Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Normanfips:
Wunderbares Backbuch
Einfach backen mit Wow-Effekt von Jasmina Kuffer
Dieses Backbuch von Jasmina Kuffer überzeugt mit einem schönen Cover, einem gelungenen Layout, appetitlichen Bildern und kreativen Rezepten. Diese sind einfach gehalten und damit auch praktikabel. Das Backbuch startet mit einigen grundlegenden Informationen zum Backen. So erfährt man zum Beispiel welche Basics man als Bäckerin benötigt und wie die Grundrezepte für verschiedene Teigarten gelingen.
Die Rezepte selbst sind in die Kategorien Kuchen, Torten, klein & fein und Cookies & Kekse eingeteilt. Alle Informationen und Angaben sind verständlich formuliert. Mir gefallen die Einteilung und Aufmachung und vor allem die Kniffe und Tricks, die besonders Backanfängern zugute kommen. Die Fotos der leckeren Kreationen lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die Art von Jasmina Kuffer ist charmant und inspirierend. Für mich eine klare Empfehlung und daher gibt es die vollen fünf Sterne!
Da wäre mehr drin gewesen
Death in Brachstedt von Tobias Wagner
‚Death in Brachstedt‘ gewährt uns einen Einblick in Leos Leben. Er lebt zusammen mit seinem Vater. Dieser leidet an einer schnell fortschreitenden Demenz, was sich in zunehmender Verwirrtheit und plötzlichem Verschwinden äußert. Nachdem Leos Vater erneut verschwindet und für Leo nicht erreichbar ist, wendet er sich an seinen Freund Henri.
Die unerwartet sturmfreie Bude animiert die beiden einen Film zu drehen und diesen dann auf einer Party in Leos Wohnung zu zeigen.
Sie fahren zu Henris Onkel, der in einem Hotel wohnt, das seine besten Tage bereits hinter sich hat. Während der Dreharbeiten und der Partyvorbereitungen ereignen sich skurrile Begebenheiten und über allem schwebt eine unsichere Zukunft aufgrund des Verschwindens und der Krankheit des Vaters.
Die Kapitel sind kurz gehalten, der Schreibstil flüssig und so liest sich das Buch leicht und schnell. Die Grundidee finde ich ansprechend und vor allem auch Henri als Figur interessant. Dennoch hätten dem Buch mehr Seiten gut getan. Zu vieles bleibt angerissen und damit an der Oberfläche. Leider wurde bei der Geschichte das Potenzial nicht genutzt. Da wäre mehr drin gewesen und somit bleibt der Roman durchschnittlich.
Blendwerk
Ein ungezähmtes Tier,2 Audio-CD, 2 MP3 von Joël Dicker
Sophie und Arpad sind ein Vorzeigepaar. Beide sind attraktiv, erfolgreich und vermögend. Sie leben in einem schicken Glaskubus und genießen ihr Leben. Karine und Greg leben in einfacheren Verhältnissen und während Karine von dem Reichtum des Paares angetan ist, ist Greg von Sophie mehr als fasziniert.
Statt seinen Hund Gassi zu führen, beobachtet er das Paar und vor allem Sophie.
Joël Dicker erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen. Parallel läuft ein Countdown eines geplanten Juwelenraubes. Wie das alles zusammenhängt, erfährt man nach und nach, wobei der Autor den Leser bzw. Hörer immer wieder auf falsche Fährten führt. Was ist Schein, was ist Wahrheit? Joël Dicker ist ein wunderbarer Erzähler, der lebendige Charaktere erschafft, wobei sie mir in diesem Roman alle unsympathisch waren. Das tat der guten Unterhaltung aber keinen Abbruch. Torben Kessler hat das Hörbuch eingesprochen und dabei einen sehr guten Job gemacht.
Ein Wohlfühlbuch
Mismatch von Laura Willud
Wir befinden uns in Hopeville, einem kleinen Städtchen. Dort lebt Joyce zusammen mit ihrem Bruder. Beide studieren und während Joshua seine Basketballkarriere voranbringen will, ist es Joyce größter Traum Sportjournalistin zu werden. Und so ist sie bei den Spielen der Hopeville Dragons mit ihrer Kamera stets vor Ort.
Austin ist neu im Team und er weckt ihre Aufmerksamkeit. Warum wechselte er von der Großstadt und einem erfolgreichen Team in eine Kleinstadt wie Hopeville? Ihre Neugier ist genau so groß wie seine Verschwiegenheit. Trotz anfänglicher Skepsis kommen sich die beiden näher.
Das Setting ist schön, die Figuren sind sympathisch gezeichnet, die Annäherung der beiden verfolgt man gerne mit und neben etwas Spannung und einer Prise Humor gibt es viele Wohlfühlmomente. Laura Willud hat einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil. Man fliegt nur so durch die Seiten. Wer auf Kleinstadtfeeling, Basketball und eine süße Romanze ohne viel Drama steht, der sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen.
Ein kluges Buch
Digitale Diagnosen von Laura Wiesböck
Mich hat dieses Buch sehr interessiert, da ich immer öfter bemerke, wie psychische Erkrankungen inflationär auftauchen und in Büchern und in den sozialen Medien wie eine Normalität behandelt werden. Die Soziologin Laura Wiesböck analysiert diesen Trend so treffend und das mit einer klaren Sprache.
Wobei ich mich wirklich an der Gendersprache störe. Sie hemmt schlicht und ergreifend den Lesefluss. Wenn vier Wörter in Folge mit dem Doppelpunkt agieren, dann nervt es nur noch. Aber zurück zum Inhalt: die Autorin beleuchtet unter anderem die laxe Verwendung von Begriffen wie ‚toxisch‘, ‚Trauma‘ und ‚triggern‘. Sie werden aus dem therapeutischen und psychiatrischen Kontext in die Alltagssprache gebracht und verlieren dort ihre eigentliche Bedeutung. Hier findet eine Verwässerung statt. Psychische Krankheiten werden vermarktet, „normale“ psychische Verletzungen werden zu selbst getroffenen Diagnosen hochstilisiert. All dies schadet den wirklich psychisch Erkrankten. Die Autorin nimmt auch das Gesundheitssystem unter die Lupe, das immer mehr Eigenverantwortung auf das Individuum schiebt, denn man ist selbst für die Heilung und Gesundung zuständig. Ich bin der Meinung, dass die Autorin hier ein wirklich wichtiges Thema durchleuchtet hat und ihr Buch zum Nachdenken anregt. Dabei ist sie politisch fast schon überkorrekt unterwegs…mir war es an diesen Stellen zu viel. Dennoch ein empfehlenswertes Buch.
Berlins unterschiedliche Gesichter
Skin City - Thriller (Berlin Noir 4) von Johannes Groschupf
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Johannes Groschupf eröffnet in ‚Skin City‘ mehrere Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte miteinander verbinden. Einmal haben wir den aus Tiflis stammenden Koba, der mit seinen Helfern Häuser in den Randgebieten von Berlin ausraubt. Sein Traum ist es allerdings nach Kanada zu gehen, wo er auf ein besseres Leben hofft.
Dann begleiten wir Jacques Lippold, der eben erst aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun das ganz große Geld machen will. Er schafft es schnell sich unter die Reichen in der Kunstszene zu mischen. Zuletzt ist da noch Romina Winter, eine Polizistin, die mit der Aufklärung der Einbrüche beauftragt wird und zugleich ihre verschwundene Schwester sucht. Mir gefällt der Schreibstil, der sowohl das Berlin der Underdogs als auch das Berlin der Schönen und Reichen einfängt und diese beiden Eindrücke nebeneinander stellt. Koba und Jacques sind gut gezeichnet und ich habe ihre Parts gerne gelesen. Allerdings konnte ich mit Romina weniger anfangen. Ist sie nun so tough wie am Anfang des Buches beschrieben oder doch eher unprofessionell wie im Laufe der Geschichte? Gerade bei ihr ist mir die Geschichte zu Klischee beladen und darunter leidet auch der Schluss des Romans. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen und fand es interessant.
Gut gelesenes Hörbuch
Detektivagentur Christie & Agatha 1: Ein Beweisstück verschwindet Detektivagentur Christie & Agatha von Pip Murphy
Agatha und Christie sind Zwillingsschwestern. Während Agatha Schriftstellerin werden will und selten ohne ihr Notizbuch vorzufinden ist, interessiert sich Christie mehr für die Wissenschaft. Eines Tages darf Agatha an einem Treffen teilnehmen, bei dem auch Sir Arthur Conan Doyle erscheint. Allerdings hatte sie sich ihr Idol ein wenig anders vorgestellt.
Aber es ist nicht nur der bekannte Autor zu Gast, sondern auch der berühmte Arzt Sir Alexander Fleming. Dieser möchte eine wissenschaftliche Erfindung vorstellen, aber das Objekt verschwindet. Wer will Fleming schaden? Agatha und Christie nehmen die Ermittlungen auf.
Die beiden Schwestern sind durch ihre Unterschiedlichkeit deutlich und auch sympathisch gezeichnet. Die Geschichte beginnt durchaus humorvoll, lässt dann aber deutlich nach. Ehrlich gesagt hatte ich mir mehr von dem Kinder-Krimi erwartet. Besonders viel Spannung kommt nicht auf. Anna Thalbach liest gut und gibt den einzelnen Figuren mit ihrer Stimme Persönlichkeit.
Insgesamt eine nette Idee, einen Krimi mit historischen Charakteren zu verknüpfen. Dennoch konnte mich die Erzählung nicht packen. Zudem fehlt leider beim Hörbuch der Infoteil zu den historischen Persönlichkeiten.
Ein melancholischer Roman
Rückkehr nach Budapest von Nikoletta Kiss
Marta stammt aus Ungarn. Sie beschließt ihre Cousine Theresa in Ostberlin zu besuchen, da sie es zu Hause nicht mehr aushält. Die Mutter hat die Familie verlassen und der Vater kämpft mit einem Alkoholproblem. Sie lernt in Berlin unter anderem Konstantin kennen. Er ist Schriftsteller und bewegt sich in regimekritischen Kreisen.
Er selbst ist schwer zu durchschauen. Marta fühlt sich von Anfang an zu ihm hingezogen. Es scheint eine Verbindung zwischen ihr und Konstantin zu geben, dennoch ist er mehr an der extrovertierten Theresa interessiert.
Wir begleiten Marta in ihren jungen Jahren und auch in ihrer aktuellen Lebenssituation. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat mir gut gefallen. Der historische Hintergrund ist interessant. Mir war bisher nicht bewusst wie unterschiedlich der Kommunismus in Ungarn und in der DDR gelebt wurde. Die Atmosphäre in den verrauchten Kneipen, bei konspirativen Treffen und in heruntergekommenen Wohnungen wird von Nikoletta Kiss sehr gut eingefangen. Das Buch liest sich leicht und flüssig. Allerdings konnte mich die Geschichte dieser schwierigen Freundschaft und einer Dreiecksbeziehung nicht so richtig fesseln beziehungsweise berühren. Das Geschehen fühlte sich stets distanziert an und damit wird mir das Buch wahrscheinlich auch nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben. Dennoch ist es lesenswert, vor allem wenn man sich für die Vorwendezeit interessiert und auch der Literatur zugetan ist.
Ein feinfühliger und melancholischer Roman
Die Tage nach dem Pflaumenregen von Karissa Chen
Die Geschichte um Suchi und Haiwen beginnt im Jahre 1938 in Shanghai. Die beiden gehen zusammen zur Schule und sind Nachbarn. Ihre Freundschaft wandelt sich im Laufe der Zeit in Liebe. Dann verlässt Haiwen plötzlich Shanghai, um zur Armee zu gehen. Er tut dies, damit sein Bruder nicht gehen muss. Suchi und Haiwen werden sich 60 Jahre lang nicht mehr sehen.
Ihr Zusammentreffen findet in den USA im Jahr 2008 statt. Es besteht immer noch eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden. Suchi beginnt mit ihrer Erzählung 1938, während Haiwen mit seiner im Jahr 2008 anfängt und sie sich zeitlich aufeinander zubewegen. Neben den Hauptprotagonisten liegt der Augenmerk der Autorin auf Traditionen, politischen Unruhen und vor allem dem chinesisch-japanischen Krieg. Und so sind es genau diese Faktoren, die das Leben der Figuren stark beeinflussen. Die Autorin spannt damit einen großen Bogen über mehrere Jahrzehnte. Der Schreibstil ist elegant, bildhaft und sehr schön. Dennoch war es mir manchmal zu ausschweifend. Probleme hatte ich mit den Namen, die einem als Europäer nicht geläufig sind und die sich im Hochchinesischen und im Shanghaier Dialekt unterscheiden. Dazu kommen Spitznamen, die es noch verwirrender gestalten. Ich habe das Hörbuch gehört und da fiel es mir besonders schwer zu folgen. Der ruhige Roman wird von beiden Sprechern gut vorgetragen, wobei ich der Sprecherin lieber zugehört habe. Für mich ist dies ein tiefgründiger Roman, der einen interessanten Einblick in die Kultur der Chinesen, ihre Geschichte und Traditionen gibt. Dazu kommt noch eine tragische Liebesgeschichte. Insgesamt ein feinfühliger Roman mit einem Hauch Melancholie.
Familienroman
Bis die Sonne scheint von Christian Schünemann
Christian Schünemann entführt uns mit seinem Roman ‚Bis die Sonne scheint‘ in die 80er Jahre. In eine Zeit, in der ‚Dallas‘ und ein ‚Colt für alle Fälle‘ geschaut wurden, man das Geld noch persönlich am Bankschalter ausbezahlt bekam und es Avonberaterinnen gab. Zudem begleiten wir Daniel, der sich auf seine Konfirmation freut, seine Zeit gerne bei seiner Freundin Zoe verbringt und langsam begreift, dass in seiner Familie nichts so ist, wie es scheint.
Und genau um das Wahren dieses Scheins geht es in der Geschichte. Obwohl schon der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, geht die sechsköpfige Familie erst einmal zum Essen oder zum Einkaufen.
Die Passagen, die von Daniel erzählen, werden immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, in denen wir die Geschichte der Eltern und Großeltern Daniels kennenlernen. Diese Abschnitte sind wie emotionslose Aufzählungen beschrieben. Hier erfährt man viele interessante und auch heftige Dinge, die durch die Art des Erzählens allerdings emotionslos bleiben.
Der Schreibstil des Autors ist gefällig und so habe ich das Buch flott gelesen. Es ist wie eine kleine Zeitreise in die 80er Jahre, bietet aber auch weitere Einblicke in die deutsche Geschichte anhand von persönlichen Schicksalen.
Dennoch fehlt mir bei dem Roman das gewisse Etwas, um ihn besonders zu machen. Kann man lesen, muss man aber nicht, wäre mein Fazit.











