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Rezensionen von fantasia:

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Kein „Klassiker für die Ewigkeit“

Dirty Money von Amran Gowani


„Dirty money“ ist der Debütroman von Amran Gowani. Der Plot klingt durchaus interessant, zumal der Autor selbst Analyst an der Wall Street war und damit Einblicke in diese Welt mitbringt, über die er schreibt. Auf dem Cover wird er auch als Verfasser eines kultigen Comedy-Newsletters vorgestellt.

Vielleicht hat der Autor versucht Comedy mit Thriller zu vermischen. Dass ein etwas schnoddriger Schreibstil dazu beitragen kann, eine bestimmte Leserschaft zu gewinnen, die sich evtl. für die zugrundeliegende Thematik interessiert, kann ich nachvollziehen. Aber das ist dann definitiv zu viel des Guten sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Begriffe wie „bitches, masturbieren, Pornohubs..“ begegnen einem gefühlt auf Schritt und Tritt. Formulierungen wie z.B. S.104 „ ..pochte mein Glied wie das eines Dreizehnjährigen, der zum ersten Mal eine echte Titte sah…“um einiges zu nennen sind fast an der Tagesordnung - hinzu eine Fäkalsprache, die nervt („…fand ich sie auf die …hassenswert-fickbarste Weise attraktiv“, S.35).
„Ein Klassiker für die Ewigkeit“- so die Werbung auf dem Cover - hat für mich andere Qualitäten.

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Kein „Klassiker für die Ewigkeit“
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Landleute von Daniel Mason

Hat mich nicht gepackt

Das Cover des Romans „Landleute" lädt dazu ein, den Roman in die Hand zu nehmen. Man möchte wissen, was es mit den ovalen Ringen und dem sich darin bewegenden Hund auf sich hat und welche Bedeutung diese Gestaltung für die Handlung haben könnte.
Dem eigentlichen Roman sind verschiedene Textauszüge, Zitate und ein Schwarz-Weiß-Bild vorangestellt.

Zusammen mit dem zunächst etwas sperrigen Sprachstil macht dies den Einstieg nicht gerade leicht. Die auktoriale Erzählperspektive erschwert den Zugang zu den Figuren, da man ihnen emotional nur bedingt nahekommt.
In Vermont will die Familie ein Jahr auf dem Land leben, bedingt durch den beruflichen Erfolg der weiblichen Protagonistin Kate, deren Ehemann Miles seit Jahren vergeblich versucht eine Dissertation zu Ende zu bringen. Das soll nun hier gelingen, aber Miles entwickelt stattdessen neue Hobbys wie z.B. wandern, Skifahren mit der Sense mähen.
Bisweilen wird das auf den 345 Seiten sehr langatmig dargelegt. Mich hat es nicht überzeugt. Mir fehlte zunehmend die Spannung, die mich dazu gebracht hätte, interessiert weiterlesen zu wollen.

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Erinnerungen, die bleiben

Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank


Die Protagonistin Dora Jansen kehrt in ihr Heimatdorf zurück, um dort in einem Alters-/Pflegeheim ihre letzten Lebensjahre zu verbringen. Als sie entdeckt, dass mit Stolpersteinen an die Familie ihrer jüdischen Freundin Fanny, aber nicht an diese, erinnert wird, macht sie sich auf die Suche nach dem Warum.

„ …flüchtige Bilder, aus denen einige seltsam scharf und wie hinterleuchtet herausstachen“ (S.80) erscheinen vor ihrem inneren Auge: Szenen in der Schule, beim Spielen, die geliebten Birnen von einem Baum aus der Nachbarschaft… Mit einer jungen Frau erfährt sie nach und nach, was geschehen ist. Fanny hat als einzige in der Familie überlebt.
Dora ist von Schuldgefühlen geplagt, weil sie sich in der Hitlerjugend wohl gefühlt hatte – nach Kriegsende hatte sie sich gefühlt, „als wäre sie etwa auf einen Heiratsschwindler hereingefallen“ (S.253)- welch seltsamer Vergleich. Überhaupt findet sie nur sehr langsam dazu der jungen Frau zu erzählen, in welcher Beziehung sie zu Fanny stand. Ganz anders dagegen der alte Schomer, dessen Familie in den schrecklichen Zeiten Mut zeigte.
Bewegt hat mich vor allem der letzte Satz des Romans: „Warum weiß man immer erst hinterher, dass man jemanden zum letzten Mal gesehen hat.“

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Erinnerungen, die bleiben
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Verbunden in schwierigen Zeiten

Wellenlänge von Wolfgang Böhm

Der Roman „Wellenlänge“ schildert die Entwicklung von Felix, die eng mit der von Eva verknüpft ist. Der Handlungsbogen reicht von Aachen nach New York bzw. Berlin-Luxemburg-New York. Das Geschehen spielt in den Jahren 1938 bis 1962.Der Schwerpunkt der Handlung liegt auf der Zeit des Nationalsozialismus bis 1948.

Der Titel des Romans ist treffend gewählt: Zum einen sind die Protagonisten durch das Radio und die Funkwellen miteinander verbunden, zum anderen verstehen sie sich bei ihren Begegnungen sehr gut – sie liegen sozusagen auf derselben Wellenlänge.
Die Handlung liest sich flüssig und interessant. Als Leser taucht man schnell in das Geschehen ein, das sich rund um den Radiosender Luxemburg entwickelt. Diese Einbindung des Senders ist eine interessante Idee und verleiht der Geschichte einen besonderen Rahmen.
Einige wenige Redewendungen waren mir nicht geläufig; sie stammen wohl eher aus dem österreichischen Sprachgebrauch.

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Verbunden in schwierigen Zeiten
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Wenn der Krieg mit nach Hause kommt

Buckeye von Patrick Ryan


„Buckeye“, der Roman von Patrick Ryan, ist ein umfangreiches Werk, das sich über mehrere Generationen in den USA hinwegzieht. Im Mittelpunkt stehen die Familien von Becky und Cal sowie Margaret und Felix. Dabei entfaltet sich die Geschichte vor allem aus den Perspektiven von Cal und Margaret, durch deren Wahrnehmung die familiären Beziehungen und Konflikte für die Leser erfahrbar werden.

Der Leser sollte Freude an Romanen haben, die sich über Generationen hinwegziehen. Mir war das bisweilen zu viel und ich hatte Mühe, mich in die Figuren dieses Romans hineinzufinden.
Interessanter fand ich die amerikanische Geschichte rund um die zwei Weltkriege und den Vietnamkrieg. Beides verknüpft der Autor recht geschickt, das Leben der Figuren wird durch die historischen Geschehnisse beeinflusst und fremd bestimmt. So erlebt der Leser die Geschehnisse aus deren Perspektive, die Kriege zeigen sich auch daheim, nicht nur auf dem Schlachtfeld. „Ich bin zurückgekommen, und wir bekamen drei Kinder. Nur den Krieg konnte ich nicht abschütteln. Ich war ein miserabler Ehemann, ein miserabler Vater. Sie haben mich ertragen.“ (S.486) - so Everett zu Becky.

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Wenn der Krieg mit nach Hause kommt
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Eine Reise durch die Natur

Der kleine Alexander von Humboldt. Eine Reise durch die Wälder dieser Erde von Verena Linde



Das Buch von Verena Linde über die Wälder dieser Erde gefällt mir sehr gut. Theo und Pria haben einige Fragen rund um das Thema Bäume - wie z.B. warum diese Blätter brauchen oder warum Blätter abfallen. Die Idee, all ihre Fragen durch den zehnjährigen Alexander von Humboldt beantworten zu lassen, ist gelungen, da so die kleinen Leserinnen und Leser auch etwas über diesen berühmten Naturforscher erfahren können.

Und der wie sie als Kind gerne draußen umherstreifte, um die Natur zu erkunden.
Das ist etwas fantastisch, da während der Reise die Zeit stillsteht, aber so müssen sich die Eltern keine Sorgen machen. Mischwälder, Nadelwälder und der Regenwald warten auf Theo und Pria - mit all den Lebewesen, die darin wohnen, aber auch mit den Problemen, die das Abholzen des Regenwaldes mit sich bringt.
Schön bebildert hat man Lust diese Welt der Wälder zu entdecken und die Tiere auf den Seiten zu suchen – und es gibt eine Fortsetzung: Mit dem kleinen Alexander kann man dann die Meere dieser Erde entdecken. Schön!

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Weiterleben von Patrick Charnley

Die leisen und bedeutsamen Seiten des Lebens

„Weiter leben“ ist das Erstlingswerk eines Autors, der nach einem Herzstillstand mit dem Schreiben anfing.
Jago - die Hauptfigur des Romans - hat ein ähnliches Schicksal. Sie war 40 Minuten klinisch tot und muss sich langsam wieder im Leben zurechtfinden.

Dieser Prozess vollzieht sich langsam und mit großer Ruhe: Er nimmt den Leser so behutsam mit, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Sprache und Inhalt greifen ineinander und ergänzen sich. Als Beispiel sei nur genannt, S.182: „Ich koche nicht mehr nach Gefühl. Ich brauche mein System. Rezepte und Küchenwecker. Ich kann immer nur eine Sache auf einmal machen, und wenn der Anrichte zu viel steht, sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht.“
Das Leben dreht sich um die kleinen, alltäglichen Dinge wie Essen zubereiten, die Tiere versorgen, sich um die Gemüsebeete kümmern, Schach spielen, vor dem Kaminfeuer sitzen, einander zuhören - für einander da sein.
Dass diese Idylle im weiteren Verlauf gestört werden muss, gehört fast zwangsläufig zur Konzeption eines Romans. Die Schurkerei fand ich etwas aufgesetzt. Letztlich fällt das jedoch kaum ins Gewicht, denn die eigentliche Stärke des Romans liegt in der ruhigen und feinfühligen Beschreibung des Lebens und des langsamen Zurückfindens in den Alltag. Das wunderschön gestaltete Cover zeigt ein Cottage vor dem Hintergrund des tiefblauen Meres und Wolken am Horizont. Leuchtende Farben, die zu diesem Inhalt des Romans passen: ein durchweg positiver, ruhiger Roman, der ganz im Zeichen des Mottos „Alles zu seiner Zeit“ steht.

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Personenfülle, die den Überblick erschwert

Ein ganz normales Wunder von Woody Brown



Der Roman von Woody Brown „Ein ganz normales Wunder“ hat mich nicht wirklich überzeugt. Auf dem Cover wird er als „Ein Debüt der Extraklasse“ (New York Times) gelobt. Klar, der Autor ist „erster nicht-sprechender autistischer Absolvent der University of California.“ Das ist mehr als lobenswert.

Chapeau!
Dennoch finde ich, muss man auch kritisieren dürfen.
Mich hat diese Darlegung der Personen, die in der Tagesstätte Upward Bound arbeiten oder dort untergebracht sind, nicht überzeugt. Es war für mich eine einzige Aneinanderreihung. Das Verbindende war zwar die Tagesstätte, aber das war´s denn auch. Viele Personen und ihre Alltagsgeschichten werden dargestellt, irgendwann verliert man den Überblick (weil es auch nicht wirklich den Leser packt). Den roten Faden habe ich vermisst- und den hätte man doch gut mit der Ich-Figur ziehen können.

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Personenfülle, die den Überblick erschwert
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Geschichte wird lebendig

Querfeldein von Alex Capus

Alex Capus´ Roman „Querfeldein “ packt den Leser mit dem ersten Satz oder Einstieg, wie z.B. bei „Léon und Louise“ die Beerdigungsszene mit der Fahrradklingel. Hier geht es nun um Arnold, der in einem Schweizer Dorf kurz vor der Grenze nach Deutschland einen Gasthof („zur Moskau“) eröffnet und damit die eigenartigsten Menschen auf der Durchreise kennenlernt.

Interessant finde ich, dass der Roman auf einer wahren Geschichte basiert.
Der Protagonist ist Vater einiger Kinder, die ihm etliche Überraschungen ins Haus bringen: So Clara den Schmuggler Hermann. Das wird dann spannend und gefährlich, als er kommunistisches Propagandamaterial im Rucksack hat. Und dann kommt es, wie es kommen musste… er wird von Nazis geschnappt und über die Grenze nach Deutschland verschleppt. Die Reaktion des Dorfes und seiner Freunde zeugt von Zusammenhalt und Menschlichkeit. Da hat mir gut gefallen.

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Nicht Fisch, nicht Fleisch

Die Auster von Yael Inokai


Der Roman „Die Auster“ der Schweizer Autorin Yarl Inokai ist eigenwillig anders: als Krimi angelegt - Ausgangspunkt ist der Mord an Dr. Bronstett, dem Geschäftsführer eines Luxuskaufhauses - erfährt man letztendlich mehr über die Schicksalsschläge und Befindlichkeiten der 73-jährigen Putzfrau Leonora, die den Ermordeten gefunden hat, für den sie laut Testament die Beerdigung organisieren soll und irgendwie überlegt, wer wohl das getan haben könnte.

Mit dieser doppelt angelegten „Handlung“ wird die Autorin meines Erachtens keinem Aspekt wirklich gerecht.
Die Handlung zieht sich, die Seelenanalyse der Hauptfigur Leonora ist zudem wenig gewinnbringend. Andere Figuren und Geschichten fließen ein, die wenig miteinander zu tun haben und nicht zu Ende gedacht werden
Am besten hat mir das Cover gefallen, witzig und interessant fand ich den Beginn des Romans - eine Putzfrau, die den Tatort reinigt. Dieses Interesse hat sich aber meinerseits schnell gelegt. Ich fand´s langatmig und wenig gewinnbringend.

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