Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ameland:
Super recherchiert und fesselnd geschrieben
Am Fluss der Zeiten von Ulrike Renk
Ich lese die Bücher von Ulrike Renk sehr gerne, denn sie zeichnen sich durch eine hervorragende Recherche und eine fesselnde Geschichte aus. So war es auch dieses Mal. Ich verfolgte Elzes Leben Mitte des 16. Jahrhunderts als Tochter eines eigenbehörigen Bauern im Münsterland, die ihr Gesindejahr bei einem Domherrn in Münster ableisten muss.
Wie von der Autorin gewohnt, hat sie ihre Charaktere sehr unterschiedlich, aber unglaublich authentisch dargestellt. Allen voran mochte ich Elze sehr, sie ist eine sympathische, kluge und neugierige Person, dabei empathisch ihren Mitmenschen gegenüber. Auch Stine, die immer noch unter ihren Erlebnissen in Münster mit den Täufern leidet, hat sich nach und nach in mein Herz geschlichen. Aber auch die anderen Familienmitglieder mochte ich.
Mir hat der Einblick in das Leben der Eigenbehörigen zu jener Zeit sehr gut gefallen, denn davon war mir bisher das Meiste unbekannt, genau wie viele Begriffe, die zum Glück im Glossar erklärt werden. Auch hatte ich mich bisher noch nicht intensiver mit der Zeit der Täufer in Münster beschäftigt. Ich kenne die Käfige an der Lamberti Kirche und ich kannte im groben ihre Bedeutung. So habe ich durch diesen anschaulichen Bericht mein Wissen wieder erweitern können. Das mag ich so an historischen Romanen.
Geschichte und Schreibstil haben mich von Beginn an gefesselt. Einerseits wollte ich langsam lesen und das Buch genießen, aber andererseits wollte ich auch wissen wie es mit Elze weitergeht. Ich habe nicht nur mit ihr gelitten, geweint und mitgefiebert, sondern auch mit ihren Familienmitgliedern. Für mich ist so ein hartes und teilweise fremdbestimmtes Leben wie es für die Eigenbehörigen normal war kaum vorstellbar.
Der Auftakt dieser Trilogie war für mich ein Lesegenuss und ich fiebere der Fortsetzung entgegen. Leider ist es nicht möglich, mehr als fünf Sterne zu vergeben.
Wenn die Vergangenheit plötzlich gegenwärtig wird
Und täglich grüßt die MörderMitzi von Isabella Archan
Es ist schon einige Zeit her, dass ich aus dieser Reihe um die Mördermitzi einen Band gelesen habe, aber immer noch trägt Mitzi schwer an einer vermeintlichen Schuld aus Kindertagen. Eine unverhoffte Begegnung versetzt Mitzi in ein Hochgefühl. Die Warnungen ihrer Freundin Agnes schlägt sie in den Wind.
Als neue Revierleiterin muss sich Agnes um einen Bogenschützen kümmern, der Angst und Schrecken verbreitet und kann sich nicht so um die Belange der Freundin kümmern. So steckt Mitzi bald wieder im dicksten Schlamassel.
Mitzi ist eine liebenswerte und sympathische Person. Aufgrund ihrer Vergangenheit kommt sie leider nicht zur Ruhe. Sie pendelt zwischen ihrer Freundin Agnes, ihrer eigenen Wohnung und der ihres Freundes hin und her. Nichtsahnend von dem perfiden Spiel bringt sie hier ein sehnlicher Wunsch im wahrsten Sinne des Wortes an den Abgrund.
Ich mag den bildhaften Schreibstil von Isabella Archan sehr. In vielen Szenen setzte sich mein Kopfkino ganz allein in Bewegung. Sie weiß von Beginn an einen Spannungsbogen zu bilden und ihn auch zu halten. Mit ihren Wendungen hat sie mich auch auf die ein oder andere falsche Fährte gelockt. Aber ich mag es auch, wenn ich bis kurz vor Schluss noch miträtseln kann.
Der Krimi hat mir einige spannende und unterhaltsame Stunden beschert und ich freue mich auf weitere Fälle mit der Mördermitzi.
Erster Fall erfolgreich gelöst
Frida und Filu - Die unsichtbaren Detektive - Der verflixte Flohmarkt-Fall von Sven Gerhardt
Frida möchte gerne eine Detektivin sein und möchte auf dem Flohmarkt so eine Mütze wie Sherlock Holmes ergattern. Leider wird ihr diese Mütze vor der Nase weggeschnappt und sie bekommt zum Trost einen alten Zylinder geschenkt. Ein wahrer Glücksfall für ihren ersten Fall wie sich noch herausstellen sollte.
Ich liebe Bücher, deren Cover auch auf der Rückseite bebildert sind so wie hier. Auf der Vorderseite ist quasi die ganze Geschichte schon bildlich dargestellt. Der Text ist in neun Kapitel untergliedert, so dass sowohl Vor- als auch Selbstleser Pausen einlegen können. Allerdings ist die Geschichte so spannend, dass man eigentlich keine Unterbrechung machen möchte. Super finde ich das Glossar am Ende, welches eine Aussprachhilfe eventuell unbekannter Wörter enthält.
Der Text und die Vorstellungskraft der jungen Leser wird durch die vielen detaillierten und wunderschönen Illustrationen von Stefanie Klaßen verstärkt. Ein paar Details dieser Bilder findet man auch auf den Cover-Innenseiten wieder.
Ein gelungener Auftakt dieser neuen Reihe vom Autor Sven Gerhardt, die für Selbstleser ab ca. 7 Jahre, aber auch zum Vorlesen für Jungen und Mädchen ab ca. 4 Jahre geeignet sein dürfte.
Supertolles Kinderbuch für alle
Drachenstarke Geschichten - Von mutigen Prinzessinnen, Piratenschätzen und großen Mäuseträumen von Amelie Benn
Ich fand schon das bunte Cover mit dem Drachen, den Büchern und der Prinzessin so toll. Und es geht im Inneren auch so weiter. Auf der Cover-Innenseite befinden sich zu jeder Geschichte kleine Illustrationen, in die man die Sticker der letzten Seite einkleben kann. Wer das Buch nicht zerschneiden möchte, kann die Sticker mit Hilfe eines QR-Codes auch ausdrucken.
Dann begegne ich der Prinzessin Tinka zum ersten Mal und bin direkt in dieses quirlige Mädchen, das außer ihrem Krönchen nichts prinzessinnenhaftes an sich hat. Sie spielt Ball, klettert auf Bäume und rast mit ihrem Roller durch den Park. Als ihr langweilig wird, wagt sie sich in das Kellergewölbe und trifft auf den Drachen Patu, der viele, viele Bücher bewacht. Hier hat mir gefallen, dass der Drache nicht böse und feuerspeiend dargestellt wird, sondern eher wie ein liebenswürdiger Großvater, der sich um seine Enkelin kümmert. Aber ihm wird immer mal wieder eins seiner Bücher gemopst, weil er abends so müde ist und einschläft. Ob Tinka Patu helfen und ob der Bücherdieb gefasst werden kann, müsst ihr selbst herausfinden.
Ich finde die Idee Geschichten in eine Geschichte unterzubringen genial. Dadurch wird das Buch sehr abwechslungsreich und hat für jeden Leser etwas zu bieten. Wir begegnen Piraten, Tieren, Meerjungfrauen, einem weißen Drachen und auch einem kleinen Mäuserich. Die Geschichten sind spannend und sehr unterschiedlich. Es geht unter anderem um Mut, Freundschaft oder einem reinen Herzen. Ich habe Patu bei seinen Geschichten mindestens genauso gespannt zugehört wie Tinka.
Zu allen Geschichten gibt es wunderschöne farbige und teils ganzseitige Illustrationen von Stefanie Klaßen. Sie verstärken und unterstützen den Text und auf manchen gibt es so einiges zu entdecken.
Ein ganz tolles Kinderbuch von Amelie Benn, das nicht nur den Kindern, sondern auch mir eine schöne Lesezeit bereitet hat. Das Buch ist sowohl für Jungs als auch Mädchen geeignet und bekommt von mir eine glasklare Leseempfehlung.
Internatsgeschichte mit Tiefgang
Die außergewöhnlichen Abenteuer der Alice Tonks von Emily Kenny
Die elfjährige Alice kommt auf eine neue Schule, dem Internat Pebbles. Hier sind bereits ihre Mutter und ihre Großmutter gewesen. Alice mag eigentlich keine Veränderungen. Sie ist genau wie die Autorin Emily Kenny Autistin. Alice weiß noch nicht, dass sie dort eine besondere Fähigkeit an sich entdecken wird, die ihr nicht nur das bisher größte Abenteuer ihres Lebens beschert, sondern ihr Leben in Zukunft auch bereichern wird.
Alice ist ein sympathisches und mitfühlendes Mädchen, die in Tim und Ottie schnell Freunde findet. Sie hat ihre Prinzipien und macht eine starke Entwicklung durch. Im weiteren Verlauf wird die Freundschaft der drei Kinder auf eine harte Probe gestellt. Es kommt zu Konflikten und Mobbing, Lügengeschichten werden verbreitet. Wem kann man vertrauen und wer spielt ein falsches Spiel? Mir hat gefallen, dass Alice Beeinträchtigung zwar in gewissen Szenen eine Rolle spielen, aber nie in den Vordergrund gestellt werden.
Eine spannende Abenteuergeschichte für Jungs und Mädchen, in die wichtige Themen gekonnt eingearbeitet wurden, ohne sich aufzudrängen. Weil für mich die Geschichte an einigen Stellen nicht ganz rund war, ziehe ich einen Stern in meiner Bewertung ab.
Beängstigende Vorstellung
Unendlicher Friede von Edward Poniewaz
Bewertet mit 3.5 Sternen
Ich fand den Klappentext total spannend und war sehr gespannt auf die ganze Geschichte. Den Anfang als Christiana Witt mit einem ungewöhnlichen Problem zu dem Psychologen Dr. Stefan Heimer kommt, fand ich interessant. Sie berichtet, dass ihr Mann, ebenfalls Psychologe, sie zu einer Abtreibung nötigt, weil er glaubt, dass er am Tag der Geburt seines Sohnes sterben muss.
Nach dem ersten Drittel ließ für mich die Spannung deutlich nach. Interessant fand ich die Forschung über die Möglichkeit der Gedächtnismanipulation von Professor Witt. Die Möglichkeiten, die eine solche Veränderung von Erinnerungen sowohl im positiven als auch im negativen Sinn haben kann, fand ich beängstigend. Und wie oft auch im wahren Leben werden diese Möglichkeiten am schnellsten von falschen Gruppierungen erkannt, wie hier von der Mafia.
Im weiteren Verlauf verhielten sich die Protagonisten für mein Verständnis teilweise irrational. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass niemandem zu trauen war. So richtig warm konnte ich auch mit keiner der handelnden Personen werden.
Ich weiß immer noch nicht so genau was ich von dieser Mischung aus Psychothriller mit Einschüssen eines Liebesromans halten soll. Daher gibt’s von mir trotz der wirklich interessanten Thematik für dieses Erstlingswerk von Edward Poniewaz nur 3,5 Sterne.
Klufti wagt sich aufs politische Parkett
Lückenbüßer von Volker Klüpfel; Michael Kobr
Ich hatte das Warten auf einen neuen Kluftinger aus den Federn von Klüpfel und Kobr schon fast aufgegeben, aber nun ist er da der 13. Kluftinger.
Bei einer Übung unter Kluftingers Leitung kommt ein Polizist ums Leben. Bei der Aufklärung wie es dazu kommen konnte, treffen Klufti und seine Kollegen auf einige zweifelhafte Mitmenschen.
Neben den Ermittlungen ist der Interims-Polizeipräsident noch im Wahlkampf für den Gemeinderat gefordert. Er hatte sich zwar nur per forma aufstellen lassen, aber als sich auch sein persönlicher Kontrahent Langhammer zur Wahl stellt, erwacht Kluftis Ehrgeiz. Aber genau wie bei der Übung läuft auch hier einiges aus dem Ruder.
Wie bereits bei den Vorgängern habe ich mich über typische Kluftinger-Dialoge amüsiert. Aber auch seine Unkenntnis in Sachen moderner Techniken oder veganer Ernährungsweisen brachten mich zum Schmunzeln. Allerdings fand ich, dass die Jagd nach dem Mörder immer wieder in den Hintergrund trat und vom Wahlgeschehen in die zweite Reihe beordert wurde. Für mein Dafürhalten hätte dies etwas kürzer gestaltet werden können.
Der Schreibstil der Autoren ist wie gewohnt, flüssig und zügig zu lesen. Aktuelle Themen wie Corona-Leugner, Impfgegner, Rechtsradikalismus und die negativen Auswirkungen sozialer Medien wurden glaubwürdig in den Krimi integriert.
Ich habe die Zeit mit Kluftinger und seinem Team genossen. Aber mir persönlich fehlte es etwas an Spannung und ich fand die Wahlkampfpassagen zeitweilig zu langatmig. Daher gibt es von mir dieses Mal nur vier Sterne.
Ungewöhnlich, mysteriös, lesenswert
Der längste Schlaf von Melanie Raabe
Ich kannte bisher nur die Krimis/Thriller von Melanie Raabe und war sehr gespannt auf dieses Werk aus einem anderen Genre. Aber bis zum Schluss bin ich mir nicht sicher welchem Genre ich dieses Buch zuordnen würde.
Es ist schwer, ohne zu spoilern, eine dem Buch gerecht werdende Rezension zu verfassen.
Die Neurowissenschaftlerin Mara forscht zu dem Thema Schlaf und Schlaflosigkeit. Unter letzterem leidet sie selbst seit langem. Als Kind hatte sie prophetische Träume und diese scheinen sich jetzt wieder einzustellen. Außerdem ereignen sich Dinge, die ich in den Bereich von Fantasy und Mistery einordnen würde, beides nicht meine Welt. Hier jedoch entwickeln sie einen gewissen Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte. Vielleicht muss man auch nicht allem auf den Grund gehen und erklären können. Und zwischendurch werden immer wieder wissenschaftliche Fakten zu dem Grundthema eingebunden.
Den Schreibstil von Melanie Raabe habe ich schon bei ihren Krimis geliebt. Sie schreibt so bildhaft, dass mein Kopfkino auf Hochtouren Bilder vor meinem inneren Auge produziert. Gleichzeitig weiß sie Spannung zu erzeugen, um im nächsten Moment feine poetische Sätze einzuflechten.
Egal welches Genre Melanie Raabe gehört definitiv zu meinen Lieblingsautoren und bekommt auch für diesen Roman volle fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Hexische Abenteuer
Felina Fingerhut und das verhexte Schwarze Loch von Katja Hemkentokrax
Felina legt die typischen Verhaltensweisen eines Kinds ihres Alters von 11 Jahren an den Tag. Sie ist manchmal grummelig, unordentlich und hat keine Lust auf Hausarbeit. Dafür möchte sie eine Katze oder nach Disney Land fliegen. In ihren Tagträumen stellt sie sich ihre Traumwelt zusammen mit Zuckerwattewolken, einem Kater Pepper und sie kann fliegen und hexen.
Die beiden letzten Eigenschaften wünscht sie sich nämlich sehr. Eines Tages steht ein Paket auf ihrer Terrasse und damit nimmt das Abenteuer oder soll ich sagen das Unglück seinen Lauf?
Es dauert nicht lange bis Felina mein Herz erobert hat. Wollte ich als Kind doch auch gerne fliegen und hexen wünsche ich mir heutzutage noch manchmal zu können. Ich denke Kinder können sich ebenfalls teilweise in Felina wiedererkennen. Besonders gefallen hat mir, dass Felina im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durchmacht.
Im weiteren Verlauf begegnen wir noch dem etwas verschrobenen Zauberer Stecknadel, der begeistert von der Mathematik und den Zahlen ist. Er scheint ein brummiger Einzelgänger zu sein, hat aber doch ein mitfühlendes Herz.
Und dann ist da noch die Junghexe Wolke, die noch nicht ganz sattelfest im Hexen ist. Dafür sprüht sie vor Lebenslust und kreativen Einfällen. Mit ihr erlebt Felina unglaubliche Abenteuer. Zu Wolke gehört der Kater Knopf, den ich auf keinen Fall unerwähnt lassen möchte.
Katja Hemkentokrax, was für ein Name, hat hier ein tolles und spannendes Kinderbuch voller Fantasie, Magie und Abenteuer mit so vielen unterschiedlichen Charakteren geschaffen. Der bildhafte Schreibstil setzt das Kopfkino in Gang, welches Bilder vor dem inneren Auge entstehen lässt. Ich glaube in ihrem Herzen ist sie wie Felina und möchte auch gerne fliegen und hexen können.
Das Cover ist wunderschön gestaltet und in der Geschichte tauchen die Figuren und Dinge nach und nach auf und so habe ich immer wieder Aha-Momente gehabt. Genauso ist es mit den Illustrationen auf den Cover-Innenseiten. Auch die schwarz-weißen Illustrationen von Phine Wolff innerhalb der Geschichte sind sehr detailliert und verstärken den Text ganz wunderbar.
Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und hoffe auf weitere Abenteuer mit Felina.
Alles ist miteinander verbunden
Indigene Menschen aus Nordamerika erzählen von Eldon Yellowhorn; Kathy Lowinger
Ich bin begeistert von diesem tollen und informativen Buch, in welchem wir einen kleinen Einblick in die Sitten und Gebräuche einiger Indigener Gruppen bekommen. Sie leben seit Jahrhunderten im Einklang mit der Natur, betrachten die Welt als ein Geschenk und bemühen sich, sie gegen alle Widrigkeiten zu bewahren.
Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen werden von Generation zu Generation weitergegeben.
Mich beeindruckt wie ein Teil dieser Menschen mit lokalen Aktionen versucht, den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Als Beispiel nenne ich hier nur die Wiederansammlung der Bisons in der Prärie.
Aufgelockert wird das Buch durch historische und aktuelle Fotos und die Karten, damit die Völker verortet werden können, sind hilfreich.
Ein Buch voller Geschichten und Wissen, welches in Verbindung mit der heutigen Wissenschaft auch nützlich für unsere Zukunft sein kann.











