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Rezensionen von Annabell95:

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Du hast die Wahl

Six Ways to Watch You Fall von Colin Hadler

Archer hält den mysteriösen Brief, den er in seinem Spind findet, zunächst für einen schlechten Scherz. Darin wird er aufgefordert, eine folgenschwere Entscheidung zu treffen, um den Tod eines Menschen zu verhindern. Als er die Warnung ignoriert, geschieht tatsächlich ein tödlicher Vorfall an seinem Internat.

Doch damit beginnt erst ein grausames Spiel: Ein unbekannter Gegner zwingt ihn immer wieder dazu, über das Schicksal anderer Menschen zu entscheiden. Während der Druck wächst, erkennt Archer, dass die Ereignisse eng mit seiner eigenen Vergangenheit verbunden sind. Um das Spiel zu beenden, muss er sich seinen tiefsten Schuldgefühlen und dunklen Geheimnissen stellen.

Die Story wird aus der Ich-Perspektive von Archer erzählt. Dadurch erlebt man alles unmittelbar mit. Seine Gedanken, Ängste und inneren Konflikte werden dabei unglaublich greifbar dargestellt. Mit jedem neuen mysteriösen Brief wächst die Anspannung, wenn er vor die nächste schwierige Entscheidungen gestellt wird. Seine Unsicherheit, Verzweiflung und das stetige Gefühlschaos werden authentisch transportiert. Man fühlt mit ihm mit. Gut gelungen sind die Rückblenden in die Vergangenheit, was zuvor in Mexiko passiert ist. Jedes neue Detail wirft weitere Fragen auf und sorgt dafür, dass man die Wahrheit unbedingt herausfinden möchte.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gleichzeitig sehr bildhaft. Die Szenen und Stimmungen wurden dadurch lebendig. Das Setting mit der ehemaligen Psychiatrie, die heute als Internat genutzt wird, sorgt für eine düstere, geheimnisvolle Atmosphäre und verleiht der Story nochmal einen besonderen Nervenkitzel.

Die Dynamik der Handlung mit dem Spannungsaufbau ist sehr gut gelungen. Es gibt Szenen die sehr temporeich sind, aber es folgen auch mal wieder Abschnitte, in denen man Durchatmen kann. Die Cliffhänger an manchen Kapitelenden sorgen dafür, dass man unbedingt weiterlesen möchte. Durch die neuen Enthüllungen wurde man selbst zum Miträtseln gebracht. Unerwartete Wendungen sorgen immer wieder für Überraschungen und halten die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

Alle Protagonisten wurden gut ausgearbeitet und sie wirken sehr authentisch. Sie sind charakterlich auch sehr vielfältig und verleihen der Story eine zusätzliche emotionale Tiefe.

Mein Fazit:
Ein packender Young-Adult-Thriller, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat und den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mit der Spannung und der emotionalen Tiefe ist er rundum gelungen, sodass ich dafür eine klare Leseempfehlung vergebe.

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Du hast die Wahl
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Alte Schuld

Blut für Blut von Anna Schneider

Nach einer belastenden Beziehung nimmt die Fotografin Sophie einen Auftrag bei einer reichen Familie an. Doch plötzlich fühlt sie sich beobachtet und bedroht. Als sie auf einem ihrer Fotos ein Gesicht aus ihrer Vergangenheit entdeckt, wird sie mit dem ungeklärten Mord an ihrem Vater konfrontiert. Die Ereignisse von vor zwanzig Jahren holen sie ein und bringen lange verborgene Geheimnisse ans Licht.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven auf zweit Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart begleitet man Sophie in ihrem Leben und bei ihren Fotografie-Jobs. Auf der anderen Zeitebene blickt man zurück in ihre Vergangenheit von vor 20 Jahren und es wird einem Stück für Stück enthüllt, welche Ereignisse bis heute ihre Schatten werfen. Ergänzt wird das Ganze durch kurze, kursiv gesetzte Einschübe aus der Perspektive einer unbekannten Person, die Sophie beobachtet. Dadurch entsteht eine gewisse Dynamik und sorgt für Neugierde und Spannung.

Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen und ist bildhaft. Durch die bildhaften Beschreibungen wirkt die Atmosphäre und die Schauplätze recht lebendig und man kann es sich gut vorstellen.

Der Spannungsbogen selbst konnte leider nicht so überzeugen. Über weite Strecken passiert relativ wenig und die wirkliche Spannung kommt erst nach der Hälfte des Buches in Schwung, wobei das Tempo auch wieder sehr schnell wieder weg war. Dazwischen gab es einige Längen und Wiederholungen, die die Spannung gebremst haben. Vieles in der Handlung, wie Wenungen, wirkt zu konstruiert und verliert an Plausibilität. Die Auflösung ist zwar logisch, kommt aber zu abrupt. Das Ende wirkt dadurch fast so, als wenn eine bestimmte Seitenanzahl erreicht war und die restlichen Puzzleteile noch ganz schnell zusammengesetzt werden mussten.

Die Hauptprotagonistin Sophie wurde sehr naiv gezeichnet. Sie trifft mehrfach Entscheidungen, die sehr irrational war. Dadurch konnte ich nicht so ganz mit ihr mitfiebern, sondern habe auch mal hin und wieder den Kopf über sie geschüttelt. Die Nebencharaktere blieben recht blass und einige von ihnen wirkten eher wie Mittel zum Zweck, um falsche Fährten zu lesen und die Lesenden in die Irre zu führen. Das sorgt zwar dafür, dass man lange nicht weiß, wohin die Geschichte führen wird, gleichzeitig geht dadurch aber etwas Tiefe bei den Charakteren verloren.

Mein Fazit:
Es ist ein guter Spannungsroman mit einer düsteren Atmosphäre und einer spannenden Idee. Die zahlreichen Längen, die teilweise fragwürdigen Entscheidungen der Protagonistin und das überhastete, sehr konstruiert wirkende Finale konnten mich allerdings nicht vollständig überzeugen. Trotzdem gebe ich gerne eine Leseempfehlung dafür.

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Alte Schuld
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Solider Thriller

Was sie nicht weiß von Shari Lapena

Bryden und Sam führen scheinbar ein perfektes Leben. Sie sind glücklich verheiratet, beruflich erfolgreich und genießen ihr Familienleben mit ihrer kleinen Tochter Clara. Doch das scheinbar perfekte Leben wird erschüttert, als Bryden eines Tages spurlos verschwindet. Sam erhält einen Anruf aus der Kita, dass Clara noch nicht abgeholt worden ist.

Er holt sie ab und zu Hause findet er Brydens Auto sowie ihre persönlichen Gegenstände vor. Keine Hinweise für einen Aufbruch. Alles wirkt normal, aber Bryden ist wie vom Erdboden verschluckt. Für Sam beginnt eine beunruhigende Suche nach der Wahrheit hinter ihrem plötzlichen Verschwinden.

Erzählt wird die Handlung aus verschiedenen Perspektiven, was grundsätzlich für etwas Dynamik sorgt und Einblicke in die Gedanken mehrerer Figuren ermöglicht. Jedoch entwickelt sich in der Handlung kaum Tempo, sodass es mehr oder weniger vor sich hinplätschert. Hinzu kommt, dass sich einige Szenen bzw. Gedanken mal wiederholen, wodurch Längen entstehen. Man hatte das Gefühl es bleibt auf der Stelle, aber kommt nicht wirklich voran. Der Schreibstil war recht angenehm zu lesen, aber trug auch nicht so wirklich zur Spannung bei.

Es tauchen eine Vielzahl an Charakteren in dieser Story auf, die alle ihre eigenen Geheimnisse mit sich herumtragen. So gut wie jeder scheint etwas zu verbergen, wodurch man im Grunde jeden verdächtigt. Trotz dieser vielen Verdächtigen und den miteinander verwobenen Geheimnisse kam jedoch kaum Miträtseln auf. Dieses typische Hin und Her bei den Verdächtigungen bei einem typischen Thriller blieb irgendwie aus.

Obwohl viele der Figuren ihre eigenen Geheimnisse haben, blieben sie dennoch relativ blass. Sie wirkten eher Mittel zum Zweck, um falsche Fährten zu lesen und weitere Verdächtigungen in den Raum zu werfen. Aber sie bekamen nicht wirklich die nötige Tiefe, sodass man eine Verbindung zu ihnen hätte aufbauen können um mitzufühlen.

Ein bisschen unbefriedigend war, dass ein Handlungsstrang nicht wirklich zu Ende erzählt worden ist. Es wirkte eher konstruiert, um zusätzliche Verdächtigungen zu erzeugen, aber ohne einen wirklichen Abschluss zu erhalten.

Mein Fazit:
Viele Verdächtige, viele Geheimnisse und eigentlich scheint jeder etwas zu verbergen. Trotzdem wollte bei mir kaum echte Spannung aufkommen. Die Handlung zieht sich stellenweise, einige Figuren bleiben blass und ein Handlungsstrang wirkt am Ende nicht ganz zu Ende gedacht. Gut lesbar, aber insgesamt fehlte mir das gewisse Etwas.

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Solider Thriller
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Mysteriöser Tod

Septembermord von Chris Chibnall

Im beschaulichen Dorf Fleetcombe wird die Ruhe abrupt zerstört, als der Betreiber des Pubs „White Hart“ ermordet aufgefunden wird. Die Leiche wurde auf erschreckende Weise zur Schau gestellt. Für Detective Nicola Bridge, die nach langer Zeit in ihre Heimat zurückkehrt, ist dieser Fall eine große Herausforderung.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Harry Ward beginnt sie zu ermitteln. Doch je tiefer sie in den Fall eintauchen, desto mehr Geheimnisse kommen ans Licht. Die Dorfbewohner halten sich bedeckt, Aussagen widersprechen sich, und hinter der idyllischen Fassade verbergen sich zahlreiche Lügen.

"Septembermord" ist der Auftakt in eine neue Serie mit dem Ermittlerduo Bridge & Ward.

Der Einstieg in die Story hat mir ganz gut gefallen. Der rätselhafte Mordfall und das kleine Dorf Fleetcombe haben mich direkt in die Geschichte gezogen und dafür gesorgt, dass ich unbedingt wissen wollte, was hinter allem steckt. Doch nach dem gelungegen Einstieg verlor die Handlung an Tempo. Trotz vieler verdächtigen Personen und immer neuen Hinweisen, kam die Ermittlungsarbeit nicht so wirklich voran und wurde zu langweilig. Es entstand das Gefühl, dass die Story über weite Strecken eher vor sich hinplätschert, anstatt die Spannung kontinuierlich zu steigern. Die Auflösung am Ende fand ich sehr vorhersehbar und es gab keinen Überraschungsmoment, wie man ihn meistens bei Krimis erwartet.

Das Ermittlerduo Nicola Bridge und Harry Ward konnte mich nicht vollständig erreichen. Beide sind grundsätzlich sympathisch, bleiben aber recht oberflächlich. Besonders schade fand ich, dass ich keine wirkliche emotionale Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Mit Nicolas Ehekrise wird zwar versucht, ihrer Figur mehr Tiefe zu verleihen, doch dieser Aspekt blieb für mich ebenfalls zu oberflächlich, um wirklich berühren oder interessieren zu können.

Der Schreibstil war gut zu lesen, aber hatte dennoch nichts Fesselndes an sich. Das Setting mit dem Dorf "Fleetcombe" konnte mich dafür überzeugen. Es wirkt düster, bedrückend und voller Geheimnisse. Die Dorfbewohner erscheinen verschlossen, jeder scheint etwas zu verbergen zu haben. Das hat zumindest für einen kleinen Teil an Spannung gesorgt.

Mein Fazit:
Ein Krimi mit einem atmosphärischen Dorfsetting, einem starken Beginn und einer geheimnisvollen Grundstimmung. Leider verliert die Geschichte im Verlauf deutlich an Spannung, die Figuren bleiben blass und die vorhersehbare Auflösung konnte mich nicht überzeugen. Es hatte durchaus Potenzial, was aber leider nicht ausreichend genutzt worden ist.

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Mysteriöser Tod
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Familiengeheimnisse

Eine zu viel von Samantha Hayes

Nach dem Tod ihres Vaters kommt eine Familie in einer abgelegenen Lodge in den schottischen Highlands zusammen, um gemeinsam zu trauern. Doch als ein verborgenes Geheimnis und ein brisantes Testament ans Licht zu kommen drohen, geraten Beziehungen ins Wanken und alte Konflikte brechen auf. Bald wird klar, dass die größte Gefahr innerhalb der Familie lauert.

Die Handlung wird aus den verschiedenen Perspektiven von den Figuren Connie, Kate, Darby, Bea und Theo im Wechsel erzählt. Grundsätzlich finde ich solche Erzählweisen gut, da unterschiedliche Blickwinkel für Spannung sorgen und man lange im Ungewissen bleibt. Allerdings konnte der Spannungsaufbau mich nicht überzeugen. Die vielen Geheimnisse der Figuren wären eigentlich die perfekte Grundlage für einen fesselnden Thriller gewesen. Hin und wieder werden zwar falsche Fährten eingestreut, doch die erhoffte Spannung wollte sich nicht einstellen.
Allgemein wirkte die Handlung sehr konstruiert. Es passiert unglaublich viel und immer mehr Tragödien werden aufgedeckt. Irgendwann war es einfach zu überladen. Weniger wäre hier mehr gewesen. Das Ende fand ich auch nicht rund. Es blieb sehr offen und frei für Interpretationen.

Jede der Figuren schien zwar ihre eigenen Geheimnisse zu haben und vor den anderen etwas zu Verbergen, aber trotz ihrer Geheimnisse blieben die Figuren sehr oberflächlich. Sie wirkten eher wie Mittel zum Zweck, um die Handlung voranzutreiben, statt wie echte Menschen mit nachvollziehbaren Motiven. Dadurch fiel es mir schwer, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Zudem wirkten die Dialoge recht plumb, sowie einige Handlungen der Figuren nur schwer nachvollziehbar.

Die Kulisse mit der abgelegenen Lodge in den schottischen Wäldern fand ich an sich gut. Es hätte durchaus Potenzial für eine beklemmende Atmosphäre. Stattdessen wurde das Potenzial verschenkt und es blieb lediglich nur die Kulisse, aber hat die Spannung nicht verstärkt.
Der Schreibstil lässt sich gut lesen, aber ist mehr oder weniger auch nur oberflächlich ohne wirklich in die Tiefe zu gehen.

Mein Fazit:
Ein Thriller mit einer interessanten Grundidee, einem vielversprechendem Setting und Figuren voller Geheimnisse. Leider bleiben sowohl die Charaktere als auch die Spannung hinter ihren Möglichkeiten zurück. Durch die oberflächliche Figurenzeichnung, wenig authentische Entwicklungen und eine stellenweise überladene Handlung konnte mich der Thriller leider nicht wirklich packen.

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Verzweifelte Suche

Totensee von Sophie Czerny

Die suspendierte Ermittlerin Ada Sabel sucht seit Monaten verzweifelt nach ihrer verschwundenen Tochter Mara. Als eine verstümmelte Leiche mit einer Botschaft an sie gefunden wird, glaubt Ada, endlich eine Spur zum Entführer zu haben. Doch ihre Suche führt sie nicht nur zur Wahrheit, sondern auch zu den dunklen Kapiteln ihrer eigenen Vergangenheit.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Dabei sind die Kapitel sehr kurz gehalten. Dadurch wird ein enormes Tempo erzeugt und es sorgt dafür, dass man ständig denkt: "nur noch ein Kapitel..." Gleichzeitig treiben zahlreiche überraschende Wendungen die Handlung voran und halten die Spannung durchgehend hoch. Die Rückblicke in die Vergangenheit fügen sich gut in die Story ein und enthüllen nach und nach weitere Puzzleteile. Allerdings sind die Perspektivwechsel zu abrupt und zu oft schnell hintereinander. Das reißt einen ein bisschen aus dem Lesefluss, weil man sich dann erst wieder neu einfinden muss.

Im Mittelpunkt steht Ada Sabel, die verzweifelt nach ihrer Tochter sucht. Ada ist eine interessante und greifbare Protagonistin. Ihre Verzweiflung und ihre Entschlossenheit machen sie authentisch, dennoch hatte ich manchmal Schwierigkeiten, ihre Handlungen nachzuvollziehen. Um ihre Ziele zu erreichen, greift sie häufig zu Gewalt und überschreitet Grenzen, was sie stellenweise eher unsympathisch machte. Trotzdem fühlt man irgendwie mit ihr mit.

Der Thriller hat eine düstere Atmosphäre nicht nur durch die Jahreszeit, sondern viel mehr durch das zentrale Thema. Hier wird der Missbrauch von Kindern in Kinderheimen thematisiert und ist erschreckend und verstörend dargestellt. Das wirkt besonders auf einen ein.

Mein Fazit:
Ein temporeicher Thriller mit kurzen Kapiteln, überraschenden Wendungen und einer beklemmenden Atmosphäre. Die häufigen Perspektivwechsel haben meinen Lesefluss zwar etwas gestört, dennoch konnte mich die Geschichte durch ihre Spannung und ihr erschütterndes Thema fesseln. Vergebe gerne eine klare Leseempfehlung.

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Verzweifelte Suche
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Solis Mission

Nobody's Quest von Alyssa Day

Das Königreich Altarra geht seit hundert Jahren dem Untergang entgegen. Die Kriegsgöttin Corvynne hat fast alle Länder erobert, und jede Prophezeiung verkündet ihren sicheren Sieg. In dieser aussichtslosen Lage fasst eine Magierin die Weissagungen anders auf als alle anderen und entscheidet, dass gerade eine unscheinbare junge Frau namens Soli, eine Waise und Dienerin der königlichen Bibliothek, die letzte Hoffnung sein könnte.

An ihrer Seite brechen fünf weitere Außenseiter auf. Gemeinsam sollen sie eine letzte, verzweifelte Mission erfüllen.

"Nobodys Quest" ist der Auftakt in die Nobody-Chronicles-Reihe.

Durch die Erzählweise aus der Ich-Perspektive von Soli begleitet man sie hautnah mit und erlebt ihre Gedanken und Gefühle. Soli ist eine Waise und stellt sich gern lieber in den Hintergrund, statt nach vorne zu preschen. Sie ist eine Dienerin in der königlichen Bibliothek. Diese Art macht sie zu einer spannenden Heldin, wo sie plötzlich das Königreich Altarra retten soll, obwohl sie sich das selbst kaum zutraut.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und oft bildhaft. Viele Szenen konnte ich mir lebhaft vorstellen, doch gerade bei einigen Fantasiewesen fehlte mir die visuelle Tiefe. Da fehlte mir ein wenig die Vorstellungskraft. Zwischen den Kapiteln tauchen immer wieder Auszüge aus Büchern und Schriften auf. Sie sollen die Welt erweitern, haben für mich aber eher den Lesefluss gebremst, weil ihr konkreter Nutzen nicht immer klar wurde.

Die Gruppe um Soli ist bunt zusammengewürfelt. Mit ihr ziehen ein Dieb ohne Ehre, ein Adliger ohne Vermögen, eine Zauberin ohne Magie, ein Soldat ohne Mut und ein schöner Prinz ohne Königreich. Sie alle haben unterschiedliche Persönlichkeiten und das lässt es dynamisch wirken. Jede Figur bekommt seine eigene Entwicklung über die Handlung hinweg, was zusätzlich zur Spannung beiträgt.

Einige Szenen sind echt gefährlich und grausam erzählt. Zwischendurch wird die Handlung aber auch mit ein wenig Humor aufgelockert. Die leichte Romanze in dieser Story ist schön, aber bleibt recht oberflächlich, da sie zu schnell entsteht und nicht die nötige Tiefe bekommt.

Mein Fazit:
Ein tolles Fantasyabenteuer mit einer stillen, starken Protagonistin, einer vielfältigen Gruppe und einer gelungenen Mischung aus Spannung und Humor. Angenehm für zwischendurch, aber konnte mich nicht komplett überzeugen, gebe aber trotzdem gerne eine Leseempfehlung.

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Solis Mission
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Suche nach Milo

Alles ihre Schuld von Andrea Mara

Marissa will ihren Sohn abends von einem Playdate abholen. Doch als sie an der genannten Adresse ankommt, läuft dort alles anders. Die Frau, die öffnet, kennt weder Milo noch die angebliche Gastgeberin. Von einem Playdate weiß sie nichts. Milo ist verschwunden, und für Marissa beginnt ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit.

Während die Suche immer dringlicher wird, breiten sich im scheinbar friedlichen Dubliner Vorort Gerüchte aus, und eine junge Frau gerät unter Verdacht. Hinter der Fassade des Alltags kommen dunkle Wahrheiten ans Licht, die lange verborgen waren.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Die Schilderung der Geschehnisse ist jeweils aus Sicht der jeweils handelnden Protagonisten. Das macht die Protgaonisten greifbar und gleichzeitig sorgt es dafür, dass man nie sicher ist, wem man glauben kann. Jeder verbirgt seine eigenen Geheimnisse und Schatten, dass man sich die Frage stellt: “wem kann man wirklich trauen?”.

Es ist sehr undurchsichtig. Von Anfang an lässt es sich nicht erahnen, was hinter Milos Verschwinden steckt und wie es zu dieser Tragödie kam. Durch unerwartete Wendungen und falschen Fährten baut man sich immer wieder neue Theorien, sodass es bis zum Schluss spannend bleibt. Man liest weiter, weil man unbedingt wissen will, was mit Milo passiert ist und welche Geheimnisse die Nachbarschaft verschweigt. Einzig der Mittelteil hat ein paar kleine Längen durch Wiederholungen bzw. Gedanken und Gespräche, die sich ähneln. Am Ende fügt sich alles zu einer schlüssigen, stimmigen Auflösung zusammen.

Die emotionale Ebene zu den einzelnen Protagonisten ist stark gemacht. Marissas Panik, als ihr Sohn verschwindet, ist greifbar und authentisch. Man fühlt mit ihr, spürt ihre Verzweiflung, ihre Angst und die Hoffnung.

Das Setting mit dem wohlhabenen Vorort von Dublin ist gut gewählt. Es wirkt nach außen alles makellos, doch hinter der Fassade brodeln Neid, Gerüchte und Geheimnisse.

Mein Fazit:
Atmosphärisch, emotional und clever konstruiert. Ein Thriller, der mit Perspektivwechseln, falschen Fährten und starken Figuren überzeugt. Er zeigt, wie brüchig perfekte Fassaden sein können. Ich vergebe gerne eine klare Leseempfehlung.

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Magischer Körpertausch

Queen of Faces – Die Königin der tausend Gesichter von Petra Lord

Anabelle Gage lebt in einer Welt, in der man sein Körper beliebig austauschen kann, sofern man genug Geld hat. Doch sie selbst steckt in einem kranken Jungenkörper fest, weil ihre Mutter nicht genügend Geld hat. Jetzt versucht sie alles um einen neuen Körper zu bekommen. Sie versucht an der Paragon Academy aufgenommen zu werden, doch scheitert leider an der Aufnahmeprüfung.

Aus Verzweiflung versucht sie, einen besseren Körper zu stehlen – wird aber vom Direktor Carriwitch erwischt. Er zwingt sie, als Spionin gegen die Rebellen um Khaiovhe zu arbeiten. Dabei gerät sie in einen Konflikt, der weit über ihr eigenes Leben hinausreicht.

Die Handlung wird überwiegend abwechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden Hauptprotagonisten Ana und Nell erzählt. Der Einstieg ist sehr spannend und fesselnd, sodass man wissen möchte, wo die Reise hingehen wird. Jedoch verliert die Handlung im Mittelteil an Tempo. Einige Passagen ziehen sich sher in die Länge.

Der flüssige Schreibstil macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen, und die bildhaften Beschreibungen verleihen der Welt eine Klarheit, die selten so mühelos gelingt. Die kreative Grundidee des Körpertausches ist nicht nur spannend, sondern wird intelligent in das Magiesystem und die politischen Strukturen eingefügt. Durch weitere gesellschaftliche Themen wie soziale Ungerechtigkeit, Machtmissbrauch und Korruption wird der Story noch zusätzliche Tiefe verliehen.

Die beiden Hauptprotagonisten haben zwei komplett unterschiedliche Lebensrealitäten. Ana ist sehr willensstark, authentisch und kämpferisch. Ihr sterbender Körper ist nicht nur ein physischer Konflikt, sondern ein emotionaler und ihr Wunsch, an die Paragon Academy zu gelangen um einen neuen Körper zu bekommen, treibt jede ihrer Entscheidungen voran.
Nell dagegen wirkt zunächst abweisend, fast unsympathisch. Doch je mehr man über ihre Vergangenheit erfährt, desto klarer wird, warum sie ist, wie sie ist. Nach und nach zeigt sich ihre Verletzlichkeit.

Mein Fazit:
Eine kreative Fantasy-Story, aber leider mit ein paar Schwächen in der Spannung. Leider zogen sich einige Passagen in die Länge, die gerne auch kürzer hätten sein können. Trotzdem sehr interessant, wofür ich gerne eine Leseempfehlung gebe.

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Guter Plot

Kaltes Versprechen von Katharina Peters

Die Kriminalpsychologin Hannah Jakob wird tot aufgefunden, doch Kommissarin Rebekka Just merkt schnell, dass der angebliche Unfall nicht stimmt. Kaum hat sie ihren neuen Job bei der Hamburger Mordkommission begonnen, stößt sie mit ihren Nachforschungen auf Widerstand. Sie bekommt Unterstützung ausgerechnet von Krølle, der außerhalb der Gesetze agiert.

Gemeinsam decken sie ein Geflecht aus Täuschungen und eine Wahrheit auf, für die jemand bereit ist, wieder zu töten.

"Kaltes Versprechen" ist der Auftakt in eine neue Reihe mit der Kommissarin Rebekka Just und Krølle.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, was grundsätzlich für Spannung sorgt. Jedoch plätschert die Handlung hier sehr lange vor sich hin, bevor mal Tempo in das Geschehen kommt. Die Dynamik geht durch einige Wiederholungen verloren. Es wird an manchen Stellen nochmal zusammengefasst, was man kurz zuvor bereits schon gelesen hat. Dadurch geht der Flow etwas verloren. Wünschenswert wären ein paar mehr falsche Fährten und unerwartete Wendungen.

Der Schreibstil ist einfach gehalten und dadurch flüssig zu lesen.

Die Hauptprotagonistin Rebekka blieb noch ein wenig blass. Es kam zwar immer wieder die Sprache auf ihre Vergangenheit und was ihr widerfahren ist, aber es hat ihr keine besonderen Charakterzüge gegeben. Krølle hingegen ist etwas speziell und auch brutal in seinen Vorgehensweisen. Diese Andersartigkeit bzw. dieser Gegensatz zu Rebekka macht aber den besonderen Reiz aus. Ihre Zusammenarbeit ist geprägt von Misstrauen und Reibungen, die zusätzlich für Spannung sorgen.
Durch die große Anzahl an Nebencharakteren entsteht schnell Verwirrung und man kommt durcheinander, wo und wie man sie einzuordnen hat.

Mein Fazit:
Auf dem Cover steht "Thriller", aber es war eher ein Krimi mit einem guten Plot, der aber durchaus ein wenig mehr Spannung vertragen hätte. Es waren zu wenig unerwartete Twists und Nervenkitzel für einen richtig guten Thriller. Ob ich die Reihe weiterverfolgen werde, kann ich noch nicht sagen, aber das Buch hat trotzdem eine gute Leseempfehlung verdient.

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Guter Plot