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Rezensionen von Anonym:

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Schönes und schnelles Spiel für Zwischendurch

Hüter des Schatzes von Reiner Knizia

Es muss nicht viel aufgebaut werden, sodass man fast direkt losspielen kann. Die Regeln sind einfach zu verstehen und in wenigen Minuten erklärt.

Das Schöne ist, dass alle gleichzeitig spielen und sich so keine langen Wartezeiten zwischen den Zügen aufbauen. Dafür entsteht natürlich weniger Kommunikation und Interaktion untereinander als bei anderen Spielen.

Es gibt auch eine Solo-Spielvariante, dabei geht es aber hauptsächlich um das Knacken des High Scores. Für Alleinspieler würde ich es daher eher nicht empfehlen.

Man braucht sowohl Glück, welches Plättchen als nächstes gezogen wird, als auch Strategie, wo es dann hingelegt wird. Je öfter man spielt, desto mehr bekommt man ein Gefühl dafür, welche Plättchen es überhaupt gibt und kann so etwas besser planen.

Für die einfache Spielmechanik finde ich es preislich schon am oberen Ende. Dafür wirkt das Material aber auch hochwertig und ist schön und passend gestaltet.

Zu zweit haben wir ca. 15-20 Minuten pro Runde gebraucht.

Profi-Spieler könnten hier etwas unterfordert sein, aber gerade für schnelle Partien zwischendurch oder für Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter ist das Spiel perfekt geeignet.

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Schönes und schnelles Spiel für Zwischendurch
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Das Leben kommt dazwischen

Die Mitternachtsreise von Matt Haig

Auch wenn der Name des Buches es nahelegt, muss man „Die Mitternachtsbibliothek“ des Autors nicht davor gelesen haben, denn es sind zwei getrennte, nicht aufeinander aufbauende Geschichten.

Wir begleiten Wilbur nach seinem Tod. Er fährt als Geist mit dem Mitternachtszug sein ganzes Leben chronologisch ab und hält bei allen wichtigen Situationen, die ihn in seinem Dasein geprägt haben.

Spannend fand ich, dass nicht nur große Ereignisse im Mittelpunkt standen, sondern manchmal ein kleiner Augenblick genügte, um etwas zu verändern. Im Fokus ist dabei fast immer die Liebe zu Maggie.

Insgesamt ist das Buch ein Auf und Ab der Gefühle wie das Leben selbst. Man betrachtet Wilbur in guten wie in schlechten Zeiten. Am Anfang habe ich etwas gebraucht, um in die Geschichte einzutauchen, aber spätestens ab der Rückschau auf die Flitterwochen hatte es mich dann gepackt. Ich mochte, dass das Thema Bücher immer wieder aufkam, da Wilbur selbst in der Buchbranche tätig war und oft Bezüge zu älteren Titeln erwähnt wurden.

Ich muss sagen, dass mir „Die Mitternachtsbibliothek“ trotzdem etwas besser gefallen hat, einfach weil ich persönlich mehr daraus mitnehmen konnte. Es war meiner Meinung nach vielschichtiger. Das kleine Crossover zwischen beiden Büchern fand ich aber sehr gelungen und hat mich gefreut.

Der Autor regt auch hier wieder zum Nachdenken und Reflektieren des eigenen Lebens an und es ist vielleicht ein kleiner Weckruf, seine Prioritäten zu überdenken, denn Wilbur bereut Einiges, was er getan oder eben auch gerade nicht getan hat.

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Das Leben kommt dazwischen
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Emotionale Achterbahnfahrt

Ein Ort, der bleibt von Sandra Lüpkes

Das Buch wird hauptsächlich aus der Sicht von Imke im Heute und Mehpare und Magda ab den 1930er Jahren erzählt. Imke ist die Einzige, die aus der Ich-Perspektive berichtet, sodass man sich ihr etwas näher fühlt und ein bisschen Abstand zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschaffen wird.

Es ist eine gute Mischung aus Realität und Fiktion.

Fast alle Personen der Vergangenheitsebene haben real existiert und waren interessante Persönlichkeiten, über die man hinten im Buch noch eine Kurzbiographie erhält. Die Istanbul-Karte vorne hat auf jeden Fall geholfen, den Überblick zu behalten und Wege nachzuvollziehen.

Die Botanik zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte. Die Autorin schafft immer wieder Analogien zwischen Pflanzen und Menschen, z. B. was das Wachsen und Verwurzeln angeht. Das ist auch die Kernthematik des Buches: Neuanfänge in der Fremde, sich verwurzeln und seine Identität finden. Auch wenn man wie ich nicht viel Ahnung von Pflanzen hat, ist die Begeisterung der Protagonisten dafür ansteckend.

Man konnte generell sehr gut mit ihnen mitfühlen. Es war ein Auf und Ab aus Verzweiflung und Hoffnung, aus Erfolgen und Rückschlägen. Sowohl persönliche als auch gesamtgesellschaftliche Probleme haben ihren Platz gefunden. Ich fand es sehr interessant, am Rande etwas über die Ausrufung der Republik in der Türkei und die damit einhergehenden Veränderungen der Gesellschaft zu erfahren. Auch die kulturellen und sprachlichen Unterschiede waren spannend zu entdecken.

An manchen Stellen war mir der Schreibstil ein bisschen zu blumig. Auch das Ende ging mir irgendwie etwas zu schnell, hätte aber wohl sonst den Rahmen gesprengt.

Das Buch ist eher ruhig und unaufgeregt, trotzdem hat die Autorin es geschafft, mich zu fesseln und ich kann es nur jedem empfehlen, der sich für botanische Gärten und Pflanzen, aber auch historische Ereignisse interessiert.

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Emotionale Achterbahnfahrt
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Tolles Buch für Fermentier-Anfänger

Fermentieren - Twist your Taste! von Nadine Schünemann

Das Buch ist wirklich super für alle geeignet, die mit dem Fermentieren beginnen wollen und bisher noch nichts darüber wissen. Ich als blutige Anfängerin habe mich von Anfang an abgeholt gefühlt, weil man hierfür wirklich keinerlei Vorkenntnisse braucht.

Das Buch ist grob unterteilt in Grundlagen, Basisfermente und Rezepte, in denen die Basisfermente zu ganzen Gerichten weiterverarbeitet werden.

Die meisten Basisfermente sind vegan, von den anderen Rezepten ist ca. die Hälfte vegan bzw. veganisierbar und ansonsten bis auf zwei Fischrezepte vegetarisch.

Die Grundlagen sind sehr umfangreich und behandeln alles, was man wissen muss: vom Equipment, das man benötigt, bis hin zu den Vorteilen für unseren Körper und chemischen Vorgängen bei der Fermentation. Es werden jegliche Fragen beantwortet, die sich stellen könnten.

Besonders interessant fand ich die fermentierten Getränke und den Foto-Guide über die Anzeichen gelungener und misslungener Fermentation. So kann man sicher sein, ob man alles richtig gemacht hat. Auch das Sauerteig 1 x 1 war für mich sehr hilfreich.

Generell sind die Seiten sehr ansprechend gestaltet: übersichtlich, viele Fotos, gut unterteilt, Tabellen, wo sie Sinn ergeben.

Einziges Manko: Das Buch wird durch sein weißes Cover und das Material schnell schmutzig, was bei Verwendung in der Küche nicht ganz so optimal ist.

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Tolles Buch für Fermentier-Anfänger
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Gute Dystopie, aber nicht feministisch

Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman

Meine Erwartungen an dieses Buch waren hoch, da es laut Werbung so feministisch wie Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ sein sollte. Es ist eine gute Dystopie, aber der Vergleich hinkt meiner Meinung nach.

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive einer Person geschrieben, über die wir nicht viel wissen, denn sie weiß selbst nicht viel von sich.

Als Kleinkind kam sie mit 39 anderen Frauen in ein unterirdisches Gefängnis und kann sich deshalb als Einzige weder an ihren Namen noch ihre Vergangenheit oder an ein Leben in Freiheit erinnern. Umso irritierender ist es für sie, als sie diese zusammen mit den anderen unter seltsamen Umständen wiedererlangt. Ich fand die Entwicklung und Handlungen der Protagonistin zwar nicht immer logisch, aber ein interessantes Gedankenexperiment.

Feminismus konnte ich nicht wirklich entdecken, eher das Gegenteil. Die Frauen leben zwar ohne Männer, aber das ist ja keine bewusste und freiwillige Entscheidung. Sie wirkten, als würden sie Männer vermissen und als wäre ihr Leben ohne diese sinnlos. Die namenlose Protagonistin ist aktiver in ihrem Verhalten, wohingegen die anderen Frauen eher passiv sind. Das könnte man natürlich als Auswirkung vom Aufwachsen und Leben im Patriarchat interpretieren, aber so richtig überzeugt mich das nicht.

Ansonsten ist das Buch sehr zeitlos, man merkt beim Lesen nicht, dass die Autorin es schon 1995 geschrieben hat. Vieles wird der Interpretation des Lesers überlassen und nicht aufgeklärt. Mit seinen philosophischen Ansätzen regt es auf jeden Fall zum Nachdenken und zum Austausch darüber an. Das ist meiner Meinung nach das Spannendste an dem Buch: nicht die Geschichte an sich, sondern das, was mit einem während und nach dem Lesen passiert.

Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen, solange man keine feministische Geschichte erwartet.

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Gute Dystopie, aber nicht feministisch
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Ein klasse Buch mit Mehrwert auf mehreren Ebenen

Tom Tauber - Ratte der Lüfte von Hannah Schenk

Das Buch ist wirklich sehr gut gelungen und begeistert unsere ganze Familie. Es ist recht groß, das Cover ist matt und leicht angeraut und die Seiten hochwertig. Der Hintergrund ist immer recht simpel gehalten, dafür stehen die niedlichen Tierchen im Vordergrund.

Es geht um Identität, Familie und Zugehörigkeit und vermittelt schon den Kleinsten, dass Liebe nichts mit biologischer Abstammung zu tun hat, sondern man diese von den unterschiedlichsten Konstellationen erfahren kann.

Außerdem zeigt es, dass Mut sich auszahlen kann und den Horizont erweitert.

Nach der eigentlichen Geschichte gibt es noch eine Doppelseite mit dem „Tauben Tagesspiegel“, auf der die Situation von Stadttauben kindgerecht erklärt wird, z. B. warum es so viele gibt und warum die meisten Menschen unberechtigte Abneigungen gegen sie haben.

Generell finde ich das Konzept des Verlages mit ihren nachhaltig produzierten Büchern und den Erlösen, die zum Teil an tiergestützte soziale Angebote gespendet werden, toll. So werden auch mit Tom Tauber unter anderem Taubenschutz-Projekte unterstützt.

Alles in allem ein klasse Buch, das Kindern zwei unterschätze Tierarten näherbringt und vielleicht auch bei Erwachsenen mit einigen Vorurteilen über Ratten und Tauben aufräumen kann.

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Ein klasse Buch mit Mehrwert auf mehreren Ebenen