Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nele33:
so anders
Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten von Anna Maschik
"Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten" der Autorin Anna Maschik, war für mich eine absolute Überraschung im positiven Sinn.
Die Autorin hat hier auf 232 Seiten das Leben einer Familie fragmentiert aufgearbeitet und dies mit einer solchen Intensität geschafft, dass das Buch mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Alma, die Großenkelin von Henrike erzählt in kurzen, teilweise fast leeren Kapitel die Geschichte ihrer Familie. Eine Familie, in der es so einiges an Skurrilitäten an Mitgliedern gibt. Da gibt es einen Jungen, der quasi seine gesamte Kindheit verschläft.
Alma schweift dabei manchmal aus und an manchen Stellen fühlte ich mich ein Märchen versetzt, und dennoch passte für mich alles perfekt zusammen.
Gerade der ungewöhnliche Schreibstil, der so anders war, als erwartet, hat mich in einen Bann gezogen. In der Kürze wurde ganz klar die Weitergabe von generationenübergreifenden Konflikten herausgearbeitet, alles in einem angenehmen Setting und aus der Sicht von Alma.
Ich kann jedem empfehlen, sich auf das Buch einzulassen und es in seiner besonderen Art wirken zu lassen.
beeindruckendes Buch
Was nicht gesagt werden kann von David Szalay
David Szalay hat mit seinem Buch "Was nicht gesagt kann" zu Recht den Booker Preis 2025 gewonnen.
Der Autor beschreibt in klaren Worten das Leben vom Ungarn István ab seinem 15. Lebensjahr. Die Plattenbausiedlung, in der István mit seiner Mutter lebt, wird direkt zu Beginn äußerst stark beschrieben.
Die Trostlosigkeit seines Lebens fließt förmlich durch die Seiten. Dies ändert sich, als er mit einer wesentlich älteren Nachbarin in Kontakt kommt und daraus eine Affäre entsteht. Da hatte ich kurz Bedenken, ob der Autor sich nun nur noch auf die sexuellen Praktiken dieses ungleichen Paares fokussiert, doch diese Angst war unbegründet. Sie gehörte einfach irgendwie zu István`s Entwicklung dazu.
Durch einen wirklich dummen Zufall kommt es zu einer Auseinandersetzung mit dem Ehemann der Nachbarin, bei dem dieser verstirbt. István`s weiterer Lebenslauf scheint mit seiner Verurteilung und dem Leben im Jugendgefängnis besiegelt. Im folgenden Kapitel gibt es in der Geschichte einen Zeitsprung, wie noch einige Male in deren Verlauf.
Mich hat der Schreibstil des Autors wieder beeindruckt, die Distanz und gleichzeitige Nähe, die er damit schaffen kann, sucht seinesgleichen in der Literatur. Seine Art zu erzählen hat mich ganz nah an das Leben von István mit all seinen Höhen und Tiefen, Glücksmomenten, Schuldfragen und Einstellungen teilhaben lassen.
schade
Der Nachbar,1 Audio-CD, 1 MP3 von Sebastian Fitzek
"Der Nachbar" von Sebastian Fitzek stand ganz oben auf meiner Wunschliste und ich habe begeistert angefangen, die Story zu hören. Eingelesen wurde das Hörbuch von Simon Jäger, wie auch die vorherigen Hörbücher von Sebastian Fitzek. Die ersten Kapitel waren spannend und ließen mich auf einen weiteren guten Psychothriller hoffen.
Sandra Wolff möchte mit ihrer Tochter am Standrand von Berlin einen ruhigen und beschaulichen Neuanfang wagen und fühlt sich leider von Anfang an in ihrem neuen Domizil nicht wirklich glücklich und wohl. Sie wird das Gefühl nicht los, dass sie beobachtet wird. Anscheinend gibt es einen unsichtbaren Nachbarn, der sich ungewollt und ungewünscht in ihr Leben einmischt, sei es, dass ihre Mülltonne an den Straßenrand gestellt wird und andere unbegreifliche Dinge. Die Polizei, die sie einschaltet, nimmt sie wie zu erwarten nicht ernst und gibt ihr den Ratschlag doch einfach dankbar für die Hilfe zu sein.
Es kommt wie es kommen muss, im Verlauf der Handlung eskaliert die Situation und wurde für mich als Hörer bedauerlicherweise auch immer wirrer.
Lange Zeit war ich ein großer Fan von Sebastian Fitzek, doch die beiden letzten Bücher konnten mich nicht mehr fesseln oder überzeugen. Die gesamte Story und auch das Ende wirkten auf mich absolut konstruiert und ich habe die nach dieser Erfahrung die Hoffnung aufgegeben.
Ebenso konnte ich mit keinem der Protagonisten eine Verbindung aufbauen.
Simon Jäger war dennoch ein toller Sprecher, der versucht hat in diesem wirren Konstrukt eine rote Linie zu erzeugen.
gute Umsetzung des Themas
Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher
Nachdem mich das Buch: Die „Lügen über meine Mutter“ der Autorin Daniela Dröscher sehr beeindruckt hat, war ich auf die Fortsetzung der Geschichte um Ela sehr gespannt.
Ela, die mittlerweile kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion steht, erlebt einen körperlichen Zusammenbruch und ihre gesamte Welt gerät ins Wanken.
Es sind eigentlich ganz unspezifische Symptome, mal ein Herzrasen, dann wieder Halsschmerzen und immer wieder was Neues. Sie läuft von Arzt zu Artz, bekommt Diagnosen und gleichzeitig auch nicht. Sie möchte Hilfe bekommen, fühlt sich gleichzeitig nicht ernst genommen und lehnt Hilfe in Form von Medikamenten aus Angst wiederum ab. Zu groß ist ihre Angst vor den möglichen Nebenwirkungen. Ein Kreislauf, aus dem auszubrechen fast unmöglich scheint.
Die Autorin verknüpft in Elas Geschichte viel Aktuelles, wie zum Beispiel das Fehlen von Gendersensibler Medizin. Frauen werden häufig belächelt und mit ihren Symptomen nicht ernst genommen. Gleichzeitig stellt sie klar heraus, dass das Päckchen der familiären Belastung bei jedem Menschen irgendwann auf die unterschiedlichsten Arten herausbrechen können.
Mir hat "Junge Frau mit Katze gut gefallen, vor allem weil mir der klare Schreibstil der Autorin so zusagt.
Hörempfehlung
Zuhause ist vorübergehend geschlossen von Antje Huhs
Das Hörbuch "Zuhause ist vorübergehend geschlossen" der Autorin Antje Huhs eingelesen von Vera Teltz hatte ich auf den ersten als seichte Unterhaltung eingeordnet.
Doch weit gefehlt, die Autorin hat ein hochaktuelles Szenario geschaffen:
Die Pflege streikt, und dies in der eigentlich besinnlichen Vorweihnachtszeit.
Nur Anett hat, da sie keine Nachrichten schaut, nichts davon mitbekommen. Genauso lange, bis es morgens bei ihr klingelt und der 93-jährige Herr Jankovsky bei ihr einquartiert wird. Dies alles durch einen Erlass der Regierung, in dem Personen, die genügend Platz haben, einen Senioren für die Dauer des Streiks aufnehmen müssen. Während sich ihre Tochter über den neugewonnenen Opa freut, rebelliert ihr Teenagersohn, der für Herrn Jankovsky sein Zimmer räumen muss.
Die Autorin zeichnet mit Humor und Tiefgang ein Bild von einer Gesellschaft, die zwar über den Pflegenotstand Bescheid weiß, aber doch bitte nicht so, dass es den einzelnen tangiert.
Das Leben der Protagonisten und davon gibt es einige, wird durch diesen Erlass ganz schön durcheinander gewirbelt. Alle möchten ihre "Besucher" schnellstmöglich loswerden.
Anett schöpft Hoffnung, als sie erfährt, dass Herr Jankovsky einen Sohn hat und macht sich auf die Suche nach ihm.
Mir hat die Geschichte, sehr gut gefallen, besonders durch die Mischung nahender Realität und Humor. Vera Teltz ist mir schon von anderen Hörbüchern als Sprecherin bekannt und ich bin immer wieder aufs neue begeistert, mit welch starken Emotionen sie die Texte einliest.
Von mir eine klare Hörempfehlung.
faszinierende Fälle
Saal 210 - Wenn Menschen morden von Hariett Drack
Harriett Dracks "Saal 210, wenn Menschen morden" bietet einen verstörenden, aber auch distanzierten Einblick in wahre Verbrechen.
Als True Crime Fan war ich sehr gespannt auf das genannte Buch. Die Autorin fasst hier sehr detailliert die Fälle aus dem Kölner Schwurgerichtssaal am Landgerichts 210 auf beeindruckende Weise zusammen.
Der Schreibstil ist nüchtern und distanziert, was ich bei diesem Thema sehr bevorzuge. Es ist für mich erschreckend gewesen, wie viele grausame Verbrechen an Kindern begannen werden, dies ausschließlich im familiären Umfeld. Darum würde ich das Buch nicht für empfindliche Leser empfehlen.
Ein wenig haben mir die tieferen psychologischen Aspekte der Taten gefehlt. Das Buch wird abgerundet durch kuriose Fälle des Kölner Amtsgerichtes, die mich dann zum Abschluss echt noch schmunzeln lassen hat.
Insgesamt ein faszinierendes und auch erschütterndes Werk, welches in die Abgründe der menschlichen Taten blicken lässt.
Arktisfeeling
Die Kälte von Riley James
"Die Kälte" von Riley James, das Erstlingswerk der Autorin, spielt auf einer Forschungsstation in der Arktis. Kit Bitterfeld, deren Ehe kurz vor der Scheidung steht, flüchtet vor ihrem Leben und folgt ihrer Freundin Sally für den langen Winter in der Arktis, um sie bei der Robbenforschung zu unterstützen.
Von Beruf her ist sie Tierzahnärztin und soll gleichzeitig den Arzt der Station unterstützen.
Doch schon die Anreise zur Station gestaltet sich anders als erwartet, auf dem Weg dorthin bekommen sie einen SOS-Ruf des Schiffes Snow Petrel. Doch als sie an dem brennenden Schiff ankommen, fehlt von der Besatzung jede Spur, nur ein einzelner verletzter Mann ist an Bord. Leider hat dieser keinerlei Erinnerung an die Geschehnisse auf dem Schiff, die zu dem Brand geführt haben.
Angekommen auf der Station, stellt Kit bei den anderen Bewohnern massive Veränderungen im Verhalten fest. Als eines Abends ein Schneesturm aufzieht und alles in ewiger Dunkelheit versinkt, passieren grausame und gefährliche Dinge auf der Station, ebenso verschwindet Sally spurlos. Kit versucht alles, um die Wahrheit herauszufinden, ist damit aber quasi auf sich selbst gestellt.
Mir hat das Arktissetting in Zusammenhang mit dem mysteriösen Fall ausgesprochen gut gefallen. Die Beschreibung des Lebens auf der Forschungsstation und die Auswirkung auf die Psyche des Menschen waren für mich sehr eindrücklich und beeindruckend geschildert. Auf die eingeflochtene Lovestory hingegen hätte ich gerne verzichten können, aber dies ist immer Geschmackssache. Die Charakterisierung war lebendig und realistisch und machte die Protagonisten nahbar.
Ein langsamer, dabei angenehmer Krimi mit toller geografischer Lage.
nicht meins
Über die Toten nur Gutes von Andreas Izquierdo
"Über die Toten nur Gutes" von Andreas Izquierdo war nicht das erste Buch, welches ich von ihm gelesen haben. 'Wege der Zeit' und 'Kein guter Mann' haben mich seinerzeit sehr gut unterhalten, um so gespannter war ich auf das Hörbuch welches von Uve Teschner eingelesen wurde.
Mads Madsen ist Trauerredner mit Leidenschaft und lebt mit seiner Malteserhündin und seinem Vater Fridtjof zusammen in Glücksburg.
Der Einstieg in die Geschichte ist ziemlich makaber, probt Mads doch die Trauerrede seines quicklebendigen Vaters Fridtjof doch sehr real.
Als Mads eine geheimnisvolle Nachricht von seinem tödlich verunglückten Jugendfreund Patrick bekommt, dessen tödlicher Unfall auch Mord sein könnte, beginnt er zu recherchieren. Ab diesem Zeitpunkt hat mich der Autor leider ein Stück weit verloren, da mir der versprochene Krimiaspekt dann in zu viel Klamauk überging.
Als positiv empfand ich allerdings die tolle Charakterisierung der Personen, die dabei noch sehr lebendig und nahbar gestaltet sind. Darum habe ich das Hörbuch dann letztendlich unter humoristischen Roman verortet. Unter diesen Gesichtspunkten kann ich den Roman mit guten 3 Sternen empfehlen.
Zum Ende hin, nahm der Autor dann richtig Fahrt auf, welche ich dann bedauerlicherweise nicht mehr so richtig ernst nehmen konnte und als völlig überzogen empfunden habe.
Als Kriminalroman für mich leider eine Enttäuschung.
überraschende Wendungen
Die Todesfalle - Ein Fall für Skalla und Krampe Investigativteam von Volker Gerling
"Die Todesfalle - Ein Fall für Skalla und Krampe von Volker Gerling hat mich durch seine überraschenden Wendungen von Anfang an bis zum Ende begeistert. Eingelesen wurde der Thriller von Tim Gössler.
Die Investigativjournalistin Rachel Skalla befindet sich gerade in der Endphase einer Story, die sich mit illegalen Medikamententests an Menschen befindet, als sie Mark Kreutzer kennenlernt, der ihr wichtige Kontakte zum Vollenden der Story schaffen kann.
Im Gegenzug möchte sie helfen, die Unschuld von Marks Vater zu beweisen, der seiner Meinung nach seit 8 Jahren unschuldig wegen Mordes an einer Prostituierten im Gefängnis sitzt.
Als sie zu recherchieren beginnt, stößt sich auf ähnliche Fälle, die über ganz Deutschland verteilt sind und darum nicht in Zusammenhang gesetzt wurden. Die Taten geschahen alle nach dem gleichen Muster und die Täter waren allesamt etablierte Bürger der Gesellschaft.
Nun geht es darum, einen Serienkiller zu finden, der seit Jahren unbemerkt sein Unwesen treiben konnte. Interessant waren die Passagen des Täters und die Auswirkungen, die eine Tat auf seine Leben genommen hat.
Tim Gössler hat das Hörbuch mit seiner ganzen Dramatik und Spannung exzellent eingesprochen und damit eine wahnsinnig gute, teilweise beklemmende Atmosphäre geschaffen.
Der Thriller besticht durch seine vielen überraschenden Wendungen, die ich als absoluter Thriller Fan in keinster Weise vorhersehen konnte. Diesen Thriller kann ich allen Thriller Fans nur ans Herz legen.
guter Auftaktband
Sieben Gräber für den Winter von Christoffer Petersen
" Sieben Gräber für den Winter" des Autors Christoffer Petersen ist der Auftaktband um Constable David Maratse und spielt im grönländischen Inussuk .
David Maratse wird nach einem Folterangriff mit einem Elektroschocker auf ihn in den Vorruhestand geschickt und zieht sich nach Inussuk zurück.
Dort will er fischen und die Einsamkeit genießen. Bei seiner Ankunft wird er von einem übermütigen Huskywelpen begrüßt, der ihn an seinem Traum von einem Hundegespann näher kommt.
Gleichzeitig verschwindet Tinka, die Tochter der Ministerpräsidentin Nivi Winther, die sich gerade im Wahlkampf gegen den in der Wählergunst vorne liegenden Malik Uutaaq .
Als eine Frauenleiche gefunden wird, nimmt die Geschichte bizarre und erschreckende Formen an, die Kreise bis in die höchsten Etagen der Politik ziehen.
David möchte die Ermittlungen unterstützen, doch der ermittelnde Beamte hält nicht viel von ihm und wirft ihm Steine in den Weg.
Mir hat der Auftaktband sehr gut gefallen, besonders die interessant gestalteten Charaktere, die vielseitig agieren und ein hohes Entwicklungspotential haben, machen mich neugierig auf die Folgebände.











