Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Vier Jugendliche schreiben Texte, die berühren
Hört uns mal zu! von Andrea Behnke
AkkordWort ist ein Jugendtreff, in dem viel Musik gemacht wird. Nino bringt sein Akkordeon mit, Mitray spielt auf ihre Bağlama, einer langhalsigen Zupflaute. Cecile besucht eine Musikschule und spielt schon sehr gut auf ihrer Querflöte. Ergänzt wird die Gruppe durch Mateo, der hervorragend Texte schreibt und sie gerne als Rap vorträgt.
Diese unterschiedlichen Jugendlichen machen gemeinsam Musik mit Bennet, einem Lehrer, der nachmittags im AkkordWort arbeitet. Als die Leiterin den vieren den Vorschlag macht zur Ausstellungseröffnung einer NS-Gedenkstätte etwas beizutragen sind diese sofort begeistert. Zu Vorbereitung besuchen sie den Südbahnhof, denn von hier wurden die Menschen deportiert. Obwohl sie schon in der Schule von der Shoah gehört hatten, waren die Jugendlichen entsetzt von der Menge der getöteten Menschen. Nino hört hier auch von den Homosexuellen, die ebenfalls ins Konzentrationslager kamen. Alle Vier feilen immer wieder an Texten und bringen dabei ihre eigenen Gefühle ein. Doch dann steht an der Wand des AkkordWort „Schwulenheimat“ und die Besucher des Treffs müssen sich um die Zukunft des Ortes, den sie als ihr „Daheim“ empfinden, sorgen.
Das Buch hat 144 Seiten und einige bunte sehr gelungene Illustrationen. Die Geschichte wird sehr spannend erzählt, die Kapitel spielen abwechselnd im AkkordWort und bei den Jugendlichen. So erfahren wir einiges über die familiäre Situation der Jugendlichen. Aber auch die Vergangenheit, die hier mit dem Bahnhof einen Ort hat, ist Thema in der Geschichte. Die Auseinandersetzung mit Homosexualität, damals und heute. Der Kampf um den Erhalt des Treffs, Aussagen, die weh tun, und noch vieles mehr findet sich in diesem Buch.
Sehr gut gefielen mir die Passagen, in denen es um KI und ihre Auswirkungen geht und wie real die Situation beschreiben wird.
Für Schulen gibt es Begleitmaterial und ich finde, dass dieses Buch eine hervorragende Schullektüre ist.
Liebewerte Maus erzählt wilde Geschichten
Ich bin die Mumpelmaus von Antje Vogel; Dorothée Kerstiens
Schon das Cover zeigt die zauberhaften Tiere, die die Mumpelmaus im Buch treffen wird. Am Morgen verabschiedet Mama-Maus ihr Kind mit einem dicken Kuss und der Feststellung „Du bist meine Munpelmaus!“
Die kleine Maus neigt dazu, wenn sie von einem Tier berichtet, die Geschichte sehr fantasievoll auszuschmücken.
So berichtet sie dem Fisch im Teich von einem Pinguin, der seinen Auszug zum Schwimmen auszieht und stattdessen eine rote Badehose mit weißen Punkten anzieht. Dem Frosch, der auf den Seerosenblättern herumspringt, berichtet sie von einem Weitspringe, der über jeden Fluss springen kann. Die Geschichte beendet die Mumpelmaus mit den Worten „Tusch, Applaus, aus die Maus. Ehrlich wahr. Genau so ist das.“
Aber gerade das ist zu bezweifeln, denn, so steht es im Anhang, ein Kanguru kann zehn Meter weit springen, aber Flüsse sind oft breiter. Von zehn Tieren, die in Australien wohnen erzählt die Mumpelmaus zum Teil sehr verrückte Geschichten. Ein Tüpfelkuskus, der mit einem Spinnennetz Fische fängt, ist wirklich eine tolle Idee. Oder der Nacktnasenwombatvater, der so stark ist, dass er sogar ein Auto tragen kann.
Nicht immer sind die Zuhörenden bereit sich die Geschichten der Mumpelmaus anzuhören, aber die kleine Maus bleibt beharrlich und erzählt immer weiter, bis es Abend wird.
Neben den fanatischen Geschichten mit dem kleinen wahren Kern gibt es zauberhafte Illustrationen. Alle Tiere tragen Kleidung, die liebevoll für sie entworfen wurden.
Ein Buch zum Träumen und nach dem Erwachen kann man noch etwas über die beschriebenen Tiere lernen.
Liebevolle Ansprache und wunderschöne Bilder
Du bist ein Wunder von Katherine Halligan
Schon das Cover ist wunderschön gestaltet, ganz leicht schwebt das Kind über dem Rüssel des Elefanten und die Schrift ist in Gold gehalten.
Jede Aussage ist über eine Doppelseite gezeichnet, zu Beginn sehen wir einen Wal und in Druckbuchstaben steht dort „Du bist größer als eine Luftblase…und kleiner als ein Wal.
“ Es gibt jeweils zwei Textblöcke mit Sachwissen zum Blauwal. Ergänzend ist zu lesen „Du bist groß und du bist klein.“ Diese direkte Ansprache macht den Text zu etwas sehr Persönlichem. Weiter geht es mit dem Fliegenpilz und ich war erstaunt, dass es Exemplare gibt, die einen halben Meter hoch sind. Die Geschwindigkeit einer Schildkröte wird der eines Gepards gegenübergestellt. Die Lautstärke mit der ein Gewitter daher kommt, die Härte von Wasser zu der Härte eines Diamanten und das Gewicht eines Elefanten zur Pusteblume.
So gibt es ein Menge Vergleiche und damit auch viele Informationen und das Buch endet mit der Feststellung „---du bist erstaunlich!“ Dank den wundervollen poetischen Bildern, den Tatsachen-Sätzen und den Sachinformationen lässt sich das Buch sehr schön einem Kind vorlesen und ich glaube es entsteht dadurch eine besondere Nähe zwischen Lesendem und Kind.
Griechische Götter in einem humorvollen Comic
Die Tempelbande: Die Götter stehen Kopf von Rüdiger Bertram
Die Serie „Meine Comic Lese-Abenteuer“ wendet sich an Erstleser und ist eine Mischung aus Erzählung, Comic und Rätsel. Diesmal führt uns die Geschichte ins antike Griechenland, dort lernen wir die Götterkinder Nika und Leon kennen. Die beiden haben viel Unsinn im Sinn und weil sie Zaubern können, lassen sie Brei auf die Stadt regnen.
Sie finden das lustig und auch den Einwohnern scheint es zu gefallen. Nur Alex, der ebenfalls ein Göttersohn ist, ärgert sich darüber, dass er überall mit klebrigem Brei vollgeschmiert ist und petzt alles dem Vater der beiden. Da dem Vater ein Missgeschick mit dem Öl geschieht und er entsprechend wütend ist, gibt er seinen Kindern eine schlimme Strafe auf. Sie sollen den stinkenden Stierstall ausmisten.
Unten auf jeder Seite ist ein keiner Balken zu sehen, der den Lesefortschritt abbildet und die kleinen Rätsel sind leicht zu lösen. Hinten im Buch gibt es noch schöne Anleitungen, mit denen wir selbst ein Tier zeichnen lernen und zum Schluss meldet sich der Autor Rüdiger Bertram selbst zu Wort und er erzählt uns in einem Comic etwas über Götter. Wie ich finde, eine witzige Idee.
Das Buch liest sich sehr gut, denn sie Geschichte von Nika und Leon wird humorvoll, aber mit literarischem Hintergrund erzählt. Die vielen bunten Bilder haben eine passende Dynamik und die kleinen Comics lockern alles noch zusätzlich auf. Eine tolle Reihe und ein hervorragender erster Band.
Eine herrliche Wanderung durch eine wunderschöne Bergwelt
Mit Maus in den Bergen von Alice Melvin
Nachdem Maus auf dem Fluss und am Strand unterwegs war, führt sie uns diesmal in die Berge. Auf dem Cover sehen wir sie mit Wanderkleidung, Rucksack und einer Wanderkarte. Zuerst muss sie eine Fahrkarte kaufen und mit dem Zug im Schlafabteil Richtung Berge starten. Wir begleiten sie auf der Reise und können im Buch einige Klappen öffnen und so ins Abteil und ins Bahnwärterhäuschen schauen.
Detailliert ist alles genau gezeichnet. Vorbei am kleinen Café geht Maus dann los. Von Weitem sieht sie den Zug fahren und die Berge tauchen hinter dem Nebel auf. Übernachtet wird in einer Berghütte, dann führt der Weg zu einem Wasserfall. Mutig springt Maus in den Bergsee.
Die Wanderung zeigt uns die Flora und Fauna sehr genau und am Ende haben wir einen freien Blick auf die Landschaft und können vorher besuchte Plätze entdecken. Am Ende des Buches gibt es noch einige Sachinformationen.
Der gereimte Text liest sich manchmal etwas holprig, er erzählt aber sehr schön die Geschichte zu den wundervollen Illustrationen. Hier kann man vor und nach dem Urlaub in der herrlichen Natur schwelgen.
Voller Zauber, Fantasie und Abenteuer
Emma glaubt nicht an Feen von Cornelia Funke
Emmas Mama hat ihrer Tochter eine Menge über die Natur beigebracht und sie auch gelehrt achtsam mit allem umzugehen. Sie selbst lässt „Unkraut“ in ihrem Garten wachsen, worüber sich ein Nachbar sehr aufgeregt hat.
Als Emma noch die kurze Zeit bis zum Essen im Garten verbringen wollte, findet sie zwei Schnecken, die sie hinter dem Garten in den verwilderten Park bringen will.
Doch hier taucht vor ihren Augen eine Hummel auf, die ein richtiges Gesicht hat. Verwundert krabbelt Emma durch die Brombeerhecke, um dem Tier zu folgen. Leider wird sie angegriffen und etwas trifft ihre Stirn. Da passiert das Ungewöhnliche, Emme schrumpft auf die Größe einer Maus. Jetzt trauen sich ungewöhnliche Wesen in Emmas Nähe und obwohl sie nicht an Feen glaubt, stellt es sich heraus, dass es hier hinter der Brombeerhecke in einer anderen Welt einige davon gibt.
Für Emma ist es nicht ganz leicht in dieser anderen Welt, denn ihre Größe macht sie zum Fressen für viele Tiere und die Wächterinnen wünschen ihr sogar, dass der Fuchs sie frisst. Zum Glück gibt es auch Feen, die Emma retten wollen, aber das ist nicht so einfach, denn seit einiger Zeit treibt sich der Trampler hier herum und er vernichtet die Pflanzen. Deshalb sind auch die Pflanzen Emma nicht wohlgesonnen.
Eine fantastische Geschichte voller Abenteuer mit vielen großformatigen poetischen Zeichnungen.
Wundervolle Bilder und eine Geschichte über Freundschaft und Annäherung
Wölkchen ist weg! von Daniela Kulot
Als ich das Cover sah, bekam ich Sternchen in meinen Augen und wollte sofort ans Meer fahren. Leuchtturm, Segelboot, ein reetgedecktes Haus und eine Herde Schafe, am Himmel eine Schar Möwen, genau so muss es aussehen.
Wir hören von den Schafen, wie sie über die Möwen denken und auf der nächsten Seite erfahren wir die Gedanken, die sich Möwen über Schafe machen.
Leider sprechen beide nicht gut übereinander. Nur das kleine Schaf Wölkchen und die jungen Möwe Mio interessieren diese Gespräche nicht. Doch dann taucht Björn Schaf auf und er fragt nach Wölkchen und so macht sich die ganze Herde auf um wohl organisiert nach dem Schäfchen zu suchen. Doch Wölkchen hat es sich in einem Strandkorb gemütlich gemacht und es freut sich, dass Mio sich dazusetzt. Die beiden sind nicht der Meinung der alten Tieren, sie sind neugierig auf die anderen und bewundern sie sogar. Zusammen machen sich die beiden auf den Heimweg, immer den kleinen Schafskötteln nach.
Vorurteile überwinden und Freundschaft zu schließen ist ein wichtiges Thema in diesem wundervollen Bilderbuch. Am Ende, wenn die Sonne ins glitzernde Meer taucht, sind alle Tiere näher zusammengerückt. Die Illustrationen zeigen genau die Küstenlandschaft, die gerade wir Ruhries lieben.
Essen sollte Spaß machen und hier gibt es hervorragende Tipps
Ich mag nur Nudeln ohne Soße! von Alicia Metz-Kleine
Das kennen wir doch alle, dass die Kinder sich scheuen Neues zu probieren und alles ablehnen, außer die trockenen Nudeln, Pommes oder Reis. Bloß kein Gemüse und schon kein grünes.
Hier lernen wir zunächst Wanda kennen, die schon etwas aufgeschlossener in Sachen Essen ist. Während ihr kleiner Bruder Luis trotz Superheldenumhang da eher nicht so mutig ist.
Wir starten gleich beim Frühstück in der Küche von Wandas Familie. Auf Wandas Frage, warum es bei ihnen nur im Sommer Erdbeeren gibt, erklärt Papa welches Obst und Gemüse bei uns Saison hat und das die anderen Sachen oft von weit herkommen. An das Kind geht die Frage, welches Obst wohl jetzt Saison hat. Bei der Beantwortung hilft eine entsprechende Abbildung. Dazu gibt es eine Erklärung für die Eltern und einen Tipp, wie man Kresse sät. Dann geht’s in den Supermarkt zum Einkaufen. Zu Hause werden zwei Obstsorten probiert, die die Familie noch nicht kennt und danach geht’s ans Kochen.
Im Verlauf des Buches geht es dann auch um Zucker und darum welche Lebensmittel gesund sind. Es gibt ein „Selbstmach-Essen“ wo jeder sich das auf den Teller legen kann, was er möchte und mag. Am Ende gibt es ein großes Familienfest und in dem Zusammenhang geht es um Regeln bei Tisch. Auf der letzten Seite isst die Familie von Wanda dann gemeinsam Pfannekuchen, die gehen eigentlich auch immer.
Die allerletzte Doppelseite wendet sich dann direkt an die Eltern. Ich glaube nicht nur die Kinder können viel lernen beim Lesen dieses Buches, auch die Eltern werden noch das eine oder andere Ausprobieren oder in den Alltag integrieren können. Aber was das Wichtigstes ist, es macht Spaß das Buch zu lesen und die comicartigen Bilder anzuschauen.
Neue Märchen mit humor erzählt und schön bebildert
Allerlei Zauberei von Paul Maar
Schon das Cover zeigt ein Sammelsurium an Szenen, die aus einem Märchen stammen könnten. In der Mitte das weiße Kaninchen im Zylinderhut.
Das Buch beginnt mit dem Rumpelstilzchen und zunächst ist auch alles so wie wir es kennen, erst am Ende lesen wir, dass die Königstochter den Namen des giftigen kleinen Mannes gegoogelt hat.
Weil Georg einer alten Frau half aus dem Bus auszusteigen, nannte sie, die in Wirklichkeit eine Zauberin war, dem Jungen zwei Zauberworte. Herr Scheibenkork, der als Zauberer auftritt und dabei mit Ticks arbeitet, benötigt einen neuen Zylinder und der muss feststellen, dass der doch wohl zaubern kann. Der Korrespondent Jakob Grimm berichtet von der Taufe Dornröschens, wo weise Frauen auftauchen. König Rasmus heiratet eine hübsche junge Frau, mit der er ein Kind bekommt, doch bald wird die von einer bösen Fee geraubt, die sich dann für die Königin ausgibt. Zu ihrer Befreiung muss der junge Prinz viele Abenteuer bestehen. Rosa erlebt einiges beim Fahrstuhlfahren in der Nacht. Die letzte Geschichte §Der fliegende Koffer“ ist schon recht lang und sie hat viele unerwartete Windungen, die zeigen mit wieviel Fantasie da Märchen neu erdacht werden.
Neben den abenteuerlichen Geschichten, die mit einem Augenzwinkern erzählt werden, gibt sehr schöne Gemälde, die das Lesen des Buches noch interessanter machen.
Humorvolle Adventszeit mit den Hasen
Wenn sieben kleine Weihnachtshasen mit Schwung durch die Adventszeit rasen von Sabine Praml
Die wunderschönen in Reimen erzählten Geschichten von der Hasenfamilie gehen in der Adventzeit weiter.
Die Illustrationen sind fast schon Wimmelbilder, so viel gibt es hier zu entdecken. Das Cover zeigt die fröhlichen Hasenkinder auf dem Weihnachtsmarkt.
Wie es viele Mütter von sich kennen, erklärt die Hasenmama, dass es in dieser Adventzeit „keine Hektik, Stress und Streit“ geben wird.
Allerdings kommt schon Valentin mit einem Zettel aus der Kita, da sollen Kekse für den Basar gebacken werden. Deshalb geht es zunächst in den Supermarkt zum Einkaufen. Die Kekse werden schnell gebacken, aber Titus baut ein riesiges Lebkuchenhaus. Die Deko muss auch noch aufgehängt werden und so wird erstmal gebastelt. Dann geht’s zum Geschenkekauf auf dem Weihnachtsmarkt, dort geht Baby Matti verloren. Dann schafft es die Familie den letzten schiefen Weihnachtsbaum zu kaufen, aber nach einem Spaziergang im Wald sind alle in Weihnachtsstimmung.
Ja, ich denke, das ist der ganz normale Wahnsinn, den die Adventzeit so mit sich bringt. Es wird hier in schönen Reimen und mit liebevoll bis in die kleinste Kleinigkeit schön gestalteten Bildern von den sieben kleinen Hasen berichtet. Wir werden das Buch sicher in der Vorweihnachtszeit gerne lesen. Aber ich verrate euch, auch jetzt im September hatten meine Enkel Spaß daran.











