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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Petra Gutsche:

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Einmal etwas anderes......auf alle Fälle lesbar

Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa

Der Klappentext des Buches hat mich doch sehr neugierig gemacht.
Und Ludovicas Erzählungen, nachdem sie sich hinter dieser Mauer eingemauert hatte waren auch sehr spannend und berührend zu Lesen. Leider haben mich die vielen anderen Geschichten doch irritiert, zu viele Namen, zu viele verschiedene Episoden.

Dennoch hat sich der Kreis am Ende des Buches gefinkelt geschlossen und Ludovica ist nicht eines einsamen, grausamen Todes gestorben, wie ich es anfänglich befürchtet hatte. Durchaus weiterzuempfehlen!

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Einmal etwas anderes......auf alle Fälle lesbar

Rezensionen von Meli:

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Schöne Atmosphäre, mittelmäßige Protagonisten

Piccola Sicilia von Daniel Speck

Protagonisten
Nina lässt sich scheiden und fühlt sich nun etwas verloren, fragt sich, was sie von Leben wollte, und wie die Ehe sie verändert hat. Als eine fremde Frau ihr erzählt, ihre Tante zu sein, und noch sagt, dass alles, was sie über ihren Großvater Moritz weiß, nicht stimmt, will Nina alles darüber wissen.

Sowohl sie als auch diese angebliche Tante Joëlle fand ich eher fade. Zwar macht Nina eine kleine Entwicklung durch, aber sie hört sich nur die Geschichte an und trotz ihrer Gefühle habe ich sie immer als sehr gleichgültig empfunden.

Yasmina arbeitet in einem Hotel in Tunis, bis es dort zu gefährlich für Juden wird. Ihre heimliche Liebe zu ihrem Adoptivbruder Victor ist im Grunde ihr einziger Antrieb. Diese Besessenheit konnte ich kaum nachvollziehen, da Victor ein egoistischer Feigling ist, der rebelliert und sich doch die Anerkennung seines Vaters wünscht - ohne etwas dafür tun zu müssen.

Moritz ist kein Kämpfer, sondern als Photograph eher ein stiller Beobachter. Hautnah darf er miterleben, wie Bilder nachgestellt werden und zu Propaganda Material werden. Er denkt oft mal an seine Verlobte, aber das, was er in Tunis erlebt, distanziert ihn weiter von diesem, das in unerreichbare Ferne zu rücken scheint.

Handlung und Schreibstil
Die Protagonisten konnten mich nicht gerade überzeugen, da ich zwar ihre Geschichten rührend fand, die Charakterzüge aber weniger sympathisch. Die Liebesgeschichte hat sich dermaßen anders entwickelt als erwartet, dass sie mich geradezu gestört hat und für mich das ganze Buch verschlechtert hat.

Das Buch hatte viele schöne, zitierwürdige Sätze, aber ansonsten fand ich es etwas abgehackt und außerdem hat sich das Buch etwas in die Länge gezogen und dadurch war es auch etwas anstrengend. Das Setting ist zwar spannend, da es viel Potenzial zu Konflikten und tiefen Gefühlen hat, und das wurde auch gut genutzt. An diesem Buch gefiel mir nämlich besonders die Darstellung der unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Der Autor hat nie vergessen, was für verschiedene Personen direkt vor Ort waren und hat immer die verschiedenen Reaktionen mit berücksichtigt und damit eine authentische Atmosphäre geschaffen.

Fazit
Insgesamt hat mir "Piccola Sicilia" nur mittelmäßig gut gefallen, zwar mochte ich die Atmosphäre, aber die Protagonisten fand ich nicht sympathisch und das Buch zog sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in die Länge.

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Schöne Atmosphäre, mittelmäßige Protagonisten

Rezensionen von rewareni:

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Verlorene Kindheit

Puppenmutter von Astrid Korten

Für Tessa Simonet scheint der Alptraum kein Ende zu nehmen. Zuerst wird sie in ihrer Villa am helllichten Tag Opfer eines Überfalles und kurz darauf erhält sie die schreckliche Nachricht, dass ihr Mann Jules Selbstmord begangen hat. Gut, dass ihre Schwägerin Karola und Jules Bruder Sebastien, sowie Tessas beste Freundin Amelie ihr zur Seite stehen.

Obwohl alle sehr bemüht um sie scheinen spürt Tessa, dass etwas nicht stimmt. Ihr Zuhause bereitet ihr Unbehagen, sie fühlt sich beobachtet und plötzlich benehmen sich die Menschen in ihrer Umgebung ihr gegen über nicht immer freundlich und verständnisvoll.
Als Bruce ihr geistig behinderter Gärtner plötzlich verschwindet und dann noch dazu ein Mord ganz in ihrer Nähe passiert ist sich Tessa sicher, dass es jemanden gibt, der ihr Schaden möchte. Sie ist sich mittlerweile sicher, dass irgendwer in ihrer Nähe ein perfides Spiel mit ihr spielt. Die grausame Wahrheit kommt spät ans Licht und für viele wird es dann zu spät sein.
Mit dem Thriller ,,Puppenmutter´´ von Astrid Korten, wird man als Leser in gewohnter Manier von Beginn weg bis zum Ende hinters Licht geführt. Das gruselige Cover mit dem gefesselten Puppenkopf ist ein toller Eyecatcher, der wunderbar zu dem Roman passt.
Man fühlt sich wie in einem Labyrinth gefangen, wo man zwar weiß, dass es irgendwo einen Ausgang gibt, aber die vielen Wege lassen einen dabei verzweifeln. So ist es auch bei Astrid Korten und ihrem Roman. Wut auf die Protagonisten, die ein grausames Spiel spielen, keinen blassen Schimmer, wie die verschiedenen Handlungsstränge zusammen hängen und kurz vor dem nervlichen Zusammenbruch, wird man von der Autorin erlöst.
Spannend ist nicht nur die Geschichte rund um Tessa, sondern auch die Briefe, die an sie gerichtet sind, wo der unbekannte Schreiber seine fanatische Liebe zu ihr gesteht. Ein weiteres Verwirrspiel beschert uns die Autorin mit der ,,Puppenmutter´´ die in Paris in der forensischen Abteilung der Strafanstalt in Zimmer 13 seit Jahren lebt. Ihre verwirrten Gedankengänge und die geheimnisvolle Puppe Alice, die immer wieder mit ihren Augen klimpert, hat nicht nur einmal ein Gänsehautgefühl hervorgerufen.
Astrid Kortens Hauptfigur Tessa lässt den Leser hautnah in ihre Gefühlen und Gedanken eindringen, wo man nie sagen kann, wie sie im nächsten Moment reagiert. Man kann keinen Schritt vorherahnen, noch würde man auf die Idee kommen, wie alles zusammenhängt. Man bekommt wieder einmal einen erschütternden, emotionalen und traurigen Einblick in die menschliche Seele, die es immer wieder schafft zu täuschen, zu verdrängen und versucht traumatische Erlebnisse zu kompensieren.
Bravo, an Astrid Korten!

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Verlorene Kindheit

Rezensionen von BarbaraM:

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Ein wundervoll orientalisch klingendes Bilderbuch!

Das bunte Kamel von Marko Simsa; Linda Wolfsgruber

Auf dem Weg zur Schule begegnet ein Mädchen irgendwo im Orient einem Kamel. Das Tier erzählt, dass es sich auf die Reise macht, um die Welt zu erkunden. Und so erlebt das Kamel ganz unterschiedliche Dinge und lernt auch viele interessante Menschen kennen: unter anderem Herrn Marwa, der so gerne Koussa mahshi isst, auf einem großen Basar, einen Bergführer auf einem schneebedeckten Gipfel, und tanzende Menschen bei einem fröhlichen Picknick.

Von allen Begegnungen bekommt das Kamel ein kleines Erinnerungsgeschenk und Lieder aus der jeweiligen orientalischen Gegend.

Mit seinem Bilderbuch „Das bunte Kamel – Eine musikalische Reise durch den Orient“ ist Marko Simsa und der Illustratorin Linda Wolfsgruber ein wunderbares, fröhliches und interessantes Buch gelungen, das dem Leser/Hörer die Kultur im Orient näherbringt: die Menschen, die Musik, das Essen, das Zusammenleben. Das Buch ist im Jumbo-Verlag erschienen und umfasst 29 Seiten.
Zum Buch gehört eine ca. 50minütige CD, auf der die Geschichte nochmals nachzuhören ist, aber ganz besonders der wunderbaren orientalischen Musik gelauscht werden kann. Zusätzlich werden von den Musikern Marwan Abado, Salah Ammo und Amirkasra Zandian ihre typischen Instrumente des Orients vorgestellt.

Fazit: Wir sprechen eine absolute Kaufempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 4 Jahren, die eine besondere musikalische Reise in den Orient unternehmen wollen.
Besonders bemerkenswert finden wir das angenehme, eher langsame Tempo sowohl des Vorlesers auf der CD als auch der Musik. Man hat das Gefühl, selbst ganz gemächlich auf der Reise im Orient zu sein. Dieses Gefühl wird zusätzlich noch dadurch bestärkt, dass beispielsweise auf dem Basar echte, authentische Sprecher rufen.
Meine beiden Kinder haben dieses Buch richtig gerne gelesen und gehört und mir als Mama hat es ebenfalls richtig gut gefallen.

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Ein wundervoll orientalisch klingendes Bilderbuch!

Rezensionen von zenzi:

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ein schauriges Haus

Bluthaus von Fölck Romy

Dieser Thriller hat mir sehr gut gefallen, er war schaurig, spannend bis zum show down, gut aufgebaut, das Geheimnis wird von verschiedenen Betroffenen gelöst. Einige aber nicht zu viele Nebenschauplätze bereichern das Buch, die Protagonisten mit ihren Stärken und Schwächen haben mir gut gefallen und waren mir sympathisch.

Wurde das Finden der Tochter und die Lebertransplatation nur als Stecker, Lückenfüller verwendet?
Sehr interessiert haben mich auch die Schilderungen der Küstenabschnitte an der Ostsee - ist doch sehr exotsch für mich

Die Grundgeschichte 1997 zwischendurch ist auch sehr geheimnisvoll, man fragt sich wie Miriam was los ist, warum und wozu ein Urlaub im Oktober, wer ist die die andere Frau wirklich? Sie ist als Gegensatz zum Hauptroman in der Gegenwart geschrieben, aber im ersten Einstieg "Oktober 1997" sind die Zeiten gemischt - schade für das sonst gut geschriebene Buch!

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ein schauriges Haus

Rezensionen von buchina:

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Guter Roman, kein spannender Krimi

Das Geheimnis der Grays von Anne Meredith

Der Klappentext, von diesem äußerlich sehr ansprechenden Buches, verspricht eine traditionelle Krimihandlung im Agatha Christie Stil. Zu Weihnachten trifft sich die Familie Gray im väterlichen Herrenhaus. Der Vater selbst bei allen seinen Kindern unbeliebt, wird in der Weihnachtsnacht ermordet. Nun ging ich davon aus, dass man als Leser nun auf die Suche nach dem Mörder geschickt wird, was ja interessant ist, da alle anwesenden Familienmitglieder ein Motiv haben, wie vorher schon erklärt wurde.

Aber nein, kurz nach dem Mord, erfährt man vom Mörder selbst, wie es geschehen konnte und wie er von sich selbst ablenken will.
Das hat mich überrascht und auch ein wenig enttäuscht. Denn die Krimihandlung tritt damit sehr in den Hintergrund. Es wird dadurch eher eine psychologische Analyse eines Mörders. Die Spannung hat für mich besonders im Mittelteil dadurch sehr gelitten, erst am Ende stieg die Spannung bis zum Finale wieder an.
Vielleicht wäre man bei dem Roman, lieber beim englischen Originaltitel „Portrait of a murderer“ geblieben, denn der sagt genau das aus was der Roman ist. Der deutsche Titel passt meines Erachtens überhaupt nicht, denn ein wirkliches Geheimnis, was alles erklären würde, wurde nicht wirklich aufgedeckt. Der Schreibstil ist trotz des Alters des Romans gut zu lesen. Die anfänglichen langen Beschreibungen der Charaktere und der Umgebung fand ich gelungen. Die Charaktere sind interessant, mir aber fast durchweg unsympathisch. Aus diesem Grund hielt sich auch mein Mitleid gegenüber des Getöteten und seines Mörders in Grenzen.
Trotz, dass der Roman zur Weihnachtszeit spielt, ist die weihnachtliche Stimmung eher gering und die Autorin legt auch wenig Wert darauf einen Roman mit weihnachtlichem Flair zu schreiben. Insgesamt ein gut geschriebener Roman, aber kein spannender Krimi, wie ich erwartet habe.

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Guter Roman, kein spannender Krimi

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Über den Exodus der geistige Elite

Die Flucht der Dichter und Denker von Herbert Lackner

Herbert Lackner, Journalist und Autor, hat in seinem Buch „Die Flucht der Dichter und Denker“ die Leidenswege der intellektuellen Elite Deutschlands und Österreichs nachgezeichnet, die während der Nazi-Diktatur aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Viele dieser Geschichten sind in groben Zügen bekannt, doch ist es dem Autor gelungen, mir noch unbekannte Details ausfindig zu machen.

Vor allem die sozialistischen und/oder kommunistischen Verfolgten sind nicht immer ganz so bekannt.

Immer wieder zieht Lackner Vergleiche mit den aktuellen Flüchtlingsströmen. So werden die Helfer der damaligen Zeit gelobt, obwohl der eine oder andere durchaus gut verdient hat. Heute wären sie alle Schlepper. Wenig bekannt ist auch, dass Eleanor Roosevelt sich intensiv für verfolgte Juden eingesetzt hat, ihr Ehemann, davon wenig begeistert war, weil er einen Wahlkampf zu gewinnen hatte. Ihrem Engagement ist der Einsatz von Varian Fry zu verdanken, der mit einer Liste der interessantesten (und vermutlich für die USA nützlichen) Flüchtlingen bewaffnet nach Europa reiste, um diese Menschen zu retten. Die Rettungsaktion war ursprünglich für rund 200 Personen gedacht, geworden sind es dann letzten Endes über 2.000. Die Hilfe Frys war recht pragmatisch und unterschiedlich. Manche Flüchtlinge hatten zwar die Dokumente beisammen, aber schlichtweg kein Geld mehr, die begehrten Schiffspassagen zu kaufen. Da konnte Fry mit seinen Dollars leicht helfen. Spannend, weil mir bislang unbekannt, ist die Geschichte des Bill Freier, der eigentlich Bil Spira heißt. Freier stammt aus Wien und fristet sein Dasein als Straßenzeichner in Marseille. Seine Begabung beim (Ver)Fälschen von Passbildern verhilft vielen Verfolgten zu neuen Papieren.

In einem Epilog berichtet Herbert Lackner, was aus einigen Flüchtlingen geworden ist.

Meine Meinung:

Ein sehr interessantes Buch, aus dem ich bislang Unbekanntes erfahren habe. Es passt gut zu Evelyn Steinthalers Buch „Mag’s im Himmel, mag’s in der Hölle sein“ das von berühmten Schauspielern berichtet, die mit einer jüdischen Partnerin verheiratet waren und Nazi-Deutschland nicht verlassen haben.

Den Anstoß zu Herbert Lackner Buch gab niemand geringerer als Alt-Bundespräsident Heinz Fischer, dessen Ehefrau Margit, im schwedischen Exil ihrer sozialistischen Eltern, Anni und Otto Binder, zu Welt gekommen ist.

Fazit:

Eine gute Dokumentation über die Vertriebenen der Nazi-Zeit. Gerne gebe ich hierfür 5 Sterne.

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Über den Exodus der geistige Elite

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Ein fesselndes Meisterwerk

Der Spielmann von Oliver Pötzsch

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Faust, der seine Seele dem Teufel verschreibt, um dafür mehr Wissen zu erlangen?

Oliver Pötzsch, den meisten Lesern durch die Henkerstochter-Saga und die „Ludwig-Verschwörung“ bekannt, nimmt sich dieser schillernden Persönlichkeit an, die tatsächlich um 1486 in Knittlingen gelebt hat.

Der Autor schildert das Leben des jungen Johann Georg, von seiner Mutter „Faustus“ genannt, der so gar nicht in die grobschlächtige Bauernfamilie hineinpasst. Faustus ist zart, feingliedrig, intelligent und wissbegierig. Damit ist er ein Außenseiter und wird von den meisten Leuten gemieden.

„Manchmal kam es Johann so vor, als wäre er der Einzige, der nicht in dieses Weltgefüge passte.“ (S. 46)

Nur das Nachbarsmädel Margarethe gibt sich mit ihm ab. Und genau das wird ihm zum Verhängnis. Faustus wird aus dem Dorf gejagt und schließt sich dem herumziehenden Schausteller Tonio del Moravia an, der das Potential, das in Faustus schlummert, erkennt.
Faustus fühlt sich das erste Mal in seinem noch jungen Leben angekommen und übersieht, dass Tonio sein eigenes perfides Spiel mit ihm treibt.

Meine Meinung:

Oliver Pötzsch hat aus diesem wohlbekannten Stoff einen fesselnden historischen Roman gewoben. Wir erleben die dörfliche Enge, das Anderssein und reisen mit Tonio und Faustus kreuz und quer durch Europa.
Die Charaktere sind detailliert und präzise ausgearbeitet. Tonio als Inbegriff des Bösen, der sich als „Seelenfänger“ versteht. Faustus, der ewig Suchende, rastlos und rücksichtslos, als er sein Ziel, Margarethe wieder zu finden, verfolgt. Allerdings wohnen „zwei Seelen in seiner Brust“: er ist auch ein Liebender, der sich über die Konventionen hinwegsetzt. Faustus schwankt stets zwischen Gut und Böse.

Der Schreibstil ist wunderbar opulent, manchmal, der Zeit entsprechend, grausam und blutrünstig.
Ich habe es sehr genossen, die Zitate aus Goethes Faust zu lesen, habe ich doch meine Maturaarbeit über den Faust-Stoff geschrieben und dabei Goethes Werke mit dem von Christopher Marlow verglichen.

Oliver Pötzsch gelingt es perfekt, Fakten und Fiktion zu verbinden. Der Leser muss schon sehr gut aufpassen, das auseinander zu halten. Die wenigen historischen Quellen beschreiben den realen Faustus als Gelehrten, als Zauberer und manche als Betrüger – je nachdem von welcher Warte aus Faustus gesehen wird.

Sehr interessant ist auch die Entstehungsgeschichte rund um dieses Buch. Der Autor streifte bei einem unfreiwilligen Zwischenstopp wegen des Ausfalls der Deutschen Bahn in Knittlingen herum. Da kann man sich bei der DB nur herzlich bedanken.

Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band „Der Lehrmeister“, der voraussichtlich im Herbst 2019 erscheinen wird.

Fazit:

Ein opulentes Meisterwerk der Sprachkunst, dem ich 5 Sterne gebe.

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Ein fesselndes Meisterwerk

Rezensionen von Josef Lüthold:

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Ein sehr informatives Buch

Neptun heißt bei uns Miron von Wolfgang Burtscher

Ein für mich sehr interessantes und informatives Buch. Einen Stern Abzug gibt es, weil verdienstvolle Persönlichkeiten wie Walter Lutz und Viktor Mohr zu negativ bewertet werden.

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Ein sehr informatives Buch

Rezensionen von I.weilharter@ais-jugend.at:

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Lesen als Kunstgenuss

Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa

Dieser Roman hat mich berührt, betroffen gemacht und gleichzeitig fasziniert.
Der Autor schreibt auf subtile und und liebevolle Weise über die skurrile aber dennoch wahre Biografie der Portugiesin Ludovica, welche sich zur Zeit der revolutionären Ereignisse in Angola in der Wohnung ihrer Schwester einmauert und drei Jahrzehnte isoliert von ihrer Umwelt verbringt .

..und überlebt!
Geschickt versteht es der Autor, die Vorkommnisse des gesellschaftlichen und politischen Umbruchs im "Draußen" mit der Befindlichkeit der Hauptperson im "Drinnen" zu verbinden.
Mit ineinander verschlungenen Lebensgeschichten der einzelnen Protagonisten baut er Spannungsbögen auf und macht so das Lesen zu einem literarischen Genuss.
Das ist Erzählkunst auf hohen Niveau!

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Lesen als Kunstgenuss