Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ReiShimura:
Der kleine Leser begeistert, ich eher ratlos
Pia Pfefferminz zieht ein von Kairi Look
Ich glaube, mir ist die Beurteilung eines Kinderbuchs noch nie so schwergefallen wie in diesem Fall. Dies liegt daran, dass der kleine Leser und ich uns ausnahmsweise komplett uneinig sind. Während ihm das Buch recht gut gefallen hat, gab es für mich einige Aspekte, die ich eher fragwürdig finde in einem Kinderbuch.
Auf den ersten Blick hat uns das Buch recht gut gefallen. Es hat ein angenehmes Format, ist hochwertig ausgeführt und liegt gut in der Hand. Die Illustration auf dem Cover ist ansprechend, zeigt aber bereits, dass Illustratorin Ulla Saar einen recht eigenwilligen Stil hat.
Dieser eigenwillige Stil zeigt sich dann auch innerhalb des Buches. Es gibt sehr viele Illustrationen, manche davon sind sehr schön und ansprechend, andere eher übertrieben skurril. Auffällig ist aber, dass es in jedem Bild Kritzeleien gibt, als hätte ein Kind mit einem Stift alle Bilder „verschönert“. Den Sinn dahinter habe ich leider nicht verstanden.
Besonders spannend fand ich, dass es bei diesem Buch keine durchgehende Handlung gab, sondern es sich vielmehr um eine Sammlung von Kurzgeschichten handelt. Dies habe ich bei einem Kinderbuch in der Form noch nie gesehen und war sehr gespannt, wie der kleine Leser darauf reagieren wird. Zu meiner großen Freude, war das für den dreijährigen überhaupt kein Problem. Ganz im Gegenteil, ich hatte sogar das Gefühl, dass er das als sehr positiv empfindet. Denn so konnte er das Buch an einer beliebigen Seite aufschlagen und sagen: „Lies hier bitte.“
Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz und geben verschiedene Einblicke in das Leben von Pia und ihrer Familie. Der Umzug auf den bereits im Titel hingewiesen wird, wird natürlich auch in einer Geschichte thematisiert. Wider Erwarten ist das aber nicht der Hauptstoff des Buches. Auffällig war in dem Buch außerdem, dass abgesehen von Pia keine Kinder vorkommen.
Das Buch ist eine skurrile Mischung aus realen und fantastischen Elementen. So gibt es zum Beispiel fliegende Katzen oder sprechende Tiere. Diese Aspekte haben mich zu Beginn ein wenig irritiert, da ich damit nicht gerechnet hatte. Dem kleinen Leser haben sie aber gut gefallen und ich denke diese Elemente sollen die Fantasie der Kinder anregen.
Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es aber auch ein paar fragwürdige Passagen in dem Buch. So wird in der Geschichte mit der Zugfahrt erwähnt, dass die Jungs sich nackte Frauen am Handy anschauen. Dies ist zwar realistisch, muss aber meiner Meinung nach nicht in einem Buch ab 5 Jahren erwähnt werden.
Mir haben die Geschichten nur bedingt gefallen, da ich viele davon weder besonders spannend noch lustig gefunden habe. Der kleine Leser hat abends aber immer wieder explizit nach dem Buch gefragt und wollte unbedingt weiterlesen.
Dies ist wirklich mit Abstand das absurdeste Kinderbuch, das ich bis dato gelesen habe und ich bin mir nicht sicher ob ich dafür eine Empfehlung aussprechen möchte.
Zauberhaftes Wichtelabenteuer mit Herz und Humor
Pia Puck von Nora Hoch
Da das Vorlesen bei uns ein Teil unserer Abendroutine ist, bin ich immer wieder auf der Suche nach geeigneten Büchern. Bei meiner Suche bin ich über dieses Buch gestolpert und fand die Idee so zauberhaft, dass ich dem Buch eine Chance geben musste. Der kleine Leser und ich haben die Entscheidung nicht bereut und warten schon gespannt auf den nächsten Band.
Das Buch hat ein angenehmes Format, liegt gut in der Hand und ist hochwertig ausgeführt. Die Illustrationen von Claudia Weikert sind ansprechend, farbenfroh und stimmungsvoll. Die vielen kleinen Bilder lockern das Buch ein wenig auf und unterstützen den Text auf eine schöne Art und Weise.
Die Länge der Kapitel ist recht unterschiedlich. Es gibt ein paar verhältnismäßig lange Kapitel, einige sind dafür recht kurz. Je nach Länge haben wir am Abend dann immer spontan entschieden, ob wir zwei oder drei Kapitel vorlesen. Das Buch eignet sich aber nicht nur sehr gut zum Vorlesen, sondern auch für bereits geübte kleine Leseratten zum Selberlesen.
Das Buch ist eine zauberhafte Mischung aus realen und fantastischen Elementen. Diese Kombination hat dem kleinen Leser sehr gut gefallen. Den kleinen Hauswichtel Pia haben wir von Anfang an ins Herz geschlossen, aber auch ihr bester Freund der Waschbär Pit hat sich bei uns großer Beliebtheit erfreut. Gerade für ältere Kinder ist auch die kleine Wanda eine tolle Figur, da die Kinder eventuell viel von sich in Wanda wieder entdecken können.
Die Geschichte ist phasenweise sehr emotional, manchmal ein wenig aufwühlend und traurig, aber man erkennt immer den Hoffnungsschimmer am Horizont. Daher sollte man keinesfalls zum Lesen aufhören, wenn es einmal etwas schwieriger wird. Denn der nächste lustige Moment kommt auf jeden Fall. Ein besonderes Highlight für den kleinen Leser war der Fluch von Waschbär Pit „Beim kratzigen Gewitterpups“. An dieser Stelle konnte er kaum aufhören zu lachen.
„Pia Puck – Wirbel im Wichtelhaus“ ist eine zauberhafte Geschichte mit einer tollen Botschaft. Es geht um Mut, Freundschaft, die Angst vor Veränderungen, aber auch um Hilfsbereitschaft und Familienstreitigkeiten. Hier wird wirklich eine große Bandbreite von Themen abgedeckt, die für die Kinder eine große Relevanz haben. All dies ist aber sehr gut in die Geschichte eingebunden, so dass es an keiner Stelle oberlehrerhaft wirkt.
Die Altersempfehlung des Verlages liegt bei 5 Jahren. Das Buch kann aber auch bereits mit jüngeren Kindern gelesen werden unter der Voraussetzung, dass die Kinder bereits Erfahrung mit Büchern dieses Umfanges haben. Der dreijährige kleine Leser konnte der Geschichte ohne Probleme folgen. Allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass es ein paar wenige Stellen gibt, die gerade für jüngere oder sehr empfindsame Kinder sehr aufwühlend sein können.
Dieses Buch eignet sich für all jene, die eine spannende, aufregende, aber auch einfühlsame und lustige Geschichte lesen wollen.
Ein Buchspaziergang für kleine und große Leser
Schascha und der Buchspazierer von Carsten Henn
Die Tatsache, dass der Autor sein eigenes Buch adaptiert hat, war für mich der ausschlaggebende Grund, mich näher mit dem Buch zu beschäftigen. Nach kurzer Recherche habe ich herausgefunden, dass das Original „Der Buchspazierer“ ein großer Erfolg war und sogar verfilmt wurde. Nun hat der Autor sich entschieden, die Geschichte umzuschreiben, damit auch Kinder in den Genuss der Geschichte kommen können.
Dies ist wirklich eine zauberhafte Idee und obwohl ich das Originalwerk nicht kenne, muss ich sagen, die Geschichte funktioniert wunderbar als Kinderbuch.
Autor Carsten Henn hat bei diesem Buch mit der Illustratorin Annelie Schulze zusammengearbeitet. Ihre aussagekräftigen Bilder sind wirklich etwas ganz Besonderes und erwecken die Geschichte zum Leben. Sie sind farbenfroh, stimmungsvoll und äußerst detailreich. Es macht Freude die Illustrationen zu betrachten. Außerdem sind sie eine gute Hilfestellung für Kinder, die sich die Personen aufgrund der Beschreibungen im Buch nur schwer vorstellen können.
Die Adaption als Kinderbuch gelingt dem Autor sehr gut. Dennoch merkt man, dass es sich hierbei eigentlich um ein Buch für Erwachsene handelt. Im Mittelpunkt steht in dieser Fassung der Geschichte zwar das kleine Mädchen Schascha und nicht der Buchspazierer Carl Kollhoff, trotzdem bleibt die Geschichte in ihren Grundzügen dieselbe.
Das sprachliche Niveau ist relativ hoch und kann eventuell für manche Kinder noch überfordernd sein. Die häufig vorkommenden Schachtelsätze sind dabei nur eine der vielen Herausforderungen.
Des Weiteren gibt es im Buch viele ernstere Themen, die behandelt werden, dazu zählen u.a. Gewalt, insbesondere häusliche Gewalt, der Umgang mit Tod und Trauer und Religion. Diese werden zwar kindgerecht, aber doch sehr ausführlich besprochen und empfindsame Kinder können hier auf jeden Fall eine Begleitung durch Erwachsene gebrauchen.
Doch trotz all der schwierigen Themen hat das Buch auch eine leichte, sogar humoristische Seite. Viele von Schaschas Aussagen und Taten haben mich zum Lachen gebracht. Besonders hervorheben möchte ich die einzigartigen Charaktere, die der Autor erschaffen hat. Ich habe sofort jeden der Kunden des Buchspazierers ins Herz geschlossen. Alle Personen sind liebevoll und detailreich beschrieben, sodass man eine gute Vorstellung von ihnen bekommt.
Dieses Buch ist ideal für alle, die einen herzerwärmenden, lustigen, aber auch nachdenklich stimmenden Roman suchen. Es ist ein guter Zwischenschritt zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur und kann deshalb auch von beiden Gruppen gelesen und geliebt werden. Ich möchte es auf jeden Fall von ganzem Herzen weiterempfehlen.
Eine kulinarische Reise durch die Welt der Dumplings
Gyoza, Dumplings & Co. von Lukas Grossmann
Als ich während meiner ersten Reise nach Japan Gyoza probiert habe, war es Liebe auf den ersten Biss. Seitdem habe ich eine Vorliebe für diese, aber auch andere Teigtaschen. Dieses Buch erschien daher wie eine ideale Erweiterung für meine doch recht umfangreiche Kochbuchsammlung.
Bereits beim ersten Durchblättern war ich von der Vielfalt der Teigtaschen fasziniert.
Hierbei meine ich aber nicht nur die verschiedenen Füllungen. Sondern vielmehr die unzähligen Formen und vor allem auch Teige und Zubereitungsarten.
Die Rezepte sind sehr übersichtlich dargestellt, so dass man schnell sehen kann, welche Zutaten benötigt werden. Wie nicht anders zu erwarten bei einem Kochbuch das sich mit Rezepten aus dem asiatischen Raum beschäftigt, wird man um den einen oder anderen Besuch im Asia-Supermarkt nicht herumkommen.
Die Fotos der Gerichte sind sehr ansprechend und appetitanregend. Im Vergleich zu anderen Kochbüchern finde ich die Bilder hier sehr übersichtlich, wenn nicht sogar ein wenig minimalistisch. Sie konzentrieren sich einfach auf das Wesentliche.
Alle Rezepte sind mit Nährwertangaben ausgestattet. Des Weiteren gibt es auch eine Information zu den enthaltenen Makronährstoffen, also Angaben zu Kohlenhydraten, Protein und Fett. Auf eine weitere Kennzeichnung der Rezepte wird verzichtet. Damit meine ich, dass es keine Kennzeichnung von vegetarischen oder veganen Speisen gibt.
Abgerundet wird das Ganze noch mit einigen hilfreichen Tipps für notwendiges Zubehör. Hierbei gefällt mir folgender Satz besonders gut: „Die meisten Utensilien finden sich gewiss in jeder Küche, ein paar spezielle Tools kann man sich zulegen, aber es geht auch ohne“.
Besonders gut gefallen haben mir die Grundrezepte für die Dumpling Teige. Hierbei sind drei verschiedene Teige beschrieben. Einer für Jiaozi und Mandu, ein Wonton-Teig und mein persönlicher Favorit Gyoza Teig. Auch die bebilderte Anleitung zum Dumplings falten finde ich sehr gut und hilfreich.
Alles in allem ein sehr schön gestaltetes Kochbuch, welches bei uns zu besonderen Anlässen immer wieder gerne verwendet wird. Für den Alltag sind mir die Rezepte, vor allem wenn man die Teigblätter selbst herstellt, leider zu aufwändig.
Über Freundschaft, Trauer und die Freude am Erinnern
Giraffenhund und Kratzbürste - Eine Reise nach Mexiko von Isabelle Schelling
Das Warten hat endlich ein Ende, denn das dritte Abenteuer der ungleichen Freunde Giraffenhund und Kratzbürste ist endlich da. Der kleine Leser hat sich mit Feuereifer auf das Buch gestürzt und ich musste es gleich mehrmals vorlesen.
Wie bereits beim zweiten Band der Reihe hat Autorin Isabelle Schelling wieder mit dem Illustrator Michael Stapper zusammengearbeitet.
Seine Illustrationen sind wunderschön, farbenfroh und aussagekräftig. Der kleine Leser schaut sich die Bilder sehr gerne an und erfreut sich an den vielen kleinen Details die er finden kann.
Ich hatte erwartet, dass dieses Buch nach dem gleichen Schema ablaufen wird wie bereits die Reise nach Tokio und Paris. Im Großen und Ganzen stimmt dies auch, dennoch gibt es einen wesentlichen Unterschied, nämlich den Grund der Reise. Kratzbürste vermisst seine Oma, die vor einigen Jahren verstorben ist. Daher beschließen die beiden, nach Mexiko zu reisen und dort den Tag der Toten, Día de Muertos, zu feiern.
Diese Tatsache hat mich im ersten Augenblick ein wenig irritiert und ich hatte die Befürchtung, dass das Buch verhältnismäßig schwer und traurig sein könnte. Glücklicherweise konnte ich schnell feststellen, dass das Gegenteil der Fall ist. Das Buch ist gewohnt unterhaltsam, bunt und lustig, weist aber dennoch einen ernsten Unterton auf. Kein Wunder, immerhin beschäftigt sich die Autorin hier mit dem Tod, der Trauer und wie man damit in Mexiko umgegangen wird.
Die Geschichte ist wieder komplett in Reimform verfasst. Dadurch macht das Vorlesen gleich doppelt so viel Spaß. Leider gibt es auch dieses Mal wieder den einen oder anderen unsauberen Reim. Darüber kann ich aber hinwegsehen.
Spannenderweise wird dieses Buch für Kinder ab 3 Jahren empfohlen, während bei den anderen beiden das empfohlene Alter noch bei ab 5 Jahren lag. Ich kann diese Entscheidung auf jeden Fall unterstützen. Der dreijährige kleine Leser hatte keine Probleme der Geschichte zu folgen und auch die behandelten Themen haben ihn nicht überfordert.
Obwohl es sich hierbei um den dritten Teil einer Buchserie handelt, kann das Buch unabhängig von den anderen gelesen werden. Wobei ich denke, wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, wird sich alle Bücher besorgen.
Auch dieses Mal möchte ich eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen. Dieses Buch zeigt auf unterhaltsame Art und Weise wie in anderen Kulturen mit dem Tod und der damit verbundenen Trauer umgegangen wird und wie wichtig Freundschaft ist.
Gemeinsam essen, ausprobieren und entdecken
Ich mag nur Nudeln ohne Soße! von Alicia Metz-Kleine
Wie in so vielen Haushalten mit kleinen Kindern ist auch bei uns Lebensmittel und Essen ein großes Thema. Auf der einen Seite will man alles richtig machen oder es zumindest versuchen.Auf der anderen Seite möchte man seinem Kind die Freiheit geben und selbst entscheiden lassen, was es essen möchte und was nicht.
Dieses Buch kam für uns daher genau richtig.
Diesen Ernährungsratgeber zeichnet besonders aus, dass er sich sowohl an Kinder als auch an Eltern richtet. Für die Kinder gibt es eine unterhaltsame und entzückend geschriebene Geschichte und für die Erwachsenen viele gute Tipps. Die Illustrationen im Buch sind sehr schön gestaltet und unterstützen die Geschichte auf eine angenehme Art und Weise. Im Laufe der Geschichte erfahren die Kinder, wie viel Spaß es machen kann Essen gemeinsam zuzubereiten und dass es auch mal interessant sein kann, neue Lebensmittel zu kosten. Diese Informationen sind so gut in die Geschichte eingebunden, dass es nicht belehrend wirkt.
Zusätzlich gibt es immer wieder Fragen an die Kinder um sie zum Nachdenken und Mitmachen zu animieren. Dies gibt den Erwachsenen einen guten Startpunkt für ein Gespräch über Ernährung und Lebensmittel.
Des Weiteren gibt es auch noch kleine Infoboxen mit Anregungen für die Erwachsenen. Besonders gut ist bei uns die Idee angekommen, dass sich sowohl der kleine Leser als auch wir Erwachsenen im Supermarkt ein Lebensmittel aussuchen, das wir noch nie gegessen haben. Dies war für uns alle eine schöne Erfahrung und dies werden wir in Zukunft sicher noch öfter machen.
Am Ende gibt es noch eine Doppelseite, die sich nur an die Erwachsenen richtet und noch einmal diverse Ratschläge, Tipps und Informationen zusammenfasst. Da ich mich schon sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, habe ich hier wenig Neues lernen können. Die Zusammenfassung hat mir dennoch sehr gut gefallen.
Ein wirklich gelungenes Kinderbuch zum Thema Ernährung, welches wir gerne weiterempfehlen möchten.
Eine tolle Grundidee, die leider im Spice untergeht
A Witch's Guide to Fake Dating a Demon von Sarah Hawley
Das Buch klang so vielversprechend und ich hatte mich auf einige amüsante und romantische Lesestunden eingestellt. Leider kam bei mir recht schnell die Ernüchterung auf. Die Grundidee des Buches ist interessant, leider verliert die Autorin im Laufe der Geschichte jedoch zunehmend den Fokus und konzentriert sich immer stärker auf die körperliche Anziehung der Figuren.
Dabei konnte mich der Einstieg zunächst durchaus überzeugen und ich fand schnell in die Geschichte hinein. Die Umgebung und die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Besonders interessant fand ich, dass in dem kleinen Städtchen die unterschiedlichsten magischen und nicht magischen Wesen friedlich zusammenleben. Dies verlieh dem von mir sehr geschätzten Kleinstadtfeeling eine ganz besondere Note.
Mariel ist ein sehr interessanter und komplexer Charakter. Laut Prophezeiung soll sie einmal eine sehr mächtige Hexe werden. Davon ist zunächst aber wenig zu spüren. Dafür merkt man, unter welchem ungeheuren Druck sie steht und wie sehr sie das belastet. Von Anfang an konnte ich mich gut in Mariel hineinversetzen und ihre Zauberversuche haben mich immer wieder zum Lachen gebracht.
Mit dem Auftauchen von Ozroth, dem Dämon, änderte sich für mich jedoch die Richtung der Geschichte deutlich. Dabei störte mich weniger die Tatsache, dass ein Dämon eine zentrale Rolle spielt – schließlich verrät das bereits der Titel –, sondern vielmehr die Richtung, in die sich die Geschichte anschließend entwickelte.
Ich hatte mir erhofft, dass die Gefühle zwischen den beiden sich langsam aufbauen. Dies war aber nicht der Fall. Meine Lesefreude nahm immer mehr ab, als sich Mariel fast nur mehr Gedanken um das beste Stück des Dämons machte.
Die ursprünglich sehr interessante und durchaus auch spannende Handlung geriet immer mehr in den Hintergrund und wurde überschattet von der Anziehung zwischen Mariel und Ozroth sowie dem nicht enden wollenden Spice. Ich bin kein Fan von expliziten Szenen und mag es lieber, wenn dies nur angedeutet wird und der Rest meiner Phantasie überlassen bleibt. Ein gewisses Maß an Spice finde ich noch erträglich, aber in diesem Buch war es einfach übertrieben viel und die Geschichte wurde zunehmend seicht.
All jene, die Spice in Büchern lieben, kommen hier definitiv auf ihre Kosten und werden das Buch sicher sehr genießen können. Für mich war es leider eine Enttäuschung und ich bin froh, dass ich das Buch endlich beendet habe.
Lehrreich, unterhaltsam und wunderschön illustriert
Der kleine Alexander von Humboldt. Eine Reise durch die Wälder dieser Erde von Verena Linde
Dieses Buch ist eine sehr gelungene Kombination aus unterhaltsamer Geschichte, interessanten Fakten und ansprechenden Bildern. Der kleine Leser hatte sichtlich viel Spaß an der Geschichte und konnte nebenbei noch so einiges über die Wälder lernen.
Bereits der erste Eindruck des Buches hat mir sehr gut gefallen.
Die großflächigen Illustrationen im Buch sind realistisch, aber dennoch ansprechend für Kinder gestaltet. Das Farbkonzept ist sehr gut abgestimmt und es macht bereits viel Freude sich nur die Bilder anzusehen.
Der Hauptschwerpunkt des Buches sind die Wälder der Erde. Hierbei wird vornehmlich auf die Pflanzenwelt eingegangen, aber auch über die Tierwelt gibt es einige Informationen. Besonders hervorheben möchte ich, dass es sich bei diesem Buch um kein reines Sachbuch handelt. Die Informationen sind vielmehr in einer kleinen Geschichte verpackt. Vor allem Kinder, die keine reinen Sachbücher mögen, weil sie sie vielleicht als zu langweilig empfinden könnten, werden mit diesem Buch ihre Freude haben. Andererseits gibt es meines Erachtens dadurch aber auch weniger Informationen bzw. das Wissen geht nicht so sehr in die Tiefe.
Den kleinen Leser hat der letzte Punkt nicht gestört, denn er hat trotzdem genug Neues erfahren. Dies ist aber auch seinem Alter geschuldet. Mit seinen drei Jahren hat er bis dato nur ein begrenztes Wissen über die Wälder der Erde. Empfohlen wird das Buch vom Verlag für Kinder ab 5 Jahren. Kinder mit viel Vorwissen werden sich eventuell ein wenig mit dem Buch langweilen.
Dieses Buch ist eine großartige Möglichkeit Kindern zu zeigen, welche verschiedenen Wälder es auf der Erde gibt. Und wodurch sich ein Nadelwald von einem Mischwald oder einem Regenwald unterscheidet. Besonders empfehlenswert für Kinder die lieber einer Geschichte lauschen, als reines Sachwissen zu hören.
Herbstlicher Vorlesespaß mit wichtiger Botschaft
Hase Hibiskus und die Herbstsause von Andreas König
Wir haben den Hasen Hibiskus und seine Freunde erst vor kurzem kennen und lieben gelernt. Daher waren der kleine Leser und ich schon sehr gespannt auf das neueste Abenteuer. Dieses hat uns auch wieder sehr gut gefallen, wenn es auch im Vergleich zu anderen Büchern aus der Reihe nicht ganz so überzeugend ist.
Die Reihe rund um den kleinen Hasen und seine tierischen Freunde umfasst mittlerweile acht Bände und ich vermute, dass noch einige folgen werden. Die Bücher können alle unabhängig voneinander gelesen werden, sodass ein Einstieg jederzeit möglich ist. Alle wichtigen Charaktere werden in jedem Buch kurz vorgestellt.
Die Illustrationen von Günther Jakobs kennen der kleine Leser und ich bereits aus anderen Büchern, wie zum Beispiel der Zoo-Reihe von Sophie Schoenwald. Die Bilder sind unglaublich aussagekräftig und stimmungsvoll. Die vorherrschenden Rot- und Brauntöne passen zur Jahreszeit und vermitteln eine wunderbare Herbststimmung.
Wie in allen Hase-Hibiskus-Büchern, die wir bis jetzt gelesen haben, zieht sich ein Leitspruch durch das Buch. In diesem Fall ist es: "Wir sausen durch Waldhausen. Für das Beste aller Feste." Bereits nach kurzer Zeit hat sich der dreijährige kleine Leser den Spruch gemerkt. Ich musste dann immer nur mehr die ersten beiden Wörter vorlesen, den Rest hat er begeistert herausgerufen und sich jedes Mal irrsinnig darüber gefreut.
Die Geschichte wirkt an manchen Stellen ein klein wenig konstruiert und unrund. Dies fand ich sehr schade, da ich eigentlich eine höhere Qualität der Bücher gewohnt bin. Allerdings handelt es sich hierbei wohl um eine rein erwachsene Sicht der Dinge. Denn der kleine Leser hat sich daran nicht gestört und will das Buch immer wieder vorgelesen bekommen.
Das Buch bietet aber nicht nur eine unterhaltsame Geschichte und zauberhafte Zeichnungen, sondern auch eine sehr gute Botschaft. Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt werden in diesem Buch großgeschrieben. Den Kindern wird auf spielerische und unterhaltsame Weise vermittelt, wie wichtig diese Werte sind.
Dieses Buch ist ein zauberhaftes Herbstabenteuer für Kinder ab drei Jahren und eignet sich sowohl für Neueinsteiger in das Hase Hibiskus-Universum als auch eingefleischte Fans.
Eine Geschichte, die Mut macht
Hahn Bruno traut sich was von Janina Wanek
Kinderbücher müssen für mich nicht nur eine spannende Geschichte haben, sondern auch eine wichtige Botschaft vermitteln. Dieses Buch schafft den Spagat zwischen den beiden Dingen recht gut, wenn es uns auch nicht vollständig überzeugen konnte.
Das Buch ist stabil und wertig ausgeführt. Die Seiten haben eine angenehme Dicke, wobei ich persönlich kein großer Fan von Hochglanzpapier bei Büchern bin.
Hierbei finde ich die Haptik nicht ganz so angenehm, dies ist aber natürlich Geschmackssache. Die Illustrationen kommen dafür auf diesem Papier besonders gut zur Geltung. Diese heben sich auch deutlich von anderen Kinderbüchern ab. Der Zeichenstil ist gewöhnungsbedürftig, aber er hat den Geschmack des kleinen Lesers getroffen. Die meisten Tiere sind auch sehr realistisch dargestellt.
Bei uns wurde das Buch großteils am Abend vor dem Einschlafen gelesen. Dafür haben die Kapitel eine sehr gute Länge, sodass man auch mal zwei Kapitel lesen kann, falls das Kind noch nicht müde ist.
Hahn Bruno und seine Hühnerschar sind uns schnell ans Herz gewachsen und es hat wirklich Spaß gemacht, der Geschichte zu folgen. Positiv hervorheben möchte ich, dass dieses Buch nicht nur zur Unterhaltung dient, sondern an einigen Stellen auch Wissen vermittelt.
Die zentralen Themen des Buches sind die Stärkung des Selbstvertrauens und die Überwindung von Ängsten. Beides wird sehr gut in die Geschichte eingebunden und auf eine kindgerechte Art vermittelt. Hierbei werden auch diverse Strategien gezeigt, wie man seine Aufregung oder Angst überwinden kann, wie zum Beispiel die 5-4-3-2-1-Methode.
Kritisieren muss ich leider, dass Hahn Bruno an manchen Stellen sehr verantwortungslos handelt. Kinder neigen dazu, Verhaltensweisen nachzuahmen, daher finde ich es keine gute Idee, dass Bruno unbekannte Beeren isst, obwohl er vermutet, dass diese giftig sind.
Empfohlen wird das Buch für Kinder ab 5 Jahren. Das Buch eignet sich aber auch für jüngere Kinder, wenn diese bereits Erfahrung mit Büchern dieses Umfangs haben. Der dreijährige kleine Leser konnte der Geschichte ohne Probleme folgen.
Insgesamt hat uns das Buch sehr gut gefallen, auch wenn es kleinere Kritikpunkte gibt. Wer eine unterhaltsame Geschichte sucht, die Kindern gleichzeitig Mut macht und zeigt, wie sie ihr Selbstvertrauen stärken und Ängste überwinden können, ist hier gut aufgehoben.











