Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Shilo:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Unterhaltsam und sehr berührend

MeerZeitLiebe (Bretagne-Träume) von Hanna Holmgren

Marie reist in die Bretagne, um Abstand zu gewinnen. Gleich zu Beginn wird klar, dass sie Ruhe braucht. Das Meer, die Luft und der langsame Alltag dort tun ihr gut.
Marcus tritt eher leise in die Geschichte. Er wirkt zurückhaltend und nicht sofort greifbar. Genau das macht die Treffen mit ihm interessant.

Zwischen den beiden entwickelt sich etwas, aber ohne Eile.
Viel passiert nicht auf einmal. Es sind kleine Schritte. Ein Gespräch, ein Blick, gemeinsame Zeit am Meer. So wächst die Nähe nach und nach.
Die Umgebung spielt dabei eine wichtige Rolle. Strand, Cafés und einfache Tage geben der Geschichte einen ruhigen Rahmen. Beim Lesen entsteht ein stilles, angenehmes Gefühl.
Nach und nach wird klar, dass es für Marie um mehr geht als nur eine Pause. Sie steht an einem Punkt, an dem sie sich entscheiden muss, wie es weitergeht.
Nicht alles überrascht. Manche Entwicklungen sind absehbar. An ein paar Stellen hätte etwas mehr Tiefe gut getan. Trotzdem bleibt die Geschichte stimmig und gut zu lesen.
Am Ende wirkt alles rund. Ein ruhiger Roman, der sich gut für entspannte Lesestunden eignet.
4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die Geschichten mögen, die am Meer spielen und ohne viel Drama auskommen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Unterhaltsam und sehr berührend
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Zurück in einer engen Welt

John of John von Douglas Stuart

Ein Leben zwischen Pflicht und eigenen Wünschen steht im Mittelpunkt dieser Geschichte.
Cal kommt zurück auf die Insel, die er hinter sich lassen wollte. Dort ist alles von festen Abläufen geprägt. Arbeit, Familie und die kleine Gemeinschaft geben den Ton an. Besonders schwierig bleibt das Verhältnis zu seinem Vater John.

Nähe ist da, aber auch viel Abstand, vieles bleibt unausgesprochen.
Das Leben auf der Insel folgt klaren Regeln. Der Vater lebt nach strengen Vorstellungen, während Cal innerlich nach etwas anderem sucht. Zwischen beiden entsteht eine Spannung, die nicht offen ausgesprochen wird, aber fast in jeder Szene spürbar bleibt.
Im Alltag findet Cal nur langsam wieder Fuß. Die Arbeit, die Erwartungen der anderen und die alten Strukturen lassen wenig Raum für eigene Wege. Trotzdem gibt es kleine Augenblicke, in denen sich etwas verändert.
Auch die Begegnungen mit Innes bringen eine andere Ebene in die Geschichte. Die Verbindung entwickelt sich vorsichtig und wirkt zurückhaltend. Gerade diese leisen Momente prägen vieles stärker als große Ereignisse.
Douglas Stuart erzählt oft über Andeutungen. Vieles passiert zwischen den Zeilen. Vieles passiert hier eher leise. Oft reicht ein Blick oder ein kurzer Satz, um etwas zu zeigen, das nicht ausgesprochen wird.
Die Insel wirkt dabei rau und zugleich lebendig. Wind, Arbeit und die Abgeschiedenheit prägen alles. Es gibt kaum Ablenkung, was die innere Unruhe der Figuren noch stärker hervortreten lässt.
Die Geschichte bleibt ruhig im Ton. Sie entwickelt sich ohne Hektik und nimmt sich Zeit. Der Alltag wirkt eng und fordernd, und genau das spiegelt sich in den Figuren wider.
Manches wird nicht weiter erklärt. Es bleibt einfach stehen, so wie es ist. Das passt zu dieser Erzählweise und macht ihren Reiz aus.
Am Ende bleibt eine stille Geschichte über Pflicht, Sehnsucht und innere Konflikte.
Insgesamt ein Vier-Sterne-Roman mit starker Atmosphäre und glaubwürdigen Figuren.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Zurück in einer engen Welt
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Sehr bewegend und einfühlsam geschrieben

Zwei Frauen von Katja Maybach

Ein ruhiger Einstieg in eine Zeit, in der Frauen oft genau wussten, was von ihnen erwartet wurde. Hannah passt sich dem nicht an. Nach dem Tod ihres Vaters übernimmt sie den Hof und steht plötzlich allein für viel Verantwortung da. Im Dorf sorgt das für Gesprächsstoff, doch sie bleibt bei sich.
In der Stadt begegnet sie Julie.

Zwei Leben, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Hannah mit harter Arbeit, klaren Aufgaben und wenig Raum für Leichtigkeit. Julie in einer Welt, die sicher wirkt, aber nicht frei von eigenen Grenzen ist. Aus dieser Begegnung entwickelt sich langsam etwas, das bleibt.
Mit der Zeit zeigt sich, wie sehr sich beide gegenseitig prägen, auch wenn sie völlig verschieden sind. Hannah wirkt fest verwurzelt in ihrem Leben auf dem Hof. Julie erlebt eine Welt, die von außen geordnet erscheint, aber innerlich nicht immer ruhig ist.
Beim Lesen entsteht ein Gefühl von Nähe zu beiden Frauen. Ihre Wege werden nicht überhöht erzählt, sondern eher leise begleitet. Gerade dadurch wirken ihre Entscheidungen und ihr Alltag sehr nah.
Als sich die Zeiten verschärfen und der Krieg näher rückt, verändert sich vieles. Sicherheiten gehen verloren, und das Leben wird für beide schwieriger. Trotzdem bleibt etwas zwischen ihnen bestehen, auch wenn es nicht immer im Vordergrund steht.
Am Ende bleibt das Bild zweier Frauen, die sich über viele Jahre begleiten, ohne sich dabei aus den Augen zu verlieren. Eine ruhige, einfühlsame Geschichte über Freundschaft, Zeit und das, was Menschen verbindet.
Fünf Sterne und eine Empfehlung für alle, die leise, gefühlvolle historische Geschichten mögen, die lange nachhallen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Sehr bewegend und einfühlsam geschrieben
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Zwischen Erinnerung und Neubeginn

Wo das Feuerkraut blüht (Die Norrland-Saga, Bd. 2) von Ulrika Lagerlöf

Gleich am Anfang liegt etwas Ruhiges über der Geschichte, fast schwer, aber nicht unangenehm. Es geht um Dinge, die lange zurückliegen und trotzdem noch wirken. Um Entscheidungen, die geblieben sind, obwohl die Zeit weitergegangen ist.
Siv lebt Ende der vierziger Jahre im Norden Schwedens. Ihr Leben wirkt still und ziemlich eng.

Vieles spricht sie nicht aus, vieles bleibt bei ihr. Eine alte Liebe hat sie nie ganz losgelassen, auch wenn sie inzwischen einen anderen Weg gehen musste. Das spürt man in ihren Gedanken und in dem, was sie für sich behält.
Viele Jahre später, im Jahr 2022, kommt Eva zurück in ihr Heimatdorf. Sie bringt ihren Sohn mit. Vor Ort trifft sie auf eine junge Frau, die sich für den Schutz der Wälder einsetzt. Daraus entsteht eine Situation, in der persönliche Konflikte schnell wieder hochkommen.
Die Vergangenheitsebene wirkt dichter. Sivs Leben ist stark geprägt von dem, was sie nicht leben konnte. Ihre Gefühle bleiben oft zwischen den Zeilen. Besonders ihre Verbindung zu Nila und ihr Sohn stehen im Hintergrund immer mit im Raum. Der Waldbrand verändert vieles und bringt Entscheidungen, die nicht mehr aufzuschieben sind.
Die Gegenwart wirkt sachlicher. Der Einsatz für den Wald steht im Mittelpunkt, dazu die Spannungen zwischen den Beteiligten. Das bleibt nachvollziehbar, erreicht aber nicht die gleiche Tiefe wie die historische Ebene.
Am Ende bleibt eine Geschichte mit viel Atmosphäre. Der stärkste Teil liegt klar in der Vergangenheit. Dort entstehen die Momente, die hängen bleiben. Die Gegenwart ergänzt das Ganze, ohne jedoch dieselbe Wirkung zu erreichen. Insgesamt ist es eine solide Erzählung mit glaubwürdigen Figuren und einer nordischen Stimmung, die gut trägt.
Dieser zweite Teil der Norrland-Saga ist Lektüre mit nordischer Atmosphäre. Vergangenheit und Gegenwart laufen nebeneinanderher und berühren sich an einigen Punkten.
4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die Geschichten mögen, in denen Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen und alte Gefühle noch spürbar bleiben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Zwischen Erinnerung und Neubeginn
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Der eigene Weg

Das unehrenhafte Mädchen von Lotte Römer

Die Handlung führt nach Innsbruck in eine Zeit, in der vieles festgelegt ist. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die ihrem Umfeld vertraut und davon ausgeht, dass die für sie geplante Ehe ein guter Schritt ist. Doch schon nach kurzer Zeit zeigen sich erste Risse. Es ist der dritte Band der Reihe um die Töchter aus Innsbruck.

Jeder Band erzählt eine eigene Geschichte, daher fällt der Einstieg auch ohne Vorkenntnisse leicht.
Schon bald wird klar, wie wenig Raum Josefa für eigene Entscheidungen hat. Die Verbindung zu dem wohlhabenden Geschäftsmann wirkt nach außen passend, entwickelt sich aber anders als gedacht. Ihr Wunsch, sich mit Kunstgeschichte zu beschäftigen, hat in diesem Leben keinen Platz.
Mit der Zeit wird alles schwerer. Der Druck wächst. Es wird deutlich, was von ihr erwartet wird. Auch die Schwangerschaft macht die Lage nicht einfacher.
Dann begegnet sie jemandem, der ihr zuhört. Das ist neu für sie. Es verändert etwas, langsam. Zum ersten Mal wirkt es so, als könnte es auch anders gehen.
Die Geschichte bleibt nah bei Josefa. Es geht ruhig zu. Vieles passiert nach und nach.
Zum Ende hin wird es ernster. Die Entscheidungen passen zu dem, was vorher war.
Der Stil ist einfach und gut lesbar. Man findet sich gut zurecht, ohne lange Erklärungen.
Am Ende bleibt eine Geschichte über ein Leben, das so nicht geplant war, und über den Versuch, daran etwas zu ändern.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die fesselnde historische Geschichten mögen, die nah an den Figuren.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Der eigene Weg
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Entscheidung zwischen Herz und Herkunft

Die Krabbenfischerin – Das Erbe der Küste von Danela Pietrek

Runa Hansen hat sich in Hamburg ein eigenes Leben aufgebaut. Zusammen mit ihrem Sohn wohnt sie auf einem Hausboot. Sie hat Arbeit, Struktur und Abstand zu ihrer Familie an der Küste. Dieses Leben wirkt stabil und sicher.
Dann passiert in der Familie ein Unglück. Ihr Bruder verunglückt auf dem Krabbenkutter.

Dadurch steht plötzlich alles wieder im Raum, was sie eigentlich hinter sich gelassen hatte. Der Familienbetrieb an der Nordseeküste ist in Gefahr und Runa muss sich entscheiden, ob sie eingreift oder weiter ihr eigenes Leben lebt.
Die Rückkehr an die Küste bringt vieles zurück. Der Krabbenkutter, die harte Arbeit auf See und die alten Spannungen in der Familie sind sofort wieder da. Es zeigt sich schnell, dass nicht alles so einfach getrennt werden kann, wie sie es gehofft hatte.
Zwischen Hamburg und Küste entsteht ein starker Gegensatz. Das eine steht für Sicherheit und Selbstbestimmung, das andere für Herkunft, Pflicht und Verantwortung. Runa gerät genau dazwischen und merkt, dass sie sich nicht einfach aus allem heraushalten kann.
In der Familie merkt man schnell, dass vieles noch nicht erledigt ist. Da steckt mehr drin als nur der Betrieb. Alte Verletzungen sind noch da und vieles wird nicht offen angesprochen. Runa versucht, einen Weg zu finden, ohne alles noch schlimmer zu machen.
Auch ihr Sohn begleitet diese Entwicklung. Er steht ihr nahe, bekommt aber natürlich auch mit, wie sehr sich ihr Leben verändert. Zwischen den beiden bleibt eine enge Bindung, aber auch eine Unsicherheit, wie ihre Zukunft aussehen wird.
Die Geschichte bleibt durchgehend ruhig erzählt. Es gibt keine großen Dramen, sondern viele kleine Schritte und Entscheidungen. Genau das macht sie sehr bodenständig und glaubwürdig, weil alles Zeit bekommt, sich zu entwickeln.
Am Ende bleibt einfach ein ruhiger Eindruck von der Geschichte. Vieles dreht sich um Familie, um Verantwortung und darum, wie schwer es ist, sich von der eigenen Herkunft wirklich zu lösen.
Die Sprache ist einfach gehalten und lässt sich gut lesen. Passt insgesamt gut zur Küste und zu der ganzen Stimmung im Buch.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die eher ruhige Geschichten mögen, in denen es mehr um Menschen und Entscheidungen geht als um große Ereignisse.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Entscheidung zwischen Herz und Herkunft
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Wenn das Leben keinen festen Plan hat

Zwischen Abschied und Neubeginn von Regine Kölpin

In der Wesermarsch Anfang der 1980er Jahre arbeitet eine kleine Hebammenpraxis, in der Esther und Luise viele ganz unterschiedliche Frauen begleiten. Da ist eine junge Frau, die als Friedensaktivistin lebt und sich gleichzeitig mit ihrer Rolle als Mutter schwer tut. Eine andere Frau bangt nach der Geburt um ihr Neugeborenes.

Und dann gibt es noch einen Mann, der um sein uneheliches Kind kämpft.
In der Praxis treffen all diese Lebensgeschichten aufeinander. Esther und Luise sind dabei oft die ersten Ansprechpartnerinnen, wenn Angst, Unsicherheit oder auch Hoffnung im Raum stehen. Es geht um Geburten, aber genauso um das, was die Menschen davor und danach bewegt.
Im Verlauf der Geschichte wird auch deutlich, dass die Arbeit der beiden nicht einfach bleibt. Die Praxis gerät unter Druck und Esther steht plötzlich selbst vor Entscheidungen, die sie stark belasten. Nicht alles lässt sich leicht lösen und manches zieht größere Folgen nach sich, als zunächst gedacht.
Die Erzählung bleibt ruhig und ohne große Dramatik. Gerade dadurch wirken die einzelnen Schicksale sehr nah. Vieles passiert im Kleinen, in Gesprächen oder stillen Momenten, und genau das macht die Geschichte glaubwürdig.
Am Ende bleibt eine bewegende Geschichte über Menschen, die in einer unsicheren Zeit versuchen, ihren Weg zu finden, und trotzdem nicht aufgeben.
Es ist eine ruhige und sehr menschliche Geschichte. Im Mittelpunkt steht der Alltag in einer Hebammenpraxis, in der nicht nur Geburten begleitet werden, sondern auch viele persönliche Sorgen Raum bekommen.
Die verschiedenen Schicksale sind einfach erzählt, wirken aber gerade dadurch sehr echt. Auch die Entwicklung rund um die Praxis bringt eine Spannung in die Handlung, sodass die Seiten nur so dahin fliegen.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die gefühlvolle Geschichten mögen, die nah am Leben bleiben und starke Frauenfiguren in den Mittelpunkt stellen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Wenn das Leben keinen festen Plan hat
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Wenn ein Haus Geschichten erzählt

Blaubeerzeit auf Halsterö von Michaela von Kügelgen

Auf Halsterö, einer kleinen Insel im Stockholmer Schärengarten, entfaltet sich diese Geschichte in einem ganz eigenen Tempo. Der Sommer liegt über allem, mit viel Licht, Wasser und dieser besonderen Ruhe, die sich langsam beim Lesen einstellt.
Louise kommt dorthin, nachdem ihre Kochsendung endet.

Es ist kein großer Aufbruch, eher ein vorsichtiger Schritt in etwas Neues. In der Villa Hilda übernimmt sie die Küche und versucht, wieder Halt in ihrem Alltag zu finden. Thomas, ein Journalist aus Finnland, ist ebenfalls dort gelandet, auf der Suche nach einem neuen Anfang, ohne genau zu wissen, wohin das führen soll.
Beide bewegen sich zunächst eher nebeneinander als miteinander. Doch mit jedem Tag, mit jeder gemeinsamen Aufgabe in der Vorbereitung der ersten Saison, verändert sich fast unbemerkt etwas zwischen ihnen.
In der Villa entsteht ein Alltag aus Kochen, Planen und kleinen Begegnungen mit den ersten Gästen. Dazwischen tauchen Geschichten des Hauses auf, Spuren aus der Vergangenheit, die sich nicht sofort erklären lassen, aber eine eigene Wirkung entfalten.
Was besonders hängen bleibt, ist diese Mischung aus äußerer Ruhe und innerer Bewegung. Vieles wirkt nach außen hin unspektakulär, doch unter der Oberfläche passiert mehr, als man zuerst vermutet.
Louise trägt ihre Unsicherheit mit sich. Thomas wirkt oft zurückhaltend, fast suchend. Gerade das macht beide nahbar, weil nicht alles sofort klar ist und vieles zwischen den Zeilen bleibt.
Halsterö selbst ist mehr als nur Kulisse. Die Insel wirkt wie ein Ort, der die Zeit anders laufen lässt. Ruhig, abgeschieden, aber nicht leer. Immer wieder spürt man, dass hier Geschichten liegen, die lange gewartet haben.
Die Begegnungen im Gästehaus bringen Bewegung in diesen stillen Rahmen. Menschen treffen aufeinander, die sonst wohl nie zusammengefunden hätten, und genau daraus entstehen kleine Reibungen, aber auch Verbindungen.
Am Ende bleibt ein Gefühl von Veränderung. Nicht alles ist gesagt, nicht alles gelöst, aber vieles hat sich verschoben.
Vier Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die leise Geschichten mögen, in denen Gefühle nicht laut ausgesprochen werden müssen, sondern sich langsam im Hintergrund entwickeln und genau dadurch wirken.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Wenn ein Haus Geschichten erzählt
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Verbundene Schicksale

Und sie schenkten ihnen ein Zuhause von Laura Baldini

In diesem Buch geht es um 2 Frauen, die beide ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben. Ihre Geschichten spielen in unterschiedlichen Zeiten, hängen aber nach und nach zusammen. Daraus entsteht ein ruhiger Roman über Herkunft, Verlust und neue Wege.
Die Handlung verläuft auf zwei Ebenen. 1987 steht Rose im Mittelpunkt, die beim Ordnen des Nachlasses ihrer Mutter auf ein lange verborgenes Familiengeheimnis stößt.

Diese Spur bringt sie dazu, mehr über ihre Herkunft herauszufinden.
Die zweite Ebene führt nach London in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dort arbeitet Helen in einem von Anna Freuds Kinderhäusern und kümmert sich um Kinder, die in den Wirren des Krieges Sicherheit finden wollen.
Mit der Zeit zeigt sich, wie beide Ebenen miteinander verbunden sind.
Das Buch entwickelt sich ruhig und unaufgeregt. Gerade die Kriegskapitel haben Gewicht, weil sie sehr nah bei den Kindern bleiben und zeigen, wie schwierig es ist, wieder Vertrauen zu fassen.
Die Geschichte um Rose wirkt dagegen eher suchend und zurückhaltend. Durch den Wechsel der beiden Ebenen bleibt die Handlung in Bewegung, auch wenn sich vieles erst spät zusammenfügt.
Der Schreibstil ist klar und unaufdringlich. Die Autorin bleibt nah an ihren Figuren und erzählt ohne große Ausschmückungen. Besonders die Szenen mit den Kindern wirken glaubwürdig und bleiben im Kopf. Insgesamt liest sich das angenehm ruhig und flüssig.
Ein ruhiger Roman, der seine Wirkung vor allem über die Verbindung der beiden Zeitebenen entfaltet. Die Geschichte von Rose und Helen fügt sich Stück für Stück zusammen und ergibt am Ende ein stimmiges Bild.
Der Teil aus der Kriegszeit bleibt der stärkere, weil er emotional mehr trägt und die Arbeit in den Kinderhäusern sehr greifbar macht. Die Gegenwartsgeschichte ergänzt das sinnvoll, auch wenn sie weniger intensiv wirkt.
Unterm Strich eine berührende und gut recherchierte Geschichte, die ohne große Effekte auskommt und gerade dadurch nachwirkt.
4 Sterne und eine Leseempfehlung

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Verbundene Schicksale
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Ungewöhnlich, jedoch gut

Bis die Bären tanzen von Michael Hugentobler

Der Roman beginnt ruhig und ohne große Worte. Nach und nach entsteht das Bild einer Familie, die zusammengehört und trotzdem auseinandergeht. Dabei bleibt von Anfang an eine gewisse Nachdenklichkeit hängen, die sich durch das ganze Buch zieht.
Im Mittelpunkt steht eine Familie in einer Zeit, in der vieles ins Wanken gerät.

Der Erste Weltkrieg verändert das Leben spürbar. Die Geschwister gehen danach eigene Wege. Einer geht nach Berlin, eine Schwester zieht bis nach Australien, eine andere nach Brasilien. Kontakt bleibt, aber eher aus der Ferne.
Die Handlung läuft langsam. Vieles wird nicht direkt erklärt, sondern einfach erzählt, ohne viel Drumherum. Manche Abschnitte ziehen sich etwas, andere springen stärker. Das ist nicht immer gleich leicht zu greifen, passt aber zur Art des Buches.
Die Erzählweise ist besonders. Es gibt viele Bilder und ungewöhnliche Gedanken. Nicht alles wirkt sofort klar. Man muss manchmal ein Stück mitgehen, ohne alles sofort einordnen zu können.
Beim Lesen bleibt eine ruhige Stimmung. Es gibt keine großen Ausschläge nach oben oder unten. Einige Szenen wirken nach, auch wenn sie nicht stark betont werden.
Insgesamt ein ruhiger Familienroman, der sich Zeit nimmt und nicht alles ausformuliert. Manche Passagen sind etwas zäh, andere bleiben im Kopf. Wer sich darauf einlässt, findet eine eigene Art von Geschichte, die nicht sofort greifbar ist. Dafür gebe ich dem Buch 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Leser, die ruhige Familiengeschichten mögen, bei denen nicht alles direkt erklärt wird und manches offen bleibt. Wer sich gern auf eine etwas andere Erzählweise einlässt und auch mit längeren, ruhigen Passagen zurechtkommt, wird hier fündig. Für alle, die eine sehr klare und schnelle Handlung erwarten, kann es stellenweise etwas schwerer zugänglich sein.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Ungewöhnlich, jedoch gut