Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Ein Pfau will sich nicht anpassen
Rudi Radlos, schlag ein Rad! von Patrik Eis
Auf dem Cover sehen wir Rudi, er trägt eine Baseballmütze und ein rotes Tuch, aber er schlägt nicht, wie die anderen Pfauen, ein Rad.
Das Leben bei den Pfauen ist klar geregelt, die Männer treffen sich täglich und schlagen ihr beeindruckendes Rad, die Frauen staunen und bauen Nester. Doch Rudi fragt sich „Wofür soll diese Angeberei gut sein?“ wenn die anderen ihn auffordern mitzumachen.
Nur Mimi macht sich ihre Gedanken, als sie die männlichen Pfauen beobachtet. Rudi ist sehr kreativ und hat schon einiges gebastelt, die jungen Pfauen sind davon ganz begeistert und machen gerne mit. Doch die anderen Pfauenmänner gehen dazwischen und verbieten ihm mit den Kindern Spaß zu haben.
Das Heft ist in sehr großer Schrift gedruckt und es gibt viele schöne bunte Bilder, die den Text ergänzen. Es ist schön zu sehen, wie sich Rudi nicht anpassen kann und Mimi ihn am Ende nicht ganz uneigennützig unterstützt. So wird der Außenseiter Rudi zum Mittelpunkt der Pfauenkolonie.
Das Buch wird auch mit Silbenhilfe angeboten und zusätzlich gibt es Materialien und Kopiervorlagen.
Traumhaft schön
Das magische Funkeln von Sandra Dieckmann
Das Cover ist einfach traumhaft schön, der kleine niedliche Bär, dessen Fell mit goldenen Sprenkeln durchsetzt ist und oben der Kopf des Feuervogels in Orangetönen, ebenfalls golden durchwirkt. Wenn das kein magisches Funkeln ist?
Die Bärin hat drei Kinder und der kleinste hat noch keinen Namen, denn bisher hat er sich noch nicht bewährt.
Er mag nirgendwo hochklettern wie sein Bruder Tatze, beim Fischen fürchtet er sich vor den Fluten, er fühlt sich einfach nicht wie ein Bär. Doch als er eines Nachts nicht schlafen kann, schaut er zum großen, leuchtenden Berg und von dort hört er ein ungewohntes Geräusch. „Ein traumhaft schöner Feuervogel“ kommt zu ihm und reicht ihm eine seiner leuchtenden Federn. Beseelt hält der Bär die Feder im Arm.
Das Bild wie er mit geschlossenen Augen dort steht und der Feuervogel in die Lüfte steigt, währen seine Mutter in der Höhle schläft, ist einfach wunderschön anzuschauen. Die Schrift ist wellenförmig angeordnet und „Funke“ und „Magie“ sind größer gedruckt. Beeindruckend!
Der kleine Bär ist unsicher, ob er den Vorstellung eines Bären entsprechen kann. Ängste plagen ihn und dann kommt mit dem Feiervogel die Erlösung. Mit der Feder in der Pfote traut sich alles, er wird mutig wie ein Bär.
Die Geschichte ist sehr zart geschrieben, ich kann sehr gut mit dem Bären fühlen und freue mich mit ihm, dass er sich überwunden hat und zum mutigen Bären wird.
Bilder voller Fantasie
Papas Tattoos von Nicolas Schuff
Schon auf dem Cover sehen wir Papas breiten Rücken und einige seiner bunten Tattoos. Klein aber mit großen neugierigen blauen Augen sehen wir seine kleine Tochter, die er im Arm hält.
Während ihr riesengroßer Papa mit Gummistiefel und in Shorts den Garten wässert, sitzt Emilie auf dem Rasen. Sie erzählt uns von seinen vielen Tattoos, die seinen ganzen Körper zieren.
Wenn der Papa auf der Couch schläft, „spielt“ Emilia in ihrer Fantasie mit den Abbildungen auf Papas Körper. „Die Tattoos leisten ihr Gesellschaft.“ Da ist der Stern, der ihr Licht schenkt und den Papa sich anlässlich ihrer Geburt hat stechen lassen. Der Matrose, der ihr von seinen Abenteuern erzählt und die Meerjungfrau, mit der sie Zöpfe flicht. Mit dem Totenkopf spricht sie über Zombies und Gespenster und mit dem Kobold spielt sie Verstecken. Am liebsten verbringt sie aber ihre Zeit mit der schwarzen Panterin, die Papa an die Großmutter erinnert.
Wundervolle farbenfrohe Illustrationen voller Fantasie dominieren diese Bilderbuch, die Texte sind ganz kurzgehalten und bringen die Erklärungen aus Sicht des Mädchens. Ich hoffe, dass sich nicht alle Papas nach der Lektüre tätowieren lassen müssen.
Jagd nach dem Eisenbahnmörder
Ostfriesennebel,2 Audio-CD von Klaus-Peter Wolf
Die Geschichte beginnt kurios, eine Frau kommt mit ihren kleinen Söhnen auf die Wache nach Norden und berichtet, dass ihr Mann nicht ihr Mann sei, sondern sein Zwillingsbruder, der eigentlich in einen Vulkan gefallen sein soll. Obwohl Frau Schwarz, die Chefin den Fall nicht als solchen betrachtet, macht sich Ann Katrin Gedanken um diese Frau.
Als kurze Zeit später ein BKA-Mann bei ihnen in Ostfriesland auftaucht und dort nach seinem Eisenbahnmörder suchen will, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Mit ständig wechselnden Szenen und Schauplätzen nimmt uns der Autor mit auf die Ermittlungen und schon sehr früh taucht der vermeintliche Mörder auf. Trotzdem bleiben für den Lesenden noch viele Fragen offen, die sich dann auch erst am Ende klären.
Neben den kleinen witzigen Scharmützel die Rupert sich sowohl mit seiner Chefin als auch mit Marion erlaubt, tauchen diesmal noch die zwei Jungen auf, die mit ihren technischen Möglichkeiten und viel krimineller Energie ihre Umwelt aufmischen und Tante Elli, eine Hippie-Oma mit esoterischem Geschick. Sexuelle Vorlieben und gemütliche Meetings in der Polizeiinspektion gehören in dieses Buch wie die Robben von ten Cate und die Currywurst bei Gitti.
So bleibt alles beim Alten und das ist ja bekanntlich nicht das Schlechteste. Es passiert viel nebenher, manche Szenen ziehen sich etwas lang hin, am Ende wird es noch mal richtig spannend und dann wird wieder ein Serienmörder in Ostfriesland gefasst.
Das Hörbuch gesprochen von Klaus-Peter Wolf ist immer etwas besonders, wenn ich auch manchmal Probleme hatte alle Personen zuzuordnen, das gelingt mir beim Lesen besser.
Strand und Meer, wie wundervoll
Unser Tag am Meer von Noëlle Smit
Die beiden Kinder freuen sich auf den Tag am Meer und gehen fröhlich durch die Dünen zum Strand. Nach einer Seite voller verschiedenster Muscheln, geht sie auf den Brettern vorbei an den kleinen Strandhäuschen, der Junge und das Mädchen und mit dem Gepäck ihre Mutter. Die Kinder staunen, was das Meer alles angeschwemmt hat.
Dann springen sie in die Wellen. Im tiefe Wasser wird geschwommen, es gibt viele Luftmatratzen und vorne schaut eine Robbe aus dem Wasser. Danach machen sie es sich auf der Decke unter dem Sonnenschirm bequem und essen Melone. Sandburgen werden gebaut, verstecken gespielt und Eis gegessen. Später wird eingepackt und es geht mit vielen anderen Menschen wieder über die Bretter zurück.
Ein typischer Tag am Meer, wie es viel Tagestouristen erleben. Den Kinder macht es Spaß, sie erleben eine Menge. Kinder, die das Meer kennen, werden hier vieles erkennen, dass sie selbst erlebt haben. Der Text besteht immer nur aus einem Satz und die Illustrationen sind sehr realistisch gezeichnet. Lediglich die Seite, die die Ebbe beschreibt und auf der es heißt, „Das Meer ist weiter weg.“ gefällt mir nicht so gut, denn da stehen eine Mutter und ihre Tochter im Wasser. Es kann aber daran liegen, dass ich die deutsche Nordsee vor Augen habe und hier vielleicht eine andere Situation abgebildet ist.
Ich kann dieses Buch für alle Urlauber und Tagesausflügler an die See empfehlen, zum Einstimmen und zum Erinnern an einen schönen Tag am Meer.
Zum Kichern und Nachdenken
Der Hahn erläutert unentwegt der Henne, wie man Eier legt von Ella Carina Werner
Mich hat einfach der Untertitel „Feministische Tiergedichte“ sehr gereizt, das Buch zu lesen und der Titel beschreibt männliches Verhalten, wie ich es kenne.
Und es geht auch gleich handfest los, die Nachtigall verzichtet wegen des schlaffen Beckenbodens auf Nachwuchs, Schildkröten sind innerlich wild und die Ente bekommt im Gegensatz zum Erpel keine Rente.
Die Störchin lässt sich vom Kranich vernaschen und das schrille Bild zeigt die beiden im Nest. Das Gedicht vom gebärenden Seepferdchen ist schon etwas länger, während die meisten Gedichte mit zwei Zeilen auskommen. „Heute starb ihr zwölfter Mann – gezogen ihm des Lebens Stecker! Die Schwarze Witwe flennt zu Gott: Warum sind die Kerls so lecker?“ Neben der weinenden Spinne hängen die Bilder ihrer Verflossenen an der Wand.
Einige der Reime sind schon sind schon sehr handfest, so bietet der Rehbock der Ricke an, sie zu ficken, da sie dann selbst handelt möchte, verzichtet der Bock. Mir gefällt auch die Hummel gut, die keine Wespentaille braucht und deshalb auch kein Korsett trägt.
Wie die Autorin selbst im Nachwort schreibt, gibt es viele Tiergedicht, die von Männern geschrieben wurden. Und deshalb wurde es einfach Zeit für dieses Buch, das ist auch meine Meinung. Ob frivol, ob das Patriachat angreifend oder einfach nur witzig, mir haben die Gedichte durchweg gut gefallen und ich kann dieses Gedichtband nicht nur Frauen empfehlen. Neben dem Text ist aber auf jeden Fall auch der Illustratorin Lob auszusprechen, denn durch ihre Zeichnungen wird die Wirkung gut verstärkt.
Krabbel-Haus-Tiere
102 "Haustiere" von Nicole Röndigs
Wie fast alle Kinder wünscht sich Benno ein Haustier, doch seine sonst so idealen Eltern haben viele Gründe kein Tier anzuschaffen. Auf dem Cover sehen wir dann die Haustiere, die die nette Nachbarin Frau Professor Mahmudi ihm zeigt.
Mit einer Lupe taucht sie bei Benno in der Wohnung auf und es geht zunächst ins Bad, dort stoßen sie auf die kleinen Silberfische und was die Professorin darüber erzählt, ist schon sehr interessant.
Es gibt im Buch auch gleich einen Karteikarte der Tiere mit den wichtigsten Daten. Der Skorpion, der in den alten Büchern sitzt und der sich von Staubmilben und Läusen ernährt, ist schon sehr faszinierend. In der Blumenerde treffen sie auf den Springschwanz, der vergammelte Pflanzenreste mag. Die Kellerassel ist da schon nicht so ungewöhnlich, die findet man auch ohne Lupe.
Nach der Geschichte gibt es noch ein paar „Haustiere“ und auf den letzten freien Seiten können noch Eintragungen zu anderen Tieren gemacht werden.
Eine hervorragende Idee, diese kleinen „Haustiere“, die wir meist Ungeziefer nennen hier vorzustellen, denn das müssen wir feststellen, dass sie nicht nur nützlich und harmlos sind, sondern einige von ihnen verfügen sogar über Superkräfte.
Mit dem Buch hat man drei in einem, eine schöne Geschichte, viel Wissen und Illustrationen anhand derer man mit der Lupe auf die Suche nach eigenen Haustieren gehen kann.
Graben als Selbstzweck
Tomke gräbt von Lena Hach
Zartgrün ist das Cover und alles wirkt ein wenig verwaschen. Mit seiner Schüppe gräbt Tomke ein Loch in die Wiese.
„Tomke ist im Garten“ so beginnt das Buch und der Junge geht auf nackten Füßen und mit seiner Schaufel los. Opa und Oma, die auf ihre Liegen zu sehen sind, raten, warum er gräbt.
, doch Tomke schüttelt er nur den Kopf. Auch als der Rest der Familie überlegt, warum Tomke das Loch gräbt, gibt er keine Antwort. Die Nachbarinnen vermuten, dass Tomke einen Tunnel, vielleicht zur Eisdiele, gräbt. Das Bilde zeigt Tomke in einem verzweigten Tummelsystem. Nachdem auch der Erdkern zur Debatte steht, liegt Tomke mit geschlossenen Augen auf der Wiese, während die Familie wohl einen Grillabend einläutet. An einem Regentag sehen wir den Jungen mit Cape, er sammelt jetzt.
Ich muss leider gestehen, dass sich mir der Sinn dieses Bilderbuches nicht ganz erschließt.
Trotz der Bemühungen der Familie spricht der Junge nicht mit ihnen, keine Erläuterung und deshalb auch keine Unterstützung. Das macht mich eher traurig und der Junge tut mir leid.
Wie hinten auf dem Buch steht, reichte es Tomke, einfach nur zu graben. Meine Enkel (3 + 5) haben sich nicht zu der Geschichte geäußert.
Ein Kind erlebt die Trennung der Eltern
Einmal Doppelknuddel, bitte! von Alicia Acosta
Das Kind auf dem Cover hält die Hände seiner beiden Eltern und lächelt glücklich.
Dann zeigt es uns, wie der Doppelkuddel aussieht. Mama und Papa umarmen und küssen sich und das Kind ist zwischen ihnen eingeklemmt. Aber leider hat sich etwas im Verhältnis der Eltern geändert, sie streiten und geknuddelt wird nur noch einzeln.
Und dann ist es so weit die beiden trennen sich. Da sucht das Kind die Schuld bei sich und hat viele Fragen und die wichtigste lautet „Habt ihr mich etwas nicht mehr lieb?“ Beide Eltern erklären liebevoll, dass sie das Kind NIE allein lassen werden und es immer liebhaben. Danach kommt die Trauer, aber auch da finden die Eltern tröstende Worte. Danach versucht das Kind die beiden wieder zusammenzubringen und erklärt ihnen wie toll der jeweils andere ist. Aber trotzdem werden die Eltern zukünftig nur Freunde sein, was nicht bedeutet, dass sie nicht zusammen eine Familie bleiben werden.
Die Geschichte beschreibt aus Sicht des Kindes die Trennung der Eltern, mit allen Gefühlen, die dabei ein Rolle spielen. Die einfachen Zeichnungen auf weißem Hintergrund bilden sehr gut diese Gefühle ab. Da stehen die Eltern, die sich gerade noch schmatzend geküsst haben, Rücken an Rücken. Beide halten ein Smartphone in der Hand mit dem Icon „Mülleimer“. Da ist der traurige Mund des Kindes eine Schlangenlinie oder schreiend weit geöffnet. Oft ist es in Verkleidung zu sehen und ich kann nicht wirklich das Geschlecht festmachen, so werden sich alle Kinder angesprochen fühlen. Obwohl es hier um eine Familie mit Vater-Mutter-Kind handelt, werden andere Formen der Familie erklärt. Ein wirklich sehr gelungenes Bilderbuch zum Thema Trennung.
Grenzen setzten
Kalle will nicht knuddeln von Jule Wellerdiek
Mit großen runden Augen schaut uns Kalle vom Cover aus an. Seine Vorderpfote schaune aus einem grünen Anzug mit vielen bunten Stacheln hervor. Zwei andere Hundeschnauzen schauen ihn an.
Ale der kleine knuddelige Kalle in den Park kommt, laufen alle anderen Hunde auf ihn zu, sie rufen seinen Namen und nennen ihn „Kuschelfreund“ und rufen eine „Kuddelattackeee!“ aus.
Obwohl Kalle seine Freunde mag, möchte er am liebsten wegrennen. Wieder zu Hause sieht er im Spiegel, wie weich und flauschig er auf die anderen wirkt. Da fällt sein Blick auf den Kaktus auf der Fensterbank und er überlegt, dass den niemand knuddeln möchte. Deshalb betritt er am nächsten Tag mit den grünen stacheligen Anzug den Park.
Sowas kennen sicher die meisten Kinder, dass Erwachsene sie gerne drücken, ihnen über die Haar streicheln oder sie sogar küssen. Keiner überlegt, ob er das wohl gerne hätte, wenn andere das mit ihnen machen würden. Meine Enkel kuscheln alle gerne, aber es muss ihnen passen und das finde ich richtig so. Manchmal ist ihnen eben einfach nicht danach und das muss man als Erwachsener respektieren. Im Buch besprechen die Hunde Situationen, die ihnen auch nicht behagen und sicher können die Kinder noch viele davon nennen.
Ich denke, dieses Buch kann uns Erwachsenen Denkanstöße geben, den Kindern macht das Vorlesen der kurzen Texte und das Anschauen der liebenswertes Bilder einfach Spaß.











