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Rezensionen von Julchentim:

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Ein Buch, das jede Frau lesen sollte

Unshame von Louisa Dellert

Für mich ist Unshame eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre. Eines, das man nicht nur einmal liest und dann ins Regal stellt, sondern immer wieder zur Hand nehmen sollte. Ich habe direkt Exemplare für meine 14-jährige Nichte und die 15-jährige Freundin meines Sohnes gekauft, weil ich finde, dass jede junge, aber auch jede erwachsene Frau dieses Buch lesen sollte.

Louisa Dellert schreibt absolut offen, persönlich und gleichzeitig gut verständlich. Sie verbindet ihre eigenen Erfahrungen mit vielen Hintergrundinformationen und regt immer wieder dazu an, das eigene Denken zu hinterfragen. Ich habe mich immer wieder an vielen Stellen selbst erkannt und gemerkt, wie tief manche Glaubenssätze über den eigenen Körper festsitzen, ohne dass man sie überhaupt noch bewusst wahrnimmt, geschweige denn darüber nachdenkt.

Besonders bewegt hat mich, wie deutlich wird, dass Frauen von klein auf lernen, sich und andere ständig zu bewerten. Dieses Buch zeigt, wem das nützt und warum es so schwer ist, aus diesen Mustern auszubrechen. Umso wichtiger ist die Botschaft, Frauen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sich gegenseitig zu stärken und mit mehr Mitgefühl aufeinander zu schauen.

Ich finde, dieses Buch sollte genauso von Männern gelesen werden. Es hilft zu verstehen, welchem Druck und welchen anmaßenden Grenzüberschreitungen Frauen tagtäglich ausgesetzt sind.

Es finden sich außerdem unglaublich viele Quellen zum Weiterlesen und Angaben zu inspirierenden Menschen in diesem Buch, um sich weiter mit diesem Bereich und anderen wichtigen verwandten Themen auseinander setzen zu können.

Ein unglaublich wichtiges, berührendes und kluges Buch, das lange nachwirkt. Für mich eine uneingeschränkte Leseempfehlung und ganz klar 5+++ Sterne.

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Ein Buch, das jede Frau lesen sollte
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Märchenhafte Wohlfühlfantasy mit kleinen Längen

Cursed for Good - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen. von Amy Coombe

Dieses Buch hat bei mir direkt die richtige Stimmung getroffen. Diese Mischung aus Prinzessin, verfluchtem Buchladen und kleinem Dorf voller liebenswerter Figuren hat einfach nur Spaß gemacht. Besonders mochte ich Tandy, die sich zwischen Erwartungen, Pflichten und ihren eigenen Wünschen zurechtfinden muss.

Ihre Entwicklung wirkte glaubwürdig und hat der Geschichte viel Herz gegeben.

Der Buchladen, die märchenhafte Welt und die vielen kleinen Details sorgen für eine absolut gemütliche Atmosphäre. Dazu kommt eine ruhige Liebesgeschichte, die sich langsam entfaltet und perfekt zum Ton des Buches passt. Auch die Nebenfiguren, allen voran der Pirat und die Dorfbewohner, machen die Geschichte sehr charmant.

In der Mitte hatte das Ganze für mich ein paar ruhigere Passagen, in denen etwas weniger passiert ist. Das nimmt dem Lesefluss stellenweise etwas Tempo. Trotzdem habe ich die Zeit in dieser Welt sehr genossen und hätte gerne noch mehr über die verschiedenen Königreiche erfahren.

Wer gemütliche Fantasy, Buchläden und märchenhafte Geschichten liebt, wird hier viel Freude haben. Für mich ein sehr schöner Wohlfühlroman mit einer originellen Idee und jeder Menge Charme.

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Märchenhafte Wohlfühlfantasy mit kleinen Längen
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Raffiniertes Verwirrspiel mit kleinen Längen

Die Queen von Mayfair von Alex Hay

Die Queen von Mayfair hat mich nach einem etwas ruhigen Einstieg immer mehr in ihren Bann gezogen. Anfangs brauchte ich etwas Zeit, um in die Geschichte und die verschiedenen Figuren hineinzufinden, doch je weiter die Handlung voranschritt, desto schwerer fiel es mir, das Buch aus der Hand zu legen.

Besonders gut gefallen hat mir das Spiel aus Täuschungen, Geheimnissen und überraschenden Wendungen.

Ständig hatte ich das Gefühl, dass niemand wirklich der ist, für den man ihn hält. Genau das hat die Geschichte so unterhaltsam gemacht. Die Atmosphäre des viktorianischen Londons passt perfekt zu den Intrigen und sorgt für eine besondere Stimmung.

Quinn ist eine spannende Hauptfigur. Selbst wenn ihre Methoden alles andere als ehrenhaft sind, wollte ich unbedingt wissen, ob ihr Plan aufgeht. Auch die Nebenfiguren haben der Geschichte zusätzliche Tiefe gegeben.

Der Schluss konnte mich nicht ganz so überzeugen wie der Weg dorthin. Einige Entwicklungen wirkten etwas zu schnell abgehandelt. Trotzdem bleibt ein sehr unterhaltsamer historischer Roman voller Täuschungen, Risiken und überraschender Enthüllungen.

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Raffiniertes Verwirrspiel mit kleinen Längen
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Ein stilles und wunderschönes Buch über das Leben

Die Mitternachtsreise von Matt Haig

Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an geliebt. Matt Haig schafft es wieder einmal, eine Geschichte zu schreiben, die leicht zu lesen ist und gleichzeitig unglaublich viel tief im Inneren auslöst. Die Handlung ist ruhig und man ahnt oft, wohin die Reise geht, aber genau das hat für mich den Zauber ausgemacht.

Nichts wirkt künstlich oder überladen. Alles fühlt sich absolut ehrlich an.

Wilburs Reise hat mich sehr berührt. Mit jedem neuen Kapitel wurde mir mehr bewusst, wie sehr dieses Buch von den kleinen Momenten im Leben erzählt. Von Liebe, Verlust, verpassten Chancen und den Dingen, die man oft erst viel zu spät versteht. Viele Gedanken darin haben mich direkt getroffen, weil sie sich so menschlich und wahr angefühlt haben.

Besonders schön fand ich die Mischung aus Melancholie, Hoffnung und Wärme. Trotz aller schweren Themen fühlt sich das Buch nie bedrückend oder schwer an. Es erinnert einen daran, langsamer zu leben, mehr im Moment zu sein und Menschen nicht als selbstverständlich zu sehen.

Für mich ist das hier viel mehr als Fantasy. Es ist eine emotionale Liebesgeschichte über zweite Chancen, Reue und darüber, was am Ende wirklich zählt. Und obwohl das Buch große Fragen über Zeit, Leben und Tod stellt, bleibt es dabei immer nahbar und voller Herz.

Eines meiner absoluten Highlights dieses Jahr. Ich konnte kaum aufhören zu lesen und wollte gleichzeitig nicht, dass es endet.

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Ein stilles und wunderschönes Buch über das Leben
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Starker Auftakt mit spannender Grundidee

Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel


„Ungelöst – Die erste Zeugin“ hat mich rasch gepackt. Die Verbindung aus Cold Case, Entführung und Luisas Vergangenheit sorgte bei mir direkt für Spannung. Besonders die Idee mit ihrem fotografischen Gedächtnis fand ich interessant und mal etwas anderes.

Die Geschichte wird im Verlauf immer intensiver und lebt vor allem von den gut ausgearbeiteten Figuren.

Luisa wirkt menschlich und glaubwürdig, weil sie eben nicht perfekt ist. Auch Ramin Brunner hat mir als ruhiger Ermittler richtig gut gefallen. Die beiden ergänzen sich sehr gut und ich bin gespannt, wie sich das Team in den nächsten Teilen weiterentwickelt.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und durch die kurzen Kapitel bleibt man ständig dran. Manche Wendungen konnte ich zwar schon vorher erahnen, trotzdem hat mich die Handlung durchgehend gut unterhalten. Gerade gegen Ende zieht das Tempo nochmal deutlich an.

Auch das Hörbuch war wirklich stark gesprochen. Dietmar Wunder bringt die Stimmung der Geschichte sehr gut rüber und macht die ohnehin spannende Handlung nochmal intensiver.

Für mich ein gelungener Reihenauftakt mit einer starken Ausgangsidee und sympathischen Figuren. Ich freue mich auf die Fortsetzung und vergebe gute 4 Sterne.

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Starker Auftakt mit spannender Grundidee
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Ehrlich, witzig und manchmal erstaunlich nah

Alt genug von Ildikó von Kürthy

„Alt genug“ hat sich für mich angefühlt wie ein langes Gespräch mit einer Freundin, die einfach alles ausspricht, was man selbst oft nur denkt. Ich musste mehrfach lachen, an manchen Stellen wurde es aber auch ziemlich nachdenklich und genau diese Mischung mochte ich sehr. Ildikó von Kürthy schreibt offen über Ängste, das Älterwerden, Freundschaften und dieses Gefühl, irgendwann nicht mehr jedem gefallen zu müssen.

Vieles war extrem nachvollziehbar und angenehm ehrlich. Manche Passagen waren mir etwas zu negativ oder zu sehr auf Müdigkeit und Rückzug fokussiert, deshalb keine fünf Sterne. Trotzdem ein sehr warmes, kluges und persönliches Buch, in dem sich viele wiederfinden werden.

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Düster, intensiv und voller Sehnsucht

Weavingshaw von Heba Al-Wasity

Weavingshaw hat mich komplett abgeholt. Ich liebe Bücher mit alten, unheimlichen Anwesen, Geistern, dunklen Geheimnissen, verwitterten Moorlandschaften und genau dieser Mischung aus Gefahr, Sehnsucht und unterschwelliger Spannung, und dieses Buch hat davon wirklich alles.

Die Atmosphäre war unglaublich stark und dicht.

Dieses Haus, diese düstere Stimmung, die Geheimnisse hinter jeder Ecke, dazu Geister, Dämonen und ein Mann, bei dem man nie ganz weiß, ob er Monster oder einfach nur zutiefst verletzt ist. Einfach genau mein Ding.

Leena habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist stark, aber nicht auf diese übertriebene Art, sondern ruhig, klug und mit viel Herz. Und St. Silas? Ehrlich, dieser Mann lebt von ungelösten Blicken, Geheimnissen und purem inneren Chaos. Diese langsame Annäherung zwischen den beiden war fast schlimmer als jeder offene Romance-Plot, weil die Spannung einfach so gut geschrieben ist.

Was mich aber noch mehr beeindruckt hat, war, wie viel mehr dieses Buch eigentlich ist. Es geht nicht nur um Gothic Fantasy und Romance, sondern auch um Ausgrenzung, Herkunft, Flucht, Zugehörigkeit und darum, wie Menschen behandelt werden, wenn sie als fremd gesehen werden. Das war super eingewoben und hat der Geschichte viel Tiefe gegeben.

Und dann dieses Ende! Ich war fest davon überzeugt, ich lese einen Einzelband. Falsche Annahme. Die letzte Seite hat mich einfach sprachlos zurückgelassen und jetzt brauche ich dringend Band zwei.

Für mich war das genau die Art von Gothic Fantasy, die ich liebe. Langsam, atmosphärisch, emotional und mit genau der richtigen Menge an Schmerz. Absolute 5 Sterne.

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Gute Idee, aber wenig Nachhall

Bachelorette Party von Camilla Sten

The Bachelorette Party von Camilla Sten hatte für mich alles, was ich eigentlich mag. Abgelegene Insel, eingeschlossene Gruppe, zwei Zeitebenen und ein ungelöster Fall aus der Vergangenheit. Der Einstieg hat mich auch direkt abgeholt, vor allem die Verknüpfung zwischen dem alten Verschwinden der „Nacka Four“ und dem aktuellen Junggesellinnenabschied funktioniert gut.

Das Problem lag für mich aber eher im Verlauf und leider im Ende. Die Geschichte zieht sich im ersten Teil etwas, bevor sie später deutlich an Tempo gewinnt. Dann wird es zwar um einiges spannender, aber die Auflösung wirkt recht überzogen und fast schon wie ein Drama, das einfach zu viel will. Dazu kommt, dass ich recht früh ein Gefühl hatte, in welche Richtung es gehen könnte. Die Überraschung blieb dadurch aus.

Mit den Figuren bin ich auch nicht richtig warm geworden. Tessa fand ich noch am interessantesten, vor allem ihre eigene Vergangenheit hatte für mich mehr Spannung als der eigentliche Hauptfall. Die Dynamik in der Gruppe blieb dagegen doch eher flach und langweilig.

Trotzdem ist das Buch kein Reinfall. Es liest sich schnell, hat ein paar starke Momente und die Atmosphäre auf der Insel passt. Für zwischendurch ist das okay, aber es bleibt wenig hängen.

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Gute Idee, aber wenig Nachhall
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Leise Geschichte, die lange nachklingt

Mathilde und Marie von Torsten Woywod

Mathilde und Marie von Torsten Woywod hat mich auf eine ruhige Art erwischt, mit der ich so absolut nicht gerechnet habe. Es passiert nicht viel im klassischen Sinn. Und genau das macht dieses Buch aus.

Marie lässt ihr Leben in Paris hinter sich und landet eher zufällig in einem kleinen Bücherdorf in den Ardennen.

Dort läuft alles langsamer. Gespräche haben Zeit. Menschen hören zu. Bücher stehen im Mittelpunkt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst kurz raus zu sein aus dem eigenen Alltag.

Besonders mochte ich die unerwartete Entwicklung zwischen Marie und Mathilde. Die beiden sind sehr unterschiedlich, aber genau daraus entsteht etwas Echtes, Wahres und Warmes. Diese leisen Annäherungen, kleine Gesten und unausgesprochene Dinge wirken stärker als große Dramen.

Die Atmosphäre ist durchgehend ruhig und fast schon entschleunigend. Man merkt, wie viel Liebe im Detail steckt, ohne dass es ausufert. Manche Stellen waren mir etwas zu bedacht formuliert, fast ein bisschen zu gewollt tiefgründig. Die Geschichte hätte das gar nicht nötig gehabt, sie trägt sich auch so.

Für mich ist das kein Buch zum schnellen Durchlesen. Es ist eines, das man bewusst langsam liest und zwischendurch einfach mal weglegt, um nachzudenken.

Ein stiller Roman, der gut tut und noch eine Weile bleibt.

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Mein neues Lieblings-Retelling mit Suchtfaktor

Beth is dead von Katie Bernet

Beth Is Dead von Katie Bernet hat mich komplett erwischt. Ich liebe Little Women schon lange, aber diese moderne Version fühlt sich trotzdem frisch an und bleibt den Figuren treu. Die vier Schwestern wirken hier echter, kantiger und viel näher dran. Man merkt ihre Dynamik in jeder Szene, inklusive der Fehler, die sie machen.

Genau das hat mich richtig reingezogen.

Und dieser Krimi-Teil? Ich hatte absolut keine Chance. Ich habe die ganze Zeit gerätselt und lag am Ende komplett daneben. Die Spannung zieht sich durch das ganze Buch und lässt einen kaum los.

Dazu kommt noch das Setting in der heutigen Zeit mit Social Media und öffentlichem Druck, das passt einfach gut rein und gibt der Geschichte mehr Gewicht.

Ich habe das Buch fast in einem Rutsch gelesen und war danach noch lange gedanklich drin. Für mich ein klares Highlight. Und ja, das Cover ist genauso gut, wie alle sagen.

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Mein neues Lieblings-Retelling mit Suchtfaktor