des Covers sehr gut. Man kennt diese Art ja schon von Jojo Moyes und den anderen beiden Büchern von Spielman. Sie sind irgendwie verspielt und schön bunt und passen zum Genre.
Mir hat an dieser Geschichte nicht viel gefehlt. Die Autorin hat sehr sympathische Charaktere geschaffen und jedem wirklich seinen eigenen Charakter gegeben. Sie hat es geschafft total unterschiedliche Locations und Personen zusammenzubringen und sie glaubhaft mit ihren Problemen und den Dämonen aus der Vergangenheit kämpfen lassen. Es gab keine Szene, in der ich mir gedacht habe, dass das aber jetzt total konstruiert ist. Die Geschehnisse und die Empfindungen der Protagonisten, sind fließend ineinander übergegangen. Das hat die Geschichte für mich, zu einem echten Pageturner gemacht. Das Einzige was mir jedoch gefehlt hat, waren die Taschentuchmomente. Die Geschichte hat echt Potenzial dafür gehabt aber es wurde dahingehend nicht genutzt. Die Geschichte überliefert Gefühl. Klar, hat man mitgefühlt, in den traurigen oder verzweifelten Momenten und sich gefreut, als es bergauf ging. Aber mir hat beim Gefühl wirklich die Tiefe gefehlt. Es bestand immer wieder eine Distanz zwischen mir und den Gefühlen der Personen. Das war sehr schade. Das Buch hätte echt Taschentücher verschleißen können.
Aber sonst fand ich das Buch einfach toll. Ich bin froh, dass ich es gelesen habe und kann es nur empfehlen.
Rezensionen von manu63:
Mia und Sevilla
Im Wald von Elena Ferrante
Liebe, Mia, Sevilla Kolumne ins Glück ist ein Liebesroman aus der Feder von Sigrun Dahmer. Mia ist 27 und hat einen Job als Flirtberaterin für Großstädter. Doch diese Arbeit füllt sie nicht aus und sie nimmt kurzentschlossen einen Job bei einer Zeitung in Sevilla an. Sevilla die Stadt in der sie als Au-Pair Mädchen das vermeintlich beste Jahr ihres Lebens mit ihrer großen Liebe Rafa verbracht hat.
Nun begibt sie sich in Sevilla auf die Suche nach Rafa und träumt von einem Neubeginn, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Die Autorin hat mit diesem Roman eine leichte und gut lesbare Geschichte rund um Mia und ihren Weg durchs Leben geschaffen die ich in einem Rutsch gelesen habe. Die Charaktere werden liebevoll gezeichnet und mit Höhen und Tiefen ausgestattet. Mias Gedankenwelt kann der Leser hautnah miterleben und liest so wie sie sich weiter entwickelt und entdeckt das man an Vergangenes nicht so einfach anknüpfen kann. Das Leben in Sevilla und die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung werden nicht außen vor gelassen und die Beschreibungen der Örtlichkeiten sind sehr bildhaft ohne langweilig oder ausschweifend zu werden. Insgesamt ein Buch das mir gut gefallen hat und das ich als leicht lesbare Lektüre die gut unterhält empfehlen kann. Humorige Dialoge lockern das Ganze auf und ließen mich immer mal wieder schmunzeln.
Rezensionen von manu63:
Abschluss
Im Wald von Elena Ferrante
Mit dem Buch Verrat am Elfenreich beendet der Autor Oliver Jungjohann seine Wasserfall Trilogie mit den Erlebnissen der Geschwister Aaron und Finja und ihren Freunden. Wieder einmal geht es ins Elfenreich und die Freunde möchten das Wrack der Night Sky finden. Außerdem wollen sie die verschlossene zweite Pforte des Elfenreiches finden und wieder öffnen, damit dem Elfenreich keine Gefahr droht.
Einmal mehr lässt der Autor die Freunde Abenteuer erleben und zeigt wie die Freundschaft der Kinder untereinander und mit den Elfen hilft die Welt der Elfen zu schützen. Weisheiten werden ausgetauscht und der Autor geht auch heiklere Themen an wie gleichgeschlechtliche Liebe und das erste Mal zwischen zwei jungen Menschen. Dabei vermittelt er gut verpackt ein Wertegefühl und auch einige Botschaften die Kinder und Jugendlichen zum Nachdenken anregen können. Ein Buch das es sicherlich wert ist zusammen bzw. zeitgleich mit den jugendlichen Lesern zu lesen. Es birgt einige Anregungen zu Gesprächen mit den Kindern über Themen die diese bewegen. Gleichzeitig ist es auch ein Abenteuerbuch in dem die Kinder einiges erleben und mit diesen Erlebnissen wachsen indem sie eigenständig Lösungen suchen.
Interessant fand ich im Anhang das Making of des Buches, da konnte man auf einigen Seiten die Entstehung des Buches hautnah miterleben.
Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar und spricht Jugendliche und Erwachsenen gleichermaßen an. Zudem gibt es gelungene Bilder die in den Text eingebunden sind und das gelesene visualisieren.
Rezensionen von rewa:
Schuld und Begehren
Im Wald von Elena Ferrante
Seelensplitter- Zwischen Schuld und Begehren, ist der Debütroman der jungen Autorin Stephanie Pinkowsky, der berührend und spannend ist.
Die junge und hübsche Helene, die nach dem Unfalltod ihrer Eltern bei ihrer Tante Kate und ihrem Onkel Richard aufgewachsen ist, hat schon immer für Mark Goldschmidt, einem Freund und Geschäftspartner ihres Onkels geschwärmt.
Obwohl er um einiges älter und auch verheiratet ist, kann er sich ihrer Schönheit und ihrer Anziehungskraft nicht entziehen. Obwohl er am liebsten seine Frau und eine Geliebt hätte, entscheidet er sich letzt endlich für seine Ehefrau, nichts ahnend, dass Helene von ihm schwanger ist.
Als ihre Tochter Katja geboren ist, fühlt sie sich nicht im Stande sich um ihr Baby zu kümmern und sie beschließt, nach Hamburg studieren zu gehen. Kate und Richard nehmen die Bürde auf sich ein weiteres Mal sich um ein ,,fremdes Kind´´ zu kümmern.
Viele Jahre vergehen, ohne dass Helen Kontakt mit ihrer Familie aufnimmt. Doch als sie bei Film- und Fernsehen erfolgreich ist, beschließt sie Katja zu sich zu holen. Ein Sprung ins kalte Wasser, da Helene ja keine Ahnung hat wie das Zusammenleben mit ihrer Tochter sein wird. Seltsame Gefühlsschwankungen von Katja verstärken sich über die Jahre hinweg und als schließlich ihr Vater auftaucht und sich zu Helen und ihr bekennt, löst das in Katja negative und beängstigende Gefühle aus.
Nach Jahren emotionaler auf und ab´s hat sich Katja als Modedesignerin in Paris einen Namen geschaffen und in Marc hat sie den Mann gefunden der sie liebt und ihr Stabilität gibt.
Doch die Dämonen in Katja drängen nach draußen und ihre krankhafte Obsession gegenüber Helene nehmen gefährliche Züge an. Da sich Helene immer schuldig gegenüber Katja fühlt, hat diese ein leichtes Spiel mit ihr und ihre moralischen Erpressungen führen letztendlich zu einer Katastrophe.
Der Autorin Stephanie Pinkowsky ist mit ihrem Roman ,,Seelensplitter- Zwischen Schuld und Begehren`` ein sehr emotionaler und aufwühlender Roman gelungen. Mit ihrer Protagonistin Helene hat sie eine Figur erschaffen, die man einfach unsympathisch findet und die man am liebsten durchschütteln möchte. Aber diese negativen Gefühle machen die Geschichte so reizvoll, weil man einfach weiterlesen muss. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm und die Seiten fliegen nur so dahin.
Man kann einfach nicht glauben, wie sich Helene verhält. Sie ist egoistisch, schwach, unreif und macht nicht nur sich, sondern auch den anderen das Leben dadurch schwer. Aber auch Katja hat ihre dunklen Seiten, die sehr eindringlich dargestellt sind. Beklemmend beschrieben ist das wechselnde Verhalten von Katja, man leidet mit und hat eigentlich Angst weiter zu lesen, was mit ihr passiert. Dass sich das Verhältnis zwischen Helene und Katja in einer besonderen Art und Weise entwickelt, damit würde man als Leser nicht rechnen. Um die Spannung zu erhalten, möchte ich nicht näher darauf eingehen. Nur so viel soll gesagt sein, das Thema macht betroffen und lässt ein beklemmendes Gefühl zurück. Aber der Roman ist auf seine eigene Art und Weise spannend und interessant.
Rezensionen von StefanieFreigericht:
"Sei brav, mein Schmerz, und lass mir etwas Ruhe." (Baudelaire) S. 245
Im Wald von Elena Ferrante
Christine betrügt ihren Mann Stéphane
Gilles wird von seiner Frau Claire betrogen.
Christine wird ermordet. Gilles ist Lieutenant bei der Polizei und ermittelt ? irgendwie lässt ihn das nicht ganz unbeteiligt.
Jaaaa - bitte, genau SO! Ein Krimi ist das, gut geschrieben, spannend, dabei aber keine Sadisten, Folterszenen oder sexuelle Perversionen.
Ein Frankreich-Krimi ist das, der wirklich von einem Franzosen geschrieben wurde - über eine nicht so offensichtliche Region wie die Provence. Gute Sprache ist das, auch über einen Ermittler mit persönlichen Problemen - nein, KEIN beschädigter Ermittler, viel banaler: Gilles Sebag hat herausgefunden, dass seine langjährige Ehefrau ihn betrogen hat, die Affäre ist bereits vorbei. Daran leidet er, darunter leidet seine Arbeit. Den Kummer ertränkt er in Alkohol, in Fragespielchen mit seiner Frau, die doch nur beide schmerzen. "Wenn du bei mir bist, wie jetzt, dich an mich geschmiegt, dann schaffe ich es, nur an uns beide zu denken. Aber sobald du dich von mir entfernst, selbst nur ein paar Zentimeter, kann ich nicht anders: Ich denke an euch." S. 171
Und gerade, während Gilles so damit ringt, dass ihm der sicher geglaubte Boden unter den Füßen weg gezogen wurde, scheint es in den Fällen um ihn herum nur noch um Ehebruch zu gehen, mit fatalen Folgen. Ein Ehemann erschießt seine Frau in dem Hotel, in dem ihr Liebhaber sie gerade zurück gelassen hat. Ein anderer Ehemann stürzt sich aus dem fünften Stock, weil seine Frau sich - platonisch, wie sie versichert - mit einem anderen trifft. Sonst helfen seine Sprichwörter ihm "Man erholte sich besser von Liebeskummer als von verletztem Stolz." S. 168, aber diesmal ist Gilles mehr als sonst angewiesen auf die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen - denn an diesen Fällen stimmt etwas nicht?
Autor Philippe Georget hat hier seinen dritten Band um den französischen Polizisten Gilles Sebag angesiedelt im Roussillon - ich konnte ohne Kenntnis der Vorgängerbände folgen. Der Regionalkrimi-Charakter ist eher weniger ausgeprägt, dafür gefiel mir die psychologische Tiefe bei der Darstellung von Sebags Dilemma. Weniger ein "Whodunnit", bei dem man selbst hätte auf den Täter gekommen sein können anhand der Hinweise als mehr eine Begleitung von Ermittlern bei ihrer Arbeit an mehreren Fällen ohne große Dramatik, dabei dennoch fesselnd - was ich als angenehm empfand. Gerne mehr!
Rezensionen von Booknaerrisch:
Ein gelungener 8. Fall für Pia und Oliver
Im Wald von Elena Ferrante
Zitate:
"Wer jetzt unterwegs war, war per se verdächtig. Zu 70 Prozent wurden Verbrechen nachts verübt. Nicht ohne Grund fürchtete der Mensch die Dunkelheit." Seite 24
"Sie konnte nachvollziehen, was in ihm vorging, und es schmerzte sie, ihn so zu sehen. Mit einer alten Schuld zu leben war eine schwere Last.
" Seite 247
Meinung:
Ein Brand auf einem Campingplatz ruft Oliver und Pia ein weiteres Mal auf den Plan.
War das das Werk des Feuerteufels, der aktuell sein Unwesen treibt? Dann hätte er dieses Mal nicht einfach ?nur? gezündelt, denn dieser Fall stellt sich als weitaus schlimmer heraus.
Erschreckenderweise befand sich in dem Campingwagen eine Person, die komplett verbrannt ist. Somit handelt es sich um Mord!
Aber war das wirklich Zufall? Oder steckt gar Absicht dahinter? Schnell wird klar, dass der voraussichtlich letzte Fall von Oliver vor seiner Auszeit, ihn deutlich schwerer in Beschlag nehmen wird, als erhofft. Denn da er aus der Gegend ist, kennt er alle Personen, die involviert sein oder Informationen liefern könnten, persönlich. Dieser Fall wird ihn nicht nur in seine früheste Kindheit, sondern möglicherweise auch an den Rand seiner Belastungsgrenze treiben?
Ein weiteres Mal konnte mich Nele Neuhaus mit ihrem angenehmen Schreibstil fesseln. Schnelle Szenenwechsel machen die Story spannend und lassen die Seiten geradezu an einem vorbeifliegen. Bereits der Prolog weckt die Neugierde enorm :)
Dazu kommt, dass immer wieder -zum Ende hin werden es noch mehr- kleine Cliffhanger in den einzelnen Leseabschnitten eingebaut sind, was natürlich auch seinen Teil zur Spannung beiträgt ;)
Dazu passend ist das Setting, gerade durch die Waldszenen, düster und atmosphärisch.
Sehr gut gefällt mir, dass die beiden Protagonisten Pia und Oliver weitestgehend sympathisch und authentisch wirken, was letzten Endes natürlich zum Großteil der Tatsache geschuldet ist, dass sie sich mit ganz alltäglichen Dingen abmühen müssen. Eben geradeso wie du und ich ;)
Probleme wie unzuverlässige Expartner, Kindererziehung, u. Ä. machen die beiden menschlich und ermöglichen es uns, sich mit ihnen zu identifizieren.
Ab und an flicht die Autorin auch ein bisschen Mundart ein, was noch den ein oder anderen Schmunzler verursacht. Echt lesenswert :)
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch auch. Die Geschichte spielt in einer überschaubaren Gemeinde, in der gefühlt jeder mit jedem entweder verwandt, verschwägert, verheiratet oder geschieden ist. Dementsprechend haben viele Personen den selben Nachnamen oder auch sonstige Bezüge, was das Ganze stellenweise etwas unübersichtlich macht. Es ist also definitiv "Dranbleiben" angesagt, sonst wird es vermutlich schwierig, wieder einzusteigen. Zu Beginn des Buches ist zwar eine Übersicht der Personen vorhanden, diese reicht jedoch nur bedingt, da letzten Endes doch nicht alle Informationen zu den einzelnen Personen darin enthalten sind. Aber für das Gröbste hilft´s ;)
Ein tolles Team, haufenweise falsche Fährten sowie unerwartete Wendungen in Kombination mit ernsten Themen wie Mord, menschliche Abgründe, Rassis- und Egoismus haben die Geschichte wunderbar in Form gebracht und mich die 550 Seiten geradezu inhalieren lassen.
Eine klare Empfehlung an alle Krimileser unter euch!




