Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Norbi_liest:
Weihnachten einmal anders betrachtet
Lametta für die Seele von Judith Werner
Ein Weihnachtsbuch mit philosophischen Gedanken war für mich zunächst eine eher ungewöhnliche Kombination. Gerade das hat mich aber neugierig gemacht und letztlich auch gut funktioniert.
Judith Werner greift viele Situationen auf, die rund um Weihnachten fast selbstverständlich dazugehören, und betrachtet sie aus einer anderen Perspektive.
Dabei geht es nicht nur um den üblichen Trubel, sondern auch um Erwartungen, Gewohnheiten und die Frage, warum wir manche Dinge eigentlich jedes Jahr genauso machen. Die philosophischen Bezüge fand ich interessant und gut mit dem Alltag verbunden.
Sehr angenehm sind die kurzen Kapitel. Man kann zwischendurch eines lesen, den Gedanken mitnehmen und das Buch später wieder zur Hand nehmen. Mir hat außerdem der trockene, manchmal etwas bissige Humor gefallen. Dadurch unterscheidet sich das Buch angenehm von vielen anderen Weihnachtsbüchern.
Natürlich war nicht jeder Gedanke für mich völlig neu. Trotzdem hat mich einiges dazu gebracht, die eigenen Gewohnheiten rund um die Feiertage einmal zu hinterfragen. Insgesamt eine kurzweilige und originelle Lektüre, die für mich sehr gut in die Vorweihnachtszeit passt.
Eine persönliche Botschaft für kleine Lieblingsmenschen
Mein Record & Play-Buch: Hab dich lieb, kleiner Schatz von Madlen Ottenschläger
Schon beim ersten Durchblättern macht das Buch einen guten Eindruck. Die Illustrationen sind freundlich, farbenfroh und es gibt für kleine Kinder einiges zu entdecken. Die kurzen Geschichten vermitteln auf einfache Weise Nähe und Zuneigung und eignen sich gut zum gemeinsamen Anschauen und Vorlesen.
Das Besondere ist für mich eindeutig die Aufnahmefunktion. Eine eigene Nachricht im Buch zu hinterlassen, macht daraus etwas sehr Persönliches. Gerade wenn man sich nicht regelmäßig sieht, gefällt mir die Idee, dass die vertraute Stimme trotzdem jederzeit gehört werden kann.
Die Bedienung ist unkompliziert und die Aufnahme schnell gemacht. Eine kleine Sicherung gegen versehentliches Löschen wäre noch praktisch gewesen, gerade wenn Kinder selbst gerne alle Knöpfe ausprobieren.
Insgesamt ist es ein liebevoll gestaltetes Pappbilderbuch mit einer schönen Idee, die über das gemeinsame Vorlesen hinausgeht. Besonders die persönliche Sprachnachricht macht das Buch für mich zu etwas Besonderem und zu einem schönen Geschenk.
Bücher als Verbindung zwischen Menschen
Schascha und der Buchspazierer von Carsten Sebastian Henn
Die Grundidee ist einfach und hat mir sofort zugesagt. Der Buchhändler Carl Kollhoff bringt Bücher persönlich zu den Menschen der Stadt. Eines Tages schließt sich ihm die neunjährige Schascha an. Sie liebt Bücher, ist neugierig und deutlich lebhafter als der eher stille Carl. Gemeinsam machen sie sich auf seine täglichen Wege.
Dabei begegnen sie unterschiedlichen Menschen und ihren Sorgen. Gerade diese Begegnungen machen für mich einen großen Teil der Geschichte aus. Bücher stehen zwar ständig im Mittelpunkt, doch eigentlich geht es ebenso um Freundschaft, Zusammenhalt und Hoffnung. Auch schwerere Themen werden angesprochen, sodass die Handlung nicht nur aus gemütlichen Buchspaziergängen besteht. Das sorgt dafür, dass das Buch auch für Erwachsene interessant bleibt. Der Schreibstil ist verständlich und gut lesbar. Die Geschichte ist auf jüngere Leser ausgerichtet, wirkte auf mich aber nicht übermäßig vereinfacht. Das Cover passt mit den vielen Büchern sehr gut zum Inhalt. Noch besser haben mir die farbigen Illustrationen im Buch gefallen, weil sie die Figuren und Situationen anschaulich begleiten. Ich habe die Geschichte gern gelesen und fand vor allem überzeugend, wie selbstverständlich Bücher hier Menschen miteinander in Kontakt bringen.
Eine besondere Reise durch die Zeit
Die Geisterkatze von Alex Howard
Die Idee, mehr als ein Jahrhundert aus der Sicht eines Katers zu erleben, hat mir von Anfang an gut gefallen. Grimalkin ist ein aufmerksamer Beobachter und gerade seine Sicht auf die Menschen und die Veränderungen um ihn herum macht den besonderen Reiz der Geschichte aus.
Auf seiner Reise durch die verschiedenen Jahrzehnte verändert sich erstaunlich viel.
Technik, Sprache, Kleidung und Lebensgewohnheiten wandeln sich und immer wieder werden auch historische Ereignisse aufgegriffen. Diese Verbindung fand ich sehr gelungen, zumal Grimalkin vieles aus der Sicht eines Katers betrachtet, der ursprünglich aus einer völlig anderen Zeit stammt. Dabei gibt es einige humorvolle Szenen, aber auch ruhige und berührende Momente.
Besonders gefallen hat mir, dass neben all den Veränderungen auch Grimalkins Verbundenheit mit den Menschen aus seinem früheren Leben eine Rolle spielt. Dadurch bekommt die Geschichte eine melancholische Seite, die gut zu seiner ungewöhnlichen Reise passt.
Die einzelnen Stationen sind allerdings teilweise recht kurz. Manchmal hätte ich gerne noch etwas länger in einer Zeit verweilt, bevor bereits der nächste Sprung folgt. Dadurch wirkt die Geschichte stellenweise eher wie eine Reihe miteinander verbundener Episoden als wie ein durchgehend erzählter Roman.
Trotzdem habe ich Grimalkin gerne durch die Jahrzehnte begleitet. Der ruhige Schreibstil, die historischen Einblicke und vor allem die ungewöhnliche Katzenperspektive haben mir gefallen. Auch der Abschluss passt für mich gut zu seiner langen Reise und lässt einen noch ein wenig über die vergangene Zeit und all ihre Veränderungen nachdenken.
Spannend bis zum Schluss – mit kleinen Schwächen beim Ende
Blut für Blut von Anna Schneider
Sophie Roth hat gerade eine schwierige Beziehung hinter sich gelassen und versucht, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Als Fotografin erhält sie überraschend einen gut bezahlten Auftrag von einer wohlhabenden Familie. Eigentlich könnte es für sie nun langsam aufwärtsgehen. Doch Sophie fühlt sich beobachtet und verfolgt.
Gleichzeitig wird sie immer wieder mit Ereignissen aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, die sie längst hinter sich lassen wollte.
Anfangs musste ich mich erst an die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewöhnen. Nach und nach haben mir gerade diese Rückblicke aber immer besser gefallen. Man bekommt immer nur einzelne Informationen und versucht automatisch, daraus ein Gesamtbild zusammenzusetzen. Dabei hatte ich einige Vermutungen, von denen sich manche bestätigt haben und andere völlig falsch waren.
Auch die Frage, wer Sophie verfolgt und wem sie überhaupt trauen kann, hat mich lange beschäftigt. Die Autorin legt einige falsche Fährten und schafft es dadurch, den Verdacht immer wieder in eine andere Richtung zu lenken. Gleichzeitig habe ich mich über Sophie manchmal etwas gewundert. Gerade aufgrund ihrer Vorgeschichte handelt sie in einigen Situationen für meinen Geschmack ziemlich unvorsichtig.
Der Schreibstil ist flüssig und die eher kurzen Kapitel lassen sich angenehm lesen. Besonders im weiteren Verlauf nimmt die Spannung deutlich zu und ich wollte wissen, wie Vergangenheit und Gegenwart schließlich zusammenhängen.
Die Auflösung konnte mich teilweise überraschen, ganz überzeugt hat mich das Ende allerdings nicht. Einige Entwicklungen gingen mir zu schnell und bei manchen zuvor gelegten Spuren hätte ich mir noch etwas mehr Aufklärung gewünscht. Das hat meinen insgesamt positiven Eindruck aber nicht grundlegend verändert.
Für mich ist es eine spannende Geschichte, bei der vor allem das Miträtseln und die vielen offenen Fragen den Reiz ausmachen. Trotz kleiner Schwächen zum Ende habe ich das Buch gerne gelesen.
Zwei Leben und die Suche nach dem Glück
Wolkenberührpunkt von Christoph Kramer
Die Ausgangssituation dieses Romans fand ich ungewöhnlich und interessant. Christoph Kramer begegnet in einer Buchhandlung dem jungen Roman, der sein Buch mit abgezählten Münzen bezahlt. Die beiden kommen ins Gespräch und Roman erzählt ihm seine Lebensgeschichte. Besonders ein Erlebnis in der Silvesternacht 2000 hat sein weiteres Leben geprägt.
Dazu kommen die Suche nach dem geheimnisvollen „J“, sein bester Freund Steve und der Wolkenberührpunkt, ein besonderer Rückzugsort der beiden.
Mir hat gefallen, dass sich der Roman nicht allein auf Romans Geschichte beschränkt. Christoph Kramer stellt ihr immer wieder Gedanken zu seinem eigenen Leben gegenüber. Dadurch treffen zwei sehr unterschiedliche Lebenswege aufeinander und es wird deutlich, wie verschieden die Voraussetzungen sein können, unter denen Menschen aufwachsen. Diese Gegenüberstellung fand ich an vielen Stellen interessant, auch wenn sich manche Überlegungen für meinen Geschmack etwas wiederholen.
Die Geschichte wird eher ruhig erzählt und lebt weniger von großer Spannung als von ihren Figuren und den Fragen, die sich aus Romans Leben ergeben. Kramer schreibt verständlich und unaufgeregt und lässt manches bewusst zwischen den Zeilen stehen. Gerade Roman fand ich als Figur interessant, weil er mit seiner Vergangenheit hadert und seinen Platz im Leben sucht.
Für mich ist „Wolkenberührpunkt“ ein nachdenklicher Roman über Herkunft, Freundschaft, Wünsche und die Suche nach dem eigenen Glück. Nicht jede Passage hat mich gleichermaßen erreicht, doch die Geschichte hat mich immer wieder innehalten lassen. Besonders die Begegnung zweier Menschen, deren Leben kaum unterschiedlicher verlaufen sind, gibt dem Buch für mich seinen besonderen Reiz.
Interessante Grundidee mit Luft nach oben
The Flamebearer Trilogy 1: The Witch in the Dead of Night von Charlotte Buckley
Die Verbindung aus Hexen, Vampiren und Magie bietet eine interessante Grundlage für die Geschichte. Der Einstieg ist gelungen und der angenehme, bildhafte Schreibstil sorgt dafür, dass man schnell in die Handlung findet. Auch die Idee hinter der Welt hat mir grundsätzlich gefallen.
Im weiteren Verlauf konnte mich die Geschichte allerdings nicht durchgehend überzeugen.
Über längere Strecken fehlten mir Spannung und Tiefe und die Handlung kam für meinen Geschmack teilweise nur langsam voran. Einige Entwicklungen waren zudem recht vorhersehbar. Auch bei den Figuren und ihren Beweggründen hätte ich mir an manchen Stellen eine ausführlichere Ausarbeitung gewünscht.
Positiv ist für mich das letzte Drittel. Hier nimmt die Handlung endlich mehr Fahrt auf und einige zuvor aufgeworfene Fragen werden aufgegriffen. Dadurch hat mir der Schluss deutlich besser gefallen als der Mittelteil. Gleichzeitig gab es auch hier Aspekte, denen etwas mehr Raum gutgetan hätte.
Insgesamt eine interessante Grundidee und ein Buch, das sich angenehm lesen lässt, bei dessen Umsetzung für mich aber mehr möglich gewesen wäre. Für einen Reihenauftakt bleiben einige interessante Ansätze, ob sie für mich ausreichen, um die Reihe weiterzulesen, weiß ich allerdings noch nicht.
Praktische Ideen für die schnelle Küche
Koch! Mich! Jetzt! von Leon Schreiber
Nach einem langen Tag möchte ich nicht erst eine Stunde in der Küche stehen, deshalb hat mich das Konzept dieses Kochbuchs direkt angesprochen. Die rund 80 Rezepte sind auf verschiedene Bereiche verteilt und reichen von schnellen 15 Minuten Gerichten über Ofenrezepte und One Pot Gerichte bis zu Bowls, Meal Prep und Süßem.
Schon zu Beginn gibt es einige nützliche Hinweise zum Vorratsschrank, zur Küchenausstattung und zu Gewürzmischungen. Das ist vor allem für Kochanfänger praktisch, kann aber auch erfahrenen Hobbyköchen die eine oder andere Anregung geben.
Die Rezepte selbst sind übersichtlich aufgebaut und die einzelnen Schritte verständlich erklärt. Besonders gefällt mir, dass viele Zutaten ohne lange Suche zu bekommen sind und man für die meisten Gerichte keinen großen Aufwand betreiben muss. Die Fotos sind ansprechend und geben einen guten Eindruck davon, wie die Gerichte aussehen. Auch die Auswahl finde ich abwechslungsreich genug, um immer wieder etwas Neues auszuprobieren. Wer allerdings schon sehr viel und gerne aufwendig kocht, wird hier vermutlich nicht vor große Herausforderungen gestellt. Genau das ist aber auch nicht der Anspruch des Buches.
Mit der sehr modernen Gestaltung und den vielen Emojis kann ich persönlich etwas weniger anfangen. Außerdem hätte ich Nährwertangaben bei den Rezepten durchaus hilfreich gefunden. Beides schmälert für mich aber nicht den praktischen Nutzen des Buches. Ich habe einige Gerichte entdeckt, die ich gern ausprobieren möchte, und kann mir gut vorstellen, gerade unter der Woche öfter darin nach einer schnellen Idee zu suchen. Für mich ist es ein unkompliziertes und alltagstaugliches Kochbuch, das hält, was es grundsätzlich verspricht.
Zwischen Bernstein, Meer und eigenen Wegen
Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin
Manchmal sind es gerade die ruhigeren Geschichten, die einen besonders erreichen. Hier stehen zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen im Mittelpunkt, deren Wege durch einen besonderen Bernstein miteinander verbunden werden. Julika forscht über Bernstein und kümmert sich gleichzeitig gemeinsam mit ihrem Vater um ihre kranke Mutter.
Ihr eigenes Leben kommt dabei häufig zu kurz. Ebba wiederum hat eine ganz eigene Verbindung zum Bernstein und zum Meer.
Mir hat besonders gefallen, wie die beiden Geschichten aufgebaut sind und sich nach und nach miteinander verbinden. Beide haben ihren eigenen Reiz und ich wollte gleichermaßen wissen, wie es mit Julika und Ebba weitergeht. Die Einblicke in die Bernsteinforschung und das Bernsteinfischen fand ich ebenfalls interessant. Sie sind gut in die Handlung eingebunden und wirken nicht wie trockenes Hintergrundwissen.
Sehr schön fand ich außerdem die Atmosphäre an der Ostsee. Das Meer und die Natur spielen immer wieder eine wichtige Rolle und die Umgebung lässt sich beim Lesen gut vorstellen. Gleichzeitig geht es um familiäre Verantwortung und die Frage, wie viel Raum im Leben für die eigenen Wünsche bleibt.
Der ruhige und angenehme Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Geschichte entwickelt sich nach und nach und gerade das Zusammenspiel der beiden Lebenswege fand ich interessant. Auch die gefühlvollen Momente sind zurückhaltend erzählt und wirken dadurch umso mehr.
Für mich ist es eine berührende Geschichte über zwei unterschiedliche Lebenswege, über Verantwortung, Freiheit und darüber, dass das Leben manchmal eine ganz andere Richtung einschlägt als geplant.
Ein stimmiger Abschluss im Honigstal
Die Honigfrauen - Eine neue Heimat von Mirjam Müntefering
Der zweite Band setzt die Geschichte der Honigfrauen gelungen fort. Das Landcafé hat einen schwierigen Start hinter sich und Irma und Auguste müssen feststellen, dass eine gute Idee allein noch keinen Erfolg garantiert. Gleichzeitig gibt es innerhalb der Familie genügend ungeklärte Dinge, sodass es nicht nur geschäftlich einiges zu bewältigen gibt.
Gut gefallen hat mir, dass die Figuren nicht auf der Stelle treten. Vor allem Irma zeigt immer wieder, dass sie sich nicht so leicht unterkriegen lässt und in schwierigen Situationen einen erstaunlich klaren Kopf bewahren kann. Bei manchen privaten Entscheidungen hätte ich ihr allerdings gern etwas mehr Menschenkenntnis gewünscht. Auch Auguste und Harriet entwickeln sich weiter, wobei gerade ihre nicht immer einfache Beziehung für mich interessant war.
Neben den familiären Problemen sorgen Konkurrenz, Geheimnisse und persönliche Interessen dafür, dass die Handlung über weite Strecken spannend bleibt. Manches lässt sich zwar erahnen, trotzdem wollte ich wissen, ob meine Vermutungen tatsächlich stimmen. Dabei verliert die Geschichte das Café und die Menschen, die daran hängen, nie aus den Augen.
Mirjam Münteferings Schreibstil ist angenehm zu lesen, und das Bergische Land um 1910 bildet einen passenden Hintergrund. Auch die eingeschränkten Möglichkeiten von Frauen in dieser Zeit spielen eine wichtige Rolle und machen verständlich, warum manche Entscheidungen eine größere Tragweite haben, als es heute zunächst erscheinen würde.
Insgesamt eine unterhaltsame historische Familiengeschichte über Zusammenhalt, Vertrauen und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Für mich ein runder Abschluss, der die Fortsetzung des ersten Bandes überzeugend zu Ende führt.











