Kunden em pfehlungen
Rezensionen von manu63:
Drachenfrieden
Drachenfrieden von C. M. Hafen
Mit Drachenfrieden schließt die Autorin C. M. Hafen ihre Trilogie um Das Drachenvolk von Leotrim ab. Die Handlungsstränge finden sich zusammen und Schicksale erfüllen sich. Ambro sieht seinen zukünftigen Weg und auch Dakota und Hangameh erfahren mehr über sich selber.
Die Autorin schildert auch in diesem Band auf gefühlvolle Weise den Weg von Ambro und Norwin.
Der Schreibstil ist flüssig und schnörkellos und die einzelnen Handlungsstränge werden stimmig aufeinander zugeführt. Alle Fragen werden nicht beantwortet, dennoch lässt mich das Ende befriedigt zurück und meine eigenen Gedankenwelt kann sich ausmalen wie es letztendlich weiter geht. Es kam bei mir zwar nur wenig atemlose Spannung auf, aber die gesamte Geschichte hat mich fasziniert. Die unterschiedlichen Schicksale und wie alles zusammen hängt hat mich in den Bann gezogen und mich gut unterhalten. Ich würde dem Leser empfehlen die Trilogie in einem Rutsch zu lesen, da es zu Anfang der Folgebände kein ?Was bisher geschah? gibt. Außerdem erschließt sich so die Komplexität der Geschichte am besten. Da aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird kann man sich in die Gedankenwelt der Protagonisten gut hinein versetzen.
Rezensionen von heinoko:
Solide und ehrlich
Drachenfrieden von C. M. Hafen
Die Mainzer Mordkommission mit ihrem neuen Chef Lorenz Wagner wird konfrontiert mit dem unerklärlichen Tod einer Doktorandin der Psychologie. Penelope Sander war allseits beliebt gewesen, fleißig und sehr erfolgreich, mit positiver Lebenseinstellung. Feinde schien sie nicht zu haben. Im Verlaufe der jetzt einsetzenden intensiven Ermittlungsarbeit, die sehr detailreich geschildert wird, tauchen unzählige Namen auf.
Bald gibt es noch einen Toten im universitären Umfeld. Und er bleibt nicht der letzte Ermordete. Lange Zeit haben die Ermittler das Gefühl, nicht voran zu kommen, sich im Kreis zu drehen. Bis auf Tuulia, die Jüngste im Team?
Antonia Richter legt uns hier einen ehrlichen Krimi vor. Einen Krimi, der nicht bereit ist, irgendwelche Handlungsschnörkel um der Spannung willen einzubauen, keine Handlungswindungen, um die Leser zu verwirren. Ein Krimi, der gerade voranschreitet. Die Autorin ist selbst Psychologin, sie kennt sich perfekt aus in der universitären Forschungsszene. Das ist Segen und Fluch gleichermaßen. Denn so wirkt die Grundlage des Plots durchaus denkbar, die Details glaubhaft realistisch. Aber gerade in all den Sequenzen, die sich mit dem Umfeld der Studierenden bzw. Doktoranden im Fach Psychologie befassen, wirkt die Sprache sehr hölzern, fast schon antiquiert, verkopft, umständlich, zusammengesetzt aus adjektivüberladenen Sätzen ? so als verfalle die Autorin hier in die ihr vertraute Sprache wissenschaftlichen Arbeitens. Das fordert dem Leser streckenweise Geduld ab. Wann immer die Geschichte jedoch in den Bereich des Fiktiven, in die Phantasie wandert, wird der Schreibstil flüssiger, freier und damit spannender zu lesen.
Fazit:
Ein Krimi für geduldige Leser, ein Buch, in dessen spröden, überladenen Sprachstil man sich einlesen muss. Die zweite Buchhälfte wird zunehmend spannender, lockerer, leichter lesbar. Der wirklichkeitsnahe Plot und das sympathische Ermittlerteam machen die Mühen des Leseeinstiegs durchaus wett und tragen auch über streckenweise etwas zähe Sequenzen hinweg. Lesenswert!
Rezensionen von Maeddsche:
Einfach, dennoch gut
Der Brief von Hagebölling Carolin
Das Buch:
In "Der Brief" von Carolin Hagebölling geht es um Marie, die einen Brief von ihrere alten Schulfreundin Christine bekommt - doch was darin steht stellt alles auf den Kopf. Ab dann ändert sich alles in Maries Leben und der Leser begleitet sie dabei.
Mein Eindruck:
Das Buch hat seine Höhen und Tiefen - meiner Meinung nach aber mehr Tiefen.
Diese kommen vor allem daher, dass mir das Ganze einfach zu unrealistisch ist. Nicht die Sache mit dem Brief, die eine Prallelwelt vermuten lässt, sondern eher das Verhalten von Marie. Ständig reist sie umher um irgend etwas über den Brief und seinen Inhalt herauszufinden, wobei sie körperlich dazu eigentlich gar nicht in der Lage ist. Dort wo sie hinreist erhält sie dann wie durch Zufall immer genau die richtigen Hinweise, wirklich weiterhelfen und Informationen liefer, tun diese aber nicht.
Im Großen und Ganzen ist das Buch eine nette und leichte Geschichte, die sich auch angenehm lesen lässt, vor allem auch durch die Kürze des Buches. Eventuell hat es sich die Autorin aber gerade durch die Kürze selbst ein wenig schwer gemacht, die Geschichte wirklich ausreifen zu lassen. Etwas mehr Details und bessere Spannungsbögen würden sicher nicht schaden.
Mein Fazit:
Für einen gemütlichen Lesenachmittag in der Sonne ideal, aber mehr auch nicht. Das typische Buch das man als "einfachen Lesestoff" bezeichnen würde.
Rezensionen von Ela_Ela:
Der neue von Sophie Kinsella : )
Frag nicht nach Sonnenschein von Sophie Kinsella
Katie Brenner aus dem ländlichen Somerset hat einen Job in ihrer Traumstadt ergattert: London! Die Lockenmähne wird gebändigt, der unfeine Dialekt abgelegt ? und das Großstadtleben kann beginnen. Doch Katies Chefin Demeter entpuppt sich als Tyrannin, die sie nicht nur dazu verdonnert, ihr den Ansatz nachzufärben, sondern sie auch aus heiterem Himmel wieder feuert.
Warum musste Katie sich auch in Demeters Affäre Alex verlieben? Zum Glück braucht Katies Vater just in diesem Moment ihre Hilfe: Die heimische Somerset-Farm soll zum Glampingplatz werden. Und als der tatsächlich zum begehrten Reiseziel wird, tauchen dort plötzlich Demeter und Alex auf ...
Ich habe viele Bücher der Autorin gelesen und nun habe ich mir nach langer Zeit wieder gedacht, das ich doch mal wieder eines ausprobieren kann. Und ich fand es wirklich amüsant und den Schreibstil von ihr fand ich schon immer sehr gut.
Bevor sie das Cover und den Titel dieses Buches geändert war hätte ich wahrscheinlich nicht danach gegriffen, da mich das Vorabcover nicht angesprochen hat und auch nicht sehr auffallend war.
Fazit: Es tut mal wieder gut ein Buch von Sophie Kinsella zu lesen, da sie mit ihrem eigenen Humor jedes Buch wunderbar schreibt. Ich vergebe 4 Sterne.
Rezensionen von rainbowly:
Leider nicht ganz ausgefeilt
Frag nicht nach Sonnenschein von Sophie Kinsella
Fakten
Autor: Darcy Bell
Sprecher: Tanja Geke
Verlag: Lübbe Audio
Erscheinungsdatum: 10.04.1017
Genre: Krimi/Thriller
4 CDs, ca. 419 Minuten
Inhalt
Stephanies beste Freundin Emily bittet sie um einen kleinen Gefallen, nämlich auf ihren Sohn aufzupassen. Eigentlich sollte er nur bis pabends bleiben, doch als Emily auch am nächsten Tag nicht auftaucht, gerät Stephanie mehr und mehr in Panik.
Weder Emilys Mann noch ihr Chef haben etwas von ihr gehört, deshalb wendet sie sich in ihrem Blog an die Öffentlichkeit. Was steckt nur hinter dem seltsamen Verschwinden von Emily?
Gestaltung
Ich finde das Cover sehr ansprechend. Für mich sieht es so aus als ob die Frau etwas hinter ihrem Rücken verbirgt. Und so passt es, symbolisch gesehen, auch sehr gut zur Story.
Sprecher
Tanja Geke spricht, vorallem den Teil den Stephanie erzählt, etwas monton und so kann man manchmal nur schwer bei der Geschichte bleiben. Außerdem wirkt Stephanie dadurch etwas farblos und sehr naiv - das passt allerdings wiederum sehr gut zu Stephanies Charakter. Wenn Tanja Geke Emily liest läuft es einem dagegen kalt den Rücken runter - warum verrate ich jetzt allerdings nicht.
Fazit
Die Story fing gut an. Alles war etwas verworren und kurios. Man konnte keinem Charakter vertrauen und sehr gut mit rätseln. Dann ließ der Spannungsbogen in meinen Augen stark nach. Stephanie erzählte aus ihrer Vergangenheit und von ihrem Alltag. Emilys Verschwinden rückte beinahe in den Hintergrund. Irgendwie war es langweilig. Dann nahm die Story nochmal richtig an Fahrt auf und ich war gefesselt. Aber leider hielt diese Spannung nicht bis zum Ende. Deshalb bin ich auch eher enttäuscht von der ganzen Geschichte. In meinen Augen war sie nicht immer gut durchdacht und hatte Stellen die sich furchtbar zogen. Auch mit den Charakteren hatte ich meine Probleme. Stephanie ist so langweilig und naiv, dass man es kaum aushält. Sean ist merkwürdig und ebenso naiv wie Stephanie. Nur Emily erschien mir als ausgefeilter Charakter mit Ecken und Kanten und Tiefe. Davon hätte ich gern mehr gehabt.
Rezensionen von Maeddsche:
Höhen & Tiefen
Das Panama-Erbe von Aernecke Susanne
Das Buch:
"Das Panama Erbe" ist der zweite Teil der Amakuna-Reihe von Susanne Aernecke und befasst sich mit Sina und Neri in der Gegenwart und Tamanca und Itapiú in der Vergangenheit - beides liebende Paare, die die Aufgabe haben Amakuna vor der Machtgier der Menschheit zu beschützen und dabei allerhand Bedrohungen und Gefahren ausgesetzt sind.
Mein Eindruck:
Zunächst vorweg: ich persönlich bin der Meinung, dass man das Buch auch lesen kann, ohne den ersten Teil zu kennen - mir selbst ging es so. Zwar gibt es einige Andeutungen und Bezüge zum ersten Teil, die Handlung insgesamt kann man aber dennoch gut nachvollziehen und verstehen.
Zu Beginn war ich sehr begeistert von dem Buch und auch super gefesselt, sodass ich unbedingt weiter lesen wollte. Leider konnte die Autorin diese Spannung für meinen Geschmack nicht aufrecht erhalten, sodass das Lesen immer schleppender voran ging und es mir teilweise kaum noch Freude bereitet hat.
Es gibt immer wieder kleinere spannende Momente, die vielen Seiten dazwischen sind jedoch weniger fesselnd und ziehen die Handlung unnötig in die Länge.
Außerdem gibt es für meinen Geschmack in der Geschichte einfach zu viele glückliche Zufälle, wo einfach alles perfekt zu laufen scheint und die Protagonisten nicht wirklich etwas dafür tun müssen. Ist dies zu oft der Fall, wirkt auf mich alles zu unrealistisch und zu zwanghaft positiv.
Da die Reihe aus drei Bänden bestehen soll, hat das Buch ein offenes Ende. Trotzdem werden viele Fragen bereits beantwortet, gleichzeitig bleibt aber auch genug unausgesprochen oder werden sogar neue Fakten angeteasert, sodass die Neugierde auf den weiteren Verlauf geweckt wird.
Mein Fazit:
Die Handlung an sich ist toll und regt an, über die Machtverhältnisse in der Welt und die Gier der Menschen nachzudenken und sich vielleicht auch an die eigene Nase zu fassen. Dennoch bin ich nicht vollständig überzeugt, da für meinen Geschmack der Spannungsbogen zu unregelmäßig durch das Buch führt und so der Handlung schadet.
Rezensionen von Sylvaroth:
Des Captains neue Kleider
Star Trek Kostüme von Paula M. Block; Terry J. Erdmann
Was so vollmundig versprochen, wird von Zauberfeder in diesem wunderschönen Bildband sogar noch übertroffen. Denn Star Trek: Kostüme ist keine lieblose Aneinanderreihung von Set-und Kostümfotos, Modeskizzen und -Entwürfen, es ist eine akribische Dokumentation eines der vielen Aspekte, die weltweit Millionen so an Star Trek faszinieren.
Die Liebe zum Detail und die überbordende Fantasie aller, die an den Serien und Filmen dieser Weltraumutopie beteiligt sind, werden hier augenscheinlich. Dabei bleibt es aber nicht beim Schema Kostüm-Foto, Beschreibung, nächstes. Vielmehr lässt sich allein aus den liebevoll gestalteten Texten, den Hintergrundinformationen, Interviews, Zitaten und Detailaufnahmen zumindest erahnen, wie viel Herzblut in jedem einzelnen Nadelstich, jedem Ornament, Accessoire und jedem kleinsten Fitzelchen steckt, das vor der Kamera all die bunten Aliens, Statisten, Hauptdarsteller und Gegner schmückt.
Dabei entführt das Buch den Leser auf eine Reise durch die Zeit. Von den Kostümen der originalen Fernsehserie der Sechzigerjahre, den Uniformen der ersten Kinofilme, den ebenso vielfältigen Kleidern der Nachfolgeserie der Neunzigerjahre und den darauf basierenden Kinofilmen, über die anschließenden Spin-off-Serien auf der Raumstation DS9, dem verschollenen Forschungsschiff Voyager, der Prequel-Serie Enterprise und schließlich den Filmen des Abrams-Reboots, erlebt man hier ein halbes Jahrhundert außerirdischer Kostümgeschichte.
Trotz der schönen Bilder und der interessanten Details, ist anzumerken, dass der Band Cosplayern nur zur Inspiration dienen kann, nicht jedoch als Vorlage zur Fertigung originalgetreuer Repliken. Schnittmuster und Rundumansichten sucht man hier vergebens.
Fazit: Bildgewaltiger Kostümband zur Inspiration und zum leichten Schmökern für neugierige Trekker und Trekkies.
Rezensionen von thora:
Die Spinnen sind los - schöner Thriller
Die Brut - Sie sind da von Ezekiel Boone
Inhalt/Klappentext:
Etwas lebt. Und es vermehrt sich rasend schnell. Am Amazonas stirbt eine Wandergruppe. Kurz zuvor war ein merkwürdiges Summgeräusch zu hören. In Indien schnellen die Seismographen in die Höhe, doch es folgt kein Erdbeben. In China wird eine Atombombe gezündet. Angeblich versehentlich.
In Minneapolis stürzt ein Flugzeug vom Himmel. Im Wrack findet Agent Mike Rich eine verbrannte Leiche aus der etwas Schwarzes kriecht. Biologin Melanie Guyer erhält in Washington eine FedEx-Sendung. Ein mysteriöser Fund von den Nazca-Linien. Nervenzerrende Spannung ? Sie werden das Atmen vergessen!
Meine Meinung:
Schöner leicht thrilliger Roman. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Er lässt sich dennoch sehr gut lesen. Die verschiedenen Stränge machen das Buch einerseits interessant aber auch für den Leser wird es schwieriger der Story zu verfolgen. Die verschiedenen Protagonisten sind sehr interessant. Leider sind alle irgendwie farblos. Mir fehlt das Tiefgründige und ich kann aus der Vielzahl der Charaktere nicht die Hauptprotas herausfiltern. Die Beschreibung des Umfeldes fand ich sehr detailiert. Zum Glück wurden die Spinnen nicht sehr deutlich beschrieben. Der Verlauf der Geschichte ist sehr spannend und der Schluss ist sehr actionreich und lässt den Leser ziemlich unbefriedigt zurück.
Mein Fazit:
Ich habe mir mehr von diesem Thriller erwartet. Er konnte mir leider kein Gänsehautfeeling machen. Ich bin dennoch gespannt wie die Geschichte nach diesem fiesen Cliffhänger weitergeht.
Rezensionen von LadyIceTea:
Seicht zu Beginn, spannend am Schluss. Leider ein offenes Ende.
Die Brut - Sie sind da von Ezekiel Boone
Etwas lebt. Und es vermehrt sich rasend schnell.
Am Amazonas stirbt eine Wandergruppe. Kurz zuvor war ein merkwürdiges Summgeräusch zu hören.
In Indien schnellen die Seismographen in die Höhe, doch es folgt kein Erdbeben.
In China wird eine Atombombe gezündet. Angeblich versehentlich.
In Minneapolis stürzt ein Flugzeug vom Himmel.
Im Wrack findet Agent Mike Rich eine verbrannte Leiche aus der etwas Schwarzes kriecht.
Biologin Melanie Guyer erhält in Washington eine FedEx-Sendung. Ein mysteriöser Fund von den Nazca-Linien.
Als ich den Klappentext gelesen habe, wurde ich sehr an ?Der Schwarm? von Schätzing erinnert. Zum Glück ist dieses Buch ganz anders, denn es wäre bei weitem nicht an Schätzing herangekommen.
Das Buch beginnt ziemlich mitten in der Handlung. Die Plage ist schon unterwegs und sie beginnt die Menschheit zu überrennen.
Leider waren die Anfangskapitel, die die Geschichte aufbauen sollten eher zu ruhig und mit zu wenig Tiefgang. Wir lernen einige Figuren kennen und bekommen schon eine Ahnung, wo die Plage auftaucht aber das war es auch schon. Wirklich viel erfahren wir über die Personen nicht und Spannung gibt es auch noch nicht.
Doch wenn dann die ersten Kapitel über die Plage auftauchen wird es zunehmend spannender. Es gab dann doch stellen, an denen ich mit Herzrasen weitergelesen habe. Leider wurden diese dann wieder von seichteren Stellen abgelöst.
Mir hat es gefallen, die Plage aus der Sicht verschiedenster Gruppen zu erleben. War mir nicht gefällt, ist das offene Ende. Der Leser wird gezwungen, die Folgebände zu kaufen, wenn er seine Fragen beantwortet haben will. Dieser Umstand ist leider heutzutage schon fast Normalität. Mir gefällt es trotzdem nicht.
Deswegen und aufgrund der seichten Passagen gibt es nur drei Sterne. Mal sehen wie Teil zwei wird.
Rezensionen von susanne.pichler@gmx.at:
Land of Hope and Glory
Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten von J.L. Carr
Die Frage, ob es ein perfekt geschriebenes Buch gibt, lässt sich nach der Lektüre von "Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten" schlicht und einfach mit Ja beantworten.
Nicht umsonst gilt es als bestes Buch von J.L. Carr. Sein Biograph hat Carr als schwer fassbar, donquichottisch und durch und durch englisch beschrieben.
Cricket, alten Kirchen am Land, handgezeichneten Landkarten und natürlich dem eigenen Garten galt sein ganzes Interesse. Diese Charaktereigenschaften sind klar in die "Steeple Sinderby Wanderers" eingeflossen.
Im 547-Seelen-Dorf Sinderby, in den Hochmooren Yorkshires gelegen, machen sich ein Exil-Ungar, ein Ex-Profifußballer und ein gescheiterter Theologiestudent, der sich seinen Lebensunterhalt mit dem Dichten von Versen für Glückwunschkarten verdient, daran, den englischen Fußball zu revolutionieren. Sie beschließen, alles daran zu setzen, die neue Fußball-Saison als Sieger im Pokalfinale im Wembley-Stadion zu beenden. Der nur scheinbar unmögliche Traum wird auf sechs philosophisch-logisch-einfache Regeln aufgebaut. Konsequenz, Hingabe, ein findiger Vorstandsvorsitzender und brachiale Durchsetzungskraft, immerhin wird im England der siebziger Jahre Fußball gespielt, bringen die Sinderby Wanderers Runde um Runde weiter.
Kirchenglocken, ein eiserner Bettwärmer, eine Schrotflinte und typisch englische Gelassenheit und Höflichkeit tragen weiters dazu bei, die eine oder andere brenzlige Situation in Wohlgefallen aufgehen zu lassen.
Die Schwester des Dorfgeistlichen, ihres Zeichens Gründerin einer eigenen Religion, die Dorfamazonen, und immer wieder Mr. Fangfoss, der Vorsitzende von allem in und um Sinderby, tragen ihren Teil zum wahrwerdenden Wunder bei.
"Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten" ist nur auf den ersten Blick ein Roman über Fußball. Obwohl der Leser den Steeple Sinderby Wanderers Runde um Runde zu ihrem großen Triumph folgt, ist das Fußballspiel an sich sekundär. Die wunderbar gezeichneten Charaktere, der Wortwitz, die Situationskomik, das Aufeinanderprallen des kleinen Dorfes in Yorkshire mit der großen weiten Welt in Form von Fernsehübertragungen, Journalisten, Opportunisten und Skinheads, all dies bringt J.L. Carr so leicht zu Papier, dass man immer wieder ganze Absätze ein zweites Mal liest, um sie auch dementsprechend genießen und würdigen zu können.
Es ist eine Freude, der Mannschaft von Sinderby auf ihrem Weg zum großen Triumph folgen zu dürfen. Alle, Spieler und Helfer, das Wort Betreuer würde niemandem gerecht werden, sind eine eingeschworene Truppe, die den Leser von der guten alten Zeit träumen lassen und für 192 Seiten den Glauben an die Menschheit wieder herstellen.
Es ist ein Buch, das die traurigen und schönen Momente des Lebens einfängt.
Sasa Stanisic fasst dies in seinem Vorwort sehr schön zusammen: "Helden können nicht immer Helden sein. Es gibt auch sonst viel zu tun." Dem ist nichts hinzuzufügen.








