Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Kwinsu:
Ein Buch mit fehlender Konsequenz
Holunderholz von Norbert Scheuer
Holunderholz ist ein Buch, das ich zwar ganz gern gelesen habe, das mir aber immer das Gefühl gab, dass irgendetwas fehlte. Die Geschichte selbst habe ich nicht immer ganz nachvollziehen oder mir erklären können.
Protagonist ist der Informatiker Johann, der ein recht belangloses Leben führt. Er arbeitet in einer Firma, hat Verantwortung, auch wenn er sich selbst als nicht allzu guten Programmieren einschätzt - bezüglich Talent verlässt er sich lieber auf andere, die zwar menschlich vielleicht nicht das Häubchen auf der Sahne, dafür aber gut in der eigentlichen Sache sind - eine Fehleinschätzung, wie sich im Laufe des Buches herausstellen wird.
Neben seinem Job hat er auch noch einen anderen Fokus gefunden: ein Magnetophon, das ihm seine gerade verstorbene Mutter hinterlassen hat, mit Audioaufnahmen seines Großvaters. Das Gerät ist störrisch, zerstört immer wieder Teile des Aufnahmebandes, aber Johann will - ergänzend durch Aufzeichnungen seiner Mutter - eruieren, welch Hinterlassenschaft sein Großvater unbedingt der Nachwelt mitgeben wollte. Das Spezielle an diesem Buch ist, dass die Aufzeichnungen wiedergegeben werden: und zwar nicht 1:1 transkribiert, was unmöglich ist, da oft nur viele Geräusche zu hören sind, sondern das, was Johann daraus hört und interpretiert. Eine Rolle scheint eine junge Frau, die Rose genannt wird, zu spielen, auch wenn in der weiteren Handlung nie aufgeklärt wird, welche Wichtigkeit sie für die Familiengeschichte tatsächlich hatte. Jedenfalls kann sie nur sehr eingeschränkt sprechen, was auch ein wenig, aber nicht vollumfänglich erklärt wird. Aber sie ist nur eine Auslassung von vielen. Es darf jedenfalls viel spekuliert werden, ebenso über eine immer wiederkehrende Figur namens Vincentini. Dieser scheint Johann in gewisser Weise zu verfolgen, es gibt zahlreiche Andeutungen, was jener sein könnte oder auch nicht, auch hier bleibt es den Lesenden vorbehalten, dessen Rolle zu interpretieren.
So stromern wird durch Johanns Arbeitswelt, durch seine rätselhafte Familiengeschichte, begleiten ihn bei seinen durch Schlafstörungen hervorgerufenen Spaziergängen und Aufenthalten bei einer Tankstelle, erleben die ein oder andere schräge Begegnung, unter anderem der Beziehung zu Maria, die aber verheiratet ist und nicht gedenkt, ihren Mann zu verlassen. Vorwiegend befinden wir uns in Johanns sprunghaften Gedanken, die sich immer wieder an einzelnen Themen festbeißen - wie an den Tonaufnahmen des Magnetophons, unter anderem mit Bezug zur Wehrmacht. Oder seinen Tierbeobachtungen, die ein wesentlicher Teil seiner Gedankensphäre zu sein scheint. Dass im Laufe des Buches eine verheerende Explosionskatastrophe einer Rolle spielt, wird in der Inhaltsgabe hervorgehoben, nahm mich aber beim Lesen des Romans nur sehr wenig mit.
Das Lesens des Romans bescherte mir immer wieder viele Fragezeichen, entzückte mich selten, aber doch, durch seine Schrägheit, langweilte mich mitunter, gab aber auch immer wieder Hoffnung auf DEN Sinn, was allerdings kaum erfüllt wurde. Die abwechselnden Textsorten - zwischen Schilderungen des Protagonisten und den interpretierenden Tonbandaufnahmen bot eine gute Abwechslung, die aber letztendlich nicht immer stimmig war. Rückblickend betrachtend hallt das Buch nur sehr wenig nach, so ist die Erinnerung an das titelgebende Holunderholz auch schon ziemlich verblast. Der Roman ist ein Buch, das man durchaus lesen kann, zweifelsohne gibt es aber zahlreiche Bücher, die spannendere Leseerkenntnisse mit sich bringen.
Mein Fazit: "Holdunderholz" ist ein Roman, der immer wieder schräg anmutet, aber nicht kontinuierlich eben jenes ist; der es weiß einige gute Geschichten zu erzählen, aber in seiner Konsequenz leider eher belanglos bleibt.
Für die Ideale kämpfen
Tage am Fluss von Jochen Mariss
Sarah übt einen ungewöhnlichen Beruf aus: sie ist Fährfrau an einem Fluss, der ihr Dorf von der nächsten Stadt trennt. Sie lebt sehr einsiedelig auf einem kleinen Hof, umgeben von Tieren und viel Natur. Sie ist eine zurückgezogene Frau, die kaum jemanden an sich heranlässt. Dies ändert sich aber, als eines Tages Leon auf ihrer Fähre landet - ohne Geld und mit vielen Geheimnissen.
Er bringt nicht nur Sarahs Leben durcheinander, sondern zeigt ihre auch, für was es sich zu kämpfen lohnt.
Jochen Mariss legt mit "Tage am Fluss" einen ruhigen, aber berührenden Roman vor, der zeigt, dass Fortschritt nicht immer das Beste für alle ist und das die Natur einerseits unberechenbar, andererseits aber irrsinnig schützenswert ist. Der Autor schafft vor allem durch atmosphärische Naturbeschreibungen, einprägsame Bilder in den Kopf zu zaubern. Die Charakterzeichnung hingegen ist für meinen Geschmack an der ein oder anderen Stelle etwas übertrieben. So ist Leon ein Bobo-Idealist der Sonderklasse. Seine oberste Priorität ist es, die Natur zu schützen, was grundsätzlich sehr lobenswert ist, ganz so abkaufen konnte ich es ihm jedoch nicht immer. Sarah hingegen stößt fast jeden von sich ab, sie hat eine harte Schale, aber natürlich einen weichen Kern. Das Abwechseln dieser zwei Pole ist meines Erachtens nicht immer gelungen, denn auch dies wirkt teilweise leicht übertrieben. Auch Sarah kämpft für ihre Sache - denn sie will ihren eher mau rennenden Lebensunterhalt - das Fährgeschäft - freilich um jeden Preis erhalten. Es gibt aber Gegenspieler, die ihr Rückgewandtheit vorwerfen und auf Biegen und Brechen eine Brücke für den Fortschritt errichten möchten. Auch diese Figuren sind für mich etwas zu platt und stereotyp gelungen. Und dann gibt es auch noch Themen, die Leon lange verschweigt, die dann, als sie aufgelöst werden, etwas zu konstruiert wirken.
Trotz dieser kritischen Anmerkungen muss ich sagen, dass ich das Hörbuch wirklich sehr gern gehört habe. Das Buch wird jeweils abwechselnd aus der Sicht von Sarah sowie jener von Leon erzählt, was einen wirklich gelungenen Perspektivwechsel ausmacht. Was ich am Hörbuch besonders mochte, sind die Erzählstimmen: Sarahs Part wird von Heike Warmuth gelesen, jener von Leon von Nils Kretschmer. Beide Sprecher*innen haben tolle und angenehme Stimmen und erzählen die Geschichte sehr lebendig und glaubwürdig. Ihnen gelingt es, die besondere Atmosphäre der Natur und des Dorfes perfekt in Szene zu setzen.
Mein Fazit: "Tage am Fluss" ist ein Roman mit atmosphärischer Natur- und Dorfbeschreibung, dessen Charaktere vielleicht manchmal etwas überspitzt gezeichnet sein mögen. Sie kämpfen aber mit glaubhafter Vehemenz für ihre Anliegen und lassen auch persönliche Entwicklung zu. Das Hörbuch dazu ist sehr gut gelungen. Wer einen ruhigen Roman mit klarer Botschaft und bildhafter Sprache sucht, ist hier genau richtig.
Zurück in die Zukunft
Jetzt beginnt das Leben von Alex Schulman
Lehrer Vidar wird suspendiert, nachdem er bei einem Schülerkonflikt ungewohnt grob dazwischengeht. Er kann sich nicht erklären, was genau geschah, sieht ungläubig die ihm vorgelegten Bilder der heftigen Verletzungen des Schülers, hat keine Erinnerung daran, was hier passiert sein könnte. Als er so vor sich hin sinniert, fällt ihm eine Telefonnummer aus seiner Vergangenheit in die Hände: jene des Ferienhauses seiner Kindheit.
Er probiert einfach mal dort anzurufen - und dann geschieht das Unglaubliche: sein verstorbener Vater geht ans Telefon. Es beginnt eine familiäre Spurensuche, die absurd, manisch und auf schräge Weise auch humorig zugleich ist.
Dass Alex Schulman ein äußerst talentierter Autor ist, zeigt sein bisheriger internationaler Erfolg. Seine Bücher weisen stets einen großen autobiographischen Bezug auf, sein Schreiben scheint eine Art Selbsttherapie zu sein, das schonungslos tiefe Verletzungen, Misshandlungen und Vernachlässigungen aufzeigt, ohne dabei theatralisch zu werden. Bei "Jetzt beginnt das Leben" kommt diese autobiographische Note erst schleichend zu Tage. Die surreale Note, die durch die Telefonate in die Vergangenheit erzeugt wird, lässt einen den Roman nicht gleich einordnen. Ist das jetzt etwas Witziges wie "Und täglich grüßt das Murmeltier"? Jedenfalls landet Vidar mit seinen Telefonaten - wie sich schnell zeigt - stets am selben Tag: dem 17. Juni 1986. Akribisch führt er Buch über seine Gespräche mit der Vergangenheit, versucht, den Tag in seinem Geschehen zu rekonstruieren, denn irgendetwas Bedeutendes ist an diesem Tag passiert, nur weiß er auch hier nicht, was das genau gewesen sein sollte. Seine Gesprächspartner sind sowohl der Vater, als auch die Mutter, seine Schwester und auch: sein kindliches Ich - und im Laufe des Tages scheint dieses immer verstörter zu sein.
Während sich der Telefonattag immer und immer wieder zu wiederholen scheint, läuft Vidars Gegenwart weiter. Er ist nicht nur in der Aufarbeitung dieses Tages manisch, sondern will auch auf Biegen und Brechen herausfinden, warum er dem Schüler gegenüber so aggressiv geworden ist. Trotzdem er aufgrund der gegen ihn laufenden Ermittlungen gewarnt wird, sich dem Schüler nicht mehr zu nähern, stellt er ungeschickte Versuche an, mit diesem zu reden, um die Leere in seinem Kopf zu beseitigen. Schlussendlich ahnt Vidar, dass vielleicht alles mit allem zusammenhängen mag.
Der Schreibstil des Autors ist sehr sachlich und nüchtern, aber unglaublich in den Bann ziehend. Ich habe das Buch kaum weglegen können, so fasziniert war ich von dieser schrägen, etwas abstrusen und doch sehr berührenden Geschichte. Die ganze Tragweite einer schlimmen Kindheit, stellt sich erst im weiten Verlauf des Buches ein und tritt vollends zutage, wenn das Buch beendet ist. Die besondere Kunst an diesem schriftstellerischen Werk ist, dass die grundsätzlich surreale Begebenheit mit den Telefonaten in die Vergangenheit für mich relativ rasch eine Unerstaunlichkeit bekommt; eine Selbstverständlichkeit, die ich schnell als nicht mehr ganz zu abwegig empfunden habe - sie schnell für voll nahm. Und dann ist da dieser unterschwellige Humor, der mich ob seiner Schrägheit oft schmunzeln ließ. Es fallen einfache Sätze, die trotz ihrer Unauffälligkeit einen treffenden Status Quo der gesellschaftlichen Verhältnisse aufwerfen. "Wenn die Hölle etwas von dir will, ruft sie mit unterdrückter Nummer an." (S. 125) Die Beharrlichkeit - in wirklich jeder Hinsicht - die der Protagonist aufweist, ist zwar irgendwie manisch, belohnt ihn aber schlussendlich mit einer Art von Gerechtigkeit. Auch wenn die Hauptfigur nie ganz zugänglich wird, trifft sie einen doch irgendwie ins Herz.
Mein Fazit: "Jetzt beginnt das Leben" ist ein großartiges Buch, dass durch eine Prise Verrückt- und Schrägheit, nüchterne Erzählweise und eine intensive Spurensuche in der Vergangenheit besticht und einen von der ersten bis zur letzten Seite im Bann hält. Es ist traurig, schwarzhumorig, berührend und irritierend zugleich und wird sicher einen Dauerplatz in meiner Bestenliste des Jahres 2026 sowie in meinem Bücherregal finden.
Ein großartiger Perspektivenwechsel
Ein ganz normales Wunder von Woody Brown
Walter, Tom, Jorge, Emma - sie alle haben eine Gemeinsamkeit: sie sind beeinträchtigte Menschen, denen es schwer fällt, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Sie eint, Personen mit Autismusspektrumsstörung zu sein und in der selben Einrichtung - Upward Bound - werktags betreut zu werden. Während viele nicht beeinträchtigte Menschen ihnen absprechen, Teil der "normalen" Welt zu sein, erfahren wir in "Ein ganz normales Wunder" viel von ihrem Innenleben, das uns lediglich voneinander unterscheidet, da das Kommunizieren für sie nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist.
Der Autor selbst, Woody Brown, ist selbst betroffener Autist, der ebenfalls nicht sprechen kann. Er hat aber einen Weg gefunden, nach außen zu kommunizieren, indem er auf eine Buchstabentafel zeigt. Vor allem deshalb, weil seine engagierte Mutter nie den Glauben an ihn verloren hat und ihn bestmöglich unterstützt. Dass etliche Leser*innen dieses Buches ihm absprechen wollen, es selbst geschrieben zu haben, macht nicht nur traurig, sondern gibt auch ein von Ableismus geprägtes Gesellschaftsbild wieder.
Der Roman ist in einzelne Episoden aufgeteilt, die immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Wir erfahren so, was der autistische Walter denkt - jener Charakter, der sehr stark an die Biographie des Autors angelehnt ist; wie es dem hübschen, aber nicht aus der Stille seiner Existenz herauskommenden Tom tatsächlich geht mit den Begegnungen mit anderen Menschen; was Jorge dazu treibt, immer wieder abhauen zu wollen. Aber auch die Betreuenden selbst werden portraitiert, wie etwa Carlos, der zwar eine unstete Vergangenheit aufweist, sich aber sehr gut in Jorge hineinfühlen kann oder aber die junge Sommerbetreuerin Ann, die Tom nicht nur deshalb toll findet, weil er gut aussieht, sondern weil sie merkt, dass mehr hinter seiner schweigsamen Fassade steckt, als die meisten Menschen wahrnehmen. Gerade dieses Hineinversetzen in die unterschiedlichen Perspektive zeugt davon, wie reflektiert der Autor ist, welche schriftstellerische Gabe er hat - unabhängig davon, ob er nun eine Behinderung hat oder nicht. Alle Figuren, das gesamte Geschehen des Romans - besonders auch das tragische Ende - wirken authentisch und konstatieren Einfühlungsvermögen gepaart mit Kreativität. Wir bekommen dadurch einen erweiterten Einblick in die Realität vieler Menschen, die in unserer Gesellschaft einfach nicht mitgedacht werden. Das ist nicht nur erfrischend und innovativ, sondern vor allem augenöffnend. Die Beobachtungsgabe und Offenheit des Autors ist bereichernd und unterhaltsam zugleich.
Mein Fazit: "Ein ganz normales Wunder" ist ein großartig gelungenes Portrait über Menschen mit und ohne Behinderung, das allen Lesenden einen wahnsinnig gut gelungenen Perspektivwechsel beschert und noch dazu überaus unterhaltsam ist. Meines Erachtens sollte das Buch zu einer Pflichtlektüre für alle Schülerinnen und Schüler werden, damit sie erkennen können, dass viele Menschen durch die Gesellschaft behindert werden, nur, weil sie nicht in der Lage sind nach unseren Maßstäben zu kommunizieren. Ein Buch, das berührend, erkenntnisreich und tiefgehend ist und das sich keine*r entgehen lassen sollte!
Freundschaft und Schwerkraft
Nase & Weis - Wieso falle ich eigentlich immer nach unten? von Michael Engler
Was für ein wunderbares Buch ist "Nase & Weis - Wieso falle ich eigentlich immer nach unten?"! Untermalt mit entzückenden, kindgerechten Illustrationen stellen sich der Eisbär Weis und die Maus Nase viele spannende Fragen und testen dabei aus, ob sie selbst auf die Antworten kommen. Und ganz nebenbei entsteht eine feste Freundschaft zwischen den beiden - den gemeinsam ist man weniger allein!
Das Setting ist total schön: beide Figuren leben in der Arktis und weil es da immer so kalt ist, zieht sich Weis in eine verlassene Polarstation zurück.
Er ist wissbegierig und liest die vielen Bücher, die Menschen hier zurückgelassen haben. Er fühlt sich auch manchmal einsam, aber das ändert sich, als Nase in sein Leben tritt. Und gemeinsam erforschen sie, warum die Welt so ist, wie sie ist und probieren dabei allerhand Experimente aus. In altersgerechter Sprache werden Dinge wie die Schwerkraft oder die Fliehkraft erklärt und ein Überblick gegeben, wie die Wissenschaft funktioniert: es beginnt mit einer Frage, die man zu beantworten versucht und das tut man damit, dass man etwas ausprobiert und dann sieht, ob die Vermutung stimmt oder nicht. Alle wichtigen Begriffe werden dabei einfach, anschaulich und verständlich erklärt, sei es nun Arktis, Polarnacht, Experiment oder die Planeten und Sonnen im Weltraum. Der Fokus ist dabei auf der Naturwissenschaft ohne, dass es belehrend oder langweilig klingt.
Ich habe das Buch mit meiner 6-jährigen Nichte gelesen und sie war gleich begeistert. Vor allem ist sie anfänglich auf die beiden Figuren Nase und Weis angesprungen und hat die vielen Details in den Illustrationen entdeckt - besonders mag sie die Bilder mit den Haien und Walen, die in der Polarstation an den Wänden hängen. Sie hat auch gleich selber Schwerkraft und Fliehkraft ausprobieren mögen. Einige der Infokästen hat sie noch nicht so ganz verstanden bzw. hatte auch nicht sonderlich viel Interesse daran, aber das kann noch kommen. Ich hatte aber eher den Eindruck, dass sie mehr an der Freundschaftsgeschichte von Nase und Weis interessiert ist - solche Bücher mag sie dann immer und immer wieder vorgelesen bekommen und ich gehe davon aus, dass sie sich im Laufe der Zeit dann auch für die schwierigeren Dinge interessiert. Und diese Kombi finde ich so toll: dass eine schön und einnehmende illustrierte Freundschaftsgeschichte erst einmal das Buch und die Rahmengeschichte interessant macht und sich dann daraus auch ein Interesse entwickelt, verstehen zu wollen, wie die Welt funktioniert. Ich habe gesehen, dass hier auch bald Teil 2 herauskommt - dieses wird dann ein super Weihnachtsgeschenk werden!
Magische Langatmigkeit
Das Jahr der Wale von Kelly Anderson
Annie ist ein Kind des Meeres: mit ihren Eltern lebt sie auf einem Segelboot, mit dem sie die meiste Zeit des Jahres unterwegs sind. Nur im Sommer kehren sie zurück nach Hale's Landing. Als sie erwachsen wird, sich überlegt sesshaft zu werden und eine tiefere Beziehung mit ihrem Kindheitsfreund Evan einzugehen, passiert die Katastrophe: ein Tsunami zerstört große Teile der Küste und Annies Leben ändert sich schlagartig.
Kelly Anderson legt mit "Das Jahr der Wale" einen Roman vor, der vor allem durch die unglaublich atmosphärische Beschreibung des Meeres und der Landschaft Westkanadas besticht. Sie hat die Gabe mit ihrer Sprache eindrucksvolle Bilder zu erschaffen, die mir noch sehr lange im Kopf bleiben werden; die sich einnisten wie ein Nebel, der nicht so schnell verschwinden mag. Ob das mit der Geschichte selbst passieren wird, bezweifle ich allerdings. Denn diese fand ich langatmig, zäh und durch magische (oder esoterische?) Momente, die vor allem im letzten Teil des Buches hervortreten, vor allem unglaubwürdig. Ich kann noch immer nicht genau fassen, weshalb, aber ich empfand das Lesen als irrsinnig mühsam, musste Passagen immer und immer wieder lesen, weil ich mich nicht auf den Inhalt konzentrieren konnte. Ich mutmaße, dass das an der Detailliertheit des Erzählten liegt, das für mich unnötig in eine nicht greifbare Tiefe geführt wurde.
Neben der lebensverändernden Tsunamikatastrophe ist Annie auch zwischen zwei Männern hin und hergerissen. Da ist Evan, mit dem sie schon seit Kindertagen eine tiefe Freundschaft verbindet, die sich irgendwann in eine romantische Beziehung ausreift. Und dann taucht nach der Katastrophe Walker auf, unklar woher er kommt, noch weniger wohin es ihn zieht - außer zu Annie. Während umfangreich dieser Zwiespalt beschrieben wird und Annie keinen von beiden missen möchte, ist mir jedoch nie klar geworden, was die tiefe Bindung zu den beiden für Annie ausmacht. Besonders als dann der Sprung in die Zukunft folgt, in der Annie dann Ärztin ist und sich in beinah selbstzerstörerischen Weise in ihre Arbeit schmeißt, ist für mich rätselhaft, weshalb Evan an ihr festhält.
Immer wird die Protagonistin getrieben von Geräuschen, die sie mit speziellen Menschen verbindet, die sie irrational handeln lässt. Dieses undefinierbare Magische, das bis zum Schluss nicht in etwas Verständliches aufgelöst wird, war es, was mich teilweise ziemlich genervt hat und am Ende des Buches seinen Höhepunkt erreicht. Schade, dass die Geschichte für meinen Geschmack nicht erklärt hat.
Mein Fazit: "Das Jahr der Wale" ist ein Roman mit wunderschönen, atmosphärischen Naturbeschreibungen, der mich durch seine Langatmigkeit, Unkonkretheit und der fehlenden Tiefe der Figuren sowie ihrer Beziehungen leider nicht wirklich überzeugen konnte. Wer jedoch einen Hang zu Magischem und Unerklärlichem hat, könnte bei diesem Buch richtig sein.
Ein Haus voller Erinnerungen
Alleinruhelage von Eva Menasse
Da ist dieses Haus in Brandenburg, indem die Frau so viele Erinnerungen erzeugt hatte; das jahrzehntelang Teil von ihr war - und von diesem verabschiedet sie sich nun. Ungewöhnlich: sie spricht es mit "du" an. Ebenso ungewöhnlich: wir erfahren viel Erlebtes, aber nur wenig Persönliches. Doch die Geschichten, die von Begegnungen und Alltäglichem leben, sind fein ausgewählt, kurzweilig und sagen durchaus etwas über verschiedene Mentalitäten aus.
Eva Menasses Schreibstil ist sehr einnehmend, davon konnte ich mich in "Alleinruhelage" überzeugen. Sie weiß es, starke Bilder zu erzeugen, würzt diese mit einer Priese Humor und lässt auch ein wenig ihre österreichische Herkunft einfließen. Vor allem aber portraitiert sie einzelne Persönlichkeiten, die fast jede*r von uns in der ein oder anderen Art kennt: da ist das polnisch-moldawische Paar, das fleißig bei allem rund ums Haus hilft, mehr oder minder zuverlässig, aber engagiert und durchaus schlagfertig (z.B. wenn es um fremdenfeindliche Aussagen geht). Da ist der Nachbar aus der Datschensiedlung, mit dem man sich gut stellen muss, eigentlich ein Unleidlicher, der Chef sein möchte, es aber auch weiß zu vereinen und eine nicht sonderlich lautere DDR-Vergangenheit hat. Und da ist die Erzählerin, die detailliert und stimmig die Natur rund um das Ferienhäuschen mit Alleinruhelage beschreibt, uns kurze Einblicke in liebgewonnene Traditionen zu geben, so etwa eine regelmäßige Freundesfeier, die sich im Laufe der Zeit verständlicherweise ändert und mit Verkauf des Hauses endgültig ein Ende nimmt, und uns auch in ihre eigene Gedankenwelt mitnimmt, die von Freude, Sorgen, Anfängen und Enden geprägt sind.
Erzählt wird nicht etwa chronologisch, sondern so, wie die Gedanken sprießen, was zur Folge hatte, dass das Folgen nicht immer einfach ist. Aber da das Geschriebene wirkt wie ein lockeres Geplauder, ist das nicht weiter schlimm. Jedenfalls wirkt es authentisch, die Höhen und Tiefen, die vor allem in Konflikten mit den pikierten Nachbar*innen oder mit Schrebergartenproblemen spürbar sind, aber auch in einer nicht erfüllenden Liebesbeziehung, schwingen durch die locker-flockige Erzählweise wie ein springender Gummiball, den man nicht allzu ernst nehmen kann. Man spürt im Erzählten die österreichische Gelassenheit und die hervorragende Beobachtungsweise der Autorin.
"Alleinruhelage" wird als Roman betitelt, auch wenn es für mich eher ein autofiktionales Erlebnispotpourri ist, ohne, dass uns die Autorin zu viel über ihr Leben verrät. Ich habe es als sehr innovative Idee empfunden, Erinnerungen festzuhalten, die an ein Haus geknüpft sind, bei dessen Abschied peu á peu das Erlebte wieder auf ploppt. Es ist ein Buch, bei dem ich mich aufgrund der fantastischen Beobachtungsgabe der Autorin sehr wohl gefühlt habe, auch wenn es keinen enormen Sog erzeugt hat.
Leidenschaft gepaart mit einer Prise Unglaubwürdigkeit
Die Insel der Schimpansen von John Ironmonger
Turnerin und Biologin Angel bekommt eine unglaubliche Chance: für zwei Jahre kann sie auf eine Insel in Tansania ziehen, um dort die Sprache der Schimpansen zu entschlüsseln. Doch gierige Großunternehmer setzen dem ein jähes Ende und es beginnt ein Wettstreit zwischen Gut und Böse...
Zu Beginn: der Autor hat wirklich einen sehr einnehmenden Schreibstil, ich habe fast nur positives über seine Bücher gehört, weshalb ich "Die Insel der Schimpansen" unbedingt lesen wollte.
Und tatsächlich habe ich das Buch recht flott verschlungen, auch wenn ich es ab und an weglegen musste, weil ich teilweise etwas genervt war...
Die ganze Geschichte ist in einem wissenschaftlichen Setting angelegt: Angel wird von dem renommierten Primatenforscher Timothy angeworben, einerseits weil sie einen guten wissenschaftlichen Artikel veröffentlicht hatte, andererseits weil sie eine halbprofessionelle Turnerin ist und es somit für sie ein Leichtes ist, von Baum zu Baum zu schwingen. Und das tut sich auch, angekommen auf der Insel gliedert sie sich gar leicht in die Gruppe der Schimpansen ein, auch wenn sie stets das unterste Glied in der Hierarchie bleibt. Sie lernt, die Sprache der Menschenaffen zu sprechen, ab und an bekommen wir Lesenden Einblicke, mit welchen Geräuschen, Mimiken und Gesten sie funktioniert. Grundsätzlich klingt dieses System durchaus plausibel, allerdings ist mir ein wenig schleierhaft, weshalb zu Beginn des Buches mehrfach erwähnt wird, dass sie wohl alle für verrückt erklärt werden würden, sollte jemand herausfinden, dass sie an eine Sprache der Menschenaffen glauben. Wer die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre beobachtet, stellt fest, dass bei vielen Tierarten angenommen werden kann, dass sie miteinander sprechen bzw. kommunizieren; anders als dies Menschen tun, aber doch. Die Konversationen, die im Buch in menschliche Sprache übersetzt werden, sind leider nicht sonderlich gut gelungen. Einerseits wird erklärt, dass Schimpansen keine Vorstellung von Zeit hätten, andererseits wird aber mit Zeitangaben herumgeworfen. Dann sind viele Konversationen sehr einfach gehalten, andere bestehen aus komplexen Sätzen, was das ganze sehr unglaubwürdig erscheinen lässt. Ob dies der Übersetzung ins Deutsche geschuldet ist, kann ich nicht beurteilen, jedenfalls finde ich schade, dass die an sich gute Idee hier sehr inkonsistent umgesetzt wird.
Ebenso unpassend finde ich, wie Schwarz und Weiß hier grundsätzlich Menschen gezeichnet werden. Die Investoren, die die Insel kaufen und die Wissenschaftler*innen verjagen wollen, sind einfach allesamt ungute, bösartige, selbstverliebte und herrschsüchtige Personen. Ja, solche gibt es zuhauf, trotzdem bin ich davon überzeugt, dass diese es nicht so plakativ "heraushängen" lassen wie in dieser Darstellung. Andere wiederum, wie Timothy, sind so naiv, dass es ebenfalls unglaubwürdig ist. Das ganze gipfelt dann in ein Ende, das die handelnden Figuren auf eine Art dezimiert, die mich ob ihrer Fragwürdigkeit eigentlich nur mehr genervt hat.
Ich finde es super, dass es Autoren wie John Ironmonger gibt, die versuchen, durch Unterhaltungsliteratur mit wissenschaftlichen Anspruch Menschen darauf aufmerksam zu machen, wie schützenswert Tiere bzw. die gesamte Natur sind und dass wir uns den Planeten lediglich mit ihnen teilen. Schade finde ich es aber, dass es so stereotyp und inkonsistent umgesetzt wird. Positiv hervorheben muss ich noch den Erzählstil, denn die ganze Geschichte wird von einem Erzähler geschildert, der vorgibt, sie von Angel selbst gehört zu haben. So gibt dieser auch an, wenn er sich etwas zusammenreimen musste oder wenn er über Personen recherchiert hat. Dabei greift er manchmal in der Geschichte vor und springt wieder zurück, was durchaus spannende Momente bringt.
Mein Fazit: "Die Insel der Schimpansen" ist ein kurzweiliger Unterhaltungsroman, der mit stereotypen Figuren arbeitet und einiges erklärt, dass er schlussendlich nicht halten kann. Wem es nicht stört, dass nicht alles so gut zusammenpasst, aber trotzdem Leidenschaft für die Sache und Idealismus haben will, ist hier richtig.
Was ist schon Glück?
Erde von Sven Hillenkamp
Jan ist entsetzt: er beobachtet, wie Bauarbeiter ohne mit der Wimper zu zucken, ein Möwennest zerstören, die Eier einfach auf den Asphalt werfen. Das Trauerkreischen der Möweneltern zerreißt ihm fast das Herz. Dies sind mitunter die intensivsten und empathischsten Gefühlsregungen, die wir vom Protagonisten im kompletten Buch direkt und ohne Umschweife zu spüren bekommen.
Nach diesem Prolog wird Jans Geschichte bis zur Gegenwart aufgerollt - und diese ist hart und nur schwer verdaulich.
Auf den knapp 170 Seiten werden wir als Lesende mit so viel Rohheit und Gewalt konfrontiert, dass es nur schwer auszuhalten ist. Jans Kindheit ist - nach den ersten wenigen, schönen Jahren - scheinbar immer mehr ein Weg in die Hölle. Seine Mutter ist selbst- und sexsüchtig, ihr Äußeres das Wichtigste, genauso wie verschiedene Beziehungen zu Männern. Wenn diese in die Brüche gehen, folgt rasch ein Suizidversuch der Mutter, die ihren Verflossenen, jedoch nicht ihrem Sohn einen Abschiedsbrief hinterlässt. Zuneigung für ihr Kind lässt sie nur wenig spüren, vielmehr ist Vernachlässigung ein steter Begleiter. Irgendwann verschwindet die Mutter und Jan zieht zu seinem Vater und dessen neue Frau Alexandra. Der Vater ist schwach und entzieht Jan jegliche Grenzen, einstig Alexandra erkennt, wie wesentlich solche für die Entwicklung eines Kindes sind - und wird dementsprechend zur Buhfrau für Jan. Mit nur 16 Jahren zieht er aus und weg und wird mehr oder minder selbstständig. Jans Leben allein ist geprägt von Dingen, die ihm seine Eltern gut beigebracht haben: er sucht sich Bestätigung durch Sex, ist von sich selbst sehr überzeugt, rührt für andere keinen Finger. Er eckt überall an, scheint oft teilnahmslos, ja durchaus emotionslos zu sein. Nicht einmal der Tod bestimmter Menschen scheint sonderlich an ihm zu kratzen. Er treibt durch das Leben wie ein Stück Holz durch einen übergetretenen Fluss - er ist Teil vom Leben, aber ebenso teilnahmslos, wohin er treibt, scheint völlig egal zu sein. Er vernachlässigt sich selbst genauso wie die Menschen, die ihm etwas bedeutet haben könnten.
Der Ich-Erzähler Jan ist äußerst unzuverlässig. Oft gibt er vor, glücklich zu sein, ohne, dass man ihm das abkauft. Er macht Dinge, ohne wirklich Anhaltspunkte für eine Erklärung zu liefern. So kämpft er in einer linksradikalen Gruppierung, ohne, dass wir seiner Ideologie näher kommen würden. Grundsätzlich: alles was er erzählt ist karg und entrückt. Diese harte Sprache ist so distanziert, dass man in keiner Sekunde das Gefühl hat, ihm näher zu kommen. Es gibt wenige Situationen, bei der wir Lesende erahnen können, dass Jan tatsächlich (positiv) fühlt, etwa, wenn er mit Kindern zu tun hat oder wenn er von seinem Großvater erzählt. Doch wenn das Buch beendet ist, liest man den Beginn von Neuem und weiß - Jan hat sich entwickelt. Und vielleicht doch noch sein Glück gefunden. Aber was ist schon Glück?
Mein Fazit: "Erde" ist ein schmerzhaft zu lesender Roman, der von der Kraft der Distanziertheit und Grenzenlosigkeit lebt. Er schockiert, macht fassungslos und braucht definitiv lange bis er sickert. Am Besten tut er das, wenn man die Möglichkeit hat, sich mit anderen über ihn auszutauschen. Ich für mich habe irgendwann erkannt: diese Gewalt in jeglicher Hinsicht wird lange nicht vergessen werden. "Erde" ist langsam zu einem Jahreshighlight herangewachsen und könnte durchaus noch das ein oder andere Jahr überdauern.
Leicht, sommerlich und informativ
Im Sommer der Wildbienen von Nina Mayen
Flora ist Autistin und tut sich unheimlich schwer mit Geräuschen jeglicher Art - und auch mit Menschen. Nachdem sie wieder einmal eine Panikattacke hatte, ihr das Familienleben Zuhause zu viel wird und sie keine Lust mehr an ihrem Studium in der Großstadt hat, beschließt sie, in das Haus ihrer verstorbenen Großmutter zu ziehen, das zwei Stunden entfernt in einem kleinen Dorf in der Eifel liegt.
Doch auch hier muss sie mit Menschen umgehen lernen. Nachdem ein Wildbienenschwarm sich in ihren Garten verirrt, kommt ihr August zu Hilfe, mit dem sie langsam ein Vertrauensverhältnis aufbaut. Auch andere Menschen treten in ihr Leben - vor allem Eden, für die sie bald schon mehr als freundschaftliche Gefühle hegt. Doch Flora steht sich selbst im Weg.
"Im Sommer der Wildbienen" ist ein unterhaltsamer und kurzweiliger Coming-of-Age-Roman, der den Lesenden einen besonderen Einblick in die Gedanken und Verhaltensweisen von Menschen mit Autismus gibt. Wir erfahren, was die Protagonistin Flora irritiert, womit sie schwer zurecht kommt und was sie benötigt, damit es ihr gut geht, auch wenn sie das selbst nicht immer so treffsicher weiß. Aber Flora wird nicht nur auf ihr Autismusspektrum reduziert, vor allem ist sie eine junge Erwachsene, die gerade selbstständig wird, sich behaupten muss, über ihre Grenzen geht und die Verliebtsein erlebt. Besonders schön sind die Begegnungen mit den Menschen im Dorf gezeichnet, die Flora allesamt offen gegenübertreten und viel Herzlichkeit ausstrahlen. Auch ihre Familie ist offen und will nur ihr Bestes, dagegen wehrt sich die Protagonistin aber manchmal auch recht übertrieben.
Ich habe abwechselnd das Buch gelesen und das Hörbuch gehört - weil mir aber die Stimme und Erzählweise der Sprecherin Vanessa Bolder so gut gefallen hat, hab ich mir im Anschluss das ganze Hörbuch noch einmal angehört. Es ist ein gelungener, ruhiger Sommerroman, der gut unterhält und aufgrund der manchmal recht pubertierenden Verhaltensweise der Protagonistin vor allem für Jugendliche gut geeignet ist. Auch wenn das Buch nicht sonderlich tiefgründig ist, war es für mich besonders hinsichtlich der Schilderungen über Autismus und kurzweiliger Infos über Wildbienen auch sehr lehrreich. Und wie die Dorfgemeinschaft dargestellt wird, berührt einfach das Herz!











