Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Shilo:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Zwischen Glaube und Aberglaube

Mord auf der Klosterinsel von Heidrun Hurst

Da ich schon mehrere Bücher von Heidrun Hurst mit Begeisterung gelesen habe, war ich besonders gespannt auf ihren ersten historischen Kriminalroman. Und auch diesmal konnte sie mich begeistern.
Die Geschichte spielt auf der Klosterinsel Reichenau zur Zeit der Karolinger. Mehrere Menschen kommen dort auf grausame Weise ums Leben, und schnell machen Gerüchte über einen Werwolf die Runde.

Besonders dieser Aberglaube, der damals fest im Denken der Menschen verankert war, wird von der Autorin sehr anschaulich beschrieben. Abt Walahfrid Strabo versucht, den Verstand über die Angst zu stellen und den wahren Täter zu finden – unterstützt von seiner Nichte Lindberga, die mit Mut und Klugheit handelt.
Ich fand es spannend zu lesen, wie sich die beiden in einem Netz aus Misstrauen, Machtinteressen und religiösem Fanatismus bewegen. Gleichzeitig zeigt das Buch sehr eindrucksvoll, wie schwer es war, in einer Zeit voller Zwänge und Hierarchien nach Gerechtigkeit zu suchen. Die Mischung aus historischem Hintergrund und Krimielementen ist der Autorin wirklich gut gelungen.
Besonders überzeugend ist, wie genau die politischen und kirchlichen Strukturen der Karolingerzeit eingefangen sind. Die Geschichte wirkt durchweg fundiert und sorgfältig recherchiert, ohne dass der historische Rahmen zu sehr in den Vordergrund rückt. Alles fügt sich stimmig in die Handlung ein und bleibt spannend bis zum Schluss.
Beim Lesen habe ich oft darüber nachgedacht, wie stark Angst und Glaube das Handeln der Menschen beeinflussen – damals wie heute. Diese Parallelen geben dem Buch Tiefe, ohne dass es belehrend wirkt.
Heidrun Hurst hat hier keinen lauten, bluttriefenden Krimi geschrieben, sondern eine kluge, fein gezeichnete Geschichte, die mit leisen Tönen wirkt. Sie bleibt ihrer Linie treu: historische Genauigkeit, spürbare Menschlichkeit und ein erzählerischer Stil, der mich immer wieder fesselt. Für mich ein starkes, stimmiges Buch, das lange nachwirkt. 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Zwischen Glaube und Aberglaube
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Die Wahrheit hinter der Legende

Wilde Wanda von Clemens Marschall

Selten hat mich ein Buch so widersprüchlich berührt. Es war kein einfaches Lesen, eher ein langsames Eintauchen in ein Leben, das sich kaum fassen lässt. Die Geschichte der Wilden Wanda (1947-2004) hat mich nicht kaltgelassen – zu heftig, zu ehrlich, zu nah an einer Realität, die man sonst lieber verdrängt.

Clemens Marschall erzählt mit großem Respekt und einer Sprache, die nie sensationslüstern wirkt. Er zeigt Wanda nicht als Mythos, sondern als Mensch, der viel zu früh gelernt hat, sich mit Härte zu schützen. Man spürt, wie viel Recherche in diesem Buch steckt, und doch liest es sich fließend. Besonders beeindruckt hat mich, wie sehr er die Atmosphäre des alten Wien einfängt – dieses raue, dunkle, manchmal fast magische Milieu zwischen Überleben und Untergang.
Ich habe beim Lesen oft kurz innegehalten, weil ich verstehen wollte, wie jemand so leben konnte – zwischen Stärke und Selbstzerstörung, Macht und Schmerz. Wanda bleibt schwer greifbar, und genau das macht die Geschichte so echt. Sie ist keine Heldin, keine Opferfigur, sondern jemand, der seinen eigenen Weg gegangen ist. Egal, wie sehr sie von außen verurteilt wurde.
Mich begleitete beim Lesen ein leises Staunen über ihr Leben. Über all das, was sie ertragen, entschieden und verloren hat. Ein Leben voller Brüche, und doch mit einer eigentümlichen Konsequenz.
Besonders eindrucksvoll ist, wie stark das Wien dieser Zeit spürbar wird. Dieses widersprüchliche Umfeld, in dem Wanda sich behaupten musste, ist fast eine eigene Figur in diesem Buch. Und gerade das macht den Reiz aus. Man sieht nicht nur Wanda, sondern auch das Milieu, das sie geprägt – und das sie selbst geprägt hat.
Am Ende bleibt weniger das Bild einer Unterweltgröße als das einer Frau, die nie wirklich ankommen durfte. Eine, die immer kämpfte – gegen andere, gegen sich selbst, gegen das Leben. Dieses Buch hat mir das Gefühl gegeben, sie wirklich kennenzulernen, ohne sie zu romantisieren, zu kritisieren oder zu verurteilen.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Die Wahrheit hinter der Legende
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Ein leiser Nervenkitzel mit großer Wirkung

Das unheimliche Herrenhaus von Lynn Messina

Ich habe das Buch mit wachsendem Interesse und leiser Neugier gelesen, denn schon früh spürte ich, dass hinter der glänzenden Fassade etwas Dunkles lauert. Die Geschichte beginnt damit, dass Beatrice Hyde-Clare glaubt, ihr Leben als Duchess of Kesgrave habe sich endlich gefügt – Hochzeit, Titel, Residenz.

Doch statt Ruhe und Sicherheit findet sie Labyrinthe, geheime Räume, seltsame Blicke der Bediensteten und vor allem den Butler Mr. Marlow, dessen Abneigung kaum zu übersehen ist.
Der Fall im Nachbarhaus – der schreckliche Tod des französischen Kochs – zieht sie heraus aus dem Alltag, hinein in Ermittlungen und Fragen, die sich sonst niemand stellt. Beatrice ringt mit Unsicherheit, mit dem Gefühl, nicht dazuzugehören, mit der Angst, man könnte sie belächeln – und gleichzeitig mit dem Drang, Licht ins Dunkel zu bringen.
Was ich besonders mochte, war, wie das Buch Spannung aufbaut, ohne Blut oder Schockeffekte. Stattdessen sind es die leisen Geräusche, Schatten, ein Blick, ein Vorfall im Dunkeln, die mich öfter zusammenzucken ließen. Auch Beatrices innere Stimme zu verfolgen war spannend – wie sie sich selbst hinterfragt, wie sie zwischen Pflicht und Furcht schwankt.
Die Charaktere sind fein gezeichnet: Beatrice, verletzlich und zugleich mutig; Mr. Marlow, unangenehm präsent; der Duke, bemüht, aber gefangen in seinen eigenen Geschäften; und das Herrenhaus selbst – fast wie ein eigener Charakter, mit langen Gängen, dunklen Ecken und Türen, die man nicht sofort öffnen will.
Einige Wendungen haben mich überrascht, andere Hinweise waren geschickt versteckt, sodass ich oft kurz innehielt, um zurückzublicken, ob ich etwas übersehen hatte. Diese Momente, in denen ich hoffte, dass etwas nur Einbildung sei, mochte ich besonders.
Insgesamt hat mich das Buch innerlich oft mitgenommen. Ich spürte Spannung, manchmal Unbehagen, aber auch Sympathie für Beatrice – und eine leise Bewunderung dafür, wie sie sich nicht davon abhalten lässt, nach Wahrheit zu suchen. Der Stil liest sich angenehm flüssig, das Setting ist stilvoll und detailreich, ohne überladen zu wirken.
Mein Fazit: Dieses Buch hat mich mit seiner dichten Atmosphäre gepackt und bis zur letzten Seite nicht losgelassen. Es ist kein lauter Krimi, sondern einer, der leise unter die Haut geht – mit Schatten, Zweifeln und einer Heldin, die man einfach mögen muss. Für mich ein Fünf-Sterne-Erlebnis, das nachklingt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Ein leiser Nervenkitzel mit großer Wirkung
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Wo das Herz seinen Platz findet

Sternschnuppen über Windy Point von Annette Weber

Schon nach den ersten Kapiteln hatte ich klare Bilder im Kopf: die Weite Kanadas, die Natur, die Pferde. Alles ist so beschrieben, dass man sofort mitten im Geschehen ist. Die Geschichte hat ein ruhiges Tempo, das mir sehr gefallen hat, und die Autorin bringt das Land und die Atmosphäre glaubwürdig rüber – ohne zu übertreiben.

Marlene war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist nicht perfekt, sondern eine Frau, die gerade einiges verloren hat und sich langsam wieder ins Leben zurücktastet. Ihre Entscheidung, auf Coles Ranch zu leben, wirkt anfangs wie ein Rettungsanker – und genau das macht sie so menschlich. Cole selbst bleibt zunächst ein wenig undurchsichtig, aber man merkt schnell, dass er ein gutes Herz hat. Mir gefiel, wie sich zwischen den beiden ganz ohne große Worte Nähe entwickelt.
Die Szenen mit den Pferden haben mich besonders berührt. Da steckt spürbar Liebe und Wissen drin, und ich konnte die Verbindung zwischen Mensch und Tier gut nachempfinden. Manchmal war mir der Ablauf etwas vorhersehbar, aber die Atmosphäre und die warmherzige Erzählweise haben das gut ausgeglichen.
Was mir gefallen hat: die Mischung aus Neuanfang, Naturverbundenheit und zarter Romantik. Was mir ein kleines bisschen gefehlt hat, war das gewisse Überraschungsmoment – die Handlung lief an einigen Stellen etwas zu glatt. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und am Ende mit einem Lächeln zugeschlagen. Es ist eine Geschichte, die einem guttut, besonders wenn man an die Liebe glaubt, die sich nicht planen lässt.
Mein Fazit:
Ein stiller, herzenswarmer Roman mit authentischen Figuren, viel Gefühl für Natur und Tiere und einer schönen Portion Hoffnung. Nicht perfekt – aber genau das macht den Charme aus. 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Wo das Herz seinen Platz findet
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Im Strudel der Zeit – Entscheidungen, die alles verändern

Sturmtage von Sibel Daniel

Ich habe das Buch fast in einem Rutsch gelesen, weil mich die Geschichte um Johanna und ihren Bruder Karl-Georg sofort gepackt hat. Der politische Druck in Berlin und schließlich ihre Flucht nach Norwegen zeigen eindrucksvoll, wie sehr Mut und Angst in dieser Zeit dicht beieinanderlagen. Ich merkte, dass die Autorin sich von einem wahren Schicksal inspirieren ließ, und gerade das verleiht der Handlung Glaubwürdigkeit und Tiefe.

Besonders gelungen fand ich die Darstellung der historischen Ereignisse. Sie wirken authentisch, sind geschickt mit dem persönlichen Schicksal der Figuren verwoben und lassen die damalige Atmosphäre lebendig werden. Dadurch hatte ich stets das Gefühl, mitten in dieser bewegten Zeit zu stehen, ohne dass es sich nach einem trockenen Geschichtsbuch anfühlte.
Etwas gefehlt hat mir allerdings die zwischenmenschliche Nähe. Zwar konnte ich den Weg der Protagonisten nachvollziehen und auch Johannas innere Zerrissenheit verstehen, doch an Emotionen und feinen Zwischentönen hätte ich mir mehr gewünscht. Gerade bei ihrer Beziehung zu Sven blieb für mich eine gewisse Distanz, die mich daran hinderte, noch tiefer mitzufühlen.
Trotzdem hat mich das Buch gefesselt und bewegt zurückgelassen. Es zeigt, wie schwer es sein musste, unter solchen Bedingungen Entscheidungen zu treffen und ein neues Leben in einem fremden Land zu wagen. Dieser Gedanke ist bei mir geblieben, auch nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte.
Für mich ist es eine historisch eindrucksvolle Geschichte mit viel Authentizität, die ich mit vier Sternen bewerte – spannend, bewegend, aber in den Gefühlen etwas zurückhaltend.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Im Strudel der Zeit – Entscheidungen, die alles verändern
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Wenn alte Tagebücher Geschichten lebendig werden lassen

Was die Zeit verschweigt von Mary Ellen Taylor

Manchmal sind es alte Geschichten, die uns den Mut geben, unser eigenes Leben neu zu beginnen. So erging es mir beim Lesen dieser bewegenden Geschichte, die Vergangenheit und Gegenwart auf leise, aber eindringliche Weise miteinander verknüpft.
Die Journalistin Ruby, die nach einem Schicksalsschlag versucht, wieder Fuß zu fassen, hat mich von Beginn an berührt.

Ihr Blick auf die Welt ist vorsichtig, tastend, aber nie hoffnungslos. Das Angebot, über die französische Schauspielerin Cécile zu recherchieren, die nach dem Zweiten Weltkrieg spurlos verschwand, nimmt sie wie einen stillen Neuanfang an. Als sie in alte Aufzeichnungen von Céciles Schneiderin Sylvia und eines deutschen Offiziers eintaucht, entfaltet sich für sie eine vergangene Zeit, die mit jedem Kapitel greifbarer und lebendiger wird.
Geschickt verwebt Mary Ellen Taylor die Schicksale der drei Frauen miteinander. Besonders die Kapitel im besetzten Paris sind beklemmend und intensiv. Ich habe mit Sylvia und Cécile mitgefiebert, mitgelitten und gespürt, wie gefährlich und zermürbend das Leben unter ständiger Angst war. Sylvia, die unter falschem Namen in der Stadt lebt, hat sich mir als starke, loyale Frau eingeprägt – eine Figur, die man so schnell nicht vergisst.
Auch Rubys Gegenwartsgeschichte fand ich glaubwürdig und berührend. Ihr Kampf, wieder Vertrauen ins Leben zu finden, spiegelt sich in den Geschichten der Frauen aus der Vergangenheit wider. Diese Parallelen zwischen Angst und Hoffnung, Krankheit und Überleben, damals wie heute, machen die Geschichte besonders eindrucksvoll und nahbar.
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt, und ich wollte unbedingt wissen, wie sich alles verbindet.
Einzig das Ende hätte für mich etwas ausführlicher sein können, besonders was Rubys Entwicklung betrifft. Trotzdem habe ich das Buch mit Spannung gelesen. Die Geschichte über Mut, Zusammenhalt und die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat mich nachdenklich zurückgelassen. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Wenn alte Tagebücher Geschichten lebendig werden lassen
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Wenn Verantwortung zur Versuchung wird

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels von Vea Kaiser

Ich war schnell mitten im Leben dieser Frau, die zwischen Zahlen, Pflichten und eigenen Träumen hin- und hergerissen ist. Das Grand Hotel Frohner mit seinem Glanz, den gedämpften Stimmen in der Lobby und der strengen Ordnung wirkt so echt, dass ich es förmlich vor mir sehen konnte. Kein Ort aus Märchen, sondern einer, an dem man spürt, wie dünn die Grenze zwischen Schein und Wirklichkeit sein kann.

Angelika Moser, die Buchhalterin, will eigentlich nur alles richtig machen. Doch irgendwann fängt sie an, in den Zahlen zu jonglieren – nicht aus Gier, sondern aus Sorge und vielleicht auch ein bisschen Trotz. Das hat mich sehr berührt, weil es so menschlich ist. Dieser Moment, in dem man glaubt, man könne etwas geradebiegen, und dann merkt, dass man sich verheddert hat.
Vea Kaiser erzählt das feinfühlig und mit einem genauen Blick für Menschen und Orte. Besonders mochte ich, wie sie Wien beschreibt – nicht geschönt, sondern lebendig, mit dem besonderen Ton zwischen Charme und Alltagsmüdigkeit. Zwischendurch blitzen immer wieder kleine, stille Momente auf, die das Ganze auflockern.
Mich hat die Geschichte sehr nachdenklich gemacht: Wie viel Verantwortung kann man übernehmen, ohne sich selbst zu verlieren? Angelika meint anfangs, sie handelt richtig – und doch entfernt sie sich Stück für Stück von sich selbst.
Ein stilles, kluges Buch, das bleibt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Wenn Verantwortung zur Versuchung wird
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Historisches Leben voller Spannung und Gefühl

Im Schatten der Kaiserin von Gabriele Breuer

Schon nach wenigen Seiten fühlte ich mich mitten im Wien des Jahres 1760 und spürte förmlich, wie das Leben damals aussah – mit all seinen Regeln, kleinen Intrigen und Herausforderungen.
Sophie, die Gräfin von Waldbach, steht kurz vor ihrer Hochzeit, als eine schwere Krankheit ihr Leben völlig verändert.

Statt einer Zukunft als Ehefrau droht ihr das Kloster, doch das Schicksal nimmt eine überraschende Wendung: Sie wird Erzieherin am Hof. Eine neue Welt öffnet sich ihr – voller Chancen, aber auch voller Prüfungen.
Am Hof wird die Geschichte richtig spannend. Sophie merkt bald, dass einige Kinder aus protestantischen Familien entrissen wurden, um katholisch erzogen zu werden. Besonders die kleine Caroline wächst ihr ans Herz. Dass Sophies Vater heimlich als Reitlehrer am Hof arbeitet und versucht, sie zurückzuholen, macht alles noch intensiver. Ich habe beim Lesen richtig mitgefiebert – die Angst, die Hoffnung, der Mut der Figuren waren fast greifbar.
Die Autorin versteht es, historische Ereignisse und persönliche Schicksale lebendig zu verweben. Sophie wirkt absolut realistisch: Sie trifft schwierige Entscheidungen, zweifelt, übernimmt Verantwortung. Gleichzeitig spürt man die kleinen Intrigen und Geheimnisse, die den Hof so faszinierend machen.
Wer das Buch bereits unter dem Titel "Die Schicksalswächterin" kennt, wird sich sofort heimisch fühlen: Verantwortung, Loyalität und Schicksal bleiben zentrale Themen. In dieser neuen Ausgabe wirkt alles noch klarer und flüssiger erzählt – für mich mit noch mehr emotionaler Tiefe.
Am Ende habe ich Sophie und die anderen Figuren einfach bewundert – für ihren Mut, ihre Stärke und die Wirkung jeder kleinen Entscheidung. Eine Geschichte, die mich unterhalten und berührt hat.
Fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Historisches Leben voller Spannung und Gefühl
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Ein starker zweiter Band voller Gefühl und Geschichte

Die Sylt-Schwestern – Stürmische Tage von Sina Beerwald

Dieser zweite Band hat mich gleich wieder mitten ins Leben auf der Insel gezogen.
Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mitten auf Sylt. Der Wind, das Meer und die Menschen in der Strandperle – alles kam mir gleich vertraut vor. Genau das mag ich an den Büchern von Sina Beerwald: Man fühlt sich schnell wieder zu Hause in ihrer Geschichte.

Jella und Clara sind zwei Schwestern, die man nicht einfach vergisst, weil sie sich so menschlich und echt verhalten. Ich mochte, dass sie sich nicht in eine perfekte Harmonie flüchten, sondern ihre Konflikte ehrlich austragen. Gerade das macht sie glaubwürdig.
Der Roman führt in eine Zeit, in der sich vieles verändert – nicht nur auf der Insel, sondern im ganzen Land. Man merkt, wie sorgfältig die Autorin recherchiert hat, ohne dass es trocken wirkt. Die politischen Spannungen der frühen 1930er-Jahre sind spürbar, aber sie drängen sich nie in den Vordergrund. Stattdessen bleibt der Fokus auf den Menschen, der Familie und der Frage, was Zusammenhalt in schwierigen Zeiten eigentlich bedeutet.
Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass manche Szenen noch etwas tiefer gehen, besonders wenn es um Claras innere Zerrissenheit geht. Trotzdem hat mich die Geschichte berührt, weil sie zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Verlust, Angst und Verantwortung umgehen. Und weil sie auch leise Momente zulässt, in denen man beim Lesen kurz innehält und nachdenkt, was man selbst getan hätte.
Die Beschreibungen von Sylt sind wieder sehr gelungen. Man merkt, wie vertraut die Autorin mit der Insel ist. Beim Lesen hatte ich sofort Bilder im Kopf, wie alles aussehen und sich anfühlen könnte. Gerade diese Mischung aus Atmosphäre, Emotion und Zeitgeschichte macht das Buch zu einem starken zweiten Band.
Für mich sind es solide vier Sterne – mit Gefühl, Tiefe und einer guten Portion Inselstimmung. Nachdem die Handlung so plötzlich mitten im Geschehen abbricht, bin ich jetzt megagespannt, wie es im dritten Teil weitergeht und was die Schwestern dann erwartet.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Ein starker zweiter Band voller Gefühl und Geschichte
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Mitreißendes Finale um Burgl und ihre Oblatenbäckerei

Turbulente Zeiten von Ada Caine

„Turbulente Zeiten“ von Ada Caine ist ein würdiger Abschluss der Oblatenbäckerin-Saga, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mitten im Leben von Burgl, die sich in Karlsbad eine neue Existenz aufgebaut hat. Ihre Oblatenbäckerei läuft gut, sie ist voller Vorfreude auf ihr erstes Kind – und dennoch wird sie mit Prüfungen konfrontiert, die nicht nur ihr Glück, sondern auch ihre Sicherheit bedrohen.

Besonders eindrucksvoll fand ich, wie geschickt Ada Caine Spannung und historische Atmosphäre miteinander verbindet. Während Burgls Alltag zunächst von Hoffnung und Aufbruch geprägt ist, ziehen dunkle Wolken auf. Das Verschwinden junger Frauen, die unerwarteten Anschläge auf den Oblatenstand und die rätselhafte Rolle der jungen Zofe Emma Schorer, die ihre erste Stellung antreten will, sorgen für eine Dynamik, die mich dazu brachte, immer weiterzulesen. Langeweile kam nie auf, im Gegenteil: Die Ereignisse überschlugen sich, und ich wollte unbedingt wissen, wie Burgl die Hindernisse meistert.
Emotional hat mich der Roman besonders dadurch erreicht, dass die Figuren so lebendig und nahbar wirken. Burgl ist eine starke, mutige Frau, die gleichzeitig verletzlich bleibt, und gerade das macht sie so authentisch. Auch die Nebenfiguren sind überwiegend sympathisch, was die Geschichte noch wärmer wirken lässt – trotz aller Gefahren, die drohen.
Für mich war es eine fesselnde Lektüre, die den Bogen zur gesamten Trilogie schließt und doch neue Facetten eröffnet. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können, so sehr wollte ich wissen, ob Burgl ihre Träume und ihre Bäckerei retten kann. Ada Caine hat mit diesem Finale bewiesen, wie viel Herzblut und Erzählkunst in ihrer Saga steckt.
Mein Fazit: Ein gelungener Abschluss der Trilogie, voller Spannung, Emotionen und historischer Lebendigkeit. Für alle, die Burgls Weg von Anfang an begleitet haben, ein Muss – und für neue Leserinnen und Leser ein packender Einstieg, der neugierig auf die Vorgängerbände macht. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Mitreißendes Finale um Burgl und ihre Oblatenbäckerei