Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Daggy:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Randnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Zwischen Karriere, Familie und Glauben

Gib mir alles von Alexandra-Maria Pipos

Ioana ist eine junge Frau, die als Kind nach Deutschland kam und die in der Schule keine Freunde findet. Nach einer Zeit, in der sie sehr über die Stränge schlug, schafft sie einen sehr guten Abschluss und bekommt einen Job in einer Consulting Firma. Hier versucht sie die nächste Stufe der Karriereleiter zu erklimmen und reibt sich völlig auf.

Ihr Chef nutzt sie aus und spielt sie gegen einen Kollegen aus. Ioana macht alles, was von ihr verlangt wird. Zum einen, weil sie Karriere machen will zum anderen, weil sie so erzogen wurde. Die Eltern eben in einer Wohnung in einem Hochhaus, die Ioana abbezahlt. Beide sind nicht glücklich in Deutschland. Der Vater hat große gesundheitliche Probleme und kann deshalb nicht nach Rumänien reisen als sein Vater stirb. Ioana fliegt deshalb zur Großmutter und trifft bei der dreitägigen Aufbahrung des Großvaters auf die große Familie.
Ioana erzählt uns ihre Geschichte und schweift dazu immer wieder in die Vergangenheit ab. Da gibt es Urlaube, in denen sie mit den Eltern gewandert ist und in denen sie mit Ihrem Cousin und ihrer Cousine gespielt hat. Besonders mit ihrer Cousine Luci verbindet sie eine echte Freundschaft, an die sie nicht sofort anknüpfen kann. Ioana erfährt in diesen wenigen Tagen viel über ihre Familie und die Geheimnisse, in die sie nie eingeweiht wurde.
Auf den Seiten, die oben mit einer Borte geschmückt sind, berichten uns die Ikonen, die überall hängen und stehen aus ihrer Sicht von der Familie. Dadurch erfahren auch wir Leser*innen einiges über Vergangenheit und Gegenwart.
Der Stil, in dem die Geschichte erzählt wird, ist locker und trotz vieler Anglizismen gut zu lesen. Doch mich hat die Handlung nicht gepackt. Dazu sind mir die Menschen, eischließlich Ioana, zu fremd geblieben. Ich hatte kein Happy End erwartet, aber für mich war der Schluss dann doch wenig befriedigend.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy
Zwischen Karriere, Familie und Glauben
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Eine wundervolle Geschichte voller Fantasie und Poesie

Die fabelhafte Geschichte von Herrn Leopold, der schweben konnte von Rebecca Gugger

Witzig sieht er aus, der Herr Leopold, mit seinen fliegenden grauen Krüsselhaaren und dem breiten Bart und er kann tatsächlich durch die Luft schweben.
Schon als Baby schwebte Leopold über seinem Kinderbett und deshalb wurden ihm kleine Sandsäckchen an die Windel gebunden, er sollte ja nicht wegschweben.

Selbstverständlich wurde seine wundersame Eigenschaft wissenschaftlich untersucht, allerdings ohne ein Ergebnis. Natürlich hat es auch seine Vorteile, wenn ein Junge einfach so schweben kann. „Er könnte in den Wolken schwimmen“ gefiel mir besonders gut. Bei einer großen Feier kam der Gedanke auf, dass es gefährlich sie einfach so zu schweben und so wurde Leopold mit vielen Dingen beschwert, damit er am Boden blieb.
Zum einen zeichnet das Buch die etwas skurrilen Illustrationen aus zum anderen ist es in einer wunderschönen Sprache geschrieben. Der Text ist etwas länger, aber er liest sich ganz leicht, als würde man schweben. Ein besonderes Bilderbuch zart und wortgewaltig.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy
Eine wundervolle Geschichte voller Fantasie und Poesie
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Manchmal nervt auch der beste Freund

Du nervst!, schimpft die Maus von Marcus Pfister

Schon auf dem Cover sehen wir die Maus mit dem Elefanten schimpfen, denn er kann ihr nichts recht machen.
Wenn wir das Buch aufschlagen, sehen wir in die Augen des Elefanten, denn über die Doppelseite ist sein Kopf abgebildet. Seine Augen wirken etwas müde, aber er hat die Ruhe weg. Das muss er auch haben, denn schon auf der ersten Seite schimpft die Maus „Du nervst!“ Zunächst ist der Elefant im Weg, doch er hat schnell eine tolle Lösung parat, denn die Maus kann zwischen seinen Beine durchlaufen.

Dann hockt er im Weg und die Maus hat keinen Weitblick. Da nimmt er sie auf seinen Rüssel und schon kann die Maus alles sehen.
Die Bilder sind so zauberhaft gezeichnet, besonders der Elefant ist echt ein Kunstwerk. Beide Tiere tragen Boxershorts mit weißen Punkten, was ich sehr witzig finde. Die Wiederholung des Titels macht einfach Spaß und die Gelassenheit des Elefanten, nachahmenswert! Zum Glück nimmt die Maus ihn am Ende nochmal ganz lieb in den Arm.
Ich denke, dass das ein echtes Vorlesebuch sein wird, die Kinder kennen dieses Nerven und sie freuen sich, wenn es eine positive Lösung gibt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy
Manchmal nervt auch der beste Freund
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Randnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Eine beeindruckend illustrierte Geschichte, die nachdenklich macht

Ein großer Affe von Vera Gereke

Das matte Cover zeigt einen leeren Käfig, der in einer ungewöhnlichen Landschaft steht.
Das Buch beginnt mit dem leeren Käfig, der im Stadtpark steht. Hier sind kleine Menschen mit und ohne Hund unterwegs. „Im Urwald lebt ein großer Affe“ ist zu lesen, aber auf dem Bild sind nur diese kleinen Menschen mit Seilen unterwegs.

Dann taucht der Affe auf, er liegt gemütlich in der Landschaft. Einige Bilder weiter liegt er gefesselt am Boden und danach sitzt er im Käfig und viele kleine Menschen sind unterwegs im Park. Weil ein Kind interessiert, was der Affe kann, stellt man ihm eine Staffelei hin und er malt viele Bilder nach dem gleichen Muster, es sind immer nur Gitterstäbe zu sehen. Dann gibt es eine Ausstellung im Museum.
Der Kontrast zwischen dem riesigen gorillaähnlichen Affen und den winzigen eckigen Menschen gefällt mir sehr gut. Er wirkt gutmütig, obwohl er nachher den Käfig verlässt und wieder in den Wald geht, um dort ein Künstler zu sein. Im Gelsenkirchener Zoo kann man von einer Affendame gemalte Bilder kaufen, das kam mir sofort in den Sinn. Dieser Affe sagt mit dem Malen von Gitterstäben etwas aus, dass traurig und betroffen macht. Als sich sein Stil ändert und er den Dschungel malt, erinnert er sich und kehrt dorthin zurück. Es gibt immer nur einen Satz auf den Seiten und ich finde das Anschauen des Buch sehr beruhigend. Auf mich wirken die Farben und die weichen Linien sehr beruhigend und ich empfinde dieses Bilderbuch als ein echtes Kunstwerk.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy
Eine beeindruckend illustrierte Geschichte, die nachdenklich macht
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Kunst für Kinder ab 2 Jahre

Fridas Tiere von Monica Brown

Das Portrait Frida Karlos taucht auf vielen Dingen auf und hat deshalb etwas vertrautes, zumal die ungewöhnlichen Augenbrauen und die Friseur einen hohen Widererkennungswert haben.
Zwischen all ihren Tieren liegt die junge Frida auf dem Bauch und zeichnet. Neben einem Mann mit Fotoapparat (eine Anspielung auf ihren späteren Mann?) schaut Frida den Ameisen zu, daneben sehen wir ein junges Reh, „Ich bin aufmerksam, wie ein Rehkitz“ Frida wird älter und ist mit ihrem Rad unterwegs, diesmal ist sie „frei wie eine Katze“.

Im festlichen weißen Kleid reitet sie auf einem Esel. Zum Ende des Buches stahlt eine junge Frau und zeigt ihre Tiere.
Die Illustrationen orientieren sich im Stil an den Werken Frida Karlos, teilweise sind sie sehr kleinformatig. Mir gefällt der Gedanken, dass wir auf diese Art schon Kleinkindern die Kunst näherbringen können, auch wenn sie nicht alles begreifen, so werden sie doch eine Künstlerin kennenlernen und später ihre Bilder wiedererkennen. Wenn das zu hoch gedacht ist, dann es ein Pappbilderbuch, dass sich sehr gut anschauen lässt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy
Kunst für Kinder ab 2 Jahre
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Autismus für Kinder erklärt

Ich bin ich & das ist gut so! von Svenja Bach Holger Kleinert; Svenja Bach

Schon das Kind auf dem Cover fällt durch seinen etwas ängstlichen Blick auf, er hält mit seinen Händen die Ohren feste, eine Haltung, die er im Buch noch oft einnimmt.
„Du bist wunderbar!“ mit dieser schönen Aussage beginnt das Buch. Es folgt ein Vorwort für Erwachsene über das Thema „Autismus“.

Dann lernen wir Tim, den besonderen Jungen, kennen. Er lebt auf einem Bauernhof und hat eine Leidenschaft für Dinosaurier. Seine Mitschüler*innen kommen nicht gut mit ihm klar, weil er oft anders reagiert. So mag er es nicht laut und hat Probleme Blickkontakt herzustellen. Tim trifft im Park eine Ente, die auch durch ihr Anderssein auffällt und er nennt sie Quak.
Nachdem sich die anderen Kinder über ihn lustig machen, spricht seine Mutter mit der Lehrerin und die erklärt den Schüler*innen welche Schwierigkeiten Tim hat und was Autismus bedeutet. Dazu gibt es einen gut verständlichen Text. So lernen die anderen zu akzeptieren, dass Tim zwar anders ist, er aber genauso liebeswert ist, wie alle Kinder.
Eine Checkliste am Ende des Buches vervollständigt dieses sehr gut gemachte Bilderbuch zum Thema Autismus.
Im Alltag begegnen uns immer wieder neurodiverse Kinder und es ist wichtig zu verstehen, welche Problem sie haben, damit wir lernen sie so zu akzeptieren, wie sie sind und sie in unsere Gemeinschaft integrieren.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy
Autismus für Kinder erklärt
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Bewegend und bedrückend

Wind in meinem Kopftuch von Roya Soraya

Das Titelbild zeigt Roya mit einem lila Kopftuch neben vielen streng blickenden anderen Frauen mit dunklen Kopftüchern.
Das Buch beginnt damit, dass die junge Frau, die inzwischen ihre Haare kurz trägt, die Wohnung ihres verstorbenen Vaters ausräumt. Die Fotos, die sie dort findet, erinnern sie an Treffen mit ihrer iranischen Familie.

Leider kann Roya nur ihre Muttersprache, die Sprache ihres Vater hat sie leider nie gelernt, was sie jetzt als Erwachsene bereut und auch später versucht nachzuholen. Besonders mit ihrer verstorbenen Oma verbindet sie mehr als Sprache. Als Roya mit ihrer Freundin über ihren Wunsch spricht das Land ihres Vaters zu besuchen und nach ihren Wurzeln zu forschen, rät die ihr, zu reisen. So macht sich Roya zusammen mit ihrem Vater auf den Weg in den Iran. Zunächst muss sie Kleidung finden, die dem Dresscode entspricht. Allerdings fällt die dann doch zu bunt aus. Als die lesbische Roya erfährt, dass im Iran auf Homosexualität die Todesstrafe steht, ersetzt sie sofort ihr Handy durch ein neues Model.
Diese Graphic Novel zeigt mit ihren sehr realistischen Zeichnungen auch Royas Träume und Ängste sehr genau. Auch die Unsicherheit und die Angst in einem Land in dem Frauen wegen des falschen Tragens eines Kopftuch betraft werden, zeigt sich in den Illustrationen sehr klar.
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, weil es mich sehr berührt hat. Ich kann mir vorstellen, dass das Aufwachsen in Deutschland für Kinder, deren einer Elternteil aus ihrer Heimat geflohen ist, nicht einfach ist. Da ist der Begriff Heimat anders zu bewerten. Mir gefällt, dass Roya sich traut in diese Diktatur zu reisen und dass sie versucht die damit verbunden Gefahren so gut wie nur möglich zu umgehen. Umso schöner ist die Szene, als sie endlich den Wind in ihr Kopftuch wehen lässt.
Hier wird das Kopftuch als Zeichen der Unterdrückung und Unfreiheit gesehen und Roya möchte es hier in Deutschland nicht tragen. Die Religion spielt in dieser Geschichte keine Rolle, es geht nur um den Zwang zum Tragen des Kopftuches in einem totalitären Regime

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy
Bewegend und bedrückend
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Witzige Vorweihnachtsgeschichte

Die Weihnachtswunschmaschine von Andrea Lienesch

Leon fährt zu Oma Elke, die immer wieder neue verrückte Dinge erfindet. Diesmal ist es eine Weihnachtswunschmaschine. Leon muss also eine Art Badehaube aufsetzen und dann erforscht die Maschine seinen ganz geheimen Weihnachtswunsch, eine Wunsch, der selbst ihm noch nicht bekannt ist. So taucht ein großes Teil auf, des in Geschenkpapier eingepackt ist.

Während Leon kein Interesse daran hat, packt Elke es wohl heimlich aus und es ist eine große grüne Tür, durch die ein Wichtel und ein keines Rentier in Elkes Haus gelangt sind. Leider ist die Tür von dieser Seite ohne Schlüssel nicht zu öffnen und so muss nach einer anderen Lösung gesucht werden, denn die beiden magischen Weihnachtswesen müssen dringend zurück. Denn der Weihnachtmann ist sowieso schon sauer auf Oma Elke, das wollen sie ihn nicht noch mehr verärgern. Als sie dann zusammen mit Leon und Oma Elke im Weihnachtswunderland ankommen, erfahren sie, dass der Nikolaus in Urlaub gefahren ist.
Wie soll denn nun Weihnachten gefeiert werden?
Ein herrliches Durcheinander mit allem, was zum Weihnachtsfest gehört, entsteht in dieser Geschichte. Lediglich Leon behält meist einen klaren Kopf und ihm fallen eine Menge toller Lösungen ein. Es ist immer wieder witzig zu lesen, was alles schiefläuft, doch zum Glück geht am Ende alles gut aus.
Große Buchstaben, vielen weihnachtlich bunte Bilder, skurrilen Figuren, wie den Schneemann Frostbert, der immer wieder mal taut, da macht das (Vor-)Lesen einfach Spaß.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy
Witzige Vorweihnachtsgeschichte
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Herbstfrüchte werden gesammelt und verbastelt

Stock & Stein - Eine Tasche voller Herbst von Anne-Kathrin Behl

Was Kinder so alles in ihren Taschen herumtragen, ist erstaunlich. Nachdem wir im ersten Teil die Abenteuer von Stock und Stein miterleben durften, weil sie zum Glück nicht mit in die Waschmaschine mussten, erleben wir nun mit ihnen den Herbst. Schon auf dem Cover sehen wir die Kastanie, die als erstes zu ihnen in die Tasche wandert.

Die Kastanien, die noch in ihrer stacheleigen Schale am Baum hängen, sind ganz aufgeregt, weil sie bald herabfallen und sie überlegen, was sie alles werden könnten. Nur die Kastanie, die in der Tasche landet, ängstigt sich davor schrumpelig zu werden. Dann würde sie im Müll landen. Aber Stein setzt sich die stachelige Schale auf und wird so zum Igel. Es finden noch eine Eichel, Zapfen, Ahornnasen und Bucheckernhüllen den Weg in die Tasche.
Auf der letzten Seite sehen wir fantasievolle Basteleien mit den Waldfrüchten, denn am Ende bleiben Stock und Stein allein zurück und sie haben wieder ihre Ruhe.
Es wird sehr ideenreich erzählt, was da in dieser Jackentasche geschieht, voller Fantasie nutzen die zeitweiligen Bewohner die Naturmaterialien, um sich zu verändern. Sicher werden die Kinder im Wald nach den Teilen suchen und ausprobieren, was sie im Buch gesehen haben. Neben den kurzen Textteilen und den Comicblasen gibt es wieder sehr schöne Illustrationen vom Tascheninhalt. Sicher wird das Buch genauso begeistert gelesen, wie der erste Teil.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy
Herbstfrüchte werden gesammelt und verbastelt
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Wichtiges Buch über die Zeit nach der Wende

So leicht kommen wir nicht davon von Dorit Linke


Im August 1989 ist die gute Schwimmerin Hanna mit ihrem Freund Andreas über die Ostsee geflohen. Leider kam nur Hanna völlig ausgelaugt auf Fehrmann an und könnte bei ihrer Tante Brigitte in Bremen einziehen. Als die Grenze unerwartet geöffnet wird, kehrt sie zusammen mit der Tante nach Rostock zurück.

Dort wird ihr vorgeworfen einfach gegangen zu sein und ein wenig wird sie auch als „Westdeutsche“ für die Probleme, die die Wende mit sich bringt, verantwortlich gemacht. In Hamburg trifft sie auf den ausgebürgerten Jensi, doch das erste Treffen gestaltet sich schwierig. Weil auch er Hanna für den Tod des gemeinsamen Freundes verantwortlich macht. Beide leiden unter dem Verlust und Hanna redet im Text immer wieder mit Andreas, der so vieles mit ihr erlebt hat. Dadurch wurde mir immer klarer, wie schrecklich das Leben in der DDR besonders für den unangepassten Jugendlichen gewesen sein musste. Hanna fühlt sich in Rostock nicht mehr zu Hause und nachdem sie die Angriffe auf die Ausländer in Lichtenhagen erlebte, kann sie die ehemalige Landsleute nicht mehr verstehen. Als sie den Opa und Jensi nach Schottland begleitet, kann sie dort finden, was sie gesucht hat.
Die Geschichte wird ein wenig sprunghaft erzählt, trotzdem konnte ich sehr gut verfolgen, wie Hanna die 1990er Jahre erlebt hat. Da sind die Vorwürfe und die Trauer über den Tod von Andreas, das neue Leben in Bremen und Berlin, die Ablehnung und Kälte der Mutter, das Verstehen der Tante und das Kennenlernen ihrer Freundin Susan.
Ich habe das Buch mit viel Neugier gelesen und vieles erfahren, was mit vorher nicht so klar war. Dorrit Linke hat vieles, dass inzwischen verklärt gesehen wir, geradegerückt. Ich kann allen, die die Zeit nicht erlebt haben, dieses Buch ans Herz legen, aber auch für Menschen, wie mich, die alles von Weitem aus dem Weste erlebt haben, erfahren hier viel Interessantes. Unbedingt auch das Nachwort lesen und die Erklärungen zu vielen Begriffen. Sicher lohnt es sich auch die Playlist anzuhören, denn auch Musik ist Zeitgeschichte.
Ein sehr ehrliches Buch mit einer klaren politischen Aussage.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Daggy
Wichtiges Buch über die Zeit nach der Wende