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Rezensionen von bücherliebe74:

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Die Prophezeiung

Die Herrin vom See - Schatten über Avalon von Sabrina Qunaj

Britannien im Jahre 506

Die 16jährige Nimue wächst als Tochter eines Waffenschmieds in der kleinen Siedlung Galava im Königreich Rheged auf. An ihrer Seite stets die Brüder Arthur und Kay, mit denen sie eine enge Freundschaft seit Kindertagen verbindet.

Als eines Tages Merlin ihrem Vater den Auftrag erteilt, das Schwert Excalibur für den Hochkönig zu schmieden, muss Nimue sich einer Zukunft stellen, die alle ihre Vorstellungen übertrifft.

Denn Merlin, der mächtigste Druide des Landes, sieht in Nimue die Erfüllung einer Prophezeiung, und Nimue muss dem Druiden folgen.

Wir begleiten Nimue von der 16jährigen, die behütet aufwuchs und nur sporadisch ihrer Gabe des Sehens ausgesetzt war, bis sie 20 Jahre alt ist.
In dieser Zeit begegnet sie Verbündeten, aber auch Feinden, wird zur Vermittlerin zwischen Kriegsparteien und nimmt eine Rolle im Glaubenskampf zwischen Christen und den Anhängern des Alten Glaubens ein.

Ich hatte zuvor noch kein Buch der Autorin Sabrina Qunaj gelesen.
Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und angenehm zu lesen.
Der Autorin ist es sehr gut gelungen, aus verschiedenen Auslegungen und historischen Fakten rund um Artus einen spannenden und interessanten Roman zu schreiben!

Ich hätte mir für Nimue eine stärkere Ausarbeitung ihrer Persönlichkeit und eine Auseinandersetzung mit ihrer Gabe gewünscht. Sie scheint nur wenig Motivation zu haben, ihre Gabe zu beherrschen.
Morgana hingegen ist als Persönlichkeit stärker ausgearbeitet.
Merlin wird überwiegend als übermächtig, hart und unerbittlich dargestellt, ein kleines bisschen Menschlichkeit hätte ihm gut gestanden.

Im Nachwort erläutert die Autorin, warum sie Nimue`s Gabe und dem Thema Magie keinen großen Raum gegeben hat. Dies ist einleuchtend erläutert und der Fokus der Autorin gefällt mir gut!
Für die Fülle an Charakteren in der Handlung ist die Namensauflistung zu Beginn des Buches recht hilfreich.
Die Covergestaltung und der Farbschnitt sind wunderschön und absolut passend gewählt!

Ich bin gespannt auf den 2.Teil und vergebe 3 von 5 Punkten!

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Die Prophezeiung
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Frieda

Frieda von Geraldine Oetken

Die Autorin Geraldine Oetken nimmt die LeserInnen mit in einen Teil ihrer Familiengeschichte und in ein Kapitel deutscher Geschichte, das nicht vergessen werden darf - gerade in der heutigen Zeit!

Geraldine Oetken erfährt von einer Urgroßtante, die 1941 in einer "Heilanstalt" bei Oldenburg verstarb.

Wir begleiten die Autorin bei ihrer Suche nach Fakten und der Lebensgeschichte von Frieda.
Sie geht dabei nicht nur Fragen zu Frieda`s Leben und Sterben nach, sondern setzt sich auch intensiv mit der Haltung innerhalb ihrer Familie während der NS-Zeit auseinander.
Geboren in eine große Fabrikantenfamilie geht sie der Frage nach, welche Rolle die Firma der Familie während der NS-Zeit spielte und welche politische Haltung die FamilienmitgliederInnen hatten.

Wie kann es sein, dass ein Familienmitglied Opfer der Euthanasie der Nazis wurde?
Warum gibt es kaum Informationen zu Frieda und was wurde warum verheimlicht?
Was ist wirklich wahr an dem, was über Jahrzehnte, von Generation zu Generation, weitererzählt wurde?
Was bleibt ungesagt, begraben unter jahrzehntelangem Schweigen?
Und - ab welchem Moment zählt jemand als Nazi?

Die Autorin recherchiert über Jahre. Sichtet unzählige Dokumente, Listen, Kirchenbücher, in Ämtern, Behörden, Landes- und Staatsarchiv.

Für mich ist dieses Buch kein Roman, eher eine Erforschung, eine Recherche, fast eine historische Forschungsarbeit. Neben nachweislichen Tatsachen bleiben trotz intensiver Erarbeitung noch viele Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten / Annahmen und Leerstellen.
Dialoge kommen selten vor. Allerdings geht die Autorin mit Frieda in innerliche Dialoge, die mich sehr berührt haben.
Der Schreibstil ist von beeindruckender Klarheit, direkt und unbeschönigend!
Trotzdem merkt man deutlich, wie emotional betroffen die Autorin ist. Fassungslosigkeit ob der unmenschlichen Haltung Menschen gegenüber in der Zeit der NS-Regierung.
Ratlosigkeit, wenn die Recherchen zum Stillstand kommen.
Und der starke Wille, Frieda sichtbar zu machen und ihr einen Platz zu geben.

Für mich ist es ein beeindruckendes Buch, intensiv, geschichtlich interessant und nicht so schnell zu vergessen!

4 von 5 Punkten!

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Frieda
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Ruf der Vergangenheit

Der Abend der Seelen von Maria Laura Berlinguer

"Der Abend der Seelen" von Maria Laura Berlinguer nimmt die LeserInnen mit auf die Insel Sardinien.
Auf 2 Zeitebenen wird die Geschichte der Familie Dessi erzählt.
2002 - Iride kehrt nach dem Tod ihres Vaters zurück in dessen Haus, um den Nachlass zu regeln. Gemeinsam mit Tzia Manuella, einer Vertrauten der Familie, und ihrer Jugendliebe Piero, taucht Iride ein in die Vergangenheit ihrer Familie und verfolgt die Spur eines lang bewahrten Geheimnisses.

1899 - Mimi, die fernab ihrer Träume von einem Studium und einem unabhängigen Leben auf der Insel lebt, verheiratet mit dem Grundbesitzer Don Augusto Dessi. Durch ihre Freundschaft mit der weltgewandten Elisabeth gewinnt Mimi an Selbstvertrauen und beginnt sich zu befreien von der Bevormundung ihres Mannes und ihrer Schwägerin. Als sie dem Banditen Emanuele begegnet, kommt etwas ins Rollen, dass das Leben aller verändern wird.

Während sich der 1. November, hierzulande Allerheiligen, nähert, der in der sardischen Kultur als "Der Abend der Seelen" mit bestimmten Riten begangen wird, verschwimmen die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten!
Während der Vorbereitungen auf diesen kulturell, aber auch für ihn persönlich wichtigen und bedeutenden Abend, reißt Mimi`s Ehemann Don Augusto alle Beteiligten in einen Strudel tragischer Ereignisse.

Die Schreibweise der Autorin überzeugt mit sehr bildhaftem und atmosphärischem Stil, der die LeserInnen in eine Welt voller Geheimnisse, Mystik und eine Liebesgeschichte führt.
Man taucht ein in die Magie und Kultur des Landes und deren tausend Jahre alter Nuraghenkultur, die Geschichte der Insel, mit ihrem Glauben, und ihren Sitten und Gebräuchen. All das ist detailliert und sehr interessant in die Handlung eingeflochten.
Die kurzen Kapitel, als auch die Wechsel der beiden Zeitebenen, tragen zu einem guten Lesefluss bei.
Der Spannungsbogen hält sich durchgängig, wobei ich von den Geschehnissen und der starken mystischen Atmosphäre 1899 gefesselter war als im Verlauf von 2002.
Mimi`s persönliche Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mir gut gefallen.
Auch Maria Tanda, in ihrer Rolle als "Bruja", mit ihrem Wissen und ihren außergewöhnlichen Kräften, der tiefen Verbundenheit zur Natur und der Kunst des Sehens und Heilens hatte für mich eine starke Rolle im Handlungsverlauf.

Aufgrund der weit verzweigten Familienkonstellation hätte ich mir einen Stammbaum gewünscht. Dies hätte sicher zum besseren Verständnis der Familienhistorie beigetragen.
Das Nachwort ("Anmerkungen der Autorin") gibt Einblick in die persönliche und tatsächliche Verbindung der Autorin mit der Geschichte der Familie Dessi und Sardinien.
Das Cover mit einem Motiv von William Ireland ist absolut passend gewählt, und spiegelt Titel als auch ein wesentliches Element des Buchinhaltes "Das Seelenmahl" wieder! Es ist stimmungsvoll und wunderschön!

Ein empfehlenswertes, atmosphärisch dicht geschriebenes Buch, dass LeserInnen mit Interesse an kulturellem und geschichtlichem Hintergrund, einer intensiven mystischen Stimmung und einer Liebesgeschichte begeistern dürfte!

4 von 5 Punkten!

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Ruf der Vergangenheit
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Highlight

Death's Daughter von S. A. Barnes

"Dark Academia Romantasy mit College-Setting" - Das 1.Buch aus diesem Genre hat sich als Highlight für mich erwiesen!

Der Schreibstil der Autorin S.A.Barnes ist sehr atmosphärisch und bildhaft und es gelingt ihr, kribbelnde Magie und Spannung über die 440 Seiten des Buches aufrecht zu erhalten.

Für mich war es genau die richtige Mischung aus Romance, Magie, Spice, Fantasy und Spannung!

Die Grundidee hat mir gut gefallen. Jocasta, die eigentlich nur in Ruhe studieren möchte, wird mit dem Familienerbe als Tochter des Todes konfrontiert, indem sie ungewollt aufsteigt in der Hierarchie in der Welt der Uralten. Sie ist gezwungen, im Kampf um Macht ihre Kräfte einzusetzen.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, der/die ein oder andere war schwer zu durchschauen, was gewollt und gut eingesetzt war, und somit zum Spannungsaufbau beigetragen hat.
Jocasta`s Umgang mit ihrem "Familien-Erbe" fand ich nachvollziehbar und ihre Entwicklung innerhalb der Story war gut ausgearbeitet und interessant.
Carter`s Rolle hat mir gut gefallen, unnahbar, aber nicht unerreichbar.
Devon war anfangs etwas blass in seiner Rolle, hat aber eine gute Entwicklung durchgemacht, die mich überzeugen konnte.

Ich hätte mir mehr zu den Hintergründen zur Welt der Uralten gewünscht und hoffe, dass dies im nächsten Teil vertieft wird.

Der Plottwist kam für mich nicht wirklich überraschend, ich hatte bereits ähnliches erahnt, aber es hat absolut gepasst und steigert meine Vorfreude auf den nächsten Teil um so mehr!

Die Covergestaltung finde ich sehr gelungen, und auch das Buch selbst ist sehr schön gestaltet - DARK - absolut passend zum Inhalt!

5 von 5 Punkten!

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Highlight
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Starker 2.Teil!

Hummerjahre von Beatrix Gerstberger

Nachdem "Hummerfrauen" von Beatrix Gerstberger ein Jahres-Highlight für mich war, konnte ich es kaum erwarten, den Folgeband "Hummerjahre" zu lesen!

Wir begleiten bekannte ProtagonistInnen wieder nach Maine, auf die wunderschöne Insel Eagle Island.
Dabei treffen wir Ellis, Sam, Julie, Judith, Richard, Mina, Carlos und Luca wieder.

Und natürlich auch Mr.Darcy.
Einige Jahre sind vergangen. Net und Ann sind inzwischen verstorben, doch auch ihnen begegnen wir in Rückblicken.
Die, die auf der Insel geblieben sind, und auch die, die für diesen Sommer zurückkommen, blicken auf ihr Leben zurück. Ein Sommer, von dem jede/r etwas anderes erwartet. Und doch mit ähnlichen Gefühlen an den Sommer 1982 zurückdenken, in dem sich alles veränderte.

"Ein Hummer kann nur so alt werden, weil er sich regelmäßig häutet und seinen alten Panzer abwirft." Für die ProtagonistInnen ist dies nicht leicht, für manche schmerzhaft, für manche leichter. Dieser letzte gemeinsame Sommer bringt neue Chancen - auf Veränderungen, Vergebung, Abschiede und Neuanfänge, Antworten und jede Menge Gefühle!

Der Schreibstil ließ mich sofort wieder in die Geschichte einsteigen. Feinfühlig, flüssig, eine Mischung aus Intensität und Leichtigkeit, absolut mitreißend!
Die ProtagonistInnen sind authentisch, nahbar und mit all ihren Wesenszügen und Eigenheiten lebensecht dargestellt, als würde die Autorin genau diese Personen wirklich kennen.

Auch Julie hat mich, wie schon im 1.Teil, begeistert und berührt mit ihrer fast schroffen, aber herzensguten Art und ihrem Lebensstil nach dem Motto: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert!"
Aber auch alle anderen ProtagonistInnen haben im 2.Teil der Hummerfrauen wieder überzeugen können und ich habe sie gern durch den Sommer begleitet.

Das Cover als auch das Buch unter dem Umschlag sind wunderschön und passend gestaltet, die Farbwahl gefällt mir gut!

Für mich ist dieses Buch ein absolut passender 2.Teil und Abschluss für die Geschichte um die Hummerfrauen, auch wenn ich sehr gern noch mehr von ihnen lesen würde!

5 von 5 Punkten!

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Starker 2.Teil!
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Traumreise zwischen Raum und Zeit

Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking

Die Autorin Vanessa Göcking nimmt uns in ihrem neuen Buch "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" mit in eine ganz besondere Bibliothek.
Dabei begleiten wir Ms Amanda Eleonore Atkins, Robert Joy, Xiao Mei Smith und Henry in das Reich ihrer Träume.
Für alle 4 ist die "Lady Ophelia Harringdale Library" ein Zufluchtsort - vor dem Chaos der Welt, und für manche wie ein zweites Zuhause.

Als ausgewählte Bibliotheks-BesucherInnen haben sie Zugang zu einem besonderen Lesezimmer und lernen sich dort kennen. Im Laufe der Zeit macht sich jede/r auf den Weg in die eigene Vergangenheit, aber in gewisser Weise auch in die Zukunft.

Der Schreibstil ist flüssig, einfühlsam und gut lesbar. Durch detaillierte Beschreibungen konnte ich mir die Bibliothek gut vorstellen und das Lesezimmer würde ich sehr gern einmal besuchen.
Die Charaktere der ProtagonistInnen sind sehr verschieden, aber recht gut ausgearbeitet. Der Autorin gelingt es gut, alle miteinander durch ihre Schicksale zu verbinden.
In der Kurzbeschreibung ist die Rede von Fantasy, allerdings liegt der Schwerpunkt der Handlung eher auf Träume, Schicksal und Selbstreflexion, wobei Fantasy einen kleineren Anteil einnimmt.

Optisch macht das Buch einiges her!
Der Umschlag ist farblich sehr ansprechend und das Motiv mit den Bücherregalen, dem Himmel im Hintergrund und der Person in der offenen Tür spiegelt wesentliche Elemente der Handlung wider.
Anbei gibt es Zugaben wie Tee, Leseprobe, Lesezeichen, einen Brief und einen Bibliotheksausweis - alles schön abgestimmt!
Unter dem Umschlag ist das Buch selbst ebenfalls farblich schön gestaltet. Es hat eine bunt folierte Seite in der Mitte des Buches und ist mit einem Lesebändchen versehen.
Am Anfang jedes Kapitels steht ein Ornament für den Anfangsbuchstaben des jeweiligen Protagonisten, um den es in dem Kapitel geht. Jede/r hat ein eigenes Ornament. Ein liebevoll gestaltetes Detail!

Die Idee der Story gefällt mir. Allerdings war es mir eine Spur zu viel Selbstreflexion und zu wenig Fantasy!

3 von 5 Punkten!

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Anders als erwartet

Leuchtende Schatten von Iris Wolff

Die Autorin Iris Wolff nimmt die Leserschaft mit in die Zeit 1943/44, in das Leben der damals 13jährigen Elisabeth in Hermannstadt / Siebenbürgen.

Der Roman ist geschrieben aus der Sicht von Elisabeth, die mit ihrer ausgeprägten Beobachtungsgabe für Menschen und Umgebung besticht.
Elisabeths Gefühlswelt ist ausführlich und authentisch dargestellt, auch die anderen, für die Geschichte wichtigen Personen, sind ähnlich dicht beschrieben.

Elisabeth erscheint für ihr junges Alter recht reif zu sein, was eventuell der Lebensumstände dieser Zeit geschuldet sein könnte.

Elisabeth und Harriet, zwischen denen anfangs eine zarte, später sehr intensive Freundschaft entsteht, kommen aus sehr unterschiedlichen sozialen und gesellschaftlichen Schichten. Dies wird einfühlsam und nachvollziehbar beschrieben.
Allerdings liegt der Schwerpunkt des Romans meiner Meinung nach deutlich stärker auf dem Großfamilien-Leben Elisabeths.
Die Mädchen-Freundschaft gewinnt erst nach der Hälfte des Romans an Gewicht. Hier hatte ich mir mehr erhofft.
Das Familienleben in Elisabeths Großfamilie wird ausführlich und authentisch beschrieben, besonders gut gefallen hat mir dabei die Rolle und Haltung der Großmutter.

Man gewinnt einen Einblick in das Leben unter dem Einfluss des Kriegsgeschehens und Themen wie Kriegspropaganda, Bund Deutscher Mädels und Arbeitsdienst-Einsätzen.

Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft, atmosphärisch, unaufgeregt und ließ mich gut in die Handlung gleiten, aber leider am Ende zu abrupt mit zu vielen offengelassenen Parts zurück.

Insgesamt ist es ein fast sanfter Roman und vereint Themen wie Freundschaft, Loyalität, Hoffnung und Verlust.

3 von 5 Punkten!

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Anders als erwartet
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Nichts für schwache Nerven!

Der Prätorianer von Tobias Bukkehave

Der Autor Tobias Bukkehave hat mit "Der Prätorianer" einen starken und gelungenen Reihen-Auftakt um das Ermittler-Duo Sara Levin und Janus West geschaffen!

Als eine äußerst brutal zugerichtete männliche Leiche gefunden wird, stehen die Ermittler der dänischen Polizeiabteilung für Gewaltverbrechen, Sara Levin und Janus West und ihr Team, vor einer großen Herausforderung.

Bei der Leiche werden unter anderem Artefakte der römischen Mythologie gefunden. Sara`s Bruder Adam, Psychologe, wird als Berater zu den Ermittlungen hinzugezogen, zwecks Ergründung des psychologischen Motivs und der Erstellung des Täterprofils.
Es stellt sich die Frage: war es Mord im Affekt, was die Brutalität erklären würde, oder doch ein Ritualmord?

Der Schreibstil ist geprägt von spürbarer Atmosphäre, die einem durchaus die Haare zu Berge stehen lassen, und von einem stetigen Perspektivenwechsel, bei dem Sara, Adam als auch der Täter "zu Wort kommen". Der Spannungsaufbau ist clever und ansteigend ausgearbeitet.
Die Konflikte innerhalb des weiteren Ermittlerteams empfand ich als unnötige Längen, da sie nicht wirklich Einfluß auf die Handlung hatten.
Die Ermittlungsarbeit wird detailliert beschrieben, als auch die psychologischen Aspekte. Wobei letzteres für mich stellenweise etwas ausschweifend war.
Der Zusammenhang mit Sara´s persönlichem Umfeld war ein Aspekt, der die Story für mich besonders interessant gemacht hat. Ich gehe davon aus, dass diese in weiteren Reihenteilen wieder eine Rolle spielen werden.
Der Plot Twist fast am Ende des Buches ergab für mich eine wirklich überraschende Wendung, was mir sehr gut gefallen hat!

Das frostige Cover ist sehr passend gewählt.

Insgesamt hat mir das Buch, bis auf wenige erwähnte Längen, wirklich gut gefallen!
Ich denke, für LeserInnen, die auch geschichtliches und psychologisches Interesse haben, und bei schonungslosen Opferbeschreibungen nicht zimperlich sind, ist dieser Thriller absolut empfehlenswert!

4 von 5 Punkten!

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"Schuld"

Alles ihre Schuld von Andrea Mara

Der Albtraum jedes Elternteils trifft Marissa, als sie ihren kleinen Sohn Milo von einer Spiele-Verabredung abholen möchte. An der angegebenen Adresse öffnet ihr eine fremde Frau und von Milo fehlt jede Spur!

Die Story ist sehr gut aufgebaut, mit vielen überraschenden Plot - Twists wird die Leserschaft immer wieder in eine andere Richtung geleitet.

Der Spannungsbogen ist clever ausgearbeitet und die Charakter sind individuell und glaubhaft, Gefühle authentisch dargestellt.
Im letzten Drittel jagt ein Plot Twist den nächsten, was das Buch nicht wirklich gebraucht hätte, und stellenweise für Verwirrung gesorgt hat.
Die Auflösung war für mich nicht vorhersehbar und ergab für mich einen passenden Abschluss.

Allerdings mag ich Ausdrücke wie "Playdate" in einem Buch, das ich in deutscher Sprache lese, überhaupt nicht.

Das Cover gefällt mir gut, das Bild der Nachbarschaft passt gut zum Buch.

Gern lese ich weitere Bücher der Autorin. Der Schreibstil hat mir überwiegend gut gefallen und das Buch hat mich gefesselt und überrascht!
Für Thriller - LeserInnen, die es komplex mögen und die gern miträtseln bei der Auflösung, ist dieses Buch genau richtig!

4 von 5 Punkten!

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Spannung pur!

Septembermord von Chris Chibnall

Die perfekte Landidylle des kleinen Örtchens Fleetcombe an der englischen Küste wird zerstört durch den Mord des Pub-Besitzers James Tiernan.
Seine Leiche wird auf einem Stuhl sitzend mit einem Hirschgeweih auf dem Kopf nachts auf einer Landstraße gefunden.
Detective Nicola Bridge, die nach 15 Jahren in ihren Heimatort zurückkehrt, und ihren jungen und unerfahrenen Kollegen DC Harry Ward haben eine Menge Arbeit vor sich, um den Fall zu lösen.

Der Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch. Die Spannung bei der Aufklärung des Falles, manche fast lustige Situation zwischen Nicola und Harry, aber auch die Gefühle zwischen Nicola und ihrem Mann Mike, werden gut beschrieben. Nicola war mir sehr sympathisch, aber sie hätte ein bisschen mehr Selbstvertrauen vertragen.
Man erfährt einiges über die EinwohnerInnen des Ortes, ohne das es langweilig wird. Die Atmosphäre im Ort und die Eigenheiten der BewohnerInnen sind gut dargestellt.
Kurze Kapitel, die meist spannungsgeladen enden, motivieren zum Weiterlesen. Der Spannungsbogen ist von Anfang an spürbar und clever aufgebaut und ausgearbeitet, sodass man unbedingt weiterlesen möchte!
Die Lösung des Falles war überraschend für mich, aber schlüssig und passend.
Das Cover gefällt mir gut und passt zum Buch - geheimnisvoll und spannungsgeladen!

Ein gelungenes Debüt des Autors Chris Chibnall!
Ich freue mich auf weitere Fälle mit Bridge und Ward!

5 von 5 Punkten!

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Spannung pur!