Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ravenmoon:
Gut geschrieben, aber der Funke wollte nicht überspringen
Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten von Rebekka Eder
*Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten* ist ohne Frage ein sorgfältig recherchierter historischer Roman. Man merkt auf jeder Seite, wie viel Arbeit und Herzblut Rebekka Eder in die Geschichte rund um Finkenwerder, den Apfelanbau und die Zeit der Cholera gesteckt hat. Auch sprachlich gibt es nichts auszusetzen: Der Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen und lässt die norddeutsche Kulisse lebendig werden.
Trotzdem hat mich das Buch leider nicht wirklich erreicht. Immer wieder habe ich es nach einigen Seiten aus der Hand gelegt, weil mich die Handlung einfach nicht fesseln konnte. Dabei lag es für mich weniger an der Qualität des Schreibens als an der Geschichte selbst.
Die Liebesgeschichte zwischen Kea und Kristen sowie die geplante Verlobung mit dem Sohn der verfeindeten Nachbarsfamilie fühlte sich für mich zu vertraut an. Dieses Grundgerüst wurde in ähnlicher Form schon oft erzählt. Vielleicht lese ich inzwischen einfach zu viele Romane dieses Genres, sodass mich bekannte Handlungsmuster nicht mehr so leicht begeistern können. Deshalb hatte ich leider häufig das Gefühl, nichts wirklich Neues zu entdecken.
Auch zu den Figuren fand ich keinen richtigen Zugang. Mir fehlte die emotionale Verbindung, die mich mit ihnen hätte mitfiebern lassen.
Sehr gelungen ist dagegen die Gestaltung des Buches. Das wunderschöne Cover weckt sofort Fernweh und lädt dazu ein, gedanklich durch den Apfelgarten zu spazieren und einen der leuchtend roten Äpfel zu pflücken. Es passt hervorragend zur Atmosphäre der Geschichte.
Mein persönlicher Funke ist zwar nicht übergesprungen, dennoch kann ich das Buch Leserinnen und Lesern empfehlen, die historische Familienromane mit einer klassischen Liebesgeschichte mögen. Wer sich von dieser Konstellation noch überraschen und mitreißen lassen kann, wird hier wahrscheinlich deutlich mehr Freude haben als ich.
Bezaubernd, magisch und sprachlich ein echtes Highlight
Vier Hexen und ein Zufallszauber von Marie Braner
Es gibt Bücher, die einen beim Lesen plötzlich wieder in die eigene Kindheit zurückversetzen – in eine Zeit, in der Geschichten voller Magie, Abenteuer und liebenswerter Figuren waren. *Vier Hexen und ein Zufallszauber* hat genau dieses Gefühl bei mir geweckt.
Besonders begeistert hat mich der Schreibstil.
Gerade im Kinderbuchbereich vermisse ich heute manchmal die sprachliche Qualität, die viele ältere Bücher ausgezeichnet hat. Umso schöner war es, hier eine Geschichte zu entdecken, die flüssig, lebendig und gleichzeitig sehr liebevoll erzählt ist. Die Sprache ist perfekt auf die Zielgruppe abgestimmt, wirkt dabei aber nie zu schlicht und macht auch mir als Erwachsenen beim lesen richtig Freude.
Die Geschichte verbindet Freundschaft, Familie und Magie auf eine wunderbare Weise. Die vier Mädchen wachsen einem schnell ans Herz, ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten ergänzen sich hervorragend und man fiebert von Anfang an mit ihnen mit. Die magischen Elemente fügen sich ganz selbstverständlich in den Alltag ein und sorgen dafür, dass die Geschichte ihren ganz eigenen Zauber entfaltet.
Ein weiteres Highlight sind die Illustrationen. Sie sind zwar sparsam eingesetzt, dafür aber umso schöner. Dass sie von der Autorin selbst stammen, verleiht dem Buch eine ganz besondere persönliche Note. Auch das wunderschöne Cover, das auf einer ihrer Zeichnungen basiert, fängt die magische Atmosphäre perfekt ein und macht sofort Lust aufs Lesen.
Für mich ist *Vier Hexen und ein Zufallszauber* ein rundum gelungener Reihenauftakt. Ein Kinderbuch voller Herz, Abenteuer und Magie – mit einer Sprache, die wohltuend aus der Masse heraussticht. Ich freue mich jetzt schon sehr auf den zweiten Band und kann diese bezaubernde Geschichte uneingeschränkt empfehlen.
Vorsicht! Nach diesem Buch sieht jeder Wald plötzlich anders aus ????❤️❤️
Sprichst du Wald? von Hannah Assil
Es gibt Bücher, die liest man gemütlich auf dem Sofa. Und es gibt Bücher, bei denen man zwischendurch am liebsten die Wanderschuhe anziehen würde. Sprichst du Wald? gehört eindeutig zur zweiten Sorte.
Eigentlich dachte ich, ich wüsste schon eine ganze Menge über unsere Wälder. Schließlich läuft man nicht erst seit gestern zwischen Bäumen herum.
Tja... der Wald hat darüber vermutlich nur müde gelächelt.
Hannah Assil schafft es, Wissen so locker und unterhaltsam zu vermitteln, dass man gar nicht merkt, wie viel man nebenbei lernt. Plötzlich bekommen Moose, Pilze, Insekten und selbst ein alter Baumstumpf eine ganz neue Bedeutung. Man merkt schnell, dass im Wald nichts zufällig passiert und alles irgendwie miteinander verbunden ist.
Dazu kommen die vielen großartigen Fotografien. Das ist kein Buch, das man einfach nur liest – man bleibt ständig irgendwo hängen, betrachtet Bilder, entdeckt Details und blättert immer wieder zurück. Die Aufteilung nach den Jahreszeiten gefällt mir ebenfalls richtig gut, weil sie zeigt, wie lebendig und wandelbar der Wald eigentlich ist.
Besonders sympathisch fand ich, dass das Buch niemals den Eindruck vermittelt, den Leser belehren zu wollen. Stattdessen nimmt Hannah Assil einen einfach mit hinaus in die Natur. So ungefähr nach dem Motto: "Komm mal mit, ich zeig dir etwas." Genau dadurch macht das Lesen so viel Spaß.
Natürlich richtet sich das Buch eher an Menschen, die den Wald neu oder intensiver entdecken möchten. Wer beruflich Förster ist oder seit zwanzig Jahren jede Pilzart auswendig kennt, wird vermutlich nicht auf jeder Seite eine sensationelle Neuigkeit finden. Aber darum geht es überhaupt nicht. Dieses Buch möchte Begeisterung wecken – und das gelingt ihm mit Bravour.
Seit der Lektüre ertappe ich mich jedenfalls dabei, bei jedem Waldspaziergang deutlich öfter stehen zu bleiben. Früher waren das eben Bäume. Heute frage ich mich plötzlich, warum dieser Pilz genau dort wächst, wer an der Rinde genagt hat oder weshalb dieses Stück Totholz so unglaublich wichtig ist.
Mein Fazit: Sprichst du Wald? ist ein wunderschön gestaltetes Buch, das Wissen, beeindruckende Fotos und echte Begeisterung miteinander verbindet. Es zeigt auf ganz entspannte Weise, wie faszinierend unsere heimischen Wälder sind. Und falls ihr nach dem Lesen plötzlich mit einem Baum redet – keine Sorge. Der Wald versteht euch wahrscheinlich längst. ????????
Zum Glück hatte ein Freund das Buch direkt am Erscheinungstag und war so mutig, es mir auszuleihen. Nach dem Lesen steht jedenfalls fest: Auf mein eigenes Exemplar freue ich mich jetzt noch viel mehr.
Familiendrama mit starken Thrillermomenten
Eine zu viel von Samantha Hayes
Schon das Cover macht neugierig: Düster, reduziert und mit den gezielten gelben Farbakzenten erzeugt es genau die beklemmende Stimmung, die einen in den schottischen Highlands erwartet.
Nach dem Tod ihres Mannes lädt Connie ihre drei Töchter mit ihren Familien in die abgelegene Familien-Lodge ein.
Eigentlich soll es ein gemeinsamer Urlaub werden, doch schnell wird klar, dass dieses Treffen einen ganz anderen Zweck verfolgt. Connie hat ihrer Familie etwas Wichtiges mitzuteilen – und fast jeder der Anwesenden trägt ein eigenes Geheimnis mit sich herum.
Samantha Hayes versteht es hervorragend, von Anfang an eine unterschwellige Anspannung aufzubauen. Misstrauen, alte Verletzungen und unausgesprochene Konflikte ziehen sich durch jede Begegnung. Nach und nach bröckelt die Fassade der vermeintlich heilen Familie und offenbart jahrzehntelang verdrängte Wahrheiten.
Besonders gut gefallen haben mir die vielen Perspektivwechsel. Zwar muss man sich zu Beginn erst einmal in die große Zahl der Figuren einfinden, doch später zahlt sich dieses Stilmittel aus. Jede Figur besitzt ihre eigene Sicht auf die Ereignisse und immer wieder endet ein Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger, bevor die Handlung zu einer anderen Person springt. Gerade dadurch fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
Auch die Rückblicke in die Vergangenheit sind gelungen und zeigen Stück für Stück, wie eng die Schicksale aller Familienmitglieder miteinander verwoben sind. Mehrfach war ich überzeugt, die Auflösung bereits zu kennen – nur um kurz darauf von der Autorin erneut überrascht zu werden. Einige Wendungen habe ich wirklich nicht kommen sehen.
Ganz perfekt war das Buch für mich allerdings nicht. Als großer Thriller-Fan hatte ich etwas mehr Tempo und frühere Hochspannung erwartet. Über weite Strecken steht das Familiendrama mit seinen zwischenmenschlichen Konflikten stärker im Mittelpunkt als klassische Thriller-Elemente. Manche Passagen hätten für meinen Geschmack etwas straffer erzählt werden können, da sich die Handlung zwischendurch etwas Zeit lässt, bevor sie richtig Fahrt aufnimmt.
Das Finale entschädigt dafür jedoch mit mehreren starken Enthüllungen und sorgt dafür, dass sich die vielen losen Fäden überzeugend zusammenfügen.
**Fazit:** *Eine zu viel* ist weniger ein rasanter Hochspannungsthriller als vielmehr ein hervorragend konstruiertes Familiendrama mit Krimi- und Thriller-Elementen. Wer Geschichten voller Familiengeheimnisse, psychologischer Spannung und überraschender Wendungen liebt, wird hier bestens unterhalten. Wer dagegen einen actionreichen Thriller erwartet, sollte seine Erwartungen etwas anpassen. Für mich bleibt ein sehr lesenswertes Buch, das vor allem durch seine Figuren, die dichte Atmosphäre und einige wirklich gelungene Twists überzeugt.
Mars, Chaos und jede Menge Spaß
Red Star Rebels von Amie Kaufman
Ich hatte mit Red Star Rebels richtig unterhaltsame Lesestunden. Schon das tolle Cover und die kleinen Extras wie die Mars-Timeline und der Stationsplan haben Lust auf die Geschichte gemacht.
Vor allem Hunter und Cleo sind ein herrliches Duo. Ihre Schlagabtausche haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht und die Handlung entwickelt ein erstaunliches Tempo – obwohl das Buch gerade einmal wenige Stunden erzählt.
Irgendwo zwischen Der Marsianer und Kevin – Allein zu Haus entsteht ein turbulentes Abenteuer, das einfach Spaß macht.
Wer allerdings knallharte Science-Fiction mit jeder Menge Technik und wissenschaftlichen Details erwartet, sollte seine Erwartungen etwas anpassen. Das Buch setzt klar auf Action, Humor und sympathische Figuren. Auch die Liebesgeschichte ging mir persönlich etwas zu schnell.
Trotzdem überwiegt für mich eindeutig der Lesespaß. Red Star Rebels ist ein kurzweiliger, humorvoller Sci-Fi-Roman mit viel Tempo und genau der richtigen Portion Wortwitz
Ich freue mich jetzt schon den zweiten Teil
Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers von Sophie Oldenstein
Schon das farbenfrohe Cover hat mich sofort neugierig gemacht – geheimnisvoll, ein bisschen düster und einfach wunderschön gestaltet. Zum Glück hält die Geschichte genau das, was das Cover verspricht.
Sophie Oldenstein entführt ihre Leserinnen und Leser in eine magische Internatswelt, die mich vom ersten Kapitel an in ihren Bann gezogen hat.
Die Ashfield Academy wirkt geheimnisvoll und uralt, gleichzeitig aber auch irgendwie gemütlich und einladend. Genau diese Mischung aus Magie, Abenteuer und einem Hauch Gänsehaut hat mir richtig gut gefallen.
Nicky war mir von Anfang an sympathisch. Als bodenständige Außenseiterin findet sie sich plötzlich an einer Eliteakademie wieder und muss nicht nur ihren Platz finden, sondern stößt gemeinsam mit Agatha, Pauly und Shu auf verborgene Kräfte und die Spuren eines alten Kriminalfalls. Gerade die unterschiedlichen Charaktere wachsen im Laufe der Geschichte immer mehr zusammen, und ihre Freundschaft fühlt sich dabei sehr natürlich an.
Der Schreibstil liest sich wunderbar flüssig. Für mich war das ein echter Page-Turner.
Besonders schön fand ich, dass die Geschichte spannend bleibt, ohne jemals zu düster oder überladen zu wirken. Die Rätsel werden nach und nach gelöst, die Magie entwickelt sich glaubwürdig und am Ende bleiben genau die richtigen Fragen offen, um die Vorfreude auf den zweiten Band zu wecken.
Für mich ist Ashfield Academy – Der Ruf des Wasserspeiers ein rundum gelungener Auftakt einer Dilogie, den ich allen empfehlen kann, die geheimnisvolle Internatsgeschichten mit Fantasy, sympathischen Figuren und einer Prise Mystery mögen. Ich freue mich jetzt schon sehr auf Band zwei. ????✨
Atmosphärisch, geheimnisvoll und fesselnd
Ein Haus aus Salz und Tränen von Erin A. Craig
⭐⭐⭐⭐⭐
**Ein Haus aus Salz und Tränen** hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte vereint Märchen, Mystery, Gothic-Horror und Romantik zu einer ungewöhnlichen Mischung, die erstaunlich gut funktioniert.
Besonders die Atmosphäre hat mich begeistert.
Das alte Herrenhaus auf den Klippen, die stürmische Küste, die allgegenwärtige Trauer und das Gefühl, dass hinter jeder Ecke ein neues Geheimnis lauert – all das erzeugt eine düstere, fast schon märchenhaft-unheimliche Stimmung. Man spürt förmlich den Wind vom Meer und das Salz in der Luft.
Die Handlung orientiert sich lose am Märchen von den zwölf tanzenden Prinzessinnen, entwickelt daraus aber etwas ganz Eigenes. Immer wieder glaubte ich zu wissen, wohin die Geschichte führt, nur um kurze Zeit später festzustellen, dass ich völlig falsch lag. Die Autorin versteht es hervorragend, falsche Fährten zu legen und die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten.
Auch die Figuren haben mir gefallen, allen voran Annaleigh, die sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengibt und entschlossen nach der Wahrheit sucht. Dazu kommen Magie, alte Legenden, ein geheimnisvoller Fluch und eine zarte Liebesgeschichte, die sich angenehm in die Handlung einfügt.
Und das wunderschön gestaltete Cover passt hervorragend zur düsteren Märchenstimmung der Geschichte und ist ein echter Blickfang im Bücherregal.
Fazit: Für mich war dieses Buch wie ein dunkles Märchen – geheimnisvoll, atmosphärisch und voller Überraschungen. Wer märchenhafte Stoffe mit einer ordentlichen Portion Spannung und Gänsehaut mag, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.
Ein bisschen Paris fürs Herz
Nächstes Mal für immer von Lucien Marant
Manche Bücher lesen sich wie ein Kurzurlaub – und genau so ging es mir mit *Nächstes Mal für immer*.
Schon das wunderschöne Cover hat mich sofort angesprochen. Die rosa Farbtöne, die Dächer von Paris und der Eiffelturm im Hintergrund versprechen Fernweh, Romantik und große Gefühle.
Und genau das bekommt man auch.
Die Geschichte von Mona hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Durch die wechselnden Zeitebenen erfährt man nach und nach, was während ihres ersten Paris-Aufenthalts passiert ist und warum sie zwanzig Jahre später zurückkehrt. Dieses Stück-für-Stück-Aufdecken der Vergangenheit hat dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.
Besonders gefallen hat mir der Schreibstil von Lucien Marant. Er schreibt bildhaft, leicht und mit einer wunderbaren Wärme. Paris wird dabei nicht nur zur Kulisse, sondern fast zu einer eigenen Figur. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst durch kleine Seitenstraßen zu schlendern, in Cafés zu sitzen und dem Leben der Stadt zuzusehen.
Die Figuren haben für mich einen großen Teil des Charmes ausgemacht. Mona ist eine Protagonistin, deren Weg man gerne begleitet. Noch mehr begeistert hat mich allerdings Lou. Mit ihrer direkten Art, ihrem Humor und ihren herrlich trockenen Sprüchen hat sie jede Szene bereichert. Und natürlich wäre da noch Thibauld, der zunächst schwer zu durchschauen ist, aber genau deshalb neugierig macht und der Geschichte eine besondere Dynamik verleiht.
Was mir besonders gefallen hat: Der Roman erzählt nicht einfach nur eine Liebesgeschichte. Es geht um Freundschaft, um verpasste Chancen, um Entscheidungen, die uns ein Leben lang begleiten können, und um die Menschen, die Spuren in unserem Herzen hinterlassen, selbst wenn sie nur für eine bestimmte Zeit Teil unseres Lebens waren. Dabei wechseln sich berührende Momente mit feinem Humor ab, sodass die Geschichte trotz aller Emotionen nie schwer wirkt.
Am Ende blieb bei mir vor allem ein wohliges Gefühl zurück – und der Wunsch, noch ein wenig länger in dieser Geschichte bleiben zu dürfen. Für mich ist *Nächstes Mal für immer* ein warmherziger, emotionaler und wunderschöner Roman, der perfekt zu einem gemütlichen Sommernachmittag passt und gleichzeitig noch lange nach dem Zuklappen nachhallt.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die Paris lieben, romantische Geschichten mögen und Bücher schätzen, die das Herz ein kleines bisschen leichter machen.
Atmosphärischer Stil, aber für mich schwer zugänglich
Die Geister von La Spezia von Oliver Plaschka
Der Einstieg in Die Geister von La Spezia hat mich neugierig gemacht. Die Verbindung aus historischen Figuren – allen voran Mary Shelley – mit der Idee, Erinnerungen zu betreten und vergangene Ereignisse neu zu erleben, ist originell und faszinierend. Auch das Cover passt sehr gut zur Stimmung des Buches und vermittelt bereits diesen leicht geheimnisvollen, melancholischen Ton der Geschichte.
Besonders gefallen hat mir der Schreibstil von Oliver Plaschka. Er schreibt bildhaft und atmosphärisch, viele Szenen lassen sich sehr lebendig vor dem inneren Auge vorstellen. Gerade die Beschreibungen der Schauplätze und der historischen Atmosphäre sind sehr gelungen.
Im Verlauf der Geschichte habe ich jedoch gemerkt, dass ich persönlich immer schwerer in die Handlung hineinfinde. Die verschiedenen Ebenen der Erinnerungen und der Aufbau der Geschichte wirkten auf mich zunehmend konstruiert, sodass ich mich beim Lesen öfter orientierungslos fühlte – ähnlich wie die Figuren selbst in Mary Shelleys Erinnerungen. Dadurch fiel es mir auch schwer, eine engere Verbindung zu den Figuren aufzubauen.
Obwohl mir Stil und Grundidee weiterhin gefallen haben, stellte sich bei mir leider kein richtiger Lesefluss ein. Nach einigen Kapiteln habe ich daher entschieden, das Buch vorerst nicht weiterzulesen.
Das ist natürlich eine sehr persönliche Leseerfahrung. Wer komplexe, ungewöhnlich aufgebaute Geschichten und literarische Experimente mit verschiedenen Erzählebenen mag, könnte hier jedoch durchaus ein spannendes Buch entdecken.
Rasanter Sommer voller Wünsche – unterhaltsam, mit kleiner Schwäche
Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden von Lynn Painter
Die Gestaltung des Covers macht direkt neugierig auf Emmas Geschichte. Es vermittelt mit seinen fröhlichen Farben und der lebendigen Gestaltung genau die sommerliche, leichte Stimmung, die auch die Geschichte transportieren möchte. Damit passt es sehr gut zur Zielgruppe junger Leserinnen ab etwa zehn Jahren und macht neugierig auf das Abenteuer, das Emma erlebt.
Die Geschichte startet ohne lange Einleitung direkt mitten im Geschehen. Dieser schnelle Einstieg sorgt dafür, dass man sofort in die Handlung hineingezogen wird. Das Tempo bleibt über weite Strecken hoch, was das Buch sehr kurzweilig macht und gerade für jüngere Leserinnen gut funktioniert. Die Handlung wird konsequent aus der Perspektive von Emma erzählt, wodurch man sehr nah an ihren Gedanken und Gefühlen bleibt.
Durch dieses hohe Tempo bleiben allerdings manche Figuren und Situationen eher skizzenhaft. Besonders die Nebencharaktere wirken stellenweise etwas blass und bekommen nicht allzu viel Raum zur Entfaltung. Im Verlauf der zweiten Hälfte fällt das jedoch weniger ins Gewicht, da sich die Geschichte zunehmend auf Emma selbst konzentriert und ihre Entwicklung stärker in den Mittelpunkt rückt.
Auffällig ist außerdem, wie stark die Geschichte im aktuellen Zeitgeist verankert ist. Immer wieder werden konkrete Bezüge zu moderner Popkultur oder Medien eingebaut, etwa zu Videospielen oder Serien. Das funktioniert momentan sehr gut und macht die Handlung greifbar, könnte aber in einigen Jahren möglicherweise etwas an Aktualität verlieren.
Ab etwa der Mitte nimmt die Geschichte noch einmal deutlich an Fahrt auf. Die Handlung wird spannender, emotionaler und auch ein wenig fantastischer. Besonders die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und vielleicht auch erste zarte Gefühle rücken stärker in den Mittelpunkt. Diese Passagen gehören zu den schönsten Momenten des Buches und geben der Geschichte eine angenehme Dynamik.
Ein Thema, das sich durch das Buch zieht, ist die Bedeutung von Schönheit, Beliebtheit und sozialer Anerkennung – gerade im Zusammenhang mit sozialen Medien. Hier hätte ich mir persönlich gewünscht, dass die Geschichte am Ende etwas deutlicher zeigt, dass äußere Perfektion und Popularität nicht das einzig Erstrebenswerte sind. Gerade für die junge Zielgruppe wäre eine solche Botschaft besonders wertvoll gewesen. Dass dieser Aspekt nicht stärker aufgegriffen wird, ist letztlich auch der einzige Grund, warum ich in meiner Bewertung einen Stern abziehe.
Trotzdem bleibt am Ende ein insgesamt sehr unterhaltsames und flott erzähltes Jugendbuch, das genau auf seine Zielgruppe zugeschnitten ist. Die Mischung aus Sommerabenteuer, Freundschaft, Emotionen und einem Hauch Fantasie macht das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre.
Fazit: Ein gutes, unterhaltsames Jugendbuch, das seine Zielgruppe sicher begeistern kann – mit einer kleinen inhaltlichen Schwäche, die aber den Lesespaß insgesamt nicht entscheidend schmälert.











