Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ele:
Zeitsprung
Die verstummte Frau von Karin Slaughter
Die verstummte Frau, Thriller von Karin Slaughter, Ebook, erschienen im HarperCollins-Verlag.
Der 8. Teil der Georgia Reihe.
Eine junge Frau wird brutal vergewaltigt und sterbend zurückgelassen. Alle Spuren verlaufen im Sand, bis Will Trent den Fall übernimmt. Die Ermittlungen führen ihn ins Gefängnis.
Ein Insasse behauptet, wichtige Informationen geben zu können, denn der Angriff gleicht genau der Tat, für die er vor acht Jahren verurteilt worden ist. Bis heute beteuert er seine Unschuld. Die Ermittlungen gehen weit in die Vergangenheit. Eine Person kann Will dabei helfen, den erbarmungslosen Killer zur Strecke zu bringen: seine Partnerin Sara. Aber sobald Vergangenheit und Gegenwart aufeinanderprallen, steht für Will alles, was er liebt, auf dem Spiel.
Dieser Teil um das Ermittlerteam Trent/Linton, ist ein gelungenes Gemisch aus den beiden großen Reihen der Autorin, 30 atmosphärisch dichte Kapitel handeln in zwei Zeitebenen. Durch die mit passenden Überschriften gekennzeichneten Kapitel ist es leicht möglich die verschiedenen Erzählstränge zu erkennen. Für die Fans von K.S. ist es sicher reizvoll, noch einmal zusammen mit Chief Tolliver und Sara zu ermitteln. Ich finde aber, hier hat die Autorin der abgeschlossenen Reihe und dem „Chief“ einen zu großen Part eingeräumt. 2/3 des Buches sind unbedingt ein Highlight für die Fans der Grant County-Reihe, bringt aber den Fall nicht weiter. Im letzten Drittel zieht die Spannungskurve steil an, unvorhergesehene Wendungen detaillierte Schilderungen und ein furioses Ende, hat mich hervorragend unterhalten, da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Das Ende hat mich wirklich überrascht. Slaughter ist eine hervorragende Erzählerin, bildhaft flüssig und nervenzerreißend ohne den Leser zu schonen schreibt sie im auktorialen Stil. Besonders einfühlsam fand ich wie sie die Nöte, Ängste und Gefühle von Vergewaltigungsopfern schildert. Sehr gut dargestellt, die Gegenüberstellung der beiden Partner von Sara Linton, einerseits der smarte Frauenheld Jeffrey und dagegen der unsichere Will. Dabei ist mir wieder bewusst geworden, dass ich Trent gerade mit seinen Zweifeln und Unsicherheiten besonders menschlich und sympathisch finde. Die Figur Lena Adams konnte ich, wieder einmal, nicht leiden. Unprofessionell und menschlich abgründig, kann sie sich immer noch als Ermittlerin behaupten. Obwohl ich nicht alle Teile der beiden Serien kenne, konnte ich mich im Plot bestens zurechtfinden. Als Einzelband finde ich „die verstummte Frau“ jedoch nicht geeignet. Während der Lektüre habe ich mir des Öfteren über den Titel Gedanken gemacht, um wen es sich bei der verstummten Frau wohl handeln könnte, auch das wird zum Ende hin aufgeklärt und diese Erklärung hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt finde ich den Thriller wieder gut gelungen, habe aber schon bessere Bücher aus der Feder Slaughters gelesen. Eine Leseempfehlung und 4 von 5 möglichen Sternen.
Dühnfort als Profiler
Ich bin dein Tod von Inge Löhnig
Ich bin dein Tod, Kriminalroman von Inge Löhnig, 306 Seiten, erschienen bei Ullstein ebooks.
Der 9. Teil der Kommissar Dühnfort Reihe.
Ein Mörder schickt seinen Opfern skurrile Nachrichten bevor er sie tötet. Kommissar Dühnfort hat gerade seine neue Stelle in der Abteilung Operative Fallanalyse angetreten und ihm fehlt die tägliche Ermittlungsarbeit.
Als das Team der Profiler im Laufe mehrerer Wochen zu verschiedenen Tatorten gerufen wird, erkennt er als Erster den Zusammenhang. Doch sein Vorgesetzter glaubt nicht an einen Serienmörder. Kann sich Dühnfort durchsetzen?
Schon der Prolog hat mich erwischt und gewährt einen packenden Einstieg in den Roman. 49 spannende Kapitel, mit Ort und Datum überschrieben, garantieren dem Leser, jederzeit den Überblick zu behalten. Schlagfertige Dialoge und ein spannender und bildhafter Schreibstil lassen die Seiten nur so dahinfliegen. Aufgeteilt in verschiedenen Zeitebenen und mehrere Erzählstränge sorgt dafür, dass man den Reader kaum aus der Hand legen will, die Kapitel aus der Tätersicht und die dazwischen gestreuten Videobotschaften haben mich nicht mehr losgelassen, ein Pageturner der Spitzenklasse.
Die Lektüre dieses Dühnfort Krimis habe ich außerordentlich genossen und ich fühlte mich hervorragend unterhalten. Des Öfteren habe ich vor Spannung die Luft angehalten. Die Videobotschaften haben mich tief betroffen gemacht, trotz der Kapitel aus Tätersicht konnte ich bis zum Schluss nicht erahnen um wen es sich beim „Jäger“ eigentlich handelt. Plottwists und ein unvorhersehbares Ende ließen mich den Reader erst aus der Hand legen als der Schlusspunkt gesetzt war. Ich habe ständig mitgefiebert und gehofft, dass der Täter seine Serie zu Ende führen wird. Die Auflockerung durch die Beschreibung der privaten Ereignisse der Familie Dühnfort habe ich genossen, die kleine Tochter von Gina und Tino ist mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen. Gefreut habe ich mich auch, dass der Protagonist jetzt wohl beruflich am Ziel angekommen ist und sich bei den neuen Kollegen wohl fühlt. Privat ist noch einiges zu erwarten, da am Ende ein ordentlicher Cliffhanger platziert war, natürlich werde ich diese Reihe nicht nur aus diesem Grund weiterverfolgen. Die meisten Charaktere, auch den „Jäger“ fand ich sympathisch, ihre Handlungen konnte ich durchaus nachvollziehen. Die Masche der Loverboy-Mafia jedoch ist abstoßend und hat mich immer wieder aufgebracht, die Videobotschaften waren für mich kaum zu ertragen, das hat mich extrem berührt. Die Spannung die schon von Anfang an vorhanden ist hat sich bis zum fulminanten Ende gesteigert. So wünsche ich mir gute Krimis. Das können mir die Romane der Autorin immer wieder gewährleisten, Opfer an verschiedenen Orten, unterschiedliche Tatwaffen, Todesumstände immer wieder anders, Inge Löhnig schafft es immer wieder mich zu verblüffen. Obwohl ich noch nicht alle Fälle (die älteren) aus der Dühnfort Reihe kenne, was ich aber sicher noch nachholen werde, konnte ich dem Geschehen jederzeit folgen.
Das Buch kann auf jeden Fall als Einzelband gelesen werden, da aber die Reihe aufeinander aufbaut wäre es schade, die Bücher nicht hintereinander weg zu lesen. Gerne möchte ich wissen wie es bei den Dühnforts weitergeht und bin beim nächsten Band sicher dabei. Eine absolute Leseempfehlung für Krimi-Leser und besonders für die Fans der Reihe und verdiente 5 Sterne.
Vier Frauen - ein gemeinsamer Wunsch
Die Wunderfrauen - Alles, was das Herz begehrt von Stephanie Schuster
Die Wunderfrauen – Alles was das Herz begehrt, Frauenroman aus der Zeit des Wirtschaftswunders von Stephanie Schuster, 472 Seiten, erschienen im Fischer Verlag.
Vier Frauen zu Beginn des Wirtschaftswunders, haben etwas gemeinsam, den Wunsch endlich wieder glücklich zu sein.
Der Krieg und die entbehrungsreiche Zeit danach sind nun endlich vorbei.
Nach dem Tod ihrer Schwiegermutter, träumt Luise Dahlmann von einem eigenen kleinen aber feinen Lebensmittelgeschäft. Nach den Jahren des Verzichts soll es da alles geben was das Herz begehrt. Kann sie ihren Mann davon überzeugen? Drei Frauen kreuzen dabei immer wieder ihren Weg. Marie, die frühere Gutsbesitzertochter, vertrieben aus Schlesien. Annabel von Thaler, die wohlhabende Arztgattin und die junge Lernschwester Helga Knaup. Jede der vier Frauen versucht auf ihre Weise, ein Stück vom Glück zu ergattern.
Jede der einzelnen Damen erzählt ein Stück der Geschichte aus ihrer Sicht, abwechselnd ist Jeder ein Kapitel gewidmet. Dadurch ist es dem Lesenden möglich sich einen Überblick über das gesamte Geschehen zu verschaffen. Durch die einzelnen Schriftarten gibt es dem Buch ein lebendiges aufgelockertes Bild. Ladenschilder und Werbetexte z.B. in Schönschrift. Kursiv sind Liedtexte englische Phrasen. Filmtitel oder Zeitschriften gekennzeichnet. Besonders aufschlussreich fand ich die Notizen aus Luises Notizheften, zwischen den einzelnen Kapiteln. Mit Rezepten, Ladentipps, Lebensmittelgesetzestexten usw. einfach alles was Luise wert war festgehalten zu werden. In der vorderen und hinteren Klappe befinden sich, eine Personenliste und auch Bilder, damit man sich den Tante Emma Laden wie er damals aussah, gut vorstellen kann. Durch die schlagfertigen Dialoge z.T. in bairischem Dialekt (z.B. Dschamsterer, Goaßmilli, Manschgerl) wurde die Geschichte zusätzlich aufgelockert und belebt.
Dieses Buch hat mich bestens unterhalten, es war leicht und flott zu lesen, kaum begonnen konnte ich es innerhalb eines Tages lesen und erst aus der Hand legen nachdem der Schlusspunkt gesetzt war. Immer wieder habe ich mich in die Jugendzeit meiner Eltern, die ich aus ihren Erzählungen kenne, zurückgebracht gefühlt. Nierentische, Petticoats, die Musik, Halbstarke, Zeitschriften usw.. Stephanie Schuster ist es perfekt gelungen, den Zeitgeist der frühen 50er Jahre einzufangen. Ihr bildhafter Erzählstil hat mich gefesselt. Die Beschreibung z. B. des Tante Emma Ladens hat mich an einen Ort zurückgeführt, an den ich mich aus meiner Kindheit noch gut erinnern kann. Auch die Sonnenfinsternis 1954 und das „Wunder von Bern“ haben einen Platz im Buch gefunden.
Die Lebensgeschichten der Charaktere sind berührend und erinnern an eine Zeit in der Frauen noch das Einverständnis ihres Mannes brauchten um arbeiten zu dürfen, oder Alleinerziehende junge Mütter einen schweren Stand hatten. Luise Dahlmann tüchtig und fleißig, steht für die zupackenden und tatkräftigen starken Frauen dieser Zeit. Besonders ergreifend fand ich das Schicksal der heimatvertriebenen Marie, die in Bayern ein neues Leben beginnt. Helga steht für eine junge moderne Frau, die selbstbestimmt und ohne die Annehmlichkeiten einer wohlbehüteten Tochter einfach frei und unabhängig sein will. Die vierte im Bunde Annabel von Thaler ist die Gattin eines angesehenen Arztes mit eigener Klinik, die nur für die Behaglichkeit ihres Mannes und für ihren Sohn lebt. So unterschiedlich die Frauen und ihre Schicksale auch sind, trotzdem sind sie Freundinnen geworden und in den weiteren Büchern der Trilogie ist deshalb m.E. noch viel zu erwarten.
Ein Wohlfühlbuch voller Zeitgeist und spannender Geschichten, geeignet für Leserinnen und auch Leser, die wie ich gerne in den Wirtschaftswunderjahren schwelgen oder mehr darüber erfahren wollen. Da sich am Ende ein Cliffhänger angebahnt hat, werde ich die Trilogie auf alle Fälle weiter verfolgen. Dafür von mir 5 Sterne.
Die Höhle der Löwin
Die Marschallin von Zora del Buono
Die Marschallin, Familienroman von Zora del Buono, 382 Seiten, erschienen bei C.H. Beck
Die Marschallin ist ein farbiger, praller Roman über eine besondere Frau und ein tragisches Familienschicksal.
Zora del Buono hat diesen Familienroman aus der Sicht ihrer gleichnamigen Großmutter geschrieben. Die Slowenin Zora lebt hat ihrem Mann Pietro, einen Radiologie-Professor, zum Ende des 1.
Weltkriegs kennengelernt. Sie lebte mit ihm in Bari in Süditalien, wo sie, beide überzeugte Kommunisten, ein großbürgerliches und doch politisch engagiertes Leben im Widerstand gegen den Faschismus Mussolinis führen. Zora ist herrisch, selbstbewusst und begabt, eine Bewunderin Titos. Dem sie Waffen zu liefern versucht. Allen in ihrer Umgebung drückt sie ihren Stempel auf. Ihr Leben, das ihrer Kinder und Enkel, vollzieht sich in einer Zeit der Kriege und Gewalt, die unsere Welt bis heute prägen.
Das Buch teilt sich in zwei Abschnitte, der erste lange Teil gliedert sich in Leseabschnitte, die mit Ort und Datum überschrieben sind, von Mai 1919 bis September 1948. Im kurzen Zweiten Teil, einem Schlussmonolog von 1980, der ein einziges langes Kapitel umfasst, erzählt die alte Zora, die inzwischen in einem Altenheim untergebracht ist, ihre Geschichte zu Ende. Zum Glück ist zu Anfang des Buches ein Personenverzeichnis aufgeführt, ohne dem ich wohl den Überblick in der Geschichte komplett verloren hätte. Fremdsprachliche Ausdrücke (vermutlich slowenische), italienische Phrasen, lateinische Zitate, sind kursiv gedruckt aber nicht alle übersetzt, zum allgemeinen Verständnis hätte ich mir das gewünscht. Die einzelnen Kapitel sind hauptsächlich aus der Sicht der Protagonistin Zora geschrieben, aber im Wechsel, z. T. innerhalb eines Kapitels auch von anderen Charakteren, was mich absolut verwirrt hat.
Leider hat mich das Buch nicht fesseln können, die Lektüre war harte Arbeit für mich. Oft beginnen die Kapitel mitten in einer Geschichte, setzen Fakten voraus, die dann zum Ende hin vollständig aufgeklärt werden, manchmal verliert sich auch der Faden, die handelnden Personen und Gegebenheiten verschwinden und tauchen auch nicht wieder auf. Jederzeit und ohne Bedauern konnte ich das Buch aus der Hand legen, es war für mich sehr schwer der Erzählung zu folgen, auch die politischen Zusammenhänge haben mich nicht erreicht. An manchen Stellen wurde der Roman wieder etwas spannender, z.B. als die Mauer um das Grundstücks des Familienanwesens zum benachbarten Kloster, verlegt werden sollte. Oder die Episode aus der Bank. Leider ging es danach immer wieder mit Nebensächlichem weiter. Lieblingsfigur war für mich der Ehemann der Protagonistin ein wahrer Gentleman und ein genialer Arzt und Wissenschaftler, die anderen Figuren waren unsympathisch oder nicht genügend tief charakterisiert. Die Protagonistin fand ich schlichtweg „unmöglich“ mit einem starken Willen gesegnet, eifersüchtig nicht nur ihrem Gatten gegenüber sondern auch bei ihren Brüdern und den eigenen Söhnen. Bissig, ungerecht, streitsüchtig eine Despotin. Frauen gegenüber hat sie sich einfach gemein benommen, besonders ihre Schwiegertöchter hatten sehr unter ihr zu leiden. Da konnte ich an manchen Stellen einfach nur noch den Kopf schütteln.
Der Monolog am Ende hat mir am besten gefallen, hier wird noch einiges erklärt, ergänzt und zu Ende erzählt. Doch selbst im Heim, halbseitig gelähmt, benimmt sich Zora noch schlecht gegenüber dem Personal und all denen, mit den sie noch meint abrechnen zu müssen. So ein anstrengendes und wenig unterhaltsames Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Von mir keine Leseempfehlung und wegen des Schlussmonologs und einiger Lichtblicke im Plot, 2 von 5 möglichen Sternen.
Christina backt mit Kindern
Kinder backen mit Christina von Christina Bauer
Kinder backen mit Christina, Kochbuch von Christina Bauer, 176 Seiten, mit Fotografien von Nadja Hudovernik und Katharina Mühlbacher, erschienen im Löwenzahn-Verlag.
Leben. Entdecken. Kosten. Spielen. Spaß haben
Christina Bauer ist bekannt durch ihre Backbücher, ihren Blog und ihre einfachen aber qualitativ hochwertigen Rezepte.
Mit der Zeit ist daraus eine regelrechte Backen-mit-Christina-Bewegung entstanden und Christina ist weit über die Grenzen Salzburgs hinaus bekannt.
Vorliegender Band enthält 30 einfache Rezepte, mit Geling-Garantie und viele spannende Geschichten rund um den Bauernhof. Das Buch gliedert sich in 5 Teile:
1. Eine Einführung
2. Alles über die Zutate
3. 8 Tipps fürs Backen mit Kindern
4. Rezepte
5. Komm mit auf unseren Bauernhof
Im 2. Teil werden die Zutaten und ihre Herkunft bzw. die Herstellung vorgestellt. Vom Mehl über Milchprodukte, Öle und Eiern bis hin zu den Gewürzen, gibt es viel Wissenswertes über die Zutaten zu erkunden die in den anschließenden Rezepten Verwendung finden. Reich bebildert z.B. wie man Butter selbst herstellen kann.
Zu Teil 4: In einfachen und übersichtlichen Schritten werden die Rezepte aufgeführt. Es ist wirklich ganz einfach, nach Vorschrift leckere Brötchen, Hefegebäck, Kuchen, Pizza, Muffins und Kekse mit den Kindern herzustellen. Die Zutaten sind in einer Extraspalte übersichtlich aufgeführt. Die Schokomuffins und Apfeltaschen, sowie die Schneckenbrötchen, die ich ausprobiert habe, waren anhand der Rezepte sehr leicht nachzubacken und das Ergebnis sah genauso aus wie die Backwaren im Buch. Geschmeckt hat es sehr lecker! Die Apfeltaschen musste ich am nächsten Tag noch einmal herstellen, die kamen bei meiner Familie sehr gut an.
Der größte Teil des Buches jedoch ist der 5. Teil. Hier kann man lesen was Bäuerinnen und Bauern auf ihrem Hof machen, z.B. wie die Tiere versorgt werden. Wie ein Jahr auf dem Bauernhof, im Verlauf der Jahreszeiten abläuft. Der Bauerngarten und was dort wächst wird ebenfalls erklärt. Zum Schluss ist beschrieben wie sich Ferien auf einem Bauernhof gestalten könnten.
Das Buch ist wirklich reizend gestaltet und mit wunderbaren Bildern illustriert. Anfangs hat es sehr stechend chemisch gerochen, doch der Geruch war nach einem Tag auf der Terrasse verflogen. Die von mir getesteten Rezepte funktionieren und sind lecker. Kinder aber auch Erwachsene können mit diesem Buch das Leben auf dem Bauernhof gut kennenlernen. Und nebenher lernen wie man selbst Butter, Joghurt und auch Marmelade herstellen kann. Für Leser die mit ihren Kinder backen wollen hervorragend geeignet. Leider habe in diesem Buch etwas anderes gesucht. Ich wollte einfache Rezepte nach den bewährten Christina Rezepten, die man mit Kindern einfach nachmachen kann. Die ganzen Informationen drum herum über Landwirtschaft und Leben auf einem Bauernhof, haben mich nicht interessiert. Dafür sind mir 30 Rezepte einfach zuwenig gewesen. Ich werde dieses Buch an eine Bekannte weitergeben, die mit ihrer Familie auf dem Bauernhof lebt, Ihre Kinder sind auch im Alter der Bauer-Kinder. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein wenig enttäuscht bin. Ich habe einfach etwas anderes erwartet. Von mir deshalb 3 Sterne.
Operation Judas
Der rote Judas von Thomas Ziebula
Der rote Judas, Kriminalroman von Thomas Ziebula, 380 Seiten, erschienen im Wunderlich Verlag.
Leipzig 1920, der Krieg ist vorbei, das Töten nicht.
Paul Stainer kehrt aus der Kriegsgefangenschaft nach Leipzig zurück. Dort kann er sofort als Kriminalinspektor an seinen alten Arbeitsplatz in die Wächterburg in Leipzig zurückkehren.
Der schwer traumatisierte Stainer, wird mit einer mysteriösen Mordserie konfrontiert. Bei den Ermittlungen zusammen mit seinem jungen Kollegen Junghans, scheint es, als ob die Kriminaler direkt in ein Wespennest gestochen hätten, denn sie sind bei ihren Nachforschungen in Bereiche gestoßen, die den Widerwillen gewisser Amtsträger erregen. Was hat es mit der „Operation Judas“ auf sich?
64 spannende Kapitel aufgegliedert in zwei Teile, I – der Heimkehrer und II – der Ermittler. Obwohl durch die zahlreichen Charaktere und diverse Erzählstränge am Anfang etwas Verwirrung gestiftet wurde, hat es nicht lange gedauert und Lesefluss hat sich eingestellt. Durch die auktoriale Erzählweise schafft es Ziebula trefflich, die Ansichten der Täter wie auch die der Ermittelnden Beamten von allen Seiten zu beleuchten. Durch die bildhaften Beschreibungen z.B. S.10 Und dann beugte er sich so tief über die Schreibmaschine, als wollte er die Stirn hineinhauen, und seine Finger hieben, stachen und hämmerten weiter in die Tasten, und alles, was er sah, hörte und roch, verwandelte sich in Sätze und Absätze, und füllte Seite um Seite. Und durch den flüssigen Erzählstil fliegen die Seiten nur so dahin. Ich fühlte mich bestens unterhalten, die schlagfertigen Dialoge beleben die Geschichte.
Aktuell gibt es immer wieder Bücher, die in der Zeit zwischen den großen Kriegen angesiedelt sind. Ich bin eine begeisterte Leserin davon. In vorliegendem Band hat es der Autor hervorragend verstanden, Lokal- wie auch Zeitkolorit dem Leser nahezubringen, die politischen Geschehnisse der Weimarer Republik, die Versailler Verträge, Abdankung des Kaisers, Russische Revolution und Frauenwahlrecht kommen zur Sprache und lassen keine Zweifel in welcher Aera, die Handlung spielt. Eine bewegende Zeit, deutscher Geschichte. Besonders gut gefallen hat mir die Figur Paul Stainer, seine posttraumatische Belastungsstörung und die damit verbundenen Albträume und Halluzinationen sind glaubhaft und nachvollziehbar geschildert. Alle Charaktere sind hervorragend gezeichnet und haben Tiefe, die guten wie die Bösen. Unvorhergesehene Geschehnisse konnten mich immer wieder überraschen, Spannung ist vorhanden. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Faszinierend waren die Methoden, die den Ermittlern zu der Zeit zur Verfügung standen, da liefern sich Gangster und Polizei, Schießereien auf offener Straße, Einbrecher haben noch Stethoskope und Schweißbrenner dabei. Täter flüchten mit der „Elektrischen“. Das alles hat mir gut gefallen.
Ein weiterer interessanter Aspekt, die Lage der Ehefrauen, die in Kriegszeiten und evtl. anschließender Gefangenschaft ohne Nachricht und Lebenszeichen ihrer Männer neue Beziehungen eingingen und bei der Rückkehr ihrer Gatten somit heikle Situationen geschaffen haben.
Gerne würde ich Paul Stainer und seinen sympathischen Kollegen Siegfried Junghans noch auf weitere spannende Ermittlungen begleiten, da hoffe ich mal auf weitere Folgen. Vorliegendes Buch hat mich auch auf die anderen Bücher Ziebulas, seine Gedichtbände, Kinderbücher und Fantasy-Epen neugierig gemacht. Eines ist gewiss, „Kriminalromane“ kann er hervorragend und deshalb dafür 5 verdiente Sterne.
Der 4. Fall für Leander Lost
Schwarzer August von Gil Ribeiro
Schwarzer August, Kriminalroman aus der Lost in Fuseta-Reihe von Gil Ribeiro, ebook, Kiepenheuer & Witsch.
Bombenstimmung an der Algarve, Leander Lost ist in Fuseta angekommen.
Leander Lost, Asperger und Austauschkommissar aus Deutschland hat es geschafft, seine Kollegen bei der Policia Judicária und auch die Bewohner von Fuseta sind von dem ungewöhnlichen wie auch liebenswerten Menschen begeistert.
Soraia, die Schwester seiner Kollegin Graciana hat es ganz besonders erwischt. Sie folgt ihrem Herzen und zieht zu Lost in die Villa Elias. Doch schon bald wird die sommerliche Idylle gestört. Im Hinterland der Algarve explodiert eine Autobombe, zwei Tage später explodieren drei Thunfisch Trawler im Hafen von Olhao. Ist der islamistische Terror nun auch in Portugal angekommen? Graciana Rosado, Carlos Esteves, und Leander Lost stehen vor einem Rätsel. Wer ist der raffinierte Bombenleger der Katz und Maus mit den Ermittlern spielt? Mit portugiesischer Menschenkenntnis und Leanders Kombinationsgabe kommen sie dem Täter immer näher.
Mit ein paar erläuternden Worten war es nicht schwierig schon ganz zu Beginn in Lesefluss zu kommen. Die Spannung beginnt mit einem (Bomben)Knall und zieht sich extrem hoch bis zum atemberaubenden Schluss. Man merkt dem Autor seine Liebe zu Portugal und der Algarve, durch seinem bildhaften und begeisterten Schreibstil an. Dem Leser ist zu jeder Zeit bewusst, wo sich die Handlung abspielt. Die Landschaft prägt den Charakter der handelnden Figuren. Eine Mischung aus Spannung, Situationskomik und eine gehörige Portion portugiesischer Lebensart, die Figuren, nicht nur die guten, sind sympathisch und handeln nachvollziehbar.
Die Charaktere waren voller Leben und handelten zu jeder Zeit glaubwürdig. Mein besonderer Liebling, Leander Lost, der eine erstaunliche Entwicklung gemacht hat. Toll, wie es Ribeiro schafft, die Stimmungen und Eindrücke eines Menschen mit Asperger Syndrom zu beschreiben. Natürlich trägt Lost, mit seinen besonderen Fähigkeiten wieder entscheidend zur Lösung des Falles bei. Er ist eine Bereicherung für die Kollegen und wird deshalb auch ganz besonders von ihnen geschätzt. Portugiesische Phrasen und Palindrome sind in kursiver Schrift gekennzeichnet. Der Handlungszeitraum von 8 Tagen ist in 30 Kapitel aufgeteilt, alle in idealer Leselänge. Der Autor hat den auktorialen Erzählstil gewählt, deshalb ist der Überblick über das Geschehen zu jeder Zeit umfassend möglich. Mittlerweile bin ich ein Fan der Fuseta-Reihe geworden. Bei den abendlichen Treffen auf der Dachterrasse der Rosados wäre ich auch gerne dabei, gerade da kommt das portugiesische Lebensgefühl sehr gut zur Geltung. Der Fall hat wieder Tiefe und macht Sinn, genau das schätze ich bei den Krimis dieser Reihe. Voller Vorfreude warte ich auf eine weitere Fortsetzung und bin auf alle Fälle wieder dabei, wenn Lost und Co. wieder in Fuseta ermitteln. Deshalb von mir 5 von 5 möglichen Sternen.
Trina bleibt
Ich bleibe hier von Marco Balzano
Ich bleibe hier, Roman von Marco Balzano, EBook 197 Seiten, erschienen im Diogenes Verlag.
Balzanos Geschichte ist eine Geschichte des Widerstands und der engen Verbundenheit mit der Heimat.
Trina ist eine junge Frau aus Graun im Vinschgau, sie will Lehrerin werden, doch Mussolini und die Italianisierung Südtirols kamen dazwischen, es durfte kein deutscher Unterricht mehr stattfinden so konnte Trina keine Anstellung als Lehrerin bekommen, alles bekam italienische Namen und die deutsche Sprache war verboten, die Faschisten verfolgten diese Vorschriften mit bitterer Härte.
Trina heiratet und bekommt Kinder, doch als der 2. Weltkrieg beginnt, wird ihr Erich eingezogen, sie flieht mit ihm in die Berge, um seinem Dienst in der Wehrmacht zu entgehen. Eine Region in der Faschismus und Nationalsozialismus direkt aufeinanderfolgen. Als der Krieg vorbei ist, beginnt der Bau des Stausees, der immer wieder aufgeschoben wurde. Politisches und ökonomisches Interesse wird durchgesetzt, ohne dass die Bevölkerung etwas dagegen ausrichten kann. Viele gehen fort, aber Trina bleibt hier.
Das Buch ist mir in erster Linie, wegen des gut gewählten Coverbildes aufgefallen. Bei unseren Reisen nach Südtirol, sind wir schon oft am Reschensee vorbeigekommen, in dem der Kirchturm des überschwemmten Dorfes Graun aus dem Wasser ragt. In Zukunft werde ich diese Touristenattraktion mit anderen Augen betrachten. Am Anfang ist eine Karte eingezeichnet, die ich aber beim EBook nicht nutzen konnte. Der Plot ist in 3 Teile aufgeteilt: 1. Die Jahre, 2. Die Flucht, 3. Das Wasser. Innerhalb dieser Teile gliedert sich der Roman in diverse überschaubare Kapitel, die mit Kapitelzahlen versehen sind. Balzanos Landschaftsbeschreibungen ziehen den Leser hinein in diese Erzählung. Er bedient sich des Personalen Erzählstils aus Sicht der Protagonistin, Trina erzählt ihre Geschichte, die ihrer Angehörigen und die ihres Dorfes so, als schreibe sie Briefe, die an ihre Tochter gerichtet sind. Von der Charaktertiefe der Protagonistin und der anderen Figuren bin ich beeindruckt. Jeden einzelnen Charakter, ein Beispiel - die des Ingenieurs mit Hut, konnte ich mir bildhaft vorstellen. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor seine Figuren in die Handlung integriert hat, so authentisch glaubhaft, dass man meint, genauso ist es auch passiert – lebendig und flüssig zu lesen.
An einem Tag habe ich das Buch gelesen, ich konnte den Reader kaum aus der Hand legen, in der Zwischenzeit hat mich das Gelesene nicht losgelassen. Auch nach der Lektüre wird mich das Buch noch eine Zeit lang beschäftigen, es hat mich auch zu weiteren Recherchen angeregt. Immer wieder haben mich einzelne Szenen oder Sachverhalte erschüttert, zu Tränen gerührt oder nachdenklich gemacht. Nie wieder werde ich am Reschensee vorbeikommen, ohne an das unsägliche Leid und die Ungerechtigkeit zu denken, das den Bewohnern von Reschen und Graun widerfahren ist. Den beschriebenen kleinen Friedhof oberhalb des Dorfes in den die Toten umgebettet wurden habe ich selbst schon besucht. Die Geschichte Südtirols fasziniert mich schon lange, dies ist ein wichtiger Abschnitt davon. Die heimlichen „Deutschschulen“ nach dem ersten Weltkrieg kannte ich von den Erzählungen unseres „Gastgeber-Uropas“. Ein wahrlich schmerzliches Kapitel in der Geschichte Italiens. Der Roman erzählt über den jahrhundertelangen Kampf der Bergbewohner um ihre Heimat und über ihr hartes Leben. Die Geschichte der Bewohner Südtirols und besonders der Orte Graun und Reschen, wird in diesem wunderbaren Buch anschaulich und nachvollziehbar anhand der Lebensgeschichte Trinas erzählt. Berührend und nachdenklich machend. Eine absolute Lese- und Kaufempfehlung, von mir 5 wohlverdiente Sterne.
12 Minuten
Ich bleibe hier von Marco Balzano
Todestreue, Krimi von Jörg Reiter und Peter Gallert, EBook 313 Seiten, erschienen im Ullstein-Verlag.
Ein emotionaler Fall für einen außergewöhnlichen Ermittler: Polizeiseelsorger Martin Bauer.
Martin Bauer Polizeiseelsorger in Elternzeit ist mit der aktuellen Situation zufrieden, er kümmert sich liebevoll um seine kleine Tochter Marie und hält sich vom Seelsorge-Dienst bei der Polizei fern.
Da bittet ihn seine Frau, sich um Leon Berger zu kümmern. Er ist der Verlobte ihrer Bekannten, Yildiz. Drogenkriminalität, eine mysteriöse Motorradgang und eine brutal ermordete Frau, Berger steckt in großen Schwierigkeiten. Und schon bald wird klar: Bauer ist Leon Bergers letzte Hoffnung.
52 absolut spannende Kapitel in idealer Leselänge, ein bildhafter flüssiger Schreibstil in auktorialer Erzählweise verfasst, haben mich wieder einmal hervorragend unterhalten. Schon zu Beginn gibt es eine kurze Zusammenfassung der wissenswerten Fakten aus den Vorgängerbänden, schon hat sich Lesefluss eingestellt und vorliegender Teil kann gut als Einzelband gelesen werden. Begriffe aus dem Polizeijargon und Eigennamen aus der Biker-Szene sind kursiv gedruckt und somit deutlich hervorgehoben. An den passenden Stellen, sind wiederum Bibelzitate mit Quellangaben eingefügt, das gefällt mir bei dieser Reihe ganz besonders. Der Plot ist zu jederzeit nachvollziehbar und glaubhaft. Die Spannung beginnt auf den ersten Seiten, steigert sich mit jedem Kapitel, deshalb habe ich die letzten 100 Seiten am Stück und die halbe Nacht hindurch, fertiggelesen. Keine Chance das Buch aus der Hand zu legen. In diesem Fall müssen die Beteiligten, vor allem Martin Bauer ordentlich was wegstecken. Die Geschichte ist nervenzerreißend spannend, aber weder unerträglich brutal noch abstoßend beschrieben.
Alle Figuren handeln nachvollziehbar und authentisch. Die Personen aus den vorangegangenen Büchern haben sich charakterlich enorm weiterentwickelt. Die Protagonisten Martin Bauer und Verena Dohr, sind in ihrer Ermittlungsarbeit einfach unschlagbar, auch wenn sich die Zusammenarbeit manchmal schwierig erweist. Die Polizeiarbeit ist glaubhaft beschrieben, so als ob man den zuständigen Beamten bei ihrem Tun, stets über die Schulter blicken würde. Mein „Lieblingsunsympath“ Karman hat sich wieder einmal von seiner schlechtesten Seite gezeigt, aber auch das macht dem Leser viel Vergnügen. Die neuen Charaktere, die guten wie die bösen sind hervorragend gezeichnet, jede einzelne Figur konnte ich mir prima vorstellen. Besonders Leon Berger und seine Verlobte Yildiz habe ich richtig ins Herz geschlossen.
Die Bücher des Autorenduos bestechen durch ihre ganz besondere Beschreibung des Settings. Wieder einmal konnte ich mir die „Schrottinsel, den Thronoi im Kantpark, oder die Rheinorange-Skulptur bildhaft vorstellen. Jedes Buch der Autoren handelt in einem eigenen Milieu, diesmal haben sie als Hintergrund die Biker-Szene und die Binnenschifffahrt gewählt. Chapeau!
Ich hoffe, dass die Reihe fortgesetzt wird und freue mich schon auf einen weiteren Fall mit Polizeiseelsorger Martin Bauer. Für „Todestreue“ vergebe ich brillante 5 Sterne.
Urga auf der Suche nach dem Glück
Aufgetaut von David Safier
Aufgetaut, Roman von David Safier, 336 Seiten, erschienen im Kindler-Verlag.
Eine Frau aus der Steinzeit sucht das Glück.
Urga, eine Steinzeitfrau war über dreiunddreißigtausend Jahre zusammen mit einem Babymammut in einem Eisblock eingefroren. Durch die Erderwärmung löst sich der Eisblock und wird an Bord des Kreuzfahrtschiffes Arctica 2 genommen.
Nach dem Auftauen, begegnet sie Felix Sommer jr., seiner Tochter Maya und dem alten Seebären Kapitän Øyvind Lovskar. Sommer hat kein gutes Händchen in geschäftlichen Dingen und Lovskar ist auch nicht glücklich, denn seine Frau hat ihn verlassen. Schon bald kommt Cryogenics und Amanda Cole, die eine Kryotechnik-Firma leitet dahinter und wollen Urga für die Wissenschaft gewinnen. Auf der Suche nach dem Glück und auf der Flucht vor den Wissenschaftlern führt die Gefährten eine Irrfahrt aus der Arktis über Indien bis nach Italien.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, dementsprechend schnell hatte ich es gelesen. Die Kapitel sind kurz und in angenehmer Leselänge, der Autor beschreibt im auktorialen Stil, das ist sehr hilfreich, denn der Leser hat dadurch Gelegenheit, die Gedanken und Innenansichten eines jeden Handelnden genau zu kennen. Zitate, Gedanken Eigennamen sind kursiv geschrieben und somit deutlich hervorgehoben. Safier schreibt sehr bildmalerisch, das Setting und auch die handelnden Personen konnte ich mir hervorragend vorstellen, oft verwendet er umgangssprachliche Begriffe z.B. ..,.das Dolle is…., die Zahnspange die an die Stacheldrähte von Verdun erinnert. Das lustige Kauderwelsch der Steinzeitfrau Urga gefiel mir, Sätze wie: „Verzeih mir, weil ich gefeigen Ohr dich“ oder die Worte Matschepampe und schnabbeln, ließen mich immer wieder schmunzeln. Ich habe alle Bücher aus der Feder Safiers gelesen und ich finde, vorliegender Roman gehört zu den besten. So kenne ich seine Bücher und so mag ich sie. Zwar nicht gerade realistisch, doch durchaus mit Tiefe. Witzig, herzlich und hier sogar mit einigen Lebensweisheiten. Auch die Figuren haben durchweg eine enorme Entwicklung durchgemacht. Besonders Felix, dessen Name ohnehin schon „der Glückliche“ bedeutet, auch Bruce der Wachmann oder Amanda, die durch ihre Krankheit ihr Päckchen zu tragen hat, sie alle sind bessere Menschen geworden, Urga und Lovskar sowieso. Am putzigsten und somit meine Lieblingsfigur war das Babymammut Trö. Seine Gedanken haben mich köstlich amüsiert. (Neue Mama hat so kuschelig haarige Beine). Nicht gut weggekommen bei mir ist allerdings Felix Sommer senior, einfach unsympathisch und der Bösewicht im Buch. Geeignet für Safier-Fans, als Geschenk und mit einem Augenzwinkern zu genießen. Zwei winzige Kritikpunkte von mir, wie schnell Urga unsere Sprache gelernt hat und die Szene im Hafenbecken fand ich ein wenig zu unglaubwürdig bzw. übertrieben, dafür möchte ich einen Punkt abziehen. Von mir deswegen 4 Sterne.










