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Rezensionen von Bisco:

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Der Ratgeber hat mich überzeugt, und auch die Suche nach dem Mörder

Killing Made Easy von Rebecca Philipson

Serienkiller. Sie üben eine Faszination auf uns aus. Von Unglauben, ekel, Bewunderung. Die Gefühlspalette ist hier sehr weit und jeder wird etwas dazu sagen können.
So gibt Denver Brady im Buch von sich an, dass er der erfolgreichste und ungefangene Serienkiller der Geschichte sei. Im Buch „Killing Made Easy“ geht es um den gleichnamigen Ratgeber.

Brady behauptet von sich, sehr viele Menschen getötet zu haben und niemand hat ihn bis heute erwischt.
In Kapiteln, die sich zwischen den Ratgeber (den wir lesen wir ein zweites Buch im Buch) und den Kapitel um die Polizistin DI Samantha (Sam) Hansen abwechseln, erfahren wir nach und nach mehr über die Abgründe des Serienkillers und wie die Ermittlungen vorrangehen. Die bis dato sehr erfolgreiche Polizistin hat zum Beginn des Buches eine Auszeit, wegen psychologischer Probleme und kommt dann eines Tages an einem Tatort vorbei. Dort liegt die junge Charlotte. Ermordet und mit dem Buch „Killing Made Easy“ im Arm. Sam kann und will nicht nach Hause gehen und ihrem jetzigen Zustand weiter nachgehen, sie will den Mörder des Mädchens finden.
Zu den Kapiteln des Ratgebers: Wir lesen diese Kapitel, wie, als wäre es ein extra Buch. Beschrieben aus der Sicht von Brady, überheblich zeigt er sich, mit seinen Taten und bis heute nicht erwischt wurden sein. Große Namen wie Jeffrey Dahmer (17 Jungs und Männer) und Theodore Bundy (30 Bekannte Opfer und vermutet über 100), wären Anfänger gewesen und hätten zu viele Fehler gemacht. Interessant war für mich der Vergleich, da ich erst vor kurzem die Serienkillerausstellung bei mir in Köln besucht habe und sich als besser zu behaupten, ist schon heftig. Der Ratgeber geht auf Beziehung zum Opfer ein, Tatort, Tatwaffe etc. Aber wir lesen auch in jedem von einem seiner Morde und wie er zu den Opfern kam. Er ist bemüht von den klassischen Klischees zu befreien und zu zeigen, warum gerade Profiler immens daneben liegen und nicht alle immer aus schlechtem Elternhaus stammen müssen.
Parallel zu diesen Kapiteln lesen wir, wie Sam bemüht ist den Mörder von Charlotte zu finden. Diese wird wegen ihrer längeren Abwesenheit dem Team zugeordnet, welches den Herausgeber des Buches finden soll. Denn ein Buch tötet keine Menschen, höchstens der Autor. Und ist der Autor der Mörder von Charlotte oder ein Nachahmungstäter, vom Buch inspiriert?
Die Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen. Neben dem Ratgeber, wo mit vielen Details und Recherche gearbeitet wird (Statistiken, zuständige Behörden, Kollegen von anderen Büchern wie McDermid gelobt werden) und dann den detailgetreuen Erzählungen, was seinen Opfern passierte. Es geht nicht zu blutig zu und es ist, hart gesagt, abwechslungsreich. Ein guter Mörder tötete niemals zwei Mal auf dieselbe Art.
Die Kapitel um Sam, sind gegenüber dem kalten und nüchternen Kapiteln des Ratgebers, eher emotional. Man sieht diese taffe Frau, die so viele Fälle gelöst hat. Und nun psychisch angeschlagen wegen Vergehen in Ihrer Dienstzeit, welche ihr angetan wurden. Die verletzt ist und dies sieht man auch in ihrem Alltag, der Wohnung, des Auftretens und Unsicherheiten, die nicht zu ihr passen. Ich empfinde sie als toll beschrieben. Nah und gleichzeitig distanziert, man hat Mitleid und ekelt sich zugleich vor dem, was man liest, wie es gerade am Anfang des Buches um ihr Umfeld steht. Die Entwicklung, welche sie mitmacht, ist wahnsinnig gut zu lesen. Selten habe ich eine so tolle, weibliche Charakterin in Büchern erlebt.
Für mich ist „Killing Made Easy“ eines der Jahreshighlights im Bereich Krimi/Thriller. Es ist innovativ und anders. Es ist unauffällig wegen seines Covers, welches aber super zum Inhalt passt. Ich hoffe das Buch erhält noch einiges an Aufmerksamkeit, denn meine hat die Autorin für sich gewonnen.

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Der Ratgeber hat mich überzeugt, und auch die Suche nach dem Mörder
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Das Buch verspricht mehr als nur Stille

Songs of the Void, Band 1 - Echo der Stille von Anne Lück

Die Musikbranche in Verbindung mit einer Fantasygeschichte. Dies hat mich sofort gereizt.

Wir lesen aus verschiedenen Perspektiven, wobei am meisten aus der Sicht von Alize. Die junge Frau liebt in Montreal (Kanada) und arbeitet bei einem Musiklabel. Von Geburt an auf dem linken Ohr taub, trägt sie ein Implantat.

Ihr Gehör ist feiner und empfindlicher für Musik als für andere. Sie sucht nach speziellen Talenten und nimmt nicht einfach den Mainstream.

In ihrem Job unterschätzt und belächelt als Frau und wegen ihrer Behinderung. Täglich muss sie sich beweisen. Dazu kommt der Kollege Léo, der Sohn des Labelchefs, welcher sie täglich anbaggert. Die Arbeitstage übersteht sie gut, da sie mit seinem Halbbruder befreundet ist und er ihr überall hilft, wo es nur geht.

Sie bräuchte einen weiteren Vertragsabschluss um ihren Vertrag sicher zur verlängern und hat es auf eine Band abgesehen. Die Band Silentbound. Die Musik der Band unterscheidet sich von allem, was Alize bisher gehört hat. Die Musik wirkt hypnotisch und beinahe übernatürlich. Dazu kommen die spontanen und geheimen Konzerte, wo man sich für bewerben muss und nur mit dem Ausweis reinkommt.

Alle in der Band tragen Tiermasken und niemand weiß, wer sie wirklich sind. Leadsänger Echo hat es ihr dabei besonders angetan. Alize geht zu einem solchen Konzert und ihr Leben verändert sich schlagartig. Sie erlebt Dinge, die nicht von dieser Welt stammen und erfährt von der Bedrohung, gegen welche die Band kämpft und das mit Hilfe von Musik und der damit verbundenen Magie.

Neben dem Stress im Label, der Jagd nach der Band, die Furcht vor der Bedrohung entwickeln sich zarte Banden zwischen ihr und Echo wie auch Léo. Diese „Liebesgeschichte“ ist jedoch so zweitrangig und steht hinten an.

Der Kern der Geschichte ist die Frage: Was, wenn Musik nicht nur Gefühle auslösen kann, sondern in unserer Welt etwas verändert?

Das Buch hat einen durchgängigen roten Faden, öffnet Fragen und beantwortet auch ein paar davon. Aber man ist nicht überfordert und nicht genervt das noch zu viele offen sind. Es gibt viel Spielraum für den zweiten Teil. Die Charaktere waren durchweg interessant und gut beschrieben. Alle waren sie auf ihre Art sympathisch. Schon schnell entwickelt man ein Bild davon, was es mit der Band auf sich hat bzw. wer.

Das Cover ist ein Hingucker und passt richtig gut zum Inhalt des Buches. Die Spannung ist durchgängig gegeben und ich werde mir sicherlich auch den zweiten Teil gönnen.

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Das Buch verspricht mehr als nur Stille
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Final Show? Für mich das einzige Buch des Autors bleiben wird

Final Show von Dirk Schmidt

Das Buch versprach eine Geschichte rund um eine alternde Band, dem Rock ’n’ Roll und den mysteriösen Toden der Band. Bekommen habe ich gefühlt eine ausgelutschte Schlagerband mit dem x-ten Coversong.
Wo ich erwartet habe viel über den Grund der Tode zu erfahren, von krassen Tagen der Band auf Tour, ist alles eine plätschernde und oberflächliche Geschichte, mit null Spannung.

Lucy beginnt als Social-Media-Beauftragte und vermittelt der Band, viel Fragen zu stellen, weil sie die Band nochmal so richtig pushen will und dafür Geschichten braucht. Recht schnell merkt der Leser jedoch, dass mehr dahinter steht und auch die Band findet die Fragerei nicht so besonders toll. Es dauert auch nicht lange und sie erlebt den ersten Tod in der Band (die anderen vor ihrer Zeit). Die beiden längsten Mitglieder, welche noch nicht ausgestiegen sind (lebendig oder tot) sind Rain und Keith.
In Kapiteln, welche innerhalb in der Gegenwart und der Vergangenheit spielen, erfahren wir von der Gründung der Band, neuen wie alten Bandmitgliedern und nach und nach wie so mancher zu Tode kam. Es sei gesagt, nicht alles, was nach Suizid oder Unfall aussieht, ist es auch gewesen.
Leider waren diese Sprünge zwischen den Zeiten und den Personen in den Kapiteln sehr unstrukturiert. Erst ist es Lucy Perspektive, ohne richtige Abgrenzung befinden wir uns in der Vergangenheit, dann wieder in der Gegenwart aber diesmal beim ehemaligen Manager Schreiner. Ich fand es sehr anstrengend diese nicht abgegrenzten Wechsel zu verstehen und musste oftmals nochmal ein Stück zurück, um dann einen Bruch im Lesen zu haben und dann weiterzumachen. Oftmals waren schon mehrere Sätze vergangen und dann sah man erst, dass man Zeit oder Person gewechselt hat. Warum nicht mehr Unterkapitel – Sternchen die es Trennen oder andere optische Hilfsmittel nehmen.
Die Kapitel haben die Namen der Songs der Band gehabt, dass fand ich schon echt nett gemacht. Aber leider war dies für mich auch eines der wenigen Highlights. Die Geschichte kommt nicht richtig voran. Der Tod des aktuellen Sängers wurde unter den Tisch gekehrt, als wäre es normal so zu sterben, wie es hier passiert ist. Dann erwähnt noch einer am Rande, dass wohl jmd. Das dazugehörige Equipment getauscht hat und gibt indirekt den Mord damit zu.
Und so verläuft für mich das Buch in einer langweiligen Anreihung an Konzerten, Befragungen durch Lucy, Erinnerungen an die Vergangenheit, die einfach zu unorganisiert wirken und zu chaotisch. Zu lesen wie schlecht die Leute in der Band voneinander zu reden war auch nicht besonders schön.
Letztendlich wunderte es mich nicht, wer seinen Teil an den Todesfällen beigetragen hat. Aber es hat bis hierhin auch nicht wirklich gezüngelt. Dazu kommt dann noch der ein oder andere Fehler, den das Lektorat (gab es eines?) nicht gesehen hat. Seite 79 steht „signt“ anstatt „singt“. Und ich sehe sowas echt selten und überlese es meistens.
Alles in allem ein Buch, welches für mich mit eines der schlechtesten für mich dieses Jahr gewesen ist und null Empfehlung dafür aussprechen muss.

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Final Show? Für mich das einzige Buch des Autors bleiben wird
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Wenn die Suche nach der Tochter die Erinnerungen der Vergangenheit ans Licht holen

Totensee von Sophie Czerny

Thriller wie „Totensee“ mischen die Bücherlandschaft auf. Weil Charaktere nicht immer logisch denken und handeln müssen. Sie müssen auch nicht immer beliebt sein. Und hier hat man mit Ada. Die Ermittlerin des LKA Wien, ist es gewohnt analytisch zu denken. Fälle aufzuklären. Aber wenn die eigene Tochter verschwindet und die Vergangenheit einen aufholt, dann ist es nicht Alltag und vor allem kein normaler Arbeitsauftrag.

Ada sucht nun seit längerem ihre Tochter Mara. Wo kann die Schülerin nur hin verschwunden sein? Ein Streit, die Tatsache das Ada ihr nicht genügend Gefühl vermittelt. Die Polizei nimmt es nicht ernst.
Dann taucht die ehemalige Nonne von Adas Kinderheim auf. Ihr Namen in deren Rücken geritzt. Nach und nach muss sich Ada ihrer Vergangenheit stellen. Einer, die keinem Kind hätte passieren dürfen. Aber sie ist passiert und das nicht nur ihr.
In kurzen und spannend gehaltenen Kapiteln erleben wir in der Gegenwart die Suche von Ada und immer mal wieder Erinnerungen an ihre Vergangenheit. An ein Kinderheim, was weit über eine religiöse Stränge hinausging.
In den zeitlichen Rückblenden erleben wir die Furcht und die Zustände, welche damals herrschten. Wir lernen sehr viele Charaktere kennen. Welche von damals und welche von heute. Und es ist viel was passiert. Die Geschichte verlang von Anfang an, dass man sehr aufmerksam mitliest. Sich Notizen macht wer hier wer ist. Wer ist wer damals und wer ist wer heute.
Warum spielt die Geschichte in Deutschland und in Österreich? Sind es Erinnerungsfragmente oder ist es Einbildung, woran sich Ada erinnert? Wer sind die Personen, welche im Hintergrund die Fäden ziehen?
In sehr kurzen Kapiteln, die gerade zum Ende auch mal nur zwei Seiten lang sein können, sind wir mit Ada zusammen auf der Suche nach den Antworten und ihrer Tochter. Wir verstehen ihr Leid und ihre Angst, bekommen Gänsehaut bei dem, was wir über die Vergangenheit erfahren und müssen so manches Mal die Geschichte auch sacken lassen. Emotional eher ein Psychothriller als ein Thriller, wo es „nur“ auf der Suche nach Mara geht.
Alles in allem ist es eine gute Geschichte. Aber ich habe für mich gemerkt, sie auch sehr anstrengend zu lesen war. Anders als viele Personen meiner Leserunde machte mir dabei die Gewalt in der Vergangenheit nicht das Problem, sondern die vielen Erzählstränge und Personen, welche erst zum Ende hin zusammenlaufen. Man fühlt sich wie eine Ratte im Labyrinth und alle paar Meter bekommt man einen Film mit fürchterlichen Szenen zu sehen oder einen auf den Hinterkopf, weil man mal wieder gedanklich falsch abgebogen ist.
Eine Triggerwarnung ist das, was ganz vorne in dieses Buch hineingehört. Auch wenn es spoilern mag, aber für zartbesaitet oder für Leute, die nicht lesen können, was Kindern in diesem Buch angetan wurde, ist es nicht geeignet.
Ich kann für mich, die da etwas differenzierter an das Buch rangehen konnte, die Geschichte nur empfehlen. Tolle Idee, gute Umsetzung und ein guter Spannungsbogen. Kleine Ausreißer wie ein überschnelles und leicht unlogisches Ende sind dabei für mich ignorierbar, da mich das Buch in seinen restlichen 95% überzeugt hat.

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Wenn die Suche nach der Tochter die Erinnerungen der Vergangenheit ans Licht holen
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Vielschichtiger, spannungsgeladener Psychodrama mit einer schrecklichen Wahrheit hinter der Kamera

Most Hated Girl von Kirsty Lockwood

„Most hated girl“ ist für mich einer der besten Psychologischen Romane des Jahres.

Eine junge Frau und ein 80-Jähriger werden über Nacht bei Social Media berühmt und die Leute wollen immer mehr. Sie liefern und präsentieren sich als die besten generationsübergreifenden Freunde. Doch was ist hinter der Kamera passiert, dass im laufenden Stream Amos tot zu sehen sein wird?

Ich versuche so wenig wie möglich zu spoilern und erkläre eher den Rahmen der Geschichte als den Inhalt.

Odette ist nach dem Tod ihrer Mutter tot. Keine Familie, keine Verwandtschaft, keine Freunde. Nur wenige Menschen bezeichnet sie als „Freunde“ wie ihre Sozialarbeiterin beim Arbeitsamt. Als ihr die Obdachlosigkeit bevorsteht, ist es ihr „Glück“ das Amos, den sie vor kurzem erst kennen gelernt hat, ihr anbietet bei ihm zu wohnen.

Amos hilft ihr im Alltag, steht ihr finanziell zur Seite, und bietet an ihr auch auf emotionaler Ebene zu helfen. Der 80-Jährige ist pensionierter Psychologe und sieht schnell, dass Odette kein einfaches Leben hatte.

Doch was ist im Haus von Amos vorgefallen, dass sie nun auf der Polizeiwache sitzt und des Mordes an ihm angeklagt ist?

Wir lesen in der Gegenwart und in der Vergangenheit wie es zu diesem Stream gekommen ist. Wir erleben Odette am Anfang des Buches auf der Beerdigung ihrer Mutter und ihrer verzweifelten Suche nach Anschluss. Nach Bodenständigkeit. Sie ist intelligent, wissbegierig und absolut neugierig auf neuen Informationen. Aber auch sehr respektvoll und versucht niemanden Leid und Schaden zuzufügen, geschweige im Weg zu sein. Wir erfahren wie es von ihrem ersten Treffen mit Amos, bis zu der Aufnahme seines Todes kommt.

In der „Jetzt“ -Zeit, erleben wir wie Odette zur Polizeiwache kommt und lesen aus verschiedenen Sichtweisen, wie die Öffentlichkeit zum Video steht und wie sehr die Polizei versucht sie zum Reden zu bekommen.

Das Buch lies mich die ganze Zeit über mit einer schweren Decke auf sich lesen. Das ist nicht negativ gemeint, sondern ich litt mit Odette mit wie sie da so überfordert, alleine steht, zwingend jeden freundlichen Menschen schon fast als Freund bezeichnet. Dann kommt die Geschichte mit Amos hinzu und die Decke wurde immens schwer. Schnell war mir ersichtlich, worauf es hinauslaufen wird, und dennoch war ich schockiert über den Werdegang.

Für mich ist die Geschichte wahrlich perfekt geschrieben. Die Kapitel aus Odettes Sicht in der Vergangenheit waren nie wiederholend oder langweilig. Sie ging immer weiter mit einem Tempo, welches nicht zu schnell und nicht zu langsam war. Die auf dem Polizeirevier teilweise nur drei bis vier Seiten lang und zeigen wunderbar, wie verzweifelt die Polizei nach Antworten sucht.

Ich habe das Buch mit knapp 100 Seiten an zwei Tagen so schnell weggelesen, weil der Spannungsbogen so hoch gehalten war, dass man nicht aufhören konnte.

Für mich zeigt die Geschichte, wie sehr die Menschen sich von einem netten Lächeln überzeugen lassen, ohne mehr über die Person zu wissen. Das betrifft das wahre Leben natürlich genauso wie die Videos auf Social Media. Für mich ein umwerfend gutes Debüt und ich werde der Autorin auf jeden Fall weiter folgen.

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Vielschichtiger, spannungsgeladener Psychodrama mit einer schrecklichen Wahrheit hinter der Kamera
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Vorstellungsabbruch

A Stage set for Villains von Shannon J. Spann

An aller erster Stelle möchte ich mich herzlichst bei netgalley und dem Verlag: Mayhem x Piper für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken. Dies beeinflusst jedoch nicht meine konstruktive Kritik, welche für mich auch eine wichtige Rückmeldung ist und neben Lob auch immer stattfinden sollte.

Fangen wir von vorne an und das wäre für mich das Cover. Es ist auf jeden Fall ein Hingucker. Die Farbe rot als Signalfarbe die Vorsicht und Gefahr vermittelt, der Strippenzieher in Form der Hand mit den Fäden und die beiden Figuren vorne drauf.

Und dann mit Sprung auf die Rückseite, lesen wir einen wirklich interessanten Klappentext, der eine düstere Fantasiegeschichte verspricht.
Leider war für mich alles weitere eine sehr langgezogene Geschichte, welche sich immer wieder in Wiederholungen und gleichbleibenden Dialogen zeigte. Daher muss ich auch an dieser Stelle leider sagen, dass ich das Buch nach 52% und zwei Wochen durcharbeiten abgebrochen habe.

Aber wie kommt es dazu, dass ich diese Aufführung, pardon, dieses Buch verfrüht beendet habe?
Hauptfigur Riven hat da ganz klar einen großen Anteil dran. Sie verliert als Kind Ihren Vater an den Spielern und ihr Bruder prägt ihr ein Leben lang ein, wie auch in der Schule und der restlichen Gesellschaft des Nordens, wie gefährlich die Spieler sind und welche Regeln eingehalten werden müssen, wenn man auf diese trifft. Sie wird ganz zu Anfang des Buches von einem unbekannten Spieler vergiftet und der Fluch lässt sie nach und nach körperlich zu Grunde gehen. Sie sieht mehr tot als lebendig aus und in ihrer Welt können die Leute nicht lügen und daher hört sie auch so manch böse Kommentare. Da kommt das Schauspielhaus und sie will ihre Chance ergreifen und den Fluch beenden und die Gefahr für alle Personen. So körperlich schwach sie auch sein soll, so ist sie dann auf einmal doch echt stark in ihrer Zeit im SSH. Und dort verhaut sie natürlich erstmal alle Regeln. Und sie ist naiv, unsichtig und vorlaut. Für ihre 18 wirkt sie wie die klassischen 12-Jährigen, wo man die Pubertät vorschieben kann.

Dann haben wir die Spieler. Vorab der erste Spieler Jude, welcher Riven mit falschem Vornamen unter seine Fittiche nimmt. Alle Spieler haben einen Neuling ausgewählt und bilden diesen aus. Wer glaubt die Verlierer gehen einfach so ausm Laden raus, vielleicht mit nem kleinen Vergessensschub, der täuscht. Auch hier war Riven natürlich total verblüfft, wieso die Verlierer so unschön abtreten.

Jude ist dabei der klassische Schönling, Gottesgleich, vorne rum Prinz Charming und dann zeigt sich doch hin und wieder die andere Seite. Auch hier gibt es keine großen Überraschungen, vor allem da schnell für uns zu sehen ist, dass Jude so gar keinen Bock auf den Job hat.
Die weiteren Spieler mit Titus, Mattia, Arius und Parrish, so wie der Spielleiter Silenus kommen leider viel zu kurz. Alle haben verschiedene charakterliche Schwerpunkte und eigene Lebensgeschichten vor Ihrer Zeit als Spieler (waren alle immer vorher Menschen gewesen), die mich bis hierhin schon sehr interessiert hätten.

Leider passiert bis zur Mitte des Buches einfach zu wenig. Riven, Alistaire für die anderen, zeigt keine Entwicklung und bleibt charakterlich blass. Dialoge und Diskussionen wiederholen sich, die Auftritte auf der Bühne bleiben unspektakulär. Das düstere kommt zu wenig rüber, da die Spieler an sich sehr freundlich sind, wenn auch nen heftigen Humor haben. Sie schützen aneinander, auch wenn sie immer im klassischen Wettstreit sind den ersten Platz zu machen.

So habe ich eine Geschichte nicht mit klassischen Kapiteln, sondern mit mehreren Akten und darin die Szenen. Das fand ich interessant gelöst. Leider war dann im Buch der ständige Wechsel zwischen den direkten Dialogen und dann wie in einem Skript NAME: „Text“ was nicht wirklich passte. Entweder sollte man wie in einem Skript schreiben, oder wie in der klassischen Weise in einem Dialog, es aber nicht mischen. So rissen mich die große geschrieben Namen auch immer mal wieder raus.

Und dann kommt das letzte Manko für mich. Die Erklärung wie die „Magie“ funktionieren soll. Die gottähnliche Bühnenwesen, deren Aufführungen tatsächlich Herzen, Gedanken und sogar die Realität beeinflussen können, konnten mich leider nicht überzeugen. Diese Realitätsbeeinflussung konnte ich leider nicht nachvollziehen und fand diese zu kompliziert beschrieben.

Es mag sicherlich anderen Leuten gefallen, mir war diese Geschichte aber zu komplex, zu wenig weiterführend und mit einer Hauptcharakterin, welche zu wenig Entwicklung mitbringt. Zumindest kann ich sagen, dass bis hierhin noch keine Liebesgeschichte zu sehen war, was gut ist, dass sich diese viel Zeit lässt.

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Facettenreiche, inspirierende Idee, fernab vom ausgelutschten Romantasy

Queen of Faces – Die Königin der tausend Gesichter von Petra Lord

Queen of Faces ist ein Fantasyroman, der sich ganz klar von der breiten Masse absetzt und neue Ideen einbringt in einer Welt, regiert von Geld und Macht.
Die Welt, in der wir uns befinden, ist Caimor. Wer Geld und Magie besitzt, der besitzt Macht und die Möglichkeit schnell und unkompliziert seinen Körper zu tauschen.

Das „Mark“, welches der Seele samt Erinnerungen gleichsetzbar ist, wird mit einer anderen Hülle getauscht. Dies machte die Geschichte für mich zu etwas sehr Besonderen. Denn nur weil du einen Körper vor dir stehen hast, weißt du noch lange nicht, wer in diesem steckt.
Dadurch können die Reichen älter werden, sterben nicht an Krankheiten oder zu schnell bei einem Unfall. Dieses führt zu einem Machtgefälle zwischen Arm und Reich, welches neben angesehenen Institutionen wie der magischen Eliteschule Paragon Academy mit Ihren Direktor Carriwitch führt und daneben die Stadtteile, wo die Leute Hunger leiden.
Und so kommt es zu der Gegenseite, welche dieses Gefälle zerstören will mit seinen Rebellen und Aufständen. In dieser von Kämpfen (offenen und verschleierten) betroffenen Welt, führen die Menschen auch ihre eigenen Kämpfe. Die junge Anabelle Gage ist die Hauptfigur, welche die arme Seite präsentiert und den täglichen Kampf ums Überleben. Ihr Gehäuse zerfällt und ihr Leben ist somit in Gefahr. Ihre einzige Chance die Aufnahme auf die Academy, doch es soll anders kommen als sie denkt.
Dem gegenüber das Gegenstück Nell Ebbridge. Sie kommt aus der Oberschicht und war ihr lebenslang dem Druck ihrer Mutter ausgeliefert, musste jedoch nie hungern und Angst ums Überleben haben. Aber auch sie hat zu kämpfen und ihr Schicksal ist im Laufe der Geschichte enger mit dem von Ana verbunden als zu Anfang gedacht. Nell zeigt den Lesern und Anabell, dass der schnell mögliche Körperwechsel, nicht mit Freiheit gleichzusetzten ist.
Beide junge Frauen spielen eine sehr wichtige Rolle in dieser Geschichte und beide entwickeln sich und lernen sich und Teile der anderen Welt kennen, so wie die derer, welche dagegen ankämpfen wollen und lernen sich selbst besser verstehen.
Warum ist es „Dark Academia“?
Eine prestigeträchtige Schule/Academy, die gleichzeitig eine Atmosphäre von Macht, Geheimnissen, Konkurrenz, Wissen und gefährlichen Geheimnissen in Verbindung mit politischen Intrigen hat. Und dafür müssen wir nicht immer im Klassenzimmer sitzen und eine übertriebene Liebesgeschichte erzählen.
Die Geschichte hat für mich wirklich gut angefangen, mit Ana´s Leiden und Ängste. Aber auch zu sehen, wie Nell unter ihrer Mutter und dem Druck abliefern zu müssen leidet. Wir erleben Rückblenden, was in der Vergangenheit schon Schlimmes unter Wirkung von Magie passiert ist und mit dem aktuellen Schrecken, durch eine Magierin, erneut passieren könnte.
Es ist am Anfang etwas verwirrend, wenn sehr schnell aufeinanderfolgend die Körper getauscht werden und ich musste bei etwa ¼ des Buches eine KI fragen, ob es wirklich richtig verstanden habe. An diesem Punkt hätte man es etwas sauberer verarbeiten können, denn ohne mitzuschreiben hätte ich nicht verstanden, wer gerade welche Hülle trägt.
Es ist im Anschluss dann wesentlich besser und übersichtlicher. Der Autorin ist dabei sehr wichtig gewesen, zu vermitteln das es egal ist, welchem Geschlecht die Hülle angehört, sondern der Mensch mit seiner Seele darin entscheidend ist. So fand ich die Idee, dass es eine Zivilisation im Buch gibt, wo die Schwangerschaft von beiden erlebt wird (Mann geht in den Frauenkörper) echt gut.
Darüber hinaus hält das Buch die ganze Zeit über eine Spannung, welche zum letzten Viertel nochmal anzieht, wenn die Fäden ineinanderlaufen und wir feststellen, so manches Gesicht mit falschem Inhalt zu sehen und erfahren, was wirklich in der Vergangenheit alles vorgefallen ist. Denn zum Lügen braucht es nicht nur ein Gesicht, sondern auch eine Stimme, die diese weitererzählt.
Die Frage, welche sich bis zum Ende stellt, ist: Wer besitzt deinen Körper wirklich – du selbst oder die Gesellschaft, deine Familie und dein sozialer Status?
Für mich ein gelungener Reihenstart und ich werde den zweiten Teil auch lesen.

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Zwischen Wahnsinn in Gedanken und Handlung ist hier nur ein schmaler Grad, der leider nicht gut ausgearbeitet ist

Eisinsel von Hanno Rinke

Eisinsel war für mich vor allem eine Charakterstudie über einen Protagonisten, den ich die ganze Zeit beobachtet habe wie ein Insekt unter einem Glas. Victor ist unglaublich schwer zu greifen. Nach außen wirkt er ruhig, empathisch und hingebungsvoll, während seine Gedanken und sein Umgang mit anderen immer wieder etwas Unheimliches ausstrahlen.

Genau dieses ständige Hinterfragen, was in ihm eigentlich vorgeht, hat für mich den größten Reiz des Buches ausgemacht.
Gerade die Einblicke in seine Vergangenheit zeigen, wie sehr ihn seine Familie und seine Kindheit geprägt haben. Trotzdem hatte ich oft das Gefühl, dass sich einige Passagen zu sehr wiederholen. Die Gespräche mit den Patienten und Victors Blick auf die Welt haben sich für mich irgendwann gezogen, obwohl ich seine Gedankengänge grundsätzlich spannend fand.
Wenn die Handlung später anzieht, zieht sie allerdings richtig an. Einige Szenen gehören definitiv zu den verstörendsten, die ich bisher in einem Thriller gelesen habe. Wer empfindlich auf explizite Gewalt reagiert, sollte das im Hinterkopf behalten.
Zudem am Anfang des Buches ganz eindeutig eine Warnung auf Inhalte mit Triggergefahr verwiesen werden müsste, welche am Ende des Buches aufgelistet werden müssten.
Was mir am Ende leider gefehlt hat, war ein runderer Abschluss. Ich hätte gerne noch erfahren, wie es nach den Ereignissen für Victor weitergeht.
Der Schreibstil konnte mich leider auch nicht wirklich überzeugen. Im Wechsel zwischen heute und damals, im schnellen Wechsel von Gedankengang zu aktivem Gespräch, hat es mich oft verwirrt zurückgelassen.
Insgesamt ist Eisinsel für mich aber kein klassischer Thriller. Dafür nimmt die psychologische Entwicklung der Figur und die Auseinandersetzung mit Tod, Einsamkeit und menschlichen Abgründen zu viel Raum ein. Gerade diese Mischung macht das Buch interessant, auch wenn es für mich leider überhaupt nicht gestimmt hat.

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Leider ist das Buch eine 00-Nummer

00-Laschet von David Safier

Armin Laschet, der neue Bundespräsident. Der Mann, welcher nicht gerade als der Überflieger in der Politik gelt. Umso besser für ihn, dass er als BP ein ruhiges Leben haben wird. Im Schloss Bellevue, schön ne ruhige Nummer schieben und hier da mal politisch agieren. Doch so soll es nicht für ihn sein.

Leider sollte es auch nicht das Buch sein, wie es man sich wünscht. David Safier hat mit Mieses Karma vor weit über 10 Jahren ein tolles Debüt hingelegt. Heute mit immens hohen Bewertungen und sehr vielen Lesern auf unterschiedlichsten Seiten, hat er gezeigt was ihn ihm als Autor steckt.
Doch mit 00-Laschet hat er leider nicht an diesen Erfolg anschließen können. Die Witze sind flach und leider oftmals auch vorhersehbar. Wiederholungen in Denkweisen und in Wortwahlen wie „Onkel Laschi“, waren leider nicht sehr lesefördernd.
Der Geheimdienst um ihn herum ist wesentlich interessanter beschrieben als Herr Laschet in diesem Buch. Eine Maus als Haustier? Die absolute Unwissenheit über viele politischen Dingen und die ständige Wechsel in den Szenerien und Orten haben mir auch nicht gefallen.
Ich hätte es gerne gemocht und ich bin dankbar, dass man es mir zur Verfügung gestellt hat. Aber leider war es ein Flop. Ich behalte sein Mieses Karma sehr gerne in Erinnerung und auch eine Leserunde zu einem anderen Buch von ihm, wo er selbst moderiert bei war. Aber in Zukunft werden wir uns wohl nicht mehr auf meinem E-Reader begegnen.

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Danniela - Dani - Daisy - es hat leider nicht gefunkt

Picking Daisies on Sundays von Liana Cincotti

Daisy und Levi, Schulfreunde, beste Kumpels, gegenseitige Stützen. Was war es einfach und schön zwischen den beiden, als beide noch zur Schule gingen. Außer das da immer der Elefant im Raum stand, weil Daisy in ihn verliebt war. Dies kam dann beim Abschlussball ans Licht, als sie geschockt sah, wie er eine andere küsst und es ihm offenbart hat.

Vier Jahre später und ohne Kontakt treffen die beiden zufälligerweise aufeinander. Er der für seine Familie seine Karriere nach dieser ausrichtet, um den Ersatzvater zu machen. Sie die ihre Ziele hat und sie auch ins Ausland bringen könnte.
Sie dachte sie ist über ihn hinweg, doch sie irrt.
So trifft sie ihn bei einem Ausflug mit ihren beiden besten Freunden und er spannt sie kurzerhand in seine Probleme mit ein. Sie soll seine Fake-Freundin sein. Nicht lange, nur bis zu der Hochzeit seiner Schwester. Und wirklich nur Fake, denn seine berufliche Zukunft hängt da mit dran.
Und so schön die Idee ist und es interessant sein könnte, so ist es dies für mich nicht gewesen. Fast jedes „Date“ bwz. Aufeinandertreffen der beiden ähnelte mir zu sehr. Er macht ein Kompliment wie: „Für dich habe einen Laden ausgeraubt und den letzten Donut für dich gestohlen.“ – Sie innerlich: „yeah, er liebt mich.“ Er: „mach ich für all meine Schwestern“. Sie: fliegt innerlich aufs Gesicht. #Palmface# Und diese Szenen waren so oft. Ihre naive Art und das, obwohl sie selbst sagt, dass er der Typ Sunnyboy ist, der immer flirtet und offen ist. Und dann denkt sie immer, in dem Augenblick meint er es ernst?
Die Geschichte plätschert vor sich hin und findet keine Geschwindigkeit. Die Liebesgeschichte war für mich nicht greifbar. Ich habe mir mehr vorgestellt, aber das war wohl nichts.

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