Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Schöne Reime, kunstvolle Illustrationen
Alice im Wunderland von Lewis Carroll
In dieser Serie werden Klassiker in Form eines Pappbilderbuches für Kleinkinder angeboten.
Der bauschige weiße Rock schwebt am oberen Bildrand, unten heraus kommen die gestreiften Beine, darunter ist der rote Pilz zu sehen. Ein ungewöhnliches Cover wird uns hier geboten.
Alice und ihre Schwester sitzen im Gras als das weiße Kaninchen vorbeirennt, Alice läuft ihm hinterher und im Bau fällt sie in ein Loch.
Zunächst wird Alice „klein wie eine Maus“, dann groß wie ein Riese. „Da weint Alice o weh, o weh! Aus ihren Tränen wird ein See.“ So kann sie sich schwimmend befreien. Sie trifft dann Frau Raupe, die ein Frauengesicht hat und ein Kopftuch trägt. Bei der Herzogin verwandelt sich das Baby in ein Schwein. Danach taucht die Grinsekatze auf. Ein beeindruckendes Bild, grinsend zeigt sie ihr großes Gebiss und in ihren Augen spiegelt sich Alice. Es folgt der 5-Uhr-Tee, danach malen die Gärtner die Rosen an. Die Herzkönigin gibt dem Buben die Schuld und Alice flieht vor ihr. So endet da Buch mit dem Reim „Sie liegt im Schatten unterm Baum, es war nur ein verrückter Traum.“
Kurze sehr schön gereimte Texte erzählen die bekannte Geschichte von Alice auf elf Doppelseiten, bei den kunstvollen Illustrationen dominiert rotorange. So kann schon Vorschulkinder dieses Buch der klassischen Weltliteratur näher gebracht werden.
Kreativität fördern
Fuchseline´ s Malbuch von Fuchseline aus dem Wienerwald
Eine Frage, die die Kinder sicher interessieren werden, denn nicht alle Eltern können ihren Kindern ihren Arbeitsplatz zeigen. Das Buch beginnt mit dem Weg zur Arbeit, wobei mir der Hubschrauber etwas übertrieben scheint, dagegen fehlt der eigene PKW und das Fahrrad.
Dann folgen Büroszenen mit einer Frau und einem Mann, ein Schreibtisch mit Bildschirm und Arbeitsmittel.
Meeting und Teamwork sind die nächsten Überschriften. Eine Präsentation wird gezeigt, eine E-Mail verschickt und eine Videokonferenz wird abgehalten. Zwei leere Handyansichten sollen mit einem Gesprächspartner und eine Selbstporträt gefüllt werden. Die nächsten Seiten sind mit „Freies Malen“ überschrieben und zeigen einfache Utensilien aus dem Büro. „Auswertungen“ zeigen Diagramme, dann können Linien und Formen nachgezeichnet werden. Es folgen Wimmelbilder von gleichen Tieren, die je nach Haltung unterschiedlich ausgemalt werden sollen. Kleine Aufgaben, wie passende Gegenstände verbinden und entscheiden, was schwerer ist, sowie Suchaufgaben folgen. Labyrinthe und Linien nach Zahlen zeichnen finden wir auf den nächsten Seiten, danach wird ausgeschnitten, zunächst Münzen und Geldscheine. Am Ende werden Schatzwürfel gebastelt.
Leider erschöpft sich das Thema Büro schnell und dann zeigen die Abbildungen die unterschiedlichsten Sachen. Sicher ein Heft mit vielen Anregungen, die über das reine Ausmalen hinausgehen und die bestimmt gerne angenommen werden.
Ausmalen, Basteln und vieles mehr
Fuchseline´s Malbuch von Fuchseline aus dem Wienerwald
Auf dem Cover ist ein großer Regenbogen und einige Kinder- und Erwachsene-Superhelden zu sehen.
Das erste Ausmalbild zeigt ein großes Krankenhaus auf dem zwei Hubschrauber zufliegen. „Helden im Einsatz“ zeigt Krankenhauspersonal teilweise mit Umhang. Dann kann sich der mögliche Patient oder die Patientin in ein Krankenhausbett malen, EKG-Linien nachzeichnen und vielfältige Arbeitsmittel ausmalen.
Röntgen, Viren und Bakterien tauchen auf, danach geht es um Blutgruppe und einen DNA-Strang, was mir schwierig erscheint.
Damit ist sind das titelgebende Thema allerdings auch schon erschöpft. Jetzt geht es um „Fantasie und Kreativität“ Einhörner und Piraten werden zum Ausmalen angeboten. Linien nachgezeichnet und Bilder ausgemalt. So. z.B. eine Vorlage mit vielen Füchse, die je nach Haltung unterschiedlich angemalt werden sollen, das ist schon eine anspruchsvolle Aufgabe.
Es folgen Labyrinthe, Suchbilder und Umrisse, die nach aufsteigenden Zahlen gezeichnet werden müssen. „Scheren Rallye“ bedeutet, dass Formen und Linien ausgeschnitten werden. Ein Gesicht, bei dem man Augen und Lippen ausschneidet und einklebt gefällt meiner Enkelin sicher, ebenso wie die Pizza, die belegt werden soll. Zum Ende können noch Memory-Karten ausgeschnitten werden.
Dieses Din-A-4 große Heft bietet viele Mal- und Bastelangebote, ich hätte mir ein wenig mehr zum Thema gewünscht, bin aber überzeugt, dass meine kreative fünfjährige Enkelin viel Spaß haben wird.
Viele Tipps zur Umsetzung eines Bilderbuches
Literacy-Projekt zum Kinderbuch Zwei für mich, einer für dich von Lara Keste
Das Bilderbuch „Zwei für mich, einer für dich“ führt beim Vorlesen immer zu Entrüstung, denn das ungerechte Teilen empört die Kinder sofort. Deshalb habe ich mich, obwohl ich keine Erzieherin, für diese Broschüre interessiert. Literacy bedeutet u.a. das Verstehen von Texten, was den Kinder später das Lesen und Schreiben erleichtern wird.
Zielgruppe sind Kita-Kinder ab 2, denn das Bilderbuch hat wenig Text und ist reich bebildert.
So wird am Anfang für diese Gruppe der Einstieg in die Geschichte doppelseitenweise erklärt. Es gibt viele Fragen, die die Kinder bei genauem Zuhören beantworten können. Ältere Kinder können Dinge in den Bildern suchen, vielleicht sogar mit einer Lupe. Es wird ein Fingerspiel und später auch ein Lied zur Geschichte angeboten. Es gibt Kopiervorlagen, die ausgemalt werden können und laminiert anschauen kann, um zu selektieren, welche Gegenstände in eine Küche gehören. Die Anregung einen Aufgabenplan zu erstellen, macht in gewissen Situationen auch Sinn, ebenso wie das Spiel „Ich koche Essen“ nach dem Vorbild, „ich packe meinen Koffer.“ Natürlich kann auch generell über Essen gesprochen oder sogar selbst gekocht werden. Eine Malvorlage zeigt einen leeren Teller, der mit dem Lieblingsgericht „aufgefüllt“ heißt bemalt werden kann. Mit Papprollen können Bär und Wiesel gebastelt werden und es gibt eine Anregung einen Wald im Karton anzulegen. Rezepte und kleine Aufgaben vervollständigen die Tipps rund um das Bilderbuch von Jörg Mühle.
Wie gesagt, ich bin keine Fachfrau für die Arbeit mit einer Kitagruppe, aber die Tipps aus dieser Broschüre kann man vielfältig anwenden, je nach dem wie erfahren man selbst ist oder wieviel Zeit man aufwenden möchte. Dank der vielen Vorlagen wird Zeit gespart, selbst Unterlagen zusammenzusuchen. Es gibt einige dieser Literacy-Projekte zu schönen Bilderbüchern, die sicher gerne genutzt werden.
Erschreckend real
Ruhrtopia von Ursula Sternberg
Wir schreiben das Jahr 2043 und im Laufe des Augusts steigen die Temperaturen im Ruhrgebiet auf 50 Grad an. Nur mit Coolcats trauen sich die Menschen noch nach draußen. Kriminalhauptkommissarin Ewa Kuschka ist bei der Essener Polizei für Tötungsdelikte zuständig und wird gerufen, weil ein Geschäftsführer der IT-Firma Ruhrtopia tot aufgefunden wird.
Sein Sohn, der inzwischen ebenfalls in der Firma tätig ist, liegt nach einem Unfall im Krankenhaus. Ewa zeigt wenig Fingerspitzengefühl bei ihren Ermittlungen, ihr fehlt ihr ehemaliger Partner, der hin und wieder in ihren Gedanken auftaucht und sie zu besänftigen versucht. Beide Fälle haben etwas mit Wasser zu tun, ungewöhnlich bei dieser langanhaltenden Dürre. Lahle Çelik, alleinerziehende Mutter, selbst als Kind geflüchtet ist für die Illustrationen bei Ruhrtopia zuständig und Ewa ist überzeugt, dass sie mehr weiß, als sie sagt. Deshalb nimmt Ewa sie ran und setzt sie unter Druck. So kommt Ewa Kuschka nicht sehr sympathisch rüber, aber im laufe der Geschichte zeigt sie immer mehr Verständnis und tut alles um diesen verzwickten Fall zu lösen.
Zunächst geht es nur um ein Computerspiel, doch bald zeigt sich, dass dieses immer wieder auftauchende Wasser ein echtes Problem ist. Ursula Sternberg hat auch für dieses Buch sehr gründlich recherchiert und lässt und am Ende des Buches mit der Überschrift „Ewa Recherchen“ daran teilhaben. Ich bin mir nicht sicher, ob die düstere Zukunft mit selbstfahrenden Cabins und Coolcats mir mehr Angst machen als die Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Denn feststeht, dass die Freisetzung von giftigen Stoffen ins Grundwasser eine Horrorvorstellung ist und dieser Horror wird beim Lesen des Buches immer greifbarer und vorstellbarer.
Nach Ruhrbeben ist Ursula Sternberg wieder ein spannendes Buch gelungen, dass mir sicher noch lange im Kopf herumspuken wird und ich hoffe, dass es nie so kommen wird.
Zeitreise zum Bau des Eifelturms
Die Zeit-Agenten 3. Jagd um den Eiffelturm von S. J. King
Acht Kinder aus der ganzen Welt sind die Zeitagenten, wenn ihre Uhren sich rückwärts drehen, dann werden sie zu einem Einsatz gerufen. Währen ihres Einsatzes steht für alle anderen die Zeit still, so werden sie nicht vermisst oder verpassen etwas im Hier und Jetzt. Denn ihre Aufträge erledigen sie in einer anderen Zeit.
In diesem Band reisen Hannah aus den USA und Alex aus Neuseeland in das Paris zur Zeit des Baus des Eifelturms. Sie treffen dort auf Gustave Eifel, dem die Pläne vom Zeitdieb Mora gestohlen wurden. Mora stiftet Chaos und will mit seinen Aktionen die Gegenwart verändern. Warum er das tut, wird nicht erklärt. Leider verfügt er über „Ticker“, mit denen er die Kinder immer wieder aufhält. Aber dank der Hilfe des Kuckucks Tempo, der sie begleitet, wird am Ende der Bösewicht in einer spannenden Aktion ausgetrickst.
Zeitreisen sind in Kinderbücher zurzeit sehr im Trend, ähnlich wie in anderen Reihen gibt es hier eine Gruppe Kinder, die in diesem Fall gar nicht so außergewöhnlich sind. Während des Aufenthaltes in Paris werden immer wieder französische Worte genutzt, aber es gibt keine Erklärung wie sich die Kinder untereinander bzw. mit den Franzosen unterhalten. Für mich nicht gut nachvollziehbar. Dass es der kleine Kuckuck es schafft einen Plan vom Eifelturm in seinem Schnabel zu transportieren, halte ich für unmöglich. Auch wenn das Buch mit dem Zeitsprung eine fantasievolle Idee verfolgt, sollte es deshalb nicht alles außer Kraft setzten.
Das Buch liest sich vergnüglich und bietet auch einige Informationen, entspricht aber nicht meinen Anforderungen.
Ein beeindruckendes Buch
Der Duft von Apfelkuchen von Andrea Behnke
Fast ist es ein Bilderbuch oder doch eher ein Fotoalbum, das aus dem Leben von Renate, die sich später Renie nennt, erzählt. Das Bild auf dem Cover zeigt sie als Siebenjährige, sie schaut etwas schüchtern in die Kamera, damals war das Fotografieren noch etwas Seltenes. Hinter ihr sind die Äpfel zu sehen, die uns im Buch begleiten werden.
Auch im Inhaltsverzeichnis tauchen sie mit der Angabe der Seitenzahl wieder auf.
Nach dem Vorwort mit den Jahreszahlen von Renate und einer kleinen Anekdote aus ihrem Leben, lernen wir den Vater kennen, der gerne Cello spielt und der sich liebevoll um seine Jüngste gekümmert hat. Die Familie ist gerne in der Natur unterwegs, aber sie reisen auch gerne mit „dem Finger auf der Landkarte“ durch die Welt. Ein regelmäßiges Ziel ist Bochum, denn dort wohnt Gromi, die Großmutter, die so herrlichen Apfelkuchen backt, dessen Duft Renate in Erinnerung bleibt und der dem Buch seinen Titel gab. Bis ihre große Schwester Grete nach Schweden fährt, verleben die Schwestern unbeschwerte Stunden miteinander. Deshalb fällt Renate der Abschied sehr schwer. Erst im Laufe der Zeit wird Renate ihr jüdisch-sein bewusst und als der Kantor sich das Leben nimmt, „fühlt sie sich wie ein Kastanienblatt im Wind.“
Andrea Behnke hat in der Begegnungsstätte Alte Synagoge in Wuppertal, Renate/Renie Inow „gefunden“, denn hier werden die Erinnerungen, die dieses Buch füllen, aufbewahrt.
In dem Buch wird das Leben so anschaulich dargestellt, der meist einseitigen Text wird von einem Foto oder einer Collage ergänzt und gewinnt dadurch an Intensität. Kleine Zettel mit einer gezeichneten Büroklammer stellen den lesenden Kindern Fragen. Ganz zu Ende des Buches können die dann selbst ein Bild malen, eine Geschichte erzählen oder vielleicht wie Renate ein Herbarium basteln.
Andrea Behnke schafft es in einer sehr anschaulichen Sprache traurige und frohe Momente aus dem Leben Renates sehr fein zu vermischen, ergänzt durch die sehr gut zusammengestellten Illustrationen ist hier ein wundervolles Buch entstanden, das die Gräuel der NS-Zeit für Grundschüler*innen verständlich macht.
Vom Schnee-Engel zum Schutzengel
Lina und der Schnee-Engel von Maggie O'Farrell
Ein zauberhaftes Cover, Lina im roten Mantel und ein silberner nur leicht angedeuteter Engel. Im gesamten Buch gibt es viel silbrigblaue Ornamente und Zeichnungen. Allein dieser aufwendige Druck beeindruck beim Lesen sehr.
Lina wird in der Nacht wach und empfindet einen kalten Hauch in ihrem Zimmer, da entdeckt sie einen Engel.
Der sieht aus wie ein junger Mann und ist schlank und groß. So erfährt sie, dass, wenn man einen Engel im Schnee hinterlässt, daraus eine Schneeengel wird, der als Schutzengel fungiert. Ihr Engel wundert sich, dass Lina ihn sehen kann und befürchtet er habe einen Fehler gemacht. Als Lina ihm dann auch noch versichert, dass es ihr gut gehe, befürchtet er, dass sein erster Einsatz nicht richtig verläuft. Doch dann fühlt er Linas heiße Stirn und nur dadurch, dass er die Mutter weckt, kann Lina Krankheit behandelt werden. So wird der Enkel zum Lebensretter, denn Linas Krankheit zieht sich lange hin. Als er ihr wieder gut geht, will sie durch riskante Manöver den Engel herbeiwünschen. Aber so läuft das nicht. Schnell merkt sie, dass ihr Schutzengel, nur auftaucht, wenn sie in einer bedrohlichen Situation ist. Lina schafft es aber, dass er Engel noch einmal zu ihr kommt, und sie sagt ihm ihren sehnlichsten Wunsch ins Ohr.
Zauberhaft und mystisch ist diese Geschichte und voller Wunder. Dazu die silberglänzenden Illustrationen, nicht mit einem niedliche kleinen Engel, sondern mit einem jungen Mann aus Eis und Schnee mit Flügeln. Nach dieser schönen Geschichte werden wir und auch Schnee wünschen, um aus dem Schneeengel einen Schutzengel zu machen.
Leichte Kost mit Happy End
Ab jetzt volles Risiko! von Elfi Sinn
Acht kurze Geschichten erzählen von Frauen, die sich manchmal nicht leicht tun mit ihrem Leben, die es aber teils mit Hilfe anderer, teile durch eigenen Einsicht schaffen ihr Leben zu verändern.
Trixi hat sich von einem Mann blenden lassen, der sie auf Händen trug, dann aber böse fallen lies. Doch dann trifft sie auf einen Mann, der sich wie sie von einem Roman inspirieren lässt.
Nach fast 70 Jahren Ehe lebt Wilma nun allein und sie macht sich auf um ans Meer zu reisen und trotz vieler widriger Umstände, bleibt sie bei ihrem Ziel. Chrissie hat mit ihrer Mutter keinen Glückgriff getan, nicht nur dass sie von ihr niedergemacht wird, nein, sie hat ihre Tochter auch über Jahre belogen und betrogen. Martina sogt sich um ihre Tochter, die nach beruflichem und privatem Pech, nicht mehr bereit ist ihre Wohnung zu verlassen. Mit Hilfe ihrer Mutter startet sie eine Aktion zur Rettung der jungen Frau. Die nächste Geschichte ist etwas mystisch, eine Frau, die von ihrem Mann betrogen wird, verbringt eine tolle Nacht mit einem anderen Mann. Aber eigentlich findet diese Nacht erst in fünf Jahren statt. Sarah liebt seit ihrer Kindheit zu malen, aber ihre Mutter hätte lieber, sie würde Karriere machen, wie die Töchter ihrer Freundinnen, als Sarah dann noch schwanger wird und sich Alleinerziehende durchschlagen möchte, bricht sie ganz mit ihr. Ein Fahrstuhl und evtl. KI gibt Vicky Tipps für ihre berufliche und private Zukunft. Allerdings hat Vicky auch eine besondere Gabe, die ihr zum Erfolg verhilft. Renee fühlt sich alt und achtet auf Reaktionen ihres Körpers, die ihrer Meinung nach zu ihrem baldigen Tod führen werden. Doch ihre Freundin und die Liebe zum Schlager belehren sie eines Besseren.
Esoterisch, mystisch und mit einem kleinen Augenzwinkern sind die kurzen Geschichten geschrieben. Allerdings bin ich mit der „Entführung“ nicht so ganz zufrieden. Obwohl die Mutter schon Bedenken hat ihre Tochter einfach in eine einsame Hütte zu verfrachten, finde ich, sie hätte es, nicht tun dürfen. Auch ihr eine unbekannte Substanz ins Wasser zu geben und den Hersteller nicht um Erlaubnis zu bitten, ist nicht richtig. Obwohl sie einen tollen Erfolg erzielt.
Die Erzählungen lesen sich leicht und das Happy End ist gewiss.
Eine spannende Zeitreise
Mats und Rea drehen am Rad der Geschichte von Dorit Linke
Alles beginnt eher langweilig, es wird eine alte Telefonzelle aufgestellt und die Kinder des Handballvereins haben die Teilnahme gewonnen. Nach der Rede möchte der technikaffine Mats sich die alte Telefonzelle anschauen und weil er „Es lebe die Vergangenheit“ in den Hörer brüllt, landet er zusammen mit Rea in eben dieser.
Es dauert etwas, bis die beiden begreifen, dass sie im Jahr 1985 in der DDR in einem Ferienlager in Thüringen gelandet sind. Natürlich fallen sie wegen ihrer Kleidung und der etwas anderen Sprachnutzung sofort auf. Aber da die Kinder des Ferienlagers gut zwei gleichaltrige Kinder brauchen können, nehmen sie sie gerne in ihren Reihen auf. So verbringen alle zusammen einen schönen Tag im Freibad, wenn es auch Irritationen darüber gibt, dass „Happen“ hier „Fürst-Pückler-Eis“ heißt. Die Erzieherinnen und Erzieher der Gruppe sind bis auf Jörg auch sehr nett und so scheint es sich ganz entspannt zu entwickeln. Doch dann taucht ein Mädchen auf, die berichtet, dass ihr Eltern festgenommen wurden und sie jetzt wohl ins Heim muss. So spitzt sich die Lage immer mehr zu und die Spannung steigt.
Inzwischen gibt es viele Menschen, die die Zustände in der DDR gar nicht so schlimme fanden, leider erinnert mich das an die Worte, die ich aus meiner Kindheit kennen „Unter Hilter war nicht alles schlecht.“ Die beiden Berliner Kinder erleben sehr naiv und unvorbereitet eine vollkommen andere Umgebung. Da wird nicht widersprochen, da wissen schon die Kinder, wie man sich unauffällig verhält. Da herrscht Angst vor der Polizei und der Stasi. Erst später informiert sich Rea und ist erstaunt über das, was sie erfährt.
Mir, die ich immer im Westen gelebt habe, und die DDR nur von einem Besuch kennt, fand die Geschichte sehr informativ und trotzdem sehr spannend. Auch dieser Teil der deutschen Geschichte sollte nicht verharmlost werden und unsere Kinder müssen wissen, dass das Leben in einer Diktatur nicht erstrebenswert sein darf.
Ich bin sehr gespannt, was Mats und Rea noch alles erleben werden.











